Arthur Gabler
GRINDELWALD in alten Ansichten
Arthur Gabler
GRINDELWALD in alten Ansichten
Inhalt Arthur Gabler
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Dorf
8
Familie
62
Wintersport
64
Hotels
86
Bahnen / Transport
116
Hütten
132
Gipfel / Landschaft
138
Gletscher
152
Arthur Gabler (1867–1927)
Fotograf in Interlaken — Erbe einer Pionierleistung Herkunft und familiärer Hintergrund Um Arthur Gabler wirklich zu verstehen, muss man bei seinem Vater beginnen. Johann Adam Gabler wurde am 25. März 1833 im sächsischen Ottowind im damaligen Herzogtum SachsenCoburg und Gotha geboren. Er war ursprünglich Wagner und kam um 1860 als Wandergeselle in die Schweiz. Nach einer bloss zweiwöchigen Lehre als Fotograf wechselte er 1863 das Handwerk und arbeitete zunächst als Wanderfotograf im Emmental. Um 1865 verlegte er seinen Wohnsitz nach Interlaken, wo er in der Folge einer der ersten Tourismusfotografen der Schweiz werden sollte. 1870 zog er aufs Bödeli nach Matten, kaufte ein Grundstück an der Rugenmatte und liess dort ein Haus mit dem Namen «Waldeck» bauen, mit integriertem Fotoatelier. Aus einer ersten Ehe stammte Arthur. Mit seiner zweiten Frau Rosina, die er 1882 heiratete, hatte er vier Töchter und einen Sohn, Georg. Geburt und erste Jahre Arthur Gabler wurde am 6. April 1867 in Interlaken geboren. Er wuchs inmitten des aufstrebenden Tourismusbetriebs des Berner Oberlandes auf — in einem Haus, das gleichzeitig Familiensitz und lebendiges Fotoatelier war. Der Vater war zu diesem Zeitpunkt längst eine bekannte Grösse in der Schweizer Fotografenszene: Einige seiner Negative gehören zu den frühesten in der Schweiz entstandenen Jodkollodium platten. Dass der Sohn in die Fussstapfen dieses Mannes treten
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würde, lag nahe — doch Arthur sollte das väterliche Erbe auf eigene, eigenständige Weise weiterführen. Die Übernahme des väterlichen Betriebs (1888) Am 19. Mai 1888 starb Adam Gabler in Matten bei Interlaken. Arthur war damals 21 Jahre alt. Seine Frau und sein Sohn Arthur erbten das Geschäft je zur Hälfte; das Haus in Matten erhielt Rosina. Arthur Gabler führte das vom Vater gegründete Fotogeschäft nun gemeinsam mit seiner Stiefmutter R osina Gabler weiter. 1889 wurde sein Beitritt zum «Schweizerischen PhotographenVerein» als «Gabler Sohn, Interlaken» vermerkt. Damit trat Arthur offiziell in die Gemeinschaft der Schweizer Berufs fotografen ein — und bekannte sich zugleich öffentlich zu seiner Herkunft aus einer Fotografendynastie. Auch sein Vater war bereits Gründungsmitglied des Schweizerischen Photo graphen-Vereins (SPhV) gewesen, als dieser 1886 im alten Casino in Bern ins Leben gerufen wurde. Die Ära R. & A. Gabler: Aufbruch und Erfolg 1895 liessen sich Rosina und Arthur als Kollektivgesellschaft «Photographie Gabler, R. & A. Gabler» in das Schweizerische Handelsregister eintragen. Diese formelle Gründung markierte den Beginn einer überaus produktiven Epoche. Das Unternehmen expandierte systematisch und nutzte den anhaltenden Tourismusboom im Berner Oberland.
Arthur entwickelte dabei ein eigenes fotografisches Profil. Bekannt sind mehrteilige Panorama-Aufnahmen von der Jungfraukette, dem Rhonegletscher und den Rochers de Naye, grossformatige Drucke von Fotografien aus dem Berner Oberland sowie eine Serie von Alben beliebter Orte und Landschaften, hauptsächlich im Berner Oberland. Er veröffentlichte Aufnahmen in verschiedenen illustrierten Zeitschriften, unter anderem in der Zeitschrift «Die Schweiz». Seine Signatur war bewusst kompakt gehalten: Arthur G abler zeichnete seine Aufnahmen mit «A. Gabler Phot. Interlaken», «Phot. Gabler» oder einfach «A. Gabler». Aufgrund der Ab kürzung des Vornamens werden seine Fotografien bis heute oft seinem besser bekannten Vater Adam Gabler zugeschrieben — was dazu geführt hat, dass Arthurs eigenständiger Beitrag zur Schweizer Fotografiegeschichte lange unterschätzt wurde. Auszeichnungen und Ansehen Der Erfolg des gemeinsamen Unternehmens zeigte sich auch in offizieller Anerkennung: Die Firma Gabler, Interlaken, erhielt an der Schweizerischen Landesausstellung 1896 in Genf eine silberne Medaille in der Gruppe Photographie. Diese Auszeichnung belegte, dass «R. & A. Gabler» nicht nur kom merziell erfolgreich, sondern auch künstlerisch-handwerklich anerkannt war.
