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Anästhesie Journal / Journal d'anesthésie 1-2026

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JournalAnästhesie

d’anesthésie di anestesia

Wege für nachhaltige Verbesserungen in der Anästhesie-, Intensiv- und Notfallpflege

Angespannte Situationen mit Eltern in der Kinderanästhesie

Atemwegsmanagement bei Kindern: Wie die Sicherheit verbessert werden kann

Anästhesie Journal 1 – 2026 Impressum | Agenda

Impressum

Anästhesie Journal 1, März 2026

Offizielles Organ der Schweizerischen Interessengemeinschaft für Anästhesiepflege SIGA-FSIA

Erscheint vierteljährlich

Auflage Printausgabe: 2000 Exemplare

Auflage E-Paper: 130

Autorenrichtlinien unter https://siga-fsia.ch/mitglieder/journal/ Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird teilweise auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten für Frauen und Männer.

Verlag, Inserateverwaltung

Schweizerische Interessengemeinschaft für Anästhesiepflege SIGA-FSIA Bahnhofstrasse 7b, 6210 Sursee 041 926 07 65 info@siga-fsia.ch siga-fsia.ch

Redaktion, Gestaltung wamag | Walker Management AG Bahnhofstrasse 7b, 6210 Sursee

SIGA-FSIA Editorial Board

Maria Castaño

Christine Ghirardi (Übersetzungen D, F)

Florian Müller

Tobias Ries Gisler

Evelin Sahli

Abonnemente für SIGA-FSIA-Mitglieder gratis

Druck

Multicolor Print, Sihlbruggstrasse 105a, 6341 Baar

Inserateschluss

Ausgabe 2/26, 10. April 2026 © 2026 Verlag Anästhesie Journal

Bildnachweis

Wenn nicht anders vermerkt, sind die Bilder auf den nachfolgend aufgeführten Seiten von Adobe Stock. Titelseite: DC Studio, S. 10: tatiana, S. 20: Photogaphee.eu, S. 23: DC Studio, S. 33: danadesa, S. 41: natali_mis

Agenda SIGA-FSIA

Journal d'anesthésie 1, mars 2026

Organe officiel de la Fédération suisse des infirmières et infirmiers anesthésistes SIGA-FSIA Paraît trimestriellement

Edition imprimée: 2000 exemplaires

Edition E-Paper: 130 Directives pour les auteurs: https://siga-fsia.ch/mitglieder/journal/ Pour des raisons de lisibilité, nous avons partiellement renoncé à l’emploi simultané de la forme masculine et de la forme féminine. Toutes les désignations de personnes se rapportent aux personnes des deux sexes.

Edition, Administration des annonces Fédération suisse des infirmières et infirmiers anesthésistes SIGA-FSIA Bahnhofstrasse 7b, 6210 Sursee 041 926 07 65 info@siga-fsia.ch siga-fsia.ch

Rédaction, Conception wamag | Walker Management AG Bahnhofstrasse 7b, 6210 Sursee

SIGA-FSIA Editorial Board

Maria Castaño

Christine Ghirardi (traductions A, F)

Florian Müller

Tobias Ries Gisler

Evelin Sahli

Abonnements gratuit pour les membres SIGA-FSIA

Impression Multicolor Print, Sihlbruggstrasse 105a, 6341 Baar

Délai pour les annonces

Edition 2/26, 10 avril 2026 © 2026 Journal d’anesthésie editions

Crédit photos

Toutes les photos sur les pages suivants sont d'Adobe Stock, sauf mention contraire. Couverture: DC Studio, S. 10: tatiana, p. 24: kdshutterman, p. 27: DC Studio, p. 36: INYUMI STD, p. 43: natali_mis

Datum | date | data Veranstaltung | Manifestation | L'evento

14. März 2026 Zürcher Anästhesie- und Aufwachraumpflege Symposium

Ort | Lieu | Posizione

Zürich 31 marzo 2026 7o formazione di GIAL Ticino

18. April 2026 Anästhesiekongress SIGA-FSIA

18 avril 2026 Congrès d’anesthésie SIGA-FSIA

9. Mai 2026

WCNA World Congress of Nurse Anaesthetists

27.–28. Mai 2026 Schweizer Pflegekongress (SBK)

27–28 Mai 2026 Congrès suisse des soins infirmiers (ASI)

5.–7. November 2026 SwissAnaesthesia

5–7 novembre 2026 SwissAnaesthesia

28 novembre 2026 13e symposium du GIAL

Alle Fortbildungsdaten findest du auf https://e-log.ch/agenda/ Toutes les dates de formation tu trouveras sur https://e-log.ch/fr/agenda/ Partner | partenaires

Manno

Bern

Berne

Brisbane, Australien

Bern

Berne

Interlaken

Interlaken

Lausanne

Editorial

Liebe Kolleg:innen, liebe Leser:innen

Das «neue Jahr» ist schon wieder zwei Monate alt, der letzte Winter bereits Vergangenheit und der Frühling schickt bereits seine ersten zarten Boten. Mittlerweile hat uns wieder eine ganz besondere Jahreszeit und ein besonderes Fieber erwischt: die Fasnacht, das Fasnachtsfieber. Es betrifft in diesen Tagen ganz viele von uns, ob direkt oder indirekt. Bist du dagegen geimpft oder gar immun? Und auch wenn ihr keine «Direktbetroffenen» seid, so hoffe ich, ihr und eure Familie hattet einen gesunden Winter und könnt nun fit und gestärkt in den Frühling starten.

Eine Krankheit, eine traumatisierende Katastrophe oder ein Unglück, aber auch eine Operation bedeuten immer eine Herausforderung. Dies nicht allein für die betrof-

fenen Personen, sondern auch, oder noch in höherem Masse, für das umgebende Sozialgefüge. Dabei können sich verschiedene Krankheiten langsam, kontinuierlich und manchmal auch nicht wahrnehmbar anschleichen und entwickeln, während uns ein Unfall oder eine Krankheit auch plötzlich und völlig unerwartet aus heiterem Himmel überraschen können. Wie schwer fällt es uns dann manchmal, die neue Situation zu begreifen und in Worte zu fassen, was sie für uns bedeutet. Heilsam ist es, wenn wir uns zumindest in unserem beruflichen Umfeld auf Standards und Guidelines verlassen können. Wissen, was zu tun ist, kann uns helfen, eine gewisse Sprachlosigkeit zu überwinden – gemeinsam, interdisziplinär und interprofessionell, partnerschaftlich Hand in Hand. Miteinander, für und mit den Betroffenen arbeiten, sie sicher auf ihrem Weg begleiten. Wie hilfreich kann es dann aber sein, wenn wir uns anschliessend einen kurzen Moment des Innehaltens «gönnen» und das Erlebte in einem Debriefing besprechen – für uns und unsere Patient:innen.

Nicht nur Patient:innen-Geschichten können uns sprachlos werden lassen. Herausfordernde Nachrichten erreichen uns täglich. So fragen sich viele, darunter auch die Gesundheitsdirektor:innen der Innerschweizer Kantone, welche Wege für nachhaltige Verbesserungen in der Anästhesie-, Intensiv- und Notfallpflege eingeschlagen werden können, um den sich immer schärfer abzeichnenden Personalmangel aufzufangen.

Ist in dieser Ausgabe auch für dich etwas zum Lesen dabei? Wir hoffen, dass du in diesem Journal einen Beitrag für deine kontinuierliche Fortbildung findest, der dich zum Lesen animiert und dich begeistert. Bleib weiterhin engagiert und initiativ in unserem Beruf, für eine kontinuierlich-konstante Weiterentwicklung!

Herzliche Grüsse

Tobias Ries Gisler

Inhaltsverzeichnis | Sommaire

4

du GIAL 2025 à Lausanne 6

Der 4. NEVAM-Kongress 8

Das neue Co-Präsidium der SIGA-FSIA im Gespräch 11

Entretien avec la nouvelle coprésidence de la SIGA-FSIA 14 Wege für nachhaltige Verbesserungen in der Anästhesie-, Intensiv- und Notfallpflege 17

Gewaltfreie Kommunikation: Angespannte Situationen mit Eltern in der Kinderanästhesie 20

Communication non violente: Situations tendues avec les parents en anesthésie pédiatrique 24 Anästhesiekongress SIGA-FSIA 2026 29 Congrès d'anesthésie SIGA-FSIA 2026 29 Atemwegsmanagement bei Kindern 33 Gestion des voies aériennes chez l'enfant 36 Serie Interview: Zwei Perspektiven, ein Ziel 40

Série Interview: Deux perspectives, un objectif 42

NEWS ZU ALLIANCE CARE UND SBK

Die alliance care ist der neue Dachverband, der die gesamte Pflege in der Schweiz vertritt. Dieser wurde von verschiedenen Organisationen wie dem SBK und von uns als SIGA-FSIA im Jahr 2025 gemeinsam gegründet. Der Vorstand der SIGA-FSIA steht aktuell im engen Austausch, um Kollektivmitglied der alliance care zu werden. Da du als Mitglied der SIGA-FSIA davon nicht direkt betroffen bist, ist keine ausserordentliche Hauptversammlung am diesjährigen Anästhesiekongress erforderlich. Aufgrund dieser Restrukturierung ist der SBK ab sofort der exklusive Fachverband für die diplomierte Pflege unter dem Dach der alliance care. Damit ist es für die SIGA-FSIA statutarisch nicht mehr möglich, ein Fachverband des SBK zu sein. Folglich haben wir als SIGA-FSIA an der Hauptversammlung im November 2025 unsere neuen Statuten ohne Bezug auf den SBK verabschiedet. Über die weiteren Entwicklungen sowie die Zusammenarbeit mit der alliance care und dem SBK informieren wir euch laufend.

Hochkarätige Referent:innen werden aktuelle Themen aus der Anästhesie erläutern und vertiefen. In der grossen Industrieausstellung werden die neuesten Produkte präsentiert und die Aussteller:innen freuen sich auf den Austausch mit dir. Wirf einen Blick ins Kongressprogramm: Du findest es auf den Seiten 29 bis 32 dieser Ausgabe oder auf siga-fsia.ch/kongress

Anästhesiepflege Unplugged am Freitag Unter dem Titel «Anästhesiepflege Unplugged» finden neu am Freitagnachmittag vor dem Kongress spannende und praxisnahe Workshops inklusive Apéro statt. Mit deiner Anmeldung kannst du an allen drei Einheiten teilnehmen. Die Durchführung ist garantiert und es hat noch freie Plätze.

Mitglied der SIGA-FSIA 20 % Rabatt auf alle weiteren Einkäufe von Credits für Fortund Weiterbildungs-Videos auf smedex.ch Erfahre mehr auf siga-fsia.ch/verguenstigungen

MITGLIEDERRECHNUNGEN

2026 PER E-MAIL

Wie in den vergangenen Jahren hast du die Mitgliederrechnung auch 2026 digital per E-Mail erhalten. In diesem Jahr erfolgte der Versand aus organisatorischen Gründen erst Anfang März. Falls du keine E-Mail erhalten hast, überprüfe bitte deinen Spamoder Junk-Ordner und kontaktiere uns. Vielen Dank für die fristgerechte Begleichung der Rechnung. Sie hilft, unnötige administrative Aufwände zu vermeiden, und stellt sicher, dass dein Mitgliederbeitrag eine möglichst grosse Wirkung entfalten kann.

Melde dich über unseren Onlineshop an Die Anmeldung ist erneut via siga-fsia.ch/ kongress in unserem Onlineshop unter «Events» möglich. Sobald du dich als Mitglied im Onlineshop einloggst, wird dir die reduzierte Teilnahmegebühr für Mitglieder zur Auswahl angezeigt. Dazu findest du auch eine detaillierte Anleitung. Als Nichtmitglied kannst du dich ohne Login über den Onlineshop anmelden.

Abendprogramm im Restaurant Löscher Für das Abendprogramm laden wir dich zu einem gemütlichen Beisammensein ins Restaurant Löscher in Bern mit einem inkludierten Dinner ein. Das Restaurant Löscher befindet sich in der Alten Feuerwehr Viktoria und steht für eine frische, saisonale Küche mit starkem regionalem Bezug. Das Platzangebot ist begrenzt und wird nach Anmeldungseingang vergeben. Wir freuen uns, gemeinsam mit dir anzustossen und den Abend ausklingen zu lassen.

AKTION BEI «MEDI KNOW» FÜR STUDIERENDE MITGLIEDER

Als Mitglied der SIGA-FSIA profitierst du auf der Lernplattform von «Medi Know» von einem Rabatt von 50 % (www.mediknow. io). Auf alle Produkte im Verlagsgeschäft (Skripte, Lernkarten, Videokurse) erhältst du einen Rabatt von 30 %. Verwende dazu auf www.medi-know.org einfach den Code «SIGAFSIA» beim Check-out.

Mehr Informationen zu den Vorteilen und Dienstleistungen für Mitglieder der SIGAFSIA findest du auf siga-fsia.ch/vorteile

ANÄSTHESIEKONGRESS «BLACKOUT» AM 18. APRIL IN BERN

Der Anästhesiekongress findet am Samstag, 18. April 2026, erneut im Kursaal Bern statt. Wir haben für dieses Jahr wieder viele spannende Referate zu einem breiten Themenspektrum zusammengestellt.

SMEDEX – JETZT 20 % AUF

CREDITS SICHERN

In Zusammenarbeit mit SMEDEX haben alle Teilnehmenden am Anästhesiekongress 2025 einen kostenlosen Credit zum Einlösen auf der Weiterbildungsplattform Smedex erhalten. Zusätzlich erhältst du als

SIGA-FSIA SCHENKT DIR

LUNCH-CHECKS

Wir möchten unsere engagierten Mitglieder für ihren Einsatz belohnen. Aus diesem Grund haben wir die Aktion «Member get member» gestartet: Ab sofort können Neumitglieder im Anmeldeformular die Personen angeben, die sie von der Mitgliedschaft überzeugt haben. Sollte dein Name von einem Neumitglied angegeben werden, erhältst du von uns Lunch-Checks im Wert von CHF 60.– als kleines Dankeschön. Wir hoffen, dass viele Mitglieder von dieser Aktion profitieren werden.

WILLKOMMEN, LIEBE FUNKTIONÄR:INNEN

Lydia Torun und Mathieu Crittin sind neu in die regionale Gruppe der lateinischen Anästhesiepflegenden GIAL eingetreten. Wir begrüssen sie herzlich und freuen uns auf ihre tatkräftige Unterstützung!

DANKE UND BYE-BYE, LIEBE FUNKTIONÄRIN

Wir verabschieden Erika Lindgren aus der SIGA-FSIA Management. Wir danken ihr herzlich für das Engagement für die SIGAFSIA und wünschen ihr viel Erfolg auf ihrem weiteren Weg.

ACTUALITÉS SUR ALLIANCE CARE ET ASI

L'alliance care est la nouvelle association faîtière qui représente l'ensemble des soins infirmiers en Suisse. Celle-ci a été fondée conjointement par différentes organisations, notamment l’ASI et la SIGAFSIA en 2025. Le comité de la SIGA-FSIA est actuellement en discussion afin de devenir membre collectif d'alliance care. Comme tu n'es pas directement concerné en tant que membre, nous n'avons pas besoin d'organiser une assemblée générale extraordinaire lors du prochain congrès d'anesthésie.

En raison de cette restructuration, l'ASI est actuellement l'association professionnelle exclusive pour les soins infirmiers diplômés sous l'égide de l'alliance care. Ainsi, il n'est statutairement plus possible pour la SIGA-FSIA d'être une association spécialisée de l'ASI. En conséquence, nous avons fait adopter nos nouveaux statuts sans référence à l'ASI lors de l'assemblée générale de novembre 2025. Nous vous tiendrons informés des développements ultérieurs et de la collaboration avec alliance care et l'ASI.

Cela permet d’éviter des charges administratives inutiles et de garantir que ta cotisation ait un impact maximal.

CONGRÈS D’ANESTHÉSIE «BLACKOUT»

LE 18 AVRIL À BERNE

Le congrès d'anesthésie aura lieu le samedi 18 avril 2026 encore une fois au Kursaal de Berne. Nous avons organisé des présentations passionnantes sur un large éventail de sujets. Des orateurs et des oratrices renommé-e-s vous exposeront des sujets d’actualité en anesthésie. Les exposant-e-s industriels seront à votre disposition pour vous renseigner et présenter leurs nouveaux produits. Jette un coup d'œil au programme du congrès: tu le trouveras aux pages 29 à 32 de ce numéro ou sur siga-fsia.ch/fr/congres

Inscris-toi via notre shop en ligne L'inscription est à nouveau possible sur siga-fsia.ch/fr/congres dans notre shop en ligne sous «Events». Dès que tu te connectes en tant que membre dans le shop en ligne, les frais de participation réduits pour les membres s'affichent pour que tu puisses faire ton choix. Pour te connecter au shop en ligne en tant que membre, tu trouveras également des instructions détaillées. En tant que non-membre, tu peux t'inscrire sans login via le shop en ligne.

Programme de la soirée au restaurant «Löscher»

FACTURES DES MEMBRES

2026 PAR E-MAIL

Comme les années précédentes, la facture de cotisation 2026 t’a été transmise par voie électronique. Cette année, l’envoi a toutefois eu lieu début mars pour des raisons organisationnelles. Si tu n'as pas reçu de courriel, vérifie ton dossier spam/ junk et contacte-nous. Nous te remercions de procéder au paiement dans les délais.

Pour le programme de la soirée, nous vous invitons à une rencontre conviviale au restaurant Löscher à Berne avec dîner compris. Le restaurant Löscher est situé dans l’ancienne caserne de pompiers Viktoria et propose une cuisine fraîche et saisonnière avec une forte référence régionale. Le nombre de places est limité et sera attribué selon l’ordre d’inscription. Nous nous réjouissons de trinquer avec toi et de terminer la soirée en beauté.

LA SIGA-FSIA T'OFFRE DES LUNCH-CHECKS SUISSE

Nous souhaitons récompenser nos membres dévoués pour leur engagement. C'est pourquoi nous avons lancé l'action «Member get member»: Dès maintenant, les nouveaux membres peuvent indiquer dans le formulaire d'inscription les personnes qui les ont convaincus de devenir membres. Si ton nom est indiqué par un nouveau membre, nous te remettrons des Lunch-Checks Suisse d'une valeur de 60 CHF en guise de remerciement. Nous espérons que beaucoup de membres profiteront de cette action.

BIENVENUE, CHERE-S RESPONSABLES

Lydia Torun et Mathieu Crittin sont entrée-s dans le groupe régional des infirmiers anesthésistes latins GIAL. Nous leur souhaitons la bienvenue et nous réjouissons de leur soutien actif!

MERCI ET AU REVOIR, CHÈRE RESPONSABLE

Nous prenons congé d’Erika Lindgren de la commission SIGA-FSIA Management. Nous la remercions chaleureusement pour son engagement en faveur de la SIGA-FSIA et lui souhaitons beaucoup de bonheur pour la suite.

Symposium du GIAL 2025 à Lausanne

Un recentrage réussi avec un ancrage régional renforcé

Le 25 octobre dernier, le symposium annuel du GIAL s’est tenu au Centre Hospitalier Universitaire Vaudois (CHUV), à Lausanne, réunissant la communauté professionnelle autour d’une journée placée sous le signe du partage, de l’actualisation des connaissances et de la réflexion clinique. Après plusieurs années marquées par une baisse progressive de la participation, le comité d’organisation a pris la décision stratégique de recentrer cet événement sur un public prioritairement romand. Ce choix, mûrement réfléchi, visait à renforcer la proximité et l’ancrage régional du symposium. Il s’est avéré pleinement judicieux, puisque cette édition a rassemblé près de 60 participant-e-s, soit une augmentation significative de la fréquentation par rapport aux années précédentes.

