natĂŒrlich Bewusst

Vitamin D
Mythen und Fakten ĂŒber das Sonnenvitamin
Mistel
Heilpflanze zwischen Himmel und Erde
Aura-Soma
Licht und Farben fĂŒr die Psyche
MĂ€nner
Wenn Superhelden in die Wechseljahre kommen
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Vitamin D
Mythen und Fakten ĂŒber das Sonnenvitamin
Mistel
Heilpflanze zwischen Himmel und Erde
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Licht und Farben fĂŒr die Psyche
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Wenn Superhelden in die Wechseljahre kommen
Luft â das Element mit sagenhaften KrĂ€ften


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Silvesterfeier in Dresden
Liebe Leserin, lieber Leser Mann werden ist nicht schwer â Mann sein dagegen sehr. Vor allem dann, wenn man(n) so tut, als wĂ€re alles Schwierige und Unangenehme im Leben ausschliesslich Frauensache â wie zum Beispiel die berĂŒhmten Wechseljahre. Dabei trifft das sehr wohl auch MĂ€nner.
Als Partnerin eines Mannes in der zweiten LebenshÀlfte haben Sie das bestimmt auch schon bemerkt, ohne es beim Namen zu nennen. Ihr Partner sieht das bestimmt anders, allenfalls spricht er verharmlosend von einer MidlifeCrisis, denn: «MÀnner haben Muskeln, MÀnner sind furchtbar stark. MÀnner können alles, MÀnner kriegen einen Herzinfarkt.» Schön, wie Herbert Grönemeyer das Mannsein zusammenfasst, das sich auch nach vielen Jahren der AufklÀrung und der Frauenemanzipation im Kern kaum geÀndert hat.
Legen Sie Ihrem Partner doch den Artikel ĂŒber die Wechseljahre des Mannes aufs Nachttischchen. Vielleicht fĂ€llt es ihm dann leichter damit umzugehen, dass sich die Haare lichten, die Potenz mehr auf QualitĂ€t statt QuantitĂ€t setzt und der Bauch mehr eingezogen werden muss als frĂŒher â und dass er als Mann einfach auch mal nur schwach und mĂŒde und nicht mehr der JĂŒngste sein darf. Ich wĂŒnsche Ihnen einen wunderbar partnerschaftlichen Herbst.
Herzlich, Ihr

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gesund sein
08 Aura-Soma


Farbenfrohe Boten einer neuen Ăra der Medizin.
13 Sisu stÀrkt Resilienz
Wie die Finnen ihre psychische WiderstandsfÀhigkeit stÀrken.
16 Die Elemente â Luft
Wieso frische Luft fĂŒr unsere Gesundheit unabdingbar ist.
20 Vitamin D
Soll man Vitamin-D-PrÀparate nehmen und wenn ja, wie viel?
24 SchimmelkÀse
Geliebt und gehasst: die «BlaublĂŒter unter den KĂ€sen».
32 Sabine ĂŒber . . . Hektik und Ruhe.
34 Leserberatung
Von Ritalin bis Paradontose.
38 Wolfs Heilpflanze
Die Mistel ist eine lichtvolle Begleiterin durch die dunkle Jahreszeit.
42 MĂ€nner-Wechseljahre
Reizbar, schlaf- und lustlos â was kann Mann tun, wenn die Hormone verrĂŒckt spielen?
46 Gesunde Raumluft
Wir verbringen viel zu viel Zeit in RĂ€umen. Umso wichtiger ist das Raumklima.
draussen sein
52 BÀche und Ströme
Wie FlĂŒsse unser Leben prĂ€gen.
56 Remo Vetter
Bevor der Frost kommt, gibt es fĂŒr GĂ€rtner noch viel zu tun.
59 Kraftgarten
Der Winter ist die ideale Zeit, um den Garten zu planen. Vastu, Feng Shui, Geomantie und Co. liefern Inspiration.
03 Editorial | 06 Leben und heilen | 45 Liebesschule | 49 Gedankensplitter | 50 Staunen und wissen | 62 RĂ€tsel | 63 Hin und weg | 64 Neu und gut | 65 Vorschau | 66 Eva begegnet

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gewusst ?

Wer Probleme mit seinem Gewicht hat, sollte auf kĂŒnstliches Licht und den Fernseher im Schlafzimmer verzichten. Zumindest fanden Forscher am National Institute of Environmental Health Sciences (USA) einen engen Zusammenhang zwischen nĂ€chtlichem Kunstlicht und einem erhöhten Risiko fĂŒr Gewichtszunahme, Ăbergewicht und Fettleibigkeit. Dass Beleuchtung am Abend durch Fernsehbildschirme, Smartphone- oder Tablet-Displays das Einschlafen stören kann, ist schon lĂ€nger bekannt. Dies gilt auch fĂŒr die Tatsache, dass der Körper bei Schlafmangel vermehrt das appetitanregende Hormon Ghrelin freisetzt. MM
Schulterverletzungen sollte man operieren lassen. Zu diesem Schluss kommt zumindest eine Untersuchung des Horten-Zentrums der Uni ZĂŒrich. Kleine und mittlere Verletzungen lassen sich mit einer Physiotherapie oder durch eine Operation behandeln. Kurzfristig ist der Erfolg beider Methoden gleich. Aber: Nach zehn Jahren sind immer noch 70 Prozent der Operierten mit dem Ergebnis zufrieden. Bei den Patienten mit Physiotherapie sind es lediglich 40 Prozent. evimed.ch

Mumien mit GefÀssverkalkung
Schon vor 4000 Jahren litten JÀger und Sammler aus den Anden an Arteriosklerose, wie neue Untersuchungen von Mumien zeigen. Damit ist klar, dass die GefÀssverkalkung keine reine Zivilisationskrankheit ist. scinexx.de


Vena cava atemvariabel. V. a. intraund extrahepatische Cholesta. HÀÀÀÀ?
VGesunder Lebensstil hilft mehr als Medikamente
erĂ€nderungen des Lebensstils (viel körperliche Bewegung, gesunde ErnĂ€hrung, nicht rauchen und höchstens wenig Alkohol trinken) sind die kostengĂŒnstigste und nachhaltigste Massnahme, um Risiken fĂŒr Herz KreislaufErkrankungen und andere nicht ĂŒbertragbare Krankheiten zu reduzieren. Zu diesem Schluss kommt eine wissenschaftliche Auswertung eines gross angelegten PrĂ€ventionsprogramms der finnischen Gesundheitsbehörden. «In der gegenwĂ€rtigen globalen Situation ist dies eine wichtige Lehre», schreiben die Studienautoren. Im Gegensatz zu solcherlei PrĂ€vention kann man mit FrĂŒherkennung keine Krankheiten verhindern, sondern im besten Fall die Folgen von Krankheiten mindern. infosperber.ch
â Prostatakrebs
Eine ergĂ€nzende Bestrahlung nach der operativen Entfernung der VorsteherdrĂŒse bringt Prostatakrebs-Patienten nicht unbedingt Vorteile. Abwarten sei eine ebenso gute Lösung, wie die bisher grösste Studie zum Nutzen postoperativer Bestrahlung nahelegt. Demnach machte es fĂŒr den langfristigen Verlauf der Erkrankung keinen Unterschied, ob direkt routinemĂ€ssig bestrahlt wurde oder nur im Falle eines frĂŒhen Rezidivs.
The Royal Marsden NHS Foundation Trust â Herzkrankheiten
Medizinische Diagnosen und Behandlungskonzepte sind fĂŒr Laien oft schwer verstĂ€ndlich. Beim CafĂ© Med helfen (pensionierte und aktive) Ărzte unentgeltlich weiter. Sie beantworten Fragen, beurteilen BehandlungsvorschlĂ€ge und zeigen mögliche Alternativen auf. Das Angebot ins Leben gerufen hat die Akademie Menschenmedizin , die sich fĂŒr ein «menschengerechteres und auch zukĂŒnftig bezahlbares Gesundheitswesen» einsetzt.
Café Med
18. November, 14 bis 17 Uhr Restaurant Aarauerstube Bahnhofstrasse 78, Aarau
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich
Weitere Infos, Termine und Orte: www.menschenmedizin.ch

â Trutz E. Podschun «Psychizin. Die neue Einheit von Körper und Geist», Tectum Sachbuch 2019, ca. Fr. 36.â
Die Einheit von Körper und Geist ist einer der wesentlichsten Aspekte mensch lichen Seins. Doch dieser Tatsache wird in der Schulmedizin kaum Beachtung geschenkt. Der Biochemiker Trutz Podschun möchte dies Ă€ndern und plĂ€diert fĂŒr eine «neue Einheit von Körper und Geist». Basierend auf den Kenntnissen der Quantenphysik hat er eine «Quantenbiologie» entwickelt, die nicht nur eine wissenschaftliche ErklĂ€rung fĂŒr Seele und Geist liefert, sondern auch zu einer «Psychizin» fĂŒhrt, welche den Dualismus descartscher PrĂ€gung ĂŒberwindet. Keine leichte Kost. Wer sich aber darauf einlĂ€sst, dringt tief ein in einen faszinierenden Aspekt menschlicher Gesundheit, dessen Erforschung erst begonnen hat. krea

Eine blinde und kranke Frau erschafft ein Farbsystem, das zu Selbsterkenntnis und Heilung fĂŒhren soll. Was steckt hinter Aura-Soma, und was drin?
Eine Spurensuche zwischen Himmel und Erde.
Text: Andreas Krebs
en Himmel auf die Erde bringen.» Als mir
Thomas Kindt die Bedeutung des Equilibriums Nr. 30 mit den Farben Blau ĂŒber Rot erlĂ€utert, bin ich tief berĂŒhrt. Ich vibriere vor Freude; TrĂ€nen der RĂŒhrung steigen in mir auf. Offenbar gibt es da eine Resonanz zwischen Kindts Worten, dem Aura-Soma-FlĂ€schchen respektive den Farben und mir. Dabei war es vor Kurzem noch undenkbar, dass ich einen Aura-Soma-Berater aufsuche. Schon gar nicht nach der LektĂŒre ĂŒber das «System der Licht-, Farb-, Pflanzenund Kristallenergien». Ziemlich esoterisches Geschwurbel. Wieso ich dann doch bei Thomas Kindt in WĂŒrenlos AG gelandet bin? Weil ich eine der grössten biodynamischen Farmen Englands besucht habe: die Shire Farm in der Grafschaft Lincolnshire, etwa drei Autofahrstunden nördlich von London. Hier werden fĂŒr die Aura-Soma-Produkte Farb-, Duft- und Heilpflanzen wie Bergamotte, Hanf, Flachs, Ringelblume, Rose, RĂŒebli und viele mehr angebaut. SpĂŒr- und sichtbar liebevoll wird auch das hĂŒgelige Land behandelt: ĂŒber 500 Hektaren. Mehrere Quellen speisen BĂ€chlein, die durch zwei TĂ€ler fliessen. Auf traditionelle Weise geknickte Hecken strukturieren das Nutzland; und sie brechen den Wind und bieten Feldhasen, HaselmĂ€usen und Vögeln Schutz. Von den Feldern ist das typische «Kirrek» des Rebhuhns zu hören und das «Kjokock» des Fasans. Aus dem mit regionalen BĂ€umen aufgeforsteten jungen Wald ruft es vielstimmig: ziirp, tsiii, tschilp-tschilp, tĂŒcktĂŒck-tĂŒck, tut-truuu-trur . Schafe und Rinder grasen und wiederkĂ€uen und verbessern mit ihrem Mist die Bodenfruchtbarkeit. Ziemlich geerdet. Eine gute Vorbereitung, fĂŒr das, was nach dem Besuch der Shire Farm folgte.
Folgt man dem Nullmeridian, der durch die Shire Farm verlĂ€uft, nach Norden, gelangt man auf den «Blue-Stone Ridge», einen HĂŒgel mit GrĂ€bern der frĂŒhen Kelten. Von hier sieht man auf der anderen Seite des HĂŒgels Dev-Aura, das internationale Zentrum von Aura-Soma in Tetford. Den «Vicky Wall-Memorial Garden» mit Teich und Tempel ĂŒberragt eine hundertjĂ€hrige Linde, der «GlĂŒcksbaum» von Vicky Wall, der BegrĂŒnderin von Aura-Soma. Zum Umarmen ist der Baum viel zu dick; aber an ihn schmiegen, das geht. Und etwas wĂŒnschen auch. Es heisst, WĂŒnsche, die von Herzen kommen, erfĂŒllt die Linde. Vom Garten fĂŒhrt ein Pfad zu einem schmucken Landhaus mit grossem Seminarraum. Durch die vielen Oberlichter und die grossen Fenster strömt viel Licht hinein. An den WĂ€nden hĂ€ngen Chakra-GemĂ€lde und Bilder von Engeln und «aufgestiegenen Meistern » wie Christus und St. Germain; den Raum schmĂŒcken grosse Kristalle und Edelsteinkugeln, riesige Klangschalen und Statuen von Buddha, Ganesha, Drachen, Pegasus und Engeln. Puuh! Heftig spirituell.
Um wieder Bodenhaftung zu gewinnen, machen wir uns auf den Weg in die Firma, wo die Pflanzen von der nahen Shire Farm verarbeitet werden. Mike Booth, PrĂ€sident der Aura-Soma-Produkte Ltd., empfĂ€ngt uns und lĂ€sst Tee kredenzen. Es entwickelt sich ein GesprĂ€ch ĂŒber Gott und die Welt, ĂŒber 5G und Impfungen, ĂŒber die Geheimnisse des Wassers, des Lichts und der Farben und die Geburt einer neuen Art Medizin: einer Medizin, die den Menschen
holistisch heile. «Licht, Farben und KlĂ€nge sind die Heilmittel der Zukunft», ist Booth ĂŒberzeugt. Jede Krankheit, jedes Unwohlsein habe eine Ursache: das Nichtwissen um den Platz und den Sinn im Leben. Das wohl wesentlichste Ziel von Aura-Soma sei denn auch das Finden und ErfĂŒllen seiner Mission, der Lebensaufgabe. Wer bin ich? Woher komme ich? Wohin gehe ich? Aura-Soma könne den Weg weisen. «Es ist ein Hilfsmittel fĂŒr die persönliche Entwicklung. Es stĂ€rkt die Wahrnehmung und das Bewusstsein. Aura-Soma heilt, indem es unser Erwachen fördert.» Dazu meditiere man ĂŒber die Farben, gebe sich dem Duft hin, reibe die Essenzen ein oder fĂ€chle sie in die Aura. Das fĂŒhle sich an wie eine Umarmung aus Licht.
Geladen mit Licht, Farben und Worten
Ziemlich ĂŒberzeugt, auch von sich, der Mann. Galant und gastfreundlich, und mit einem LĂ€cheln fĂŒr jede Mitarbeiterin. Er fĂŒhrt uns in die Labors und öffnet alle TĂŒren, sogar die zum Heiligsten. Bevor die Aura-Soma-Substanzen dort durch eine Art technische Invokation energetisch aufgeladen werden, haben sie einen langen Weg hinter sich. Das Wasser fliesst von der Quelle bis in die Manufaktur durch verdrehte Kupferrohre. Die KrĂ€uter und BlĂŒten und Wurzeln liegen mindestens ein Jahr im Alkohol. Es brauche Zeit und Liebe, Achtsamkeit und Bewusstheit, so Booth. Im laut ihm grössten Oloid Europas wird gefĂ€rbtes LotusblĂŒten- und Olivenöl mit Quellwasser und KrĂ€uter- und Kristallessenzen gemischt. Stundenlang. Die achterschleifenförmige Bewegung fĂŒhrt zu einer besonders guten Durchmischung. Dann öffnet Booth die TĂŒr zu einem kleinen, geheimnisvollen, Raum. Er hat tatsĂ€chlich etwas Heiliges. Hier trifft Wissen aus alter Zeit auf moderne Erkenntnisse. Die Substanzen werden ein finales Mal energetisch aufgeladen: mit verschiedenfarbigem Licht, goldenen Pyramiden und kupfernen Platten, in die Zahlen, Worte, Symbole und seltsame Zeichen geĂ€tzt sind. Dann ist da noch etwas, das aussieht wie ein alter Taschenrechner. Aber statt Zahlen gibt man Worte ein. «Zur Invokation», erlĂ€utert Booth. Invokation ist eine magische Technik zur Anrufung Gottes und der Heiligen. «Aura-Soma steht in Verbindung mit alten Weisheitssystemen wie dem chinesischen I Ging, der indischen Chakrenlehre und der jĂŒdischen Kabbala», sagt Booth. Der Apfel fĂ€llt nicht weit vom Stamm. Vicky Wall wurde 1918 als siebtes Kind geboren. Wie ihr Vater, ein Chassidim. Er war Meister der Kabbala und des Zohars. FrĂŒh fĂŒhrte er seine hellsichtige Tochter, die die Aura der Menschen sehen konnte, in das Wissen ĂŒber die Heilkraft der Pflanzen ein. Sie machte zunĂ€chst eine Ausbildung zur Fusspflegerin, dann zur Apothekerin. «Mein Leben ist immer ein stilles Gebet gewesen, gesprochen im absoluten Glauben an ein Höheres Bewusstsein», schreibt sie in ihrer Biografie. Nach einem schweren Herzinfarkt hatte sie eine Nahtoderfahrung. «Farben sind das Werkzeug, durch das das Göttliche die Menschen erreicht», hatte sie erfahren. Mit 65 erblindete Vicky Wall. Vielleicht war nur so die Geburt von Aura-Soma möglich. Sie schreibt: «Mit dem Verlust des physischen Sehvermögens war ein gewaltiges Einströmen innerer Schau einhergegangen. Ich war nun vollkommen Dienerin des Höheren Selbst, das mich fĂŒhrte und durch mich wirkte. Mein Niederes Selbst war völlig leer.»

Aura-Soma vereint Farb-, Heilstein-, Lichtund Aromatherapie. Es wird bezeichnet als «non-intrusive soul-system», als System fĂŒr die Seele, das sich nicht aufdrĂ€ngt und die Auswahl dem Einzelnen ĂŒberlĂ€sst. Denn Körper und Geist wissen instinktiv, was sie benötigen, damit es uns gut geht. Die Farbkombinationen orientieren sich an der indischen Chakrenlehre und wirken insbesondere auf die Aura und den Astralkörper. Sie sollen helfen, in Harmonie zu kommen und seelische wie körperliche Leiden zu lindern.
D ie Equilibrium-Flasche Nr. 116, Königsblau ĂŒber Magenta, trĂ€gt den Namen «Queen Mab â Königin der Feen». Sie ist die bislang letzte Flasche, die «geboren» worden ist. Wie Vicky Wall empfĂ€ngt Mike Booth neue Rezepturen medial. Seine erste Flasche war die Nr. 44, «Der Schutzengel». Die Flaschen 0 bis 43 stammen von Vicky Wall; alle folgenden von Mike Booth. «Das System lebt und wĂ€chst mit uns Menschen. Niemand weiss, wann es aufhört», sagt er. Auch Vicky Wall sah in Aura-Soma eine «evergrowing therapy», eine Therapie, die sich immer weiterentwickelt.
Neben den Equilibrium-Flaschen gibt es viele andere Produkte von Aura-Soma, z. B. 15 Quintessenzen und 15 Pomander sowie dazu passende Raumsprays. Die Pomander können Ă€hnlich wie ParfĂŒms verwendet werden und dienen dem Schutz. Sie sollen das elektromagnetische Feld des Menschen ausbalancieren. Die Quintessenzen enthalten zusĂ€tzlich zu den Energien der Edelsteine und der Pflanzen «Informationen von aufgestiegenen Meistern» wie Christus, Isis, Hilarion, El Morya oder Djwal Khul. Die Quintessenzen sollen die Emotionalebene nĂ€hren und stĂ€rken und dem Anwender das Vertrauen in seine Vollkommenheit zurĂŒckgeben.
Der bewusste, achtsame Umgang mit den Produkten ist eine kleine Auszeit vom Alltag und kann neue Impulse schenken. Und so gehts:
Equilibrium: Flasche mit der linken Hand schĂŒtteln, bis sich Wasser und Ăl verbinden, einige Tropfen in die HandflĂ€che geben und die Essenz einreiben â intuitiv dort, wo sie gebraucht wird.
Pomander: ein paar Tropfen in die HandflÀche geben, verreiben und in die Aura fÀcheln.
Quintessenzen: ein paar Tropfen auf den Puls geben, verreiben und in die Aura fÀcheln.


Die Geburt von Aura-Soma
1. Aura-Soma ist eine «nicht eingreifende Therapie fĂŒr die Seele». Das bedeutet: Der Patient wĂ€hlt seine Farbkombination selbst, ohne Zutun eines Therapeuten.
2. Auf der Shire Farm lĂ€dt ein rund zwei Kilometer langer «Chakra-Pfad zur Heilung der Erde» zur Begehung und Kontemplation ein. Höhepunkt der sieben individuell gestalteten Stationen â den sieben Hauptchakras entsprechend â ist die vierte Station: das Herz-Chakra mit dem herzförmigen Teich und einem Skulpturengarten.
3. Im «Vicky Wall-Memorial Garden» im britischen Tetford steht Vicky Walls «GlĂŒcksbaum»: eine mĂ€chtige Linde. Es heisst, WĂŒnsche, die von Herzen kommen, erfĂŒllt der Baum.
1983: In einer Meditation vernimmt Vicky Wall eine leise, sanfte, altbekannte Stimme, der sie schon oft gefolgt ist. Doch dieses Mal konnte sie nichts anfangen mit der Botschaft: «Teile die Wasser, mein Kind.» Am Tag danach: dasselbe. Beim dritten Mal konnte sie die Stimme nicht mehr ignorieren: «Ich musste gehorchen und verliess das Bett. ( ) Ich kann mich weder an die nĂ€chsten Stunden erinnern, noch daran, wie Balance* eigentlich geboren wurde. Alles, was ich weiss, ist, dass andere HĂ€nde die meinen gefĂŒhrt haben.» Sie wusste zunĂ€chst nicht, wofĂŒr die Flaschen mit den zwei farbigen Phasen gut waren. Aber sie wusste, «dass mir alles offenbart werden wĂŒrde, wenn die Zeit dafĂŒr reif wĂ€re».
Auch der Name «Aura-Soma» hatte sich ihr in der Meditation offenbart. «Aura» kommt aus dem Altgriechischen und steht fĂŒr Aurora, die Göttin der Morgenröte; «Soma» heisst im Griechischen «Wesen» und im Sanskrit «lebendige Energien». Aura-Soma könnte man also ĂŒbersetzen mit «die Morgenröte ist das Wesen der lebendigen Energie» (= Morgenstund hat Gold im Mund). Oder: Licht ist Energie, ist Leben. Ihre «Juwelen», wie sie ihre Schöpfung nannte, seien «Schaufenster Gottes» und alle, die hinein sahen, wĂŒrden einen Spiegel ihrer Seele und ihrer BedĂŒrfnisse finden: «Du bist die Farbe, die du wĂ€hlst, und diese reflektiert die BedĂŒrfnisse deines inneren Wesens.» Das BedĂŒrfnis nach Liebe sei allumfassend, so Vicky Wall. Und weiter: «Das Tor zu aller Heilung ist Hingabe und der SchlĂŒssel, der dieses Tor öffnet, ist Liebe.»
Vicky Wall verstarb im Januar 1991. Mit Aura-Soma hinterlasse sie «ein grosses Geschenk an die Menschheit», sagt ihr Nachfolger Mike Booth. Sieben Jahre habe er bei Vicky gelernt, bevor er, ebenfalls medial, seine erste Rezeptur empfing und seine erste Flasche kreierte: die Nr. 44, «Der Schutzengel». 72 Flaschen folgten bis heute. Bis ich bereit war, das Geschenk anzunehmen, dauerte es eine Weile. Doch dann ĂŒberwand ich mich und suchte im Internet nach einem Aura-Soma-Berater. Die meisten sind Frauen. Nichts gegen Frauen, aber es zog mich dann doch zu einem Mann â zu Thomas Kindt eben. Er hat ein Unternehmen gefĂŒhrt (Mörtel, Putz und Farben) und ein Buch geschrieben: «HerzManagement». Das war mir bodenstĂ€ndig genug. Ich fuhr also nach WĂŒrenlos und klingelte bei «Praxis SeelenrĂ€ume öffnen»: «Thomas», stellte er sich
* Die von Vicky Wall Balance genannten Flaschen heissen heute Equilibrium, was «Gleichgewicht, Balance» bedeutet.
« Du bist die Farbe, die du wĂ€hlst, und diese reflektiert die BedĂŒrfnisse
Vicky Wall (1918â1991), BegrĂŒnderin von Aura-Soma
vor, und Thomas Kindt war mir sofort sympathisch. Beste Voraussetzungen fĂŒr eine Beratung.
Licht und Liebe ins Leben bringen Wir sitzen in einem grossen hellen Wohnraum. Mir, dem Klienten, gegenĂŒber stehen auf einem Lichtschrank die Equilibrium-Flaschen. Alle 116. Diese FarbenfĂŒlle: magisch! Im Licht funkeln die Flaschen tatsĂ€chlich wie Juwelen. Vicky Wall hat Recht: Farben berĂŒhren den Menschen; sie lösen etwas aus in ihm. «Farben und Licht sind universell», sagt Kindt. Deshalb sei Aura-Soma allen zugĂ€nglich und könne fĂŒr Therapeuten jeglicher Richtung ein Werkzeug sein. «Viele kommen, wenn sie in einer seelischen Not sind. Oder wenn sie sich fragen: âčWohin geht meine Reise?âș» Eine VerĂ€nderung anzugehen, altbekannte Wege zu verlassen, braucht Mut, weiss Kindt. «Aura-Soma macht Mut. Die Anwendung kann Unbewusstes beleuchten und helfen, störende Muster zu durchbrechen.» Der Klient wĂ€hle die Flaschen selber, ohne sein Zutun. Er als Berater mĂŒsse sich ganz frei machen: «Ich muss ohne âčVor-Stellungâș sein. Loslassen. Mich ganz leer machen.»
Es gibt verschiedene Wege, seine Flaschen zu wĂ€hlen. Die gĂ€ngigsten sind Herzentscheid und Intuition. So habe ich in Tetford meine Flaschen gewĂ€hlt. Nun entscheide ich mich fĂŒr die Variante Geburtsdatum. Wir wĂ€hlen die Flaschen also nach Zahlen: 24, 10, 19, 76. «An dem Tag sind viele geboren», sage ich. Thomas kontert: «Wenn ich Gelb ziehe, kann es etwas ganz anderes bedeuten, als wenn du Gelb ziehst.» Logisch. Und inspirierend, was Thomas ĂŒber «meine» Farben berichtet. Die Quersumme des Geburtsdatums ergibt die Flasche 30, «Den Himmel auf die Erde bringen.» «Wenn wir Licht reinbringen», sagt Thomas, «dann wird unser Leben leichter. Wir sind vollkommene Lichtwesen â wenn wir fĂŒhlen, was das bedeutet, werden wir zum âčHimmel auf Erdenâș. Du willst, dass auch andere spĂŒren, dass sie âčHimmel auf Erdenâș sind. Dass sie fĂŒhlen, was das bedeutet.» Es gehe in unserem Leben darum, zurĂŒckzufinden in diese Ganzheit, sagt er. «Wir sind ja von Anfang an Ganz und Vollkommen. Wir sind Licht- und Farbwesen. Wir haben es nur vergessen.» Wir Menschen wollten heimkommen zu uns selber; in unsere Mitte ankommen: «Dort, wo keine Gebrechen existieren. Dort, wo wir völlig gesund sind.» Und wie gelangt man dorthin? «Indem wir der Freude folgen auf der Suche nach dem, was uns glĂŒcklich macht», sagt Kindt. «Es geht immer darum, Licht und Liebe ins Leben zu bringen.» Ein Aura-Soma-Ritual ist eine Möglichkeit, das bewusst und achtsam zu tun. //

1. Die Produkte von Aura-Soma enthalten AuszĂŒge von insgesamt 49 Pflanzen (im Bild: RingelblumenblĂŒten). Viele von ihnen werden auf der nahen Shire Farm kultiviert.
2. Die Shire Farm umfasst ĂŒber 500 Hektar Ackerland. Bei dessen Bewirtschaftung werden die feinstofflichen Wesen der Pflanzen (Devas) und der Landschaft (Sylphen, Elfen, Nixen, Undinen, Alben, Gnome usw.) miteinbezogen.
3. «Aura-Soma wirkt auch ohne Therapeuten», betont Thomas Kindt (Bild). Die Worte können aber wichtig sein und viel auslösen. FĂŒr Vicky Wall war die persönliche Beratung ein zentraler Punkt von Aura-Soma: «Sie lĂ€sst einen Raum entstehen, in dem das Innerste des Menschen berĂŒhrt wird und in dem die Seele sich ausdehnen und entfalten kann, wenn sie sich im Spiegel der Farben an sich selbst erinnert.»


