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Demenz-Anekdoten und Cartoons zum Schmunzeln – Vorschau

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Marcel Briand Begegnungs-Clown Die Anekdoten und Cartoons-begleitendenden Beiträge der Autoren, vermitteln Ihnen als Leserin oder Leser eine neue Sicht oder Denkweise zur Gelassenheit und zum Humor bei Demenz. Sie verändern den gewohnten Blickwinkel auf Demenz und eröffnen Ihnen einen neuen emotionalen Zugang zum Erleben von Menschen mit Demenz. Edgar Studer Geschäftsleiter

Kompetenzzentrum Demenz BETHLEHEMACKER

Demenz-Anekdoten und Cartoons zum Schmunzeln

Das Taschenbuch, das Sie in Händen halten ist keine Fachliteratur mit Tabellen, Statistiken oder Modellen. Sie finden darin Geschichten, Anekdoten und Car­ toons von und über Menschen mit Demenz. Dieses Büchlein ist aber gerade deshalb an Fachlichkeit kaum zu übertreffen, weil es uns den gemeinsam gelebten Alltag näherbringt. Es macht deutlich, dass es die gegenseitige Un­ vollkommenheit ist, die uns verbindet. Das gemeinsame Schmunzeln und das Lachen über Missgeschicke des Alltags, hebt die Grenzen zwischen Mir und dem Anderen für kurze Zeit auf. Nach vielen Jahren empirischer Forschung bin ich überzeugt, dass es der wohlwollende Humor ist, der es für Personen mit Demenz möglich macht, als Mensch unter Menschen zu sein. Publikati­ onen wie diese, tragen dazu bei, uns mit den Ungereimtheiten im Leben zu versöhnen. Ich wünsche Ihnen beim Lesen viele erheiternde und erhellende Augenblicke.

Kompetenzzentrum Demenz BETHLEHEMACKER

Kornweg 17 | 3027 Bern Telefon 031 997 47 47 | www.bethlehemacker.domicilbern.ch

ISBN 978-3-85932-961-4 Werd & Weber Verlag AG CH-3645 Thun / Gwatt www.weberverlag.ch www.werdverlag.ch

Demenz-Anekdoten und Cartoons zum Schmunzeln


Beim Nachtessen entwickelte sich die folgen-

de Geschichte. Ich war bei Frau Beck* beim Essen. Ihr gegenüber sass Frau Sommer* und etwas abseits Herr Walter*. Da sagte Frau Sommer zu mir: «Fräulein, ich bin fertig!» «Das ist schön Frau Sommer, aber ich sehe da noch etwas auf dem Teller und besten Dank für’s Fräulein!» Frau Sommer lachte, Frau Beck ebenfalls. Ich meinte: «Ja das ist schon zum Lachen, wenn man einer alten Schachtel wie mir Fräulein sagt.» Worauf der abseits sitzende Herr Walter entgegnete: «Alte Schachtel, das haben Sie gesagt, so alt sind Sie doch gar nicht!» «Wie alt schätzen Sie mich denn, Herr Walter?» «Oh, ich denke so 30 Jahre!» «Vielen Dank, das ist ein echtes Kompliment für mich, denn ich bin 46 Jahre alt!» Nach kurzer Stille meinte Herr Walter entschuldigend: «Ich sitze von Ihnen halt auch etwas weit weg.»

Überraschend spontan erhielt ich von Herrn

Born* einen Kuss auf die Wange: «Oh, danke schön!» Darauf meinte Herr Born: «Ich würde Dir auf die andere Wange auch einen Kuss geben, aber ich weiss nicht, ob Dir das recht wäre?»

Vor dem Nachtessen erinnerte sich eines

Abends Herr Dürig* wieder einmal an seine Kindheit und meinte zu mir: «Im Prinzip bist Du ja praktisch meine einzige Schwester!»

Aus irgendeinem Grund war die Bewohne-

rin wütend auf mich und sagte zu mir: «Blödi Zwätschge!» Ich entgegnete: «Das ist aber gar nicht schön, mich so zu nennen und das noch gerade am Muttertag.» Darauf antwortete sie ganz trocken: «Auso, de sit Dir haut ä Mueter!»

Ein Bewohner schaute zum Fenster hinaus

und las am Gebäude gegenüber «COOP». Er erklärte uns, das sei die Abkürzung für: «Christliche Organisation ohne Papst!» *Namen wurden geändert 18

19


Beim Nachtessen entwickelte sich die folgen-

de Geschichte. Ich war bei Frau Beck* beim Essen. Ihr gegenüber sass Frau Sommer* und etwas abseits Herr Walter*. Da sagte Frau Sommer zu mir: «Fräulein, ich bin fertig!» «Das ist schön Frau Sommer, aber ich sehe da noch etwas auf dem Teller und besten Dank für’s Fräulein!» Frau Sommer lachte, Frau Beck ebenfalls. Ich meinte: «Ja das ist schon zum Lachen, wenn man einer alten Schachtel wie mir Fräulein sagt.» Worauf der abseits sitzende Herr Walter entgegnete: «Alte Schachtel, das haben Sie gesagt, so alt sind Sie doch gar nicht!» «Wie alt schätzen Sie mich denn, Herr Walter?» «Oh, ich denke so 30 Jahre!» «Vielen Dank, das ist ein echtes Kompliment für mich, denn ich bin 46 Jahre alt!» Nach kurzer Stille meinte Herr Walter entschuldigend: «Ich sitze von Ihnen halt auch etwas weit weg.»