Remerciements aux participant-e-s et aux sponsors

Nous tenons à adresser nos plus chaleureux remerciements à l’ensemble des personnes présentes, dont l’intérêt et l’enthousiasme ont largement contribué à la réussite de cette journée. La diversité des profils, des expériences et des lieux de pratique a enrichi les échanges et renforcé la qualité des discussions, tant lors des sessions scientifiques que dans les moments plus informels. Nos remerciements s’adressent également à nos sponsors, dont le soutien fidèle et l’implication

ont permis d’assurer le bon déroulement de l’événement et d’en renforcer l’attractivité.

Des retours très positifs de la part des participant-e-s

Les retours recueillis à l’issue du symposium ont été unanimement positifs. Les participant-e-s ont souligné la grande qualité des présentations, la clarté des exposés et la pertinence des thématiques abordées, en adéquation avec les réalités actuelles de la pratique clinique. L’énergie, la disponibilité et l’expertise des intervenant-e-s ont également été largement saluées, contribuant à maintenir un haut niveau d’attention et d’interaction tout au long de la journée. Plusieurs participant-es ont relevé la richesse des échanges et la possibilité de confronter leurs pratiques, leurs questionnements et leurs expériences à celles de leurs pairs.

Un programme scientifique riche et à forte pertinence clinique

Le programme scientifique, volontairement diversifié, a couvert un large éventail de sujets d’actualité et de problématiques transversales en anesthésie. Parmi les thématiques abordées figuraient notamment la prise en charge de l’hypertension pulmonaire et de la dysfonction ventriculaire droite, un enjeu majeur en anesthésie et en médecine périopératoire, tant en rai-

son de la complexité physiopathologique que des implications pronostiques pour les patient-e-s. La présentation de la Dr Juliane Guay a permis de faire le point sur les recommandations actuelles, les stratégies de monitorage et les options thérapeutiques disponibles, tout en soulignant l’importance d’une approche multidisciplinaire.

L’hypnose comme composante intégrative des approches modernes en anesthésie

L’hypnose a également occupé une place de choix dans le programme. La présentation était assurée par le Dr Marco Grischott. Cette approche non pharmacologique, de plus en plus intégrée dans les parcours de soins, a été présentée sous l’angle de ses indications, de ses bénéfices potentiels et de son intégration pratique en anesthésie et en gestion de la douleur. Les échanges ont mis en évidence l’importance de la formation, de l’expérience et de l’adhésion des équipes pour une mise en œuvre efficace.

La prise en charge de la douleur chez les patient-e-s non communicant-e-s

La prise en charge de la douleur chez les patient-e-s non communicant-e-s a constitué un autre temps fort de la journée. Baptiste De Chastonay et Julien Bontemps ont abordé ce sujet au cœur des préoccu-

pations cliniques et éthiques. Les outils d’évaluation disponibles, les limites des échelles existantes et la nécessité d’une observation fine ont été rappelés. Les discussions ont mis en lumière l’importance d’une vigilance constante et d’une adaptation des stratégies analgésiques afin de garantir une prise en charge respectueuse et efficace de ces patient-e-s particulièrement vulnérables.

Évolutions récentes en anesthésie locorégionale

Les nouveautés en anesthésie locorégionale ont également été abordées par le Dr Stéphane Hublet, offrant un panorama des évolutions techniques, des avancées en matière d’échoguidage et des perspectives futures dans ce domaine en constante évolution. Cette présentation a souligné le rôle central de l’anesthésie locorégionale dans l’amélioration du confort postopératoire et la réduction des complications.

Regard historique et importance de la mémoire collective

Enfin, un regard historique sur l’anesthésie est venu compléter le programme, rappelant le chemin parcouru depuis les premières techniques empiriques jusqu’aux pratiques modernes actuelles. Cette présentation interactive, animée par Jacques Berthod, a permis de mieux comprendre l’évolution des concepts, des outils et des rôles professionnels, tout en souli-

gnant l’importance de la transmission des savoirs et de la mémoire collective de la discipline.

Valorisation de la relève à travers les présentations de posters

Les sessions de présentation de posters ont constitué un autre moment clé du symposium. Elles ont permis de mettre en valeur les travaux d’étudiant-e-s ayant récemment terminé leur formation EPD en soins d’anesthésie. Ces contributions ont témoigné de la qualité des projets menés, de l’engagement des étudiant-e-s et de leur capacité à questionner et à améliorer les pratiques professionnelles. Les échanges autour des posters ont favorisé le dialogue, les retours constructifs et l’encouragement à poursuivre des démarches de recherche et d’amélioration continue.

Exposition industrielle, quiz et échanges conviviaux

Au-delà du programme scientifique, plusieurs éléments ont contribué à faire de cette journée un véritable succès. L’exposition industrielle a offert aux participant-es l’occasion de découvrir de nouveaux produits, dispositifs et solutions innovantes, tout en échangeant directement avec les représentants des entreprises partenaires. Un quiz interactif, doté d’un prix attractif généreusement offert par les sponsors, a apporté une touche ludique et conviviale, renforçant la dynamique collective.

Immersion au cœur des infrastructures du CHUV

La visite du bloc opératoire du CHUV a rencontré un engouement tout particulier, réunissant près de 25 participant-e-s. Cette immersion au cœur des infrastructures a été l’occasion de découvrir l’organisation, les équipements et les spécificités d’un plateau technique de référence, suscitant de nombreuses discussions et comparaisons avec d’autres contextes de pratique.

Clôture conviviale et perspectives pour 2026

L’apéritif qui a suivi les sessions scientifiques a permis de prolonger les échanges dans une atmosphère détendue et chaleureuse, favorisant les rencontres, le réseautage et le partage d’expériences entre collègues.

Fort du succès de cette édition, le comité d’organisation se réjouit d’ores et déjà de la dynamique retrouvée autour du symposium du GIAL. Nous avons le plaisir de vous annoncer que l’édition 2026 est actuellement en cours de préparation, avec la volonté de poursuivre sur cette lancée, de maintenir un haut niveau de qualité scientifique et de renforcer encore les liens au sein de la communauté romande. Nous vous invitons à réserver dès à présent la date du 28 novembre 2026 et nous nous réjouissons de vous y accueillir nombreuses et nombreux pour une nouvelle journée d’échanges, d’apprentissage et de convivialité.

Pour le comité du GIAL, Damien Tornay

Artikel auf Deutsch siehe: siga-fsia.ch/aktuell

Der 4. NEVAM-Kongress

(National Experts for Vascular Access and Maintenance)

Am 30. Januar 2026 eröffnete die NEVAM-Präsidentin Katharina Bosshart unter dem Motto «Together for Vein Quality: expertise at every step» den 4. NEVAM-Kongress. Dieser brachte mit renommierten

Referent:innen erneut ein breites Spektrum an Qualitätsthemen rund um Venenzugänge zur Diskussion. Der multiprofessionelle und multidisziplinäre Kongress vermittelte fundiertes Grundlagenwissen, gab einen Einblick in aktuelle Forschung und stellte Praxisentwicklungsprojekte aus dem In- und Ausland vor.

Der NEVAM-Kongress hat sich in den vergangenen Jahren erfolgreich zu den «national experts for vascular access and maintenance» weiterentwickelt. Deshalb gestalteten ihn auch engagierte Fachpersonen aus der italienischen und französischen Schweiz mit. Die Kongresssprachen waren Deutsch und Französisch. Sämtliche Vorträge wurden simultan in die jeweils andere Landessprache übersetzt, was das nationale Zusammenhaltsgefühl stärkte.

Die Vorträge am Vormittag im grossen Auditorium sowie die Workshops und Seminare am Nachmittag boten ein abwechslungsreiches Programm. Zusätzliche Impulse rund um die Einlage und Pflege von Venenzugängen bot die vielseitige Industrieausstellung. Nebst hochwertigen Materialien wurde unter anderem eine App zur Erfassung von Komplikationen bei länger liegenden Kathetern im ambulanten Setting präsentiert. Diese wird in italienischen Spitälern bereits erfolgreich eingesetzt und dient der strukturierten

Datenerhebung sowie der Qualitätsverbesserung. Langfristig ermöglicht sie die Identifikation und Reduktion häufiger Probleme, mit denen Patient:innen in ihrem Alltag konfrontiert sind. Ebenfalls ein Publikumsmagnet war der «VeinViewer», ein Gerät, das Venen mittels Infrarotlicht sichtbar macht und für Schulungen sowie bei Patient:innen mit komplexer Venensituation eingesetzt wird. Michael John moderierte den Kongresstag sehr kompetent, mit viel Feingefühl und Humor.

Von Rahmenbedingungen zur klinischen Praxis

Verena Nold, ehemalige Direktorin des Versicherungsverbandes santésuisse und Vertreterin der Krankenkassen in der Eidgenössischen Qualitätskommission (EQK), gelang ein erfrischender Auftakt mit einem Referat ausserhalb der Expertise des Grossteils des Publikums. Sie erklärte, wie das Bestreben nach Qualität in der medizinischen Versorgung durch die Krankenkassen und den Bund mitgetragen wird.

Damit wächst der Druck auf das Gesundheitswesen in Richtung definierter Qualität. Das BAG hat deshalb 2019 die EQK ins Leben gerufen, die Qualitätsentwicklungsprojekte in der Schweiz unterstützt. So fördert die EQK die Entwicklung einer nationalen Leitlinie für periphervenöse Katheter (PVKs) in der Schweiz, die durch eine Kooperation verschiedener Spitäler und Fachhochschulen zusammen mit NEVAM ab 2026 erstellt wird.

Qualität ist die Frucht grosser Anstrengungen: Prof. Dr. med. Mauro Pittiruti rief mit einer Gruppe von Ärzt:innen vor über 25 Jahren die italienische Vascular Access Society GAVeCeLT in Rom ins Leben. Durch systematische Entwicklung entstand der Masterkurs für Vascular-Access-Expert:innen, der sowohl Ärzt:innen als auch Pflegefachpersonen oder Radiologiefachpersonen ausbildet. Über viele Jahre hinweg bildete GAVeCeLT hunderte Fachleute über die italienische Grenze hinaus aus. In weit über 500 Publikationen erweiterte GAVeCeLT unter Prof. Pittiruti Verständnis, Wissen und einheitliches Vorgehen für alle Katheterarten, und verfeinerte insbesondere den bei uns wenig bekannten femoralen Zugang. Eindrücklich erklärte er, wie die einheitliche Ausbildung zu einer geringeren Komplikationsrate führte.

Stephan Schärli, Leiter der interdisziplinären Notfallstation des Luzerner Kantonsspitals, Wolhusen, moderierte die Roundtable-Diskussionsrunde zur Frage: «Wer soll entscheiden, welcher Katheter in welcher Situation bei Langzeittherapien eingesetzt wird?» Die Teilnehmer:innen aus der Romandie und Deutschschweiz sowie die Patient:innenvertreterin waren sich einig: Eine interprofessionelle Entscheidung in Absprache mit der Patientin oder dem Patienten ist die stabilste, wenn auch zeitaufwändigste Lösung. Sehr praxisnah wurde es bei Dr. med. Aleksandra Tuleja: Sie kommentierte eine Video-PICC-Einlage mit EKG und dem Sherlock 3CG™ Lagekontrollsystem. Ganz ohne

Katharina Bosshart

Röntgen führte sie den PICC elegant mit seiner Spitze an die korrekte Position zwischen Vena cava inferior und Vorhof. Diese Magnetmethode ist bestens geeignet, um die engen Kapazitäten von Interventionsund Operationsräumen dank der einfachen Technologie zu umgehen oder die Einlage –wie in den USA – ins Patient:innenzimmer zu verlagern.

Aus der Romandie präsentierten Dr. med. Virginie Moulin und Cécile Massebiaux ihre Projekte zum Thema «das venöse Kapital erhalten». Ausgehend von der Erfahrung, dass gut verfügbare Venen begrenzt sind, geht die Entwicklung in Richtung Professionalisierung. Pionierhaft haben die Verantwortlichen am Genfer Universitätsspital (HUG) ein Vascular Access Team (VAT) aufgebaut, dem rund 43 speziell ausgebildete Pflegefachpersonen angehören. Mit dem Projekt steigerte das HUG die Erfolgschancen auf eine gelungene Kathetereinlage und reduzierte Verzögerungen bis zum Therapiebeginn. Diese Ergebnisse konnten in einem ähnlichen Projekt am Universitätsspital Lausanne (CHUV) reproduziert werden. Beide Spitäler fördern den Einsatz und die Kompetenzen in der ultraschallgesteuerten Kathetereinlage.

Wie banal ist eigentlich die Anlage eines PVK? Packend verstand es Andreas Mayer, die Grundlagen für die Einlage von PVKs darzustellen. Da Studien bei PVKs von Komplikationsraten von bis zu 70 % berichten, ist die Suche nach einer optimaleren Versorgung geboten. So sollte bei der Katheterwahl das Verhältnis von Venendurchmesser zu Katheter von 3:1 berücksichtigt werden. Das heisst, der Katheter darf maximal ein Drittel des Venenlumens ausfüllen, um Komplikationen zu reduzieren. Daher bewährt sich die Wahl des kleinstmöglichen Katheterlumens: Ein 20G-PVK ermöglicht immerhin noch die Infusion von nahezu vier Litern Flüssigkeit pro Stunde, was für die häufigsten Anwendungen genügt.

Praxisnahe Impulse für sichere Venenzugänge

Die bis auf den letzten Platz ausgebuchten Hands-on-Workshops am Nachmittag zur ultraschallgesteuerten Midline- und PVK-Einlage, zur magnetfeldgesteuerten PICC-Einlage sowie Diskussionen zu Hygienefragen überzeugten durch ihre starke Praxisorientierung. Die Workshopleiter:innen kamen aus dem klinischen Alltag und vermittelten kompaktes Wissen, das sie über viele Jahre erworben hatten – selbstverständlich im Einklang mit den gültigen Leitlinien und zugleich nah an der gelebten Praxisrealität. Parallel dazu referierte der Anästhesist Dr. med. Andrea Scicolone im Auditorium zu Komplikationen. Er schilderte anschaulich, dass sich bereits Stunden nach Einlage rund um den Katheter eine fibrinöse Ummantelung bildet, die zu Okklusionen führen kann. Sie grenzen sich von Thrombosen ab, denen unter anderem durch das Einhalten des Katheter-Venen-Verhältnisses (CVR) von 1:3 vorgebeugt werden kann.

Martin Ringer, Pflegeexperte am Universitätsspital Zürich, zeigte an Praxisbeispielen, wann und wie PICC-Katheter optimalen Nutzen für Patient:innen und Fachpersonen entfalten. Auch hier gilt: Eine interprofessionelle Entscheidungsfindung ermöglicht eine angepasste, stabile und sichere Lösung.

Zusammenfassend überzeugte der gut organisierte Kongress mit einem spannenden, vielseitigen Programm, das den über 200 anwesenden Personen neue Anreize und Ideen für den klinischen Alltag vermittelte.

Der 5. NEVAM-Kongress ist für 2027 geplant.

Kontakt

Katharina Bosshart

Präsidentin Verein NEVAM

Pflegewissenschaftlerin MScN, Universitätsspital Zürich

Dipl. Expertin Anästhesiepflege NDS HF katharina.bosshart@nevam.ch

Anästhesie Journal 1 – 2026 Verband

Journal d’anesthésie 1 – 2026 Association professionnelle

Herbstsymposium Anästhesiepflege 2025

Am 25. Oktober 2025 jährte sich das Herbstsymposium in Basel schon fast zum 20. Mal. Sonja Heine, Leiterin Anästhesiepflege, begrüsste die Teilnehmenden und führte mit lebendiger Moderation durch das Symposium. Unter dem Leitthema «Im Fokus» rückten verschiedene Organsysteme und Krankheitsbilder in den Mittelpunkt.

Das inhaltliche Spektrum reichte von Nieren und Leber über den Kopf bis hin zu Blut und Blutdruck, wozu neuste Forschungsresultate vorgestellt wurden. In Erinnerung bleiben wird auch der «besondere Fall», der

von einer Patientin mit FOP (Fibrodysplasia ossificans progressiva) berichtete und intensiv die anästhesiologischen Herausforderungen darstellte.

Im neu gestalteten Setting – im gleichen Gebäude, jedoch in einem kleineren, dafür akustisch besseren Hörsaal – verfolgten die Teilnehmenden die lebhaften und teils auch sehr humorvollen Vorträge.

Der Lunch wurde erstmals in der Industrieausstellung eingenommen, was einen intensiven Austausch mit den Sponsoren ermöglichte, die sich in grosser Vielfalt präsentierten.

Symposium d'automne sur les soins anesthésiques 2025

Le 25 octobre, le symposium d'automne à Bâle a fêté son presque 20e anniversaire. Sonja Heine, responsable des soins anesthésiques, a accueilli et animé avec brio le symposium, qui s'est penché plus en détail sur différents systèmes organiques et maladies sous le thème «Im Fokus» (Au centre de l'attention).

Il a ainsi été question des reins, du foie, de la tête et du sang (et de la pression artérielle), et les derniers résultats de la recherche ont été présentés. On retiendra également un «cas particulier» qui concernait une patiente atteinte de FOP (fibro-

dysplasie ossifiante progressive) et qui a mis en évidence les défis anesthésiologiques importants que cela représente. Dans un cadre nouvellement aménagé, dans le même bâtiment, dans un amphithéâtre plus petit mais offrant une meilleure acoustique, les participants ont écouté avec intérêt les exposés animés et parfois très humoristiques. Pour la première fois, le repas a également été pris dans le cadre de l'exposition industrielle. Cela a permis un échange intensif avec les sponsors, qui ont pu se présenter de manière très variée.

Viel zu schnell ging dieser vollgepackte Tag vorbei. Im Anschluss nutzten rund 130 Teilnehmende die Gelegenheit zu einem Abstecher an die Basler Herbstmesse, deren Eröffnung traditionell mit dem Symposium zusammenfällt. Bereits heute laden wir herzlich zum nächsten Herbstsymposium in Basel ein: am 24. Oktober 2026 – wiederum mit spannenden Referaten und der Möglichkeit, den Tag auf der Herbstmesse ausklingen zu lassen.

Florian Müller

Mitglied Editorial Board

Cette journée bien remplie s'est terminée beaucoup trop vite. À l'issue de celle-ci, les quelque 130 participants ont pu faire un détour par la «Hebstmesse». Traditionnellement, le symposium a toujours lieu le jour de l'ouverture de cette dernière. L'année prochaine, nous vous accueillerons à nouveau chaleureusement à Bâle le 24 octobre 2026 avec des exposés passionnants et peut-être une conclusion à la foire d’automne de Bâle.

Florian Müller

Membre Editoral Board

Gemeinsam Verantwortung übernehmen – das neue Co-Präsidium der SIGA-FSIA im Gespräch

Redaktion

Mit frischen Perspektiven, klaren Haltungen und einem gemeinsamen Führungsverständnis haben Caterina Gutersohn und Florian Strunck das Co-Präsidium der SIGA-FSIA übernommen. Im Interview sprechen sie über ihre persönlichen Beweggründe, prägende Stationen ihres beruflichen Weges, aktuelle Herausforderungen der Anästhesiepflege sowie strategische Ziele. Ein Einblick in ihre Motivation, ihre Zusammenarbeit und ihre Vision für eine starke, sichtbare und zukunftsfähige SIGA-FSIA.

Liebe Caterina, lieber Florian, wer seid ihr, wenn ihr nicht gerade beruflich gefordert seid? Was prägt euch persönlich, und womit beschäftigt ihr euch in eurer Freizeit?

Caterina Gutersohn: Wenn ich nicht arbeite, verbringe ich meine Zeit vor allem mit meiner Familie. Ich bin verheiratet und habe drei jugendliche Kinder im Alter von 16, 17 und 19 Jahren sowie eine Katze. Obwohl die Kinder inzwischen sehr selbstständigsind,bestehtnachwievorBedarf, sie zu unterstützen und zu begleiten. Entsprechend sind auch meine FreizeitaktivitätengutmitdemFamilienlebenvereinbar: Ich segle gerne mit unserem Familienboot aufdemThunersee,schwimmeinderAare undbinimWinteraufderSkipisteodermit Schneeschuhenunterwegs.