Arthur Gabler; Interlaken; Johann Adam Gabler; Matten bei Interlaken: Die Visitenkarte ist ein Zeugnis der frühen professionellen Fotografie im Berner Oberland. Sie verbindet persönliche Selbstdarstellung mit geschäftlicher Werbung im aufkommenden Tourismusmarkt. 5
Der Verlag und die Ansichtskarten Mit wachem Gespur für die neue Zeit erkannte Arthur G abler früh das Potenzial eines aufkommenden Mediums. Ab ungefähr 1900 publizierte der Verlag auch Ansichtskarten. Diese waren seit den späten 1890er Jahren ein zunehmend b eliebtes Sammlerobjekt; auf ihren Bildseiten erschienen nach der Jahrhun dertwende immer mehr auch Fotografien. Der Gabler-Verlag profilierte sich dabei besonders durch seine Gletscher-Bilder. Das Unternehmen hatte sich damit vom reinen Fotoatelier zum Medienhaus gewandelt — ein kluger strategischer Schritt, der die Marke «Gabler» weit über Interlaken hinaus bekannt machte. Das Ende der Partnerschaft und der Abschied von Interlaken 1905 wurde die Kollektivgesellschaft von Rosina und Arthur Gabler aufgelöst «infolge Verzichts der Inhaber». Von Arthur Gablers Aktivitäten in den darauf folgenden Jahren ist wenig bekannt; in der Mitgliederliste des «Schweizerischen Photo graphischen Vereins» für 1908 ist sein Name ein letztes Mal zu finden. 1915 verliess er Interlaken und zog nach Olten. Über die Gründe für diesen Weggang schweigen die Quellen. Arthur Gabler, der fast sein gesamtes Berufsleben der Oberländer Landschaft gewidmet hatte, verbrachte seine letzten Jahre fernab der Berge. Er starb am 9. Juli 1927 in Olten.
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Die Generationen nach Arthur Gabler Rosina Gabler und die Weiterführung des Betriebs Nach dem Rückzug ihres Geschäftspartners führte Rosina Gabler die Firma allein weiter als «Photographie R. Gabler» oder «Ed. R. Gabler». Sie war in einer doppelten Hinsicht eine Ausnahmeerscheinung: als Frau in einer Männerdomäne und als treibende unternehmerische Kraft hinter einer der bekanntesten Fotografenmarken der Schweiz. Unter den Stereo graphie- wie unter den Ansichtskarten ihres Verlags finden sich Neuauflagen von Fotografien Arthur Gablers. Georg Gabler (1884–1930): Der Alpenfotograf Hinzu kamen Aufnahmen von Rosinas Sohn Georg Gabler (1884–1930) aus der Ehe mit Adam. Der Familientradition folgend war auch er Fotograf geworden. Georg Gabler war aktives Mitglied des Schweizer Alpen-Clubs SAC; von seinen Touren brachte er viele Aufnahmen aus dem Hochgebirge zurück. Seine Fotografien erschienen jedoch alle unter dem Namen des Verlags «Photographie R. Gabler». Der Erste Weltkrieg als Zäsur Der Erste Weltkrieg setzte dem blühenden Tourismus im Berner Oberland ein vorläufiges Ende, und damit verlor das Fotogeschäft der Familie Gabler seine Kundschaft. Mit dem
Tod von Rosina Gabler 1921 wurde die Firma schliesslich liquidiert. Rosa Bertha Gabler: Die letzte Hüterin des Namens Es war dann Georgs ältere Schwester Rosa, die zwischen 1924 und 1930 wieder Ansichtskarten mit dem Namen Gabler veröffentlichte. Nach Rosinas Tod 1921 wurde das Geschäft vermutlich von Rosa Bertha Gabler unter der Firma «Phot. Gabler» weitergeführt. Es war eine Art Schlussakkord – der traditionsreiche Name klang noch einmal auf, bevor auch diese Initiative verebbte. Ida Gabler (1886–1961): Ein letzter Versuch Der Zweite Weltkrieg hatte dann eine weitere Unterbrechung zur Folge; danach versuchte Ida Gabler (1886–1961), eine weitere Tochter, das Geschäft wieder zu beleben. 1948 gab sie die Bemühungen jedoch auf und verliess Matten. In Anlehnung an die von Arthur Gabler verwendete Signatur weisen alle von Bertha und Ida Gabler publizierten Ansichtskarten die Bezeichnungen «Phot. Gabler» oder «Photogr. Gabler» auf.