Überraschend spontan erhielt ich von Herrn

Born* einen Kuss auf die Wange: «Oh, danke schön!» Darauf meinte Herr Born: «Ich würde Dir auf die andere Wange auch einen Kuss geben, aber ich weiss nicht, ob Dir das recht wäre?»

Vor dem Nachtessen erinnerte sich eines

Abends Herr Dürig* wieder einmal an seine Kindheit und meinte zu mir: «Im Prinzip bist Du ja praktisch meine einzige Schwester!»

Aus irgendeinem Grund war die Bewohne-

rin wütend auf mich und sagte zu mir: «Blödi Zwätschge!» Ich entgegnete: «Das ist aber gar nicht schön, mich so zu nennen und das noch gerade am Muttertag.» Darauf antwortete sie ganz trocken: «Auso, de sit Dir haut ä Mueter!»

Ein Bewohner schaute zum Fenster hinaus

und las am Gebäude gegenüber «COOP». Er erklärte uns, das sei die Abkürzung für: «Christliche Organisation ohne Papst!» *Namen wurden geändert 18

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Bei der Abendtoilette bat ich die Bewohnerin,

mir ihre Zahnprothesen zum Putzen zu geben. Als ich sie fragte, ob sie mir die zweite Prothese auch noch gebe, überreichte sie mir diese wortlos und sagte entschuldigend: «Mehr habe ich leider nicht!»

Heute sang ich mit den Bewohnern den alten

Schlager «Rote Lippen soll man küssen». Bei der Passage «Rote Lippen soll man küssen, Tag und Nacht», meinte ein Bewohner: «Das ist schon ein bisschen viel!» Worauf eine Bewohnerin intervenierte: «Das muss man nur gut einteilen – dann wird das Küssen nicht zu viel!»

Beim Aufstehen begrüsste ich den Bewohner

mit: «Guten Morgen der Herr!» Worauf der gut gelaunt antwortete: «Guten Morgen die Herrin!

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Bei der Abendtoilette bat ich die Bewohnerin,

mir ihre Zahnprothesen zum Putzen zu geben. Als ich sie fragte, ob sie mir die zweite Prothese auch noch gebe, überreichte sie mir diese wortlos und sagte entschuldigend: «Mehr habe ich leider nicht!»

Heute sang ich mit den Bewohnern den alten

Schlager «Rote Lippen soll man küssen». Bei der Passage «Rote Lippen soll man küssen, Tag und Nacht», meinte ein Bewohner: «Das ist schon ein bisschen viel!» Worauf eine Bewohnerin intervenierte: «Das muss man nur gut einteilen – dann wird das Küssen nicht zu viel!»

Beim Aufstehen begrüsste ich den Bewohner

mit: «Guten Morgen der Herr!» Worauf der gut gelaunt antwortete: «Guten Morgen die Herrin!

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Sollte es nun Berndeutsch oder Hochdeutsch

sein? Eine Bewohnerin bat mich beim Frühstück: «Könnte ich bisseguet noch ein Stück Brot haben?»

Als ich eine Bewohnerin aufforderte jetzt

doch bitte ihre Medikamente zu nehmen, reagierte diese unwirsch und sagte: «Dir sage ich in Zukunft nie meh Grüezi!»

Ich erhielt von einer Bewohnerin ein Kompli-

Heute wollte mich eine Bewohnerin fragen,

ob ich eine Diplomierte sei? Heraus kam: «Sind sie eine Detaillierte?»

ment, das mich besonders freute: «Dir sit en Ängu, mir chunt nüt bessers i Sinn, wo Dir no chöntet si!»

Zum Schutz vor Ansteckung durch Bakterien

Als ich einer Bewohnerin, die nicht gerne

oder Viren mussten wir Wegwerfschürzen und Masken zum Pflegen tragen. Da sagte eine Bewohnerin zu mir: «Ja was ist denn da los? Ich kenne Dich ja gar nicht mehr? Bin ich nun im Spital und du willst mich jetzt röntgen?»

duschte, behilflich war, sagte sie ganz unerfreut zu mir: «Auso hie häre chumen ig nüme, i gah jitz ines Autersheim.»

