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Sicherheit: Worüber wir jetzt reden müssen

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WBGU – Impulspapier Nr. 3 (Juni 2025) – SICHERHEIT

Sicherheit: Worüber wir jetzt reden müssen

Der zwischenstaatliche Umgangston wird rauer, multilaterale Zusammenarbeit wird durch bilaterale Deals ersetzt, die Macht der Stärkeren wird zum neuen Bezugspunkt. Umweltpolitik und internatio­ nale Zusammenarbeit stehen unter Druck. Gleichzeitig werden wissenschaftliche Erkenntnisse in politischen Entscheidungsprozessen unzureichend herangezogen. Wie lässt sich verhindern, dass das Ziel einer nachhaltigen und sozial gerechten Entwicklung weltweit aus dem Blick gerät? Was kann getan werden, um Sicherheit und Frieden weltweit zu fördern? Welche Rolle sollten Deutschland und die Europäische Union einnehmen?

Nachhaltigkeit in Zeiten globaler Umbrüche Nur zehn Jahre nachdem die Weltgemeinschaft mit der Agenda 2030 und dem Pariser Klimaübereinkommen zwei internationale Meilensteine für die Nachhaltigkeit auf den Weg brachte, hat sich das Blatt gewendet. Die regelbasierte internationale Ordnung ist bedroht. Soziale Polarisierungsprozesse und politische Autokratisierung weltweit tragen weiter hierzu bei. Der vom WBGU (2019) als Dystopie beschriebene „digital ermächtigte Totalitarismus“ – gekennzeichnet durch massive Ungleichheiten, Elitenherrschaft, Totalüberwachung und Freiheitsverlust sowie Umweltzerstörung – hat sich schneller als befürchtet zu einer realen Gefahr für liberale Demokratien entwickelt. Neue geopolitische und militärische Spannungen zeichnen sich ab, während Klimawandel und Ökosystemzerstörung weiter voranschreiten, mit zum Teil irreversiblen Folgen (WBGU, 2023, 2024). Mit dem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg Russlands in der Ukraine rücken für Europa militärische Sicherheit und

Autonomie immer stärker in den Vordergrund, besonders seit die sicher geglaubte transatlantische Allianz ins Wanken geraten ist. Gleichzeitig gewinnen auch in Europa antidemokratische, rechts­ extreme Parteien und Gruppierungen an Zuspruch. Wie kann vor diesem Hintergrund konstruktiv an einer lebenswerten Zukunft für alle Menschen gearbeitet werden? Was sind Perspektiven gesellschaftlicher Resilienz und Handlungsfähigkeit jenseits der unmittelbaren militärischen Gefahrenabwehr? Was kann in Zukunft die Grundlage gemeinsamen Agierens für Europa und speziell für die EU sein? Welche Handlungsmöglichkeiten bestehen für liberale Demokratien zwischen interner Spaltung und äußerer Bedrohung? Welche Vision von Sicherheit, Frieden und Nachhaltigkeit streben wir in Deutschland und in Europa an? Der WBGU beschäftigt sich aktuell mit dem Thema integrierter Sicherheit und Nachhaltigkeit und möchte eine Reihe von Fragen zur Diskussion stellen. Sie bauen auf zwei Feststellungen auf:

> Nationale Sicherheit und globale Nachhaltigkeit bedingen einander Nur ein integriertes Sicherheitskonzept, das neben dem unmittelbaren Schutz vor Krieg und Gewalt auch den weltweiten Schutz natürlicher Lebensgrundlagen wie Klima und Biodiversität sowie globale Gerechtigkeit, gesellschaftlichen Zusammenhalt und Frieden umfasst, kann langfristig erfolgreich sein.

> Europa muss seine Handlungsfähigkeit stärken, um nach innen und außen für gemeinsame Werte einstehen zu können Nur wenn Europa die Resilienz seiner Demokratien aktiv erhält und stärkt, wird es Freiheit und Rechtsstaatlichkeit, Gleichheit und Gewaltenteilung, Individualismus und Toleranz, Wohlstand und Umweltschutz zusammenbringen und sicherstellen können.


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