HANS LOZ Z A
HANS LOZ Z A
FASZINATION SCHWEIZERISCHER NATIONALPARK
FASZINATION SCHWEIZERISCHER NATIONALPARK Der Schweizerische Nationalpark ist ein einzigartiges Naturreservat im Engadin und Val Müstair, in dem die Natur seit über hundert Jahren sich selbst überlassen ist. Aus diesem aussergewöhnlichen Naturschutzexperiment hat sich ein grossartiges Wildnisgebiet entwickelt: Hier werden wir Zeugen der dynamischen Prozesse, die diese Landschaft prägen. Hans Lozza, Naturwissenschaftler und Leiter Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit beim Schweizerischen Nationalpark, lädt ein zu einer sehr persönlich geprägten Entdeckungsreise durch den ältesten Nationalpark der Alpen. Unzählige Stunden war er unterwegs, zu allen Jahreszeiten und bei unterschiedlichsten Stimmungen. Seine atemberaubenden Bilder vermitteln einen intimen Einblick in die verschiedenartigen Lebensräume mit ihrer reichen Tier- und Pflanzenwelt. In kurzen Texten erklärt er die Besonderheiten der alpinen Lebensgemeinschaften und lässt die Leserinnen und Leser an seiner Faszination teilhaben.
ISBN 978-3-03922-092-2 Werd & Weber Verlag AG CH-3645 Thun / Gwatt www.werdverlag.ch
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FASZINATION SCHWEIZERISCHER NATIONALPARK
neutral Drucksache No. 01-12-409142 – www.myclimate.org © myclimate – The Climate Protection Partnership
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IMPRESSUM Alle Angaben in diesem Buch wurden vom Autor nach bestem Wissen und Gewissen erstellt und von ihm und dem Verlag mit Sorgfalt geprüft. Inhaltliche Fehler sind dennoch nicht auszuschliessen. Daher erfolgen alle Angaben ohne Gewähr. Weder Autor noch Verlag übernehmen Verantwortung für etwaige Unstimmigkeiten. Alle Rechte vorbehalten, einschliesslich derjenigen des auszugsweisen Abdrucks und der elektronischen Wiedergabe.
Bilder und Texte: Hans Lozza, Schweizerischer Nationalpark Bild Seite 308: Anja Lozza Bild Seite 302: Archiv Schweizerischer Nationalpark Werd & Weber Verlag AG: Gestaltung und Satz: Nina Ruosch Bildbearbeitung: Adrian Aellig Korrektorat: Patrick Leuenberger Titelseite: Sonnenaufgang auf Grimmels
© 2020 Werd & Weber Verlag AG Gwattstrasse 144, 3645 Thun / Gwatt Der Verlag Werd & Weber wird vom Bundesamt für Kultur mit einem Strukturbeitrag für die Jahre 2016 – 2020 unterstützt.
ISBN 978-3-03922-092-2 www.werdverlag.ch neutral Drucksache
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VORWORT DES AUTORS
REISE INS HERZ DER WILDNIS
Vor 25 Jahren habe ich meine Tätigkeit beim Schweizerischen Nationalpark aufgenommen. Seitdem ist mir dieses Stück wilde Natur immer mehr ans Herz gewachsen. Unzählige Stunden war ich unterwegs und erlebte ganz besondere Momente. Von Anfang an war es mir wichtig, meine Beobachtungen fotografisch festzuhalten, einerseits als persönliche Erinnerungen, andererseits aber auch, um einen umfassenden Fundus für die Kommunikationsarbeit des Nationalparks zu schaffen. Ich freue mich sehr, dass ich meine Erlebnisse nun in Zusammenarbeit mit dem Werd Verlag auch einem breiteren Publikum zugänglich machen kann. Dieses Buch nimmt Sie mit auf eine Reise durch den ältesten Nationalpark der Alpen. «Echt wild» war dabei mein Leitgedanke: Ich möchte zeigen, wie sich die Natur ohne das Zutun des Menschen entwickelt. Die aussergewöhnliche Vision der Gründer des Schweizerischen Nationalparks erfüllt mich mit grosser Achtung. Vor über hundert Jahren haben sie sich dafür eingesetzt, ein Stück Natur «für alle Zeiten» sich selbst zu überlassen und die entstehenden Entwicklungen zu dokumentieren. Entstanden ist ein einzigartiges Naturreservat und ein wunderbarer Ort des Erlebens und des Entdeckens. Lassen Sie sich inspirieren! Hans Lozza, Autor
Ein besonderer Moment, der Hirschstier hat mich noch nicht gewittert. Ich sehe nur das schaukelnde Geweih. Kurz darauf erhebt er sein Haupt und schaut mich mit grossen Augen an .