Florian Strunck: AbseitsdesBerufsbinich vor allem ein Familienmensch. Ich lebe mit meiner Frau und unserer elfjährigen Tochter zusammen – sie sind mein wichtigster AnkerimAlltag.InmeinerFreizeitschätze ichdieMischungausAktivitätundGemütlichkeit. Besonders gerne bin ich unterwegs, sei es beim Reisen im Sinne von Vanlife, auf dem Velo, beim Wandern oder bei Städtetouren. Ebenso wichtig sind mir gemeinsame Zeit mit Freunden, gutes Essen und bewusst ruhige Momente. Diese Balance gibt mir Energie für meine beruflichenAufgaben.

Was hat euch persönlich motiviert, das Amt der Co-Präsidentin bzw. des Co-Präsidenten der SIGA-FSIA zu übernehmen, und weshalb gerade jetzt?

CG:DerBerufderAnästhesiepflegeistmir sehr wichtig. Ich bin stolz darauf, Anästhesiepflegendezusein,undwünschemir, dass sich unser Berufsstand weiterhin professionell positioniert und kontinuierlich weiterentwickelt. Dafür möchte ich micheinsetzen.ZudemreiztmichdieMöglichkeit, mein Wissen und meine Fähigkeiten im Rahmen neuer Aufgaben zu erweitern.DerZeitpunktdafüristfürmichideal: An meinem Arbeitsplatz im Inselspital bin ich gut eingearbeitet, mein MME-Studium habe ich abgeschlossen, und auch meine Familie benötigt mich nicht mehr in gleichem Ausmass wie früher.

FS: Vor allem mein Wunsch, Dinge aktiv zu verändern, hat mich motiviert, das Amt des Co-Präsidenten der SIGA-FSIA zu übernehmen. Schon immer habe ich es als bereichernd empfunden, Verantwortung zu tragenundEntwicklungenmitzugestalten, statt nur zu reagieren. Gerade jetzt, in einer Zeit, die von vielen Veränderungen undneuenHerausforderungengeprägtist, sehe ich die Gelegenheit, hier aktiv mitzuwirken und die SIGA-FSIA gemeinsam im Co-Präsidium und mit dem Vorstand weiterzuentwickeln. Es ist für mich ein

spannender Moment, Verantwortung zu übernehmenunddieZukunftdesVerbands aktiv mitzubestimmen.

Welche Stationen eures beruflichen Werdegangs in der Anästhesiepflege haben euch besonders geprägt – und welche Erfahrungen bringt ihr daraus in eure neue Rolle mit?

CG: Ich weiss kaum, wo ich anfangen soll. Es gab zahlreiche prägende Momente und Situationen, sowohl im Team als auch im Kontakt mit Patient:innen. Grundlegend waren jedoch vor allem zwei Weiterbildungen, die mich persönlich wie auch fachlich entscheidend weitergebracht haben: Das Nachdiplomstudium in Anästhesiepflege sowie das Studium zum Master of Medical Education MME. Beide Weiterbildungen haben meinen Horizont erweitertundmirneuePerspektivensowievielfältigeMöglichkeitenzurpersönlichenund beruflichenWeiterentwicklungeröffnet.

FS:DasAnästhesiepraktikumwährendder IPS-Ausbildung hat mir gezeigt, wie vielfältig und bedeutend die Arbeit der Anästhesiepflege ist. Eine meiner ersten Operationen war eine Sectio – und noch heute berührt mich jede Sectio aufs Neue. Das Gefühl,einenMenschenbeiseinemersten Schritt ins Leben begleiten zu dürfen, ist jedes Mal beeindruckend. Neben diesen

besonderen Momenten haben mich vor allem die Begegnungen mit Patient:innen und Kolleg:innen sowie herausfordernde Situationen geprägt. Sie haben mich gelehrt, auch unter Druck professionell, ruhig, klar und lösungsorientiert zu handeln – eine Erfahrung, die mir auch in meiner RollealsCo-Präsidentzugutekommt.

Die SIGA-FSIA vertritt heute über 1600 Mitglieder. Wo seht ihr aktuell die drängendsten Herausforderungen für die diplomierten Expert:innen Anästhesiepflege NDS HF?

CG: Aus meiner Sicht wird uns das Thema der Höheren Fachprüfung (HFP) in Zusammenhang mit unserem Nachdiplomstudiumbeschäftigen,danebensicherauchder Fachkräftemangel im Gesundheitswesen, derdurchdendemografischenWandelzunehmendverstärktwird.Zudemzeigtsich in der aktuellen Entwicklung ein klarer Trend zur Ambulantisierung und zu ambulanten Operationen, der sich ebenfalls auf unser Berufsfeld auswirken dürfte.

FS: Ein zentrales Thema sind die Arbeitsbedingungen: Der steigende Druck zu Effizienz und Tempo belastet die Teams zunehmend. Hinzu kommt der Wandel vom NDS zur HFP, der verständlicherweise Unsicherheiten mit sich bringt. Hier ist es wichtig, die Mitglieder aktiv zu begleiten und Lösungen im Sinn der Qualität sowie der Interessen von Fachpersonen und Patient:innenmitzugestalten.DarüberhinausistdieStärkungdesBinomszwischen Anästhesiepflege und Anästhesist:innen ein wichtiger Punkt. Eine enge, vertrauensvolle Zusammenarbeit ist entscheidend für Sicherheit und Qualität der Patientenversorgung.

Welche inhaltlichen und strategischen Schwerpunkte möchtet ihr in eurer Amtszeit setzen, um den Berufsstand fachlich, politisch und gesellschaftlich weiter zu stärken?

CG:DiestrategischenZielewerdenwirgemeinsam mit dem Vorstand an aktuellen Qualitätsansprüchen,bestehendenTrends

und zukünftigen Herausforderungen ausrichten. Ein zentrales Anliegen ist für michderErhaltunddieWeiterentwicklung der gut strukturierten Weiterbildung als Fundament unseres Berufs. Gleichzeitig möchte ich die Anästhesiepflege stärker in der Öffentlichkeit sichtbar machen. Durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit soll aufgezeigt werden, wie hochqualifiziert Pflegefachpersonen in diesem Bereich arbeitenundwieessenziellihrBeitragfür eine sichere und qualitativ hochwertige Patientenversorgungist.

FS: Ein zentraler Aspekt ist für mich die politische Präsenz der SIGA-FSIA. Die Interessen unserer Mitglieder sollen aktiv vertreten und ihre Anliegen ernst genommen werden. Dazu gehört es, gezielt zuzuhören, Rückmeldungen aufzunehmen undgemeinsammitCaterinaunddemVorstand tragfähige Lösungen zu entwickeln. Gleichzeitig möchte ich die Angebote für die Mitglieder weiter ausbauen und den fachlichen Austausch sowie die Vernetzung stärken. Die Zusammenarbeit mit derSSAPMseheichalsChance,Synergien noch stärker zu nutzen, ohne die Positionierung der SIGA-FSIA als eigenständigen und professionellen Berufsverband zu verwässern. Die Aufgabe ist es, die SIGAFSIA klar als Verband «von Anästhesiepflegenden für Anästhesiepflegende» zu stärken und ihre Rolle in fachlichen, politischen und gesellschaftlichen Fragen sichtbar zu machen.

Ihr führt den Verband im Co-Präsidium. Wie versteht ihr eure jeweilige Rolle, und welchen konkreten Mehrwert bietet diese Führungsform aus eurer Sicht?

CG:WirsindalsCo-Präsidiumsehrgutgestartet, und unsere Kommunikation hat von Beginn an reibungslos funktioniert. Florian verfügt bereits über ein grosses Wissen zur Verbandsstruktur und zu den AbläufenderSIGA-FSIA,daersichzuvorin Kommissionen engagiert hat – das ist für mich sehr wertvoll. Ich hingegen bringe einen unvoreingenommenen Blick und andere Perspektiven ein. Aktuell bearbeiten wir die meisten Themen noch gemeinsam,

um uns einen umfassenden Überblick zu verschaffen und alle Bereiche kennenzulernen.Mittelfristigistjedochgeplant,die Themenfelder gezielter aufzuteilen und dabei unsere jeweiligen Stärken bewusst einzusetzen.

FS: Als Co-Präsident sehe ich meine Rolle darin, ein aktiver Teil des Vorstandes zu sein und Verantwortung im organisatorischen wie auch strategischen Bereich zu übernehmen. Eine partizipative und kollegiale Haltung ist mir dabei besonders wichtig. Gemeinsam mit Caterina vertreten wir die SIGA-FSIA und die Anliegen unserer Mitglieder nach aussen. Die Führungsform des Co-Präsidiums ermöglicht es uns, unsere Stärken zu bündeln, Aufgaben sinnvoll zu verteilen und Entscheidungen abgestimmt zu treffen – zum Mehrwert eines transparenten, praxisnah geführtenVerbands.

Wie schätzt ihr die aktuelle gesundheitspolitische Situation in der Schweiz im Hinblick auf Anästhesiepflege, Fachkräftemangel und interprofessionelle Zusammenarbeit ein?

CG: Gerade der Fachkräftemangel wird künftig eine enge interprofessionelle Abstimmung erforderlich machen. Bereits heute arbeiten im Bereich der Anästhesie verschiedene Berufsgruppen eng zusammen. Dies setzt klare Absprachen hinsichtlich Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortlichkeiten voraus und erfordert gegenseitiges Verständnis sowie Respekt. Wir verstehen uns klar als Pflegende. Entsprechend wichtig sind uns die Mitwirkung, der fachliche Austausch und die konstruktive Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen. Eine der zentralen Partnergruppen sind dabei die Anästhesieärztinnen und -ärzte. Bis anhin haben sich unsere Verbände gut vernetzt, was eine solide Grundlage für eine weiterhin erfolgreiche und partnerschaftliche Zusammenarbeit bildet.

FS: Die gesundheitspolitische Situation istgeprägtvonsteigendenAnforderungen bei gleichzeitig knapper werdenden Res-

sourcen. Dies verschärft den Druck auf die Teams und macht die Rolle der Anästhesiepflege umso bedeutender. Gleichzeitig zeigen die jüngsten Ereignisse in Crans Montana, wie leistungsfähig die interprofessionelle Zusammenarbeit ist, wenn es darauf ankommt. Teams aus Anästhesiepflege und Ärzteschaft haben in kritischen Situationen bewiesen, dass sie effizient, zuverlässig und professionell handeln können. Diese Stärke gilt es weiter auszubauen und durch passende Rahmenbedingungen zu unterstützen, damit Qualität und Patientensicherheit auch unter zunehmendem Druck gewährleistet bleiben.

Welche Erwartungen habt ihr an die Zusammenarbeit mit Bildungsinstitutionen, Fachgesellschaften, politischen Entscheidungsträger:innen und weiteren Partnern?

CG:MeineErwartungist,dassallegenannten Parteien Offenheit für eine konstruktive und partnerschaftliche Zusammenarbeit zeigen. Kein Bereich kann für sich allein bestehen. Je besser wir vernetzt sind, desto wirkungsvoller können wir unsere Interessen und Anliegen breit abgestützt, koordiniert und nachhaltig voranbringen.

FS: Ich erwarte einen Dialog auf Augenhöhe, der von gegenseitiger Wertschätzung und fachlichem Respekt geprägt ist. Die unterschiedlichen Expertisen sollen anerkannt und gezielt genutzt werden. Nur durch partnerschaftliche Zusammenarbeit,offenenAustauschunddasTeilenvon Wissen lassen sich nachhaltige Lösungen entwickeln, die sowohl den Berufsstand als auch die Patient:innen stärken.

Seit eurer Wahl an der Hauptversammlung vom 7. November 2025 in Lausanne: Welche ersten Erfahrungen im Amt haben euch besonders gefordert oder bestärkt?

CG: Bestärkt hat mich insbesondere die Zusammenarbeit mit Florian und dem gesamtenVorstand.DabeihabeichvielEnga-

gementundhohefachlicheKompetenzerlebt. Zudem können wir auf eine erfahrene Geschäftsstelle zählen, die uns tatkräftig unterstützt. Entsprechend blicke ich sehr zuversichtlichaufdieneuenAufgabenund HerausforderungenderZukunft.

FS: Besonders herausfordernd ist für mich die Balance zwischen neuen Aufgaben im Co-PräsidiumundderÜbergabebisheriger Aufgaben an meine Nachfolge in der Kommission. Dieser Prozess erfordert klare PriorisierungundguteKommunikation.Bestärkt fühle ich mich durch den Austausch im Vorstand und die Zusammenarbeit mit anderen Verbänden. Der offene Umgang mit Ideen und die gemeinsame Suche nach Lösungen zeigen mir, wie wichtig ein starkes Netzwerk für die WeiterentwicklungderSIGA-FSIAist.

Wie möchtet ihr die Mitglieder künftig stärker einbinden und sicherstellen, dass die SIGA-FSIA für den Berufsalltag ihrer Mitglieder einen spürbaren Mehrwert bietet?

CG: Meiner Ansicht nach ist zunächst eine transparente Kommunikation entscheidend. Die Mitglieder sollen nachvollziehen können, an welchen Themen wir arbeiten. Gleichzeitig ist es ebenso wichtig, dass sie mit ihren Fragen und Anliegen auf uns zukommen, damit wir uns gezielt für sie einsetzen können. Ich denke, ich kann da auchfürFloriansprechen:Wirsindunkompliziert und möchten, dass die Mitglieder sich jederzeit niedrigschwellig an uns wenden können.

FS:Ja,demkannichmichanschliessen.Ich setzeaufOffenheitundZugänglichkeitund möchte regelmässige Gesprächsfenster schaffen, Möglichkeiten zum Networking anbieten und über Social-Media-Kanäle den direkten Austausch fördern. Mir ist es wichtig, als Teil der Gemeinschaft wahrgenommenzuwerden–alsjemand,der«einer von euch» ist und bleibt, erreichbar ist und die Anliegen der Mitglieder ernst nimmt. Nursokannichsicherstellen,dassderVerband praxisnah handelt, die Bedürfnisse derAnästhesiepflegeaufnimmtundfürdie MitgliederspürbareUnterstützungbietet.

Woran sollen die Mitglieder in einigen Jahren erkennen können, dass euer CoPräsidium die SIGA-FSIA und die Anästhesiepflege in der Schweiz nachhaltig weitergebracht hat?

CG: Grundsätzlich kann ich nicht für die Mitgliedersprechen.IchbinjedochderAnsicht: Wenn es der SIGA-FSIA gelingt, die Ausbildungs- und Arbeitsqualität auch in den kommenden anspruchsvollen Jahren zu sichern, sich kontinuierlich an neue Rahmenbedingungen anzupassen und die Anästhesiepflege in der Gesellschaft als unverzichtbare Berufsgruppe sichtbar zu machen, dann haben wir bereits viel erreicht.

FS: Ich wünsche mir, dass die Arbeit der SIGA-FSIA für die Mitglieder transparent und nachvollziehbar bleibt. Entscheidungen sollen gemeinsam getragen und Entwicklungen offen kommuniziert werden.Wennesgelingt,denVerbandineiner anspruchsvollenPhasenachhaltigzustärken, die Mitglieder aktiv einzubinden und dieAnästhesiepflegeklarzupositionieren, dannhabenwirgemeinsamvielerreicht.

Wir danken Caterina Gutersohn und Florian Strunck für das Interview und wünschen beiden in ihrer Funktion viel Erfolg!

Chère Caterina, cher Florian, qui êtes-vous en dehors de votre vie professionnelle? Qu'est-ce qui vous caractérise personnellement et à quoi occupez-vous votre temps libre?

Caterina Gutersohn: Quand je ne travaille pas, je passe surtout mon temps avec ma famille. Je suis mariée et j'ai trois adolescents âgés de 16, 17 et 19 ans, ainsi qu'un chat. Même si les enfants sont désormais très indépendants, ils ont encore besoin d'être soutenus et accompagnés. Mes loisirssontdonccompatiblesavecmaviede famille:j'aimefairedelavoilesurlelacde Thoune avec notre bateau familial, nager dans l'Aar et, en hiver, faire du ski ou des randonnéesenraquettes.

Florian Strunck: En dehors du travail, je suis avant tout un homme de famille. Je vis avec ma femme et notre fille de onze ans, qui sont mon ancrage le plus importantdanslaviequotidienne.Pendantmon temps libre, j'apprécie le mélange d'activité et de tranquillité. J'aime particulièrementvoyager,quecesoitenvan,àvélo,en randonnéeouenvisitantdesvilles.Passer du temps avec mes amis, bien manger et profiter de moments de calme sont tout aussi importants pour moi. Cet équilibre me donne de l'énergie pour mes tâches professionnelles.

Assumer ensemble les responsabilités – entretien avec la nouvelle coprésidence de la SIGA-FSIA

Rédaction

Avec des perspectives nouvelles, des positions claires et une conception commune du leadership, Caterina Gutersohn et Florian Strunck ont pris la coprésidence de la SIGA-FSIA. Dans cette interview, ils parlent de leurs motivations personnelles, des étapes marquantes de leur parcours professionnel, des défis actuels des soins anesthésiques et de leurs objectifs stratégiques. Un aperçu de leur motivation, de leur collaboration et de leur vision pour une SIGA-FSIA forte, visible et tournée vers l'avenir.

Qu'est-ce qui vous a personnellement motivé à assumer la coprésidence de la SIGAFSIA, et pourquoi maintenant?

CG:Lemétierd'infirmièreanesthésisteest très important pour moi. J’en suis fière et je souhaite que notre profession continue à se positionner de manière professionnelle et à se développer en permanence. Je souhaite m'engager dans ce sens. De plus, la possibilité d'élargir mes connaissancesetmescompétencesdanslecadre de nouvelles tâches m'attire. Le moment est idéal pour moi: je suis bien intégrée à mon poste à l'Hôpital de l'Île, j'ai terminé mes études MME et ma famille n'a plus autantbesoindemoiqu'auparavant.

FS: C'est avant tout mon désir de changer activement les choses qui m'a motivé à accepterlepostedecoprésidentdelaSIGAFSIA. J'ai toujours trouvé enrichissant d'assumer des responsabilités et de contribuer à façonner les développements plutôt que demecontenterderéagir.Encettepériode marquée par de nombreux changements et de nouveaux défis, je vois l'opportunité de m'impliqueractivementetdecontinueràdévelopper la SIGA-FSIA au sein de la coprésidenceetaveclecomitédirecteur.C'estpour moiunmomentpassionnantqued'assumer des responsabilités et de participer activementàl'avenirdel'association.

Quelles étapes de votre carrière dans le domaine des soins anesthésiques vous ont particulièrement marqués et quelles expériences en tirez-vous pour votre nouveau poste?

CG: Je ne sais pas par où commencer. Il y a eu de nombreux moments et situations marquants, tant au sein de l'équipe qu'au contact des patient-e-s. Mais deux formations continues ont été particulièrement déterminantespourmonévolutionpersonnelle et professionnelle: la formation postdiplômeensoinsd’anesthésieetlemaster enéducationmédicale(MME).Cesdeuxformations continues ont élargi mon horizon et m'ont ouvert de nouvelles perspectives ainsi que de nombreuses possibilités de développementpersonneletprofessionnel.

FS: Le stage en anesthésie pendant ma formation en soins intensifs m'a montré à quel point le travail des soins infirmiers en anesthésie est varié et important. L'une de mes premières opérations était une césarienne – et aujourd'hui encore, chaque césarienne me touche à nouveau. Le sentiment de pouvoir accompagner une personne lors de ses premiers pas dans la vieestàchaquefoisimpressionnant.Outre ces moments particuliers, ce sont surtout les rencontres avec les patient-e-s et les collèguesainsiquelessituationsdifficiles

qui m'ont marqué. Ils m'ont appris à agir de manière professionnelle, calme, claire et orientée vers les solutions, même sous pression–uneexpériencequim'estégalementutiledansmonrôledecoprésident.

La SIGA-FSIA représente aujourd'hui plus de 1600 membres. Selon vous, quels sont actuellement les défis les plus urgents pour les expert-e-s diplômé-e-s en soins d’anesthésie EPD ES?

