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Bergsport Sommer (Kurzvorschau)

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Bergsport Sommer Der Schweizer Alpen-Club SAC ist die führende Organisation im Bergsport. Sein fachlich breit abgestütztes Ausbildungsbuch Bergsport Sommer vermittelt die wichtigsten Techniken für die Planung und die Fortbewegung im alpinen Gelände. Dazu gehört auch das Grundwissen zu Umwelt, Orientierung, Ausrüstung, Gefahrenmanagement sowie zur Rettung. Tipps und Tricks für die korrekte Seilhandhabung, praxisbezogene Sicherungstechniken sowie didaktische Hinweise für die Ausbildung machen Bergsport Sommer zum Standardwerk für den sicheren Bergsport – von der Kletterhalle bis zur Nordwand. Das SAC-Standardwerk beschreibt und illustriert die beliebtesten Sommer-Bergsportarten Wandern, Gletscher- und Klettertouren, das Klettersteiggehen, Bouldern sowie das Hallenklettern.

In Zusammenarbeit mit: Mit Unterstützung von:

ISBN 978-3-85902-462-5 Weber Verlag AG CH-3645 Thun / Gwatt www.weberverlag.ch

Bergsport Sommer Technik / Taktik / Sicherheit

Ausbildung

K. Winkler / H.-P. Brehm / J. Haltmeier

Ausbildung

Bergsport Sommer Technik / Taktik / Sicherheit


Bergsport Sommer


K. Winkler / H.-P. Brehm / J. Haltmeier

Bergsport Sommer Technik / Taktik / Sicherheit

Ausbildung 6. Auflage Projektleiter SAC: Bruno Hasler In Zusammenarbeit mit

SAC Verlag


K. Winkler / H.-P. Brehm / J. Haltmeier

Bergsport Sommer Technik / Taktik / Sicherheit

Ausbildung 6. Auflage Projektleiter SAC: Bruno Hasler In Zusammenarbeit mit

SAC Verlag


Haftungsausschluss Bergsteigen ist gefährlich und kann zu Körperverletzungen oder Tod führen. Die Angaben in diesem Lehrbuch unterliegen einem starken Wandel der Zeit. Dieses Lehrbuch soll die Risiken im Alpinismus möglichst umfassend aufzeigen, kann jedoch nicht davor schützen. Es entbindet daher in keiner Weise von der Selbstverantwortung jedes Be­nützers, wozu unter anderem das Erlernen der notwendigen Techniken unter fachkundiger Aufsicht sowie die Einhaltung aller Angaben der Bergsportartikelhersteller gehören. Die Autoren übernehmen keinerlei Gewähr für die Aktualität, Korrektheit, Vollständigkeit oder Qualität der bereitgestellten In­formationen. Haftungsansprüche gegen die Autoren, welche sich auf Schäden materieller oder ideeller Art beziehen, die durch die Nutzung oder Nichtnutzung der im Lehrbuch enthaltenen Informationen bzw. durch die Nutzung fehlerhafter und unvollständiger Informationen verursacht wurden, sind grundsätzlich ausgeschlossen, sofern seitens der Autoren kein nachweislich vorsätzliches oder grob fahrlässiges Ver­schulden vorliegt. Die Autoren behalten es sich ausdrücklich vor, Teile des Lehrbuches ohne gesonderte Ankündigung zu verändern, zu ergänzen oder zu löschen. Sofern in diesem Lehrbuch auf fremde Werke, Internetseiten («Links») oder Apps verwiesen wird, übernehmen die Autoren keine Ver­antwor­tung für deren Inhalte.

Impressum Alle Angaben in diesem Buch wurden von den Autoren nach bestem Wissen und Gewissen erstellt und von ihnen und dem Verlag mit Sorgfalt geprüft. Inhaltliche Fehler sind dennoch nicht auszuschliessen. Daher erfolgen alle Angaben ohne Gewähr. Weder Autoren noch Verlag übernehmen Verantwortung für etwaige Unstimmigkeiten. Alle Rechte vorbehalten, einschliesslich derjenigen des auszugsweisen Abdrucks und der elektronischen Wiedergabe. © 2022 Weber Verlag AG, CH-3645 Thun/Gwatt 6., komplett überarbeitete Auflage 2022 Weber Verlag AG Gestaltung Cover: Bettina Ogi, Shana Hirschi Satz: Cornelia Kälin (Weber Verlag AG) und Jordi AG Kartenausschnitte: Bundesamt für Landestopografie swisstopo Illustrationen: villard.biz, Münchenbuchsee Foto Umschlag: Eveline JeanRichard Korrektorat: Jordi AG Der Weber Verlag wird vom Bundesamt für Kultur mit e­ inem Strukturbeitrag für die Jahre 2021–2024 unterstützt. ISBN 978-3-85902-462-5 www.weberverlag.ch

neutral Drucksache No. 01-12-409142 – www.myclimate.org © myclimate – The Climate Protection Partnership


Haftungsausschluss Bergsteigen ist gefährlich und kann zu Körperverletzungen oder Tod führen. Die Angaben in diesem Lehrbuch unterliegen einem starken Wandel der Zeit. Dieses Lehrbuch soll die Risiken im Alpinismus möglichst umfassend aufzeigen, kann jedoch nicht davor schützen. Es entbindet daher in keiner Weise von der Selbstverantwortung jedes Be­nützers, wozu unter anderem das Erlernen der notwendigen Techniken unter fachkundiger Aufsicht sowie die Einhaltung aller Angaben der Bergsportartikelhersteller gehören. Die Autoren übernehmen keinerlei Gewähr für die Aktualität, Korrektheit, Vollständigkeit oder Qualität der bereitgestellten In­formationen. Haftungsansprüche gegen die Autoren, welche sich auf Schäden materieller oder ideeller Art beziehen, die durch die Nutzung oder Nichtnutzung der im Lehrbuch enthaltenen Informationen bzw. durch die Nutzung fehlerhafter und unvollständiger Informationen verursacht wurden, sind grundsätzlich ausgeschlossen, sofern seitens der Autoren kein nachweislich vorsätzliches oder grob fahrlässiges Ver­schulden vorliegt. Die Autoren behalten es sich ausdrücklich vor, Teile des Lehrbuches ohne gesonderte Ankündigung zu verändern, zu ergänzen oder zu löschen. Sofern in diesem Lehrbuch auf fremde Werke, Internetseiten («Links») oder Apps verwiesen wird, übernehmen die Autoren keine Ver­antwor­tung für deren Inhalte.

Impressum Alle Angaben in diesem Buch wurden von den Autoren nach bestem Wissen und Gewissen erstellt und von ihnen und dem Verlag mit Sorgfalt geprüft. Inhaltliche Fehler sind dennoch nicht auszuschliessen. Daher erfolgen alle Angaben ohne Gewähr. Weder Autoren noch Verlag übernehmen Verantwortung für etwaige Unstimmigkeiten. Alle Rechte vorbehalten, einschliesslich derjenigen des auszugsweisen Abdrucks und der elektronischen Wiedergabe. © 2022 Weber Verlag AG, CH-3645 Thun/Gwatt 6., komplett überarbeitete Auflage 2022 Weber Verlag AG Gestaltung Cover: Bettina Ogi, Shana Hirschi Satz: Cornelia Kälin (Weber Verlag AG) und Jordi AG Kartenausschnitte: Bundesamt für Landestopografie swisstopo Illustrationen: villard.biz, Münchenbuchsee Foto Umschlag: Eveline JeanRichard Korrektorat: Jordi AG Der Weber Verlag wird vom Bundesamt für Kultur mit e­ inem Strukturbeitrag für die Jahre 2021–2024 unterstützt. ISBN 978-3-85902-462-5 www.weberverlag.ch

neutral Drucksache No. 01-12-409142 – www.myclimate.org © myclimate – The Climate Protection Partnership


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Inhaltsverzeichnis Vorwort 8 Einführung 10 Grundwissen 13 Natur und Umwelt 14 Wetter 30 Orientierung 41 Gefahren im Gebirge 54 Ausrüstung 67 Bekleidung     68 Tourenausrüstung 71 Notfallausrüstung 81 Planen & Entscheiden Tourenplanung Entscheidungsfindung

83 84 98

Gruppenbergsteigen Führen Gruppen im Gebirge Bergsteigen mit Kindern

109 110 112 116

Berg- und Alpinwandern

119

Klettersteig

127

Bouldern

135

Besser klettern Verschiedene Aspekte des Kletterns Klettertechnik

139 140 147

Seil, Knoten und Sicherungsgeräte Das Seil Knoten Anseilen Sicherungsgeräte

165 166 174 180 187

Klettern Kletterhalle Klettergarten Verankerungen im Fels Mehrseillängen-Routen Abseilen

193 194 208 222 228 242

Hochtouren Technik in Schnee und Eis Verankerungen in Schnee und Eis Gletschertouren Sicherung auf Hochtouren Taktik auf Hochtouren

253 254 261 266 269 284

Rettung Erste Hilfe Biwak Evakuieren Kameradenrettung im Fels Spaltenrettung Organisierte Rettung

291 292 301 302 303 312 323

Anhang 325 Literatur 326 Bildnachweis 329 Checklisten 330 Links, Apps und Telefonnummern 332 Stichworte 335 Autoren 338


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Inhaltsverzeichnis Vorwort 8 Einführung 10 Grundwissen 13 Natur und Umwelt 14 Wetter 30 Orientierung 41 Gefahren im Gebirge 54 Ausrüstung 67 Bekleidung     68 Tourenausrüstung 71 Notfallausrüstung 81 Planen & Entscheiden Tourenplanung Entscheidungsfindung