Heilen mit Farben
Die Farbtherapie zĂ€hlt zu den Ă€ltesten Heilverfahren. Schon im alten Ăgypten wurden Kranke mit Farbpasten bestrichen oder in farbige TĂŒcher gewickelt. Im Taoismus werden Elemente, Jahreszeiten, Charaktereigenschaften und die Organe Farben zugeordnet. So ist die Farbtherapie ein fester Bestandteil der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Und auch bei uns heilt man Babys, die Gelbsucht haben, mit blauem Licht. Blau senkt zudem den Blutdruck, die AktivitĂ€ten der Gehirnwellen und kann sogar EntzĂŒndungen lindern.
Bekannt ist auch die unterschiedliche Wirkung von Farben auf die Psyche: GrĂŒn beruhigt und harmonisiert; Rot vermittelt ein GefĂŒhl der WĂ€rme und macht aktiv oder gar aggressiv; Rosa entspannt und neutralisiert AggressivitĂ€t; TĂŒrkis vermittelt geistige Offenheit; Orange Optimismus und Lebensfreude; Gelb macht Dinge grösser und zieht den Blick an. Diese unterschiedlichen Farbstimmungen macht sich die moderne Farbtherapie (Chromotherapie) zunutze, um psychische Beschwerden zu behandeln.
Wir stehen erst am Anfang der Erforschung der Macht der Farben. JĂŒrg Reinhard schreibt in «Heilung aus dem Kosmos»: «Die Farben sind der SchlĂŒssel zur Welt- und Geisterkenntnis.»









































Sisu heisst der finnische Weg zu mentaler StĂ€rke und Entschlossenheit. Sisu ist trainierbar wie ein Muskel. Die winterliche Natur bietet dafĂŒr viele Gelegenheiten.
Text: Lioba Schneemann

Viele Elemente der nordischen Lebensweise steigern das Wohlbefinden, die Gesundheit und das LebensglĂŒck, sagen Wissenschaftler. Ein gutes Beispiel dafĂŒr ist Finnland. Hier lebt gemĂ€ss dem World Happiness Report der UN das glĂŒcklichste Volk der Erde; und hier hat sich auch eine Lebenshaltung entwickelt, die zu mentaler StĂ€rke, Mut und Ausdauer fĂŒhrt. Vielleicht hĂ€ngt ja beides zusammen, «Sisu», wie die Finnen ihre Haltung nennen, und das GlĂŒck.
Sicher tragen auch das soziale Sicherheitsnetz, die politische StabilitĂ€t, die Investition in Bildung und die Gesellschaft allgemein, die ausgedehnten WĂ€lder und die vielen Seen zum GlĂŒck bei. Jedoch scheint die Lebenshaltung ein wesentlicher Faktor zu sein. Es lohnt sich also, nĂ€her hinzuschauen.
Das Unmögliche tun
«Sisu ist eine Haltung, auch in schwierigen Situationen den Mut zu bewahren und auf seine innere StĂ€rke zu vertrauen», erklĂ€rt die Autorin Katja Pantzar in ihrem Buch, in dem sie sich mit der finnischen Lebensart befasst. Die gebĂŒrtige Kanadierin beschreibt, wie ihr die besondere Kombination der nordischen Lebensweise zu ihrem persönlichen «Sisu» und einem nachhaltigen LebensglĂŒck verhalf. Die einst chronisch ĂŒberarbeitete Journalistin war jahrelang geplagt von Perfektionismus, Depressionen und Ăngsten. In Finnland fand sie eine neue Art des Lebens â dank einer «Sisu»-MentalitĂ€t: Man könnte es als eiskalte Entschlossenheit bezeichnen, die dich das Unmögliche tun lĂ€sst.
«Sisu ist ein altes finnisches Konzept, das mentale ZĂ€higkeit, Standhaftigkeit und die FĂ€higkeit beinhaltet, Stress auszuhalten, wĂ€hrend man aktiv versucht, scheinbar Unmögliches zu erreichen», erklĂ€rt Pantzar. Anfangs hatte sie es als Dickköpfigkeit abgetan, mit Verschrobenheit und Sparsamkeit verwechselt. Jedoch ist die finnische Haltung weit mehr als reiner nordischer Pragmatismus â etwa wenn man auch im Winter mit dem Velo fĂ€hrt anstatt ins Auto steigt; und es ist weit mehr als Mumm â etwa wenn man bei minus fĂŒnfzehn Grad Celsius Lufttemperatur in vier Grad kaltes Wasser hĂŒpft oder sich in 100 Grad heisse Luft setzt. Der grosse finnische Komponist Johan Julius Christian («Jean») Sibelius (1865â1957) hat es so gesagt: «Sisu ist wie ein metaphorischer Schuss in den

«Sisu ist wie ein metaphorischer Schuss in den Arm, der das Individuum dazu befÀhigt, das Unmögliche zu vollbringen. »
Christian Sibelius, 1865â1957
Arm, der das Individuum dazu befÀhigt, das Unmögliche zu vollbringen.»
Die Kraft der Krise
Das Wort «Sisu» kann man nicht korrekt ĂŒbersetzen. Es bedeutet so etwas wie «Inneres» und hat mehr mit unserer Haltung und weniger mit den Ă€usseren UmstĂ€nden zu tun. Das Wort wird mindestens seit dem 16. Jahrhundert verwendet; man findet es in alten SchriftstĂŒcken, um den Charakter von Menschen oder auch das Innere von etwas zu beschreiben. Dass sich in Finnland ein solches Lebenskonzept entwickelt hat, hat offensichtlich auch historische GrĂŒnde: Das Land war immer wieder von Fremden besetzt; es herrschten viele Kriege mit vielen Opfern, zudem Hungersnöte; und nicht zuletzt sind die Wetterbedingungen vor allem im Norden des Landes mitunter sehr hart. «Herausforderungen sind gute Gelegenheiten, um weiterzukommen», sagt die «Sisu»-Forscherin Emilia Lathi. Wichtig sei, sich aktiv in Situationen zu begeben, die uns herausfordern, damit wir sehen könnten, wozu wir fĂ€hig seien. Unsere Ăberzeugungen seien wesentlich: «Wenn ich denke, dass ich etwas schaffen oder bewirken kann, wirkt sich das direkt auf mein Handeln aus.» Wesentlich sei es auch, sich auf den Gedanken einzulassen, dass unsere FĂ€higkeiten nicht festgelegt sind. «Dann können wir wachsen.» Die finnische Psychologin ist davon ĂŒberzeugt, dass wir unermessliche Energie in uns haben, zu der wir erst Zugang erhalten, wenn wir sie wirklich brauchen. Eine Krise sei darum eine einmalige Gelegenheit, Zugang zu dieser inneren StĂ€rke zu finden.
Finninnen und Finnen suchen solche Herausforderungen, indem sie sich beispielsweise in die KĂ€lte wagen. Die Tausenden Seen Finnlands laden eben auch im geschlagenen Eisloch zum Bade ein! Glaubt man Wissenschaftlern, ist das Winterschwimmen
Tipps fĂŒrs Winterschwimmen
â Bevor man sich ins eiskalte Wasser begibt, sollte man sich Ă€rztâ lich untersuchen lassen. Nur gesunde Personen sollten dies tun.
â AusrĂŒstung: MĂŒtze, Handschuhe und Neoprenschuhe schĂŒt zen die empfindlichs ten Körperstellen.
â Nicht ins Wasser sprin gen, sondern sich langsam hineingleiten lassen.
â Nie alleine, immer in Begleitung! Nur wenige Sekunden bis Minuâ ten im Wasser bleiben. Zuvor aufwĂ€rmen ist ratsam; danach sofort warme Kleider anzie hen.
â Man kann erst kalt du schen, um den Körper an die KĂ€lte zu gewöhnen.
â Alkohol ist tabu. Viel warmen Tee trinken.

Katja Pantzar, «Sisu. Der finnische Weg zu Mut, Ausdauer und innerer StĂ€rke » , Ehrenwirth 2018, ca. Fr. 32.â
ideal, um mehr Widerstandskraft und Selbstbewusstsein zu entwickeln.
Die VorzĂŒge dieser KĂ€ltetherapie auf Leiden wie zum Beispiel Arthritis, Rheuma und gegen Schmerzen hat das Finnische Institut fĂŒr Arbeitsmedizin erforscht. Die Studien des Mediziners Hannu RintamĂ€ki zeigen auf, dass das Baden im eiskalten Wasser die Blutzirkulation verbessert und dem Immunsystem einen enormen Schub gibt. Nach dem Endorphinrausch, den ein dreissig- bis sechzigsekĂŒndiges Bad in wenigen Grad kaltem Wasser bewirkt, stellt sich ein GefĂŒhl der Ruhe ein. Die eisige Kur kurbelt ausserdem die WohlfĂŒhlhormone wie Serotonin, Dopamin und Oxytocin an. Und Schmerzen werden weniger, wenn man sich dem KĂ€lteschock stellt.
Auch Schriftstellerin Katja Pantzar schwört auf das Baden im eiskalten Wasser. Ihr Leben habe sich auch dadurch grundlegend verĂ€ndert, schreibt sie: «Mit der Zeit stellte sich das Winterschwimmen als Heilmittel gegen die zermĂŒrbenden depressiven Phasen heraus.» Kombiniert mit der nordischen Lebensweise half es ihr, eine Art Widerstandskraft und Ausdauer zu finden: «Dieser spezielle Mut unterstĂŒtzt mich dabei, mein Wohlbefinden wiederzuerlangen und zum ersten Mal mein Leben wirklich in die Hand zu nehmen», schreibt sie.
Der Körper stÀrkt den Geist
NatĂŒrlich ist es ratsam, erst nach Ă€rztlicher AbklĂ€rung sowie mit guter Vorbereitung und gemeinsam mit anderen ins kalte Wasser zu steigen (siehe Box links). Alternativ, wenn auch weniger wirkungsvoll, ist kaltes Duschen. Was dabei fehlt, ist die Verbindung zur Natur und zum Wetter. Dieser Kontakt sei, so der finnische Forscher RintamĂ€ki, ein weiterer Aspekt, der heilend wirke. Wer es sanfter mag und sich was Gutes tun will, kann einfach tĂ€glich und bei jedem Wetter möglichst ausgedehnte SpaziergĂ€nge machen. Frische Luft, Sonnenlicht, Bewegung â eine bessere Art, sich gesund zu halten, gibt es nicht.
Ist nun aber die mentale ZĂ€higkeit die Basis oder bringt körperliches Wohlbefinden erst eine «Sisu»MentalitĂ€t hervor? TatsĂ€chlich steht beides in Wechselwirkung â es befruchtet und stĂ€rkt sich gegenseitig: Wer ins kalte Wasser steigt, muss mental stark sein, um die Effekte im Körper ertragen zu können â andersherum stĂ€rkt ein fitter Körper auch den Geist, das besagt zumindest die Embodiment-Theorie. Embodiment (deutsch: Verkörperung, Inkarnation oder Verleiblichung) ist eine These aus der neueren Kognitionswissenschaft, nach der Bewusstsein einen Körper benötigt, also eine physikalische Interaktion voraussetzt. Die Psyche ist demnach stets in einen Körper eingebettet. Körperlichkeit beeinflusst Einstellungen, Emotionen und Handlungen des Menschen oft auf unterschwellige Weise. Ratsam ist es, auf konstruktive Art und Weise mit seiner mentalen und körperlichen StĂ€rke umzugehen. Es gibt auch ein «Zuviel an Sisu», wie Pantzar schreibt: Dann, wenn man keine Hilfe sucht und sich zu viel zumutet. //

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« Wem seine Gesundheit lieb und teuer ist, biete das Mögliche auf, in reiner Luft seine Zeit zu verbringen.»
Sebastain Kneipp (1821â1897)

Mit jedem Ein- und Ausatmen verbinden wir uns mit dem Himmel. Jeder Atemzug ist Spiritus, Lebensgeist. Bleibt uns die Luft weg, sterben wir innert Minuten. Grund genug, uns nĂ€her zu befassen mit dem Unsichtbaren, dem Ăther, der uns umhĂŒllt und mit dem Odem am Leben hĂ€lt.

Schon der antike griechische Philosoph und Astronom Anaximenes (ca. 585â524 v. Chr.) befasste sich intensiv mit dem Element Luft. In seinem Werk «Ăber die Natur» betrachtete er die Luft als Urstoff, der unbeschrĂ€nkt vorhanden ist. Nach seiner Theorie entstanden aus verdichteter Luft das Wasser und die Gesteine und aus verdĂŒnnter Luft ging das Feuer hervor. Nach seiner Vorstellung entstanden die Gestirne aus der Erde; sie alle waren flach und breit und trieben auf der Luft dahin. Den Himmel beschrieb Anaximenes als eine ĂŒber der Erde liegende Halbkugel oder Kristallschale; auf Bahnen, die sich auf dieser Halbkugel befanden, umkreisten die Gestirne die Erde.
Heute wissen wir, dass Luft kein Grundelement, sondern ein Gemisch von Gasen in der ErdatmosphĂ€re ist. Ein grosser Teil der Lebewesen auf unserem Planeten bezieht ĂŒber die Luft Energie und hĂ€lt damit den Stoffwechsel und die KörperwĂ€rme aufrecht. Das gilt auch fĂŒr den Menschen. Deshalb ist Luft fĂŒr uns lebenswichtig: Der Atem hĂ€lt uns am Leben. Wir können im Extremfall mehrere Tage ohne Nahrung und wenige Tage ohne Wasser auskommen; die Atmung hingegen ist derart lebenswichtig, dass beim Menschen bereits nach wenigen Minuten ohne Sauerstoff ir reversible SchĂ€den oder sogar der Tod eintreten. Wenn wir aufhören zu atmen, sterben wir â und wenn wir sterben, kommt irgendwann der letzte Atemzug: Wir hauchen unser Leben buchstĂ€blich aus.
Götter und Symbolik
Luft ist im Normalfall unspektakulĂ€r und wir bemerken sie gar nicht. Erst wenn uns die Luft ausgeht oder wir ausser Atem kommen, wird uns bewusst, wie wichtig dieses Element fĂŒr uns ist. Wenn sich Luft bewegt, entstehen Winde und StĂŒrme. Deshalb sahen verschiedene Kulturen im Wind eine Gottheit. Aiolos (deutsch Ăolus) war der griechische Gott der Winde. Er war mit Eos, der Göttin der Morgenröte, verheiratet und wurde von Zeus als der Herrscher ĂŒber die verschiedenen Winde eingesetzt. Zu den Winden gehörten Boreas (Nordwind), Euros (Ostwind), Zephyros (Westwind) und Notos (SĂŒdwind). Im alten Indien war Vayu der Gott des Windes, der Luft und des Lebenshauches (Prana) und dessen Personifizierung. Er wurde in Verbindung gebracht mit Gewittern, WirbelstĂŒrmen und StaubstĂŒrmen. Im Gegensatz dazu wurde der Gott Indra in Verbindung mit einer Brise oder Fruchtbarkeit bringenden RegenstĂŒrmen gebracht. Das Element Luft ist seit jeher ein Synonym fĂŒr das FlĂŒchtige, Unsichtbare und Ungreifbare. Ebenso wird Luft als Sinnbild mit dem Denken und der Fantasie in Verbindung gebracht und mit Austausch sowie

Kommunikation. In diesem Zusammenhang spricht man oft von «geistigen HöhenflĂŒgen». Wenn sich jemand «Luft verschafft», deutet dies auf eine wiedergewonnene Freiheit hin, die mit diesem Element verbunden wird. Die Redewendung «Es liegt etwas in der Luft» spricht meistens eine Vorahnung an.
Das Element Luft verkörpert zwar Leichtigkeit und FlexibilitĂ€t, doch birgt es auch die Gefahr, die Bodenhaftung zu verlieren. Dies Ă€ussert sich z. B. im oberflĂ€chlichen Theoretisieren oder in Unverbindlichkeit. Das hat zur Folge, dass selbst gute Ideen nicht umgesetzt und deshalb wertlos sind. Jemand, der das Element Luft im ungesunden Ăbermass lebt, wird als «Luftikus» bezeichnet. Er gilt als leichtsinnig, unzuverlĂ€ssig und draufgĂ€ngerisch.
Heilung mit frischer Luft
Bereits in der Antike war bekannt, dass spezielle klimatische Bedingungen heilend wirken können. Im 17. und 18. Jahrhundert wurden sogenannte LuftbĂ€der zur körperlichen AbhĂ€rtung als geeignetes Mittel empfohlen. Im 19. Jahrhundert propagierten schliesslich gleichzeitig mehrere deutschsprachige Mediziner die Wirksamkeit der Luftkur bei Atemwegserkrankungen und vor allem bei Tuberkulose, wobei vor allem das Höhenklima als besonders heilsam galt. Bis zur EinfĂŒhrung wirksamer Medikamente nach dem Zweiten Weltkrieg blieb die Luftkur die wichtigste Massnahme der Behandlung bei Tuberkulose. Dabei lagen die Patienten mehrere Stunden tĂ€glich auf LiegestĂŒhlen im Freien oder in offenen Liegehallen. Der Arzt Hermann Brehmer (1826â1889) war in Deutschland der erste, der die bis dahin unheilbare Krankheit Tuberkulose mithilfe der Luftkur als heilbar bezeichnete. Brehmer sowie der zur gleichen Zeit in Davos als Landarzt tĂ€tige Alexander Spengler (1827â1901) waren davon ĂŒberzeugt, dass das Klima in Dörfern, wo es keine TuberkulosefĂ€lle gab, die Tuberkulose auch heilen mĂŒsse.
Der deutsche Arzt Alexander Spengler begann 1853 in Davos zu praktizieren und war ein Pionier der Luftkur. Er glaubte, dass die Bewohner der Gegend grundsĂ€tzlich nicht an Tuberkulose erkrankten, was er mit dem Hochgebirgsklima erklĂ€rte. Er veröffentlichte diese Theorie und 1860 wurden die ersten KurgĂ€ste in einer Davoser Pension aufgenommen, die sich der Liegekur im Freien unterzogen. Spengler grĂŒndete 1868 gemeinsam mit dem HollĂ€nder Willem Jan Holsboer (1834â1898) die Kuranstalt Spengler-Holsboer. In Davos wurden in den folgenden Jahrzehnten mehrere Lungensanatorien eröffnet und der Ort nannte sich Luftkurort. Schliesslich kamen Patienten aus ganz Europa nach Davos, darunter auch Prominente, wie
Trockene Luft besteht (in Volumenanteilen) aus 78,09 % Stickstoff (N2), 20,95 % Sauerstoff (O 2), 0,93 % Argon (A), 0,04 % Kohlendioxid (CO 2) sowie weiteren Spurengasen und Staub. In der Luft ist immer auch ein Anteil von Wasserdampf enthalten, der sich laufend Ă€ndert (im Mittel 0,4 %). Verglichen mit der Grösse der Erde ist die AtmosphĂ€renschicht hauchdĂŒnn â und dennoch ĂŒberlebenswichtig: Ohne AtmosphĂ€re könnten wir nicht atmen und ohne AtmosphĂ€re gĂ€be es kein Wetter. Das Wort AtmosphĂ€re stammt aus dem Griechischen und setzt sich zusammen aus: atmos = Dampf und sphaira = Kugel. Die ErdatmosphĂ€re enthĂ€lt mehr als 5000 Billionen Tonnen Luft und rund 13 Billionen Tonnen Wasserdampf.
Die Ur-AtmosphĂ€re der Erde war gĂ€nzlich anders als heute. Sie bildete sich vor etwa vier Milliarden Jahren durch Ausgasungen der Erde, die sich noch in einem feurig-flĂŒssigen Zustand befand, sowie durch Gase, die bei gewaltigen VulkanausbrĂŒchen freigesetzt wurden. Damals bestand die Ur-AtmosphĂ€re wahrscheinlich zu etwa 80 % aus Wasserdampf (H2O), 10 % Kohlendioxid (CO 2), sowie kleineren Mengen aus Methan (CH4), Schwefelwasserstoff (H2 S), Ammoniak (NH3), Kohlenmonoxid (CO), Stickstoff (N2) und anderen Bestandteilen. In dieser AtmosphĂ€re gab es noch keinen Sauerstoff (O 2).
Mit der zunehmenden AbkĂŒhlung der Erde, kam es zu globalen RegengĂŒssen, die etwa 40 000 Jahre lang dauerten und die Ur-Ozeane bildeten. In deren Tiefe â vor der tödlichen UV-Strahlung der Sonne geschĂŒtzt â entwickelten sich Bakterien und einfachste Einzeller.
Der Regen fiel auf die ErdoberflĂ€che und wusch das CO 2 aus dem Boden. Im Ozean verband es sich mit Kalzium und sank auf den Meeresgrund, wo es ĂŒber lange ZeitrĂ€ume in Kalkgestein gebunden und damit der AtmosphĂ€re entzogen wurde.
Die ersten Kohlenstoff bindenden Organismen waren die Cyanobakterien, die sich vor ca. 2,7 Milliarden Jahren entwickelten. Einige ihrer Arten sind in der Lage, mit Photosynthese aus Kohlendioxid und Wasser mithilfe von Sonnenlicht Kohlenhydrate zu bilden und dabei Sauerstoff abzuspalten. Durch die zunehmende Sauerstoffkonzentration kam es vor etwa 750 bis 400 Millionen Jahren zur Bildung von Ozon (O3) in höheren Schichten der AtmosphĂ€re, was zu einer Abschirmung der ErdoberflĂ€che von den UV-Strahlen fĂŒhrte und fĂŒr die Entwicklung des Lebens auf dem Festland eine entscheidende Rolle spielte.
Erst vor etwa 500 Millionen Jahren wurde ein Sauerstoff-Pegel von etwa 12 % erreicht, das entspricht etwa dem heutigen Wert. Durch die Senkung des CO2- und den Anstieg des O2-Gehalts sowie durch die Abschirmung der UV-Strahlung war eine AtmosphĂ€re entstanden, die eine Voraussetzung fĂŒr die Entwicklung höherer Lebensformen ermöglichte. Es entstanden riesige WĂ€lder, in denen die Dinosaurier und andere Lebensformen existierten. Damals war es 8 °C wĂ€rmer als heute und der CO2-Gehalt war deutlich höher, weshalb die Pflanzen viel grösser wurden.
In jĂŒngster Zeit ist in der ErdatmosphĂ€re vor allem ein Anstieg in der Konzentration der sogenannten Treibhausgase, vor allem Kohlendioxid (CO 2), zu verzeichnen, dessen Zunahme zumindest teilweise auf menschliche AktivitĂ€ten zurĂŒckgefĂŒhrt wird.

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der schottische Arzt und Schriftsteller Arthur Conan Doyle (1859â1930) oder der deutsche Schriftsteller Thomas Mann (1875â1955), der mit seinem Roman «Der Zauberberg», der in einem Lungensanatorium in Davos spielt, der Luftkur ein literarisches Denkmal setzte. Allerdings wies der Schweizer Arzt Emil MĂŒller bereits 1875 nach, dass auch Menschen, die dauerhaft in einem Höhenklima leben, an Tuberkulose erkranken und daran auch sterben können, das Klima also nicht «immun» mache.
Erst mit der Entdeckung des Erregers Mycobacterium tuberculosis war die tatsĂ€chliche Ursache der Tuberkulose erkannt worden. Sie gelang dem deutschen Mediziner, Mikrobiologen und Hygieniker Robert Koch (1843â1910) und war 1882 ein Meilenstein der Medizingeschichte. Dennoch wurden die Liegekuren im Freien bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts weiterhin als Tuberkulose-Therapie verordnet und galten als Erfolg versprechend. Danach wurden sie durch andere Behandlungsmethoden abgelöst, unter anderem von der Chemotherapie. Tuberkulose fĂŒhrt noch heute die weltweite Statistik der tödlichen Infektionskrankheiten an. //
Vitamin D ist wieder in aller Munde. Im wörtlichen Sinne: Immer mehr Menschen supplementieren das lebensnotwendige «Sonnenhormon». Manche gar hochdosiert. Macht das Sinn oder ist kĂŒnstliches Vitamin D womöglich gar schĂ€dlich?
Text: Andreas Walker
Vitamin D ist fĂŒr unseren Körper lebenswichtig. Ein Mangel kann vielfĂ€ltige Störungen erzeugen. FĂŒr eine Supplementierung von Vitamin D herrschen jedoch nach wie vor keine eindeutigen Empfehlungen. Aber fangen wir von vorne an.
Genau genommen ist «Vitamin D» gar kein Vitamin, sondern ein Hormon. Denn definitionsgemĂ€ss sind Vitamine Substanzen, die der Körper zum Leben benötigt, diese jedoch nicht selber herstellen kann und daher zugefĂŒhrt werden mĂŒssen. Der amerikanische Biochemiker Elmer Verner McCollum (1879â1967) entdeckte mehrere Vitamine und fĂŒhrte 1916 die Bezeichnung der Vitamine mit Grossbuchstaben des Alphabets ein. Die Entdeckung von «Vitamin D» steht im Zusammenhang mit der Suche nach einem Heilmittel fĂŒr Rachitis, einer Erkrankung des wachsenden Knochens mit gestörter Mineralisation. Im Jahre 1919 konnte nachgewiesen werden, dass die Heilung von Rachitis durch die Bestrahlung mit kĂŒnstlich erzeugtem UV-Licht möglich ist; zwei Jahre spĂ€ter entdeckte man, dass dies auch durch die Bestrahlung mit normalem Sonnenlicht gilt. McCollum schloss daraus, dass ein weiterer Stoff, unabhĂ€ngig von den bis dahin bekannten Vitaminen A, B und C, fĂŒr diese Wirkung verantwortlich war und nannte das vierte gefundene «Vitamin» Vitamin D.
Spricht man von Vitamin D ist in der Regel Vitamin D3 gemeint (Cholecalciferol). Eine weitere Form von Vitamin D ist Ergocalciferol, auch Vitamin D2 genannt. Vitamin D2 ist ĂŒberwiegend in Pflanzen enthalten, wĂ€hrend Vitamin D3 vor allem in tierischen Produkten vorkommt. FĂŒr die Vitamin-D-Bildung im Körper kommen beide Varianten infrage. Besonders reich an Vitamin D sind Lebertran und Fettfische (z. B. Kabeljau, Thunfisch, Makrele und Lachs), aber auch in Eiern, KĂ€se, Avocados, Pfifferlingen und anderen Pilzen steckt Vitamin D.
Vitamin D fördert die Aufnahme von Calcium und Phosphat im Darm sowie deren Einbau in die Knochen; es ist deshalb wichtig fĂŒr eine gesunde Knochen- und Zahnbildung. Eine Vitamin-D-Unterversorgung fĂŒhrt zu Knochenkrankheiten, ein schwerer Vitamin-D-
Mangel bei Kindern zu Rachitis und bei Erwachsenen zu Osteomalazie (Knochenerweichung). In Amerika und Europa wurden in den 1930er-Jahren mit grossem Erfolg Kuhmilch mit Vitamin D2 angereichert, um die damals grassierende Rachitis-Epidemie zu bekĂ€mpfen. Heute werden in den USA und auch in skandinavischen LĂ€ndern der Nahrung und den GetrĂ€nken Vitamin D3 oder D2 zugesetzt, wobei D3 immer mehr bevorzugt wird. Dies wegen seiner gĂŒnstigeren Aufnahme im menschlichen Körper und einer inzwischen als sicher erscheinenden stĂ€rkeren Wirkung als Vitamin D2. Was D3 jedoch definitiv zum Favoriten macht, ist die Tatsache, dass unser Körper mithilfe
Zentral fĂŒr die Versorgung mit Vitamin D ist die körpereigene Bildung in der Haut, wenn diese der Sonne ausgesetzt ist. «An sonnigen Tagen reicht es bereits, nur die HĂ€nde und das Gesicht wĂ€hrend circa 20 Minuten im Sommer und 40 Minuten im Herbst der Sonne auszusetzen», empfiehlt das BLV. Die Hautzellen könnten in dieser kurzen Zeit die Tagesdosis an Vitamin D produzieren. Wer sich also öfters im Freien aufhĂ€lt und dabei auf Sonnenschutz verzichtet (die Mittagssonne meiden), braucht keine Supplementierung â zumindest nicht von Mai bis Oktober. Im Winter kann eine Supplementierung Sinn machen. Am besten bespricht man das mit seinem Hausarzt oder Heilpraktiker.
Die ErnĂ€hrung â ohne angereicherte Lebensmittel, NahrungsergĂ€nzungsmittel und hochdosierte VitaminprĂ€parate â liefert nur einen geringen Beitrag, da die meisten Lebensmittel nur wenig Vitamin D enthalten. Vitamin  D  reichere Lebensmittel sind u. a. fettreiche Fische (Hering, Lachs), Eigelb sowie gewisse Speisepilze wie Champignons oder Pfifferlinge. Neben den Lebensmitteln, die natĂŒrlicherweise Vitamin D enthalten, sind auch mit Vitamin D angereicherte Lebensmittel (z. B. Milch und Milchprodukte, Margarine, FrĂŒhstĂŒcksflocken), NahrungsergĂ€nzungsmittel (Multivitaminbrausetabletten usw.) oder hochdosierte VitaminD  PrĂ€parate, oft in Kombination mit dem Vitamin K2, (Arzneimittel) erhĂ€ltlich.
«
Willi, Freund von Biene Maja

