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Melanie Oesch – Elin Band 1 (Kurzvorschau)

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Das Baumzwergenmädchen

Mit Hörbuch-CD äl

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Melanie Oesch

Das Baumzwergenmädchen

Das Baumzwergenmädchen

Mit Illustrationen von Christina Wald

Elin

Das kleine Baumzwergenmädchen Elin geniesst zusammen mit ­ihrer Familie ein glückliches Leben in den Wäldern des Eriztals. Jeden Tag nach der Schule tollt sie mit ihren Brüdern durch das Gehölz und fordert die Spaziergänger zum gemeinsamen Spiel auf. Doch auf einmal ist alles anders: Die Passanten scheinen weder Zeit noch Lust zu haben, mit Elin zu spielen. Da beschliesst das quirlige Baum­­zwer­genmädchen zu handeln. Gemeinsam mit ihrer besten Freun­din, der wei­sen Waldohreule Berta, schmiedet Elin den Plan, den Menschen wieder Freude ins Herz zu bringen  …

ISBN 978-3-03818-176-7 Werd & Weber Verlag AG CH-3645 Thun/Gwatt www.weberverlag.ch

BAND 1


Vorwort «Tue d’Ouge uf de, gsehsches scho, wie schön die Wäut cha sy, es git so viu z’gseh, chum blyb doch stah, süsch geit ds Läbe a dir verby.» Die Botschaft dieser Liedzeile habe ich schon sehr lange im Kopf. Sie begleitet mich seit vielen Jahren und ermöglicht mir immer wieder Wunderbares zu entdecken und mit dem Herzen zu sehen. Dafür bin ich unendlich dankbar. Ich schätze mich wirklich glücklich, dass ich in einer so schönen Gegend aufwachsen durfte, und dass mich meine Eltern und Grosseltern auf so mancher Entdeckungsreise durch die Natur begleitet haben. Sie haben mir Tiere gezeigt und Pflanzen erklärt, die ich heute noch erkenne und ich freue mich, wenn ich mich an die einzelnen Namen erinnern kann. Hätte mir niemand gesagt, wie die schönen Blumen auf der Wiese heissen, würde ich heute vielleicht an ihnen vorbei­ gehen ohne sie zu beachten.­ Mit meiner Geschichte möchte ich ein paar symbolische Werte meiner Kindheit zurück-, oder besser gesagt, weitergeben und anderen Kindern, egal wie gross oder wie klein, sagen, dass es in unserer Natur so viel Schönes, Magisches und Fantasie­ volles zu entdecken gibt. Wir wissen es nämlich alle: Es sind oft die kleinen Dinge, die unseren Alltag bereichern. Im Buch muss Elin schmerzhaft erfahren, dass viele Menschen verlernt haben genau diese kleinen Dinge zu sehen. Sie sind blind auf dem Herzen und lehnen Elins Einladungen zum gemeinsamen Spielen und Verweilen unhöflich ab. Dank einer Idee von Elins bester Freundin, der weisen Waldohreule Berta und mit grosser Unterstützung der Vogelfamilien im Eriztal, gelingt es dem Baumzwergenmädchen die Herzen der Menschen wieder zu öffnen. Dass dabei auch die Musik eine wichtige Rolle spielt, ist mir sehr wichtig. Nun wünsche ich euch viel Freude beim Eintauchen in meine Fantasiewelt und natürlich stets offene Augen, Ohren und Herzen.


