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Einblick 3/2023

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Freies künstlerisches Schaffen im kreativAtelier

Von der Idee bis zu einem Werk, das sich dem Auge der Betrachterin und des Betrachters stellt ... Mit dem Projekt kunstStück weckt das kreativAtelier schlummerndes Potenzial. Und es erweitert sein Arbeitsangebot in der betreuten Tagesstruktur.

Die «Augen I, II und III» hängen neben dem «Abendrot im Rosengarten», die «Lavasterne» neben «Das Grüne ist ein Grünfalter. Ein Haus lebt daneben und sein Fenster hat Hunger». Die Werke in den Gängen des WBZ entstammen dem Projekt «kunstStück». Es bietet eine andere Form der Arbeit an, eine andere Form des (Er­) Schaffens in Ergänzung zur bisherigen Produktion im kreativAtelier. kunstStück richtet sich an Mitarbeitende in der betreuten Tagesstruktur, die aus sich heraus schöpferisch sein und ihre Potenziale freisetzen wollen. Dies nicht etwa als Hobby oder in einem therapeutischen Kontext, sondern in einem Verständnis von Kunst als Arbeit. Als einen Prozess, den es bewusst zu gestalten gilt. «Was in ihnen schlummert, enthält Raum zur Entfaltung», erklärt Projektleiterin Kristina Graf, agogische Mitarbeiterin Werkplatz. «Es geht um ihre Ideen und Umsetzungen. Falls erwünscht unterstützen wir, fragen nach, geben Impulse und Input. Dann kann jemand erst alle Bleistifthärten experimentell durchprobieren, bestimmt ihre Ausdrucksweise bzw. seinen Rhythmus aber komplett selbst.»

Bereits im Vorjahr startete die Pilotphase des Projekts, im Juni 2023 gab es eine interne Eröffnung. Nach den Sommerferien ist die Zahl der im kunstStück engagierten Mitarbeitenden auf zehn angestiegen. «Wir haben eine Reise angetreten, ohne zu wissen, wohin sie uns führt», meint Kristina Graf. «Unser Anspruch ist es, den Weg zu freier künstlerischer Arbeit zu öffnen und unsere Kunstschaffenden in ihrem intellektuellen wie kreativen Prozess zu begleiten. Was entsteht, ist einmalig, einzigartig und steht zum Verkauf.» Bis jetzt ging es hauptsächlich um Leinwandbilder. Doch auch andere Trägermaterialien oder Gattungen der bildenden Kunst werden zum Zug kommen. Die Werke sind von Texten begleitet, um den Zugang zu den Geschichten dahinter zu erleichtern.

«Im kunstStück machen wir keine Auftragsarbeiten, sondern setzen uns mit Kunst auseinander, das ist ein anderes Schaffen. Auch vom Motorischen her. Für ein Leinwandbild muss ich mich ganz anders strecken und positionieren, mich mit der Grösse des Werks befassen, mit den Farben, mit dem Bildaufbau und mit dem, was ich ausdrücken will. Das ist eine Auseinandersetzung. Aus dem Team bekomme ich Tipps, zum Beispiel zum Kubismus, einem kreativen Umgang mit Formen. Da beschäftigt man sich auch mit den Kunststilen. Ich möchte aber immer die Möglichkeit haben, mich im Prozess nochmals umzuentscheiden. Es ist nichts einfach fix und vorgegeben.»

Seraina Baumgartner, Mitarbeiterin kreativAtelier

Barbara Wetterwald, Mitarbeiterin kreativAtelier, beginnt …
… mit der Grundierung. Die ersten Farben sind gewählt.

«Je nachdem wie man sich bewegt, kommen da Sterne raus. Die Sonne fliesst zum Lavaberg, dann ist es sehr heiss. Lavasteine fallen herunter und zischen. Lava quillt auf und Lava quillt heraus.» Ein Bild von Barbara Wetterwald.

Künstlerische Werke erleben und kaufen, der Kunst einen Raum bieten:

Im kunstStück kreieren Mitarbeitende des kreativAteliers Werke der bildenden Kunst. Schauen Sie sich in den Gängen bei unserer Piazza um. Merken Sie sich unsere Verkaufsausstellung vom 26.–30. November 2023 vor, lassen Sie sich inspirieren und berühren. Die Einzelstücke stehen zum Verkauf. Wir freuen uns auch über Möglichkeiten, ausserhalb des WBZ ausstellen zu können. Ihre Kontaktperson ist Projektleiterin Kristina Graf t +41 61 755 72 80. (mta)

«Ich habe mich gefreut, als klar war, dass das Projekt kommt. Wir hatten das schon vor ein paar Jahren mal angedacht. Was wir im kreativAtelier produzieren, ist vorgegeben und wiederholt sich. Im kunstStück entstehen hingegen sehr persönliche Sachen. Ich weiss vorher nicht, was das genau sein wird. Ich will der Idee eine Chance geben, Gestalt anzunehmen – das kann auch für mich selber zur Überraschung werden. Kunst ist eine Form der Verarbeitung, das ist ein Prozess.»

Julia Dürrenberger, Mitarbeiterin kreativAtelier

«Ich wusste erst gar nichts über dieses Projekt und habe einfach gemalt. Die drei Bilder ‹ Augen › sind von mir. Sie sind mit Wachskreide gemacht, das gibt schöne Farben. Das wurde dann eingerahmt. Es ist etwas anderes, so zu arbeiten – das ist schön.»

Fritz Meerstetter, Mitarbeiter kreativAtelier

Im Endspurt …

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