83 84 98

Gruppenbergsteigen Führen Gruppen im Gebirge Bergsteigen mit Kindern

109 110 112 116

Berg- und Alpinwandern

119

Klettersteig

127

Bouldern

135

Besser klettern Verschiedene Aspekte des Kletterns Klettertechnik

139 140 147

Seil, Knoten und Sicherungsgeräte Das Seil Knoten Anseilen Sicherungsgeräte

165 166 174 180 187

Klettern Kletterhalle Klettergarten Verankerungen im Fels Mehrseillängen-Routen Abseilen

193 194 208 222 228 242

Hochtouren Technik in Schnee und Eis Verankerungen in Schnee und Eis Gletschertouren Sicherung auf Hochtouren Taktik auf Hochtouren

253 254 261 266 269 284

Rettung Erste Hilfe Biwak Evakuieren Kameradenrettung im Fels Spaltenrettung Organisierte Rettung

291 292 301 302 303 312 323

Anhang 325 Literatur 326 Bildnachweis 329 Checklisten 330 Links, Apps und Telefonnummern 332 Stichworte 335 Autoren 338


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Vorwort Wann hast du das letzte Mal auf dem Sofa gesessen und in einem Lehrbuch geblättert? Wir laden dich ein zum ersten Schritt eines verantwortungsvollen Bergsports. Geübt, angewendet und vertieft wird anschliessend draussen – in fachkundiger Begleitung. Ein, zwei Jahre später: Wer erinnert sich noch an all das, was er gelernt hat? Der Griff zum Buch, oft zielführender als ein Online-Tutorial. Bist du schon länger unterwegs und erzählst auf dem Sofa lieber deine Berg­ erlebnisse? Dann hast du die nötige Erfahrung. Aber sind Wissen und Techniken noch up to date? Die gute Mischung von neusten Methoden und Erfahrung bringt auch alte Hasen am Berg einen Schritt weiter – und sicherer zurück.

• Den Mitgliedern des Kernteams, allen beteiligten Verbänden und den Experten, die uns schon seit der Erstausgabe immer wieder tatkräftig unterstützt haben. • Ein ganz besonderer Dank gebührt Bruno Hasler vom SAC. Namentlich nennen möchten wir zudem: Florian Strauss, Hans Martin Henny (Armee), Monique Walter (bfu), Thom Zwahlen (Naturfreunde), Martin Künzle (SAC, Natur und Umwelt), Urs Hefti (Erste Hilfe) sowie Luzian Scharfenberger und Andrea Peter (IGKA, Kletterhalle). • Dem SAC-Verlag für die gute Zusammenarbeit und die notwendigen Mittel.

Theorie und Praxis – Buch und Bergsteigen – ergänzen sich. «Bergsport Winter» und «Bergsport Sommer» werden beide von Zehntausenden von Bergsteigerinnen und Bergsteigern gelesen. Als Standardwerke werden sie u.a. bei SAC-Kursen, von Bergführerinnen und Bergführer, Jugend + Sport, Armee und der Alpinen Rettung Schweiz genutzt. Das freut uns sehr, lastet aber auch auf unseren Schultern. Der Erfolg weckt den Anspruch, die Lehrbücher inhaltlich und qualitativ auf dem aktuellsten Stand zu halten.

Ist «Bergsport Sommer» noch zeitgemäss? Inhaltlich auf jeden Fall, denn wir haben auch die 6. Auflage komplett überarbeitet, von der ersten bis zur letzten Seite. Aber wie steht es mit der Form? Lohnt sich ein Lehrbuch in Zeiten von Wikipedia und YouTube noch? Wir finden ja, solange das Buch handlich und übersichtlich bleibt. Deshalb haben wir nicht nur neustes Wissen aufgenommen, sondern auch altes entfernt.

Hohe Verkaufszahlen und durchwegs positive Rückmeldungen von Einsteigern bis zu Profibergführern aus dem ganzen Alpenraum was macht «Bergsport Sommer» so erfolgreich? Vermutlich der Mut zum Weglassen. Wir beschränken uns auf wenige, standardisierte Vorgehensweisen mit einem breiten Anwendungsbereich, die zudem fehlertolerant, von Anfängern leicht zu erlernen und bis hin zu schwierigsten Touren geeignet sind. Damit wird Bergsteigen einfacher und in den meisten Fällen auch sicherer als mit ständigem Improvisieren. Lehrmeinungen entstehen im Dialog von Experten. Wir bedanken uns bei allen, die mitgewirkt haben, insbesondere:

Im Namen aller Beteiligten wünscht dir das Autorenteam schöne und unfallfreie Touren. Im Frühling 2022

Kurt Winkler, Autor Hans-Peter Brehm, Co-Autor Jürg Haltmeier, Co-Autor


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Vorwort Wann hast du das letzte Mal auf dem Sofa gesessen und in einem Lehrbuch geblättert? Wir laden dich ein zum ersten Schritt eines verantwortungsvollen Bergsports. Geübt, angewendet und vertieft wird anschliessend draussen – in fachkundiger Begleitung. Ein, zwei Jahre später: Wer erinnert sich noch an all das, was er gelernt hat? Der Griff zum Buch, oft zielführender als ein Online-Tutorial. Bist du schon länger unterwegs und erzählst auf dem Sofa lieber deine Berg­ erlebnisse? Dann hast du die nötige Erfahrung. Aber sind Wissen und Techniken noch up to date? Die gute Mischung von neusten Methoden und Erfahrung bringt auch alte Hasen am Berg einen Schritt weiter – und sicherer zurück.

• Den Mitgliedern des Kernteams, allen beteiligten Verbänden und den Experten, die uns schon seit der Erstausgabe immer wieder tatkräftig unterstützt haben. • Ein ganz besonderer Dank gebührt Bruno Hasler vom SAC. Namentlich nennen möchten wir zudem: Florian Strauss, Hans Martin Henny (Armee), Monique Walter (bfu), Thom Zwahlen (Naturfreunde), Martin Künzle (SAC, Natur und Umwelt), Urs Hefti (Erste Hilfe) sowie Luzian Scharfenberger und Andrea Peter (IGKA, Kletterhalle). • Dem SAC-Verlag für die gute Zusammenarbeit und die notwendigen Mittel.

Theorie und Praxis – Buch und Bergsteigen – ergänzen sich. «Bergsport Winter» und «Bergsport Sommer» werden beide von Zehntausenden von Bergsteigerinnen und Bergsteigern gelesen. Als Standardwerke werden sie u.a. bei SAC-Kursen, von Bergführerinnen und Bergführer, Jugend + Sport, Armee und der Alpinen Rettung Schweiz genutzt. Das freut uns sehr, lastet aber auch auf unseren Schultern. Der Erfolg weckt den Anspruch, die Lehrbücher inhaltlich und qualitativ auf dem aktuellsten Stand zu halten.

Ist «Bergsport Sommer» noch zeitgemäss? Inhaltlich auf jeden Fall, denn wir haben auch die 6. Auflage komplett überarbeitet, von der ersten bis zur letzten Seite. Aber wie steht es mit der Form? Lohnt sich ein Lehrbuch in Zeiten von Wikipedia und YouTube noch? Wir finden ja, solange das Buch handlich und übersichtlich bleibt. Deshalb haben wir nicht nur neustes Wissen aufgenommen, sondern auch altes entfernt.

Hohe Verkaufszahlen und durchwegs positive Rückmeldungen von Einsteigern bis zu Profibergführern aus dem ganzen Alpenraum was macht «Bergsport Sommer» so erfolgreich? Vermutlich der Mut zum Weglassen. Wir beschränken uns auf wenige, standardisierte Vorgehensweisen mit einem breiten Anwendungsbereich, die zudem fehlertolerant, von Anfängern leicht zu erlernen und bis hin zu schwierigsten Touren geeignet sind. Damit wird Bergsteigen einfacher und in den meisten Fällen auch sicherer als mit ständigem Improvisieren. Lehrmeinungen entstehen im Dialog von Experten. Wir bedanken uns bei allen, die mitgewirkt haben, insbesondere:

Im Namen aller Beteiligten wünscht dir das Autorenteam schöne und unfallfreie Touren. Im Frühling 2022

Kurt Winkler, Autor Hans-Peter Brehm, Co-Autor Jürg Haltmeier, Co-Autor


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11

Einführung Die Lehrbücher «Bergsport Sommer» und «Bergsport Winter» sind einzeln lesbar und sollen ein möglichst sicheres und effizientes Bergsteigen vermitteln. Zusammen ergeben sie eine umfassende Lehrschrift über alle Bereiche des Bergsteigens. Sie richten sich an Anfänger, Fortgeschrittene, Tourenleiterinnen und Bergführer.

Klassierungen i

Hinweis auf zusätzliche Informationsquelle. Die kleinen Tipps und Tricks, die nicht unbedingt notwendig sind, aber gerade deshalb den Profi vom Amateur unterscheiden. Wichtige Zusatzinformation, unbedingt beachten. Gefahr! Bei Missachtung besteht akute Lebensgefahr.

Zusatzinformation für Fortgeschrittene und Tourenleiter. Didaktischer Hinweis. Im Gebirge setzen wir uns unweigerlich einem gewissen Risiko aus. Dieses Lehrbuch hilft, dieses auf ein vertretbares Mass zu reduzieren. Ein Lehrbuch allein genügt jedoch nicht, denn Bergsteigen erfordert neben Wissen und Technik auch Übung und Erfahrung. Eine fundierte Ausbildung unter fachkundiger Aufsicht ist unerlässlich.