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Elin und Berta

lernen sich kennen

Es ist schon eine Weile her, dass sich Berta die Waldohreule und Elin kennen­ gelernt haben. Berta weiss noch ganz genau, wie lange sie das Baumzwergenkind beobachtete und sich an ihrem aufgestellten und fröhlichen Wesen erfreute. Elin war schon damals sehr neugierig und musste alles anfassen und an allem riechen. Als die Kleine dann aber eine Handvoll knallrote, weiss gepunktete Fliegenpilze sammeln wollte, musste Berta handeln und rief: «Uii, mein Mädchen! Diese Pilze sehen zwar schön aus, aber die sind giftig! Die solltest du nicht anfassen.» Ganz verdutzt schaute Elin die kleine Waldohreule an: «Danke, lieber Vogel! Mein Grossvater hat mir von giftigen Pflanzen erzählt, dass es aber auch giftige Pilze gibt, wusste ich nicht! Aber sag mir, wer bist denn du?» Und so begann Berta der kleinen Elin zu erzählen: «Ich bin Berta, die Wald­ohr­ eule! Ich lebe seit vielen Jahren hier im Eriztal und helfe den Menschen die Natur, die Tier- und Pflanzenwelt besser zu verstehen.» Elin war fasziniert und sagte dann nach langem Staunen: «Weisst du was, liebe Berta, wenn ich einmal gross bin, dann will ich auch so werden wie du.» Von dem Tag an, waren die beiden richtig gute Freundinnen.

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Berta wartet auf Elin Heute sitzt Berta, wie jeden Mittag, auf dem grossen, verzworgelten Ast der alten Buche und wartet bis ihre Freundin Elin aus dem Schulhaus kommt. Es ist ein wunderbar sonniger und sehr milder Frühsommertag. Ein leichtes Lüftchen zieht durchs Eriztal und verbreitet den Duft von frisch gemähtem Gras. Von weitem hört man das Surren eines Traktors und das lebendige Rauschen der Zulg.

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Endlich schulfrei Lautes Gelächter und Kinderstimmen reissen Berta aus ihren Gedanken. Eine Schar Baumzwergenmädchen und Baumzwergenjungen stürmt aus der Schule. Sie freuen sich auf einen schulfreien Nachmittag. Elin springt ganz vorne. Als sie die Waldohreule entdeckt, winkt sie ihr freudig zu und die zwei Freundinnen machen sich gemeinsam auf den Heimweg. Elin erzählt ganz stolz, dass sie heute Morgen in der Schule wieder zwei neue Buch­ staben gelernt hat und nun schon richtige Sätze schreiben kann. Berta ist beeindruckt. «Richtige Sätze? Das sind ja schon ganz viele Buch­staben», staunt sie. Und während sie reden und lachen, erreichen die beiden bald die grosse Linde. Dort ist Elins Familie schon seit vielen Jahren zu Hause.

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Elins Zuhause Elin wohnt mit ihren Eltern und ihren drei Brüdern oben im Baumhaus, Gross­ vater Robert wohnt ganz unten im Baum. In der grossen Linde führen Elins Eltern mit viel Liebe für alle Waldbewohner eine kleine Apotheke. Die haben sie vor ein paar Jahren vom Grossvater übernommen. Robert ist nun schon siebzig Jahre alt und mit seinem grauen, langen Bart sieht er ein bisschen aus wie ein Zauberer. Elin mag ihren Grossvater sehr, sehr gerne und verbringt oft Zeit mit ihm. Er weiss viel über die Tiere und Pflanzen im Wald und Elin liebt es, wenn er ihr und ihren drei Brüdern die alten Geschichten vom Tal erzählt. Die ganze Familie sitzt schon am Tisch als Elin endlich nach Hause kommt.

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Mittagessen

mit der ganzen Familie

Elins drei Brüder Tim, Jan und Luk warten ganz ungeduldig am Tisch. Lauthals erzählen sie den Eltern und dem Grossvater von ihrem Schulmorgen. Es duftet nach frisch gekochter Suppe und ofenwarmen Brötchen. Sobald Elin sitzt, schöpft die Mutter jedem eine Kelle dampfend heisse Gemüse­ suppe, verteilt die Brötchen und alle fangen nach einem lauten «Guten Appetit» sofort an zu essen. Und dann wird es tatsächlich kurz still am Tisch. Die ganze Familie geniesst das feine Essen. «Mmmmmmhh – das schmeckt hervorragend. Danke Mama!», ruft Elin nach dem letzten Löffel Suppe begeistert und rennt, noch mit fast vollem Mund, fröhlich zum Spielen nach draussen.

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