abler-Nachlass befindet sich in der Fotostiftung Schweiz. G Die Geschichte der Fotografenfamilie Gabler handelt von der Pionierzeit der Fotografie, von der Frühzeit des Massen tourismus, von Frauen in einer Männerdomäne. Als visuelles Gedächtnis einer ganzen Epoche – von den frühen Jodkollo diumplatten bis zur Blütezeit der Ansichtskarte – dokumentiert das Werk der Familie Gabler in einzigartiger Weise, wie das Berner Oberland im kollektiven Bewusstsein Europas zu einem Sehnsuchtsort wurde.
Quellen: Fotostiftung Schweiz · foto-ch.ch · Wikipedia · Berner Zeitung · Ruth Freiburghaus, Gabler Fotografen Interlaken (2019/2020)
Das Erbe Das fotografische Erbe von Johann Adam Gabler und seinen Nachkommen umfasst über 10 000 Aufnahmen, einen grossen Teil besitzt das Museum für Kommunikation in Bern. Der
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Dorf
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Bahnhof Grindelwald; Hotel Bahnhof-Terminus; Hotel Kreuz; Hotel Bär; Wetterhorn; Mättenberg: Der Bahnhof entwickelte sich zum zentralen Ankunftsort für Reisende, Personal und Gepäck und stärkte zugleich das umliegende Hotelgewerbe. 9
Wetterhorn, Mättenberg und Wärgistal: Landwirtschaft, verstreute Holzbauten und wachsende touristische Angebote prägten Grindelwald über lange Zeit gleichzeitig. 10
Das Geschäftsleben im Tuftli zeigt, wie eng lokaler Alltag, Gastgewerbe und die Vermarktung Grindelwalds miteinander verbunden waren. Im Hintergrund das Wetterhorn. 11
Hotel Wolter; Hotel National; Central Hotel; Chalet Bär. Im Hintergrund das Wetterhorn.
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Grindelwald und Fiescherhörner mit der Englischen Kapelle.
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Hotel Kreuz; Hotel National; Hotel Wolter; Hotel Victoria; Bussalp; Röti.
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Als religiöser und gesellschaftlicher Bezugspunkt prägte die Kirche die Entwicklung des weitläufigen Grindelwalder Siedlungsraums. 15
Tuftli und Grindelwald: Ansichtskarten und lokale Geschäfte spielten eine wichtige Rolle im frühen Fremdenverkehr und verbreiteten Grindelwalds Bergwelt weit über das Tal hinaus. 16
Grindelwald und Wetterhorn: Für die Ortsgeschichte bewahrt die Aufnahme Bebauung, Verkehrswege und Freiräume vor den späteren Veränderungen des Dorfes. 17
Wirtschaft zum Horbach. Im Hintergrund der Eiger.
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Hotel National; Wetterhorn; Hotel Alpenruhe: Das wachsende Gastgewerbe reagierte auf die steigende Zahl internationaler Besucher und veränderte die bauliche Entwicklung des Dorfes nachhaltig. 19
Die Englische Kapelle wurde beim grossen Dorfbrand von 1892 zerstört. Die Fotografie bewahrt damit einen später verlorenen Bauzustand. 20
Grindelwald und Wetterhorn: Die Aufnahme zeigt den für Grindelwald typischen «Schweiffelhaag».
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Pfarrschür vor dem Wetterhorn.
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Lütschental und Schwarze Lütschine: Brücken und Verkehrswege waren für die Erschliessung des engen Lütschinentals von zentraler Bedeutung und verbanden die verstreuten Siedlungen mit den touristischen Zentren. 23
Wetterhorn und Wärgistal.
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Hotel National, Hotel Oberland und Wetterhorn: Eislaufen und frühes Eishockey gehörten zu den Angeboten, mit denen Grindelwald den Winteraufenthalt für internationale Gäste attraktiver machte. 25
Wetterhorn und Oberer Grindelwaldgletscher.
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Alpiglen und Wetterhorn: Die Fotografie dokumentiert die damals lockere Siedlungsstruktur Grindelwalds und das Nebeneinander von Landwirtschaft und aufkommendem Tourismus. 27
Hôtel de l’Ours / Hotel Bär; Grindelwald: Das Hotel Bär und die Englische Kapelle zeugen vom wachsenden internationalen Publikum und von Grindelwalds Entwicklung zum Kur- und Ferienort. 28
Grindelwaldner Spezereihandlung: Das Geschäftsleben im Tuftli zeigt, wie eng lokaler Alltag, Gastgewerbe und die Vermarktung Grindelwalds miteinander verbunden waren. 29