Wir haben versucht, nur Varianten zu beschreiben, die fehlertolerant, universell einsetzbar, möglichst einfach anzuwenden und sicher sind. Dabei haben wir die Variantenvielfalt bewusst reduziert, damit sich Anfänger, Gelegenheitsbergsteiger und Ausbilder auf das Notwendige beschränken können. Nicht alle anderen Varianten sind falsch oder gefährlich – wir muss­ ten uns oft zwischen gleichwertigen Möglichkeiten entscheiden. Es gehört zur Freiheit und Eigenverantwortung jedes Bergsteigers, auch andere Techniken anzuwenden, wenn er von deren Richtigkeit überzeugt ist. Mit «Bergsport Sommer» und «Bergsport Winter» wird erstmals die Bildung einer gesamtschweizerischen Lehrmeinung angestrebt. Herausgeber ist der Schweizer Alpen-Club SAC, mit seinen 170 000 Mitgliedern der führende Bergsportverein der Schweiz. Die Bücher werden von allen namhaften Bergsportverbänden und -institutionen unterstützt: • Jugend und Sport (J+S) • Schweizer Bergführerverband (SBV) • Schweizer Armee • IG Kletteranlagen • Naturfreunde Schweiz (NFS) • Alpine Rettung Schweiz (ARS) • WSL-Institiut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) • Swiss Ski


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Einführung Die Lehrbücher «Bergsport Sommer» und «Bergsport Winter» sind einzeln lesbar und sollen ein möglichst sicheres und effizientes Bergsteigen vermitteln. Zusammen ergeben sie eine umfassende Lehrschrift über alle Bereiche des Bergsteigens. Sie richten sich an Anfänger, Fortgeschrittene, Tourenleiterinnen und Bergführer.

Klassierungen i

Hinweis auf zusätzliche Informationsquelle. Die kleinen Tipps und Tricks, die nicht unbedingt notwendig sind, aber gerade deshalb den Profi vom Amateur unterscheiden. Wichtige Zusatzinformation, unbedingt beachten. Gefahr! Bei Missachtung besteht akute Lebensgefahr.

Zusatzinformation für Fortgeschrittene und Tourenleiter. Didaktischer Hinweis. Im Gebirge setzen wir uns unweigerlich einem gewissen Risiko aus. Dieses Lehrbuch hilft, dieses auf ein vertretbares Mass zu reduzieren. Ein Lehrbuch allein genügt jedoch nicht, denn Bergsteigen erfordert neben Wissen und Technik auch Übung und Erfahrung. Eine fundierte Ausbildung unter fachkundiger Aufsicht ist unerlässlich.

Wir haben versucht, nur Varianten zu beschreiben, die fehlertolerant, universell einsetzbar, möglichst einfach anzuwenden und sicher sind. Dabei haben wir die Variantenvielfalt bewusst reduziert, damit sich Anfänger, Gelegenheitsbergsteiger und Ausbilder auf das Notwendige beschränken können. Nicht alle anderen Varianten sind falsch oder gefährlich – wir muss­ ten uns oft zwischen gleichwertigen Möglichkeiten entscheiden. Es gehört zur Freiheit und Eigenverantwortung jedes Bergsteigers, auch andere Techniken anzuwenden, wenn er von deren Richtigkeit überzeugt ist. Mit «Bergsport Sommer» und «Bergsport Winter» wird erstmals die Bildung einer gesamtschweizerischen Lehrmeinung angestrebt. Herausgeber ist der Schweizer Alpen-Club SAC, mit seinen 170 000 Mitgliedern der führende Bergsportverein der Schweiz. Die Bücher werden von allen namhaften Bergsportverbänden und -institutionen unterstützt: • Jugend und Sport (J+S) • Schweizer Bergführerverband (SBV) • Schweizer Armee • IG Kletteranlagen • Naturfreunde Schweiz (NFS) • Alpine Rettung Schweiz (ARS) • WSL-Institiut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) • Swiss Ski


SAC Grundwissen – Bergsport Sommer 13

Grundwissen Natur und Umwelt 14 Wetter

30

Orientierung Gefahren im Gebirge

41 54


SAC Grundwissen – Bergsport Sommer 13

Grundwissen Natur und Umwelt 14 Wetter

30

Orientierung Gefahren im Gebirge

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SAC – Bergsport Sommer

Natur und Umwelt Experten: Ressort Umwelt und Raumentwicklung des SAC

Die Alpen Ein junges, noch aktives Gebirge Die Alpen sind ein Teil des geologisch jungen Gebirgssystems, das sich von Europa bis nach Asien erstreckt. Entstanden sind sie in den letzten rund 100 Millionen Jahren durch die Kollision der afrikanischen mit der eurasischen Erdplatte. Die afrikanische Platte rückt noch heute mit etwa 2 cm pro Jahr gegen Norden vor, und die Zentralalpen heben sich jährlich um rund einen Millimeter – es knirscht also immer noch im Alpengebäude. Davon zeugen Erdbeben und Bergstürze. Alpen als Sportgerät Für Bergsteiger und Kletterer bilden die Alpen das «Sportgerät». Die Fels­ wände, Grate, Skihänge, Gletscher und Eiswände sind eine fantastische «Freiluftarena». Damit wir uns sicher darin bewegen, müssen wir sie möglichst gut kennen. Alpen als Naturraum Die Alpen sind aber weit mehr als ein Sportgerät. Sie sind als Naturraum unsere «emotionale Heimat», Quelle von Heraus­forderung, Bewunderung und von Glücksgefühlen. Die reichhaltige alpine Natur und die grossartigen Land­schaften machen den Berg­ sport so faszinierend. Wie alle Gebirge zeichnen sich die Alpen durch besonders vielfältige Land­schaften und einen grossen Reichtum an Lebensräumen und Arten aus. Eine Vielfalt, die ge­schützt und erhalten werden muss. Denn Natur und Landschaft stehen in den Alpen unter hohem Druck: Erschliessung mit Strassen, Siedlungen, Bahnen, aber auch mit Hütten, Wegen, Klettersteigen; Eingriffe in den Wasserhaushalt; touristische oder militärische Nutz­ung; Lärm von Strassenverkehr, Helikoptern, Sportfliegern und Tou­risten.

Grundwissen

15

Gebirge sind empfindliche Lebensräume, die stark auf verschiedenste Um­ weltfaktoren reagieren – etwa auf Klimaveränderungen. Deswegen müssen wir uns als Bergsteiger auch um diese ökologische Dimensionen kümmern und unseren Bergsport danach ausrichten. Alpen als Lebens- und Wirtschaftsraum Die Alpen sind seit Jahrtausenden auch Lebensraum von Menschen, welche die alpine Wildnis bis zur alpinen Stufe zu einer faszinierenden Kulturlandschaft um­ gestaltet haben. Sie sind heute das weltweit am intensivsten genutzte, dichtest be­siedelte und am besten erschlossene Gebirge. Auch dieser Kulturraum ist bedroht: In den Tallagen findet eine rapide Verstädterung statt, in den Seitentälern bricht die traditionelle Berglandwirtschaft im Zuge der Globalisierung zusammen, im Tourismus herrscht gnadenloser Konkurrenz­kampf. Wir als Bergsteiger können mit unserem Verhalten vor Ort und als politische Bürger diese Entwicklungen mit beeinflussen.

Lebenswelt Alpen Höhenstufen nival Auf einem Hüttenanstieg, etwa von den Weinbergen des Wallis hinauf alpin unter die Eisgipfel der Viertausender, durchqueren wir sämtliche Klima­gürtel subalpin vom Mittelmeer bis ans Nord­kap, eine Reise von gut 3000 km, und dies in montan wenigen Stunden! Diese Höhenstufen sind über die ganzen Alpen hinweg ähnlich, jedoch variiert ihre Höhenlage quer zu den Alpen. So liegt etwa die Waldgrenze in den Berner Voralpen auf rund 1800 m, im inneralpinen Trockental Wallis steigt sie bis rund 2400 m an.

Nival und Subnival ab ca. 2700 m

Schnee, Eis, Fels und Geröll; fast überall Permafrost. Polsterpflanzen und Flechten; einzelne Blütenpflanzen und Vögel bis über 4000 m; primitive Lebensformen auf Schnee und Eis.

Alpin bis ca. 2700 m

Magere, artenreiche, alpine Rasen sowie Alpweiden (unten Rinder, höher oben Schafe). Zwergstrauchgürtel im unteren Bereich.


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SAC – Bergsport Sommer

Natur und Umwelt Experten: Ressort Umwelt und Raumentwicklung des SAC

Die Alpen Ein junges, noch aktives Gebirge Die Alpen sind ein Teil des geologisch jungen Gebirgssystems, das sich von Europa bis nach Asien erstreckt. Entstanden sind sie in den letzten rund 100 Millionen Jahren durch die Kollision der afrikanischen mit der eurasischen Erdplatte. Die afrikanische Platte rückt noch heute mit etwa 2 cm pro Jahr gegen Norden vor, und die Zentralalpen heben sich jährlich um rund einen Millimeter – es knirscht also immer noch im Alpengebäude. Davon zeugen Erdbeben und Bergstürze. Alpen als Sportgerät Für Bergsteiger und Kletterer bilden die Alpen das «Sportgerät». Die Fels­ wände, Grate, Skihänge, Gletscher und Eiswände sind eine fantastische «Freiluftarena». Damit wir uns sicher darin bewegen, müssen wir sie möglichst gut kennen. Alpen als Naturraum Die Alpen sind aber weit mehr als ein Sportgerät. Sie sind als Naturraum unsere «emotionale Heimat», Quelle von Heraus­forderung, Bewunderung und von Glücksgefühlen. Die reichhaltige alpine Natur und die grossartigen Land­schaften machen den Berg­ sport so faszinierend. Wie alle Gebirge zeichnen sich die Alpen durch besonders vielfältige Land­schaften und einen grossen Reichtum an Lebensräumen und Arten aus. Eine Vielfalt, die ge­schützt und erhalten werden muss. Denn Natur und Landschaft stehen in den Alpen unter hohem Druck: Erschliessung mit Strassen, Siedlungen, Bahnen, aber auch mit Hütten, Wegen, Klettersteigen; Eingriffe in den Wasserhaushalt; touristische oder militärische Nutz­ung; Lärm von Strassenverkehr, Helikoptern, Sportfliegern und Tou­risten.