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PLED SÜN VIA DA L‘AUTUR
S-CHAZIS PER SCUVRIR
Il Parc Naziunal Svizzer es üna cuntrada müravgliusa: La natüra as sviluppa sainza influenzas umanas e cul ir dal temp dvainta ella adüna plü preziusa. Eu sun fascinà da la visiun cha’ls fundaturs dal PNS vaivan al principi dal 20avel tschientiner e cun che schlantsch ch’els han realisà lur idea infra pacs ons. Quella jada d‘eira l‘idea da protecziun da la natüra amo plü o main inexistenta. La natüra es il s-chazi da nossa regiun, saja quai per la qualità da vita da nus tuots, ma eir per la spüerta turistica. Fich bleras persunas vegnan minch’on per giodair las cuntradas dal Parc Naziunal e per observar la vasta flora e fauna. Nus pudain esser superbis d’avair mantgnü ün simil reservat extraordinari dürant uschè blers ons. I’ls ultims 25 ons n’haja visità nos Parc Naziunal blerischmas jadas e n’ha gnü da tuotta sorts aventüras. La creatività da la natüra es infinita. Cun mias fotografias dals ultims 15 ons n‘haja miss insembel ün gir tras las diversas regiuns dal Parc, in tuot las stagiuns, cun diversas episodas ch‘eu n’ha pudü passantar. Eu as giavüsch bels mumaints illa natüra! Hans Lozza, autur
Per furtüna es gratiada la reintroducziun dal capricorn avant passa 100 ons. Ils 20 gün 1920 han ils prüms capricorns chattà üna nouva patria aint il Parc Naziunal Svizzer.
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VORWORT VON HEIDI HANSELMANN
NATUR KLINGT: MAL LAUT, MAL LEISE, NATUR STRAHLT: MAL EINFARBIG, MAL FARBENPRÄCHTIG, NATUR BEWEGT: MAL UNMERKLICH, MAL AUGENFÄLLIG.
Natur pur ist unser Schweizerischer Nationalpark, er klingt, strahlt und bewegt Körper, Herz und Seele … All das hat Hans Lozza in diesem Bildband eindrucksvoll und aus ganz persönlicher Sicht festgehalten: schillernde Augenblicke, faszinierende Momente und einmalige Stimmungen im Schweizerischen Nationalpark. Dabei nimmt der Fotograf immer wieder unerwartete Perspektiven ein, die Spannung erzeugen. Die Bilder und Texte haben eine besondere Strahlkraft und lösen ein Klingen im Geist aus. Sie berühren das Herz. Hans Lozza ermöglicht uns mit seinem Werk nicht nur grossartige Einblicke in ein einzigartiges Naturreservat, sondern lässt uns als Beobachtende auch da und dort Geheimnisse der Natur entdecken. Die Fotos und Erläuterungen machen die Begeisterung des Fotografen und Autors für die besonderen Momente draussen in der Natur spürbar und lassen auch seine ausgeprägte Wertschätzung für das aussergewöhnliche Wildnisgebiet erkennen. Er dokumentiert in diesem Buch auf authentische Weise seine persönlichen Erlebnisse. Es ist ein Glücksfall für uns alle, dass wir im Nationalparkteam einen Kommunikationsverantwortlichen haben, der die Kamera als stetige Begleiterin während eines
Vierteljahrhunderts bei sich getragen hat. An dieser Stelle möchte ich Hans Lozza im Namen der Eidgenössischen Nationalparkkommission herzlich für seinen ausserordentlichen Einsatz zugunsten der Wildnis pur danken und ihm zu diesem exzellenten und inspirierenden Werk gratulieren. Im Nationalpark führen die natürlichen Prozesse Regie. Dank diesem Bildband können wir alle Zeugen der dynamischen Entwicklung sein, die beinahe uneingeschränkt wirken kann. Die Pioniere, denen es im Jahr 1914 gelungen ist, den Schweizerischen Nationalpark zu gründen, haben eine wahre Schatztruhe für Fauna, Flora und uns Menschen geschaffen. Der Bildband weckt Neugierde und ist eine wunderbare Einladung, die faszinierende Welt des grössten Schweizer Naturreservats selbst zu entdecken. Tauchen Sie ein ins Herz der Wildnis. Heidi Hanselmann Präsidentin der Eidgenössischen Nationalparkkommission, ehemalige Regierungsrätin
Herbstliche Val Trupchun
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10 Frühlings-Krokus
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OBEN WEISS, UNTEN GRÜN Es ist eine zweigeteilte Welt: Während in der Höhe noch die Lawinen ins Tal donnern, sind im Tal unten bereits die ersten Murmeltiere aus dem Winterschlaf erwacht. Doch wer dachte, dass sie sich nach sieben Monaten ohne Futter zuerst einmal ordentlich den Bauch vollschlagen würden, täuscht sich. Erste Priorität hat die Fortpflanzung. Die Paarungszeit beginnt unmittelbar nach dem Aufwachen und fordert von den bereits geschwächten Tieren zusätzlichen Energieaufwand. Survival of the fittest, um Charles Darwin zu zitieren.