LICHTBADEN | «Allein die Dosis machts, dass ein Ding kein Gift sei» wusste schon der Schweizer Arzt, Alchemist, Mystiker und Philosoph Paracelsus (1493â1541). So heilend Vitamin D in der richtigen Dosis ist, so problematisch wird es bei einer Ăberdosierung, die schliesslich zu Krankheiten fĂŒhren kann. Auf natĂŒrliche Art ist eine Ăberdosierung von Vitamin D ĂŒber Lebensmittel und Sonnenlicht kaum möglich. Durch die Einnahme von Vitamin  D  PrĂ€paraten kann Vitamin D jedoch schnell in zu hoher Dosis aufgenommen werden.
Lebensmittel Gehalt Gehalt
Vitamin D ”g/100 g IE/100 g
Lebertran (D3) 300 12 000
Aal, gerÀuchert (D3) 90 3 600
BĂŒckling (D3) 30 1 200
Hering Atlantik (D3) 25 1 000
Aal (D3) 20 800
Lachs (D3) 16 640
Sardinen (D3) 10 400
Austern (D3) 8 320
Avocado (D2) 5 200
Thunfisch (D3) 4,5 180
Makrele (D3) 4 160
Steinpilze (D2) 3 120
HĂŒhnerei (D3) 2,9 116
Champignons (D2) 2 80
Pfifferlinge (D2) 2 80
Rinderleber (D3) 1,7 68
Gouda (D3) 1,3 52
Butter (D3) 1 40
Kalbsleber (D3) 0,3 12
von Sonnenlicht Vitamin D3 selbst ĂŒber die Haut herstellen kann.
Wie viel braucht der Mensch?
Die meisten Wirbeltiere â so auch der Mensch â decken einen Grossteil ihres Vitamin-D-Bedarfs durch die Sonnenbestrahlung auf ihre Haut. Im Schweizerischen Sommer wĂ€hrend der Tagesmitte produziert die Haut eines Erwachsenen, der ein T-Shirt trĂ€gt (und damit rund 22 Prozent der Haut exponiert), bereits die empfohlene tĂ€gliche Dosis innerhalb von nur zehn bis 15 Minuten (siehe Box auf Seite 20). Im Winter sind jedoch lediglich das Gesicht und die HĂ€nde entblösst, was rund 8 Prozent der KörperoberflĂ€che entspricht. Zudem sind die UV-Strahlen der Sonne schwĂ€cher. Unter solchen Bedingungen mĂŒsste man sich mindestens sechseinhalb Stunden an der Sonne aufhalten, um die empfohlene Dosis von Vitamin D zu erreichen. Das schafft kaum einer. Deshalb schlucken viele Menschen im Winter Vitamin-D-PrĂ€parate. Das macht durchaus Sinn, da der Bedarf ĂŒber das Sonnenlicht und die Nahrung nur schwer gedeckt werden kann. Doch wie gross ist dieser Bedarf ĂŒberhaupt?
Die Menge von Vitamin D wird entweder in Mikrogramm (ÎŒg = ein Tausendstel Milligramm) oder in Internationalen Einheiten (IE) angegeben. Laut dem Bundesamt fĂŒr Lebensmittelsicherheit und VeterinĂ€rwesen BLV gilt folgender tĂ€glicher Bedarf: fĂŒr SĂ€uglinge im 1. Lebensjahr 10 ÎŒg (400 IE), fĂŒr Menschen von 2 bis 60 Jahren (inkl. Schwangere und Stillende) 15 ÎŒg (600 IE), fĂŒr Menschen ab 60 Jahren 20 ÎŒg (800 IE). Um Ihrem Körper die empfohlene Tagesdosis ĂŒber die ErnĂ€hrung zuzufĂŒhren, mĂŒssten Sie z. B. folgende Lebensmittel wahlweise essen: 70 g Felchen (roh),
360 g Thunfisch (roh), 680 g Thon in Salzwasser (abgetropft), 180 g Lachs (Wild-/Zucht-), 125 g Rollmops (Hering, sauer), 515 g HĂŒhnerei (roh) oder 485 g frische Morcheln oder Steinpilze.
In den letzten Jahren ist ein eigentlicher Hype zur Supplementierung von Vitamin D entstanden. Ebenso boomen die Labortests zur Ermittlung des persönlichen Vitamin-D-Wertes im Blut. Wurden in Deutschland von den Ărzten 2010 noch eine Million solcher Tests pro Jahr durchgefĂŒhrt, sind es mittlerweile rund sieben Millionen. In der Schweiz dĂŒrfte es eine Ă€hnliche Entwicklung gegeben haben. Es gibt nur ein Problem dabei: Es existieren keine einheitlichen Vorgaben, ab welchen Werten ein Mangel an Vitamin D vorliegt. So wird von einigen Expertengremien ein Mangel bei weniger als 30 Nanogramm pro Milliliter Blut definiert; das Bundesamt fĂŒr Gesundheit gibt 20, das deutsche Robert-Koch-Institut (RKI) sogar 10 bis 12,5 Nanogramm an. Ja was denn nun?! Nimmt man die Werte des RKI als Massstab, wĂŒrden nur etwa zwei Prozent der Erwachsenen und vier Prozent der Kinder und Jugendlichen an einen Vitamin-D-Mangel leiden. Vitamin-D-Forscherin Heike Bischoff-Ferrari, Direktorin der Klinik fĂŒr Geriatrie am UniversitĂ€tsspital ZĂŒrich, hingegen geht davon aus, dass etwa 50 Prozent der Erwachsenen und Kinder einen Vitamin-D-Mangel aufweisen. Der Grund: «Wir halten uns vorwiegend in geschlossenen RĂ€umen auf. Zudem tragen wir entsprechend den Empfehlungen der Dermatologen eine Sonnenschutzcreme auf. Damit wird die Sonne selbst in den sonnenreichen Monaten zu keiner verlĂ€sslichen Vitamin-D-Quelle.» Selbst bei einer ausreichenden körpereigenen Vitamin-D-Produktion im Sommer falle der Vitamin-D-Blutspiegel im Winter deutlich ab, so die Expertin, denn die Halbwertszeit von Vitamin D betrage nur drei bis sechs Wochen. Daher empfiehlt Bischoff-Ferrari Vitamin-D-Supplemente und nutzt diese Quelle seit Jahren selbst.
Des Guten zu viel
Doch es gibt auch kritische Stimmen, die von Vitamin-D-ErgĂ€nzungen ganz allgemein abraten: Die Substanz sei «zu einer Modedroge» geworden, sagt etwa Christian Kretschmer vom deutschen Arzneimittelverzeichnis «Gelbe Liste». Die «New York Times» spricht sogar von einer «neuen Religion». Im angesehenen Fachmagazin Lancet zeigten neuseelĂ€ndische Wissenschaftler der UniversitĂ€t Auckland auf, dass Vitamin D plus Kalzium HĂŒftbrĂŒche sowie die Gesamtsterblichkeit bei der breiten Bevölkerung höchstens unwesentlich senken kann. Eine allgemeine Vitamin-D-Zugabe sei deshalb nicht zu empfehlen. Auch die vielfach geĂ€usserte Hoffnung, dass Vitamin D Krebs vorbeugen kann, konnte bisher nicht wissenschaftlich bestĂ€tigt werden. Im Gegenteil: Ein schwedisches Forscherteam der UniversitĂ€t Uppsala hat knapp 1200 MĂ€nner untersucht und herausge-


funden, dass zwar diejenigen mit den geringsten Vitamin-D-Spiegeln im Blut ein um 50 Prozent erhöhtes Krebstodrisiko hatten â doch fĂŒr diejenigen mit den höchsten Vitamin-D-Werten galt genau das Gleiche. «Aus Studien mit MĂ€usen ist schon lĂ€nger bekannt, dass hoch dosiertes Vitamin D das Tumorwachstum und Altern beschleunigen kann», warnt Studienleiter Karl MichaĂ«lsson.
Bekannt ist auch, dass bei Kindern bereits tĂ€gliche Mengen von 50 bis 100 ÎŒg (2000â4000 IE) nach lĂ€ngerer Zeit Symptome wie Herzrhythmusstörungen, MĂŒdigkeit, Kopfschmerzen oder Erbrechen auslösen können. Und auch fĂŒr Erwachsene ist eine Hochdosierung (10, 50 oder gar 100 000 IE), wie sie in manchen Kreisen empfohlen wird, problematisch. Denn das Vitamin D ist fettlöslich. Im Gegensatz zu wasserlöslichen Vitaminen, wie z. B. Vitamin C, werden fettlösliche Vitamine in Fett, Muskeln und der Leber gespeichert â deshalb ist unser Körper auch in der Lage, sonnenarme Zeiten zu ĂŒberbrĂŒcken. Bei den wasserlöslichen Vitaminen ist die Situation anders: Wenn jemand davon zu viel aufnimmt, wird der Ăberschuss mit dem Urin sofort wieder ausgeschieden. Deshalb ist eine Ăberdosierung kaum möglich. Vielmehr muss darauf geachtet werden, dass man sie tĂ€glich zu sich nimmt, da der Körper sie nur in kleinsten Mengen speichern kann.
Das fettlösliche Vitamin D hingegen wird nicht sofort ausgeschieden. Deshalb fĂŒhrt eine Ăberdosis zu einem deutlich erhöhten Pegel im Körper und kann im schlimmsten Fall zu Vergiftungserscheinungen fĂŒhren, die Herzrhythmusstörungen, SchwĂ€che, MĂŒdigkeit, Kopfschmerzen, Ăbelkeit, Erbrechen und in schweren FĂ€llen Nierensteine bis hin zu Nierenversagen verursachen. Megadosen Vitamin D sind aber nicht nur potenziell gesundheitsschĂ€dlich, sondern auch unnötig. In der Regel genĂŒgt die Einnahme von 800 IE pro Tag, wenn der Körper selbst nicht genug Vitamin D produziert. Als sichere Obergrenze gelten 4000 IE pro Tag fĂŒr Heranwachsende und Erwachsene. //
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An BlauschimmelkĂ€sen scheiden sich die Geister â entweder man liebt sie, oder man kann sie nicht ausstehen. Eine Entdeckungsreise lohnt sich aber auf jeden Fall, zumal die Schweiz in Sachen SchimmelkĂ€se viel Innovatives zu bieten hat.
Text: Monika Neidhart
Im SĂŒdwesten von Frankreich, in Roquefort, hĂŒtete einst ein Junge seine Schafe. Ob ein hĂŒbsches MĂ€dchen oder die fliehenden Schafe ihn veranlassten, sein KĂ€sebrot in die Höhle zu legen und wegzulaufen, ist nicht ĂŒberliefert. Auf jeden Fall kam er nach ein paar Tagen zurĂŒck zu der Höhle. Sein Essen war verschimmelt. Das Brot warf er angeekelt weg; den KĂ€se aber probierte er â und staunte ob des wĂŒrzig-salzigen, aromatischen Geschmacks des verschimmelten KĂ€ses. Der Roquefort war geboren. Ob die Geschichte wahr oder erfunden ist, ist ungewiss. Wir wissen aber, dass der aus Schafsmilch gewonnene Roquefort um das Jahr 1060 das erste Mal schriftlich in KlosterbĂŒchern erwĂ€hnt wurde. Verbrieft ist auch, dass, was in der Geschichte angetönt wird, im Kern wahr ist: Wachsen die Pilze Penicillium roqueforti oder Penicillium gorgonzola auf Brot, werden sie durch das Verarbeiten der StĂ€rke aus dem Getreidekorn fĂŒr den Menschen giftig. In der Milch aber, wo keine StĂ€rke vorkommt, bilden diese Pilze keine Giftstoffe. Ganz im Gegenteil: Hier unterstĂŒtzt der Schimmelpilz den Reifeprozess des KĂ€ses. Vor allem aber beeinflusst er ganz wesentlich den Geschmack und gibt ihm das charakteristische, blĂ€ulich-marmorierte Aussehen.
Geschmackvolle Rohmilch
Milch, egal ob sie von KĂŒhen, BĂŒffeln, Schafen oder Ziegen stammt, ist auch die Basis bei einem BlauschimmelkĂ€se. Willi Schmid, KĂ€ser aus Lichtensteig (SG), bezeichnet den Rohstoff fĂŒr seine KĂ€se gar als «Weisses Gold»: «Ich bin hier im Toggenburg als Bauernbub aufgewachsen, ich kenne die Wiesen und KrĂ€uter, die hier wachsen», erzĂ€hlt er und betont: «Ich möchte keine langweilige Milch von Tieren, die mit Silage gefĂŒttert wurden.» Um die Geschmackselemente der Milch möglichst optimal zu erhalten, stellt er seine KĂ€se aus Rohmilch her. Diese erwĂ€rmt der KĂ€ser vor der Lab- , MilchsĂ€urebakterien- und Schimmelpilzzugabe auf lediglich rund 40 Grad. Die Pasteurisation (das Erhitzen auf 75 °C), die bei KĂ€seindustriebetrieben angewendet wird, wĂŒrde die vielfĂ€ltigen Aromen und die meisten in der Milch vorkommenden Enzyme abtöten, so Schmid. Der FĂŒnfzigjĂ€hrige war vor knapp 20 Jahren einer der ersten, der wieder mit Rohmilch KĂ€se herstellte. Essensforscher und Ăkonom Dominik Flammer zĂ€hlt ihn in seinem Buch «Schweizer KĂ€se â UrsprĂŒnge, traditionelle Sorten und neue Kreationen» zu den erfolgreichsten KĂ€sekreateuren der Schweiz. 30 verschiedene KĂ€se stellt Schmid mit seiner Frau und wenigen Mitarbeitern her. Drei davon sind BlauschimmelkĂ€se aus drei Milcharten mit unterschiedlichen Schimmelpilzkulturen: Der «Blaue Geiss» ist durch die Ziegenmilch und den Edelschimmel sehr intensiv in der BlaufĂ€rbung und im Geschmack;
der «Blaue BĂŒffel» ist dank der fettreichen BĂŒffelmilch sehr cremig und lieblich im Aroma â ideal fĂŒr Einsteiger in die Welt der SchimmelkĂ€se; und schliesslich der im Aroma ausgewogene «Jersey Blue» aus Milch von Jersey-Rindern. Diese Milch ist fett- und eiweissreicher und hat drei Mal mehr Karotin als herkömmliche Milch, was den «Jersey Blue» gelb macht. «Gerade das Farbspiel zwischen dem gelben Teig und den blĂ€ulichen Farben des Schimmels fasziniert mich», sagt Schmid, der mit dieser KĂ€sespezialitĂ€t schon zwei Mal den Titel: «Worldâs Best Jersey Cheese» gewonnen hat. «Die ersten Momente des Arbeitsalltags gehören dem âčJersey Blueâș», erklĂ€rt Schmid. «Mit frischem Arbeitsgewand, ohne Kontakt mit anderen Personen oder KĂ€sen, schaue ich als Erstes zu ihnen. Eine Infektion mit anderen Mikroorganismen wĂ€re in den ersten paar Tagen fatal.»
Der Besucher sieht die noch jungen gugelhopfförmigen, rund zwei Kilogramm schweren KĂ€se auf einem Metallgestell im 12 Grad kĂŒhlen Keller durch ein Fenster. Kein anderer KĂ€se liegt dort. Da und dort wachsen blaue FlĂ€chen zwischen der gelben GrundfĂ€rbung. In diesem Stadium erinnert er geschmacklich eher noch an einen Feta. Risse zeichnen sich an der Rundung ab. «Damit sich der Schimmelpilz vermehren kann, braucht er Luft», erklĂ€rt der KĂ€ser die Bedeutung der Risse. Allerdings wĂ€hlt Schmid nicht die herkömmliche Art des Pikierens, bei dem dicke Edelstahlnadeln Luftlöcher in den KĂ€sebruch stechen. Die dadurch entstehende regelmĂ€ssige Infizierung mit dem Blauschimmel sei ihm zu langweilig. Die ersten Schritte des KĂ€sens hingegen sind auch bei seinem «Jersey Blue» die gĂ€ngigen: Nach dem Gerinnen der Milch im Kessi, das 600 Liter fasst, schneidet Schmid die gallertartige Masse mit der KĂ€seharfe. Zugedeckt lĂ€sst er den Bruch einige Stunden in der Abtropfwanne in der KĂ€serei stehen. Dann kommt sein Verfahren zum Zug: Mit den Fingern knetet er den Bruch durch und fĂŒllt ihn dann in Plastikformen ab. «So sind im Bruch genĂŒgend Luftlöcher eingeschlossen, die dem Schimmelpilz den nötigen Sauerstoff geben», erlĂ€utert Schmid. Am nĂ€chsten Tag reibt er die neuen KĂ€se mit Trockensalz ein und stellt sie ins KĂŒhllager. Nach rund zehn Tagen kommt der Jersey Blue in ein Lager, wo er bei drei Grad und wĂ€hrend rund zwei Monaten sein Aroma entwickeln kann.
Essensforscher Dominik Flammer ist begeistert von der hiesigen Szene: «Solange die KÀseunion den Markt kontrollierte, war keine Innovation möglich. Nun aber sind die
Sybille Binder, Leiterin des Instituts fĂŒr integrative Naturheilkunde NHK in ZĂŒrich, stuft SchimmelpilzkĂ€se als nicht besondere gesundheitsförderlich, aber als eine interessante Abwechslung ein. «BlauschimmelkĂ€se sind fĂŒr viele Menschen eher schwer verdaulich. Bei einem schwachen Immunsystem und einer starken Entgleisung des SĂ€ure-Basen-Haushalts belasten sie den Stoffwechsel», sagt sie. Ob SchimmelpilzkĂ€se einen positiven Einfluss auf die DiversitĂ€t des Mikrobioms haben, wisse man noch nicht. Es sei aber durchaus denkbar, dass SchimmelkĂ€se eine bessere Auswirkung auf unsere Darmbakterien hĂ€tten als andere KĂ€sesorten. «Denn je höher die DiversitĂ€t an Bakterien im Darm, desto gesĂŒnder sind wir.»


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Mittwoch, 22. Januar 2020

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Schweizer fĂŒhrend in der Rohmilch-KĂ€seherstellung. Die bekannten BlauschimmelkĂ€se Roquefort, Gorgonzola, Stilton oder Danablu hingegen sind durch die pasteurisierte Milch und die industrielle Verarbeitung arm an Aromen geworden.» Besonders angetan haben es ihm auch die BlauschimmelkĂ€se von Georg Hofstetter, der in Ruswil (LU) Biomilch von Ziegen, Schafen und BĂŒffeln verarbeitet. Mit dem «Bio Blaui GibÀ» gewann Hofstetter an den 11. Swiss Cheese Awards in Luzern Ende September 2018 in der Kategorie BlauschimmelkĂ€se.
Trotz der Vielfalt und Innovationen â die Schweizer bleiben zurĂŒckhaltend gegenĂŒber BlauschimmelkĂ€sen. GemĂ€ss Switzerland Cheese Marketing AG assen die Schweizer letztes Jahr pro Kopf gerade mal 60 Gramm davon. Und wenn, dann vor allem importierten SchimmelkĂ€se: 488 Tonnen ImportkĂ€se stehen der einheimischen Produktion von 14 Tonnen gegenĂŒber. Dabei ist der BlauschimmelkĂ€se, dessen Rinde im Normalfall gegessen werden kann, in der KĂŒche vielseitig einsetzbar. Und auf KĂ€seplatten darf er ohnehin nicht fehlen; idealerweise sollte man ihn mit einem separaten Messer schneiden. Willi Schmid streicht BlauschimmelkĂ€se am liebsten auf ein gutes Brot. «Einfach köstlich!» Und auch Dominik Flammer kommt ins SchwĂ€rmen: «Das pilzige, nussige und unverkennbare Aroma von BlauschimmelkĂ€sen passt genauso zu SĂŒsswein wie zu FruchtsĂ€ften. Und sie können kalt oder warm gegessen werden.» Je nach Reifegrad und Milchherkunft lassen sie sich zum Beispiel kombinieren mit Spinat, Mangold, Randen, Kartoffeln et cetera. Oder man legt ein StĂŒck BlauschimmelkĂ€se auf eine Polenta. Geschmacklich und farblich interessant ist ein Schichtsalat aus geraffelten RĂŒebli und KĂ€sewĂŒrfeln, ergĂ€nzt mit Datteln. Ein Cordon Zola wiederum ĂŒberzeugt durch die WĂŒrze. Wer mit BlauschimmelkĂ€se etwas ĂŒberbacken möchte, legt den KĂ€se am besten zuvor ins Tiefgefrierfach. So lĂ€sst sich der cremige KĂ€se gut reiben.
FĂŒr die Aufbewahrung wickelt man BlauschimmelkĂ€se einzeln in KĂ€sepapier ein und bewahrt ihn im KĂŒhlschrank auf. Damit er sein volles Aroma entwickeln kann, sollte er mindestens eine halbe Stunde vor dem Essen aus dem KĂŒhlschrank genommen werden. //

Veredelt oder verschimmelt?

Schimmelpilze können Nahrungsmittel veredeln, aber auch verderben. FĂŒr die Herstellung von Salami, Weiss- und BlauschimmelkĂ€se oder von RotschmierkĂ€se werden Schimmelpilzarten bewusst gezĂŒchtet. Sie wirken konservierend und als GeschmacksverstĂ€rker. Der Genuss steht im Vordergrund; einen Gesundheitswert haben sie gemĂ€ss aktuellem wissenschaftlichem Kenntnisstand nicht.
Schimmelpilzarten hingegen, die ungewollt auf Brot, Obst, KonfitĂŒre, NĂŒssen oder Milchprodukten wachsen, können gesundheitliche Probleme bis hin zur Lebensmittelvergiftung verursachen. Vor allem die Aflatoxine gelten auch als kanzerogen. Schimmelpilze vermehren sich durch Sporen und werden ĂŒber die Luft verbreitet. Am hĂ€ufigsten kommen sie in NĂŒssen, Trockenfeigen und GewĂŒrzen vor, aber auch bei ReibkĂ€se, Kompott und GemĂŒse. All diese Lebensmittel sollten bei Schimmelpilzbefall weggeworfen werden. Bei KonfitĂŒren reicht es aus, wenn man den Schimmel inklusiver einer dicken Konfischicht entfernt. Dies gilt aber nur fĂŒr zuckerreiche KonfitĂŒren (mit ĂŒber 60 % Zuckeranteil). In den Abfall hingegen gehören verschimmelte KonfitĂŒren mit weniger Zucker oder SĂŒssstoffen.

Blumenkohl ist ein typisches WintergemĂŒse, das von Oktober bis April Saison hat. Er lĂ€sst sich kochen, braten, grillen und kann auch roh gegessen werden. Blumenkohl einkaufen: Achten Sie beim Einkauf darauf, dass der Blumenkohl knackige grĂŒne BlĂ€tter hat und cremefarben bis weiss ist. Hat er bereits welke BlĂ€tter und braune Stellen, ist er schon Ă€lter und sollte liegen gelassen werden. Blumenkohl richtig lagern: Blumenkohl lĂ€sst sich problemlos fĂŒr einige Tage im KĂŒhlschrank lagern. Entfernen Sie dazu die grĂŒnen BlĂ€tter und legen Sie ihn ins GemĂŒsefach. Er lĂ€sst sich ĂŒbrigens auch einfrieren. Schneiden Sie ihn dazu am besten in kleine Röschen, blanchieren Sie diese und fĂŒllen Sie sie in einen Gefrierbeutel. Durch das Einfrieren verliert der Blumenkohl zwar seine knackige Konsistenz, aber fĂŒr alle Gerichte, in denen der Blumenkohl gegart wird, macht das kaum einen Unterschied.
Blumenkohl richtig zubereiten: Entfernen Sie vor der Zubereitung die BlĂ€tter des Blumenkohls. Wenn Sie ihn als Ganzes kochen, muss er erst unter fliessendem Wasser gewaschen werden, da sich zwischen den Röschen viel Erde und das eine oder andere Insekt verstecken kann. Einfacher ist es, wenn Sie den Blumenkohl mit einem Messer in viele kleine Röschen zerteilen und ihn erst dann grĂŒndlich waschen. Schneiden Sie zuerst den Strunk am unteren Ende des Kohls ab und vierteln Sie ihn anschliessend. Jetzt lassen sich die einzelnen Röschen leicht vom Strunk abschneiden. Der Strunk selber kann gewĂŒrfelt oder in Scheiben geschnitten ebenfalls mitgekocht werden.
Tipp: Geben Sie beim Kochen ein paar Spritzer Zitronensaft oder Milch ins Wasser. So behÀlt der Blumenkohl seine weisse Farbe. kel www.clever-konsumieren.ch
URDINKEL-BAUMNUSSGORGONZOLA-BRĂTCHEN
fĂŒr ca. 12 StĂŒck
Backpapier fĂŒr das Blech
BrĂŒhstĂŒck (Vorstufe der Teigzubereitung)
1,7 dl Wasser
130 g UrDinkel-Halbweissmehl mit 20 % Schrot
Teig
500 g UrDinkel-Halbweissmehl mit 20 % Schrot
1 œ TL Salz
20 g Hefe, zerbröckelt
2,75 dl Milch
50 g Gorgonzola, in StĂŒcken
1 EL Weisswein oder alkoholfreier Apfelwein
100 g BaumnĂŒsse, grob gehackt
12 WĂŒrfel Gorgonzola, ca. 200 g
Mehl zum Bestreuen
Zubereitung
1. BrĂŒhstĂŒck: Wasser aufkochen, siedend heiss unter RĂŒhren zum Mehl geben, weiterrĂŒhren, bis die Masse glatt und kompakt ist. BrĂŒhstĂŒck auskĂŒhlen lassen. Ăber Nacht zugedeckt in den KĂŒhlschrank stellen.
2. Teig: Mehl und Salz mischen, eine Mulde formen. Hefe in Wasser auflösen, in die Mulde giessen. BrĂŒhstĂŒck dazu zupfen, kurz mischen. Gorgonzola und Wein beifĂŒgen, kurz zu einem glatten, feuchten Teig kneten. BaumnĂŒsse kurz daruntermischen, Teig zugedeckt bei Raumtemperatur ums Doppelte aufgehen lassen.
3. Teig kurz aufziehen, nochmals zugedeckt 20â30 Minuten aufgehen lassen.
4. Den Teig in 12 StĂŒcke teilen, zu Kugeln formen und dabei einen WĂŒrfel Gorgonzola einpacken, auf das mit Backpapier belegte Blech legen, mit wenig Mehl bestĂ€uben, kurz aufgehen lassen.
Backen: Brötchen in den auf 230 °C vorgeheizten Ofen schieben, Temperatur auf 190 °C reduzieren und 20â25 Minuten backen, herausnehmen, auf einem Gitter abkĂŒhlen lassen. Brötchen lauwarm oder ausgekĂŒhlt geniessen.
Deftige Speisen mit ordentlich SchimmelkÀse schmecken unvergleichlich. Wer sich zuerst herantasten will, nimmt einfach weniger der mit Edelschimmel aufgewerteten KÀse. Mit diesen beiden Rezepten gelingt das ganz einfach.


rezepte
Die Rezepte sind aus dem «UrDinkel-Kochbuch», erhÀltlich auf www.urdinkel.ch oder Telefon 034 409 37 38
fĂŒr 8 StĂŒck
Zubereitung: ca. 45 Minuten
KĂŒhl stellen: ca. 1 Stunde
1 ovales Blech 18 Ă 32 cm
Geriebener Teig
200 g UrDinkel-Ruch oder UrDinkel-Vollkornmehl
50 g Buchweizenmehl oder UrDinkel-Vollkornmehl
œ TL Salz
50 g ButterstĂŒckchen, kalt
50 g Schweinefett oder Butter
2 EL Senf ca. œ dl Wasser
1 EL Essig
Belag
150 g kleinblÀttriger Spinat, gehackt
2 EL gehackter Majoran
50 g GruyĂšre, gerieben
500 g gekochte Randen
Guss
3 Eier, 2 dl Milch
2 EL UrDinkel-Weissmehl
1 TL Koriander, gemahlen
Salz und Pfeffer
100 g Ziegen-WeissschimmelkÀse
Majoran, Thymian, Piment dâEspelette
Zubereitung
1. Teig: Mehl und Salz mischen, mit Butter und Schweinefett krĂŒmelig reiben. Senf, Wasser und Essig beifĂŒgen, zu einem Teig zusammenfĂŒgen, nicht kneten. In Klarsichtfolie einwickeln und 30â60 Minuten kĂŒhl stellen.
2. Teig 3 mm dick ausrollen, in das mit Butter eingefettete Blech legen. Nach Belieben den Teigrand modellieren. Teigboden mit einer Gabel einstechen.
3. Belag: Spinat, Majoran und GruyÚre mischen, auf dem Teigboden verteilen. Randen schÀlen und in Scheiben schneiden und darauflegen.
4. Guss: Alle Zutaten verrĂŒhren und darĂŒbergiessen.
5. Randenquiche in der unteren HĂ€lfte in den auf 200 °C vorgeheizten Ofen schieben und 35â40 Minuten backen. 3â5 Minuten vor Ende der Backzeit mit in Scheiben geschnittenem ZiegenkĂ€se belegen. Mit KrĂ€utern und Piment dâEspelette garnieren.