Grundwissen

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Gebirge sind empfindliche Lebensräume, die stark auf verschiedenste Um­ weltfaktoren reagieren – etwa auf Klimaveränderungen. Deswegen müssen wir uns als Bergsteiger auch um diese ökologische Dimensionen kümmern und unseren Bergsport danach ausrichten. Alpen als Lebens- und Wirtschaftsraum Die Alpen sind seit Jahrtausenden auch Lebensraum von Menschen, welche die alpine Wildnis bis zur alpinen Stufe zu einer faszinierenden Kulturlandschaft um­ gestaltet haben. Sie sind heute das weltweit am intensivsten genutzte, dichtest be­siedelte und am besten erschlossene Gebirge. Auch dieser Kulturraum ist bedroht: In den Tallagen findet eine rapide Verstädterung statt, in den Seitentälern bricht die traditionelle Berglandwirtschaft im Zuge der Globalisierung zusammen, im Tourismus herrscht gnadenloser Konkurrenz­kampf. Wir als Bergsteiger können mit unserem Verhalten vor Ort und als politische Bürger diese Entwicklungen mit beeinflussen.

Lebenswelt Alpen Höhenstufen nival Auf einem Hüttenanstieg, etwa von den Weinbergen des Wallis hinauf alpin unter die Eisgipfel der Viertausender, durchqueren wir sämtliche Klima­gürtel subalpin vom Mittelmeer bis ans Nord­kap, eine Reise von gut 3000 km, und dies in montan wenigen Stunden! Diese Höhenstufen sind über die ganzen Alpen hinweg ähnlich, jedoch variiert ihre Höhenlage quer zu den Alpen. So liegt etwa die Waldgrenze in den Berner Voralpen auf rund 1800 m, im inneralpinen Trockental Wallis steigt sie bis rund 2400 m an.

Nival und Subnival ab ca. 2700 m

Schnee, Eis, Fels und Geröll; fast überall Permafrost. Polsterpflanzen und Flechten; einzelne Blütenpflanzen und Vögel bis über 4000 m; primitive Lebensformen auf Schnee und Eis.

Alpin bis ca. 2700 m

Magere, artenreiche, alpine Rasen sowie Alpweiden (unten Rinder, höher oben Schafe). Zwergstrauchgürtel im unteren Bereich.


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Grundwissen

SAC – Bergsport Sommer

Subalpin bis Waldgrenze, ca. 2000 m

Bergnadelwald: Fichte auf Alpen­nord­seite. Lärche, Fichte und Arve inneralpin und im Süden. Inneralpin auch Föhren. Rückzugsgebiet vieler Tiere, v. a. im Winter.

Montan bis ca. 1500 m

Kulturland (Milchwirtschaft) und Buchen-Tannen-Mischwälder. Zone mit den höchsten Niederschlags­mengen.

Collin bis ca. 600 m

Talböden der grossen Alpentäler und Mittelland mit Kulturland (Anbau und Milchwirtschaft). Wälder dominiert von Buchen und Eichen.

Blumen der alpinen und nivalen Stufe Oberhalb von 3000 m finden wir noch über 200 verschiedene Blütenpflanzen! Den Rekord hält ein zweiblütiger Steinbrech auf 4450 m am Dom. Ein Über­leben auf den alpinen und nivalen Stufen, mit einer sommerlichen Vegetations­zeit von nur wenigen Wochen und mittleren Jahrestemperaturen unter 0 ºC, erfordert von den Pflanzen trickreiche Anpassungen. Die wichtigsten davon s­ ind: • Zwergwuchs, Bodenkriechen, Polsterbildung, vergrössertes Wurzelsystem. • Behaarung von Blättern, Fett- oder Lederblätter, Blätter mit UV-Schutz. • Auffällige Blütenfarben und Blütendüfte. • Effizientere Photosynthese, mehrjähriger Vegetationszyklus. • Frostschutzmittel im Pflanzensaft. Geschützte Pflanzen Zahlreiche Alpenpflanzen sind geschützt – Informationen dazu finden wir z. B. auf Postern in Berghütten. Grundsätzlich ist es besser, vom Pflücken abzusehen.

Zwergwuchs, Polsterbildung, ledrige Blätter, bunte Blüten, lange Wurzeln: Der Schweizer Mannsschild ist gut ge­ rüstet für den Überlebenskampf der al­pinen Stufe.

17

Flechten Es gibt rund 1500 Flechtenarten in der Schweiz, vielen begegnen wir auf den Bergtouren an Felsen oder Bäumen. Beim Bergsteigen fürchten wir die Flechten bei Nässe, weil sie den Fels gefährlich rutschig machen. Dies betrifft vor allem kristalline Gesteine wie Granit und Gneis (siehe S. 19 und 20), wo die gelb-bunte Landkartenflechte und schwarz-blättrige Umbilicaria häufig vorkommen. Flechten sind pflanzenartige Geschöpfe, in denen je eine Pilz- und eine Algenart in einer «Hungersymbiose» zusammen leben und sich gegenseitig Aufgaben teilen: • Der Pilz bildet die eigentliche Pflanze und löst mit Säuren Mineralstoffe aus dem Haftgrund. • Die in Form von mikroskopischen Fäden im Pilzkörper eingelagerten Algen produzieren durch Photosynthese Kohlenhydrate als Energie-Lebenselixier für beide. Durch diese Ergänzung können Flechten auch an extremen Standorten in Gebirgen und Wüsten überleben, bei denen weder Pilz noch Alge allein eine Chance hätten. Landkartenflechten wachsen ohne Humus auf nacktem Fels und ertragen Temperaturen von +70 bis –50 ºC! Sie wachsen mit einigen Zentimeter pro 100 Jahre extrem langsam: 1 grössere Flechtenkörper können viele tausend Jahre alt sein! 2

1 Landkartenflechte 2 schwarze Umbilicaria Blattflechte Besondere Lebensräume und Schutzgebiete Die verschiedenen Höhenstufen führen zusammen mit der grossen Vielfalt an Landschaften, kleinräumigen Geländereliefs und teils auch dank (extensiver) Bewirtschaftung des Menschen zu zahlreichen besonderen Lebensräumen wie Moore, Auengebiete (Flussauen und Gletschervorfelder) sowie Trockenwiesen und -weiden. Ein Teil dieser Lebensräume ist in nationalen und kantonalen Inventaren erfasst und geschützt. Daneben gibt es weitere Schutzgebiete für Lebensräume oder bestimmte Tierarten (z. B. Naturschutzgebiete, Wildruhe-


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Grundwissen

SAC – Bergsport Sommer

Subalpin bis Waldgrenze, ca. 2000 m

Bergnadelwald: Fichte auf Alpen­nord­seite. Lärche, Fichte und Arve inneralpin und im Süden. Inneralpin auch Föhren. Rückzugsgebiet vieler Tiere, v. a. im Winter.

Montan bis ca. 1500 m

Kulturland (Milchwirtschaft) und Buchen-Tannen-Mischwälder. Zone mit den höchsten Niederschlags­mengen.

Collin bis ca. 600 m

Talböden der grossen Alpentäler und Mittelland mit Kulturland (Anbau und Milchwirtschaft). Wälder dominiert von Buchen und Eichen.

Blumen der alpinen und nivalen Stufe Oberhalb von 3000 m finden wir noch über 200 verschiedene Blütenpflanzen! Den Rekord hält ein zweiblütiger Steinbrech auf 4450 m am Dom. Ein Über­leben auf den alpinen und nivalen Stufen, mit einer sommerlichen Vegetations­zeit von nur wenigen Wochen und mittleren Jahrestemperaturen unter 0 ºC, erfordert von den Pflanzen trickreiche Anpassungen. Die wichtigsten davon s­ ind: • Zwergwuchs, Bodenkriechen, Polsterbildung, vergrössertes Wurzelsystem. • Behaarung von Blättern, Fett- oder Lederblätter, Blätter mit UV-Schutz. • Auffällige Blütenfarben und Blütendüfte. • Effizientere Photosynthese, mehrjähriger Vegetationszyklus. • Frostschutzmittel im Pflanzensaft. Geschützte Pflanzen Zahlreiche Alpenpflanzen sind geschützt – Informationen dazu finden wir z. B. auf Postern in Berghütten. Grundsätzlich ist es besser, vom Pflücken abzusehen.

Zwergwuchs, Polsterbildung, ledrige Blätter, bunte Blüten, lange Wurzeln: Der Schweizer Mannsschild ist gut ge­ rüstet für den Überlebenskampf der al­pinen Stufe.