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Spätherbst: Im Reich der Ocker-Töne
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EIN HAUCH VON FRÜHLING MACHT SICH BREIT «Soll ich wegrennen?» Die Neugier ist dieser Rehgeiss ins Gesicht geschrieben. Sie mustert mich die längste Zeit, scheint sich aber kaum Sorgen zu machen. Am Hals ist gut zu erkennen, wie sie sich des Winterfells entledigt. Der Fellwechsel bedeutet für die Tiere einen erheblichen Energieaufwand. Geschwächte Tiere tun sich schwer damit – im Extremfall dauert es bis in den Sommer hinein, bis das neue Haarkleid bereit ist. Erfahrene Wildtierbeobachter können aufgrund der Fellqualität einiges über die körperliche Verfassung eines Tieres aussagen. Kaum schmilzt der Schnee, spriessen schon die ersten Pflanzen. Einer der ersten Frühlingsboten ist der Huflattich. Zuerst erscheinen seine gelben Blüten, erst Wochen später treiben die Blätter aus.
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ES KREUCHT UND FLEUCHT
Reptilien wie die giftige Kreuzotter sind wechselwarm, ihre Körpertemperatur passt sich der Umgebungstemperatur an. Bereits Ende April wärmt diese Kreuzotter ihren Körper an der Sonne auf. Um ihre Sonnenplätze zu erreichen, müssen sie nicht selten kurze Strecken über den Schnee gleiten. Ihre Bewegungen sind noch träge.
Der Jahreskreislauf beginnt mit der Paarungszeit. Das Bild zeigt das graue Männchen und das braune Weibchen in enger Umschlingung. Die Männchen liefern sich heftige Auseinandersetzungen, sogenannte Kommentkämpfe. Die Weibchen nutzen die Sonnenwärme, um die Entwicklung der Jungtiere zu unterstützen.
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Auch Grasfrösche lassen sich von kalten Temperaturen nicht beeindrucken. Männchen und Weibchen ziehen im April aus allen Richtungen zu den bekannten Weihern und treffen sich dort zur Paarung. Die Weibchen legen ihre Laichballen im eiskalten Wasser ab. Danach ziehen sie von dannen und überlassen den Nachwuchs sich selbst.
Beim Laichverhalten der Grasfrösche wird uns die Üppigkeit der Natur bewusst: Aus den Millionen von Kaulquappen entwickeln sich vielleicht ein paar hundert Grasfrösche, die im nächsten Jahr am gleichen Ort laichen werden und die Generationenfolge sichern. Die übrigen Jungtiere werden von anderen Tieren gefressen oder vertrocknen.
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KAUM GEBOREN UND SCHON ZÜGIG UNTERWEGS Die Hirschkälber kommen zwischen Mitte Mai und Anfang Juni zur Welt und versuchen zuerst mal zittrig und mühsam auf ihre staksigen Beine zu kommen. Wie es sich für Fluchttiere gehört, können die Jungtiere ihren Müttern bereits nach wenigen Stunden folgen. Sie sammeln sich gerne in Gruppen und entdecken spielend die Welt.
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WER HUSCHT DENN DA VORBEI? Ich sitze unter einem Baum und sehe den Fuchs vorbeihuschen. Hat er mich gesehen? Nein, denn er bleibt plötzlich stehen und widmet sich dem Bein eines Gamskadavers, welches er mit seiner feinen Nase gewittert hat. Spielerisch legt er sich auf den Boden, wälzt sich und nagt am Knochen. Genuss pur. So wenig braucht es, damit ein Fuchs glücklich sein kann – und der Beobachter ebenso.
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HERAUSFORDERNDE BRUTZEIT
Im Mai und Juni beginnen viele Vogelarten mit der Brut. Es ist für sie eine anspruchsvolle Aufgabe, den nimmersatten Nachwuchs ausreichend mit Nahrung zu versorgen und vor Feinden zu schützen. Turmfalken bauen keine Nester, sondern nutzen Spalten und Nischen in Felswänden.