CG:Àmonavis,lethèmedel'examenprofessionnel supérieur (HES) en rapport avecnosétudespostgradesvanousoccuper, tout comme la pénurie de personnel qualifié dans le secteur de la santé, qui s'accentue en raison de l'évolution démographique. En outre, la tendance actuelle est clairement à l'ambulatoire et aux opérations ambulatoires, ce qui devrait également avoir un impact sur notre domaine professionnel.

FS:Lesconditionsdetravailsontunthème central: la pression croissante en matière d'efficacité et de rapidité pèse de plus en plus sur les équipes. À cela s'ajoute le passage de l’ES à l’HES, qui entraîne naturellement des incertitudes. Il est important ici d'accompagner activement les membres et de contribuer à l'élaboration de solutions dans l'intérêt de la qualité et des professionnel-le-s et patient-e-s. Le renforcement du binôme entre les infirmier-ère-s anesthésistes et les anesthésistes est également un point important. Une collaboration étroite et basée sur la confiance est essentielle pour la sécurité etlaqualitédessoinsauxpatient-e-s.

Quelles priorités thématiques et stratégiques souhaitez-vous mettre en place pendant votre mandat afin de renforcer davantage la profession sur le plan technique, politique et social?

CG: Nous alignerons les objectifs stratégiquesaveclecomitédirecteursurlesexigencesdequalitéactuelles,lestendances existantesetlesdéfisfuturs.L'unedemes principales préoccupations est le maintien

etledéveloppementd'uneformationcontinuebienstructurée,quiconstituelefondementdenotreprofession.Parallèlement,je souhaiteaméliorerlavisibilitédessoinsinfirmiersenanesthésieauprèsdugrandpublic. Des actions de communication ciblées doivent permettre de montrer à quel point lesinfirmiersetinfirmièrestravaillantdans ce domaine sont hautement qualifiés et à quelpointleurcontributionestessentielle pour garantir des soins sûrs et de haute qualitéauxpatient-e-s.

FS: La présence politique de la SIGA-FSIA est pour moi un aspect central. Les intérêts de nos membres doivent être activementreprésentésetleurspréoccupations prises au sérieux. Cela implique d'écouter attentivement, de recueillir les commentaires et de développer des solutions viables en collaboration avec Caterina et le comité directeur. Parallèlement, je souhaiteélargirl'offreproposéeauxmembres et renforcer les échanges professionnels et le réseautage. Je considère la collaboration avec la SSAPM comme une opportunité d'exploiter encore davantage les synergiessansaffaiblirlepositionnement delaSIGA-FSIAentantqu'associationprofessionnelle indépendante et professionnelle. La tâche consiste à renforcer clairement la SIGA-FSIA en tant qu'association «des infirmier-ère-s anesthésistes pour les infirmier-ère-s anesthésistes» et à rendre visible son rôle dans les questions professionnelles,politiquesetsociales.

Vous dirigez l'association en tant que coprésidents. Comment comprenez-vous vos rôles respectifs et quelle valeur ajoutée concrète cette forme de direction offre-telle selon vous?

CG: Nous avons très bien démarré en tant que coprésidence et notre communication a fonctionné sans heurts dès le début. Florian dispose déjà d'une grande connaissance de la structure de l'association et des processus de la SIGA-FSIA, carils'estdéjàengagédansdescommissions, ce qui est très précieux pour moi. Pour ma part, j'apporte un regard impartial et d'autres perspectives. Actuelle-

ment,noustraitonsencorelaplupartdes sujetsensembleafind'avoirunevued'ensemble complète et de nous familiariser avec tous les domaines. À moyen terme, nous prévoyons toutefois de répartir les thèmes de manière plus ciblée et d'utiliser ainsi nos forces respectives de manière consciente.

FS: En tant que coprésident, je considère quemonrôleestdeparticiperactivement au comité directeur et d'assumer des responsabilités dans les domaines organisationnel et stratégique. Une attitude participative et collégiale est particulièrement importante pour moi. Avec Caterina, nous représentons la SIGA-FSIA et les intérêts de nos membres à l'extérieur. Le mode de direction de la coprésidence nous permet de mettre en commun nos forces, de répartir les tâches de manière judicieuse et de prendre des décisions concertées, ce quiapporteunevaleurajoutéeàuneassociation transparente et gérée de manière pratique.

Comment évaluez-vous la situation actuelle de la politique de santé en Suisse en ce qui concerne les soins anesthésiques, la pénurie de personnel qualifié et la collaboration interprofessionnelle?

CG: La pénurie de personnel qualifié, en particulier, nécessitera à l'avenir une coordination interprofessionnelle étroite. Aujourd'hui déjà, différents groupes professionnels travaillent en étroite collaboration dans le domaine de l'anesthésie. Cela nécessite des accords clairs en matièredetâches,decompétencesetderesponsabilités, ainsi qu'une compréhension etunrespectmutuels.Nousnousconsidérons clairement comme des soignants. La participation,l'échangeprofessionneletla collaboration constructive avec d'autres groupes professionnels sont donc importants pour nous. Les anesthésistes constituent l'un des principaux groupes partenairesdanscedomaine.Jusqu'àprésent, nos associations ont établi un bon réseau, ce qui constitue une base solide pour une collaboration fructueuse et partenariale.

FS:Lasituationenmatièredepolitiquede santé est caractérisée par des exigences croissantes et des ressources de plus en plus rares. Cela accentue la pression sur leséquipesetrendlerôledessoinsanesthésiques d'autant plus important. Dans le même temps, les événements récents à Crans Montana montrent à quel point la collaboration interprofessionnelle est efficacelorsquecelaestnécessaire.Dans des situations critiques, les équipes de soins anesthésiques et le corps médical ont prouvé qu'ils pouvaient agir de manière efficace, fiable et professionnelle. Il convient de continuer à développer cette forceetdelasoutenirpardesconditionscadresappropriéesafindegarantirlaqualité et la sécurité des patient-e-s, même sousunepressioncroissante.

Quelles sont vos attentes en matière de collaboration avec les établissements d'enseignement, les associations professionnelles, les décideurs politiques et d'autres partenaires?

CG: J'attends de toutes les parties mentionnées qu'elles fassent preuve d'ouverture d'esprit pour une collaboration constructive et partenariale. Aucun domaine ne peut exister seul. Plus nous sommes connectés, plus nous pouvons faireavancernosintérêtsetnospréoccupations de manière efficace, coordonnée etdurable,avecunlargesoutien.

FS: J'attends un dialogue d'égal à égal, caractérisé par l'estime mutuelle et le respect professionnel. Les différentes expertisesdoiventêtrereconnuesetutiliséesde manière ciblée. Seuls une coopération partenariale, un échange ouvert et le partage desconnaissancespermettentdedévelopperdessolutionsdurablesquirenforcentà lafoislaprofessionetlespatient-e-s.

Depuis votre élection lors de l'assemblée générale du 7 novembre 2025 à Lausanne: Quelles premières expériences dans vos fonctions vous ont particulièrement mis à l'épreuve ou encouragé?

CG: La collaboration avec Florian et l'ensemble du comité directeur m'a particulièrement encouragée. J'ai pu constater un grand engagement et une grande compétence professionnelle. De plus, nous pouvonscomptersurunsecrétariatexpérimenté qui nous soutient activement. Je suis donc très confiante quant aux nouvelles tâches et aux défis à venir.

FS: Ce qui est particulièrement difficile pour moi, c'est de trouver l'équilibre entre mes nouvelles tâches au sein de la coprésidence et la transmission de mes anciennes tâches à mon successeur au sein delacommission.Ceprocessusexigeune hiérarchisation claire des priorités et une bonne communication. Je me sens encouragé par les échanges au sein du comité et la collaboration avec d'autres associations. L'ouverture d'esprit face aux idées et la recherche commune de solutions me montrentàquelpointunréseausolideest important pour le développement de la SIGA-FSIA.

Comment comptez-vous impliquer davantage les membres à l'avenir et vous assurer que la SIGA-FSIA apporte une valeur ajoutée tangible à leur quotidien professionnel?

CG:Àmonavis,unecommunicationtransparente est essentielle dans un premier temps. Les membres doivent pouvoir comprendre les thèmes sur lesquels nous travaillons. Dans le même temps, il est tout aussi important qu'ils nous fassent part de leurs questions et de leurs préoccupations afin que nous puissions nous engager de manière ciblée en leur faveur. JepensepouvoirparleraunomdeFlorian: nous sommes simples et souhaitons que les membres puissent nous contacter à tout moment et sans difficulté.

FS: Oui, je suis d'accord. Je mise sur l'ouverture et l'accessibilité et souhaite créer desespacesdediscussionréguliers,offrir des possibilités de réseautage et encouragerleséchangesdirectsvialesréseaux sociaux. Il est important pour moi d'être

perçu comme faisant partie de la communauté, comme quelqu'un qui est et reste «l'undesvôtres»,quiestaccessibleetqui prend au sérieux les préoccupations des membres. C'est la seule façon de garantir que l'association agisse de manière pratique, réponde aux besoins des soins anesthésiques et offre un soutien tangibleàsesmembres.

Dans quelques années, à quoi les membres pourront-ils reconnaître que votre coprésidence a fait progresser durablement la SIGA-FSIA et les soins anesthésiques en Suisse?

CG: Je ne peux pas parler au nom des membres. Je pense toutefois que si la SIGA-FSIA parvient à garantir la qualité de la formation et du travail au cours des années difficiles à venir, à s'adapter en permanence à de nouvelles conditionscadres et à rendre les soins anesthésiquesvisiblesdanslasociétéentantque groupe professionnel indispensable, alors nousauronsdéjàaccomplibeaucoup.

FS: Je souhaite que le travail de la SIGAFSIA reste transparent et compréhensible pour les membres. Les décisions doivent être prises conjointement et les développements communiqués ouvertement. Si nous parvenons à renforcer durablement l'association dans une phase difficile, à impliquer activement les membres et à positionnerclairementlessoinsinfirmiers enanesthésie,alorsnousauronsaccompli beaucoupensemble.

Nous remercions Caterina Gutersohn et Florian Strunck pour cette interview et leur souhaitons beaucoup de succès dans leurs fonctions

Wege für nachhaltige Verbesserungen in der Anästhesie-, Intensiv- und Notfallpflege

Bis 2029 werden in den sechs Zentralschweizer Kantonen Luzern, Nidwalden, Obwalden, Schwyz, Uri und Zug insgesamt 3585 zusätzliche Pflegefachpersonen auf Tertiärstufe benötigt (1). Es sind jedoch keine Angaben oder Prognosen verfügbar, die den Bedarf an dipl. Expert:innen AIN NDS HF formulieren – weder auf kantonaler, regionaler noch nationaler Ebene. In der Zentralschweiz wurde deshalb 2021 eine entsprechende Analyse in Auftrag gegeben.

Der Mangel an hochspezialisierten Pflegefachpersonen der Anästhesie-, Intensiv- und Notfallpflege (AIN) wurde durch die Covid-19-Pandemie akzentuiert und für eine breite Öffentlichkeit sichtbar. Die Zentralschweizer Gesundheitsdirektorinnen- und -direktorenkonferenz ZGDK1 beauftragte vor diesem Hintergrund Dr. Utiger, eine Analyse der AIN-Berufe in der Zentralschweiz durchzuführen. Der daraus entstandene Bericht «Sicherstellung des zukünftigen Bedarfs an Pflegefachkräften aus den Bereichen Anästhesie-, Intensivund Notfallmedizin in der Zentralschweiz» analysierte mit Hilfe von Strukturdaten und Interviews unter anderem die Weiterbildungstätigkeiten und -kapazitäten der Zentralschweizer Spitäler, die Attraktivität der Nachdiplomstudiengänge sowie die Arbeitsbedingungen und -belastungen der AIN-Pflegenden.

Pain Points: Rekrutierung, Weiterbildung, Beruf, Weiterbildungskapazität Der erwähnte Bericht enthält Erkenntnisse in vier Kategorien: Rekrutierung, Weiterbildung, Beruf, Weiterbildungskapazität.

Rekrutierung: Die 24 durchgeführten Interviews lassen darauf schliessen, dass die AIN-Berufsbilder sowohl in der Öffentlichkeit als auch innerhalb der Pflege zu wenig Bekanntheit geniessen. Eine kürzliche durchgeführte Imagestudie des Zentralschweizer Bildungszentrums XUND bestätigt diese Erkenntnis (2). Gleichzeitig schaden die Krisenmeldungen über Arbeitsbedingungen und Umgebungsfaktoren in den Medien und der Öffentlichkeit

dem Image der Pflege, was die Rekrutierung von Nachwuchs negativ beeinflusst. Weitere Faktoren, die eine Tätigkeit im AIN-Bereich bzw. das Absolvieren eines NDS HF zumindest zweifelhaft erscheinen lassen, sind der erhebliche Respekt vor der Lernbelastung (sowohl am Bett wie auch im NDS), vor den Kosten (insbesondere bei einem Scheitern oder Abbruch des NDS) sowie vor der abschliessenden Diplomarbeit.

Weiterbildung: Die Bildungsqualität des NDS wird grundsätzlich als sehr gut beurteilt. Allerdings scheint der Einstieg in das jeweilige NDS eine Herausforderung zu sein. Moniert werden teilweise mangelnde Kenntnisse in den Bereichen Anatomie, Physiologie, Pathophysiologie und Pharmakologie, die den NDS-Studierenden von ihrer Vorbildung fehlen. Ausserdem zeigte sich, dass die Anästhesiepflege in Bezug auf die Lernverarbeitung im Vorteil zu sein scheint – vermutlich, weil der Anästhesiebetrieb mehrheitlich im Frühdienst erfolgt. Auch auf die Wichtigkeit einer adäquaten Lernbegleitung wird im Schlussbericht hingewiesen.

Beruf: Das Verhältnis zwischen beruflicher Belastung (psychisch, physisch, zeitlich) und Erholungsmöglichkeiten wird als sehr herausfordernd erlebt. Auch der Wechsel von Schichtdiensten – insbesondere von Spät- auf Frühdienst – stellt eine grosse Belastung dar. Oft fehlen zudem die räumlichen und zeitlichen Voraussetzungen für kurzfristige Erholungspausen während einer Schicht (z. B. geeignete Rückzugsmöglichkeiten). Der Lohnanstieg von 10 bis 15 % nach erfolgreichem Abschluss des NDS wird ebenfalls als zu gering beurteilt. Als letzter Punkt werden Führungs- und Unterstützungsprozesse kritisiert: fehlende Wertschätzung durch Führungspersonen, eine stetig zunehmende administrative Belastung, unzureichende Unterstützungsangebote bei psychisch belastenden Situationen sowie ein inadäquater Personalschlüssel.

1 Die ZGDK besteht aus allen sechs Vorstehenden der Gesundheitsdepartemente der Zentralschweizer Kantone.

Abbildung 1: Übersicht über die 6 Zentralschweizer Kantone (LU, NW, OW, SZ, UR und ZG)

Weiterbildungskapazität: Es kann vermutet werden, dass die Weiterbildungszahlen in allen drei Fachbereichen Steigerungspotenzial aufweisen. Eine quantitative Steigerung muss aber immer von qualitativen Massnahmen begleitet werden (genügend Berufsbildner:innen, genügend dipl. Expert:innen pro Schicht, Anpassung der Infrastruktur). Der Bericht empfiehlt bis 2027 eine Steigerung der Weiterbildungskapazitäten im Bereich der Notfallund Intensivpflege um 20 bis 30 %, in der Anästhesiepflege um rund 10 bis 15 %.

Sicherstellung des zukünftigen AINBedarfs als Projektziel

Der vorliegende Bericht formuliert zusätzlich 27 Handlungsempfehlungen an Zentralschweizer Akteur:innen (Bildungsanbieter, Spitäler, Branche, Berufsverband, Kantone und Krankenversicherungen), die bis zum Projektende im Jahr 2027 umgesetzt werden sollen. Den Kantonen kommt aufgrund ihrer Verantwortung für die Versorgungssicherheit die Aufgabe zu, die Umsetzung der Massnahmen zu beauftragen und zu monitorisieren. Aus diesem Grund wurde das Projekt «Förderung Berufe AIN NDS HF» von der ZGDK mit einer Projektzeit von Herbst 2023 bis Sommer 2027 initiiert. Zur Projektgruppe gehören drei Kantonsvertreter:innen (LU, NW und UR) sowie zwei externe Berater:innen. Als kantonale Pflegeverantwortliche des Kantons Luzern und dipl. Expertin Notfallpflege NDS HF darf ich dieses Projekt leiten.

Tabelle 1: Übersicht über die Weiterbildungstätigkeit in der Zentralschweiz 2022–2025

Das Projekt verfolgt das übergeordnete Ziel, den zukünftigen Bedarf an dipl. Expert:innen AIN NDS HF in der Zentralschweiz und damit die Versorgung im Bereich der Anästhesie-, Intensiv- und Notfallmedizin sicherzustellen. Dazu überprüft die Projektgruppe jährlich die Umsetzung der Handlungsempfehlungen aus dem Schlussbericht. Gleichzeitig wird der Austausch mit den beteiligten Akteur:innen und das Aufzeigen eines zeitlichen Verlaufs der Weiterbildungstätigkeiten im Zentralschweizer AIN-Bereich antizipiert.

Daten zu Arbeitsbedingungen und zur Weiterbildungstätigkeit der Spitäler

Das Projekt «Förderung Berufe AIN NDS HF» folgt einem jährlich wiederkehrenden Ablauf: Jeweils im Herbst verschickt das Projektteam eine Umfrage an alle elf Zentralschweizer Spitäler und an das Bildungszentrum XUND. Darin werden knapp 25 Fragen in drei Kategorien gestellt:

 Einstiegshürden zum NDS abbauen: Verzicht auf Rückzahlungspflicht der Studienkosten bei Scheitern oder Abbruch.

 Berufsverweildauer erhöhen: Erfassung der Zulagen (z. B. für Wochenenddienste, Pikettdienst oder kurzfristiges Einspringen); Massnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie (z. B. Schichtwahlmodelle, Kinderbetreuungsangebote, Zukauf zusätzlicher Studientage für NDS-Studierende).

 Führungs- und Unterstützungsprozesse verbessern: Angebote für Mitarbeitende in belastenden Situationen; Massnahmen zur Reduktion von Bürokratie; Strategien im

VZÄ an dipl. Expert:innen Anästhesiepflege NDS HF in Weiterbildung

VZÄ an dipl. Expert:innen Notfallpflege NDS HF in Weiterbildung

Umgang mit Gewalt; Aktivitäten zur interprofessionellen und interdisziplinären Zusammenarbeit; Angebote für Wiedereinsteiger:innen (z. B. nach längerem Mutterschaftsurlaub).

Gleichzeitig wird die Weiterbildungstätigkeit der einzelnen Spitäler erfragt: Wie viele Vollzeitäquivalente (VZÄ) an Studierenden in einem NDS AIN haben die Zentralschweizer Spitäler aktuell auf dem Stellenplan?

Aus Tabelle 1 geht hervor, dass die Weiterbildungstätigkeit in der Anästhesiepflege die empfohlene Steigerung von 10 bis 15 % bereits deutlich übertroffen hat. Für die Intensivpflege sieht der Bericht eine Steigerung von 20 bis 30 % vor. Die Zentralschweizer Intensivstationen konnten ihre Weiterbildungstätigkeiten um 21,8 % ausbauen und liegen damit auf Kurs. Entscheidend bleibt jedoch, die bisher eingeleiteten Massnahmen konsequent weiterzuverfolgen, um das Ziel auch bis 2027 zu erreichen. Einzig in der Notfallpflege konnte die empfohlene Steigerung um 20 bis 30 % (noch) nicht erreicht werden. In diesem Fachbereich braucht es in den nächsten Jahren zusätzliche Anstrengungen. Ergänzend zur Erhebung der Weiterbildungstätigkeiten werden weitere Strukturdaten erhoben, beispielsweise das Verhältnis der Anzahl Studierender zu den verfügbaren Operationssälen: → siehe Tabelle 2

Das Projektteam wertet die eingegangenen Umfragedaten im Verlauf des Winters aus. Die Ergebnisse werden im folgenden Frühling mit Vertretenden aller

Anästhesiepflege Daten 2025 (gesamte Zentralschweiz)

Anzahl betriebener Operationssäle (Jahresdurchschnitt)

VZÄ an dipl. Expert:innen Anästhesiepflege NDS HF

VZÄ an dipl. Expert:innen Anästhesiepflege NDS HF in Weiterbildung

Einschätzung der maximalen Studierendenzahl 43

elf Zentralschweizer Spitäler sowie des Bildungszentrums XUND diskutiert. Die Teilnehmenden der bisherigen Austauschtreffen schätzen die Präsentation der erhobenen Daten als gute Vergleichsgrundlage im Sinne eines Benchmarkings. Der Austausch erlaubt ihnen ausserdem, ihre eigenen Best-Practice-Beispiele im AIN-Bereich zu präsentieren oder sich von Initiativen anderer Spitäler inspirieren zu lassen.