Schweizer QualitÀt an Bord Liebe Flussreisen-Freunde
Als Schweizer Privatreederei liegt uns die Zufriedenheit unserer GĂ€ste an jedem einzelnen Reisetag am Herzen. Wir wollen Sie begeistern, wollen Ihnen das Beste an den Ufern der faszinierendsten FlĂŒsse zeigen.
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Ihr Reiseprogramm Donau (8 Tage)
Tag 1 Schweiz > Passau. Busanreise nach Passau. Um 17:30 Uhr legt die Excellence Baroness ab.
Tag 2 Melk > Wien. Morgens erreichen Sie Melk. Sie besichtigen das Benediktinerstift* auf einem steilen BergrĂŒcken hoch ĂŒber der Donau. Abends Ankunft in Wien. Fahrt zum Heurigen (Fr. 39) oder Klassisches Konzert (Fr. 80)
Tag 3 Wien. Servus in Wien! Entdecken Sie Wien auf einer Stadtrundfahrt* inklusive Besuches in einem traditionellen Wiener Kaffeehaus. Nachmittags Ausflug ins Burgenland mit Weindegustation und Rundgang in Rust am Neusiedlersee (Fr. 48).
Tag 4 Budapest. Vormittags Ankunft in Budapest, der «Königin der Donau». Ausflug* in die idyllische Landschaft auf eine typisch ungarische Czarda. Am Abend Folkloreprogramm mit ungarischen SpezialitÀten (Fr. 65).

Stephan Frei GeschÀftsleiter


Tag 5 Budapest > Esztergom. Das malerische Budapest ist eine Stadt voller Lebensfreude. Vormittags Rundfahrt*. Am Nachmittag Ausflug zum Donauknie (Fr. 43). Busfahrt nach Esztergom. Besuch der Basilika von Esztergom.
Tag 6 Bratislava. AltstadtfĂŒhrung* in Bratislava inkl. Bierprobe. Nach dem Mittag Ausflug zum Nationalpark Donauauen (Fr. 38). Sie erleben eine FĂŒhrung durch das Nationalparkzentrum mit anschliessendem Spaziergang durch die Donauauen.
Tag 7 DĂŒrnstein. DĂŒrnstein liegt inmitten von Weinbergen der Wachau. Rundgang* im StĂ€dtchen. Nachmittags Ausflug zur Burgruine Aggstein sowie zum Servitenstift SchönbĂŒhel (Fr. 40) oder fahren Sie mit dem Velo der Donau entlang durch die Wachau (Fr. 60). Weiterfahrt der Excellence Baroness Richtung Passau.
Tag 8 Passau > Schweiz. Am Morgen erreichen Sie Passau. Nach dem FrĂŒhstĂŒck BusrĂŒckreise zu Ihrem Abreiseort.

Reisedaten 2020 Donau (8 Tage)
24.05.â02.05.,* 02.05.â09.05., 09.05.â16.05., 16.05.â23.05., 23.05.â30.05., 30.05.â06.06., 06.06.â13.06.,* 28.08.â04.09.,* 04.09.â11.09., 11.09.â18.09.,* 18.09.â25.09. *Ein  bezw. Ausschiffung in Grein Donaudelta (10 Tage)
Route 1 TulceaâWien: 16.04.â25.04.,* 22.06.â01.07., 19.08.â28.08.*
Route 2 WienâTulcea: 07.04â.16.04., 13.06.â22.06.,* 10.08.â19.08. *Ein  bezw. Ausschiffung in Weissenkirchen
Preise pro Person Fr. Kabinentyp Katalogpreis Sofortpreis Donau (8 Tage)
2ÂBett Kabine Hauptdeck 1995.â 1495.â2ÂBett, frz. Balkon, Mitteldeck 2530.â 1895.â2ÂBett, frz. Balkon, Oberdeck 2925.â 2195.âJunior Suite, frz. Balkon, Oberdeck 3410.â 2555.âDonaudelta (10 Tage)
2ÂBett Kabine Hauptdeck 2895.â 1995.â2ÂBett, frz. Balkon, Mitteldeck 3995.â 2995.â2ÂBett, frz. Balkon, Oberdeck 4795.â 3595.âJunior Suite, frz. Balkon, Oberdeck 6130.â 4595.âSofortpreis mit beschrĂ€nkter VerfĂŒgbarkeit
Reduktionen Donau/Donaudelta
âą Kabinen hinten â100.âZuschlĂ€ge Donau (8 Tage)
Ihr Reiseprogramm Donaudelta (10 Tage)
Route 1 TulceaâWien
Tag 1 Schweiz > Tulcea. Flug nach Constanta. Geniessen Sie bereits nach Ankunft einen ersten Ausflug in die Welt des Donaudeltas. Transfer zur Excellence Baroness in Tulcea.
Tag 2 Tulcea > St. Georgs-Kanal/Donaudelta. Am Morgen passiert die Excellence Baroness den Stromkilometer Null. Der St. GeorgsÂKanal ist der lĂ€ngste, windungsreichste und einer der schönsten MĂŒndungsarme im Donaudelta. Nachmittags Bootsfahrt* mit kleinen Ausflugsbooten im Delta.
Tag 3 Giurgiu > (Bukarest). Ganztagesausflug nach Bukarest*. Stadtrundfahrt und Mittagessen in typischem Restaurant.
Tag 4 Vidin > (Belogradschik). Sie besuchen Belogradschik* mit der byzantinischen Festung aus dem 6. Jh.
Tag 5 Passage Eisernes Tor. Tag an Bord. Die Excellence Baroness passiert das Eiserne Tor â ein Höhepunkt. In einmaliger Naturlandschaft ragen steile GebirgszĂŒge auf. Der Schriftsteller Catalin Florescu gibt einen Einblick in Geschichte und Kultur RumĂ€niens.
Tag 6 Belgrad. Vormittags Rundfahrt* durch die dynamischÂjunge Hauptstadt Serbiens. Nachmittags Ausflug nach Novi Sad (Fr. 43).
Tag 7 Mohacs > (Pecs). Ausflug nach Pecs* am Fuss des MecsekÂGebirges.
Tag 8 Budapest. Begegnen Sie Budapests prachtvollen Bauten auf einer Stadtrundfahrt* inkl. kurzem Orgelkonzert.
Tag 9 Wien. Servus in Wien! Entdecken Sie die charmante Stadt auf einer Rundfahrt*.
Tag 10 Wien > Schweiz. Nach dem FrĂŒhstĂŒck folgt die BusrĂŒckreise zu Ihrem Abreiseort.
Route 2 WienâTulcea
Reise in umgekehrter Richtung. Detailprogramm auf Anfrage.
* Ausflugspaket
Das Ausflugspaket kann nur im Voraus gebucht werden. Sie sparen mindestens 20%: Buchung einzelner AusflĂŒge an Bord


Die Excellence Baroness verfĂŒgt ĂŒber 71 Aussenkabinen und 4 Junior Suiten mit Dusche/WC, Sat.ÂTV, Safe, Föhn, Haustelefon, individuell regulierbare Klimaanlage, Heizung und Stromanschluss (220 V). EntrĂ©e mit Lobby und Rezeption. Zwei Restaurants: PanoramaÂRestaurant und ĂÂlaÂcarte. Kleiner Fitnessraum mit Sauna, PanoramaÂLounge mit Bar, Sonnendeck mit Whirlpool.
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âą Auftragspauschale pro Person Fr. 20.â(entfĂ€llt bei Buchung ĂŒber www.mittelthurgau.ch)
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Abfahrtsorte
Burgdorf âą, Basel SBB, Pratteln Aquabasilea âą, Aarau SBB BadenÂRĂŒtihof âą, ZĂŒrichÂFlughafen, Reiseterminal âą Winterthur Wiesendangen SBB, Wil âą

«In der Ruhe liegt die Kraft» ist wohl eine der populĂ€rsten Redewendungen ĂŒberhaupt. UrsprĂŒnge dieser Aussage finden sich in uralten fernöst lichen Weisheitslehren â und doch ist der Spruch so aktuell wie nie: Ruhe ist zum Luxusgut geworden. Wo findet man denn heutzutage noch absolute Ruhe? Vielleicht in einer Kirche oder in der Bibliothek; um vier Uhr morgens, wenn alles schlĂ€ft; oder wĂ€hrend peinlichen Momenten des betretenen Schweigens.
Abwesenheit von LĂ€rm ist aber nur ein Aspekt des Begriffs Ruhe. Ruhe ist auch Bewegungslosigkeit sowie erholsame UntĂ€tigkeit. Als letzte Ruhe bezeichnet man den Tod. Indem wir Ruhe bewahren, ĂŒben wir uns in Gelassenheit und einen Zustand von friedlicher Ruhe erleben wir im traumlosen Schlaf. Der Zustand der Ruhe ist sozusagen ein Zustand zwischen AktivitĂ€t und GleichgĂŒltigkeit, Eifer und Hektik, Enthusiasmus und Apathie. Es ist oft schwierig, im Alltag zur Ruhe zu kommen. Aktivismus, Beunruhigung, Sorgen, Gedanken, Anspannung und Ungeduld prĂ€gen unser Leben und hindern uns daran, still zu werden. Selbst am Feierabend und in der Nacht bleibt der Puls hoch; der Atem geht schnell und Körper und Geist sind derart aktiviert, dass an Schlafen nicht zu denken ist.
Im Ayurveda zĂ€hlt dieser Zustand zu Vata, der Energie des Windes und des Raumes. Bildschirmarbeit, Reisen, stĂ€ndiges Unterbrochenwerden, Ablenkungen, Schlafmangel und viel Reden erhöhen die Windenergie. Der Zustand der Ruhe hingegen gehört zu Kapha, der Energie der Erde und des Wassers. Zum GlĂŒck sorgen viele vorweihnĂ€chtliche Gaumenfreuden fĂŒr eine Zunahme von Kapha: WĂŒrzige SpezialitĂ€ten wie Lebkuchen, GlĂŒhwein und Chai, schwere KĂ€segerichte oder ĂŒber dem
Feuer geröstete Marroni zĂ€hlen dazu. Alles was warm, sĂŒss, feucht, fettig und schwer ist, erhöht die Kapha-Energie und wirkt deshalb eher erdend. Das muss nicht zwingend ein sĂŒsses GebĂ€ck sein. KĂŒrbis, SĂŒsskartoffeln, NĂŒsse oder Pastinaken schmecken ebenfalls sĂŒsslich und sorgen im Körper fĂŒr Ruheenergie. Genauso wie ein warmes Fussbad, eine Ălmassage und in strikter RegelmĂ€ssigkeit durchgefĂŒhrte Alltagsrituale, zum Beispiel fixe Arbeits-, Schlafens- und Essenszeiten.
Im Strudel der Hektik kommt die Ruhe zwar oft viel zu kurz. Wer sich jedoch fĂŒr die Ruhe entscheidet, merkt bald, dass es gar nicht so schwierig ist, sie im Alltag zu kultivieren. Was es jedoch braucht, ist ein klares Ja zu diesem Entscheid. Ein Ja zur Ruhe. Ein Ja zum Durchatmen. Ein Ja zu sich selbst. Nicht fĂŒr den Rest des Lebens. Nur fĂŒr einen kurzen Moment, einen Tag oder eine Woche. Das geht ungefĂ€hr so:
1.
Treffen Sie heute den Entschluss, wÀhrend den nÀchsten sieben Tagen die Ruhe in sich gedeihen zu lassen. Freuen Sie sich darauf, in einer Woche ein ruhigerer Mensch zu sein.
2.
Nehmen Sie sich vor, jeden Tag eine Handlung auszufĂŒhren, die fĂŒr Sie mit Ruhe verbunden ist. Vielleicht auch etwas, das Sie sonst nicht tun wĂŒrden. Vielleicht schweigen Sie einen Nachmittag lang oder chanten Sie ein Mantra.
3. Wenn Sie morgens aufwachen, sagen Sie sich: «Ich entwickle Ruhe» oder «Ruhe breitet sich in mir aus» oder «ich werde von Tag zu Tag ruhiger». Solche positiven SÀtze nennt man Affir mationen.
4. Wiederholen Sie Ihre persönliche Affirmation jeden Tag mehrmals.

In der Vorweihnachtszeit, die schon bald beginnt, gibt es unzÀhlige besinnliche Möglichkeiten, um Ruhe zu finden. Das hiesse aber, den Blick abzuwenden von all den lockenden Lichtern der WeihnachtsmÀrkte und einlullenden, mit Weihnachtsliedern dauerbeschallten KaufhÀusern. Es hiesse auch, nicht jeden Gang des tollen Weihnachtsessens zu fotografieren und mit seinen virtuellen Freunden zu teilen, sondern das Handy wegzulegen und den Moment mit allen Sinnen zu geniessen. Vielleicht heisst es auch, statt Facebook-Posts zu liken, einem lieben Menschen mal wieder eine analoge Karte zu schicken oder einer fremden Person ein herzliches Kompliment zu machen.
Im digitalen Zeitalter ist die innere Unruhe weit verbreitet. Eltern von Teenagern können ein Lied davon singen, wie stark Smartphones den Alltag von Jugendlichen prĂ€gen. Die Erwachsenen sind aber genauso wenig davor gefeit, zu digitalen Knechten zu werden. Die meisten (a-) sozialen Medien halten uns davon ab, in Ruhe mit jemandem zusammenzusitzen und vertiefte GesprĂ€che zu fĂŒhren. Jedes Klingeln, Surren, Pfeifen und Pupen des Handys setzt das Gehirn in eine Art Alarmbereitschaft, die weit weg vom Zustand der Ruhe ist. Wenn Sie sich also fĂŒr die Ruhe entscheiden, dann stellen Sie um Himmels willen ihr Handy ab! Legen Sie es im Flugmodus in einen anderen Raum. Denn sonst ist die Verlockung gross, doch immer wieder aufs Display zu schielen. Es ist beĂ€ngstigend, wie schnell wir uns durch das Tablet und das Smartphone ablenken lassen, wie oft wir GesprĂ€che unterbrechen, um angekommene Kurznachrichten zu checken. In freien Minuten lesen oder schreiben wir Nachrichten, scrollen durch Facebook, tweeten, tindern, gamen. Kurz â das kleine Spielzeug ist zum idealen Begleiter geworden, um «langweilige» Wartezeiten zu ĂŒberbrĂŒcken.
# FOODPORN | Nein, Sie mĂŒssen das Essen nicht fotografieren und zwanghaft mit virtuellen Freunden teilen. Das sich Vergleichen verursacht nur Stress. Besser widmen Sie sich in aller Ruhe mit allen Sinnen dem gemeinsamen Mahl.
Dabei wĂ€re Langweile wichtig, um Ruhe in den Kopf zu bringen. Wer sich langweilt, schafft Platz fĂŒr Neues, weil die Gedanken durch Hirnwindungen wandern, die sie sonst nie betreten wĂŒrden. Auch scheinbar stumpfsinnige TĂ€tigkeiten wie das ZĂ€hlen aller roten Autos auf der Strasse, der Astlöcher im Parkett oder aller Kommas in einem Text reduziert die HirnaktivitĂ€t â Ă€hnlich wie es das Meditieren tut. Nach einer Meditation ist das Hirn wieder wesentlich leistungsfĂ€higer, als wenn es sich nicht gelangweilt oder gar angestrengt hĂ€tte. Um sich per sofort Zeit und Ruhe zu verschaffen, gibt es deshalb nur dies: Fixe Zeiten festlegen, wann man das Smartphone benutzt und, vor allem zu Hause, Smartphone-freie Zonen einrichten, etwa das Schlafzimmer. Das sind gute Voraussetzungen, um zur Ruhe zu kommen. So gewinnt man nicht nur Ruhe, sondern auch Zeit, die man fĂŒr andere Dinge nutzen kann. Die Beziehung und Freundschaften pflegen zum Beispiel, Zeit mit den Kindern verbringen oder das Haus wieder mal entrĂŒmpeln. Und das in aller Ruhe. //
Astrid Göpfrich «Herr Fliegenbein und die Suche nach der Stille», Pendo 2019, ca. Fr. 21.90
* Sabine Hurni ist dipl. Drogistin HF und Naturheilpraktikerin, betreibt eine eigene Gesundheitspraxis, schreibt als freie Autorin fĂŒr «natĂŒrlich», gibt Lu-Jong-Kurse und setzt sich kritisch mit Alltagsthemen, Schulmedizin, Pharmaindustrie und Functional Food auseinander.
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Padma Aciben schafft ein ausgeglichenes Magenklima
Stress, psychische Belastung, Hektik beim Essen, Alkohol, Koffein und Nikotin stören das Magenklima. Ausserdem belasten saure und sĂŒsse Speisen, Fertiggerichte sowie ĂŒppiges Essen die Funktion der Verdauungsenzyme und die Nahrung kann nicht richtig zersetzt werden.
Fettige, saure und rohe Nahrungsmittel, aber auch Genussmittel fĂŒhren zudem zur Entstehung von ĂŒberschĂŒssigem Magensaft.
Gelangt der Magensaft in die Speiseröhre, verursacht dies ein brennendes GefĂŒhl, das besonders hĂ€ufig beim Liegen, BĂŒcken oder Heben sowie nach dem Essen belastender Nahrungsmittel auftritt.
PADMA ACIBEN basiert auf der tibetischen Rezeptur «Cong zhi 6», die neutralisierende Eigenschaften hat und das gestörte Magenklima wieder ins Gleichgewicht bringt.
Die Pflanzen und Mineralien werden traditionell so zusammengestellt, dass auftretende Ungleichgewichte ausbalanciert werden und die natĂŒrliche Balance der Körperenergien erreicht wird.
PADMA ACIBEN ist in Apotheken und Drogerien der Schweiz erhÀltlich.
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Kaltgepresstes Kokosöl ist eines der besten Hilfsmittel bei Neurodermitis.
Unser achtjĂ€hriger Enkel hat an den HĂ€nden Neurodermitis. Der Arzt hat Kortisonsalbe und eine stark fettende Salbe verschrieben. Gibt es andere, natĂŒrliche Mittel ? Und kann man mit dem Essen vielleicht etwas erreichen ?
E. B., Bern
Die Kortisonsalbe sollte man nur im Notfall verwenden, da sie das Problem zwar lindert, aber nicht löst. Eines der besten Hilfsmittel bei Neurodermitis ist kaltgepresstes Kokosöl, das man u. a. im Reformhaus erhĂ€lt. Vor dem HĂ€ndewaschen / Duschen / Baden sollte ihr Enkel die Haut damit einölen. So ist sie besser geschĂŒtzt, da Wasser die Haut paradoxerweise stark austrocknet. Viele Neurodermitiker haben eine Laktose-Intoleranz. Hier wĂŒrde ich als Erstes ansetzen. Ideal ist es, wenn die Mutter sĂ€mtliche Milchprodukte fĂŒr drei Wochen vom Speiseplan streicht. Danach kann man langsam wieder anfangen mit Joghurt, Rahm und KĂ€se, idealerweise in Kombination mit einer warmen Speise: etwa KĂ€se mit Kartoffeln, Rahm in der Fleischsauce und Joghurt, allenfalls mit einem Schluck heissem Wasser verdĂŒnnt. Das macht die Milchprodukte bekömmlicher. Allenfalls ist es hilfreich, vermehrt auf Schaf- und Ziegenmilch-Produkte auszuweichen, denn diese werden besser vertragen. Auf Milch selbst wĂŒrde ich ganz verzichten, da sie sehr schwer zu verdauen ist. Falls Ihr Enkel gerne Milch trinkt, könnte er auf Reismilch ausweichen.
Laktose-Intoleranz im Alter Seit Kurzem leide ich (75) an Laktose-Intoleranz. Beim Genuss von Milchprodukten bekomme ich starke Bauchschschmerzen / -krÀmpfe. Bifidus-Joghurt vertrage ich. Ansonsten kaufe ich laktosefreie Produkte. Muss ich etwas in meiner ErnÀhrung beachten, damit ich zu allen notwendigen NÀhrstoffen komme?
R. S., ZĂŒrich
Wenn Sie sich abwechslungsreich ernĂ€hren â mit viel GemĂŒse, wenig tierischen Eiweissen, mehrheitlich dunklen Mehlen und pflanzlichen Eiweissen aus HĂŒlsenfrĂŒchten -, mĂŒssen Sie sich um die NĂ€hrstoffe keine Sorgen machen.
Das Kalzium aus der Milch wird sehr schlecht aufgenommen. Wenn Sie ab und zu ein Bifidus-Joghurt oder ein Schafmilchjoghurt (wird oft besser vertragen als ein Kuhmilchjoghurt) geniessen, reicht das vollkommen. Falls Sie HartkĂ€se vertragen, könnten Sie tĂ€glich ein StĂŒck Sbrinz oder Parmesan essen, zudem NĂŒsse, Kernen und frische Petersilie. Beim Kochen kann man Saucen sehr gut auch mit Reismilch, verdĂŒnntem Joghurt oder Sojarahm zubereiten. Hier ist etwas KreativitĂ€t gefragt. Wenn Sie unsicher sind betreffend dem Kalzium, könnten Sie den Aufbaukalk von Weleda einnehmen, allenfalls kombiniert mit einem Vitamin-D-PrĂ€parat und Omega-3-FettsĂ€uren.
Was halten Sie von der Idee, Hanfprodukte als Antibiotikum gegen die lĂ€stigen Bakterien der Parodontitis einzusetzen ? («natĂŒrlich» 09-19, «Hanf als Antibiotikum?»). Ich (77) gehe dreimal jĂ€hrlich zur DH/Zahnkontrolle.
B. M., Riniken
Hanf ist nicht unbedingt die erste Heilpflanze, die mir in den Sinn kommt zur BekĂ€mpfung von Paradontitis. Da wĂŒrde ich eher mit Teebaumöl arbeiten. Allein mit Hanf bringen Sie die Bakterien wohl nicht aus dem Mund. Als Erstes wĂŒrde ich Ihnen empfehlen, einen Zungenschaber zu kaufen. Mit diesem schaben Sie
morgens den Belag von der Zunge ab (noch vor dem FrĂŒhstĂŒck). Danach könnten Sie den Mund mit einem Teebaumöl-Mundwasser ausspĂŒlen oder etwas Sonnenblumenöl in den Mund nehmen und den Mund mit dem Ăl spĂŒlen, bzw. durch die ZĂ€hne ziehen (sogenanntes Ălziehen). Auf diese Weise entfernt man einen grossen Teil der Bakterien aus dem Mund. Sie lagern sich ĂŒber Nacht auf der Zunge ab, weil wĂ€hrend des Schlafs die Speichelproduktion vermindert ist. Es ist zwar nicht wissenschaftlich belegt, aber ich habe den Eindruck, dass auch das Fluor in den Zahnpasten das Milieu im Mund verschlechtert. Vielleicht könnten Sie zu Testzwecken eine Zeit lang die Sole-Zahnpaste von Weleda verwenden. Sie schmeckt etwas salzig, aber man gewöhnt sich daran. Es gibt zudem einige Ayurvedische KrĂ€uterzahnpasten, die sehr gut sind. Allerdings sind sie etwas schwierig zu erhalten, in der Regel ĂŒber das Internet oder in indischen GewĂŒrzlĂ€den. Vielleicht könnten Sie sich in der Drogerie auch ein FlĂ€schchen Ă€therisches Teebaumöl kaufen. Das kann man pur verwenden und direkt auf die entzĂŒndeten Stellen tupfen. Sie können es aber auch zusammen mit der Zahnpaste auf die ZahnbĂŒrste tröpfeln. Teebaumöl wirkt stark entzĂŒndungshemmend und tötet Keime ab.
Mein Mann hat seit einigen Jahren jeweils im Winter ĂŒber Wochen hinweg einen Riss in der Unterlippe. Bei mir reisst die Haut in der Regel am Daumen. Was könnte das fĂŒr einen Grund haben und was könnten wir dagegen tun?
K. T., Thun
Oft hĂ€ngen die Mundwinkel-Rhagaden mit einem Vitamin-B-Mangel zusammen. FĂŒr Ihren Mann und Sie wĂ€re es ideal, ein Vitamin-B-PrĂ€parat einzunehmen. Zum Beispiel der Burgerstein B-Komplex mit FolsĂ€ure oder das Hefe-AufbauprĂ€parat von Strath. Ăusserlich helfen Fettsalben. Also keine Handcremen oder Feuchtigkeitscremen und erst recht keine Lippenpomade auf Mineralölbasis verwenden (!), sondern eine Salbe, die 100 Prozent aus Fett besteht. Sehr hilfreich ist