Der heimliche Dreizehenspecht lebt vor allem in alpinen Nadelwäldern. Dieses an der gelben Haube erkennbare Männchen ist damit beschäftigt, Insekten aus der Borke zu picken, um seinen Nachwuchs zu füttern. Dreizehenspechte sind manchmal beinahe zutraulich und lassen sich bei der Nahrungssuche kaum stören.
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Dieser Kleiber ist daran, den Eingang einer alten Buntspecht-Höhle zu verkleinern, damit Feinde nicht zu seiner Brut gelangen können. Zu diesem Zweck bringt er lehmiges Material im Eingangsbereich an. Am Schnabel des Kleibers ist das klebrige Material gut zu erkennen. Es dürfte wohl eine ziemliche Fleissübung sein, bis das Werk vollbracht ist …
Nicht selten fallen junge Habichte unfreiwillig aus dem Nest, so wie dieser hier. Nun versteckt er sich am Boden und bettelt, damit er von seinen Eltern gefüttert wird. Das Verlassen des Nests ist immer eine kritische Phase, bei der die Jungvögel einer Vielzahl von Gefahren ausgesetzt sind.
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WEHRHAFTE ERDENBÜRGER Was spritzt denn da durch die Luft? Kein Zweifel, Ameisensäure. Die kleinen Krabbler wehren sich gegen ungebetene Besucher und zeigen unmissverständlich, dass die Grenze überschritten ist. Sie haben viel zu verteidigen, denn Ende Juni ist die Zeit des Hochzeitsfluges. Bei den Waldameisen gibt es Arbeiterinnen und Geschlechtstiere. Letztere haben einzig die Aufgabe, für den Nachwuchs zu sorgen. Männchen (im Bild) wie Weibchen sind für den Hochzeitsflug mit Flügeln ausgestattet. Nach der Paarung sterben die Männchen, sie haben ihre Aufgabe erfüllt. Die Weibchen streifen die Flügel ab und versuchen, als Königinnen einen bestehenden Ameisenhaufen zu übernehmen oder eine neue Kolonie zu gründen. Beides keine einfachen Unterfangen.
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WEISS UND GELB – DOCH GANZ INDIVIDUELL
Vier weisse Blüten, vier verschiedene Arten und sogar vier unterschiedliche Familien. Bei genauem Hinsehen offenbaren sich die Unterschiede: Sei es bei den Blütenblättern oder bei der Ausbildung von Griffel und Staubblättern. Eines ist letzteren gemeinsam: Die knallig-gelbe Farbe, die Insekten zum Pollensammeln animiert. Im Bild ein Frühlings-Krokus.
Die Frühlings-Anemone trägt am Stiel und an der Aussenseite der Blätter einen dichten Pelz, der die Pflanze vor Kälte und Verdunstung schützt. Im Nationalpark blühen die ersten Exemplare bereits im April, in hohen Lagen erst im Juli. Wie viele andere Hahnenfussgewächse schützt sich auch die Frühlings-Anemone mit Giftstoffen vor Fressfeinden.
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Die verholzte Silberwurz stabilisiert viele Berghänge im Nationalpark und wird bis zu 100 Jahre alt. Der lateinische Name Dryas octopetala bezieht sich auf die acht Blütenblätter (octo). Die Silberwurz gehört zu den Rosengewächsen.
Dieses Alpen-Fettblatt zeigt seinen geheimnisvollen Drachenschlund. Die nach hinten gerichteten Haare zwingen die bestäubenden Insekten nach oben, damit sie mit ihren Rücken die Narbe der Blüte berühren. Am klebrigen Sekret auf den Blättern bleiben kleine Insekten hängen und werden von der fleischfressenden Pflanze als Stickstoffquelle genutzt.
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DAS WINTERFELL MUSS WEG Im Mai und Juni machen die Steinböcke und Gämsen einen leicht verwahrlosten Eindruck. Die Winterwolle hängt herunter und die Tiere suchen Felsen und Bäume, um die lästigen Reste loszuwerden. Die Kratzstellen von Steinböcken lassen sich entlang des Wanderwegs mit unterschiedlichen Sinnen entdecken: Oft sind Wollreste erkennbar, zudem «böckelt» es markant. Die Unterwolle hält die Tiere im Winter warm, doch im Sommer würde sie zu Überhitzung führen. Jetzt ist es an der Zeit, den warmen Filz loszuwerden. Diese Gamsgeiss blickt auf ein langes Leben zurück und trägt aussergewöhnlich lange Hörner. Gamsgeissen können bis zu 20 Jahre alt werden, wobei sie in den letzten Lebensjahren keinen Nachwuchs mehr bekommen.
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