Auf Basis der Diskussionen verfasst das Projektteam einen jährlichen Zwischenbericht an die ZGDK, die das Projekt auf diese Weise mit grossem Interesse mitverfolgt und den Projektfortschritt monitorisiert.

Erwarteter Nutzen des Projekts

Der Mangel an Expert:innen AIN NDS HF wirkt sich direkt auf Behandlungskapazität und qualität und damit auf die Überlebenschancen der Patient:innen aus. Das Projekt «Förderung Berufe AIN NDS HF» verfolgt daher zwei zentrale Ziele: die Zahl der Absolvent:innen in den AIN-NDS-Berufen zu erhöhen und zusätzlich die Berufsverweildauer zu steigern. Beide Ziele tragen dazu bei, die Versorgungssicherheit in der Anästhesie-, Intensiv- und Notfallmedizin zu stärken.

Die jährlichen Befragungen der Zentralschweizer Spitäler und des Bildungsanbieters XUND sowie der regelmässige Austausch sensibilisieren für die Bedeutung des AIN-Bereichs. Die Covid-19-Pandemie hat eindrücklich gezeigt, dass diese drei Bereiche den Flaschenhals der Gesundheitsversorgung darstellen: Funktio-

nieren sie nicht reibungslos, ist die Stabilität der gesamten Gesundheitsversorgung gefährdet.

Neben den erwarteten Verbesserungen, die das Projekt für die AIN-Pflege in der Zentralschweiz generiert, erhoffen wir uns einen Fortschritt durch die Umsetzung der Pflegeinitiative: Die Umsetzung der ersten Etappe (Ausbildungsoffensive) zielt darauf ab, 20 % mehr Pflegefachpersonen HF/ FH auszubilden – die wichtigste Zubringergruppe für die Nachdiplomstudiengänge AIN. Gleichzeitig braucht es wirkungsvolle Massnahmen, um die vorhandenen Pflegefachpersonen möglichst lange im Beruf zu halten. Darauf zielt die zweite Etappe der Pflegeinitiative ab: Einerseits mit Verbesserungen der Arbeitsbedingungen und andererseits mit der Förderung der beruflichen Entwicklung durch Reglementierung der Pflegeexpert:innen APN. Bis die Massnahmen der zweiten Etappe jedoch umgesetzt werden, dürfte es noch eine Weile dauern. Umso wichtiger erscheint es, bereits heute Verbesserungen zu initiieren.

Strukturdaten 2025 in der Anästhesiepflege in der Zentralschweiz

Referenzen

1. Merçay, C., et al. Gesundheitspersonal in der Zentralschweiz (2022). Bestand und Entwicklung, Angebot und Bedarf. Obsan Bericht 02/2022.

2. Klein, J. & Rem, M. XUND Bildung Gesundheit Zentralschweiz (21. August 2024). Pflegefachkräfte schätzen die Vielfalt ihrer Berufe [abgerufen am: 30. September 2025.] https://xund.ch/newsroom/aktuelles/news-detail/pflegefachkraefteschaetzen-die-vielfalt-ihrer-berufe/.

Kontakt

Lorena Meier

MScN, kantonale Pflegeverantwortliche und dipl. Expertin Notfallpflege NDS HF lorena.meier@lu.ch

Article en français sur: siga-fsia.ch/actuel

Tabelle 2:

Angespannte Situationen mit Eltern in der Kinderanästhesie

Und wie die Gewaltfreie Kommunikation uns dabei unterstützen kann

Die Gewaltfreie Kommunikation (GfK) stärkt durch Empathie und die bewusste Wahrnehmung von Bedürfnissen sowohl die Zusammenarbeit mit Eltern als auch im interdisziplinären und interprofessionellen Team. Insbesondere im Spitalumfeld, das von hoher Komplexität, Zeitdruck, ethischen Herausforderungen und Fachkräftemangel geprägt ist, bietet sie als Haltung und Methode wertvolle Orientierung. Darüber hinaus fördert sie durch Selbstempathie und Achtsamkeit unsere Resilienz.

Kennst du folgende Situationen?

Beispiel 1: Du befindest dich im Aufwachraum, um nach den Kindern zu sehen, bei denen du heute eine Narkose durchgeführt hast. Die Mutter von Jonas ist sichtlich aufgebracht. Mit einem aggressiven Tonfall macht sie deutlich, dass der Eingriff, der an ihrem Kind durchgeführt wurde, offenbar von dem abweicht, über den sie zuvor aufgeklärt worden ist. Die zuständige Chirurgin befindet sich noch im OP und ist momentan nicht erreichbar, um Fragen zu beantworten.

Beispiel 2: Du hast alle Vorbereitungen für die Anästhesie von Paula abgeschlossen und informierst die Station, dass das Kind nun in den Operationssaal gebracht werden kann. Paula trifft gut prämediziert und ruhig in der Vorbereitung ein, begleitet von ihrem Vater, der sichtlich nervös und besorgt wirkt. Du lagerst Paula behutsam auf den OP-Tisch und installierst die notwendigen Überwachungsgeräte. Aufgrund einer Verzögerung bei einem vorhergehenden Eingriff muss Paula jedoch noch für kurze Zeit

warten, bevor die Narkose eingeleitet werden kann. Der Vater zeigt wenig Verständnis für die Situation. In einem aufgebrachten Ton äussert er, dass das Warten eine Zumutung sei, insbesondere da es sich um ein Kind handelt, das bereits längere Zeit nichts gegessen oder getrunken hat. Wie reagierst du in diesen angespannten Situationen? Wie kannst du die Kommunikation deeskalierend gestalten, während du gleichzeitig professionell bleibst?

Konflikte und ihre Folgen

Konflikte zwischen Gesundheitsfachpersonen und Eltern in der Kinderklinik werden zu einem immer wichtigeren Phänomen. Die Gründe dafür sind vielfältig und haben einerseits mit der Komplexität der Erkrankungen und medizinischen Therapien, den unsicheren Prognosen, der Involvierung diverser Disziplinen und Professionen, und andererseits mit den hohen Erwartungen, den teilweise negativen Erfahrungen sowie auch den unterschiedlichen kulturellen Hintergründen und reli-

giösen Ansichten der Eltern zu tun (1,2,3). In verschiedenen Studien ist beschrieben, dass von den Angehörigen wahrgenommene Konflikte sich hauptsächlich auf die Kommunikation mit Gesundheitsfachpersonen beziehen (4,5,6).

Das Konfliktgeschehen wirkt sich auf alle Konfliktparteien negativ aus. Für die Eltern bedeuten Konflikte eine ungenügende familienzentrierte Betreuung, Misstrauen, Missverständnisse und Unzufriedenheit. Es kann zu höheren Raten an Angstzuständen, Depressionssyndromen sowie erschwerten Trauerzuständen kommen (7). Für die Gesundheitsfachpersonen sind Konflikte am Arbeitsplatz mit einer hohen Rate an Burn-out sowie Personalabwesenheit assoziiert. Konflikte haben einen negativen Einfluss auf die Patientensicherheit und führen zudem zu einer Zunahme der Gesundheitskosten (8,9).

Eine durchgeführte Konfliktanalyse einer pädiatrischen Intensivstation hat ergeben, dass 74 % der Mitarbeitenden mindestens einen Konflikt während zwei Arbeitswochen selbst erlebt oder wahrgenommen haben. Dabei betrug der Anteil an Konflikten zwischen den Gesundheitsfachpersonen und den Eltern 35 %. Die am häufigsten genannte Ursache für Konflikte mit den Eltern waren Kommunikationsstörungen (10).

Gewaltfreie Kommunikation im Gesundheitswesen

Marshall B. Rosenberg, ein US-amerikanischer Psychologe und Mediator, entwickelte in den 60er Jahren die Gewaltfreie Kommunikation (GfK) mit dem Ziel eines verbindenden Umgangs miteinander und der konstruktiven Klärung von Konflikten. Im Mittelpunkt der GfK stehen das einfühlsame Zuhören und das ehrliche Ausdrücken, das heisst das Lernen, auf die eigenen und fremden Bedürfnisse einzugehen, um so Mitgefühl zu entwickeln. Die primäre Absicht der GfK ist es, eine empathische, einfühlsame Verbindung zwischen den Menschen zu fördern (11).

«Dennerst,wennwireineVerbindungzu denElternhergestellthabenundsiesich verstanden und gehört fühlen, können InformationenaufderSachebeneausgetauscht werden. Solange sie von Trauer, Wut oder Aggression überwältigt sind, hörensieunsgarnichtzu.»(10)

Die Auseinandersetzung mit Gefühlen und Bedürfnissen begleitet uns täglich in der Zusammenarbeit und in der Kommunikation mit Eltern im Kinderspital. Rosenberg schreibt: «It allows us to realize that all form of judgement, whether towards ourselves or others, as well as feelings such as anger or depression, are tragic expressions of unmet needs» (12). Die Erkenntnis, dass hinter negativen Äusserungen, Angriffen, Forderungen und aggressivem Verhalten immer ein unerfülltes Bedürfnis steht, macht es viel einfacher, auf diese unangenehmen Verhaltensweisen der Eltern zu reagieren. Alles, was wir tun und sagen, zielt darauf ab, unsere Bedürfnisse zu befriedigen. Wir haben alle mehr oder weniger die gleichen Bedürfnisse, aber wir haben unterschiedliche Strategien, diese zu befriedigen. Sears beschreibt dies sehr treffend: «Wenn man im Gesundheitswesen arbeitet und diese Dynamik nicht versteht, kann die Pflege kranker Menschen zum Minenfeld werden. […] wird man für Patient:innen und ihre Angehörigen zur Zielscheibe, wenn sie unbewusst versuchen, Empathie zu bekommen. Wenn man versteht, dass sie um Empathie bitten, indem sie Vorwürfe machen, hat man

eine bessere Chance, ihren Bedürfnissen gerecht zu werden und ihr Verhalten nicht persönlich zu nehmen.» (13)

«Jede Kritik, jedes Urteil, jede Diagnose undjedeÄusserungvonWutistdertragische Ausdruck eines unerfüllten Bedürfnisses.»(MarshallB.Rosenberg)

Bereits vor 27 Jahren formulierte Rosenberg die vielversprechenden Wirkungen der Gewaltfreien Kommunikation bei Ärzt:innen und Pflegepersonal: «The purpose of this presentation is to offer to health care providers and patients some tools to deal with their feelings and restore effective, compassionate and fulfilling communication.» (12)

Verschiedene Studien haben gezeigt, dass die Gewaltfreie Kommunikation ein wirksames Mittel ist, um die Empathie für sich selbst und andere sowie die emotionalen und zwischenmenschlichen Fähigkeiten von Gesundheitsfachpersonen zu fördern (14,15,16,17,18). Die Fähigkeit, eigene und fremde Gefühle sowie Bedürfnisse zu erkennen und entsprechend empathisch zu handeln, sind Kernelemente der Konfliktkompetenz (19). Eine kürzlich auf einer pädiatrischen Intensivstation durchgeführte Studie konnte aufzeigen, dass eine gezielte Schulung der Gesundheitsfachpersonen in Gewaltfreier Kommunikation massgeblich zur Stärkung ihrer Konfliktkompetenz beigetragen hat (10).

Bedürfnisse – Diamanten der GfK Wenn ein Kind erkrankt und hospitalisiert wird, erfolgt die Betreuung in erster Linie durch Gesundheitsfachpersonen. Die Entscheidungen über Therapien und Massnahmen liegen vorwiegend in der Verantwortung von Ärzt:innen und Pflegenden. Dadurch bleibt das Bedürfnis der Eltern nach Autonomie, Freiheit und Selbstbestimmung häufig unerfüllt. Auch ihr Streben nach Sicherheit ist beeinträchtigt, da sie nicht wissen, was der nächste Tag bringt und wie sich der Gesundheitszustand ihres Kindes entwickeln wird. Zudem werden ihre grundlegenden körperlichen Bedürfnisse wie Schlaf, Rückzug, Privatsphäre, Gesundheit, Heilung und Lebenserhaltung tagtäglich beeinträchtigt. Da viele Eltern Tag und Nacht am Krankenbett wachen, ist ein erholsamer Schlaf kaum möglich. Auch die Krankenhausumgebung erschwert es erheblich, Distanz und Privatsphäre zu wahren.

«DieGfKhilftuns,dieunerfülltenBedürfnisse unseres Gegenübers, aber auch unsere eigenen unerfüllten Bedürfnisse zu erkennen. Alles, was wir denken, fühlen oder wie wir handeln, wird durch unsereBedürfnissebestimmt.»(10)

Abbildung 1: Mögliche unerfüllte Bedürfnisse von Eltern, deren Kind hospitalisiert ist

Die Bedürfnisse nach Empathie, Verständnis, Unterstützung, Ehrlichkeit, Respekt, Kontakt, Akzeptanz, Offenheit, Vertrauen, Toleranz und Zusammenarbeit prägt die Interaktion der Eltern mit uns Gesundheitsfachpersonen, bleiben jedoch teilweise unbefriedigt. Eltern möchten mit ihren Ängsten und Sorgen verstanden werden und bei der Verarbeitung der belastenden Situation unterstützt werden. Sie wünschen sich eine ehrliche und offene Kommunikation sowie einen kontinuierlichen Kontakt zu uns und ihrem Kind. Ebenso erwarten sie, dass ihre Gefühle von Wut und Trauer anerkannt und akzeptiert werden. Sie möchten, dass Verständnis dafür gezeigt wird, dass sie nicht immer alles sofort nachvollziehen können, was ihnen erklärt wird. Schliesslich wünschen sie sich Toleranz für ihre Emotionen und möchten bei medizinischen Entscheidungen einbezogen werden.

Wenn man sich all diese unerfüllten Bedürfnisse bewusst macht, ist es nicht verwunderlich, dass Eltern ängstlich, besorgt, unzufrieden, wütend, aggressiv, belastet oder frustriert sind. Wenn es uns also gelingt, hinter dem negativen Verhalten der Eltern deren unerfüllte Bedürfnisse zu erkennen, dann haben wir die Möglichkeit, auf diese einzugehen und sie anzuerkennen. Die Eltern fühlen sich ge-

hört und verstanden und Vertrauen kann entstehen. Dadurch können Spannungen und Konflikte konstruktiv bearbeitet werden, Dialoge unter herausfordernden Bedingungen werden wieder möglich und es entsteht eine engere Verbindung mit den Eltern. Leider ist es oft nicht möglich, ihre unerfüllten Bedürfnisse zu erfüllen. Wenn es uns jedoch gelingt, diese zu erkennen, zu akzeptieren und anzusprechen, dann erfüllen wir eine grosse Sehnsucht nach Verständnis und Zuhören.

Durch das Erkennen von Bedürfnissen und der Entwicklung von Empathie unterstützt uns die Gewaltfreie Kommunikation nicht nur in der Kommunikation und Zusammenarbeit mit den Eltern, sondern auch im interprofessionellen und interdisziplinären Team. Gerade im Krankenhausumfeld mit hoher Komplexität, Zeitdruck, ethischen Herausforderungen, Krisen, Trauer und Tod kann die GfK als Haltung und Methode wertvolle Orientierung geben. Durch eine achtsame und wertschätzende Kommunikation mit uns selbst stärkt sie mittels Selbstempathie unsere Resilienz – ein Aspekt, der angesichts des Fachkräftemangels zunehmend an Bedeutung gewinnt. Auf organisatorischer Ebene können Konflikte effizienter bewältigt, Ressourcen geschont und das Risiko von Beschwerden oder rechtlichen Auseinandersetzungen verringert werden.

Wie funktioniert die GfK?

Die Gewaltfreie Kommunikation basiert auf einem humanistischen, wertschätzenden Menschenbild, welches annimmt, dass Menschen grundsätzlich gut handeln und ihre Handlungen primär der Befriedigung eigener Bedürfnisse dienen. Der Kern der Gewaltfreien Kommunikation besteht in einer empathischen Haltung. Mithilfe der folgenden vier Schritte der GfK lässt sich diese Haltung sprachlich ausdrücken:

 Zunächst beobachten wir, was in einer Situation passiert. Dabei ist es von grosser Bedeutung, Beobachtungen von Bewertungen zu trennen. Rosenberg schreibt: «Wenn wir die Beobachtung mit einer Bewertung verknüpfen, vermindern wir die Wahrscheinlichkeit, dass andere das hören, was wir sagen wollen. Sie neigen dann eher dazu, Kritik zu hören, und wehren so ab, was wir eigentlich sagen wollen.» (11).

 Im zweiten Schritt bringen wir unsere eigenen Gefühle oder jene zum Ausdruck, die wir bei unserem Gegenüber wahrnehmen, je nachdem, ob wir uns selbst ehrlich mitteilen oder unserem Gegenüber empathisch begegnen wollen.

 Im dritten Schritt benennen wir die vermuteten Bedürfnisse. Dabei helfen uns die Gefühle, die zugrunde liegenden Bedürfnisse zu erkennen. Ange-

Abbildung 2: Die 4 Schritte der Gewaltfreien Kommunikation

nehme Gefühle weisen auf erfüllte, unangenehme auf unerfüllte Bedürfnisse hin.

 Im vierten Schritt formulieren wir eine Bitte, die die Bedürfnisse aller Beteiligten berücksichtigt.

Diese vier Schritte bilden einen klaren Ablauf, um Gefühle und Bedürfnisse wertfrei auszudrücken und Lösungen gemeinsam zu finden.

Zurück zu den beiden Beispielsituationen zu Beginn dieses Artikels: Wie können wir nun mit der Haltung der Gewaltfreien Kommunikation auf die unangenehmen Äusserungen und Verhaltensweisen der Eltern reagieren?

Unsere Automatismen führen meist dazu, dass wir uns angegriffen fühlen, die Aussagen der Eltern persönlich nehmen und uns dementsprechend erst einmal verteidigen – es ist ja nicht unsere Schuld, wenn die Chirurgin etwas anderes gesagt hat, oder wenn die OP länger als geplant dauert und Paula darum noch etwas warten muss. In den beiden beschriebenen Situationen würden wir uns wahrscheinlich verteidigen. Im ersten Beispiel würden wir darauf hinweisen, dass wir selbst dazu keine Auskunft geben können. Wir würden jedoch die Chirurgin informieren, damit sie möglichst zeitnah in den Aufwachraum kommt, die Situation klärt und die Fragen der Mutter beantwortet. Auch im zweiten Beispiel würden wir vermutlich darauf hinweisen, dass Operationen manchmal länger dauern als geplant und Paula sich daher etwas gedulden muss. Wie die Eltern auf solche Äusserungen reagieren, weisst du – sie werden vermutlich nicht besänftigt sein, weil sie sich nicht wirklich gehört fühlen.