Neurexan hilft bei nervöser Unruhe und Schlafstörungen
Neurexan ist ein homöopathisches Arzneimittel und kann typische Beschwerden wie NervositÀt, UnruhezustÀnde und Schlafstörungen innerhalb kurzer Zeit bessern.
Man geht davon aus, dass bei Stress ein Ungleichgewicht zwischen Anspannung und Entspannung besteht. Das heisst: Es gibt zu viele oder dauerhafte Reize und zu wenige Erholungsphasen â das innere Gleichgewicht gerĂ€t aus der Balance. Die Reaktionen auf eine solche ReizĂŒberflutung sind individuell. Als frĂŒhe Folge von Stress kann es zu nervöser Unruhe und Schlafstörungen kommen; bei dauerhafter ReizĂŒberflutung können auch körperliche Symptome wie Magen- oder Kopfschmerzen, RĂŒckenbeschwerden sowie KreislaufschwĂ€che auftreten.
Mit Neurexan das StressKarussell anhalten Ist man tagsĂŒber hektisch und nervös, kommt man meist auch nachts kaum zur Ruhe und kann schlechter einschlafen. Schlafprobleme bewirken wiederum eine verstĂ€rkte Unruhe am Folgetag. Man kann sich dies als Stress-Karussell vorstellen, das, erst einmal in Gang gesetzt, nur schwer zu stoppen ist. Deshalb ist es wichtig, frĂŒhzeitig etwas gegen nervöse Unruhe und Schlafstörungen zu tun. Durch seine beruhigende und entspannende Wirkung kann Neurexan helfen, das Stress-Karussell anzuhalten.
Neurexan ist als Tabletten oder als Tropfen erhÀltlich. Dies ist ein zugelassenes Arzneimittel. Lesen Sie die Packungsbeilage.
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zum Beispiel die KrÀuter-Wollfettsalbe von Bioforce. Man kann sehr gut auch Butterschmalz (Ghee) oder Rizinusöl auf die trockene Haut streichen. Die Haut darf nie zu trocken werden, sonst reisst sie sofort auf.
Da Sie beide betroffen sind, könnte es sein, dass ihre GrundernĂ€hrung zu trocken und zu kalt ist. Besonders im Winter sollte man jeden Tag mindestens zwei warme Mahlzeiten essen. Das heisst, neben dem Mittagessen zusĂ€tzlich ein warmes FrĂŒhstĂŒck oder ein warmes Znacht. Salate, Brot und KĂ€se können Sie in der wĂ€rmeren Jahreszeit wieder essen. Auch mit dem Fett dĂŒrfen Sie grosszĂŒgig umgehen. Kaufen Sie sich ein richtig gutes Olivenöl und geben Sie kurz vor dem Essen jeweils nochmals ein bisschen Ăl ĂŒber die fertig gekochten Speisen. SelbstverstĂ€ndlich geht auch eine gute Butter oder Kokosfett. Wir brauchen im Winter einfach etwas mehr Fett. Die Mongolen und Tibeter machen es uns vor: Sie leben im garstigen Klima und trinken den Tee zusĂ€tzlich zur Milch mit Butter. Das macht den Körper widerstandsfĂ€higer gegen die KĂ€lte und Trockenheit.
WutanfÀlle bei Kindern
Mein Sohn ist 3,5 Jahre alt und leidet unter hĂ€ufigen WutanfĂ€llen. Er kann sich nur schlecht beherrschen und rastet des Ăfteren aus, was auch fĂŒr uns schwierig ist. Kann ich ihn mit richtiger ErnĂ€hrung zur Ruhe kommen lassen ? Gibt es Lebensmittel oder pflanzliche Mittel, welche sein NervenkostĂŒm stĂ€rken ? Schokolade vertrĂ€gt er zum Beispiel ganz schlecht.
G. B., Reinach
Am wichtigsten ist, dass er so wenig Zucker wie möglich isst. Weil die hochraffinierten Weizenmehlprodukte Ă€hnlich wirken, wĂŒrde ich auch Teigwaren, GebĂ€ck und Brot stark reduzieren. Ersetzen Sie die Teigwaren vermehrt durch Kartoffeln, Reis, Polenta, Haferflocken und Hirse. Sie könnten zum FrĂŒhstĂŒck zum Beispiel gedĂ€mpfte Apfelschnitze machen oder ein Porridge mit Haferflocken. Gutes Nervenfutter sind zudem NĂŒsse und Karotten. Bei Kindern, die unruhig und gereizt sind, empfehle ich immer warme Mahlzeiten

und regelmÀssige Essens- und Schlafenszeiten.
Falls das Verhalten Ihres Sohnes in Richtung ADHS geht, gibt es einen neuen Stern am Himmel, der offenbar eine gute Alternative zum Ritalin sein kann. Es handelt sich hierbei um die Urtinktur Schissandra. Schissandra, das Spaltkörbchen, gehört zu den adaptogenen Pflanzen, die als StĂ€rkungsmittel in Stresssituationen sehr unterstĂŒtzend wirkt. Auch Ă€therisches Lavendelöl wirkt sehr harmonisierend. Sie könnten Ihrem Sohn jeden Abend die FĂŒsse mit einem Lavendel-Massageöl massieren.
Vielleicht noch kurz ein paar Gedanken zur Wut. Sie ist eng verbunden mit dem Element Feuer. Es ist sehr wichtig, dass sich ihr Sohn jeden Tag draussen krĂ€ftig bewegen kann, am besten im GrĂŒnen. Die Natur, besonders der Wald, und frische Luft besĂ€nftigen den hitzigen Typ am besten. Auch Wasser tut ihm gut. Schwimmen wĂ€re eine gute BeschĂ€ftigung fĂŒr Ihren Sohn. Versuchen Sie auch, seine Wut zu benennen, damit er sie kennenlernt. Sagen Sie: «Ich verstehe, dass du jetzt furchtbar wĂŒtend bist» anstelle von «Nun sei still und mach kein Theater». Hier könnte Ihnen ein Erziehungscoach sicher wertvolle UnterstĂŒtzung bieten. Denn schlussendlich geht es ja nicht darum, das Kind still zu kriegen, sondern darum, dass es sein Potenzial leben kann.
Sabine Hurni, Drogistin, Naturheilpraktikerin und Ayurveda-Expertin, beantwortet Ihre Fragen zu Gesundheits- und ErnĂ€hrungsthemen persönlich und ganzheitlich. sabine.hurni@chmedia.ch oder «natĂŒrlich», Leserberatung, Neumattstr. 1, 5001 Aarau. www.natuerlich-online.ch
Muss ich vor dem Arzt die Hose runterlassen ?
Patientinnen und Patienten werden manchmal angewiesen, sich im Arztzimmer mehr oder weniger vollstĂ€ndig zu entkleiden und zu warten. Das empfinden viele als erniedrigend. Ohne Sichtschutz kann das «Hoserunterlassen» entwĂŒrdigend wirken. Eine Umkleideecke oder ein Paravent gehört zu einem sorgfĂ€ltig eingerichteten Untersuchungszimmer; fehlen diese Einrichtungen, sind unangenehme GefĂŒhle gesund und verstĂ€ndlich.
Fragen Sie immer beim Arzt oder bei der medizinischen Praxisassistentin (MPA) nach, wie weit Sie sich frei machen mĂŒssen. VollstĂ€ndig nackt muss eine Patientin nie vor dem Arzt stehen oder auf der Liege warten. Selbst im OP-Saal werden alle Körperbereiche abgedeckt, die fĂŒr die Untersuchung oder Behandlung nicht relevant sind.
AnzĂŒgliche Bemerkungen und unangemessene körperliche Untersuchungen bis hin zum sexuellen Kontakt sind unzulĂ€ssige Eingriffe in die physische und psychische IntegritĂ€t. Doch oft ist schwierig abzuschĂ€tzen, welche BerĂŒhrungen zum Stellen der Diagnose notwendig sind. Unklar ist damit auch die Grenze zum Ăbergriff. Patientinnen interpretieren sexuell gefĂ€rbte Bemerkungen und Körperkontakte von Ărzten zunĂ€chst oft als gutgemeinte Gesten, bis die Grenzverletzungen eindeutig werden.
Bei Untersuchungen können Sie eine Vertrauensperson mitnehmen. Vermeiden Sie in ZweifelsfÀllen Abendtermine, da dann oft kein weiteres Fachpersonal anwesend ist. Zur Untersuchung eignet sich z. B. ein einfaches Top bzw. Unterleibchen, das leicht nach oben geschoben und auch rasch wieder nach unten gezogen werden kann.
Auf spo.ch finden Sie unter «Ratgeber» eine Liste mit konkreten Angaben, welches «Freimachen» fĂŒr welche Untersuchung notwendig und angemessen ist.
Stephan Bader, freier Mitarbeiter SPO Patientenschutz
Mehr zum Thema Patientenrecht unter Schweizerische Stiftung SPO Patientenschutz, www.spo.ch
Telefonische Beratung via Hotline 0900 567 047, Fr. 2.90/Min.
Im Rahmen der SPO-Mitgliedschaft erhalten Sie diese Beratung unentgeltlich (044 252 54 22).

Voller Mystik und Symbolkraft schwebt die Mistel hoch ĂŒber unseren Köpfen in den Ăsten der BĂ€ume. In unserem Körper sorgt sie fĂŒr Ausgeglichenheit und Balance und bringt Licht in die dunkle Jahreszeit.
Text: Steven Wolf
Wenn der Wind im Herbst die BlĂ€tter von den BĂ€umen weht, richtet sich mein Blick gerne in die Höhe zu den Misteln, die hoch ĂŒber dem Boden auf den BĂ€umen zwischen Himmel und Erde leben. FĂŒr mich ist die Mistel eine magische Pflanze, eine Meisterin der ZwischenrĂ€ume. Sie bildet den Schleier zwischen den Welten, ist ein geistiges Wesen der DĂ€mmerung, spannt einen Bogen zwischen Tag und Nacht, Leben und Tod, Traumbewusstsein und Wachzustand. In den Zeiten des Ăbergangs sind wir besonders empfĂ€nglich fĂŒr Inspirationen aller Art. Deshalb freue ich mich immer auf den Moment, an dem die fallenden BlĂ€tter der BĂ€ume den Blick zu den Misteln freigeben. Als immergrĂŒne Pflanze, die dem Winter trotzt, widerspiegelt sie mir ihr verborgenes Licht, das einen Lichtblick in die dunkle Jahreszeit bringt.
Die Mistel (Viscum album) gehört zur Familie der SandelholzgewĂ€chse. Ihr Wesen folgt nicht den normalen GesetzmĂ€ssigkeiten der Pflanzenwelt, sondern lebt seine eigenen Regeln und Gesetze. Ihr Wachstum orientiert sich nicht am Licht und auch nicht an der Schwerkraft, wie dies bei anderen Pflanzen der Fall ist. Auch der Stand der Sonne scheint sie nicht sonderlich zu beeinflussen. So wĂ€chst die eigenwillige Pflanze zu allen Seiten hin und bildet so eine spannungsverteilende Kugel, die in luftiger Höhe zu schweben scheint. Auch der Reifeprozess erfolgt eher zyklisch: Auf jeder Pflanze findet man stets offene BlĂŒten, grĂŒne BlĂ€tter und unreife Beeren. Bis aus der BlĂŒtenknospe eine reife Frucht entsteht, dauert es fast zwei Jahre.
Einsatz und Symbolik
Die immergrĂŒne Mistel trotzt dem Winter, der in der Pflanzensymbolik fĂŒr das Alte und das Alter steht und mit dem Planeten Saturn verbunden ist. Wie andere
immergrĂŒne Pflanzen wird auch die Mistel deshalb seit alters her bei lebensabbauenden Prozessen gebraucht; daher ist sie ein wichtiger Bestandteil von guten Lebenselixieren. Dementsprechend brauche ich die Mistel in erster Linie bei Anzeichen von verminderter Lebenskraft und generell bei Ă€lteren Menschen â zum Beispiel wenn jemand stĂ€ndig mĂŒde ist, an Blutarmut leidet oder ein schwaches Immunsystem hat; ebenso bei Rheuma und Gicht, aber auch bei Nervenverletzungen, BlasenentzĂŒndungen und als Lymphheilmittel. Bei Krebs ist die Mistel eine Ă€usserst wertvolle Begleittherapie.
Die Mistel bringt jedoch auch in vielen anderen Bereichen mannigfaltige Wirkungen mit sich. Sie kann zum Beispiel bei Leberbeschwerden und Milzleiden verwendet werden. Und auch bei allgemein chronischen Krankheiten kann sie eine wertvolle UnterstĂŒtzung sein, so zum Beispiel bei arteriellen Durchblutungsstörungen, Rheuma, Arthrose oder GelenksentzĂŒndungen. Ebenso bei Problemen mit dem Blutzucker, der Galle, bei NervenschwĂ€che oder Stoffwechselstörungen aller Art. Die Mistel hat darĂŒber hinaus eine sehr ausgleichende Wirkung. Man erkennt das an ihrem regelmĂ€ssigen, zweiteiligen Wuchs: Die BlĂ€tter stehen sich symmetrisch gegenĂŒber, genau dazwischen befinden sich die unscheinbaren BlĂŒten und spĂ€ter die strahlend weissen Beeren.
* Steven Wolf hat schon als Kind von seiner Grossmutter altes Pflanzenwissen gelernt und weiss um die Kraft der Natur mit all ihren sichtbaren und unsichtbaren Wesen. Er lebt im Jurtendorf in Luthernbad, wo er zusammen mit seiner Partnerin ganzheitliche Pflanzenkurse fĂŒr interessierte Menschen durchfĂŒhrt. www.pflanzechreis.ch
wolfs heilpflanze | gesund werden

FRAUENHEIL | Die allgemein stĂ€rkend wirkende Mistel kann bei Hitzewallungen in den Wechseljahren, Menstruationsbeschwerden und GebĂ€rmutterproblemen helfen. Nach der Geburt unterstĂŒtzt sie die Regeneration der Mutter.

Die Mistel steht nicht unter Naturschutz, doch der Baum darf bei der Ernte nicht beschĂ€digt werden. Ausserdem gehört der Baum jemanden, man sollte also den Besitzer um Erlaubnis bitten. Oder man kauft sich einige Mistelzweige, die ja bald wieder ĂŒberall zu haben sind.
Anwendungstipps
Innerlich als Tee
(Beeren nicht innerlich anwenden!)
Misteltee (StĂ€ngel und BlĂ€tter) wird immer als Kaltauszug angesetzt (6â12 h). Der Grund: Kaltes Wasser löst die schwach giftigen Stoffe (z. B. die Glykoside Viscalbin und Viscotoxin) nicht heraus. Der Kaltauszug der Mistel sollte auch kalt getrunken werden. In erster Linie wird er zur Regulierung des Blutdrucks, bei HerzschwĂ€che und Arteriosklerose angewandt.
UmschlÀge mit Tee
Warme MistelteeumschlÀge kann man zur Linderung rheumatischer und neuralgischer Schmerzen auflegen. Auch bei Arthrose können Àusserliche Mistelbehandlungen helfen.
Heuschnupfen
Betroffene sollten schon im Winter fĂŒr den FrĂŒhling vorsorgen: Zur Linderung des Heuschnupfens kann der Misteltee eine Hoffnung sein. Dazu wird der körperwarme Tee mithilfe einer Pipette, Nasendusche oder eines NasenspĂŒlkĂ€nnchens in die Nase gebracht.
MistelrÀucherung
Beim RĂ€uchern verströmen die getrockneten BlĂ€tter der Mistel einen krautigen, eher unscheinbaren, doch angenehm sĂŒsslichen Duft. Diese RĂ€ucherung ist kulttrĂ€chtig und ein wahrer Segen in den Jahreskreisfesten des Winterhalbjahres wie Allerheiligen (Samhain, der 1. Tag des Hexenjahres) oder der Wintersonnenwende (Jul). Auch in den 12 heiligen NĂ€chten, den RauhnĂ€chten, die am Weihnachtstag (25. 12.) beginnen, wirkt eine MistelrĂ€ucherung segnend und schĂŒtzend. Negative Schwingungen werden in lichtere, höhere Schwingungen versetzt. Das RĂ€uchern bewirkt eine Verbindung zu unseren Ahnen und beschert schöne TrĂ€ume.
Wichtig
Von der Ernte bis zur Teezubereitung sollte die Mistel den Boden nie berĂŒhren. Dadurch, dass die Mistel eine schwebende Pflanze ist, entladen sich ihre SpannungszustĂ€nde, sobald sie mit dem Boden in Kontakt kommt. Das heisst nicht, dass die Mistel nicht mehr wirkt â doch das, was sie hauptsĂ€chlich ausmacht, geht dabei verloren.
Die weissen Beeren stehen fĂŒr die Kraft des Mondes und das weibliche Prinzip. Weiss wirkt kĂŒhlend, befeuchtend und entgiftend.
Dieses ausgewogene Bild, kombiniert mit dem harmonischen, kugeligen Wachstum, hat etwas stark Beruhigendes. Durch die Arbeit mit diesem wunderbaren Pflanzenwesen lehrt die Mistel uns einen gelassenen Umgang mit uns selber und auch mit unserer Umwelt. Sie ermöglicht einen Kontakt zur eigenen, kraftvollen Mitte und sorgt somit fĂŒr inneres Gleichgewicht und Klarheit. Entsprechend gut reagieren Menschen mit erhöhtem Blutdruck, schnellem Puls und NervositĂ€t auf die Mistel.
Aufschlussreich ist auch die Tatsache, dass die Mistel einen Wirt braucht, auf dem sie leben kann. Dabei schadet die Schmarotzerpflanze dem Baum, den sie zum Leben braucht, aber nicht. Dieser Umstand verrĂ€t uns eine allgemein immunstĂ€rkende, krebswidrige Wirkung. TatsĂ€chlich haben ihre Eiweisse, Kohlenhydrate und Fette starke tumorhemmende Eigenschaften; das gilt auch fĂŒr gewisse Bakterien, die auf der Mistel leben.
Eine weitere Besonderheit â nĂ€mlich die weissen Beeren â weist auf die Kraft des Mondes hin, also auf das weibliche Prinzip. Die Farbe Weiss wiederum wirkt in der Pflanzensymbolik beruhigend, kĂŒhlend, befeuchtend und entgiftend. Das heisst, dass eine Wirkung auf die Fruchtbarkeit und die Genitalorgane zu erwarten ist. Neben dem Frauenmantel ist somit auch die Mistel eine wertvolle Heilpflanze bei Frauenbeschwerden aller Art. Sie kann bei Hitzewallungen in den Wechseljahren, Menstruationsbeschwerden, GebĂ€rmutterproblemen wie Blutungen oder Wucherungen helfen und ebenso bei Weissfluss. Die Mistel ist eine wertvolle Heilpflanze zur Regeneration nach der Geburt.
In Zeiten, als die Menschen noch an Hexen und DĂ€monen glaubten, war die Mistel nicht nur eine wichtige Heil-, sondern auch eine Schutzpflanze. Viele Geschehnisse, die man damals nicht benennen konnte, schob man bösen DĂ€monen in die Schuhe, AlbtrĂ€ume zum Beispiel oder nĂ€chtliche Panikattacken. Sie wurden den DĂ€monenwesen Nachtmahr und Alpdruck zugeschrieben. Der Nachtmahr flĂŒsterte den Leuten schlimme TrĂ€ume voller negativer Emotionen ins Ohr und löste so Angst und Panik aus; der Alpdruck hingegen setzte sich auf die Brust des schlafenden Menschen und sorgte so fĂŒr Beklemmung, Atemnot und AngstzustĂ€nde. Die Mistel galt als Astralhexe, die ĂŒber die DĂ€monen wachte. Als TrĂ€gerin des Wissens ĂŒber die Geheimnisse der Natur sollte sie Mensch und Tier gegen solche Angst- und PanikzustĂ€nde schĂŒtzen. Daher die vorweihnĂ€chtliche Tradition, dass man einen Mistelzweig aufhĂ€ngt. Oder anders gesagt: Eine Mistel im Haus oder an der HaustĂŒr schĂŒtzt vor Unholdenenergien und schenkt Schutz und Lebenskraft. //

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Auch MĂ€nner merken, wenn sie in die Jahre kommen. Wenn der Testosteronspiegel langsam sinkt, fĂŒhlen sich viele ausgelaugt und nutzlos. Ein angemessener Lebensstil wirkt Beschwerden entgegen.
Text: Angela Bernetta
Ob Superman, Popeye oder Spartacus â Helden sind fĂŒr gewöhnlich mĂ€nnlich, stark und unbesiegbar. Studien belegen aber nicht erst seit gestern, dass auch echte Kerle mit zunehmendem Alter unter hormonellen VerĂ€nderungen leiden. Betroffen sind meist MĂ€nner ab 40. Sie fĂŒhlen sich matt und abgespannt; die Libido lĂ€sst nach, begleitet von Erschöpfung, Schlafstörungen, Hitzewallungen und Stimmungsschwankungen. Was bei Frauen ab der Lebensmitte gĂ€ngiges GesprĂ€chsthema ist, verunsichert betroffene MĂ€nner. Der ZĂŒrcher Androloge Christian Sigg findet das nicht weiter verwunderlich: «Bis vor Kurzem wusste man wenig ĂŒber die Auswirkungen des sinkenden Hormonspiegels beim alternden Mann.» DemgegenĂŒber seien die weiblichen Wechseljahre seit Jahren Gegenstand intensiver Forschung.
Schleichende Abnahme
Die Wechseljahre, wie man sie bei Frauen kennt, gibt es bei MĂ€nnern nicht. WĂ€hrend sich der weibliche Hormonhaushalt zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr innert kurzer Zeit deutlich spĂŒrbar umstellt, werden die Sexualhormone der MĂ€nner mit den Jahren nur langsam, aber allmĂ€hlich weniger. «Ab dem 40. Lebensjahr sinkt das Testosteron beim Mann um etwa ein bis zwei Prozent pro Jahr», weiss David Zimmermann, Urologe mit Schwerpunkt Andrologie im Andrologiezentrum (Uroviva) in ZĂŒrich. «Es ist ein schleichender Prozess, der nicht zwingend zu Beschwerden fĂŒhren muss.»
Die meisten MĂ€nner merken zeitlebens nichts von der Andropause, wie die VerĂ€nderung in Anlehnung an die weibliche Menopause mitunter genannt wird. Wahrscheinlich weil sie den geringen Abbau des Testosterons mit einer gesunden LebensfĂŒhrung ausgleichen. Zwei bis sechs Prozent der MĂ€nner zwischen 40 und 79 Jahren sind laut Zimmermann von einem Testosteronmangel mit Begleitsymptomen betroffen. Ein Testosteronmangel kann Psyche, Körper und das Sexualleben belasten. Betroffene klagen ĂŒber eine BeeintrĂ€chtigung des körperlichen Wohlbefindens, Schlafstörungen, Abgeschlagenheit, Ăngstlichkeit, Reizbarkeit, NervositĂ€t und depressive Verstim-
mungen. Auch legen sie hĂ€ufig an Körpergewicht zu und verlieren Muskelmasse. «FĂŒr gewöhnlich sind sexuelle Unlust und Erektionsstörungen erste Hinweise, dass etwas nicht stimmt», erklĂ€rt Zimmermann. Wer lĂ€nger als acht Wochen unter den Beschwerden leide, sollte einen Arzt aufsuchen.
Diabetiker sind besonders gefÀhrdet
Der Besuch beim Arzt ist wichtig, um die Ursache klar zu erkennen, etwa ob der Testosteronspiegel im Blut tatsÀchlich unter den normalen Werten liegt (zwischen 12 und 30 Nanomol pro Liter). Liegt der Wert unter 12 nmol/l, kann man von einem Testosteronmangel sprechen, so Zimmermann. «Es gibt aber MÀnner mit tiefen Werten, die beschwerdefrei leben. Das ist sehr individuell.»
Krankheiten wie Diabetes Typ II, Ăbergewicht, Bluthochdruck oder Fettstoffwechselstörungen können die Folge eines niedrigen Testosteronwerts sein oder einen solchen begĂŒnstigen. «Bei MĂ€nnern mit Ăbergewicht oder Diabetes Typ II besteht in rund 50 Prozent der FĂ€lle ein Testosteronmangel. Dies sollte bei der Betreuung dieser Patientengruppen unbedingt berĂŒcksichtigt werden», betont Zimmermann. «Man sollte sich aber nicht nur an Laborwerten orientieren. Oder davon ausgehen, dass eine Hormontherapie alles richten wird.»
Sind die Testosteronwerte zu tief, könne ein gesunder Lebensstil mit regelmĂ€ssiger Bewegung einiges bewirken, so Zimmermann. (siehe Box). «Hat ein Mann allerdings konstant tiefe Werte und leidet unter den typischen Begleitsymptomen, sollte ein Therapiestart ins Auge gefasst werden.» Bei Ă€lteren oder stark ĂŒbergewichtigen MĂ€nnern bewirkt eine Anpassung des Lebensstils kombiniert mit einer Hormontherapie oft viel. «Durch die Behandlung fĂŒhlen sie sich besser und sie können ihr Leben mit neuer Energie positiv verĂ€ndern. Mittel- bis langfristig können die Auswirkungen auf den Körper sogar so positiv sein, dass die Hormontherapie nach ein bis zwei Jahren wieder abgesetzt werden kann.»
Wie Hormonbehandlungen wĂ€hrend der weiblichen Wechseljahre sind auch Hormontherapien bei MĂ€nnern nicht unumstritten. Langzeittherapien können Nebenwirkungen auslösen, insbesondere eine ĂŒbermĂ€ssige Zunahme der roten Blutkörperchen, wodurch das Blut dickflĂŒssiger wird und somit das Risiko fĂŒr Herzinfarkt oder Schlaganfall steigt. Entscheidet sich der Patient nach einer ausfĂŒhrlichen Beratung fĂŒr eine Hormontherapie, ist eine intensive, medizinische Kontrolle unerlĂ€sslich. Auch gilt es, andere Erkrankungen auszuschliessen, etwa Brust- oder Prostatakrebs. «Eine Hormontherapie löst zwar keinen Brust-
In der Mehrzahl der FĂ€lle lassen sich Beschwerden um die Lebensmitte ohne medizinische UnterstĂŒtzung kurieren. Fachleute wie der ZĂŒrcher MĂ€nnerheilkundler
David Zimmermann empfehlen ganz klassisch einen Dreiklang aus Geist, Körper und ErnĂ€hrung: Statt abends mit NĂŒssli und Bier vor dem TV abzuhĂ€ngen, sollte man(n) seine grauen Zellen durch geistige TĂ€tigkeit fordern, sich sportlich fit halten und regelmĂ€ssig zu gesunder vitaminreicher Kost greifen. «Erlesene Ăle und Fette sind ebenfalls wichtig fĂŒr die Hormonproduktion», weiss die Naturheilpraktikerin Sarah Föhn. «Ebenso hochwertiges Eiweiss fĂŒr die Muskulatur.» Wer all das regelmĂ€ssig beherzigt, hĂ€lt seinen Hormonspiegel einigermassen stabil â vollkommen ohne Nebenwirkungen.
«Wer allerdings wirklich mal abgeschlagen, mĂŒde und erschöpft ist, dem können KrĂ€uter eine gute ErgĂ€nzung sein», sagt Föhn. «So stĂ€rkt beispielsweise die Taigawurzel die Lebensenergie und hilft, den Stress auszugleichen.»
Die Naturheilkunde kennt zahlreiche Mittel, die dem alternden Mann auf sanfte Weise helfen können. Föhn weist explizit auf die Methoden der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) hin. «Mit dem Ălterwerden nehmen die Nierenenergie und die Verdauungsenergie in Milz und Magen ab», erklĂ€rt sie. Verringere sich das Yin, das substanziell-nĂ€hrende Prinzip, könne das Schlafstörungen, Abgeschlagenheit, Ăngstlichkeit, Reizbarkeit, NervositĂ€t und depressive Verstimmungen nach sich ziehen. «Insbesondere Nahrungsmittel wie Dinkel, Vollkorngetreide, Datteln, Sprossen, Leinöl und Fisch stĂ€rken das Yin.»
Auch gegen die schwindende Libido, die mit einem allmĂ€hlich sinkenden Testosteronspiegel einhergehen kann, ist ein Kraut gewachsen. Die TCM sieht da einen Hinweis auf einen Nieren-Yang-Mangel, also ein Nachlassen des feurigen, bewegenden Prinzips. «Ich empfehle der TCM gemĂ€ss in erster Linie Tinkturenmischungen, vorwiegend mit Heilpflanzen wie Damianakraut, SĂ€gepalme, Ginseng oder GewĂŒrznelke, die das Nieren-Yang stĂ€rken», sagt Föhn. Auch Wachholder sei ein Yang-stĂ€rkendes Mittel. Nachfolgende KrĂ€uter helfen ebenfalls gegen unliebsame Beschwerden:
Brennnessel: Als Tee getrunken soll sie Prostatavergrösserungen vorbeugen und den Stoffwechsel ankurbeln.
Johanniskraut: Dieser Heilpflanze wird lindernde Wirkung bei (Winter-)Depressionen nachgesagt.
Die Pflanze soll beruhigen und bei Schlafstörungen helfen.
Melisse: Kann wie Hopfen, Baldrian und Johanniskraut bei Schlafstörungen helfen.
Lavendel: Lavendelöl wirkt schlaffördernd und hilft bei Verstimmungen.
Passionsblume: Sie hilft gegen Stress, Unruhe und NervositÀt.
Auch Helden leiden mit zunehmendem Alter unter hormonellen VerÀnderungen.