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Flechten Es gibt rund 1500 Flechtenarten in der Schweiz, vielen begegnen wir auf den Bergtouren an Felsen oder Bäumen. Beim Bergsteigen fürchten wir die Flechten bei Nässe, weil sie den Fels gefährlich rutschig machen. Dies betrifft vor allem kristalline Gesteine wie Granit und Gneis (siehe S. 19 und 20), wo die gelb-bunte Landkartenflechte und schwarz-blättrige Umbilicaria häufig vorkommen. Flechten sind pflanzenartige Geschöpfe, in denen je eine Pilz- und eine Algenart in einer «Hungersymbiose» zusammen leben und sich gegenseitig Aufgaben teilen: • Der Pilz bildet die eigentliche Pflanze und löst mit Säuren Mineralstoffe aus dem Haftgrund. • Die in Form von mikroskopischen Fäden im Pilzkörper eingelagerten Algen produzieren durch Photosynthese Kohlenhydrate als Energie-Lebenselixier für beide. Durch diese Ergänzung können Flechten auch an extremen Standorten in Gebirgen und Wüsten überleben, bei denen weder Pilz noch Alge allein eine Chance hätten. Landkartenflechten wachsen ohne Humus auf nacktem Fels und ertragen Temperaturen von +70 bis –50 ºC! Sie wachsen mit einigen Zentimeter pro 100 Jahre extrem langsam: 1 grössere Flechtenkörper können viele tausend Jahre alt sein! 2

1 Landkartenflechte 2 schwarze Umbilicaria Blattflechte Besondere Lebensräume und Schutzgebiete Die verschiedenen Höhenstufen führen zusammen mit der grossen Vielfalt an Landschaften, kleinräumigen Geländereliefs und teils auch dank (extensiver) Bewirtschaftung des Menschen zu zahlreichen besonderen Lebensräumen wie Moore, Auengebiete (Flussauen und Gletschervorfelder) sowie Trockenwiesen und -weiden. Ein Teil dieser Lebensräume ist in nationalen und kantonalen Inventaren erfasst und geschützt. Daneben gibt es weitere Schutzgebiete für Lebensräume oder bestimmte Tierarten (z. B. Naturschutzgebiete, Wildruhe-


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SAC – Bergsport Sommer

Grundwissen

zonen, Jagdbanngebiete) und Landschaften (BLN, Weltnaturerbe, Nationalpark, regionale Naturpärke usw.). Teilweise beinhalten die Bestimmungen auch Einschränkungen des Bergsteigens, siehe S. 27. i

Nationale Schutzgebiete: www.sac-cas.ch/schutzgebiete

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Klettern • Die Schichtung und vielfältige Feinstrukturen erlauben auch steile Klettereien. • Felsqualität von völlig kompakt bis zu brüchig, je nach Kalktyp, Schichtung, Bruchmuster usw. • Kaum störender Flechtenbewuchs. • Schutt meistens relativ fein und rutschig, ideal für rasche Abstiege.

Alpines Hochmoor – wunderschöner und ge­schützter Lebensraum. Wendenstockkette mit kompakten Wänden aus horizontal geschichte­ tem Hochgebirgskalk.

Fels In den Alpen finden wir viele verschiedene Gesteine. Zum Klettern sind die vier nachfolgend beschriebenen Gesteinsgruppen von Bedeutung, die grosse Teile der Alpen prägen.

afrikanischer Kontinent Tethys-Ozean eurasischer Kontinent

Die Alpen be­stehen aus übereinander geschobenen Gesteinsde­ cken, die überdies noch verfaltet und zerbrochen wurden. Das Bild zeigt die Herkunft der Gesteinsdecken am Walliser Weisshorn.

Kalk Am Meeresgrund gebildetes Ablagerungsgestein (Sediment). Hauptbestandteil ist Calciumkarbonat (Calcit, CaCO3) aus Schalen- und Skelettresten mariner Organismen. Kalk kann verschiedene Farben haben, verwittert aber meistens grau. Dort, wo nie Wasser herankommt (Überhänge), bleibt die Oberfläche meistens gelblich-weiss. Kalk ist wasserlöslich und kann verkarsten (Höhlen­ bildung). Beim Dolomit ist ein Teil des Calciums durch Magnesium ersetzt.

Granit Tiefengestein (Plutonit), entstanden durch langsame Kristallisation in 5–50 km­ Erdtiefe aus heisser Gesteinsschmelze (Magma). Granite können kilometergrosse Gesteinskörper bilden. Sie bestehen aus Quarz, zwei Feldspat-Arten und Glimmer. Im frischen Bruch sind sie meistens hellgrau, an der Oberfläche haben sie oft eine rot- bis graubraune Verwitterungskruste. Die alpinen Granite sind vor rund 300 Millionen Jahren entstanden (Beispiele: Aargranit vom Tödigebiet bis zum Bietschhorn, Mont Blanc-Granit). Nur der Bergeller-Granit entstand während der Alpenbildung und ist mit 30 Millionen Jahren «jung». Klettern • Oft Reibungskletterei auf geneigten Platten, besonders auf von den eiszeitlichen Gletschern geschliffenen Wänden (z. B. Grimselgebiet). • Im steileren Fels sind normalerweise nur die logischen Linien kletterbar: Risse, Verschneidungen und Kanten. Zum Erklettern steiler Wände fehlt häufig die notwendige Feinstruktur. • Fels oft kompakt, aber eventuell grosse lose Blöcke. • Geröll oft sehr grobblockig und mühsam zu begehen. • Häufig mit schwarzen Blatt- und grüngelben Landkartenflechten über­ wachsen.


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zonen, Jagdbanngebiete) und Landschaften (BLN, Weltnaturerbe, Nationalpark, regionale Naturpärke usw.). Teilweise beinhalten die Bestimmungen auch Einschränkungen des Bergsteigens, siehe S. 27. i

Nationale Schutzgebiete: www.sac-cas.ch/schutzgebiete

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Klettern • Die Schichtung und vielfältige Feinstrukturen erlauben auch steile Klettereien. • Felsqualität von völlig kompakt bis zu brüchig, je nach Kalktyp, Schichtung, Bruchmuster usw. • Kaum störender Flechtenbewuchs. • Schutt meistens relativ fein und rutschig, ideal für rasche Abstiege.

Alpines Hochmoor – wunderschöner und ge­schützter Lebensraum. Wendenstockkette mit kompakten Wänden aus horizontal geschichte­ tem Hochgebirgskalk.

Fels In den Alpen finden wir viele verschiedene Gesteine. Zum Klettern sind die vier nachfolgend beschriebenen Gesteinsgruppen von Bedeutung, die grosse Teile der Alpen prägen.

afrikanischer Kontinent Tethys-Ozean eurasischer Kontinent

Die Alpen be­stehen aus übereinander geschobenen Gesteinsde­ cken, die überdies noch verfaltet und zerbrochen wurden. Das Bild zeigt die Herkunft der Gesteinsdecken am Walliser Weisshorn.

Kalk Am Meeresgrund gebildetes Ablagerungsgestein (Sediment). Hauptbestandteil ist Calciumkarbonat (Calcit, CaCO3) aus Schalen- und Skelettresten mariner Organismen. Kalk kann verschiedene Farben haben, verwittert aber meistens grau. Dort, wo nie Wasser herankommt (Überhänge), bleibt die Oberfläche meistens gelblich-weiss. Kalk ist wasserlöslich und kann verkarsten (Höhlen­ bildung). Beim Dolomit ist ein Teil des Calciums durch Magnesium ersetzt.

Granit Tiefengestein (Plutonit), entstanden durch langsame Kristallisation in 5–50 km­ Erdtiefe aus heisser Gesteinsschmelze (Magma). Granite können kilometergrosse Gesteinskörper bilden. Sie bestehen aus Quarz, zwei Feldspat-Arten und Glimmer. Im frischen Bruch sind sie meistens hellgrau, an der Oberfläche haben sie oft eine rot- bis graubraune Verwitterungskruste. Die alpinen Granite sind vor rund 300 Millionen Jahren entstanden (Beispiele: Aargranit vom Tödigebiet bis zum Bietschhorn, Mont Blanc-Granit). Nur der Bergeller-Granit entstand während der Alpenbildung und ist mit 30 Millionen Jahren «jung». Klettern • Oft Reibungskletterei auf geneigten Platten, besonders auf von den eiszeitlichen Gletschern geschliffenen Wänden (z. B. Grimselgebiet). • Im steileren Fels sind normalerweise nur die logischen Linien kletterbar: Risse, Verschneidungen und Kanten. Zum Erklettern steiler Wände fehlt häufig die notwendige Feinstruktur. • Fels oft kompakt, aber eventuell grosse lose Blöcke. • Geröll oft sehr grobblockig und mühsam zu begehen. • Häufig mit schwarzen Blatt- und grüngelben Landkartenflechten über­ wachsen.


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Grundwissen

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Schiefer

Die wilden Berge des «jungen» Bergeller-Granits. Gneis In der tieferen Erdkruste bei hohem Druck und hoher Temperatur (500–700 °C) entstandenes, metamorphes Gestein mit Schiefer­ungs­flächen aus glimmerreichen Lagen. Gneise spalten sich in Platten von cm- bis dm-Breite. Viele Gneise der Alpen sind bei der Alpenbildung aus älteren Graniten entstanden. Solche «granitische Gneise» bestehen aus denselben Mineralien wie der Granit, den einzigen Unterschied bildet die Schieferung – wobei oft fliessende Übergänge zwischen Granit und Gneis bestehen. Granitische Gneise sind in den Berner und Walliser Hochalpen und im ganzen Tessin häufig.

Gneisberge der Walliser Hochalpen. Klettern • Fels oft kompakt und zum Klettern geeignet. Manchmal verblockt. • Mittelstark ausgeprägte Feinstruktur. • Unterschiedliche Kletterei, je nachdem, wie die Schieferungsflächen liegen. • Flechtenbewuchs wie beim Granit. • Geröll mittel- bis grobblockig, im Abstieg oft mühsam.

