Memoiren einer langjährigen Spenderin
Manchmal steckt ein persönliches Schicksal oder eine Erfahrung hinter einer Spenderkarriere. Seit nun fast einem halben Jahrhundert leistet die Mutter eines ehemaligen Bewohners und Mitarbeiters unverzichtbare Unterstützung für Menschen mit Behinderung.
Die Geschichte unserer langjährigen Spenderin, die wir Frida Meyer* nennen, beginnt vor rund 45 Jahren. Mit 95 Jahren erinnert sie sich noch genau an die Anfänge und schreibt uns einen Brief: «1978 konnte mein behinderter Sohn Fredy* ins WBZ, das 1975 eröffnet wurde, aufgenommen werden. Er hatte die Primarschule und verschiedene Schulen für Behinderte absolviert. Durch ihn kam ich in Kontakt mit Menschen, die sich für Behinderte engagierten. So lernte ich auch Heinz und Lilly Schmid (Heinz Schmid war als Direktbetroffener der erste Betriebsleiter und später viele Jahre im WBZStiftungsrat.) und einige Herren des späteren WBZStiftungsrates kennen, die ein Heim für Behinderte planten. Und so kam es, dass ich in die Baukommission gewählt wurde und konnte dort meine Erfahrungen mit den Anliegen und Wünschen von Behinderten einbringen. Die Vorstellung, wie eine derartiges Heim geführt werden sollte, war für damalige Verhältnisse sehr fortschrittlich. Nun zurück zu meinem Sohn: Fredy schätzte die Freiheit sehr, die ihm das WBZ bot, und wurde in dieser Zeit auch selbstständiger. Zuerst


arbeitete er am Empfang und nahm dort die ankommenden Telefonate entgegen. Damit war er dann aber überfordert und er konnte in die «KreativGruppe» wechseln.»
Praktisch seit der Gründung ist Frau Meyer dem WBZ treu geblieben. Vieles hat sich seit den Anfängen verändert. So ist ein weiterer Neubau hinzugekommen. «Die Zimmer sind gross, jedes mit einer eigenen Nasszelle, genügend Platz für Rollstuhl oder Rollator, grosse Fenster – viel Licht. Die neue Gartenanlage wurde von einer Gartenarchitektin entworfen und ausgeführt. Rollstuhlgängige Wege, Bänkli, eine Grillecke, kurz ein Begegnungszentrum für alle.», schreibt sie in ihren abschliessenden Zeilen.
Gutes tun auf unterschiedliche Art
Die Basis einer wertvollen Spenderkarriere, wie jene von Fredys Mutter, ist gegenseiti
ges Vertrauen und die gemeinsame Überzeugung, das Richtige zu tun.
Es gibt viele Arten zu spenden und zu helfen. Jede Spende unterstützt Menschen mit Behinderung oder Projekte über längere Zeit finanziell. Mit einer Berücksichtigung im Testament kommt die persönliche Lebensphilosophie ein letztes Mal nachhaltig zum Ausdruck. Partnerschaften haben neben dem finanziellen Anreiz auch einen grossen ideellen Wert. Und freiwillige Helfer:innen widmen Menschen mit Behinderung kostbare Zeit. Durch diese vielfältigen Formen zu spenden und dank grosszügigem Engagement erhalten wir jährlich unverzichtbare Unterstützung für unsere Bewohner:innen und Mitarbeiter:innen. Regelmässige Unterstützung lohnt sich. Denn Veränderungen brauchen Zeit – herzlichen Dank! (ofe)
*Name durch Redaktion geändert.