oder Prostatakrebs aus», stellt Zimmermann klar. «Verabreicht man allerdings einem Patienten mit einem bestehenden Tumor Testosteron, kann es das Wachstum des Tumors befeuern.»
Stelle man die richtige Indikation, ĂŒberwögen die guten Resultate, meint Zimmermann. «Eine Hormontherapie verbessert das psychische und körperliche Befinden und wirkt sich positiv auf die SexualitĂ€t, die Knochendichte und den Fettstoffwechsel aus. Allerdings ist sie keine Lifestyle-Therapie», fĂŒgt der Urologe an. «Immer wieder kommen MĂ€nner in die Sprechstunde, die mittels Hormontherapie ihre Testosteronwerte anheben wollen, um Muskelmasse aufzubauen. So geht das natĂŒrlich nicht.»
Midlife-Crisis als Chance
Auch die eigene VergĂ€nglichkeit rĂŒckt bei MĂ€nnern um die 50 immer stĂ€rker ins Bewusstsein. Die damit einhergehenden Verstimmungen haben allerdings kaum etwas mit den Hormonen zu tun. «Manche denken, sie haben mit 50 den Zenit ĂŒberschritten», folgert Urologe Zimmermann. Gelegentlich verlieben sie sich Hals ĂŒber Kopf in eine junge Frau, kaufen eine Harley-Davidson und lassen ihr altes Leben hinter sich. Was wie die klassische Midlife-Crisis anfĂ€ngt, muss nicht unbedingt in einem Scherbenhaufen enden, findet der Berner Paartherapeut Klaus Heer. «Im Gegenteil. Ein Aufbruch nach der Lebensmitte kann sehr wohl das abrupte Ende eines DĂ€mmerzustandes bedeuten und dazu einladen, sich fĂŒr ein neues und aktives Leben zu entscheiden.» Dies durchaus auch im «alten» Umfeld. «Das Altern lĂ€sst sich zwar nicht verhindern», relativiert Zimmermann, «aber die UmstĂ€nde kann man mit Anpassungen des Lebensstils positiv beeinflussen.» //
WĂ€hrend die Bandbreite an Beratungs-und Informationsangeboten fĂŒr Ă€ltere Frauen breit ist, gibt es fĂŒr MĂ€nner nur wenige Anlaufstellen. Nachstehende Links bieten spezifische Angebote und Adressen von Selbsthilfegruppen fĂŒr MĂ€nner an. Allgemeine Ăbersicht: www.mencare.swiss/de/landkarte Burnout bei MĂ€nnern: www.timeout-statt-burnout.ch/cms Selbsthilfegruppen fĂŒr MĂ€nner: www.selbsthilfeschweiz.ch
L ieben ist ja schön und gut. Aber Begehren? Lust gar! Unheimlich. Sie ĂŒberfĂ€llt uns in den merkwĂŒrdigsten Situationen, diese Lust, im Supermarkt und im Zug âbleibt aber handkehrum im Ehebett immer öfters aus. Wir können nicht, wenn wir sollen â und wir wĂŒrden allzu gerne ausgerechnet da, wo es ĂŒberhaupt nicht passt. Mit der Nachbarin. Dem Musiklehrer. Der Kellnerin â oder irgendeinem hergelaufenen Typ, der eigentlich gar nicht mein Typ ist. Die Lust bringt uns in Situationen, die wir als anstĂ€ndige, mĂŒndige BĂŒrger nicht vertreten können; und sie lĂ€sst uns Dinge trĂ€umen oder gar tun, die nicht unserer Vorstellung von Correctness entsprechen.
Wer immer die Idee ausgebrĂŒtet hat, dass Lust nur mit einem Menschen â und zwar mit demjenigen, mit dem wir Tisch und Bett teilen und die Kinder grossziehen â und immer am selben Ort, dem Ehebett, erlaubt sei, war entweder sehr boshaft oder aber er verstand rein gar nichts von der Sache. Denn Lust hĂ€lt sich an keine Gesetze. Sie hat ihren eigenen Willen und ist eine echte Anarchistin. Deshalb war sie allen Herrschenden suspekt. Deshalb haben wir sie behandelt wie die 13. Fee: verteufelt, verboten, reguliert und ins Dunkle verbannt: in Rotlichtbezirke, die Pornoindustrie und in heimliche Fantasien, ĂŒber die wir mit niemandem reden, nicht einmal mit dem oder der Liebsten.
L osgeworden sind wir die Lust dadurch nicht. Aus dem Dunklen des Unbewussten steuert sie unser Verhalten, FĂŒhlen und Denken; sie macht uns zu Ziel-
â Sexuelle Lust ist ein Geschenk, dessen wir uns weder schĂ€men noch uns damit brĂŒsten mĂŒssen.â
gruppen einer Werbeindustrie, die unsere heimliche Lust geschickt in Szene setzt. Und so setzt die Werbung uns neue Sollwerte und LeistungsansprĂŒche: Wir mĂŒssen sexy, potent, attraktiv und «cool» sein, um uns als Mann oder Frau anerkannt zu fĂŒhlen. Viagra macht RekordumsĂ€tze. Derweil bleibt die wirkliche sinnliche Freude aneinander auf der Strecke.
FĂŒr die Tempelkulturen von Malta und Kreta war erotische Lust etwas Heiliges, und so wurde sie auch behandelt. Eine offensichtlich lustvolle Frau galt nicht als Flittchen, sondern als Verehrerin der Göttin der Wollust. Sex diente nicht nur der Fortpflanzung oder der persönlichen Liebe, sondern ebendieser Göttin. Dieser «Gottes-Dienst» geschah nicht heimlich, sondern öffentlich im Tempel; jeder wusste davon und kein Gatte empfand es als Treuebruch, wenn seine Gattin Sex mit einem anderen zelebrierte. Unsere heidnischen Vorfahren in Mitteleuropa wiederum begingen die Jahreskreisfeste mit sexuellen Festen: Sie tanzten ums Feuer, Paare fanden sich und verschwanden zusammen in der Dunkelheit, um nach einer Weile mit geröteten Gesichtern befriedigt wieder aufzutauchen. So hatten sie ihren Beitrag fĂŒr die Fruchtbarkeit der Felder geleistet.
A uch ohne Fruchtbarkeitsriten und Tempelkulte: Wir können von unseren Vorfahren lernen. Sexuelle Lust ist ein Geschenk, dessen wir uns weder schĂ€men noch uns damit brĂŒsten mĂŒssen. Es gibt dabei nichts zu leisten, aber auch nichts zu unterdrĂŒcken. Wir dĂŒrfen die Lust zelebrieren, wenn sie auftaucht, und vor allem ins Licht des Bewusstseins holen. Dort können wir immer noch entscheiden, ob wir ihren Impulsen folgen wollen und welche wir wieder schlafen schicken. So kann Lust endlich wieder als das wahrgenommen werden, was sie ist: human. //

â Leila Dregger ist Journalistin und Buchautorin (u. a. «Frau-Sein allein genĂŒgt nicht», Edition Zeitpunkt). Sie begeistert sich fĂŒr gemeinschaftliche Lebensformen und lebt seit 16 Jahren in Tamera, Portugal, wo sie beim Verlag Meiga und der Globalen Liebesschule mitarbeitet.

Birkenfeige


Das Weltklima ist derzeit das dominierende Thema in Politik und Gesellschaft. Aber wie steht es eigentlich um das Klima in unseren eigenen vier WĂ€nden?
Text: Anja Huber

ie Luft ist unser wichtigstes Lebensmittel: TĂ€glich atmet ein Mensch etwa 15 000 Liter ein, umgerechnet sind das gut 15 Kilogramm. Grund genug, um sich fĂŒr saubere und gesunde Luft einzusetzen. Dazu hat der Bundesrat im April 2018 eine Ănderung der Luftreinhalte-Verordnung mit verschĂ€rften Emissionsgrenzwerten genehmigt. Das Nationale Beobachtungsnetz fĂŒr Luftfremdstoffe (NABEL) ermittelt die LuftqualitĂ€t an ausgewĂ€hlten Standorten in der ganzen Schweiz und dokumentiert die Entwicklung der Belastung durch Ozon, lungengĂ€ngigem Feinstaub, Stickoxiden, flĂŒchtigen organischen Verbindungen, Ammoniak sowie krebserregenden Luftschadstoffen, wie etwa Dieselruss oder Benzol. In seinem Bericht zur LuftqualitĂ€t 2018 resĂŒmiert das Bundesamt fĂŒr Umwelt (Bafu) zwar, dass «die QualitĂ€t der Luft seit 1985 deutlich besser geworden ist»; aber trotzdem sei «das gesetzlich verankerte Ziel einer sauberen Luft in der Schweiz noch nicht erreicht». Vor allem die Immissionsgrenzwerte von Feinstaub, Stickstoffdioxid (NO 2) und Ozon werden noch teilweise ĂŒberschritten. «Diese Schadstoffe stellen in der Schweiz ein lufthygienisches Problem dar», schreibt das Bafu in seinem Bericht.
Viel CO2 in InnenrÀumen
Wer nun am liebsten nicht mehr lĂŒften mag, um die Schadstoffe aus den eigenen vier WĂ€nden rauszuhalten, treibt den Teufel mit dem Beelzebub aus. Denn auch der Mensch selbst produziert durch Ausatmen stĂ€ndig Kohlenstoffdioxid, kurz Kohlendioxid oder eben CO 2 . Aussenluft hat heutzutage ĂŒblicherweise eine CO 2-Konzentration von etwa 400 Milliliter pro Kubikmeter (ppm). In der Zeit der Dinosaurier, vor 235 bis 66 Mio. Jahren, schwankte der CO 2-Gehalt zwischen 1000 ppm und 2200 ppm. Die ausgeatmete Luft des Menschen enthĂ€lt etwa 30 000 ppm CO 2 . Deshalb steigt die Kohlenstoffdioxid-Konzentration in schlecht gelĂŒfteten RĂ€umen sehr schnell an. Beispielsweise kann in einem kleinen, drei bis vier Quadratmeter grossen

geschlossenen Raum mit einer einzigen Person der CO 2-Gehalt in nur 45 Minuten von 400 ppm auf ĂŒber 1000 ppm ansteigen. Vor allem in BĂŒros, Sitzungszimmern und KlassenrĂ€umen âergo immer, wenn sich viele Menschen in geschlossenen RĂ€umen aufhalten â kann die CO 2-Konzentration binnen kĂŒrzester Zeit auf 2500 ppm ansteigen. Ab 2000 ppm gilt die LuftqualitĂ€t bereits als hygienisch inakzeptabel und entspricht nicht mehr den Vorschriften.
In einer Studie der Harvard School of Public Health stellte sich heraus, dass hohe Kohlendioxid-Werte direkte negative Auswirkungen auf die KonzentrationsfĂ€higkeit haben. Viele Menschen reagieren auch mit Kopfschmerzen auf «dicke», abgestandene Luft. Kohlendioxid-Konzentrationen von ĂŒber 100 000 ppm rufen Bewusstlosigkeit und Zittern hervor; Werte von mehr als 250 000 ppm können sogar zum Tod fĂŒhren.

Philodendron
An regelmĂ€ssigem LĂŒften geht also nichts vorbei! Zumal die Innenraumluft bis zu fĂŒnfmal stĂ€rker verschmutzt sein kann als die Aussenluft â etwa durch eine zu hohe Luftfeuchtigkeit oder Schadstoffe in Möbeln, Bausubstanz, HaushaltsgegenstĂ€nden und Putzmitteln. Deshalb empfiehlt es sich, Ăko-Möbel und andere Produkte vorzuziehen, deren Emissionen geprĂŒft und beschrĂ€nkt sind. Produktelabels wie z. B. «natureplus», «Blauer Engel», «ĂkoControl», die «Umwelt-Etikette» fĂŒr Farben, Lacke und Beschichtungen, «GEV-EMICODE EC1» fĂŒr Verlegewerkstoffe, «GUT» fĂŒr Teppichböden und «Oekotex Standard 100/ Standard 1000» fĂŒr Wohntextilien beinhalten eine solche PrĂŒfung.
WohnrĂ€ume sollte man mindestens drei Mal pro Tag richtig gut durchlĂŒften, idealerweise morgens, mittags und abends. Einige Experten raten sogar dazu, alle zwei Stunden einen kompletten Luftwechsel in den InnenrĂ€umen vorzunehmen. Dazu muss man die Fenster vollstĂ€ndig öffnen. Besonders wirksam ist die sogenannte QuerlĂŒftung mit Durchzug, da so viel Luftfeuchtigkeit aus dem Raum abgefĂŒhrt wird. Gut ist auch StosslĂŒften, wobei die Fenster ebenfalls komplett geöffnet werden, gleichzeitig jedoch die TĂŒr zum jeweiligen Raum geschlossen wird. Nach fĂŒnf bis zehn Minuten ist die Luftfeuchtigkeit abtransportiert und die Raumluft komplett erneuert. Das schĂŒtzt nicht nur unsere Gesundheit vor giftigen Schimmelpilzsporen, sondern auch das Bauwerk vor FeuchteschĂ€den. Tipp: WĂ€hrend des LĂŒftens die Heizventile zudrehen, um Energie zu sparen.

GrĂŒnlilie
Heuschnupfen-Geplagte sollten wĂ€hrend ihrer Leidenszeit dann lĂŒften, wenn am wenigsten Pollen in der Luft schweben: In der Stadt ist die Pollenkonzentration meist abends am höchsten, hier also am besten nach dem Aufstehen krĂ€ftig lĂŒften und die Fenster abends und nachts geschlossen halten; auf dem Land hingegen ist der Pollenflug meist morgens am intensivsten. Deswegen gilt es dort, erst abends â kurz vor dem Zubettgehen â fĂŒr Durchzug zu sorgen. Tipp: Pollenschutzgitter können ein Eindringen der Pollen bremsen.
Im SpĂ€therbst und Winter haben Allergiker erstmal Ruhe vor den Pollen. DafĂŒr reizt nun trockene Heizungsluft unsere SchleimhĂ€ute. Viren und Bakterien können leichter in den Körper eindringen, wenn die SchleimhĂ€ute nicht ausreichend feucht sind. Nasensprays oder -spĂŒlungen auf Basis von

Ăberlassen Sie das LĂŒften
nicht dem Zufall
Wohnen, Arbeiten und Freizeit â wir verbringen durchschnittlich 90 Prozent unserer Zeit in InnenrĂ€umen, wie eine aktuelle YouGov-Umfrage in 14 LĂ€ndern Europas und Nordamerikas ergab. Deshalb spricht man auch von der sogenannten Indoor-Generation. Dieses ausgeprĂ€gte «Indoor-Life» erhöht jedoch die negativen EinflĂŒsse auf unsere Gesundheit. So steigert sich grundsĂ€tzlich durch die Atmung von Mensch und Tier der CO2-Gehalt in der Raumluft. Auch aus Möbeln und OberflĂ€chen austretende Schadstoffe und Lösungsmittel vermehren den Schadstoffgehalt der Luft, die wir atmen.
RegelmĂ€ssiges LĂŒften ist aber oft nicht möglich. Und insbesondere im Winter öffnen die meisten Menschen nur ungern das Fenster. Einen effizienten Lösungsansatz bietet hier die komfortable RaumlĂŒftung: Je nach Raumnutzung und Anzahl der Bewohner leitet ein LĂŒftungsgerĂ€t automatisch Frischluft in die RĂ€ume und fĂŒhrt die verbrauchte, feuchte Raumluft ab. Und dank integrierter CO2-Sensoren kann das LĂŒftungsgerĂ€t jederzeit auf einen erhöhten Schadstoffgehalt reagieren.
Weitere Tipps fĂŒr ein gesundes Raumklima im Winter gibt es unter www.zehnder-systems.ch/de/ gesunde-raumluft-im-winter
gefragt: peter mamie*

«
Herr Mamie, Sie leiten die Zehnder Academy, die auf LĂŒftungssysteme spezialisiert ist. Welche Vorteile bietet die kontrollierte WohnungslĂŒftung gegenĂŒber dem LĂŒften von Hand?
Neben hoher Energieeinsparung durch WĂ€rmerĂŒckgewinnung sorgt eine LĂŒftungsanlage jederzeit fĂŒr einen ausreichenden Luftwechsel. Das ist gerade bei modernen Energieeffizienzbauten mit luftdicht gedĂ€mmten HĂŒllen sehr wichtig, da keine natĂŒrliche LĂŒftung ĂŒber Ritzen und Fugen im Mauerwerk oder ĂŒber undichte Fenster stattfindet. Die kontrollierte WohnungslĂŒftung vermeidet eine Ăberfeuchtung der RĂ€ume und beugt somit der gesundheitsschĂ€digenden Schimmelbildung und auch FeuchteschĂ€den vor. Dadurch können umfangreiche Sanierungen der Bausubstanz vermieden werden. Zudem wird verhindert, dass in den RĂ€umen eine zu hohe CO 2 Konzentration entsteht. Filter am LĂŒftungsgerĂ€t sorgen dafĂŒr, dass keine unerwĂŒnschten Partikel mit der Zuluft in die Raumluft geraten â so gibt es Spezialfilter fĂŒr Allergiker, die Pollen abhalten, und Feinstaubfilter oder auch Aktivkohlefilter, die unangenehme GerĂŒche aus der Luft filtern. Da die Fenster bei einer KomfortlĂŒftung geschlossen bleiben können, wird auch die LĂ€rmbelastung erheblich verringert. Ăffnen darf man die Fenster jedoch auch mit einem LĂŒftungssystem so viel man will.
Wo und wann kann man ein LĂŒftungssystem in seine Wohnung einbauen?
Komfortable WohnraumlĂŒftungen können in Neubauten und bei Renovationen eingesetzt werden. Man kann damit ganze Wohneinheiten oder gezielt einzelne RĂ€ume nachrĂŒsten und das System durch einfach einzubauende Komponenten jederzeit erweitern und optimieren.
Mit welchen Kosten muss man dabei rechnen?
Das kommt auf die Grösse und Ausstattung der zu belĂŒftenden RĂ€ume an. Bei einer Wohnung kann man aus unserer Erfahrung mit 11 000 bis 18 000 Franken rechnen. FĂŒr ein Einfamilienhaus mit mehreren Stockwerken belaufen sich die Kosten auf 14 000 bis 23 000 Franken. Will man einzelne RĂ€ume mit einer KomfortlĂŒftung ausstatten, bekommt man unsere Einzelraum  KomfortlĂŒftungsgerĂ€te fĂŒr 1200 bis 1500 Franken. Interessierte können sich in unseren Kursen an der Zehnder Academy in GrĂ€nichen darĂŒber informieren oder ĂŒber unsere Website (s. Links) eine Beratung anfragen.
* Peter Mamie , seit 2013 bei der Zehnder Group Schweiz tÀtig, ist Leiter der Zehnder Academy in GrÀnichen (AG).
Drachenbaum
Salzlösungen oder Meerwasser können Ausgleich schaffen. Auf abschwellende Nasensprays hingegen sollte man besser verzichten, da sie die SchleimhÀute zusÀtzlich austrocknen!
Um die Luftfeuchtigkeit der InnenrĂ€ume wĂ€hrend der Heizperiode zu erhöhen, kann man elektrische Luftbefeuchter einsetzen oder einfach wassergefĂŒllte GefĂ€sse auf die Heizung stellen. Das ist besser, als nasse TĂŒcher darĂŒber zu legen, da die Abdeckung der Heizkörper zu einer schlechteren Energieeffizienz fĂŒhrt. Ausserdem mĂŒssen TĂŒcher rasch erneut angefeuchtet werden. Auch Zimmerpflanzen erhöhen die Luftfeuchtigkeit â besonders Zyperngras, Zimmerbambus, Zimmerlinde und andere GrĂ€ser, deren BlĂ€tter Spaltöffnungen haben, wodurch sie mehr Feuchtigkeit an die Luft abgeben. Hydrokultur-Pflanzen sorgen ebenfalls fĂŒr eine höhere Luftfeuchtigkeit.
Ăberdies können Zimmerpflanzen die Konzentration von Schadstoffen, die ĂŒber die Aussenluft in unsere vier WĂ€nde gelangen, sowie Schadstoffe von innen (z. B. AusdĂŒnstungen aus Möbeln, Baustoffen etc.) senken; zudem nehmen Pflanzen bei der Photosynthese CO 2 auf und produzieren gesunden Sauerstoff. Um das Raumklima nachhaltig zu verbessern, haben sich vor allem grossblĂ€ttrige Arten wie Zimmerlinde, Nestfarn, Zyperngras, Ficus (Birkenfeige oder auch Benjamini genannt), Kolbenfaden sowie Aralien-Arten bewĂ€hrt.
Wichtig zu wissen: Nachts kommt die Photosynthese bei den meisten Pflanzen zum Erliegen und sie geben selbst Kohlendioxid ab. Es gibt aber auch Arten, die nachts CO 2 aufnehmen â sie eignen sich daher besonders, um im Schlafzimmer fĂŒr ein gutes Raumklima zu sorgen. Dazu gehören unter anderem Orchideen, Echte Aloe, Bogenhanf und Bromelie. Sie sollten in Tongranulaten gepflanzt werden. Das reduziert erstens den Pflegeaufwand durch hĂ€ufiges Giessen und zweitens sind die Granulate weniger anfĂ€llig fĂŒr gesundheitsschĂ€dlichen Schimmelpilzbefall als Blumenerde.
GewĂ€chse wie Efeu, Philodendron, Einblatt, Nestfarn, Drachenbaum, Echte Aloe oder die GrĂŒnlilie sind sogar in der Lage, Giftstoffe wie Formaldehyd (Spanplatten von KĂŒchen), Benzol (Lacke und Kunststoffe) oder Trichlorethylen (Farben, Lacke, chemische Reinigungsmittel) aus der Raumluft zu filtern. Australische Wissenschaftler haben festgestellt, dass sie die Schadstoffbelastung in der Raumluft um mehr als 50 Prozent senken können. Und nicht zuletzt wirkt jedes Zuhause mit ein paar schönen Pflanzen doch gleich viel wohnlicher. //

â Links
â Das Bundesamt fĂŒr Gesundheit (BAG) bietet auf seiner Website www.bag.admin.ch viele Infos rund um «gesundes Wohnen».
â Ăber die Informationsstelle fĂŒr Umweltund Soziallabels «Labelinfo.ch» kann man sich einen Durchblick im GĂŒtesiegel  Dschungel verschaffen und seinen Konsum somit gesĂŒnder und verantwortungsbewusster gestalten: www.labelinfo.ch
â AusfĂŒhrliche Informationen zum Thema komfortable und gesunde WohnraumlĂŒftung sowie das Kursprogramm der Zehnder Academy findet man bei der Zehnder Group Schweiz AG: www.zehnder-systems.ch
â

Gerade komme ich von einem kurzen Besuch bei meiner alten Nachbarin. In ihrer Wohnung duftete es wunderbar nach frisch getrocknetem Dörrobst. Bei diesem Geruch und dann erst recht beim Verkosten eines Apfelschnitzes stiegen in mir Bilder aus der Kindheit auf. Wie ich gemeinsam mit meinen Geschwistern im Herbst Obst gesammelt und gerĂŒstet habe, wie die Mutter dann in vielerlei Varianten unsere Ernte haltbar gemacht hat. Ich liebte es, wenn ich in der Vorratskammer KonfitĂŒre oder ein grosses Glas der heiss eingefĂŒllten FrĂŒchte auswĂ€hlen durfte oder auf den Dachboden geschickt wurde, um vom fein duftenden Teekraut zu holen, das dort getrocknet wurde.
Eigene, von Hand verarbeitete VorrĂ€te haben fĂŒr mich immer noch einen ganz besonderen Wert. Es geht um RĂŒckbindung zur Scholle, um eine Erdverbundenheit, so empfinde ich es. Aus zeitlichen GrĂŒnden komme ich nur noch zu wenigen GlĂ€sern Tomatensugo und Chutney; dazu noch die WildkrĂ€uter, die ich beim Wandern sammle. Habe ich in meinem Beruf nicht viel eher die Aufgabe, mich um das innere Sammeln zu kĂŒmmern und Menschen zu helfen, VorrĂ€te im Innen anzulegen?
Bei der BibellektĂŒre bin ich letzthin an einem Satz hĂ€ngen geblieben. Jesus sagt da, bevor er das Gleichnis des reichen Kornbauers erzĂ€hlt: «Denn auch dem, der im Ăberfluss lebt, wĂ€chst sein Leben nicht aus dem Besitz zu.» Das Ansammeln und Horten von VorrĂ€ten in etwelcher Art bringt nicht das eigentliche Leben hervor â das Leben wĂ€chst einem von anderswo her zu.
Kurse im Lassalle-Haus
EinfĂŒhrung in die Kontemplation
Das Herzensgebet kennen lernen
8. bis 10. November Fr. 18.30âSo. 13.30 Uhr
EnneagrammVertiefungswoche
Alles Wirkliche im Leben ist Beziehung
17. bis 22. November
So. 18.30âFr. 16 Uhr
Sufismus Die mystische Seite des Islams entdecken 29. November bis 1. Dezember
Fr. 18.30âSo. 13.30 Uhr
Exerzitien: Warten auf Gott Vertrauen und Frieden fĂŒr den Alltag finden 1. bis 8. Dezember So. 18.30âSo. 13.30 Uhr
Infos und Anmeldung : Telefon 041 757 14 14 info@lassalle-haus.org www.lassalle-haus.org
Woher, woraus wÀchst mir mein Leben zu?
Was ist es, was mich mit meinem Lebensgrund verbindet? Das Gebet kommt mir als Erstes in den Sinn, in all seinen Ausdrucksweisen: das Schweigen und innere Lauschen; mein Sehnen nach Gott; die Dankbarkeit; mein Bitten. Dann sind es Beziehungen, Freundschaften, echte, wahrhaftige Begegnungen. Gute, nĂ€hrende LektĂŒre gehört dazu, das Zubereiten und Verkosten eines feinen Gerichts, das Streicheln der Nachbarskatze. In meiner tĂ€glichen Arbeit wĂ€chst mir viel Leben zu, denke ich gerade. Welch grosses Privileg, dass ich als Pfarrerin einer so sinnstiftenden Aufgabe nachgehen darf, auch wenn ich es, um ehrlich zu sein, nicht in jedem Moment als «dĂŒrfen» empfinde.
Wo auch immer ich in Resonanz komme mit meinem Lebensgrund â mich berĂŒhren und herausfordern lasse, verkoste und echten Geschmack am Leben finde â da wĂ€chst mir das Leben zu. Was da wĂ€chst, kann ich weder sammeln noch anhĂ€ufen und schon gar nicht haben. So ist es also doch nicht meine Aufgabe, mich um inneren Vorrat zu kĂŒmmern. Vielmehr jedoch, Menschen zu helfen, mit ihrem Lebensgrund in Resonanz zu kommen und Empfangende zu werden. Meine geliebte Grossmutter kommt mir in den Sinn. Sie war im Alter erblindet. Ihr Trost waren die Psalmen und Kirchenlieder, die sie auswendig beten konnte. Sie zehrte von einem kostbaren Vorrat, den sie ĂŒber viele Jahre angelegt hatte. Je prĂ€senter sie mir wird, desto sicherer bin ich mir: Vorrat ist nicht gleich Vorrat. //

Das Lassalle-Haus in Edlibach ist ein von Jesuiten gefĂŒhrtes interreligiöses, spirituelles Zentrum mit einem breiten Kursangebot, das von Zen-Meditation ĂŒber Naturseminare bis zu klassischen Exerzitien reicht. FĂŒr «natĂŒrlich» schreiben der Jesuit Tobias Karcher und die Pfarrerin Noa Zenger abwechselnd die Kolumne Gedankensplitter».
* Noa Zenger (44) ist reformierte Pfarrerin. Sie wohnt und arbeitet im Lassalle-Haus Bad Schönbrunn, dem Bildungszentrum der Jesuiten in Edlibach ZG.