Sammelbegriff für schwächer metamorphe, glimmerreiche Ge­steine, die «schiefrig» brechen, also in Millimeter bis Zentimeter dicke Platten. Ausgangsprodukt für Schiefer sind häufig Sedimentgesteine (Tone, Mergel), aber auch Granite und Gneise können verschiefert werden. Schiefer kommt in den ganzen Alpen vor, gehäuft in den Bündner Alpen. Berge aus feinen Schiefern bilden meist keine eigentlichen Wände, sondern feinbrüchige Flanken. Klettern • Fels oft blättrig-brüchig und nur selten zum Klet­tern geeignet. • Sehr unterschiedlich, ob Kletterei auf Schie­ ferungsflächen oder «Stirnseite» verläuft: Plat­tenkletterei versus athletische Griffkletterei. Wenig Reibung auf den Schieferungsflächen. • Schutt häufig fein, mühsam im Aufstieg, leichter im Abstieg. Wasenhorn beim Simplonpass – ein brüchiger Schief­er­berg.


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SAC – Bergsport Sommer

• Für Einfachseil gut geeignet, für Zwillingsseiltechnik nur bedingt (beide Seile laufen im selben HMS-Knoten). Ungeeignet für Halbseiltechnik. • Krangelbildung, wenn beim Ablassen das Bremsseil im falschen Winkel eingegeben wird (hier einzige Ausnahme: Seil von oben einlaufen lassen). • Dynamische Sicherung mit Bremswirkung bei jedem Eingabewinkel des Bremsseils. Dies macht auch einen Sturz direkt in den Standplatz haltbar. • Einzige Sicherung, die mit stark vereisten Seilen noch einigermassen funktioniert. • Ungeeignet zum Sichern von zwei Nachsteigern. • Die HMS bremst nur bei korrekter Handhabung, also mit geschlossener Bremshand. Mindestens eine Hand muss das Seil jederzeit leicht klemmen, auch während die andere tunnelt. • Die Bremswirkung ist abhängig von unserer Fingerkraft. Sichern eines schwereren Kletterers mit neuem oder dünnem Seil ist problematisch. • Bremsseil nicht auf der Schnapperseite des Karabiners und diesen gut verriegeln. Sonst besteht die Gefahr, dass das Seil den Karabiner öffnet und sich aushängt. HMS ist ein gutes Backup bei Materialverlust: einen zweiten Schraubkarabiner haben wir fast immer. Mit HMS kann ein Sturz auch gehalten werden, wenn wir die Bremshand oberhalb der Gerätelinie hatten. Trotzdem empfehlen wir, nur noch die in diesem Buch dargestellte Bedienung auszubilden. Sie ist einfach, bequem und erlaubt schnelles Seilausgeben. Vor allem aber ist sie sehr ähnlich zu allen anderen Sicherungsgeräten, was die Ausbildung vereinfacht und Umstellungsfehler beim Wechsel des Sicherungsgerätes reduziert.

SAC – Bergsport Sommer

Klettern Kletterhalle 194 Klettergarten

208

Verankerungen im Fels

222

Mehrseillängen-Routen

228

Abseilen

242


1 SO_Abb_Halle_Einstieg_Vorhängen

194

SAC – Bergsport Sommer

Kletterhalle

Klettern und Sichern erlernen wir am besten in der Kletterhalle. Dort ist auch das Risiko viel kleiner als in anderen Bergsportdisziplinen. Dass es trotzdem ab und zu zu folgenschweren Bodenstürzen kommt, ist meist verursacht durch einen nachlässigen Partnercheck oder falsches Sichern. Wir empfehlen deshalb, einen Sicherungskurs zu besuchen. Wer das getan hat, macht beim Sichern signifikant weniger Fehler als Leute, die es «von Kollegen» gelernt haben.¹ Der Besuch eines Kletter- oder Sicherungskurses ist eine gute Investition – deine Kletterpartnerin dankt es dir!

Klettern

195

Partnercheck Jede Kletterin und jeder Kletterer (auch die Erfahrensten!) sind irgendeinmal unaufmerksam, und so geschehen regelmässig Unfälle infolge unfertiger Knoten, falsch eingehängter Sicherungsgeräte, nicht verriegelter Karabiner oder zu kurzer Seile. Der einzig wirksame Schutz vor solchen SO_Abb_Halle_Einstieg_Vorhängen Nachlässigkeiten ist, sich konsequent vor dem Losklettern gegenseitig mit Augen und Händen zu kontrollieren.

Team-Setup Beim Klettern legen wir unser Leben in die Hände des Sichernden. Da lohnt es sich, am Anfang des Tages das Wichtigste zu klären: • Haben wirklich beide die nötige Ausbildung und Übung? Falls nicht: ab in den Boulderraum und einen Kurs buchen. • Klettermaterial prüfen: passen Seil, Karabiner und Sicherungsgerät zusammen, und ist das Seil sicher lang genug? Falls nicht: Material mieten. • Haben wir einen Gewichtsunterschied? Wenn ja: absprechen, welche Massnahmen wir treffen (siehe S. 203). • Vorgehen am Einstieg klären (z.B. spotten, siehe S. 204) und Kommunikationsregeln vereinbaren.

1) Kletterer richtig angeseilt? • Verschluss Klettergurt. • Seil am richtigen Ort eingebunden. • Achterknoten korrekt.

SO_Abb_Halle_Partnercheck

2) Sicherung korrekt? • Verschluss Klettergurt. • Karabiner richtig eingehängt und verriegelt (Kontrolle durch Draufdrücken). • Sicherungsgerät korrekt eingehängt (halbautomatische Sicherungsgeräte: Blockierung durch Zug am Seil prüfen). 3) Seil lang genug? • Knoten im Seilende, gut festgezogen.

1

Funk et al. 2012 und 2013

SO_Abb_Halle_Partnercheck


1 SO_Abb_Halle_Einstieg_Vorhängen

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SAC – Bergsport Sommer

Kletterhalle

Klettern und Sichern erlernen wir am besten in der Kletterhalle. Dort ist auch das Risiko viel kleiner als in anderen Bergsportdisziplinen. Dass es trotzdem ab und zu zu folgenschweren Bodenstürzen kommt, ist meist verursacht durch einen nachlässigen Partnercheck oder falsches Sichern. Wir empfehlen deshalb, einen Sicherungskurs zu besuchen. Wer das getan hat, macht beim Sichern signifikant weniger Fehler als Leute, die es «von Kollegen» gelernt haben.¹ Der Besuch eines Kletter- oder Sicherungskurses ist eine gute Investition – deine Kletterpartnerin dankt es dir!

Klettern

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Partnercheck Jede Kletterin und jeder Kletterer (auch die Erfahrensten!) sind irgendeinmal unaufmerksam, und so geschehen regelmässig Unfälle infolge unfertiger Knoten, falsch eingehängter Sicherungsgeräte, nicht verriegelter Karabiner oder zu kurzer Seile. Der einzig wirksame Schutz vor solchen SO_Abb_Halle_Einstieg_Vorhängen Nachlässigkeiten ist, sich konsequent vor dem Losklettern gegenseitig mit Augen und Händen zu kontrollieren.

Team-Setup Beim Klettern legen wir unser Leben in die Hände des Sichernden. Da lohnt es sich, am Anfang des Tages das Wichtigste zu klären: • Haben wirklich beide die nötige Ausbildung und Übung? Falls nicht: ab in den Boulderraum und einen Kurs buchen. • Klettermaterial prüfen: passen Seil, Karabiner und Sicherungsgerät zusammen, und ist das Seil sicher lang genug? Falls nicht: Material mieten. • Haben wir einen Gewichtsunterschied? Wenn ja: absprechen, welche Massnahmen wir treffen (siehe S. 203). • Vorgehen am Einstieg klären (z.B. spotten, siehe S. 204) und Kommunikationsregeln vereinbaren.

1) Kletterer richtig angeseilt? • Verschluss Klettergurt. • Seil am richtigen Ort eingebunden. • Achterknoten korrekt.

SO_Abb_Halle_Partnercheck

2) Sicherung korrekt? • Verschluss Klettergurt. • Karabiner richtig eingehängt und verriegelt (Kontrolle durch Draufdrücken). • Sicherungsgerät korrekt eingehängt (halbautomatische Sicherungsgeräte: Blockierung durch Zug am Seil prüfen). 3) Seil lang genug? • Knoten im Seilende, gut festgezogen.

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Funk et al. 2012 und 2013

SO_Abb_Halle_Partnercheck


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A

Zeichnungen Bergsport Sommer, V6 / V3 29.07.2021 196

E D

SAC – Bergsport Sommer

Klettern

B

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C

Grundlagen des Sicherns

SO_Abb_Halle_Toprope_Uebergreifen

Toprope

Sicher klettern ist nur mit korrekter Handhabung des Sicherungsgeräts möglich. Eine falsche Gerätebedienung können wir auch mit grösster Aufmerksamkeit nicht wettmachen.