«Die GfK umfasst 4 Schritte – die wertfreie Beobachtung einer Situation, das Erkennen der damit verbundenen Gefühle, das Verstehen, wie diese Gefühle auf erfüllte oder unerfüllte Bedürfnisse hinweisen, und das klare Formulieren einer Bitte, um die Bedürfnisse aller Beteiligtenzuberücksichtigen,ohneForderungenzustellen.»(10)

Mit der Haltung der Gewaltfreien Kommunikation versuchen wir, die Gefühle und die dahinterliegenden unerfüllten Bedürfnisse zu erkennen, die sich in den negativen Äusserungen widerspiegeln:

Die Mutter scheint besorgt und verärgert, weil nicht der Eingriff durchgeführt wurde, über den sie aufgeklärt wurde. Wahrscheinlich sind die Bedürfnisse nach Klarheit, Verbindlichkeit und Vertrauen nicht erfüllt. Sie benötigt Klarheit darüber, was genau operiert wurde und warum vom Plan abgewichen wurde. Verbindlichkeit, weil eben nicht der vereinbarte Eingriff durchgeführt wurde. Und Vertrauen, weil sich die Chirurgin nicht an die Abmachung gehalten hat und die Mutter auch nicht im Vorfeld darüber informiert hat. Wir könnten unsere Wahrnehmung zum Beispiel wie folgt äussern: «Ok, ich sehe, Sie sind etwas besorgt und verärgert. Brauchen Sie vielleicht Klarheit darüber, was genau operiert wurde und warum vom Plan abgewichen wurde? Haben Sie jetzt auch ein bisschen das Vertrauen verloren? Ist es in Ordnung, wenn ich der Chirurgin Bescheid gebe, dass sie möglichst bald bei Ihnen vorbeikommt?»

Der Vater kommt schon nervös und besorgt in die Vorbereitung. Hier spielen Mangel an Kontrolle, Autonomie und Sicherheit eine grosse Rolle. Er muss die Fürsorge für sein Kind in fremde Hände geben und weiss nicht, wie die Narkose und Operation verlaufen werden. Dass er die Verzögerung nicht versteht, spiegelt eher seine Angst und Sorge um Paula wider. Wir könnten wie folgt reagieren: «Sind Sie besorgt und auch ein bisschen nervös, weil Sie Paula nun bei

uns lassen müssen und nicht wissen, wie es hier abläuft? Was würde Ihnen helfen, die Wartezeit etwas erträglicher zu gestalten?»

Mit diesen Worten und der Haltung der GfK auf die Eltern zu reagieren, klingt für dich wahrscheinlich zunächst etwas befremdlich – mir ging es genauso. Bisher habe ich jedoch nur gute Erfahrungen gemacht und es ist mir immer gelungen, angespannte Situationen zu deeskalieren.

In der Kinderanästhesie entstehen Konflikte mit den Eltern häufig aufgrund von Kommunikationsstörungen und unerfüllten Bedürfnissen. Die Gewaltfreie Kommunikation bietet mit Empathie und ihren vier Schritten einen klaren Rahmen für respektvolle, deeskalierende Gespräche. Sie stärkt das Vertrauen, fördert unsere Resilienz und erleichtert die interprofessionelle und interdisziplinäre Zusammenarbeit im belastenden Umfeld des Spitals.

Referenzen

Referenzen auf siga-fsia.ch

Kontakt

Dr. med. Bianca Kreiter Mediatorin FSM, FMH Anästhesiologie, FMH Intensivmedizin Oberärztin, Abteilung für pädiatrische Intensivbehandlung, Universitätsklinik für Kinderheilkunde, Inselspital, Bern bianca.kreiter@insel.ch www.medi4medi.ch

Situations tendues avec les parents en anesthésie pédiatrique

Et comment la communication non violente peut nous aider dans ce domaine

La communication non violente (CNV) renforce la collaboration avec les parents ainsi que la coopération au sein d'équipes interdisciplinaires et interprofessionnelles grâce à l'empathie et à la perception consciente des besoins. Dans le milieu hospitalier, caractérisé par une grande complexité, des contraintes de temps, des défis éthiques et une pénurie de personnel qualifié, elle offre une orientation précieuse en tant qu'attitude et méthode. De plus, elle favorise notre résilience grâce à l'auto-empathie et à la pleine conscience.

Connais-tu les situations suivantes?

Exemple 1: tu te trouves dans la salle de réveil pour voir les enfants que tu as anesthésiés aujourd'hui. La mère de Jonas est visiblement bouleversée. D'un ton agressif, elle fait clairement comprendre que l'intervention pratiquée sur son enfant diffère manifestement de celle qui lui avait été expliquée au préalable. La chirurgienne responsable est encore au bloc opératoire

et n'est pas disponible pour répondre aux questions pour le moment.

Exemple 2: Tu as terminé tous les préparatifs pour l'anesthésie de Paula et tu informes le service que l'enfant peut maintenant être emmenée en salle d'opération. Paula arrive bien prémédiquée et calme dans la salle de préparation, accompagnée de son père, qui semble visiblement nerveux et inquiet. Tu installes Paula avec

précaution sur la table d'opération et mets en place les appareils de surveillance nécessaires. En raison d'un retard dans une intervention précédente, Paula doit toutefois attendre encore un peu avant que l'anesthésie puisse être administrée. Le père se montre peu compréhensif face à la situation. D'un ton agacé, il déclare que cette attente est intolérable, d'autant plus qu'il s'agit d'une enfant qui n'a rien mangé ni bu depuis longtemps.

Comment réagis-tu dans ces situations tendues? Comment peux-tu apaiser la communication tout en restant professionnel?

Les conflits et leurs conséquences

Les conflits entre les professionnel-le-s de santé et les parents dans les services pédiatriques sont un phénomène de plus en plus important. Les raisons en sont multiples et tiennent, d'une part, à la complexité des maladies et des traitements

médicaux, à l'incertitude des pronostics, à l'implication de diverses disciplines et professions et, d'autre part, aux attentes élevées, aux expériences parfois négatives ainsi qu'aux différences culturelles et religieuses des parents (1,2,3). Plusieurs études montrent que les conflits perçus par les proches concernent principalement la communication avec les professionnels de santé (4,5,6).

Les conflits ont un impact négatif sur toutes les parties concernées. Pour les parents, ils sont synonymes de prise en charge insuffisante centrée sur la famille, de méfiance, de malentendus et d'insatisfaction. Ils peuvent entraîner une augmentation des taux d'anxiété, des syndromes dépressifs et des états de deuil difficiles (7). Pour les professionnel-le-s de santé, les conflits sur le lieu de travail sont associés à un taux élevé d'épuisement professionnel et d'absentéisme. Les conflits ont une influence négative sur la sécurité des patient-e-s et entraînent également une augmentation des coûts de santé (8,9). Une analyse des conflits menée dans une unité de soins intensifs pédiatriques a révélé que 74 % des employés avaient euxmêmes vécu ou perçu au moins un conflit au cours de deux semaines de travail. La proportion de conflits entre les professionnel-le-s de santé et les parents était de 35 %. La cause la plus fréquemment citée pour les conflits avec les parents était les problèmes de communication (10).

Communication non violente dans le domaine de la santé

Marshall B. Rosenberg, psychologue et médiateur américain, a développé dans les années 60 la communication non violente dans le but de favoriser les relations interpersonnelles et la résolution constructive des conflits. La CNV repose sur l'écoute empathique et l'expression sincère, c'est-à-dire l'apprentissage de la prise en compte de ses propres besoins et de ceux des autres afin de développer de la compassion. L'objectif premier de la CNV est de favoriser une relation empathique et compréhensive entre les personnes (11).

«Car ce n'est qu'une fois que nous avons établi un lien avec les parents et qu'ils se sentent compris et écoutés que des informations factuelles peuvent être échangées. Tant qu'ils sont submergés parlatristesse,lacolèreoul'agressivité, ilsnenousécoutentpas.»(10)

La confrontation avec les sentiments et les besoins nous accompagne quotidiennement dans notre collaboration et notre communication avec les parents à l'hôpital pédiatrique. Rosenberg écrit: «Cela nous permet de réaliser que toute forme de jugement, que ce soit envers nous-mêmes ou envers les autres, ainsi que des sentiments tels que la colère ou la dépression, sont des expressions tragiques de besoins non satisfaits» (12). Le fait de savoir que derrière les remarques négatives, les attaques, les exigences et les comportements agressifs se cache toujours un besoin non satisfait rend beaucoup plus facile la réaction à ces comportements désagréables des parents. Tout ce que nous faisons et disons vise à satisfaire nos besoins. Nous avons tous plus ou moins les mêmes besoins, mais nous avons des stratégies différentes pour les satisfaire. Sears décrit cela de manière très pertinente: «Si vous travaillez dans le secteur de la santé et que vous ne comprenez pas cette dynamique, soigner des personnes malades peut devenir un terrain miné. [...] vous devenez la cible des patiente-s et de leurs proches lorsqu'ils tentent inconsciemment d'obtenir de l'empathie. Si vous comprenez qu'ils demandent de l'empathie en vous reprochant quelque chose, vous avez plus de chances de répondre à leurs besoins et de ne pas prendre leur comportement personnellement.» (13)

«Chaque critique, chaque jugement, chaque diagnostic et chaque expression de colère est l'expression tragique d'un besoin non satisfait.» (Marshall B. Rosenberg)

Il y a déjà 27 ans, Rosenberg formulait les effets prometteurs de la communication non violente chez les médecins et le personnel soignant: «L'objectif de cette présentation est d'offrir aux prestataires de soins de santé et aux patient-e-s des

outils pour gérer leurs sentiments et rétablir une communication efficace, compatissante et épanouissante.» (12)

Diverses études ont montré que la communication non violente est un moyen efficace de promouvoir l'empathie envers soi-même et les autres, ainsi que les compétences émotionnelles et interpersonnelles des professionnel-le-s de la santé (14,15,16,17,18). La capacité à reconnaître ses propres sentiments et besoins ainsi que ceux des autres et à agir avec empathie en conséquence sont des éléments clés de la compétence en matière de gestion des conflits (19).

Une étude récente menée dans une unité de soins intensifs pédiatriques a montré qu'une formation ciblée des professionnelle-s de santé à la communication non violente a contribué de manière significative à renforcer leur compétence en matière de gestion des conflits (10).

Les besoins – les diamants de la CNV Lorsqu'un enfant tombe malade et est hospitalisé, il est principalement pris en charge par des professionnel-le-s de la santé. Les décisions concernant les traitements et les mesures à prendre relèvent principalement de la responsabilité des médecins et du personnel soignant. De ce fait, le besoin d'autonomie, de liberté et d'autodétermination des parents reste souvent insatisfait. Leur quête de sécurité est également compromise, car ils ne savent pas ce que leur réserve le lendemain ni comment l'état de santé de leur enfant va évoluer. De plus, leurs besoins physiques fondamentaux tels que le sommeil, le repos, l'intimité, la santé, la guérison et la survie sont quotidiennement compromis. Comme de nombreux parents veillent jour et nuit au chevet de leur enfant, il leur est pratiquement impossible de dormir paisiblement. L'environnement hospitalier rend également très difficile le maintien d'une certaine distance et d'une vie privée.

«La CNV nous aide à reconnaître les besoins non satisfaits de notre interlocuteur,maisaussinospropresbesoinsnon satisfaits. Tout ce que nous pensons, ressentonsoufaisonsestdéterminépar nosbesoins.»(10)

Les besoins d'empathie, de compréhension, de soutien, d'honnêteté, de respect, de contact, d'acceptation, d'ouverture, de confiance, de tolérance et de coopération caractérisent l'interaction des parents avec nous, professionnel-le-s de la santé, mais restent en partie insatisfaits. Les parents souhaitent que leurs craintes et leurs inquiétudes soient comprises et qu'on les aide à surmonter cette situation difficile. Ils souhaitent une communication honnête et ouverte ainsi qu'un contact permanent avec nous et leur enfant. Ils attendent également que leurs sentiments de colère et de tristesse soient reconnus et acceptés. Ils souhaitent que l'on comprenne qu'ils ne peuvent pas toujours comprendre immédiatement tout ce qui leur est expliqué. Enfin, ils souhaitent que leurs émotions soient tolérées et souhaitent être impliqués dans les décisions médicales.

Lorsque l'on prend conscience de tous ces besoins non satisfaits, il n'est pas étonnant que les parents soient anxieux, inquiets, insatisfaits, en colère, agressifs, stressés ou frustrés. Si nous parvenons à identifier les besoins non satisfaits qui se cachent derrière le comportement négatif des parents, nous avons alors la possibilité d'y répondre et de les reconnaître. Les parents se sentent écoutés et compris, et la confiance peut s'installer. Cela permet de gérer les tensions et les conflits de manière constructive, de renouer le dialogue dans des conditions difficiles et de créer un lien plus étroit avec les parents. Malheureusement, il n'est souvent pas possible de répondre à leurs besoins non

satisfaits. Cependant, si nous parvenons à les identifier, à les accepter et à les aborder, nous répondons à un profond besoin de compréhension et d'écoute.

En identifiant les besoins et en développant l'empathie, la communication non violente nous aide non seulement dans la communication et la coopération avec les parents, mais aussi au sein de l'équipe interprofessionnelle et interdisciplinaire. Dans le milieu hospitalier, caractérisé par une grande complexité, des contraintes de temps, des défis éthiques, des crises, le deuil et la mort, la CNV peut être une orientation précieuse en tant qu'attitude et méthode. Grâce à une communication attentive et respectueuse avec nousmêmes, elle renforce notre résilience par l'auto-empathie, un aspect qui prend de plus en plus d'importance compte tenu de la pénurie de main-d'œuvre qualifiée. Au niveau organisationnel, elle permet de gérer plus efficacement les conflits, de préserver les ressources et de réduire le risque de plaintes ou de litiges juridiques.

Comment fonctionne la CNV?

La communication non violente repose sur une vision humaniste et respectueuse de l'être humain, qui part du principe que les gens agissent fondamentalement bien et que leurs actions servent principalement à satisfaire leurs propres besoins. Le cœur de la communication non violente réside dans une attitude empathique. Les quatre étapes suivantes de la CNV permettent d'exprimer cette attitude par le langage:  Tout d'abord, nous observons ce qui se passe dans une situation. Il est

très important de séparer les observations des évaluations. Rosenberg écrit: «Lorsque nous associons l'observation à une évaluation, nous réduisons la probabilité que les autres entendent ce que nous voulons dire. Ils ont alors tendance à entendre la critique et rejettent ainsi ce que nous voulons réellement dire.» (11).

 Dans un deuxième temps, nous exprimons nos propres sentiments ou ceux que nous percevons chez notre interlocuteur, selon que nous voulons nous exprimer honnêtement ou faire preuve d'empathie envers notre interlocuteur.

 Dans un troisième temps, nous nommons les besoins présumés. Nos sentiments nous aident à identifier les besoins sous-jacents. Les sentiments agréables indiquent des besoins satisfaits, les sentiments désagréables indiquent des besoins non satisfaits.

 Dans un quatrième temps, nous formulons une demande qui tient compte des besoins de toutes les parties concernées.

Ces quatre étapes constituent un processus clair permettant d’exprimer les sentiments et les besoins de manière impartiale et de trouver ensemble des solutions. Revenons aux deux exemples cités au début de cet article: comment pouvons-nous réagir aux propos et comportements désagréables des parents en adoptant une attitude de communication non violente?

Nos automatismes nous poussent généralement à nous sentir agressés, à prendre les propos des parents personnellement et à nous défendre en conséquence –après tout, ce n'est pas notre faute si la chirurgienne a dit autre chose ou si l'opération dure plus longtemps que prévu et que Paula doit donc attendre encore un peu. Dans les deux situations décrites, nous nous défendrions probablement. Dans le premier exemple, nous ferions remarquer que nous ne pouvons pas donner d'informations à ce sujet. Nous informerions toutefois la chirurgienne afin qu'elle se rende dans la salle de réveil dès que possible pour clarifier la situation et répondre aux questions de la mère. Dans

Figure 2: Les 4 étapes de la communication non violente

le deuxième exemple, nous indiquerions probablement que les opérations durent parfois plus longtemps que prévu et que Paula doit donc patienter un peu. Vous savez comment les parents réagissent à de telles déclarations: ils ne seront probablement pas apaisés, car ils ne se sentent pas vraiment écoutés.

«La CNV comprend 4 étapes: l'observationneutred'unesituation,lareconnaissance des sentiments qui y sont associés, la compréhension de la manière dont ces sentiments indiquent des besoins satisfaits ou insatisfaits, et la formulation claire d'une demande afin de prendreencomptelesbesoinsdetoutes lespersonnesconcernées,sansimposer d'exigences.»(10)

Avec l'approche de la communication non violente, nous essayons d'identifier les sentiments et les besoins insatisfaits qui se cachent derrière les remarques négatives: La mère semble inquiète et contrariée parce que l'intervention qui lui avait été expliquée n'a pas été réalisée. Ses besoins de clarté, d'engagement et de confiance ne sont probablement pas satisfaits. Elle a besoin de clarté sur ce qui a été opéré exactement et pourquoi on s'est écarté du

plan. Elle a besoin d'engagement, car l'intervention convenue n'a pas été réalisée. Et elle a besoin de confiance, car la chirurgienne n'a pas respecté l'accord et n'en a pas informé la mère à l'avance. Nous pourrions exprimer notre perception comme suit, par exemple: «D'accord, je vois que vous êtes un peu inquiète et contrariée. Avez-vous besoin de savoir exactement quelle opération a été pratiquée et pourquoi on s'est écarté du plan initial? Avezvous perdu un peu confiance? Puis-je demander à la chirurgienne de venir vous voir dès que possible?»

Le père arrive déjà nerveux et inquiet dans la salle de préparation. Le manque de contrôle, d'autonomie et de sécurité joue ici un rôle important. Il doit confier les soins de son enfant à des inconnus et ne sait pas comment se dérouleront l'anesthésie et l'opération. Le fait qu'il ne comprenne pas le retard reflète plutôt sa peur et son inquiétude pour Paula. Nous pourrions réagir comme suit: «Êtes-vous inquiet et aussi un peu nerveux parce que vous devez maintenant laisser Paula chez nous et que vous ne savez pas comment les choses se passent ici? Qu'est-ce qui vous aiderait à rendre l'attente un peu plus supportable?»

Réagir aux parents avec ces mots et l'attitude de la CNV peut vous sembler un peu

étrange au premier abord – j'ai réagi de la même manière. Jusqu'à présent, je n'ai toutefois eu que de bonnes expériences et j'ai toujours réussi à désamorcer les situations tendues.

En anesthésie pédiatrique, les conflits avec les parents sont souvent dus à des problèmes de communication et à des besoins non satisfaits. La communication non violente, avec son empathie et ses quatre étapes, offre un cadre clair pour des conversations respectueuses et apaisantes. Elle renforce la confiance, favorise notre résilience et facilite la collaboration interprofessionnelle et interdisciplinaire dans l'environnement stressant de l'hôpital.

Références

Références sur siga-fsia.ch

Contact

Dr Bianca Kreiter

Médiatrice FSM, FMH Anesthésiologie, FMH Médecine intensive Médecin-cheffe, Service de soins intensifs pédiatriques, Clinique universitaire de pédiatrie, Hôpital de l'Île, Berne bianca.kreiter@insel.ch www.medi4medi.ch

Abstract zur Diplomarbeit

Intranasale Prämedikation in der Kinderanästhesie

Die Autorin untersucht in ihrer Diplomarbeit die intranasale Prämedikation in der Kinderanästhesie und geht der Frage nach, unter welchen Voraussetzungen eine Prämedikation sinnvoll ist und welche Medikamente sich für die nasale Applikation eignen. Das nachfolgende Abstract fasst die Ergebnisse zusammen.

Das Ziel der Arbeit ist, herauszufinden, ob es Vorteile gibt, wenn bei Kindern die Prämedikation nasal verabreicht wird. Die Frage, ob eine Prämedikation bei Kindern nötig ist, wird unter den Aspekten «Anwesenheit der Eltern» und «Beziehung zum Fachpersonal» unter Einbezug von Alter und Temperament des Kindes beleuchtet. Zudem werden die Medikamente Midazolam, Esketamin, Dexmedetomidin und Clonidin untereinander verglichen. Dazu wird die Dosierung, der Zeitpunkt der Verabreichung, die Wirkung und die postoperative Erholungszeit eruiert. Als Grundlage dienen Studien zur intranasalen Verabreichung von Prämedikationsmedikamenten. Eine Vergleichsstudie von Dexmedetomidin und Fachartikel werden ebenfalls als Quelle genutzt sowie einige Fachbücher aus Pädiatrie und Anästhesie.