Am 11. November können wir am Nachmittag ein seltenes und spektakulÀres astronomisches Ereignis beobachten. Unser innerster Planet Merkur zieht von Ost nach West vor der Sonne vorbei und wird dabei (durch einen Filter betrachtet) als schwarzer Punkt in der Sonne erscheinen (siehe Bild). Um 13.36 Uhr tritt der Merkur vor die Sonne und wird sich um 16.20 Uhr ziemlich genau im Zentrum der Sonnenscheibe befinden. Um 16.55 Uhr geht die Sonne unter. Das Ende des Merkurdurchgangs wird jedoch erst um 19.04 Uhr erreicht sein. Das Ausserordentliche an diesem Merkurdurchgang ist die Geometrie: Der Planet lÀuft praktisch zentral durch die Sonne, was sehr selten ist. Den letzten fast zentralen Merkurdurchgang konnte man am 10. November 1973 beobachten. Der nÀchste Merkurdurchgang vor der Sonne ist dann erst wieder am Morgen des 13. Novembers 2032 zu beobachten.
Da der Merkur sehr klein ist, kann das PhÀnomen am besten mit einem kleinen Teleskop oder Feldstecher beobachtet werden. Dabei muss unbedingt ein Sonnenfinsternisfilter (gleiches Material wie die Sonnenfinsternisbrillen, z. B. Baader Folie) vor die GlÀser des Instruments installiert werden. Dieses Ereignis darf auf keinen Fall ohne Filter beobachtet werden, da sonst die Netzhaut der Augen geschÀdigt oder sogar zerstört werden könnte! Andreas Walker

Gute Nachricht fĂŒr GemĂŒsemuffel: Wird Blumenkohl, Brokkoli und Co. in kleinen, separaten SchĂ€lchen serviert, kann dies den Verzehr deutlich erhöhen. Das haben US-amerikanische Wissenschaftler von der University of Georgia herausgefunden. Das Team fĂŒhrte Experimente durch, bei denen sie den Probanden nach dem Zufallsprinzip BlumenkohlstĂŒcke auf einer grossen Platte oder in mehreren einzelnen SchĂ€lchen prĂ€sentierten. Dabei zeigte sich, dass die meisten Teilnehmer vom gesamten PrĂ€sentationsformat nur ein StĂŒck Blumenkohl assen. Von den SchĂ€lchen verzehrten sie dagegen zwischen vier und sechs StĂŒck. MM

Rupert Sheldrake «Die Wiederentdeckung der SpiritualitĂ€t», O. W. Barth 2019, ca. Fr. 26.âgewusst
Meditation, Gebet, Ritual, Musik, Tanz oder einfach Dankbarkeit â fast alle spirituellen Traditionen haben konkrete Ăbungsformen entwickelt, die unser Wachstum fördern sollen. Die wissenschaftliche Basis zu sieben von ihnen erklĂ€rt Rupert Sheldrake, einer der bekanntesten spirituellen Wissenschaftler unserer Zeit und glĂ€ubiger Christ, in seinem neusten und persönlichsten Buch. Das ist meist, aber nicht immer ĂŒberzeugend. Denn wissenschaftliche Deutungen mögen zwar fĂŒr gewisse Methoden möglich sein; die letzte Wirklichkeit aber entzieht sich jeglicher wissenschaftlicher Beweisbarkeit. Trotzdem ein lesenswerter ReisefĂŒhrer fĂŒr ein spirituelles Leben. krea
In der chinesischen Mongolei verwandelt China seit 40 Jahren riesige WĂŒstengebiete in bewaldete und fruchtbare Gegenden â eine grosse grĂŒne Mauer. Die positiven Folgen sind bis in die Hauptstadt sicht- und messbar: In den 1950erJahren verdunkelten SandstĂŒrme noch durchschnittlich 56 Tage pro Jahr den Himmel ĂŒber Peking; 2017 gingen die StĂŒrme aus den WĂŒsten im Norden auf 7 Tage zurĂŒck, heute auf praktisch null, berichtet die chinesische Agentur Xinhua. Dies sei der Erfolg des «Three-North Shelterbelt Forest Program», das bereits 1978/79 startete, um der Ausdehnung der WĂŒste Gobi zu begegnen bzw. sie zurĂŒckzudrĂ€ngen. Heute ist die «GrĂŒne Mauer» 4500 Kilometer lang und mehrere hundert Kilometer breit. 46,14 Millionen Hektar Wald, eine FlĂ€che grösser als Deutschland, wurde bereits aufgeforstet. infosperber.ch / krea
Gehirn
TagtrÀumen fördert die Vernetzung
Gedankenverloren vor sich hintrÀumen ist keine Zeitverschwendung, sondern dient der Gehirnpflege. In einer wissenschaftlichen Studie fand man heraus, dass «wandernde Gedanken» die Vernetzung im Gehirn fördern, sodass gewisse Hirnareale besser miteinander kommunizieren. Probanden, die hÀufiger tagtrÀumten, erzielten bei Tests zum logischen Denken bessere Ergebnisse. Womöglich werden dadurch auch die KreativitÀt und die Intelligenz gefördert. neuropsychologia

MĂ€rchenhafter Reif
Niederschlag ohne Wolken

In seinem neuesten Film «But Beautiful» portrĂ€tiert Erwin Wagenhofer («We feed the world») Menschen, die mutig ganz neue Wege beschreiten auf der Suche nach dem Schönen und Guten. Wie könnte ein erfĂŒlltes Leben aussehen? Wie eine zukunftsfĂ€hige Welt?
Der Film liefert keine definitiven Antworten; aber viel Inspiration. Und er zeigt, dass wir ganz viele Handlungsmöglichkeiten haben und die Freiheit, glĂŒcklich zu sein. Das macht Hoffnung in einer turbulenten Welt, einer Welt im Wandel. krea
But Beautiful
Ein Film von Erwin Wagenhofer, mit Erwin Thoma. Kinostart: 21. November www.but-beautiful-film.com
Im Winter sind die Pflanzen oft mit Reif ĂŒberzogen und bieten ein bizarres, mĂ€rchenhaftes Bild. Reif kann auf zwei verschiedene Arten entstehen: Wenn die ErdoberflĂ€che in klaren NĂ€chten stark abgekĂŒhlt wird, entsteht Tau. Der Boden wird durch die Abstrahlung kĂ€lter als die Luft, was zur Kondensation des Wassers an der ErdoberflĂ€che fĂŒhrt. Sinkt die Temperatur unter Null Grad Celsius, gefriert das Wasser an Pflanzen und GegenstĂ€nden. Der Meteorologe nennt dieses PhĂ€nomen Strahlungsreif. Dies kann zu interessanten Strukturen fĂŒhren, wie sie auf dem Bild zu erkennen sind: Jedes feinste HĂ€rchen auf den BlĂ€ttern wird durch das ĂŒberzogene Eis gut sichtbar. Windstille WetterverhĂ€ltnisse sind fĂŒr die Reifbildung von Vorteil, da dadurch der Nachschub an warmer Luft in der NĂ€he der ErdbodenoberflĂ€che ausbleibt und die AuskĂŒhlung nicht beeintrĂ€chtigt wird.
Ebenso kann Reif entstehen, wenn der Wind ĂŒber den Boden streicht und sich in frostigen NĂ€chten die Feuchtigkeit am Boden in Form von Eiskristallen anlagert â und zwar entgegen der Richtung, aus der der Wind kommt. Diese Form von Reif wird als Advektionsreif bezeichnet, wobei in der Regel lange Eiskristalle an Pflanzen und GegenstĂ€nden entstehen können. Andreas Walker
FlĂŒsse sind viel mehr als fliessende Wasserströme, Transportwege und Erholungsgebiete. Sie prĂ€gen Landschaften und unser Leben: die Kultur und wahrscheinlich sogar Religionen. Aufenthalte am Flussufer schmeicheln der Seele und schenken Lebenskraft.
Text: Fabrice MĂŒller
Otti Flepp kennt die Strecke vom Oberalppass zum Tomasee, der Quelle des Rheins, wie seine Westentasche. Der BergfĂŒhrer aus Disentis (GR) ist regelmĂ€ssig mit GĂ€sten auf dieser rund dreieinhalbstĂŒndigen Wanderung unterwegs. Vor drei Jahren folgte er dem Rhein von der Quelle bis zur MĂŒndung in die Nordsee bei Rotterdam mit dem Rennvelo. Sechs Tage sass er im Sattel. Die Veloreise dem Rhein entlang vertiefte seine ohnehin schon enge Beziehung zum Fluss zusĂ€tzlich. «Ich bin mit dem Rhein aufgewachsen. Immer wieder mache ich mir die Schönheiten dieses Flusses, der besonders auch in unserer Region so viele wunderbare Spuren hinterlassen hat, bewusst.» Auf seiner Veloreise erlebte Flepp den Rhein von all seinen Seiten; so erschloss er das ganze Wesen des «Giganten», der damals an verschiedenen Orten Deutschlands ĂŒber die Ufer getreten war und VerwĂŒstungen anrichtete.
Auf seinen Wanderungen zur Rheinquelle berichtet Otti Flepp von den Pioniertaten des Paters Placidus, der Ende des 18. Jahrhunderts im Kloster in Disentis lebte und wirkte. «Placidus war ein grosser Forscher der Alpenwelt», erzĂ€hlt der BergfĂŒhrer. Der Mönch habe Pflanzen und Mineralien gesammelt und sei fĂŒr seine Erstbesteigungen mancher Gipfel in der Surselva bekannt â etwa des Rheinwaldhorns 1789 oder des Oberalpstocks 1793. In seinen «Entdeckungsreisen» beschreibt Pater Placidus ausfĂŒhrlich die Rheinquellen des Vorder- und Hinterrheins.
Auf der Wanderung zur Rheinquelle begegnet man an den HĂ€ngen beim Oberalppass zahlreichen Alpenblumen. Vom Tomasee aus fĂŒhrt die Strecke weiter hoch zum Piz Badus. Er war zur Zeit von Pater Placidus noch von einem Gletscher bedeckt. Das Wasser dieses 2928 Meter hohen Gipfels sowie seiner Nachbargipfel bildet die Quelle des Vorderrheins. Gesammelt im Tomasee, stĂŒrzt sich der junge Rhein in Richtung Tschamutt.
FlĂŒsse wie der Rhein haben die Menschen seit jeher fasziniert. Die alten Griechen und Römer verehrten alle Quellen und mit ihnen die Nymphen â anmutige weibliche Naturgottheiten â als Bewohner dieser FliessgewĂ€sser. Die Nymphen waren eng mit der Entstehung und Er-
haltung des Lebens verbunden. Wie der Geomant Stefan Brönnle erklĂ€rt, gaben manche Götter den FlĂŒssen ihren Namen. Der Neckar beispielsweise ist eine Ableitung von Nixe bzw. ihrem mĂ€nnlichen Pendant, dem Nöck, in der Mehrzahl Neckar genannt. Nördlich der Alpen finden sich zahlreiche Marienquellen, die auch heute noch verehrt werden. «Im Wasser zeigt sich bis heute die Seele der Landschaft. Und in der Tiefe des Wassers eröffnet sich der Zugang zur Weltenseele», sagt Brönnle. FlĂŒsse galten schon immer als Lebensadern, die Menschen und StĂ€dte miteinander verbinden. Doch im Gegensatz zu Strassen, die ja ebenfalls eine verbindende Funktion ausĂŒben, ranken sich um FlĂŒsse viel mehr Mythen. «Der Fluss als Grenze und Weg bildet gleichzeitig den Ăbergang ins Totenreich», erklĂ€rt Brönnle. Es sei deshalb nicht verwunderlich, dass man frĂŒher an manchen FlĂŒssen Totenwaschungen machte mit dem Ziel, gewisse Seelenanteile abzuwaschen, damit sie nicht mit ins Grab genommen wurden. NatĂŒrlich stehe das Wasser auch fĂŒr Fruchtbarkeit und das Leben, betont der Geomant. «Viele Menschen zieht es deshalb bewusst oder unbewusst ans Wasser bzw. an FliessgewĂ€sser. Dort werden die menschliche Seele genĂ€hrt und geheilt, die GefĂŒhle gereinigt und geordnet.» So erfahre unsere Lebenskraft eine Erneuerung.
FĂŒr den österreichischen Naturforscher Viktor Schauberger (1885â1958), der durch intensive Naturbeobachtungen zu tiefgreifenden Erkenntnissen ĂŒber energe tische Naturprozesse gelangte, jedoch zu Lebzeiten verkannt und verspottet wurde, ist das Wasser eine «lebendige Gestalt». Schauberger betrachtete das Wasser als die von feinstofflichen Energien gebildete Ursubstanz, die durch die Urbewegung der Erde ins Leben gerufen wurde. Wasser verleihe allen Dingen Leben, die im grossen Plan der ewig schöpferischen Intelligenz vorgesehen sind. «Wenn wir das Wasser nicht als lebendiges, alles Leben nĂ€hrendes Wesen anerkennen, blockieren wir seine schöpferischen KreislĂ€ufe und behindern das Leben. Dann verwandelt sich das Wasser in einen gefĂ€hrlichen Gegner», warnte Schauberger. Mit zunehmender WĂ€rme, erhöhtem Lichteinfall, aber auch mit der von Menschenhand vor-

«Bei
einem Fluss ist das Wasser, das man berĂŒhrt, das Letzte von dem, was vorĂŒbergeströmt ist, und das Erste von dem, was kommt. So ist es auch mit der Gegenwart. »
Leonardo da Vinci 1452â1519

Die Sihl entspringt am Drusberg im Kanton Schwyz. 68 Kilometer legt sie zurĂŒck, bis sie die Stadt ZĂŒrich erreicht. Ein spektakulĂ€rer Wanderweg fĂŒhrt von Richterswil hinunter nach Sihlbrugg.

Der Rhein versorgt Millionen von Menschen mit Trinkwasser. EindrĂŒckliche Begegnungen mit dem Rhein bieten sich zum Beispiel in der Viamala, der spektakulĂ€ren Rheinschlucht zwischen Ilanz und Reichenau, oder an seiner Quelle beim Tomasee.
Aufatmen dank Dr. Wasserfall ?
Zeit am und auf dem Fluss verbringen, tut der Seele gut. Hier kommen wir zur Ruhe, tanken Kraft, können einfach mal sein. Dem fliessenden Wasser zuzuschauen kann helfen, belastende Gedanken loszulassen, was sehr reinigend und heilsam wirken kann. Oft reicht schon der Blick auf einen Fluss (oder auch einen See oder das Meer), damit unser Körper GlĂŒckshormone freisetzt. Studien zeigen, dass Schwimmen und andere Formen von Bewegung im Wasser zum Beispiel den Blutdruck senken, MĂŒdigkeit verringern und Schmerzen lindern können. Gleichzeitig fĂŒhlen wir uns im erfrischenden Nass so gut wie schwerelos und können Verspannungen im Nu lösen. Und wir treten so in den Austausch mit dem Element Wasser, schĂ€rfen
unsere Sinne und konzentrieren uns ganz auf das Hier und Jetzt. Eine echte Wohltat in unserem oft hektischen Alltag. ZusÀtzlich wirkt das Rauschen oder leise PlÀtschern entspannend.
Besonders wohltuend empfinden viele Menschen den Aufenthalt an WasserfĂ€llen. Insbesondere Asthmatiker können in ihrer NĂ€he wieder aufatmen. Die in hoher Konzentration auftretenden negativen Ionen im SprĂŒhnebel sollen ausschlaggebend dafĂŒr sein â denn sie versprechen angebliche Linderung, ja mitunter sogar Heilung der Atemwege. Doch die Studienlage dazu ist dĂŒrftig. Trotzdem ist es einen Versuch wert, zumal regelmĂ€ssige SpaziergĂ€nge an der frischen Luft gerade im Winter sehr wichtig sind zur StĂ€rkung unseres Immunsystems.

Die Aare begeistert mit traumhaften Auenlandschaften â zum Beispiel auf dem zehn Kilometer langen Uferweg Alte Aare von Aarberg nach Studen.

genommenen Einengung des Wasserlaufs verliere das Wasser ferner an VitalitĂ€t, Gesundheit und seine FĂ€higkeit, die Umgebung, die es durchfliesst, zu beleben und zu energetisieren. «Nur in seiner natĂŒrlichen, selbstkĂŒhlenden, spiralig gewundenen Bewegung ist das Wasser in der Lage, seine vitalen inneren Energien, seine Gesundheit und Reinheit zu bewahren», schreibt Schauberger. Auf seinem Weg durch die Landschaften fungiert das Wasser als TrĂ€ger fĂŒr all die Mineralien, Spurenelemente und sonstigen subtilen Energien, die in seiner Umgebung benötigt werden.
Von Jesus und dem Teufel
FlĂŒsse, die ihren Weg durch TĂ€ler und Ebenen bahnen, prĂ€gen nicht nur Landschaften, sondern auch den Menschen, seine Kultur und vermutlich sogar die Religionen. «FlĂŒsse haben einen Geist und wirken mit ihrem morphogenetischen Feld unterstĂŒtzend auf ihr Umfeld», erlĂ€utert Stefan Brönnle die Wirkung von FlĂŒssen aus geomantischer Sicht. Wasser sei Dank seiner molekularen Struktur in der Lage, Informationen aufzunehmen, zu transportieren und abzugeben â analog zu den BlutgefĂ€ssen im menschlichen Körper. «Ein Fluss trĂ€gt Informationen in sich und verteilt sie weiter. Auch dadurch kann er eine Stadt, ja ganze Regionen prĂ€gen.» Brönnle nennt das Beispiel des Inns, der seinen Ursprung in Italien hat und in allen StĂ€dten, die er durchfliesst, etwas Leichtes und Jugendliches ausstrahle â unter anderem mit architektonischen Merkmalen wie Arkaden und einer spĂŒrbaren Lebensfreude in der Stadt. Auch wenn ein Fluss auf seinem Weg durch die Landschaft von verschiedenen Faktoren beeinflusst werde, sei die Quelle fĂŒr seine Aus-
strahlung entscheidend. Die Quelle eines Flusses entspricht laut Stefan Brönnle dem Urcharakter des Stromes. «An seiner Quelle erhÀlt der Fluss die Urinformationen. Das ist vergleichbar mit dem Geburtsvorgang eines Menschen.»
Zahlreiche FlĂŒsse, manche gelten gar als heilig, strahlen seit Jahrhunderten eine religiöse oder spirituelle Anziehungskraft auf die Menschen aus. So pilgern Jahr fĂŒr Jahr Millionen von Hindus an die Ufer des Ganges, wo sie sich reinigen, um aus dem ewigen Kreislauf der Wiedergeburt auszubrechen. GemĂ€ss Bibel bewĂ€ssert der Tigris das Paradies. Im Judentum geniesst der Jordan eine besondere Rolle. Bei Jericho wurde â so vermutet man âJesus von Johannes dem TĂ€ufer getauft. In Estland sind rund 400 heilige Orte wie Steine, BĂ€ume, Quellen und weitere «Sakralbauten der Natur» entlang des nur 28 Kilometer langen PĂŒhajĂ”gi (estnisch fĂŒr «Heiliger Fluss») anzutreffen. Der Fluss Narva trennt Russland vom europĂ€isch geprĂ€gten Baltikum; er gilt aber ebenso als religiöse Grenze zwischen den estnischen Lutheranern und der russisch-orthodoxen Kirche. Grosse FlĂŒsse sind oft auch bedeutende SchauplĂ€tze religiöser Ereignisse: Die Elbe etwa steht in enger Verbindung mit der Reformation. Die sieben Quellen der Elbe soll der Teufel persönlich gebohrt haben.
Etwas Schweiz in den Meeren Als Wasserschloss wird die Schweiz von zahlreichen FlĂŒssen durchquert. Der Rhein und seine ZuflĂŒsse strömen der Nordsee zu, die Rhone mĂŒndet ins Mittelmeer und der Inn gelangt ĂŒber die Donau ins Schwarze Meer. Jeder Fluss hat seinen eigenen Charakter. Der Rhein, ein ausgesprochen mĂ€nnlicher und katholischer Fluss, ist von bedeutenden katholischen BistĂŒmern wie dem Bistum Basel oder den ErzbistĂŒmern Köln, Mainz und Trier umgeben. «Vater Rhein» inspirierte auch manchen Schriftsteller wie zum Beispiel Friedrich Hölderlin, der dem Rhein eine Hymne widmete.
Ein ganz besonderer Fluss ist auch die Aare. Mit einer LĂ€nge von 288 Kilometern ist sie der lĂ€ngste Fluss der Schweiz, dessen Lauf sich ganz innerhalb der Landesgrenzen befindet. Die Aare wird aus dem Gletscher geboren, zwĂ€ngt sich durch Schluchten und breitet sich in Seen und Auen aus. Doch die Aare ist mehr als ein Fluss. Sie gilt als das RĂŒckgrat des Mittellandes und ist grosses Landschaftstheater mit langer Geschichte. Wie der Berner Naturforscher Samuel Studer erzĂ€hlt, berichten mĂŒndliche Ăberlieferungen von einer Art Schlange oder Tatzelwurm in der Aareschlucht. Johann Wolfgang von Goethe stattete der Aareschlucht im Herbst 1779 einen Besuch ab, als er das Berner Oberland bereiste. Vom Lammi stieg er durch den «Finsteren SchlĂŒĂŒchen» hinab bis zur Aare. Seine EindrĂŒcke beschreibt er malerisch in der Schilderung «Unbeschreibliche Tage». Doch wie findet man seinen persönlichen Kraftstrom, an dem man verweilen, sinnieren und auftanken kann? «Oft fĂŒhlt man sich von einem bestimmten Fluss oder einer Landschaft intuitiv angezogen. Damit verbunden ist ein GefĂŒhl, zu Hause angekommen zu sein, angenommen wie man ist», sagt Geomant Brönnle. Er empfiehlt, sich vom BauchgefĂŒhl leiten zu lassen. Vielleicht fĂŒhle man sich eher von wilden GewĂ€ssern angezogen, oder man bevorzuge einen ruhigen, kraftvollen Strom. Wer eine tiefere Verbindung zu einem Fluss aufbauen möchte, kann sich ihm wandernd annĂ€hern und die Quelle erkunden. //

Martin Arnold, Urs Fitze «GewĂ€sserperlen âdie schönsten Flusslandschaften der Schweiz», AT Verlag 2018, ca. Fr. 50.âFlorian Spichtig, Christian Schwick «Die WasserfĂ€lle der Schweiz», AT Verlag 2012, ca. Fr. 50.âViktor und Jörg Schauberger «Das Wesen des Wassers», AT Verlag 2006, ca. Fr. 35.âTheodor Schwenk «Das sensible Chaos. Strömendes Formenschaffen in Wasser und Luft», Freies Geistesleben 2010, ca. Fr. 48.â

Taten stat t Worte Nr. 62

Da s Wichtigs te is t immer noch die Familie .
Unseren Natura-Beef-Rinder n geht es besonders gut. Denn sie wachsen bei viel Auslauf auf der Weide in der Herde bei ihren MĂŒtter n und mit Altersgenos sen auf. Wir förder n die Mutter kuhhaltung als natĂŒrlichs te Form der Aufzucht von Jungr indern und garantieren so ein Höchstmass an Tier wohl Da s is t nur eines von vielen Beispielen fĂŒr unseren hohen Anspruch, den wir als Pioniere der ar tgerechten Tier haltung seit ĂŒber 35 Jahren verfolgen.
Alles ĂŒber da s Nachhaltigkeitsengagement von Coop auf: taten-st at t- worte.ch
Im Garten und auf dem Balkon gibt es noch einiges zu ernten; vor allem aber sĂ€en wir Frisches und lassen es auf der Fensterbank spriessen. Und der Garten muss winterfest gemacht werden â dabei machen wir nicht rĂŒbisstĂŒbis.

Der November ist eine gute Pflanzzeit fĂŒr Rosen, Gehölze oder BeerenstrĂ€ucher. Und es ist auch noch Zeit, um Knoblauch zu stecken. Wer dies jetzt versĂ€umt, kann Knoblauch auch noch zeitig im MĂ€rz in die Erde bringen. Meist werden die Knollen dann allerdings nicht so gross. Knoblauch gelingt ĂŒbrigens auch ganz gut in einem grösseren Topf. Gleiches gilt fĂŒr Winter-Steckzwiebeln. Auch sie können noch vor dem Frost in die Beete oder in grosse KĂŒbel â wobei Winter-Steckzwiebeln fĂŒr BalkongĂ€rtner nicht ideal sind, da sie viel Platz benötigen und die Töpfe lange blockieren.
Pastinaken und viele Kohlsorten vertragen etwas Frost. Sowohl Pastinaken wie auch GrĂŒn- und Rosenkohl werden durch leichte Minustemperaturen sogar aromatischer. Solange noch kein Frost herrscht, können auch andere WurzelgemĂŒse in der Erde verbleiben. Zu spĂ€t gesĂ€te Randen (Rote Beete) haben bei uns an geschĂŒtzten Standorten schon oft milde Winter ĂŒberstanden.
An warmen sonnigen Tagen sammeln Remo und ich von einjĂ€hrigen Sommerblumen Samen, die wir im kommenden FrĂŒhjahr aussĂ€en. Es kann bei nasser Novemberwitterung allerdings sein, dass die SamenstĂ€nde zu feucht oder gar schon leicht schimmelig sind. Beides wĂ€ren keine guten Bedingungen, um Samen zu sammeln und einzulagern.
Ein wilder Garten
FrĂŒher war es ĂŒblich, Ende Oktober, Anfang November im Garten abzuschneiden und wegzufĂŒhren, was nur geht. AufrĂ€umen kommt zum GlĂŒck mehr und mehr aus der Mode, im Naturgarten sowieso. Es muss auch nicht alles geschnitten, herausgerissen und «winterfest» gemacht werden. Denn Stauden und GrĂ€ser sind

frances und remo vetter*
auch in der kalten Jahreszeit sehr dekorativ; gleichzeitig bieten die hohlen StÀngel Insekten Unterschlupf und die Samen stÀnde sind willkommenes Vogelfutter.
Remo und ich machen es so, dass wir im FrĂŒhwinter abschneiden, was in sich zusammenfĂ€llt und nicht schön aussieht, wie zum Beispiel Kosmeen oder Zinnien. Pflanzen wie Sonnenhut, Sonnenblume, Herbstanemone, Hohes Eisenkraut, Lavendel oder Fenchel und andere Stauden hingegen lassen wir stehen. Sie werden bei uns frĂŒhestens im MĂ€rz geschnitten, also unmittelbar vor dem Austrieb. Auch verblĂŒhte Hortensien schneiden wir nicht im Winter. Denn sie sehen bei Frost und Schnee schön aus und die verwelkten BlĂŒtenstĂ€nde dienen als Schutz fĂŒr die neuen Austriebe, die meist schon im Winter als Knospen vorhanden sind. GrĂ€ser und Lilien binden wir einfach zusammen â das schĂŒtzt die Pflanzen vor allzu viel NĂ€sse an der Basis. Erst wenn die ersten Austriebe im FrĂŒhjahr sichtbar sind, schneiden wir die GrĂ€ser.
Frostempfindliche Pflanzen wie Rosmarin oder Feigen schĂŒtzen wir mit einer dicken Rindenmulch- oder Kompostschicht rund um die Basis. Junge Pflanzen dieser Gattungen wickeln wir in den ersten Jahren mit Vlies ein, um sie zu schĂŒtzen. FĂŒr Topfpflanzen ist das ĂŒbrigens allgemein empfehlenswert.
Das Laub und der letzte Rasenschnitt werden in den Blumenbeeten verteilt; das Material verrottet ganz oder teilweise, was den Boden mit NĂ€hrstoffen anreichert; ausserdem bietet es manchen Pflanzen und Insekten Schutz. Heruntergefallenes Laub lassen wir auf den Beeten liegen, auch das ist ein hervorragender Schutz. Ausserdem verrottet das meiste
bis zum FrĂŒhjahr und BeikrĂ€uter kommen schlecht oder gar nicht auf. Die GemĂŒsebeete jĂ€ten und lockern wir jetzt noch einmal und arbeiten ausserdem etwas Kompost ein.
Falls noch nicht gemacht, können, solange es frostfrei ist, jetzt noch Blumenzwiebeln in die Gartenbeete und die Töpfe gesteckt werden. Gerade in Töpfen kann man ruhig die Pflanzvorschriften etwas vernachlĂ€ssigen und die Blumenzwiebel relativ dicht stecken. Werden die Zwiebeln unterschiedlich tief gesteckt, verlĂ€ngert man dadurch die BlĂŒhsaison. Töpfe haben zudem den Vorteil, dass man sie ĂŒberall aufstellen kann. Dahlien und Gladiolen hingegen sollten spĂ€testens nach dem ersten leichten Frost aus der Erde und frostfrei ĂŒberwintert werden.
Reinigung und Lagerung
Die GartengerĂ€te sollte man vor dem Einwintern gut reinigen und pflegen. Alle GerĂ€te werden geschrubbt und RostanfĂ€lliges freut sich ĂŒber eine dĂŒnn aufgetragene Ălschicht. Die Schneidwerkzeuge werden sorgsam gereinigt, Gelenke geölt und die Schneiden gegebenenfalls geschliffen. So kann es im FrĂŒhjahr mit intaktem Werkzeug gleich gefreut losgehen.
Töpfe ohne Pflanzen sollten von Erde befreit und grĂŒndlich gereinigt werden, insbesondere wenn kranke Pflanzen wie Tomaten, Gurken oder Zucchini darin wuchsen. Denn sonst lĂ€uft man Gefahr, Krankheitserreger mit in die nĂ€chste Saison zu schleppen. Nicht frostfeste Töpfe werden im Schuppen oder in der Garage verstaut. Sind Töpfe, die noch bis
* Frances und Remo Vetter sind als freischaffende Gartengestalter, Referenten und Buchautoren unterwegs.