Der Kletterer ist von oben gesichert. Bei korrekter Seilhandhabung findet bei einem Sturz kein freier Fall statt. Führungshand

Bremshand Das Bremsseil (hinter dem Sicherungsgerät) müssen wir jederzeit in der geschlossenen Bremshand halten. Dies gilt auch während dem schnellen Seilausgeben. Um beim Durchlaufen des Seils sofort den Greifreflex auszulösen, müssen wir immer einen minimalen Druck auf das Seil ausüben. Gerätelinie Die Gerätelinie ist die maximale Höhe, die das Sicherungsgerät erreicht, wenn es bei einem Sturz nach oben gezogen wird. Die Bremshand muss immer unter der Gerätelinie sein, also auch während dem Seil einziehen. Damit erreichen wir einen genügend grossen Winkel zwischen ein- und auslaufendem Seil, so Bergsport Sommer, V6unterstützte / V3 29.07.2021 dass auch Tuber und Tuber bremsen. Führungshand Die Führungshand (vor dem Sicherungsgerät) zieht nicht nur das Seil durch das Sicherungsgerät, sondern hat noch weitere wichtige Aufgaben: • Sie ist das Frühwarnsystem bei einem Sturz: Sobald das Seil durch die ­Führungshand läuft, drücken wir reflexartig beide Hände zusammen, die Bremshand noch bevor das Seil überhaupt durch diese durchgerutscht ist. Dieser Greifreflex funktioniert selbst dann, wenn unsere Aufmerksamkeit zum Zeitpunkt des Sturzes nicht der Kletterin galt. Führungshand Damit er auslöst, müssen wir immer einen minimalen Druck auf das Seil ausüben. Gerätelinie • Im 3. Höhensektor nutzen wir sie als Sensorhand, um dynamisch zu sichern (siehe S. 202).

Auch das Toprope-Sichern muss gründlich erlernt werden!

Gerätelinie

Seil einziehen

Bremshand

Tunneln Beim Tunneln fahren wir mit geschlossener Hand dem Seil nach ohne die Hand zu öffnen und ohne dieses je loszulassen. Tunneln funktioniert mit allen Sicherungsgeräten inkl. HMS. Die beiden Hände werden nacheinander getunnelt, und die Bremshand bleibt immer unter der Gerätelinie. SO_Abb_Halle_Seilzopf 1 Mit der Führungshand

SO_Abb_Halle_Sicherungstechnik das Führungsseil leicht nach SO_Abb_Halle_Toprope_Uebersicht oben ziehen, um das Sicherungsgerät anzuheben. 2 Bremshand hochtunneln. 3 Führungshand hochtunneln. 4 Führungsseil mit der Führungshand nach vorne unten drücken. 5 Führungshand zum Sicherungsgerät hinziehen und gleichzeitig mit der Bremshand das Seil nach vorne durch das Sicherungsgerät einziehen. 6 Bremshand sogleich zurück in die Ausgangposition unterhalb der Hüfte.

4

1 Gerätelinie

3 Tunneln

5 5

Bremshand

Brems- und Führungshand müssen das Seil nicht nur lose umfassen, sondern immer leicht klemmen. Nur so löst ein Durchrutschen des Seils unseren Greifreflex aus, mit dem wir den Sturz zuverlässig halten.

5 6

2 Tunneln

zurück zur Ausgangsposition

Tunneln mit geschlossener Hand dem Seil nach fahren

Nicht zu viel Seil aufs Mal einziehen, sonst können wir danach mit der Bremshand nicht mehr hochtunneln. SO_Abb_Halle_Toprope


2 Zeichnungen Bergsport Sommer, V6 / V3 29.07.2021 3

3 SAC – Bergsport Sommer

200

4 4

201

Klettern

Seil ausgeben 1 konstant das Seil und quetschen dieses leicht. Die Beide Hände umschliessen Bremshand bleibt immer unter der Gerätelinie. Müssen wir zwischenzeitlich 2 Seil einziehen, erfolgt das gleich wie beim Toprope sichern (siehe S. 197).

Grigri SO_Abb_Halle_Vorstieg_dynamisch Die «Gaswerkmethode» erfüllt alle Sicherheitsanforderungen, weil uns bei einem Sturz das Grigri sofort aus der Hand gerissen wird. Dann kann es wieder 1 blockieren, und wir halten nur noch das Bremsseil in der Bremshand.

Tunneln Tunneln funktioniert mit allen Sicherungsgeräten. Die beiden Hände werden SO_Abb_Halle_Vorstieg_Schnabelgeraete nacheinander getunnelt.

1 Bremsseil mit 3 Fingern umfassen. 3 2 Mit dem Zeigfinger das Grigri an der Führungsleiste stützen. 4 2 3 Den Daumen oben auf den Nocken drücken, um die Blockierfunktion ­temporär aufzuheben. 3 4 4 Mit der Führungshand das Seil durchziehen

1 Ausgangslage: Führungshand nahe beim Sicherungsgerät, Bremshand hinten unten. 2 Bremshand unterhalb der Hüfte nach vorne schieben («Schub»). 3 praktisch gleichzeitig das Führungsseil nach vorne ziehen («Zug»). 4 Führungsseil mit der Führungshand nach vorne unten drücken. 5 Bremshand unterhalb der Hüfte zurücktunneln (erst nach 4., nie beide Hände gleichzeitig tunneln).

4 SO_Abb_Halle_Vorstieg_dynamisch

1

1

3 2

3

2

Tipp für Linkshändler: Diese Methode funktioniert auch mitSO_Abb_Halle_Vorstieg_Grigri_so der linken SO_Abb_Halle_Vorstieg_Grigri Bremshand erfreulich gut. Dabei halten wir den Zeigefinger an die Fixation des Ablasshebels.

Gerätelinie 1

4

4 Tunneln 5 Tunneln

Tunneln mit geschlossener Hand dem Seil nach fahren

Schnelles Seil ausgeben Zum Klinken der Zwischensicherung muss der Sichernde manchmal schnell Seil ausgeben. BesondersSO_Abb_Halle_Vorstieg_Tunneln bei dickeren oder nicht mehr ganz neuen Seilen können die Blockierfunktionen der Halbautomaten bzw. der unterstützten Tuber dies behindern. In diesen Fällen funktionieren gerätespezifische Methoden besser, bei denen die Bremshand direkt beim Sicherungsgerät positioniert wird. Auch hier gilt: die Bremshand umfasst konstant das Bremsseil und bleibt unter der Gerätelinie.

Das ganze Grigri mit der Hand umfassen ist eine gefährliche 4 Fehlanwendung und der Grund vieler Bodenstürze: Wenn wir erschrecken, drücken wir die Hand zusammen und heben so die Bremswirkung komplett auf. 1

2

3

Zeichnungen Bergsport Sommer, V6 / V3 29.07.2021 Schnabelgeräte Zu dieser Kategorie zählen fast alle unterstützten Tuber, SO_Abb_Halle_Vorstieg_Grigri SO_Abb_Halle_Vorstieg_Grigri_so_nicht nicht aber das Click Up.

1 Die Bremshand umfasst das Bremsseil. 2 Mit dem Daumen der Bremshand den Schnabel des Sicherungsgerätes nach vorne drücken. 3 Mit der Führungshand das Seil durchziehen. Beim Click Up existiert keine gerätespezifische Methode zum schnellen Seil ausgeben. Wir müssen also Tunneln, wie bei Revo, normalen Tubern und HMS auch.

3

1 2

SO_Abb_Halle_Vorstieg_Schnabelgeraete


198

SAC – Bergsport Sommer

Klettern

Übergreifen Diese Variante ist etwas umständlicher, aber vor allem für Kinder oft einfacher zu Sommer, erlernen. Sie funktioniert mit allen Sicherungsgeräten. ergsport V6 / V3ebenfalls 29.07.2021 • Mit der Führungshand (A) an das Bremsseil wechseln und dieses oberhalb der Bremshand festhalten (B). • Mit der Bremshand (C) das Bremsseil loslassen und es oberhalb der Führungshand, nahe beim Sicherungsgerät, wieder festhalten (D). • Mit der Führungshand zurück in die Ausgangsposition (E).

A E D B

Ablassen mit Tuber (mit oder ohne Notblockierung) • Beide Hände umschliessen das Bremsseil unterhalb des Geräts • Hände abwechslungsweise am Bremsseil nach unten tunneln. Nicht übergreifen.

Ablassen mit HMS • Beide Hände umschliessen das Bremsseil. • Erst wenn der Kletterer im Seil hängt, die Hände nach oben nehmen. • Hände abwechslungsweise am Bremsseil nach oben tunneln (ein- und ausgehendes Seil müssen parallel sein, sonst bilden sich Krangel im Seil). Nicht übergreifen.

C

Ablassen

SO_Abb_Halle_Toprope_Uebergreifen

Kontrolliert und nicht zu schnell ablassen. Das Vorgehen ist gerätespezifisch. Ablassen mit Halbautomat oder unterstütztem Tuber • Bremshand umfasst das Bremsseil in tiefer Position. • Mit der Führungshand die Blockierung gefühlvoll lösen – so sanft, dass nur wenig Zug auf die Bremshand kommt (siehe Herstellerangaben).

Zeichnungen Bergsport Sommer, V6 / V3 29.07.2021

Vorstieg Die Kletterin ist von unten gesichert und befindet sich oft höher als die letzte Zwischensicherung. Bei einem Sturz findet ein freier Fall statt. Einen Vorsteiger zu sichern ist anspruchsvoll und verlangt Ausbildung, Routine und volle Aufmerksamkeit.

Das Ablassen mit Halbautomaten oder unterstützten Tubern kann den Reflexen widersprechen, weshalb wir es gründlich erlernen sollten. Höheren Schutz bieten hier nur Geräte mit Antipanik Funktion (z.B. Grigri+) oder Notblockierung (z.B. Revo). SO_Abb_Halle_Vorstieg_Uebersicht

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Klettern

Übergreifen Diese Variante ist etwas umständlicher, aber vor allem für Kinder oft einfacher zu Sommer, erlernen. Sie funktioniert mit allen Sicherungsgeräten. ergsport V6 / V3ebenfalls 29.07.2021 • Mit der Führungshand (A) an das Bremsseil wechseln und dieses oberhalb der Bremshand festhalten (B). • Mit der Bremshand (C) das Bremsseil loslassen und es oberhalb der Führungshand, nahe beim Sicherungsgerät, wieder festhalten (D). • Mit der Führungshand zurück in die Ausgangsposition (E).