Die Resultate lassen einen gewissen Spielraum zu: Ob eine Prämedikation nötig ist, ist individuell unter den eingebundenen Personen zu klären. Es ist die Aufgabe des Arztes oder der Ärztin der Prämedikationsvisite, anhand von Alter und Temperament des Kindes und unter Einbezug der Eltern und ihrer Ängstlichkeit eine passende Prämedikation zu eruieren. Ebenso sollten etwaige kindliche Erfahrungen mit Prämedikationsmedikamenten

berücksichtigt werden. Es kann zudem nötig sein, das Kind am Operationstag im Vorbereitungsraum erneut zu prämedizieren, sollte die primäre Verabreichung keine befriedigende Wirkung zeigen. Oder es kann sein, dass die Eltern und der/die Ärzt:in sich ursprünglich gegen eine Prämedikation entschieden haben und später doch eine nötig wird. Dafür steht mit dem MAD™ ein gewinnbringendes Hilfsmittel zur intranasalen Gabe zur Verfügung.

Für Midazolam kann für die nasale Verabreichung aufgrund des Brennens keine Empfehlung abgegeben werden. Esketamin und Dexmedetomidin eignen sich gut für die intranasale Verabreichung, wobei die Grenze der nasalen Resorptionsfähigkeit die Dosierung von Esketamin aufgrund seiner geringeren Konzentration limitiert. Clonidin ist durchaus zur nasalen Verabreichung geeignet, die unerwünschten Wirkungen müssen jedoch sehr gut mit dem Nutzen von Clonidin abgewogen werden. Daher könnten aufgrund der positiven Eigenschaften von Esketamin und Dexmedetomidin bei intranasaler Gabe, zwei «neue» Medikamente und vor allem neue Applikationsarten auf die Kinder- Prämedikationsliste des Bürgerspitals aufgenommen werden.

Kontakt

Nicole Vögeli

Dipl. Expertin Anästhesiepflege NDS HF, Bürgerspital Solothurn nicole.voegeli@spital.so.ch

Die vollständige Diplomarbeit steht auf siga-fsia.ch zum Download zur Verfügung: https://siga-fsia.ch/anaesthesiepflege/ abschlussarbeiten/

Anästhesiekongress | SIGA-FSIA | Congrès d’anesthésie 18. April 2026 Kursaal Bern | Berne 18 avril 2026

Traduction française simultanée

Anästhesiekongress | SIGA-FSIA

18. April 2026 Kursaal Bern

NEU: WORKSHOPS Freitag 17. April – Anästhesie Unplugged

| (en allemand uniquement)

Mindray TE Air – Ultraschallunterstützte Gefässpunktion

12.30 – 13.00

13.00 – 16.30

16.30 – 17.30

Türöffnung und Registration Workshops mit Pausen Apéro und Networking

Thème

Türöffnung, Besuch Industrieausstellung

09.15 – 09.40 Begrüssung – News, Trends und Updates Accueil – Nouvelles, tendances et actualités

09.40 – 10.05 Vom Sinusrhythmus zum Blackout –die Playlist der Arrhythmien Du rythme sinusal au blackout –la playlist des arythmies

Anästhesie 2.0: Mit Weitblick in die Zukunft The new Airtraq Plus and Vathin Video

2.0: The new Airtraq Plus and Vathin Video

08.00 – 09.15 Türöffnung, Besuch Industrieausstellung | Ouverture des portes, visite de l’exposition industrielle

Vom Sinusrhythmus zum Blackout –la playlist des arythmies als und finden heraus, welcher Track zum Blackout führt.

In dieser Präsentation werden die häufigsten rhythmogenen Ursachen eines Blackouts als Playlist vorgestellt – vom Sinus-Hit bis zum Kammerflimmern-Klassiker. Gemeinsam mit dem Publikum interpretieren wir EKGs, diskutieren klinische Relevanz und finden heraus, welcher Track zum Blackout führt.

10.05 – 10.30 Offline – nichts geht mehr oder

10.05 – 10.30 Offline – nichts geht mehr Hors ligne – plus rien ne fonctionne

10.30 – 10.55 Systemausfall (die verschiedenen Schockformen)

Défaillance du système

Défaillance du système (les différentes formes de choc)

10.55 – 11.25

11.25 – 11.30

11.30 – 11.55

Was würde passieren, wenn unsere lebenswichtigen Infrastrukturen grossflächig ausfallen würden? Nicht nur für ein paar Minuten, sondern für Stunden oder sogar noch länger. Wie verwundbar ist dabei der Gesundheitssektor und wie können wir uns auf solche Ereignisse vorbereiten?

Eine differenzierte klinische Einschätzung ist im anästhesiologischen Alltag ent-

Der Beitrag bietet eine kompakte Zusammenfassung verschiedener Schockformen. Eine differenzierte klinische Einschätzung ist im anästhesiologischen Alltag entscheidend, um zielführende Erstmassnahmen rasch und sicher einleiten zu können.

Kaffeepause, Besuch Industrieausstellung | Pause de midi, visite de l’exposition industrielle

Posterpräsentation

Posterpräsentation

Présentation des posters

Time is brain – Stroke Time is brain – accident vasculaire cérébral

«Time brain»?

Was können wir in der Anästhesie beitragen, dass die vorgegebenen Zeiten erreicht

Warum sagt man eigentlich: «Time is brain»? Und wie viel Zeit hat man tatsächlich? Was können wir in der Anästhesie beitragen, dass die vorgegebenen Zeiten erreicht werden? Dies und das rund um den Schlaganfall.

12.00 – 12.25 Out of order – Blackout nach Hors service – Black-out après des événements

12.00 – 12.25 Out of order – Blackout nach traumatischen Ereignissen Hors service – Black-out après des événements traumatisants

12.30 – 12.55

Extreme Belastung kann vorübergehende Aussetzer verursachen, die Denken und Handeln einschränken. Bei schweren oder traumatischen Ereignissen können daraus länger andauernde Beeinträchtigungen entstehen. Der Vortrag erläutert die psychologischen Grundlagen, zeigt Ressourcen auf, wie man Blockaden löst, und wie man im Arbeitsalltag belastende Situationen positiv bewältigt.

Renales Blackout Black-out rénal

Renales Blackout

Ein plötzliches Nierenversagen kann den Unterschied machen zwischen komplikationsfreier Narkose und lebensbedrohlicher Krise. Im Vortrag geht es um den stillen Blackout eines vitalen Organs – und was wir auf der Anästhesie perioperativ tun können, bevor der Filter des Lebens endgültig versagt.

Blackout eines vitalen Organs – und was wir auf der Anästhesie können, bevor der Filter des Lebens endgültig versagt.

13.00 – 14.20 Mittagspause, Besuch Industrieausstellung | Pause de midi, visite de l’exposition industrielle

14.20 – 14.35 Short News Actualités brèves

Actualités brèves

14.35 – 15.00 Blackbox – Wenn das Gehirn verrückt spielt Boîte noire – Quand le cerveau se détraque

15.05 – 15.30

14.35 – 15.00 Blackbox – Wenn das Gehirn verrückt spielt Das Delir betrifft 10–50 % unserer Patient:innen im Anästhesie-Kontext. Dies ist braucht es pädiatrischen Reanimationen im

Worst Case Scenario – Handlungssicher bei pädiatrischen Reanimationen

Worst Case Scenario – Agir avec assurance lors de réanimations pédiatriques

15.35 – 16.00 Heldin (Film) En première ligne (film)

16.05 – 16.20 Verabschiedung, Ende der Tagung Clôture, fin du congrès

16.30 Apéro | Apéro

Ab 18.00 | Dès 18h00 Abendprogramm | Programme de la soirée

Das Delir betrifft 10–50 % unserer Patient:innen im Anästhesie-Kontext. Dies ist Grund genug zu überlegen, welchen Einfluss wir im perioperativen Setting haben. Können wir denn etwas Gutes tun? Hilft Propofol besser als Sevofluran? Oder braucht es vielleicht einen ganz anderen Ansatz?

Reanimationen bei Kindern sind selten, belastend und hochkritisch. Entscheidend sind klare Abläufe, richtige Dosierungen und effiziente Teamarbeit. Der Vortrag gibt einen Überblick, wie man strukturiert, sicher und vorbereitet im Ernstfall handelt – mit praktischen Tipps und ggf. aktuellen Aspekten für mehr Handlungssicherheit im Alltag.

Making off Heldin, online Live-Übertragung, Interview Mit Q and A auch aus dem Publikum

Making off Heldin, online Live-Übertragung, Interview Mit Q and A auch aus dem Publikum | Programme

SIGA-FSIA | Congrès d’anesthésie 18 avril 2026 Kursaal Berne

Procamed Dräger

MK-MED Medizintechnik AG

Referenten | Conférenciers

Caterina Gutersohn & Florian Strunck

Co-Präsidium SIGA-FSIA Michael John, Moderator

KD Dr. med. Micha Dambach Chefarzt Rettungsdienst Kantonsspital Luzern

Herbert Saurugg

MSc, internationaler Experte für Blackout- und Krisenvorsorge und Präsident der Gesellschaft für Krisenvorsorge Wien

Marc Schmid

Dipl. Experte Anästhesiepflege HF, Dipl. Berufsschullehrer HF Berner Bildungszentrum Pflege Bern

Dr. med. Sandra Steiger

Kantonsspital Aarau

Oberärztin mbF Anästhesie, Bereich medizinischer Querschnitt Kantonsspital Aarau

Prof. Dr. Tanja Manser

Solothurn/Olten

Direktorin Hochschule für Angewandte Psychologie FHNW Solothurn/Olten

Dr. med. Daniel Button

Dr. med. Daniel Button

Stv. Chefarzt, stv. Leiter Klinik für Anästhesiologie Kantonsspital Winterthur

Caterina Gutersohn & Florian Strunck

Co-Präsidium SIGA-FSIA

Co-Präsidium SIGA-FSIA

Florian Müller

Florian Müller

Fachleitung Pflege APN Anästhesiologie Universitätsspital Basel

Leiter Kinderanästhesie

Dr. med. Christian Both Leiter Kinderanästhesie Ostschweizer Kinderspital St. Gallen

Petra Volpe

Autorin und Regisseurin

Autorin und Regisseurin Berlin und New York

Caterina Gutersohn & Florian Strunck Co-Präsidium SIGA-FSIA

Kongressinformationen

Kongressinformationen

siga-fsia.ch/kongress

sowie zu den Kongressgebühren findest du auf unserer

Der Anästhesiekongress SIGA-FSIA ist der jährliche Fachkongress der Anästhesiepflege in der Schweiz und bietet rund 700 Teilnehmenden ein vielseitiges und praxisorientiertes Programm. Alle Informationen zum Tagesprogramm sowie zu den Kongressgebühren findest du auf unserer Kongress-Webseite.

Work-

NEU: WORKSHOPS Anästhesie Unplugged Erstmals bieten wir bereits am Freitag zusätzliche Workshops an: drei spannende, praxisrelevante und interaktive Einheiten im Kursaal Bern. Nutze diese Gelegenheit und sichere dir einen der begrenzten Teilnahmeplätze!

Abendprogramm

Abendprogramm

Jahr ins Restaurant Löscher in Bern ein – zum gemütlichen Beisammensein mit einem inkludierten Dinner.

Für das Abendprogramm am Samstag laden wir dich dieses Jahr ins Restaurant Löscher in Bern ein – zum gemütlichen Beisammensein mit einem inkludierten Dinner.

Informations sur le congrès

Informations sur le congrès

siga-fsia.ch/congres

pro-

Le Congrès d’anesthésie SIGA-FSIA est le congrès annuel de l’anesthésie infirmière en Suisse et propose à quelque 700 participant·e·s un programme varié et axé sur la pratique. Vous trouverez toutes les informations concernant le programme de la journée ainsi que les frais de participation sur notre site web du congrès.

notre site web du congrès.

NOUVEAU: ATELIERS Anesthésie Unplugged

Pour la première fois, nous proposons déjà le vendredi des ateliers supplémentaires: trois sessions captivantes, pratiques et interactives au Kursaal Berne. Veuillez noter que les workshops sont proposés uniquement en allemand.

pratiques et interactives au Kursaal Berne. Veuillez noter que

Programme du soir

Programme du soir

Pour le programme du samedi soir, nous vous invitons cette année au restaurant Löscher à Berne – pour un moment convivial autour d’un dîner inclus.

Pour le programme du samedi soir, nous vous invitons cette

Micha
Herbert Saurugg

Anästhesiekongress | SIGA-FSIA | Congrès d’anesthésie 18. April 2026 Kursaal

Bern | Berne

18 avril 2026

Anmeldeformular  |  Bulletin d’inscription

Anmeldeschluss 6. April 2026: Danach fällt die Zusatzgebühr für die Tageskasse an. Délai d’inscripti 6 avril 2026: Passé cette date, le supplément pour l’inscription sur place sera appliqué. Bei Fragen oder Unklarheiten geben wir gerne Auskunft. Si tu as des questions, nous te renseignerons volontiers.

SIGA-FSIA / Bahnhofstrasse 7b / 6210 Sursee / + 41 (0) 41 926 07 65 / info@siga-fsia.ch / siga-fsia.ch

Ganz herzlichen Dank unseren big needle Sponsoren: Nous adressons nos chaleureux remerciements à nos sponsors «big needle»: siga-fsia.ch/kongress siga-fsia.ch/congres

Ganz herzlichen Dank unseren small needle Sponsoren: Nous adressons nos chaleureux remerciements à nos sponsors «small needle»:

Vorschau | Aperçu

Reserviere dir heute schon den Termin des Anästhesiekongresses SIGA-FSIA vom 24. April 2027. Réserve dès maintenant la date du congrès d’anesthésie SIGA-FSIA du 24 avril 2027 dans ton agenda.

Atemwegsmanagement bei Kindern: Wie die Sicherheit verbessert werden kann

Das Atemwegsmanagement bei Kindern ist aufgrund altersbedingter anatomischer und physiologischer Unterschiede anspruchsvoll. Die aktuellen ESAIC-BJA-Leitlinien bieten Orientierung, betonen jedoch die Notwendigkeit lokaler Anpassungen und regelmässiger Trainings. Entscheidend für eine sichere Versorgung sind eine sorgfältige Beurteilung, moderne Techniken wie Videolaryngoskopie und apnoische Oxygenierung sowie eine strukturierte Extubation.

Zusammenfassung

Das Atemwegsmanagement bei Kindern stellt aufgrund der altersabhängigen Unterschiede in Anatomie, Physiologie und Pathophysiologie eine besondere Herausforderung dar. Die kürzlich veröffentlichten gemeinsamen Leitlinien der European Society of Anaesthesiology and Intensive Care und des British Journal of Anaesthesia (ESAIC-BJA joint guidelines) bieten hierfür einen evidenzbasierten Rahmen –von der Erstbeurteilung über die Behandlung des normalen und schwierigen Atemwegs bis hin zur Extubation (1,2). Trotz hoher Relevanz bestehen in mehreren Bereichen erhebliche Evidenzlücken, die die Aussagekraft einzelner Empfehlungen begrenzen. Pädiatrische Einrichtungen

sollten Leitlinien daher kritisch prüfen und an lokale Ressourcen wie Fallzahlen, verfügbare Ausrüstung und Fachwissen anpassen. Darüber hinaus wird der Einfluss menschlicher Faktoren als zentrales Element hervorgehoben, da er entscheidend für den Erfolg der Trachealintubation, die Häufigkeit von Komplikationen und die Patientensicherheit ist.

Einleitung

Das kindliche Atemwegsmanagement ist ein zentraler Bestandteil der pädiatrischen Anästhesie, Intensiv- und Notfallmedizin und erfordert ein tiefes Verständnis der unterschiedlichen Anatomie, Physiologie und Pathophysiologie. Ein erhöhter Grundumsatz und geringere

funktionelle Residualkapazität (FRC) im Vergleich zu Erwachsenen führen zu einer rascheren Desaturation bei Atemwegsproblemen (3). Der daraus resultierende geringere Fehlerspielraum macht präzises, strukturiertes Handeln unverzichtbar. Ein effizientes Atemwegsmanagement ist deshalb das Ergebnis eines perfekten Zusammenspiels aus Kenntnis der anatomischen Besonderheiten des kindlichen Atemwegs, technischen Fertigkeiten und der Verfügbarkeit neuer Technologien. Die im Jahr 2024 veröffentlichten Leitlinien zum Atemwegsmanagement bei Neugeborenen und Säuglingen haben Punkt für Punkt den aktuellen Stand der Evidenz zum Management normaler, erwarteter und unerwarteter schwieriger Atemwege von der ersten Beurteilung bis hin zur Extubation beleuchtet (1,2). Trotz breiter Evidenzbasis bleiben insbesondere bei seltenen, komplexen Situationen erhebliche Unsicherheiten, weshalb viele Empfehlungen weiterhin auf Expertenkonsens beruhen. Historisch war das pädiatrische Atemwegsmanagement stark durch individuelle Erfahrung geprägt; zunehmend werden jedoch systematische Daten generiert, um die Sicherheit langfristig zu erhöhen (4,5). Gleichwohl bleibt der Einfluss menschlicher Faktoren – Entscheidungsverhalten, Teamdynamik, Kommunikation

– zentral. Technologische Entwicklungen wie Robotik-gestützte Intubationshilfen befinden sich zwar in der Entwicklung, sind jedoch weit von der routinemässigen klinischen Anwendung entfernt (6).

Präoperative Beurteilung

Eine sorgfältige Anamnese und körperliche Untersuchung bilden die Grundlage für die Risikobeurteilung. Die Erhebung der Vorgeschichte früherer Intubationsversuche liefert wertvolle Hinweise auf potenzielle Schwierigkeiten. Bestimmte Syndrome wie Pierre-Robin oder Treacher-Collins verändern die Atemwegssituation im Verlaufe der Zeit. Während sich die Atemwegsbedingungen bei Pierre-Robin meist mit dem Wachstum verbessern (Mikrognathie und Glossoptose verringern sich), verschlechtern sie sich bei Treacher-Collins mit zunehmendem Alter. Auch Mukopolysaccharidosen führen durch die Ablagerung von Glykosaminoglykanen im Gewebe zu einer Makroglossie (neben anderen Organmanifestationen) und damit zu einer zunehmenden Einengung der oberen Atemwege und können somit die Intubation mit fortschreitender Krankheit zunehmend erschweren, selbst nach enzymatischer Behandlung oder Knochenmarktransplantation.

Neue diagnostische Verfahren wie die präoperative Ultraschalluntersuchung des Atemwegs oder der Einsatz künstlicher Intelligenz sind zwar vielversprechend, haben aber bisher ihre Grenzen in der Praxis. Daher bleibt die klinische Einschätzung durch erfahrene Anästhesist:innen der wichtigste Faktor. Es ist essenziell, Veränderungen der Anatomie aufgrund früherer Operationen oder der natürlichen Entwicklung zu berücksichtigen. So kann eine Korrekturoperation des Kiefers die Intubation erleichtern, während andere Eingriffe die Anatomie komplizieren können. Checklisten und strukturierte Kommunikation im Team helfen, Fehler zu vermeiden und die Patientensicherheit zu erhöhen. Empfehlenswert ist ein systematischer Ansatz, der die Zuständigkeiten klärt, eine klare Intubationsstrategie definiert, einen Notfallplan enthält und alle Teammitglieder zur offenen Kommunikation einlädt.

Checklisten und strukturierte Teamkommunikation verbessern die Patientensicherheit deutlich (7). Ein standardisierter, lokalspezifisch adaptierter Ansatz sollte folgende Elemente umfassen: klare Rollenverteilung, definierte Intubationsstrategie inklusive Anästhesieform, vordefinierter Notfall- und Rescue-Plan, offene Kommunikationskultur («Speakup») aller Teammitglieder. Ein solch einfaches Bündel sollte im Falle einer geplanten oder unerwarteten schwierigen Intubation angewendet und entsprechend der lokalen Verfügbarkeit von Fachwissen und Ressourcen angepasst werden.

