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Winston Churchill Witz und Weisheit (Kurzvorschau)

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«Mein Geschmack ist sehr einfach. Ich bin leicht zufrieden mit dem Besten.» Winston Churchill

ISBN 978-3-03922-140-0 Werd & Weber Verlag AG CH-3645 Thun/Gwatt www.weberverlag.ch

neutral Drucksache No. 01-12-409142 – www.myclimate.org © myclimate – The Climate Protection Partnership

WERNER VOGT

Winston Churchill hat in seinem langen Leben (1874 – 1965) viel erreicht. Als Premierminister von 1940 bis 1945 kämpfte er an der Spitze der britischen Regierung in dunkler Stunde weiter gegen Nazideutschland. Dies in einer Zeit, wo ganz Europa vor dem «Führer» erstarrte. Churchill wurde damit zum Hoffnungsträger, schliesslich zum Retter Europas und zur historischen Figur. Er war aber auch aus einem andern Grund schon zu Lebzeiten eine Legende. Sein geschliffenes Mundwerk war allseits bekannt und vor seinem Humor war niemand sicher. Hinter seinen Bonmots, die stets ins Mark trafen, aber auch hinter seinem Sarkasmus verbarg sich ein Gefühlsmensch. In diesem Band von Anekdoten und Geschichten führt der Churchill-Kenner Werner Vogt die Leserschaft durch den Dienstboteneingang zur Familie Churchill. Es zeigt die private Seite eines grossen Staatsmanns, die ebenso humorvoll und geistreich wie berührend und ehrfurchtserweckend war.

WINSTON CHURCHILL WITZ & WEISHEIT

Die witzigsten Anekdoten und Geschichten

WERNER VOGT

WINSTON CHURCHILL WITZ & WEISHEIT DER GRÖSSTE BRITISCHE STAATSMANN IN ANEKDOTEN UND GESCHICHTEN


Vorwort: Der Mut zum höchsten Risiko Winston Churchills Verdienste um die Freiheit für Grossbritannien, Europa und auch für die Schweiz sind in zahlreichen Biografien und Einzelstudien zu Spezialthemen tausendfach beschrieben, gewürdigt oder auch sehr kritisch hinterfragt worden. Weshalb sollten wir also ein Buch voller Anekdoten und Geschichten über den britischen Kriegspremier lesen? Persönlichkeiten, die Ausserordentliches leisten, Menschen, die wie Churchill Geschichte gemacht, die Welt mitgestaltet haben, sind sehr oft auch in ihrem Charakter, in ihrer Lebensart und nicht zuletzt in ihren Marotten Ausnahmeerscheinungen. Dies trifft in ganz besonderem Mass auf Winston Churchill zu. Zu sagen, er sei ein Original gewesen, ist eine grobe Untertreibung. Der britische Kriegspremier war unverwechselbar in seinem Stil, mehr als nur originell in seinen täglichen Gewohnheiten und einmalig in seinem Humor. Dieser reichte von der feinsten Ironie bis zum sarkastischen Frontalangriff, je nach dem Gegenüber oder seiner jeweiligen Laune. Ja, sicher konnte er schwierig bis unmöglich sein mit seinen Direktunterstellten bis hin zum Generals- oder Admiralsrang, sicher konnte er sein Sekretariat fordern bis zur Erschöpfung. Er forderte aber gleichzeitig auch sich selber bis zum Umfallen. Gleichzeitig war er aber von einer emotionalen Offenheit, die auf dieser Führungsstufe selten ist. Wenn die Luftwaffe ganze Londoner Strassen in Schutt gelegt hatte, war er am nächsten Morgen vor Ort, fand tröstende Worte für die Betroffenen und weinte mit ihnen. «Zahl’s ihnen heim, Winnie!», riefen sie ihm zu. Und in diesen Momenten wurde er für die britische Kriegsgeneration unsterblich. Churchill, der Warlord, liess den Blick auf seine feine Seele zu. Im Zentrum dieses Buches steht der detaillierte Blick auf Churchill, den Menschen, auf sein Umfeld, auf seine Familie, die ihn zu dem werden liess, wofür er zu Recht bis heute verehrt wird. Durch die Lektüre bekommen wir aber auch ein besseres Verständnis dafür, wie Churchill seine gewaltige Arbeitsleistung über sechs Kriegsjahre, davon fünf als