A E D B

Ablassen mit Tuber (mit oder ohne Notblockierung) • Beide Hände umschliessen das Bremsseil unterhalb des Geräts • Hände abwechslungsweise am Bremsseil nach unten tunneln. Nicht übergreifen.

Ablassen mit HMS • Beide Hände umschliessen das Bremsseil. • Erst wenn der Kletterer im Seil hängt, die Hände nach oben nehmen. • Hände abwechslungsweise am Bremsseil nach oben tunneln (ein- und ausgehendes Seil müssen parallel sein, sonst bilden sich Krangel im Seil). Nicht übergreifen.

C

Ablassen

SO_Abb_Halle_Toprope_Uebergreifen

Kontrolliert und nicht zu schnell ablassen. Das Vorgehen ist gerätespezifisch. Ablassen mit Halbautomat oder unterstütztem Tuber • Bremshand umfasst das Bremsseil in tiefer Position. • Mit der Führungshand die Blockierung gefühlvoll lösen – so sanft, dass nur wenig Zug auf die Bremshand kommt (siehe Herstellerangaben).

Zeichnungen Bergsport Sommer, V6 / V3 29.07.2021

Vorstieg Die Kletterin ist von unten gesichert und befindet sich oft höher als die letzte Zwischensicherung. Bei einem Sturz findet ein freier Fall statt. Einen Vorsteiger zu sichern ist anspruchsvoll und verlangt Ausbildung, Routine und volle Aufmerksamkeit.

Das Ablassen mit Halbautomaten oder unterstützten Tubern kann den Reflexen widersprechen, weshalb wir es gründlich erlernen sollten. Höheren Schutz bieten hier nur Geräte mit Antipanik Funktion (z.B. Grigri+) oder Notblockierung (z.B. Revo). SO_Abb_Halle_Vorstieg_Uebersicht

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Zeichnungen Bergsport Sommer, V6 / V3 29.07.2021 196

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SAC – Bergsport Sommer

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Grundlagen des Sicherns

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Toprope

Sicher klettern ist nur mit korrekter Handhabung des Sicherungsgeräts möglich. Eine falsche Gerätebedienung können wir auch mit grösster Aufmerksamkeit nicht wettmachen.

Der Kletterer ist von oben gesichert. Bei korrekter Seilhandhabung findet bei einem Sturz kein freier Fall statt. Führungshand

Bremshand Das Bremsseil (hinter dem Sicherungsgerät) müssen wir jederzeit in der geschlossenen Bremshand halten. Dies gilt auch während dem schnellen Seilausgeben. Um beim Durchlaufen des Seils sofort den Greifreflex auszulösen, müssen wir immer einen minimalen Druck auf das Seil ausüben. Gerätelinie Die Gerätelinie ist die maximale Höhe, die das Sicherungsgerät erreicht, wenn es bei einem Sturz nach oben gezogen wird. Die Bremshand muss immer unter der Gerätelinie sein, also auch während dem Seil einziehen. Damit erreichen wir einen genügend grossen Winkel zwischen ein- und auslaufendem Seil, so Bergsport Sommer, V6unterstützte / V3 29.07.2021 dass auch Tuber und Tuber bremsen. Führungshand Die Führungshand (vor dem Sicherungsgerät) zieht nicht nur das Seil durch das Sicherungsgerät, sondern hat noch weitere wichtige Aufgaben: • Sie ist das Frühwarnsystem bei einem Sturz: Sobald das Seil durch die ­Führungshand läuft, drücken wir reflexartig beide Hände zusammen, die Bremshand noch bevor das Seil überhaupt durch diese durchgerutscht ist. Dieser Greifreflex funktioniert selbst dann, wenn unsere Aufmerksamkeit zum Zeitpunkt des Sturzes nicht der Kletterin galt. Führungshand Damit er auslöst, müssen wir immer einen minimalen Druck auf das Seil ausüben. Gerätelinie • Im 3. Höhensektor nutzen wir sie als Sensorhand, um dynamisch zu sichern (siehe S. 202).

Auch das Toprope-Sichern muss gründlich erlernt werden!

Gerätelinie

Seil einziehen

Bremshand

Tunneln Beim Tunneln fahren wir mit geschlossener Hand dem Seil nach ohne die Hand zu öffnen und ohne dieses je loszulassen. Tunneln funktioniert mit allen Sicherungsgeräten inkl. HMS. Die beiden Hände werden nacheinander getunnelt, und die Bremshand bleibt immer unter der Gerätelinie. SO_Abb_Halle_Seilzopf 1 Mit der Führungshand

SO_Abb_Halle_Sicherungstechnik das Führungsseil leicht nach SO_Abb_Halle_Toprope_Uebersicht oben ziehen, um das Sicherungsgerät anzuheben. 2 Bremshand hochtunneln. 3 Führungshand hochtunneln. 4 Führungsseil mit der Führungshand nach vorne unten drücken. 5 Führungshand zum Sicherungsgerät hinziehen und gleichzeitig mit der Bremshand das Seil nach vorne durch das Sicherungsgerät einziehen. 6 Bremshand sogleich zurück in die Ausgangposition unterhalb der Hüfte.

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1 Gerätelinie

3 Tunneln

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Bremshand

Brems- und Führungshand müssen das Seil nicht nur lose umfassen, sondern immer leicht klemmen. Nur so löst ein Durchrutschen des Seils unseren Greifreflex aus, mit dem wir den Sturz zuverlässig halten.

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zurück zur Ausgangsposition

Tunneln mit geschlossener Hand dem Seil nach fahren

Nicht zu viel Seil aufs Mal einziehen, sonst können wir danach mit der Bremshand nicht mehr hochtunneln. SO_Abb_Halle_Toprope


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Klettern

Seil ausgeben 1 konstant das Seil und quetschen dieses leicht. Die Beide Hände umschliessen Bremshand bleibt immer unter der Gerätelinie. Müssen wir zwischenzeitlich 2 Seil einziehen, erfolgt das gleich wie beim Toprope sichern (siehe S. 197).

Grigri SO_Abb_Halle_Vorstieg_dynamisch Die «Gaswerkmethode» erfüllt alle Sicherheitsanforderungen, weil uns bei einem Sturz das Grigri sofort aus der Hand gerissen wird. Dann kann es wieder 1 blockieren, und wir halten nur noch das Bremsseil in der Bremshand.

Tunneln Tunneln funktioniert mit allen Sicherungsgeräten. Die beiden Hände werden SO_Abb_Halle_Vorstieg_Schnabelgeraete nacheinander getunnelt.

1 Bremsseil mit 3 Fingern umfassen. 3 2 Mit dem Zeigfinger das Grigri an der Führungsleiste stützen. 4 2 3 Den Daumen oben auf den Nocken drücken, um die Blockierfunktion ­temporär aufzuheben. 3 4 4 Mit der Führungshand das Seil durchziehen

1 Ausgangslage: Führungshand nahe beim Sicherungsgerät, Bremshand hinten unten. 2 Bremshand unterhalb der Hüfte nach vorne schieben («Schub»). 3 praktisch gleichzeitig das Führungsseil nach vorne ziehen («Zug»). 4 Führungsseil mit der Führungshand nach vorne unten drücken. 5 Bremshand unterhalb der Hüfte zurücktunneln (erst nach 4., nie beide Hände gleichzeitig tunneln).

4 SO_Abb_Halle_Vorstieg_dynamisch

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Tipp für Linkshändler: Diese Methode funktioniert auch mitSO_Abb_Halle_Vorstieg_Grigri_so der linken SO_Abb_Halle_Vorstieg_Grigri Bremshand erfreulich gut. Dabei halten wir den Zeigefinger an die Fixation des Ablasshebels.

Gerätelinie 1

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Tunneln mit geschlossener Hand dem Seil nach fahren

Schnelles Seil ausgeben Zum Klinken der Zwischensicherung muss der Sichernde manchmal schnell Seil ausgeben. BesondersSO_Abb_Halle_Vorstieg_Tunneln bei dickeren oder nicht mehr ganz neuen Seilen können die Blockierfunktionen der Halbautomaten bzw. der unterstützten Tuber dies behindern. In diesen Fällen funktionieren gerätespezifische Methoden besser, bei denen die Bremshand direkt beim Sicherungsgerät positioniert wird. Auch hier gilt: die Bremshand umfasst konstant das Bremsseil und bleibt unter der Gerätelinie.

Das ganze Grigri mit der Hand umfassen ist eine gefährliche 4 Fehlanwendung und der Grund vieler Bodenstürze: Wenn wir erschrecken, drücken wir die Hand zusammen und heben so die Bremswirkung komplett auf. 1

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Zeichnungen Bergsport Sommer, V6 / V3 29.07.2021 Schnabelgeräte Zu dieser Kategorie zählen fast alle unterstützten Tuber, SO_Abb_Halle_Vorstieg_Grigri SO_Abb_Halle_Vorstieg_Grigri_so_nicht nicht aber das Click Up.

1 Die Bremshand umfasst das Bremsseil. 2 Mit dem Daumen der Bremshand den Schnabel des Sicherungsgerätes nach vorne drücken. 3 Mit der Führungshand das Seil durchziehen. Beim Click Up existiert keine gerätespezifische Methode zum schnellen Seil ausgeben. Wir müssen also Tunneln, wie bei Revo, normalen Tubern und HMS auch.

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SO_Abb_Halle_Vorstieg_Schnabelgeraete


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