Der Ehemann einer Bewohnerin erzählte, er

Eine Bewohnerin studierte lange mein

Namensschild. Sie entzifferte dabei mühsam meinen Namen. Beim Wort «Betreuerin» liest sie dann «Betäuberin»!

28

habe im Radio von einem Zugunglück gehört. Seine Ehefrau hörte interessiert zu und sagte dann betroffen: «Da hets sicher viu Verwunderti gäh» und meinte sicher Verwundete.

29


Sollte es nun Berndeutsch oder Hochdeutsch

sein? Eine Bewohnerin bat mich beim Frühstück: «Könnte ich bisseguet noch ein Stück Brot haben?»

Als ich eine Bewohnerin aufforderte jetzt

doch bitte ihre Medikamente zu nehmen, reagierte diese unwirsch und sagte: «Dir sage ich in Zukunft nie meh Grüezi!»

Ich erhielt von einer Bewohnerin ein Kompli-

Heute wollte mich eine Bewohnerin fragen,

ob ich eine Diplomierte sei? Heraus kam: «Sind sie eine Detaillierte?»

ment, das mich besonders freute: «Dir sit en Ängu, mir chunt nüt bessers i Sinn, wo Dir no chöntet si!»

Zum Schutz vor Ansteckung durch Bakterien

Als ich einer Bewohnerin, die nicht gerne

oder Viren mussten wir Wegwerfschürzen und Masken zum Pflegen tragen. Da sagte eine Bewohnerin zu mir: «Ja was ist denn da los? Ich kenne Dich ja gar nicht mehr? Bin ich nun im Spital und du willst mich jetzt röntgen?»

duschte, behilflich war, sagte sie ganz unerfreut zu mir: «Auso hie häre chumen ig nüme, i gah jitz ines Autersheim.»

Der Ehemann einer Bewohnerin erzählte, er

Eine Bewohnerin studierte lange mein

Namensschild. Sie entzifferte dabei mühsam meinen Namen. Beim Wort «Betreuerin» liest sie dann «Betäuberin»!

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habe im Radio von einem Zugunglück gehört. Seine Ehefrau hörte interessiert zu und sagte dann betroffen: «Da hets sicher viu Verwunderti gäh» und meinte sicher Verwundete.

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Heute Nachmittag kam eine Bewohnerin zu

mir und sagte: «Geh bitte schnell zu meiner Zimmernachbarin, sie braucht Hilfe!» So ging ich zu ihrer Zimmernachbarin. Diese lag schlafend im Bett. Auf meine leise Frage, ob sie etwas wünsche, kam keine Antwort. Als ich zurückkam, fragte mich die Bewohnerin: «Was braucht sie?» Ich antwortete: «Gerade nichts, sie schläft!» Darauf die Bewohnerin: «Dann gehe ich ihr jetzt beim Träumen helfen.»

Zwei Bewohnerinnen sassen sich gegenüber

und genossen ein Birchermüesli. Da rührte eine emsig mit der Kelle in der Schüssel, worauf die andere fragte: «Hesch Du dadrzue eigentlech ke Schwingbäse?»

Am Brunch fragte ich einen Bewohner, ob

er gerne eine Portion Rösti hätte. Wie aus der Pistole geschossen kam darauf seine Antwort: «Ja, ig ha Röschti bsteut u es Stierenoug derzue mit samt em Gring!» (Stierenoug = Spiegelei)

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Heute Nachmittag kam eine Bewohnerin zu

mir und sagte: «Geh bitte schnell zu meiner Zimmernachbarin, sie braucht Hilfe!» So ging ich zu ihrer Zimmernachbarin. Diese lag schlafend im Bett. Auf meine leise Frage, ob sie etwas wünsche, kam keine Antwort. Als ich zurückkam, fragte mich die Bewohnerin: «Was braucht sie?» Ich antwortete: «Gerade nichts, sie schläft!» Darauf die Bewohnerin: «Dann gehe ich ihr jetzt beim Träumen helfen.»

Zwei Bewohnerinnen sassen sich gegenüber

und genossen ein Birchermüesli. Da rührte eine emsig mit der Kelle in der Schüssel, worauf die andere fragte: «Hesch Du dadrzue eigentlech ke Schwingbäse?»

Am Brunch fragte ich einen Bewohner, ob

er gerne eine Portion Rösti hätte. Wie aus der Pistole geschossen kam darauf seine Antwort: «Ja, ig ha Röschti bsteut u es Stierenoug derzue mit samt em Gring!» (Stierenoug = Spiegelei)

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Herr Doktor – wissen Sie, wo ich mein

Auto geparkt habe?

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Herr Doktor – wissen Sie, wo ich mein

Auto geparkt habe?

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Ein Mischbrot, zwei Mehrkornbrötchen

und eine Bretzel.– Kannst du dir das merken? Klar!

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Ein Mischbrot, zwei Mehrkornbrötchen

und eine Bretzel.– Kannst du dir das merken? Klar!

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