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Premierminister, physisch überhaupt bewältigen konnte. Immerhin war er 65 Jahre alt im Jahr 1939. Für mich hat Winston Churchills Leistung im Zweiten Weltkrieg auch etwas Unternehmerisches. Jede Firma, vom Handwerksbetrieb mit vier Angestellten bis zum Weltkonzern mit einer Viertelmillion Angestellten, kann in eine Situation entstehen, bei der man alles riskieren muss, um langfristig zu überleben. Churchill hat als Regierungschef des Vereinigten Königreichs alles riskiert. Gefährdet war aber auch alles, für das es sich zu kämpfen – und zu sterben lohnt: die Freiheit, die Demokratie, die Menschlichkeit und die Werte, die über Jahrhunderte aufgebaut worden waren. Churchill, dem grossen Kommunikator, gelang es, die britische Bevölkerung hinter sich zu scharen, im vollen Wissen, dass dies «Blut, Mühsal, Tränen und Schweiss» kosten würde. Aber – und auch das prophezeite er 1940 – die Verteidigung der Humanität gegen die Barbarei war Grossbritanniens «Finest Hour» – und auch seine grösste Stunde. Winston Churchill hat die Rhetorik der englischen Sprache zu einsamer Blüte gebracht. Ein Beispiel: «Niemals zuvor in der Kriegsgeschichte haben so viele so wenigen so viel zu verdanken gehabt.» – «Never before in the field of human conflict have so many owed so much to so few.» Die Reverenz an die Piloten des Fighter Command ist unerreicht in der Brillanz der Sprache. Genauso wie Churchill höchstes Pathos ausdrücken konnte, waren seine Worte aber auch Waffen im zwischenmenschlichen Austausch. Einen Minister als «Schaf im Schafspelz» zu bezeichnen, ist schon ein starkes Stück. Schallendes Gelächter war ihm in diesem Moment aber gewiss. «Das Schreiben eines Buches ist ein Abenteuer. Am Anfang ist es ein Spielzeug, ein Vergnügen; dann wird es eine Geliebte, dann ein Meister und dann ein Tyrann.» – Als vielfacher Buchautor wusste Winston Churchill sehr genau, wovon er sprach, als er diesen Satz schrieb. Und wie bei jedem Buch zuvor ging es mir bei diesem auch so. Gleichzeitig machte sich aber ein anderes Gefühl bemerkbar, das ebenfalls Winston Churchill beschrieben hat: «Ein langes und umfangreiches Buch zu schreiben ist, als hätte man einen Freund und Gefährten an seiner Seite,

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an den man sich immer wenden kann, um Trost und Unterhaltung zu finden, und dessen Gesellschaft immer attraktiver wird, je mehr sich das Interesse des Geistes auf ein neues Gebiet ausweitet.» – Zwar ist dieses Buch nicht besonders umfangreich. Einmal mehr bei Winston Churchill anzukommen, im Geist durch Downing Street Nr. 10 zu gehen, war aber in der Tat, wie «einen Freund zur Seite zu haben». Einmal mehr gilt es allen Danke zu sagen, die bei der Realisierung dieses Buchs tatkräftige Hilfe geleistet haben, allen voran der Verlegerin Annette Weber-Hadorn für ihr Interesse am Werk und Lukas Heim für die souveräne Realisierung des Projekts. Meine Anerkennung geht ebenso an Alain Diezig (Lektorat) und David Heinen (Korrektorat), die getreu dem Motto «so viel wie nötig, so wenig wie möglich» bei wachem Adlerauge den Rotstift umsichtig eingesetzt haben, sowie an Celine Lanz für die Originalität im Layout. Danken möchte ich ganz besonders Agnes Avagyan für ihre originellen Cartoons über den grossen Mann. Der grösste Dank geht indes an den Mäzen, der als Bewunderer des britischen Kriegspremiers «Winston Churchill – Witz und Weisheit» erst möglich gemacht hat: Walter Frey mit seinem grossen historischen, politischen und kulturellen Verständnis und seiner Wertschätzung für Grossbritannien und die Briten. Und nun: Tauchen Sie mit Leselust ein in die Welt von London im Jahr 1940, liebe Leserin, lieber Leser, und denken Sie beim nächsten Mal, wenn Sie sich etwas gönnen möchten, an Churchills Motto: «Mein Geschmack ist einfach; ich bin leicht mit dem Besten zufrieden.»

Werner Vogt, im Oktober 2021

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Winston und Clementine Churchill lachen bei einem Wahlkampfauftritt im Sommer 1945 herzhaft. Ihr sonores Lachen war mindestens so laut wie seines, wenn einer seiner Sprüche ins Schwarze traf.