Gartenarbeiten
â Die Beete noch einmal von Unkraut befreien. Leicht verrottbares Laub (idealerweise geschreddert) auf die Beete verteilen.
â Um abgerĂ€umte Beete vor Frost zu schĂŒtzen, bringen wir Kompost und Mulch aus; auch Grasschnitt und GartenabfĂ€lle schĂŒtzen vor Frost und NĂ€hrstoffverlust. Die Abdeckung sollte nur etwa ein bis zwei Zentimeter dick sein. Zu dicke Schichten ersticken den Boden und fĂŒhren zu FĂ€ulnis.
â Unter BĂ€umen und StrĂ€uchern lassen wir das gefallene Herbstlaub liegen.
â Schwer verrottbares Laub schreddern wir vor dem Kompostieren. Dazu gehören zum Beispiel Walnuss-, Eichen-, Kastanien- oder PappelblĂ€tter. Es sollte mit anderen organischen Materialien wie Rasenschnitt, kleinen Zweigen oder KĂŒchenabfĂ€llen gemischt werden. Der Laubanteil sollte nicht mehr als etwa ein FĂŒnftel betragen.
â Pflanzung von wurzelnackten BĂ€umen und StrĂ€uchern an frostfreien Tagen.
â Schnitt von Apfel-, BirnbĂ€umen und BeerenstrĂ€uchern, ehe der Boden zu kalt und zu nass wird.
â Es ist Zeit, den Chinakohl zu ernten. Das knackige GemĂŒse vertrĂ€gt leichten Frost ohne Probleme. Chinakohl ist leicht verdaulich und enthĂ€lt viel Vitamin C, Ballaststoffe sowie Spurenelemente.
â Die Haupterntezeit von Rosenkohl ist von November bis Mitte Januar. Leichter Frost sorgt dafĂŒr, dass die Röschen das richtige
vor Kurzem Tomaten oder Gurken als SaisongemĂŒse beherbergten, frostfest, können sie, mit Erde gefĂŒllt, an einem wettergeschĂŒtzten Platz ĂŒberwintern. FĂŒr die neue Saison muss dann lediglich die obere HĂ€lfte der Erde entfernt und durch neue gute Komposterde ersetzt werden. Auch StĂŒtzen, TomatenstĂ€be, Rankgitter, wiederverwendbare Halter und Klammern sowie nicht winterharte Töpfe sollten jetzt gesĂ€ubert und weggerĂ€umt werden.
Der Herbst ist ein idealer Zeitpunkt, um Rosen zu pflanzen. Am besten stellt man den wurzelnackten Rosenstock einen Tag lang ins Wasser, damit er krĂ€ftig gewĂ€ssert wird. Optimal fĂŒr Rosen sind humus-
Aroma erhalten, denn durch die Minusgrade erhöht sich der Zuckergehalt im GemĂŒse. In sehr rauen Gegenden mit anhaltendem Frost sollte man die Pflanzen jedoch mit Vlies oder Reisig schĂŒtzen.
â Lauch, Endivie, Feldsalat, Radicchio, Fenchel, Pastinake, Schwarzer Rettich, Rote Beete, Schwarzwurzeln, Topinambur, Blumenkohl, Brokkoli, Federkohl und Weisskohl können geerntet werden.
â KĂŒbelpflanzen brauchen einen Frostschutz. Tontöpfe sollten nicht direkt auf dem Boden stehen, damit das Wasser ablaufen kann. Andernfalls besteht die Gefahr, dass sich das Stauwasser beim Gefrieren ausdehnt und die Töpfe sprengt.
â Zimmerpflanzen wie Orchideen in FensternĂ€he platzieren, damit sie ausreichend Tageslicht bekommen, jedoch nicht in die pralle Sonne stellen.
â Amaryllis-Zwiebeln eintopfen.
â Letzte Blumenzwiebeln fĂŒr die FrĂŒhlingsblĂŒte in Garten und BalkongefĂ€sse setzen.
â FrostgefĂ€hrdete Wasserleitungen und Wasserbecken im Nutz- und Ziergarten entleeren.
â Vielerorts fĂ€llt der erste Schnee. Um Schneebruch zu vermeiden, muss er von BĂ€umen, StrĂ€uchern und Hecken abgeschĂŒttelt, sowie von den DĂ€chern der TreibhĂ€user und FrĂŒhbeete weggerĂ€umt werden.
reiche Lehmböden. Der Boden muss gut gelockert werden, bevor die Pflanze gesetzt wird, denn die Wurzeln brauchen viel Sauerstoff. Verletzte und abgestorbene Wurzelteile mĂŒssen sorgfĂ€ltig entfernt werden. Beim Einsetzen der Pflanze ist es wichtig, dass die Veredelungsstelle der Rose etwa fĂŒnf Zentimeter unter der ErdoberflĂ€che liegt.
Um unsere Rosen im Winter wirkungsvoll zu schĂŒtzen, geben wir gut abgelagerten Pferde- oder Rindermist in einer grosszĂŒgigen Schicht bis ĂŒber die Veredelungsstelle. Wenn wir keinen Mist zur VerfĂŒgung haben, nehmen wir Kompost. Die NĂ€hrstoffe versorgen die Wurzeln, ausserdem schĂŒtzt die Schicht die Rosen wie ein warmer Mantel vor der KĂ€lte. Die Kletterrosen binden wir vor dem ersten Schnee gut am Rankgitter fest, sonst bricht die Last des Schnees im Winter ihre Zweige.
Sobald die ersten Nachtfröste auftreten, mĂŒssen empfindliche, nicht winterharte KĂŒbelpflanzen in ein frostfreies Winterquartier gebracht werden. Frostempfindlich sind zum Beispiel Fuchsien, Hibiskus, Wandelröschen, Engelstrompeten und Margeriten. Auch Paprika und Chili kann man in der Garage oder im Treppenhaus ĂŒberwintern, da sie mehrjĂ€hrig sind. Der Schnittlauch kann noch rechtzeitig aus dem Beet ausgegraben und eingetopft werden, so kann er auf einer hellen, nicht zu warmen Fensterbank ĂŒberwintern. Ăppige Exemplare können gut in zwei oder drei einzelne Töpfe kommen. Oliven, Feigen und Oleander halten einige Minusgrade aus, bevor auch sie eingerĂ€umt werden. Wichtig ist, KĂŒbelpflanzen beim EinrĂ€umen und auch spĂ€ter im Winterquartier immer wieder auf SchĂ€dlinge und Krankheiten zu kontrollieren, denn diese können sich auf engem Raum rasch verbreiten.
Nur sehr robuste KĂŒbelpflanzen lassen wir an einem geschĂŒtzten Ort auf dem Balkon oder der Terrasse stehen. Bei winterharten Stauden, die in Töpfe oder KĂŒbel gepflanzt wurden, ist es wichtig, sie vor StaunĂ€sse und extremen Temperaturschwankungen zu schĂŒtzen. Die Töpfe sollten mit Jute oder Vlies ummantelt werden; wichtig ist auch eine wirksame Isolierung von unten. Hier ist Styropor eine gute Wahl; allerdings muss das Abfliessloch des Topfes frei bleiben, denn gefrierende StaunĂ€sse kann das GefĂ€ss sprengen. //

Der Garten als Kraftort â wer solches plant, muss jetzt damit beginnen, damit der Garten im nĂ€chsten Sommer auch wirklich zum erholsamen und kraftspendenden Lebensraum unter freiem Himmel wird. Feng Shui, Vastu, Astrologie, Geomantie â viele Lehren bieten dafĂŒr Anregungen. Text: Fabrice MĂŒller

â Struktur

IDEEN | Zeichnung des kĂŒnftigen Feuerplatzes im Garten von Florence Buchmann.
Geben Sie Ihrem Garten eine Struktur und schaffen Sie âje nach Grösse â verschiedene Zonen, in denen es heller und lauter, aber auch dunkler und ruhiger sein darf.
â Zentrum
Finden Sie das Zentrum Ihres Gartens (das nicht mit der geografischen Mitte ĂŒbereinstimmen muss) â entweder ĂŒber die Intuition oder mithilfe des Pendels. Das Zentrum kann zum Beispiel mit einem Steinkreis, Brunnen, Baum oder auch einem Kunstwerk zu einem Kraftort gestaltet werden.
â Steine
Wie alles Lebendige sind auch Steine materialisiertes Sonnenlicht. Sie enthalten eine geballte Ladung an Wissen und uralter Energie. Diese Energie kann mithilfe der Steine im Garten verteilt und gelenkt werden â zum Beispiel als Steinkreis oder Steinspirale.
â Pflanzen
In der Geomantie geht man davon aus, dass die Natur, also auch die Pflanzen, beseelt sind. Jede Pflanze hat ihre Eigenheiten und KrĂ€fte. Der Wacholder z. B. gilt als Schutz bzw. WĂ€chterpflanze, die Eiche steht fĂŒr die mĂ€nnliche Marsenergie, der Rosmarin fĂŒr die Weiblichkeit und der Holunder ist als besonders mystische Pflanze bekannt. So sind Pflanzen BrĂŒckenbauer und TĂŒröffner zwischen den Menschen und den KrĂ€ften der Natur.
â Wasser
Wasser speichert die Lebenskraft Qi und bringt Leben in den Garten. Bewegtes Wasser löst Motivation und Inspiration aus, stilles Wasser bringt Ruhe und stabilisiert das GemĂŒt. Das Element Wasser kann in Form eines Teiches, Brunnens, Bachlaufs oder auch als Vogelbad in den Garten integriert werden. In japanischen GĂ€rten wird das Wasser oft mit KiesflĂ€chen symbolisch dargestellt.
â Feuer und Rauch
Das Element Feuer bringt Dynamik, Emotionen und WĂ€rme in den Garten. Der Feuerplatz ist ein Ort der Kommunikation, aber auch der Rituale. Warum nicht den Garten regelmĂ€ssig mit eigenen KrĂ€utern rĂ€uchern bzw. energetisch reinigen? Besonders gute Zeitpunkte zum RĂ€uchern sind: 1./2. 2. (Lichtmesse), 20.â 23. 3. (FrĂŒhlingsanfang), 21. 6. (Sommersonnenwende), 20.â 23. 9. (Erntedank, Herbsttagnachtgleiche), 21./22. 12. (Wintersonnenwende).
â Kompost, Asthaufen & Co.
Wenn der Kompost richtig betrieben wird, steht er fĂŒr die Transformation von Materie und liefert wertvolle Erde fĂŒr den Garten. Ăste und SchnittabfĂ€lle sowie Laub  und Steinhaufen bieten Platz fĂŒr Tiere im Garten.
SCHMUCK | WĂ€chterfiguren und Skulpturen fĂŒr den schamanischen Garten.


Bis vor Kurzem war der Gartenteil auf der Nordseite des Hauses vor allem eines: Wiese. Allerdings keine besonders einladende, wie Florence Buchmann aus Liestal (BL) erzĂ€hlt: «Ich machte hier jeweils meine Qi-Gong-Ăbungen, doch so richtig wohl fĂŒhlte ich mich nie. Ich hatte das GefĂŒhl, als fliesse alle Energie des Gartens hier den Hang hinunter.» Buchmann beschloss, den Teil des Gartens neu gestalten zu lassen. Denn der Garten solle ihr helfen, sich an ihrem Wohnort zu verorten, zu verbinden, zu erden, betont sie. «Doch bisher war dieser Gartenteil mehr Himmel als Erde. KĂŒnftig soll er mich in meiner persönlichen Entwicklung unterstĂŒtzen.» Gleichzeitig sei es wichtig, jenen Ort zu schĂ€tzen und zu pflegen, der einem Heimat bedeute, ist Buchmann ĂŒberzeugt.
Nun sind bereits seit einigen Wochen die GĂ€rtner am Werk. Weil es fĂŒr Bagger und schweres GerĂ€t kaum Platz hat, wird von Hand mit Schaufeln, Pickeln und Schubkarren gearbeitet. Zentrales Element im neu gestalteten Gartenbereich ist ein «Medizinrad», ein Steinkreis mit acht Linien, die sich an den Haupt- und Nebenhimmelsrichtungen orientieren. Er bildet den neuen Mittelpunkt des Gartens. Dahinter entsteht eine Pergola aus Holzlamellen als Blickschutz. «Die Pergola und insbesondere der Steinkreis haben die Aufgabe, die Energie des Gartens zu fassen, zu halten und zu verteilen», sagt Ramon Martin, der von Buchmann beauftragte LandschaftsgĂ€rtner und Inhaber der gartenart GmbH in Liestal.
Was braucht der Garten?
Wer die Werkstatt von Martin betritt, dem wird schnell klar: Dieser Mann mit Spitzbart und grauen Haaren ist kein gewöhnlicher GĂ€rtner. Seine Werkstatt ist BĂŒro, Lager und Atelier zugleich. Hier Skulpturen aus Stahl und Holz, dort indianische Trommeln und Figuren. Mitten drin ein fein sĂ€uberlich gefĂŒhrtes Materiallager. Wenn Martin einen Garten begeht, weil er den Auftrag erhalten hat, ihn neu zu gestalten, lĂ€sst er den Garten zuerst auf sich wirken. «Ich achte auf meine GefĂŒhle und Wahr-
nehmungen â und auf meinen Arm, der mir als Pendel oft anzeigt, wo es besondere Orte gibt.» Er ver suche, all seine geistigen und sinnlichen KanĂ€le zu öffnen, um herauszufinden, wie es dem Garten geht und was er braucht. «Ich sehe mich als eine Art Vermittler zwischen den Kunden und ihrem Garten. Mein Ziel ist es, einen Garten entstehen zu lassen, von dem alle profitieren können, ein Garten, wo eine Beziehung zwischen Mensch und Natur entsteht.» Diese Beziehung lasse hĂ€ufig zu wĂŒnschen ĂŒbrig, meint der GĂ€rtner, runzelt die Stirn und sagt: «Der Wahn, alles in Griff zu bekommen und realisieren zu wollen, schadet der Natur und auch dem Menschen. Denn dabei gehen die VitalitĂ€t und die Kraft eines Ortes verloren.» Manchmal seien GĂ€rten Opfer von Fehlplanungen, etwa weil man zu viele Anforderungen stelle, die der Ort nicht erfĂŒllen könne. Deshalb sei es wichtig, dem Garten eine Struktur zu geben und RĂ€ume zu schaffen, in denen sich der Garten entwickeln kann, betont LandschaftsgĂ€rtner Martin.
Der Garten als
«Der Mensch gestaltet im Garten ein StĂŒck Natur nach seinem Willen so, dass er sich darin wie in einem Spiegel selbst erkennt», sagt Stefan Brönnle, Geomant und Autor des Buches «Paradiesgarten». Dieser Drang nach Selbsterkenntnis und Selbstverwirklichung sei es wohl letztlich, der den Menschen ĂŒber alle Kulturen und Zeiten hinweg bis heute dazu antreibt, GĂ€rten anzulegen und zu gestalten. «Er nutzte dazu die Kraft der Symbolik, Sympathiemagie, die Erkenntnis der energetischen Gesetze oder auch einfach nur seinen Instinkt», erklĂ€rt Brönnle. Die Geschichte der Gartenkunst sei eng mit dem Symbol des Paradieses verknĂŒpft, also jenem Zustand der Schöpfung, in dem Geist und Materie, Mensch und Natur noch eins waren. In der heutigen Zeit könne ein Garten dazu beitragen, den Menschen wieder nĂ€her zur Natur zu bringen. «Immer mehr Menschen suchen im Garten einen Ort der Erholung, fernab vom beruflichen Stress», drĂŒckt es Martin Hoch, GeschĂ€ftsfĂŒhrer von Garten-Raum, einem PlanungsbĂŒro fĂŒr Gartengestaltung in Weinfelden (TG), und Autor des Buches «Garten-Raum â Auswirkungen auf die Persönlichkeit» etwas profaner aus.
Der Spaziergang durch den Garten kann ein sinnliches Erlebnis sein. Wir nehmen Farben, Formen, GerĂ€usche und DĂŒfte wahr, aber auch WĂ€rme und KĂ€lte und erleben so intensiv die Jahreszeiten. Das Sonnenlicht verĂ€ndert zusammen mit der AtmosphĂ€re die Lichtabstrahlung des Gartenraumes. Mit den Ohren lĂ€sst sich der Garten akustisch wahrnehmen; dies löst laut Martin Hoch unterschiedliche Empfindungen aus: «Tiefe Frequenzen haben die gleiche Wirkung wie WĂ€rmestrahlen und wirken beruhigend â etwa das PlĂ€tschern von Wasser oder das Rauschen des Windes durch ein BlĂ€tterdach. Hohe Frequenzen dagegen â ausgelöst beispielsweise durch das Pfeifen der Vögel â wirken anregend und lösen AktivitĂ€t und KreativitĂ€t aus.» Besonders im FrĂŒhling und Sommer sind es auch die DĂŒfte, die unsere Sinne betören: «Duftströme wecken unsere Widerstandskraft. SĂŒssliche Duftstoffe wirken beruhigend und ausgleichend. Herbe DĂŒfte regen an und wecken unsere Sinne», weiss Hoch.
Den Himmel auf Erden holen
Doch die Wirkung des Gartens macht nicht bei den Sinnen Halt. Der Garten ist â je nach Gestaltung â auch ein feinstoffliches Erlebnis. Hier kommen zum Beispiel die Geomantie, Feng Shui oder das indische Vastu ins Spiel. Diese energetischen Harmonielehren haben das Ziel, den Garten so zu gestalten, dass er die Menschen ĂŒber den Energiefluss â auch Qi, Chi, Vril, Odem oder Prana genannt â stĂ€rkt und mit der Natur verbindet. Feng Shui etwa beschĂ€ftigt sich als ganzheitliche Disziplin fĂŒr Haus, Garten und Mensch mit der GartenqualitĂ€t auf verschiedenen Ebenen. Manche davon sind komplex und fĂŒr Laien kaum verstĂ€ndlich, andere sind leichter nachvollziehbar. Dazu zĂ€hlt auf der formalen Ebene die WegfĂŒhrung durch den Garten: Weil auf schnurgeraden Wegen die feinstoffliche Energie schnell und disharmonisch fliesst, werden im Feng Shui leicht geschwungene Pfade bevorzugt, die das Qi harmonisch im Garten verteilen.
Die fĂŒnf Elemente Wasser, Holz, Feuer, Erde und Metall sind im Sinne des FĂŒnf-Elemente-Kreislaufs und in Abstimmung auf die acht Himmelsrichtungen angeordnet. Die Himmelsrichtungen stehen auch fĂŒr gewisse Lebensbereiche der Menschen. Sie lassen sich im Haus, aber auch im Garten stĂ€rken â beispielsweise mit dem Element Wasser im Norden, wo die berufliche Karriere beeinflusst wird, oder mit viel GrĂŒn und hochwachsenden Pflanzen im Osten, der mit Familie und Gesundheit assoziiert wird. Auch die Geomantie arbeitet mit dem System der RichtungsqualitĂ€ten, ordnet ihnen jedoch teilweise andere Elemente zu als das Feng Shui. So wird der SĂŒden in der Geomantie von der Emotion des Wassers bestimmt, wĂ€hrend im Feng Shui der SĂŒden vom Feuerelement genĂ€hrt wird. Typisch fĂŒr die Geomantie ist die Arbeit mit dem Tierkreiszeichen, die wiederum mit den Himmelsrichtungen in Verbindung stehen. Jedem Tierkreiszeichen sind Pflanzen zugeordnet. Auf diese Weise kann ein Horoskopgarten geschaffen werden, wo zum Beispiel ein Apfelbaum im Osten fĂŒr das Sonnenzeichen Stier steht und den Lebensaspekt Besitz, Sicherheit und Talente unterstĂŒtzt. Eine Esche oder ein Lorbeer im SĂŒdwesten fördern das Sternzeichen Löwe und somit die KreativitĂ€t und SexualitĂ€t.
Der Geomant Stefan Brönnle lÀdt dazu ein, in Kommunikation mit dem Garten zu treten und sich auf seine ihn bewohnenden Naturwesen einzulassen. «Wir sollten diesen geistigen KrÀften in unserem Garten Respekt erweisen. Immerhin haben wir den Garten dem absoluten Einfluss der Natur entrissen und die Erde hier unserem Willen untergeordnet.» //
Buchtipps
Stefan Brönnle
â Links
www.garten-art.ch
www.garten-raum.ch www.inana.info
«Der Paradiesgarten. GĂ€rten der Kraft planen und gestalten», Verlag Neue Erde 2011, ca. Fr. 28.â
Jes T. Y. Lim
«Feng Shui â Gartendesign», Schirner Verlag 2012, ca. Fr. 28.âWolf-Dieter Storl «Der Kosmos im Garten», AT Verlag 2001, ca. Fr. 30.â
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39. Jahrgang 2019, ISSN 2234-9103
Erscheint monatlich
Doppelnummern: Januar/Februar, Juli/August
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Verbreitete Auflage: 16 294 Exemplare (WEMF 2018)
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Sitzt Gott im Gehirn oder kreiert das Gehirn Gott? Eine Spurensuche in der ZirbeldrĂŒse.
Wie das uralte
Heilwissen der Mönche vom «Dach der Welt» in die Schweiz fand. Weihrauch.
Das heilige RĂ€ucherwerk kann EntzĂŒndungen und Depressionen lindern. Vulva. «natĂŒrlich» nimmt die weibliche Scham unter die Lupe. Personalisierte ErnĂ€hrung. Du bist, was du isst. Doch bestimmen unsere Gene tatsĂ€chlich mit, was wir essen sollten? Hafer. Das wohl gesĂŒndeste aller Getreide ist glutenarm und nĂ€hrstoffreich. Tipps fĂŒr leckere Rezepte.
Strahlen. Auf Schatzsuche in den Alpen âdie Reportage. Moose. Warum wir die vielgestaltigen Diplohaplonten nicht aus unseren GĂ€rten beseitigen, sondern lieben sollten.
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Wind und Wetter können ihn nicht abhalten: Die Ackerscholle ruft. «Immer, wenn gepflĂŒgt wird, kommen neue Schichten an die OberflĂ€che und es könnte ein FundstĂŒck aus den Tiefen der Erde auftauchen», sagt Rolf Baum. Seit fĂŒnf Jahren ist er ehrenamtlich als Metall-Prospektor unterwegs und den Landwirten fĂŒr ihr VerstĂ€ndnis sehr dankbar. So hat er mit seinem Detektor schon diverse Römische MĂŒnzen, GewĂ€ndernadeln (Fibeln), Schmuck, Knochen, Kurzschwerter und vieles mehr gefunden. Anhand eines Scherbenfundes und Bollensteinen ist er vor eineinhalb Jahren auf ein römisches GebĂ€ude gestossen, was ihm die KantonsarchĂ€ologie ZĂŒrich â fĂŒr die er «sondelt» â nach weiteren AbklĂ€rungen bestĂ€tigen konnte. «FĂŒr das Suchen nach AltertĂŒmern und MĂŒnzen mit Metalldetektor wird im Kanton ZĂŒrich eine Genehmigung der KantonsarchĂ€ologie benötigt. Ansonsten macht man sich strafbar â und das zu Recht», betont Baum: «Raubsucherei ist Diebstahl an der Geschichte.»
Trotz seiner Begeisterung fĂŒr das Unterirdische und fĂŒr stilisierte Totenköpfe, die er einst selber sammelte, beschleiche ihn manchmal das «gschmuche» GefĂŒhl, die Totenruhe der Vorfahren zu stören: «Etwa, als ich die Spezialisten beim Aus heben der frĂŒhmittelalterlichen Siedlung neben dem Schloss Hegi begleiten durfte, wo unter anderem die Skelette eines MĂ€dchens und eines Babys freigelegt wurden.»
Nach SchĂ€deln und Knochen hat Baum bereits als Bub gegraben. Und ĂŒber seinem Bett hingen Schmetterlinge, daneben standen in Spiritus eingelegte FundstĂŒcke von Tieren. Als er eines Tages einen halbverwesten FuchsschĂ€del angeschleppt habe, mit der Bitte, die Mutter möge ihn auskochen, war das Mass aber voll, erinnert er sich schelmisch grinsend. Bis der gelernte Autolackierer und Vater zweier Kinder zu seiner Leidenschaft fĂŒr die Relikte des Erdreichs zurĂŒckfand, dauerte es: «Meine junge Familie und ein strenger Job am Flughafen nahmen mich voll in Anspruch», erzĂ€hlt der 54-JĂ€hrige.
E in unverschuldeter Arbeitsunfall kostete ihn die Stelle. «Monatelang wollte die Verletzung nicht heilen. Es war ein verschleppter TrĂŒmmerbruch im Sprunggelenk, den man nicht richtig diagnostiziert hatte.» Einiges sei schiefgelaufen damals. «Unser zweites Kind starb kurz nach der Geburt», erinnert er sich an den grössten Schock. Seine Ehe ĂŒberlebte diese Belastungen nicht. Es folgte eine wilde Zeit, in der Baum aus allem ausbrach, wohl auch um seinen Schmerz zu verdrĂ€ngen. Gleichzeitig begann er mit ersten kĂŒnstlerischen AktivitĂ€ten: Er erstellte GipsabdrĂŒcke von weiblichen Körperformen. Bis heute sei er ein grosser Verehrer des 2014 verstorbenen KĂŒnstlers und OscarpreistrĂ€gers H. R. Giger.
Frieden fand Baum bei seiner «Lady», wie er seine langjĂ€hrige Partnerin liebevoll nennt. «Sechzehn gemeinsame Jahre â es stimmt einfach», schwĂ€rmt Baum. Miteinander sammeln die beiden Schwemmhölzer aus der Thur, die sie zu eigenen Kunstwerken inspirieren. Schwemmholzkunst und Baums Werke aus Stahl, z. B. FeuersĂ€ulen und diverse Skulpturen, hat das Paar schon verschiedentlich ausgestellt.
M it einer langfristigen Stelle hingegen hat es nie mehr geklappt. Baum nutzte die Zeit und bastelte Modellautos, lernte Bogenbau und Bogenschiessen, wurde zum Goldsucher. «Zudem faszinieren mich mittelalterliche Praktiken ungemein», sagt er. Daraus ergab sich auch das Suchen nach Artefakten. «Als Prospektierer kann ich der Gesellschaft etwas zurĂŒckgeben. Im Boden ruht unsere ganze Vergangenheit und Geschichte â ein grosser Schatz.» Auch modernen Relikten ist Baum auf der Spur: Wer etwa Handy, Ehering, Hundeleine oder sonstige Kostbarkeiten verloren hat, kann bei ihm eine Auftragssuche buchen â und darf gespannt sein, was er dabei alles ans Licht heben wird.
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Eva Rosenfelder ist Autorin/ Journalistin BR und schreibt fĂŒr verschiedene Schweizer Medien. In einer fortlaufenden Serie trifft sie fĂŒr «natĂŒrlich» natur-heil-kundige Menschen.
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