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Wieso hat Churchill bis heute eine Bedeutung? Das Denkmal von Winston Churchill in London wurde im Juni 2020 im Rahmen der Black-Lives-Matter-Proteste verschmiert. Selbstverständlich erreichten uns aus Amerika verstörende Videoaufnahmen, die den Tod eines schwarzen Mannes durch das kriminelle und brutale Verhalten eines weissen Polizisten zeigen. Deswegen aber ein Denkmal Winston Churchills zu besudeln, ist ebenso unangebracht wie idiotisch. Wenn einer ein Denkmal verdient hat, dann Winston Churchill: Als Europa 1940 in Trümmern lag, entwickelte sich der britische Premierminister zu einem Giganten der Zeitgeschichte. Historische Figuren und deren Denkmäler werden regelmässig neu beurteilt. «Rassist» schmierte ein Demonstrant Anfang Juni 2020 auf Winston Churchills Denkmal am Londoner Parliament Square. Immerhin versuchte der aufgebrachte Mob nicht, den Kriegspremier vom Sockel zu stürzen, wie es kürzlich anderen historischen Figuren in den USA, Grossbritannien und Belgien ergangen ist. Winston Churchill galt lange vor dem grässlichen Tod des schwarzen Amerikaners George Floyd und den darauffolgenden Protesten als eine kontroverse Figur. Die Brandmarkung als Rassist hat jedoch mit kritischer Geschichtsbetrachtung wenig, mit gesundem Menschenverstand nichts, mit Lust an Randalen jedoch viel zu tun. «Never waste a good protest», könnte man mit Churchill’schem Sarkasmus anmerken, in Abänderung seines Diktums: «Lass nie eine gute Krise ungenutzt.»

Gnadenlos ehrlich Gibt es in Churchills Leben und Werk Hinweise auf eine rassistische Gesinnung? – Oberflächlich und nach heutigen Massstäben: ja. Den indischen Freiheitskämpfer Mahatma Gandhi bezeichnete er in Bezug auf sein Äusseres einmal als «nackten Fakir», was schon vor dem Zweiten Weltkrieg nicht die feine Art war. Genauso findet man in Churchills Leben aber auch gegenteilige Beweise. Als Kriegsgefangener der Buren in Südafrika sprach

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er sich gegenüber einem Wächter für politische Rechte der Schwarzen und Inder aus. Ganz generell nahm Churchill nie ein Blatt vor den Mund. Den ersten Labour-Premier, Ramsay MacDonald, bezeichnete er als «rückgratloses Wunder» und seinen Kriegskabinettskollegen und Nachfolger Clement Attlee als «Schaf im Schafspelz», als «bescheidenen Mann, mit allem Grund zur Bescheidenheit». Churchill nannte die Dinge gnadenlos beim Namen, selbst wenn das zu seinem Nachteil gereichte. Er verbrachte seine ersten 40 Jahre in einem Weltreich, in dem die Sonne nie unterging, und war aufgrund seiner Herkunft, seines Werdegangs und seines politischen Denkens ein hartgesottener Imperialist. Doch Churchill war viel mehr als das. Würden Sie als Chef eines Tabakkonzerns eine Franklin-Rooseveltoder eine Charles-de-Gaulle-Zigarette kreieren? Eine absurde Idee. Eine Winston-Churchill-Zigarren-Linie gibt es jedoch bei Davidoff, darunter sogar eine Churchill-Corona! Das V-for-Victory-Zeichen, das Churchill als Premierminister während des Zweiten Weltkriegs gerne der Öffentlichkeit präsentierte, wird auch heute – mehr als ein halbes Jahrhundert nach seinem Tod – weltweit imitiert. Vom Topbanker bis zu den Mordbuben des sogenannten Islamischen Staats recken echte und vermeintliche Sieger die beiden Finger in die Luft. Churchill ist bis heute eine Marke und ein Mythos.

Der Warlord im guten Sinne Wer den Churchill-Mythos verstehen will, muss ins Jahr 1940 zurückblicken. Das Schicksal Grossbritanniens, Europas und wohlverstanden auch der Schweiz hing damals an einem dünnen Faden. Polen, Norwegen, Dänemark, Belgien, Holland, Luxemburg und auch Frankreich, die einstige «grande nation», lagen am Boden und wurden durch die deutsche Wehrmacht in bloss zehn Monaten erobert. Zeitgleich mit dem Beginn des Westfeldzugs der Wehrmacht am 10. Mai 1940 wurde der bisherige Marineminister Winston Churchill zum Premierminister an die Spitze einer Koalitionsregierung gewählt. In der Schlacht von Dünkirchen sah Hitler wie durch ein Wunder von der Vernichtung von über 300 000 britischen Streitkräften ab, durch ein britisches Husarenstück konnte die englische Expeditionsstreitmacht gerettet werden. Deutsche Angebote im Sinne von «ihr behaltet das Empire, und uns gehört Kontinentaleuropa» wurden

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Filmabend mit Rufus

tag Abend schaute mit Vorliebe einen . Dafür hatte er einen Projektor – das en war noch nicht rt in Grossbritannien. el Rufus durfte uen. Doch bei Szenen hielt ihm der minister die Augen zu, en Hund nicht zu sieren. Filmabend mit Rufus Am Sonntagabend schaute Churchill mit Vorliebe einen Spielfilm. Dafür hatte er einen eigenen Projektor – das Fernsehen war noch nicht eingeführt in Grossbritannien. Sein Pudel Rufus durfte mitschauen. Doch bei brutalen Szenen hielt ihm der Premierminister die Augen zu, um seinen Hund nicht zu traumatisieren.

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