Präoxygenierung, apnoische Oxygenierung

Die adäquate Präoxygenierung stellt einen entscheidenden Sicherheitsfaktor dar, kann jedoch aufgrund eingeschränkter Maskentoleranz oder fehlender Kooperation bei Kindern schwierig sein. Die Verabreichung von zusätzlichem Sauerstoff während Einleitung und Intubation ist jedoch ein wesentlicher Bestandteil, um das Risiko einer Desaturation zu minimieren und die Apnoezeit zu verlängern (8,9). In diesem Zusammenhang trifft man neu auch den Begriff der «Per-Oxygenierung» an. Im Gegensatz zur Prä-Oxygenierung bezieht sich «Per-Oxygenierung» auf die kontinuierliche Verabreichung von Sauerstoff während Apnoe-Phasen bis hin zur erfolgreichen Sicherung des Atemwegs. Diese kontinuierliche Sauerstoffzufuhr nutzt das Prinzip der apnoischen Oxygenierung. Apnoische Oxygenierung nutzt das physikalische Prinzip eines aventilatorischen Massenflusses, der auf dem kontinuierlichen Fluss von Sauerstoff in die unteren Atemwege, auch ohne aktive Atmung, beruht: Nach Elimination des Stickstoffs aus den Lungen mittels PräOxygenierung via Maske oder HFNO senkt der natürliche Sauerstoffverbrauch des/ der Patient:in den alveolären SauerstoffPartialdruck und erzeugt dadurch einen negativen Gradienten und somit Sauerstofffluss von den oberen Atemwegen, mit dem Nasopharynx als SauerstoffReservoir, hinunter zu den Alveolen (10).

Anästhesieeinleitung und Atemwegssicherung

Die aktuellen Empfehlungen betonen die Notwendigkeit einer adäquaten Narkosetiefe zur Atemwegssicherung und sprechen sich für den Einsatz von Muskelrelaxanzien aus, sofern keine Spontanatmung erforderlich ist und eine Intubation angestrebt wird (1,2). Eine unzureichende Anästhesietiefe kann zu hämodynamischen und intrakraniellen Druckveränderungen führen und dadurch bei Neonaten das Risiko für intrakranielle Blutungen erhöhen. In der klinischen Praxis ist die inhalative Einleitung mit Sevofluran bei Kindern weiterhin weit verbreitet. Eine intravenöse Einleitung wird jedoch vorrangig empfohlen, insbesondere bei nicht nüchternen Patient:innen oder erwartet schwierigen Atemwegen. Rocuronium gilt aufgrund der Möglichkeit der immediaten Reversion durch Sugammadex – mittlerweile ab Geburt zugelassen – als Relaxans der Wahl. Für Situationen, in denen Muskelrelaxanzien vermieden werden sollen, stellt die Kombination aus Propofol und Remifentanil eine verlässliche Alternative dar, wobei Bradykardie und Thorax-Rigidität berücksichtigt werden müssen.

Intubation

Die Videolaryngoskopie (VL) hat sich als Methode der Wahl bei Neugeborenen und Säuglingen etabliert (9,11). Sie ermöglicht eine bessere Glottis-Sicht, höhere Erstversuchs-Erfolgsraten und eine visuelle Integration des gesamten Teams in den Intubations-Prozess. Standard-Spatel werden bevorzugt, hyperangulierte Spatel sollten als Reserve-Option verfügbar sein und erfordern spezifische Vorbereitung und Training.

Die Kombination aus VL und apnoischer Oxygenierung verschafft zusätzliche Zeit und reduziert dadurch das Risko einer Desaturation des/der Patient:in wie auch Stress bei allen Beteiligten. Falls sowohl direkte Laryngoskopie als auch VL erfolglos bleiben, bietet die fiberoptische Intubation über eine Larynxmaske eine elegante und sichere Alternative – vorausgesetzt, das benötigte Equipment ist vorhanden und das Vorgehen regelmässig trainiert.

Supraglottische Atemwegshilfen

Larynxmasken sind eine etablierte Alternative zur endotrachealen Intubation und bei geeigneten Patient:innen sicher, effizient und aus dem Klinikalltag nicht mehr wegzudenken. Daten der APRICOT-Studie zeigen eine altersabhängige Verteilung mit höherer Intubationsrate bei Säuglingen unter einem Jahr und ausgeglichener Nutzung in höheren Altersgruppen (12).

Supraglottische Atemwegshilfen sind mittlerweile bis zu einem Körpergewicht unter 2000 g verfügbar. Vorteile bestehen in einer schnelleren und reizärmeren Atemwegssicherung sowie geringeren Komplikationsraten bei Infekten der oberen Atemwege (13).

Komplikationen sind selten, betreffen jedoch gelegentlich Schleimhaut- und Druckläsionen. Neurapraxien von N. glossopharyngeus, N. hypoglossus oder Ästen des Nervus trigeminus können bei falscher Grösse, Dislokation oder Hyperinflation auftreten. Bei Grenzgewichten sollte daher die kleinere Grösse bevorzugt werden (14).

«Cannot intubate, cannot oxygenate» Die «CICO»-Situation (Cannot intubate, cannot oxygenate) ist eine seltene, aber potenziell lebensbedrohliche Komplikation. In solchen Fällen bleibt als letzte Möglichkeit nur noch der «emergency Front of neck access» (eFONA), um die Oxygenierung zu ermöglichen. Bei Kindern über 8 Jahren wird eine chirurgische Koniotomie empfohlen, während bei jüngeren Kindern eine Tracheotomie zwischen den Trachealringen 2–3 bevorzugt wird (15). Studien zeigen im Tiermodell, dass Skalpell-Techniken eine höhere Erfolgsrate aufweisen als Punktionstechniken. Regelmässige Trainingsprogramme sind aber unerlässlich, um die erforderlichen Fertigkeiten für diesen Eingriff aufrechtzuerhalten.

Extubation

Die Extubation stellt einen der kritischsten Momente im perioperativen Atemwegsmanagement dar und erfordert dieselbe Sorgfalt, Strukturierung und Vorbereitung wie die Intubation selbst. In der Luftfahrt ereignen sich 53 % aller schweren Zwischenfälle während der Landung – einer

Phase, die als vermeintlich «routinehaft» gilt, tatsächlich aber durch hohe Arbeitsbelastung, Übergaben und reduzierte Fehlertoleranz geprägt ist. Ein ähnliches Muster findet sich in der Pädiatrie: Daten der APRICOT-Studie zeigen, dass mehr als die Hälfte aller perioperativen kritischen Ereignisse im Zusammenhang mit der Extubation oder der unmittelbaren Post-Extubations-Phase auftreten (5). Diese Parallele verdeutlicht, dass der Risikoverlauf eines Eingriffs nicht mit der erfolgreichen Intubation endet, sondern sich bis weit in die Aufwachphase hinein fortsetzt. Eine sichere Extubation beginnt daher mit einer strukturierten Risikoanalyse. Faktoren wie Atemwegsanatomie, vorbestehende Infektionen der oberen Luftwege, Ödeme, schwierige Intubationsbedingungen oder relevante Komorbiditäten erhöhen die Wahrscheinlichkeit postextubationeller Komplikationen. Der R2D2-Ansatz – Risk, Ready, Do, Discharge – bietet hierfür ein übersichtliches, evidenzbasiertes Rahmenkonzept (16). Neben der Feststellung der Extubationsbereitschaft umfasst er die Bereitstellung geeigneter Ressourcen, die klare Definition einer ReIntubationsstrategie sowie eine sorgfältige Überwachung während der frühen Erholungsphase.

In der postextubationellen Phase treten Atemwegsobstruktionen vergleichsweise häufig auf und sollten frühzeitig erkannt werden. Bei beginnender Obstruktion kann der Einsatz von High-Flow-Nasenkanülen (HFNO) hilfreich sein, da er den pharyngealen Druck erhöht, die Atemarbeit reduziert und die Oxygenierung stabilisiert. Ein postextubationeller Stridor weist meist auf ein laryngeales Ödem hin und spricht typischerweise gut auf eine Inhalation mit Adrenalin an. Die Wirkung beruht auf einer lokalen Vasokonstriktion und führt in der Regel rasch zu einer klinischen Besserung. Eine zusätzliche Gabe von systemischen Steroiden kann erwogen werden, insbesondere bei persistierenden Symptomen oder erhöhtem Risiko für ein ausgeprägtes Schleimhautödem. Insgesamt zeigt sich, dass die Extubation kein automatischer Abschluss eines erfolgreichen Eingriffs ist, sondern eine hochrelevante Phase mit eigenständigem

Risikoprofil darstellt. Die systematische Vorbereitung, strukturierte Entscheidungsfindung und konsequente Teamkommunikation sind entscheidend, um Komplikationen zu vermeiden – genauso wie die präzise Planung einer sicheren Landung im Cockpit.

Schlussfolgerung

Das Atemwegsmanagement bei Kindern bleibt trotz technologischem Fortschritt eine anspruchsvolle Aufgabe, die hohe fachliche Kompetenz und strukturiertes Vorgehen erfordert. Die aktuellen Leitlinien bieten einen wertvollen Rahmen, ersetzen jedoch nicht die Notwendigkeit einer sorgfältigen lokalen Implementierung, regelmässiger Schulung und eines interdisziplinären Verständnisses für die besonderen Risiken pädiatrischer Patient:innen. Eine nachhaltige Verbesserung der Sicherheit gelingt nur durch das Zusammenspiel von fundierter klinischer Expertise, verlässlichen Algorithmen, situativ angepasster Ausrüstung und einer Kultur der offenen Kommunikation. Entscheidend ist, dass potenzielle Schwierigkeiten frühzeitig erkannt, Strategien klar festgelegt und Notfallszenarien regelmässig trainiert werden. Auf diese Weise können schwerwiegende Komplikationen reduziert, die Qualität der Versorgung gesteigert und die Behandlungsergebnisse für Kinder langfristig verbessert werden.

Referenzen

Referenzen auf siga-fsia.ch

Kontakt

Dr. med. Stefan Seiler SFA I, Inselspital Bern stefan.seiler@insel.ch

Gestion des voies aériennes chez l’enfant: comment améliorer la sécurité

La gestion des voies aériennes chez l’enfant est délicate en raison des différences anatomiques et physiologiques liées à l’âge. Les lignes directrices actuelles ESAIC-BJA offrent une orientation, mais soulignent la nécessité d’adaptations locales et d’entraînements réguliers. Une évaluation soigneuse, l’utilisation de techniques modernes telles que la vidéolaryngoscopie et l’oxygénation apnéique, ainsi qu’une extubation structurée sont déterminantes pour une prise en charge sûre.

Résumé

l’extubation (1,2). Malgré une large base de données probantes, des incertitudes importantes subsistent, en particulier dans les situations rares et complexes, de sorte que de nombreuses recommandations reposent encore sur un consensus d’expert-e-s.

La gestion des voies aériennes chez l’enfant représente un défi particulier en raison des différences liées à l’âge en matière d’anatomie, de physiologie et de physiopathologie. Les lignes directrices conjointes récemment publiées par la European Society of Anaesthesiology and Intensive Care et le British Journal of Anaesthesia (ESAIC-BJA joint guidelines) fournissent un cadre fondé sur les preuves, allant de l’évaluation initiale à l’extubation, en passant par la prise en charge des voies aériennes normales et difficiles (1,2). Malgré leur grande pertinence, des lacunes importantes dans les données probantes persistent dans plusieurs domaines, limitant la portée de certaines recommandations. Les institutions pédiatriques devraient donc examiner ces lignes directrices de manière critique et les adapter aux ressources locales telles que le volume de cas, l’équipement disponible et l’expertise professionnelle. Par ailleurs, l’influence des facteurs humains est mise en évidence comme un élément central, car elle est déterminante pour le succès de l’intubation trachéale, la fréquence des complications et la sécurité des patient-e-s.

Introduction

La gestion des voies aériennes chez l’enfant est un élément central de l’anesthésie, de la médecine intensive et de la médecine d’urgence pédiatriques et requiert une compréhension approfondie des différences anatomiques, physiologiques et physiopathologiques. Un métabolisme de base plus élevé et une capacité résiduelle fonctionnelle (CRF) plus faible par rapport aux adultes entraînent une désaturation plus rapide en cas de problème des voies aériennes (3). La marge d’erreur réduite qui en résulte rend indispensable une action précise et structurée. Une gestion efficace des voies aériennes est donc le résultat d’une interaction optimale entre la connaissance des particularités anatomiques des voies aériennes pédiatriques, les compétences techniques et la disponibilité de nouvelles technologies.

Les lignes directrices publiées en 2024 sur la gestion des voies aériennes chez les nouveau-né-e-s et les nourrissons ont examiné point par point l’état actuel des connaissances scientifiques concernant la prise en charge des voies aériennes normales, difficiles prévisibles et imprévisibles, depuis l’évaluation initiale jusqu’à

Historiquement, la gestion des voies aériennes pédiatriques était fortement influencée par l’expérience individuelle; toutefois, des données systématiques sont de plus en plus générées afin d’améliorer la sécurité à long terme (4,5). Néanmoins, l’influence des facteurs humains – comportement décisionnel, dynamique d’équipe, communication – reste centrale. Les développements technologiques tels que les aides à l’intubation assistées par robotique sont certes en cours de développement, mais sont encore loin d’une application clinique de routine (6).

Évaluation préopératoire

Une anamnèse soigneuse et un examen clinique constituent la base de l’évaluation du risque. Le recueil des antécédents d’intubations fournit des indications précieuses sur d’éventuelles difficultés. Certains syndromes, tels que le syndrome de Pierre Robin ou le syndrome de Treacher Collins, modifient la situation des voies aériennes au fil du temps. Alors que les conditions des voies aériennes s’améliorent généralement avec la croissance dans le syndrome de Pierre Robin (diminution de la micrognathie et de la glossoptose), elles se détériorent avec l’âge dans le syndrome de Treacher Collins. Les mucopolysaccharidoses entraînent également, par le dépôt de glycosami-

noglycanes dans les tissus, une macroglossie (en plus d’autres manifestations organiques) et donc un rétrécissement progressif des voies aériennes supérieures, pouvant rendre l’intubation de plus en plus difficile à mesure que la maladie progresse, même après un traitement enzymatique ou une transplantation de moelle osseuse.

De nouvelles méthodes diagnostiques telles que l’échographie préopératoire des voies aériennes ou l’utilisation de l’intelligence artificielle sont prometteuses, mais ont jusqu’à présent montré leurs limites dans la pratique. L’évaluation clinique par des anesthésistes expérimenté-e-s demeure donc le facteur le plus important. Il est essentiel de prendre en compte les modifications anatomiques dues à des interventions chirurgicales antérieures ou au développement naturel. Ainsi, une chirurgie correctrice de la mâchoire peut faciliter l’intubation, tandis que d’autres interventions peuvent compliquer l’anatomie.

Les check-lists et une communication structurée au sein de l’équipe contribuent à éviter les erreurs et à améliorer la sécurité des patient-e-s. Une approche systématique est recommandée, clarifiant les responsabilités, définissant une stratégie d’intubation claire, incluant un plan d’urgence et invitant tous les membres de l’équipe à une communication ouverte.

Les check-lists et la communication structurée au sein de l’équipe améliorent significativement la sécurité des patient-e-s (7). Une approche standardisée, adaptée localement, devrait inclure les éléments suivants: répartition claire des rôles, stratégie d’intubation définie incluant le type d’anesthésie, plan d’urgence et de sauvetage prédéfini, culture de communication ouverte («Speak-up») de tous les membres de l’équipe.

Un tel ensemble simple de mesures devrait être appliqué en cas d’intubation difficile planifiée ou imprévue et adapté en fonction de la disponibilité locale des compétences et des ressources.

Pré-oxygénation, oxygénation apnéique Une pré-oxygénation adéquate constitue un facteur de sécurité déterminant, mais peut s’avérer difficile chez l’enfant en rai-

son d’une tolérance limitée au masque ou d’un manque de coopération. L’administration d’oxygène supplémentaire pendant l’induction et l’intubation est toutefois un élément essentiel pour minimiser le risque de désaturation et prolonger la durée de l’apnée (8,9). Dans ce contexte, le terme «per-oxygénation» est également utilisé. Contrairement à la pré-oxygénation, la «per-oxygénation» se réfère à l’administration continue d’oxygène pendant les phases d’apnée jusqu’à la sécurisation réussie des voies aériennes. Cette administration continue d’oxygène repose sur le principe de l’oxygénation apnéique. L’oxygénation apnéique utilise le principe physique du flux de masse aventilatoire, basé sur un flux continu d’oxygène vers les voies aériennes inférieures, même en l’absence de respiration active: après l’élimination de l’azote des poumons par la préoxygénation via un masque ou une HFNO, la consommation naturelle d’oxygène du/de la patient-e abaisse la pression partielle alvéolaire en oxygène, créant ainsi un gradient négatif et donc un flux d’oxygène des voies aériennes supérieures, avec le nasopharynx comme réservoir d’oxygène, vers les alvéoles (10).

Induction de l’anesthésie et sécurisation des voies aériennes

Les recommandations actuelles soulignent la nécessité d’une profondeur anesthésique adéquate pour la sécurisation des voies aériennes et préconisent l’utilisation de myorelaxants, pour autant qu’une respiration spontanée ne soit pas requise et qu’une intubation soit envisagée (1,2). Une profondeur anesthésique insuffisante peut entraîner des modifications hémodynamiques et de la pression intracrânienne, augmentant ainsi chez les nouveau-né-e-s le risque d’hémorragies intracrâniennes.

En pratique clinique, l’induction inhalatoire au sévoflurane reste largement répandue chez l’enfant. Une induction intraveineuse est toutefois recommandée en priorité, en particulier chez les patient-e-s non à jeun ou en cas de voies aériennes difficiles prévisibles. Le rocuronium est considéré comme le myorelaxant de choix en raison de la possibilité de réversion immédiate

par le sugammadex, désormais autorisé dès la naissance. Dans les situations où l’on souhaite éviter les myorelaxants, l’association propofol–rémifentanil constitue une alternative fiable, tout en tenant compte du risque de bradycardie et de rigidité thoracique.

Intubation

La vidéolaryngoscopie (VL) s’est imposée comme la méthode de choix chez les nouveau-né-e-s et les nourrissons (9,11). Elle permet une meilleure visualisation de la glotte, des taux de succès plus élevés dès la première tentative et une intégration visuelle de l’ensemble de l’équipe dans le processus d’intubation. Les lames standard sont à privilégier; les lames hyperangulées devraient être disponibles comme option de réserve et nécessitent une préparation et un entraînement spécifiques. La combinaison de la VL et de l’oxygénation apnéique offre un temps supplémentaire et réduit ainsi le risque de désaturation du/de la patient-e ainsi que le stress pour l’ensemble des intervenant-e-s. Si la laryngoscopie directe et la VL échouent toutes deux, l’intubation fibroscopique via un masque laryngé constitue une alternative élégante et sûre, à condition que l’équipement nécessaire soit disponible et que la procédure soit régulièrement entraînée.

Dispositifs supraglottiques

Les masques laryngés constituent une alternative établie à l’intubation endotrachéale et sont, chez des patient-e-s sélectionné-e-s, sûrs, efficaces et indispensables à la pratique clinique quotidienne. Les données de l’étude APRICOT montrent une distribution dépendante de l’âge, avec un taux d’intubation plus élevé chez les nourrissons de moins d’un an et une utilisation équilibrée dans les groupes d’âge plus élevés (12). Les dispositifs supraglottiques sont désormais disponibles jusqu’à un poids corporel inférieur à 2000 g. Les avantages résident dans une sécurisation plus rapide et moins irritante des voies aériennes ainsi que dans des taux de complications plus faibles en cas d’infections des voies aériennes supérieures (13).

Les complications sont rares, mais concernent occasionnellement des lé-

sions de la muqueuse et des lésions de pression. Des neurapraxies du nerf glossopharyngien, du nerf hypoglosse ou de branches du nerf trijumeau peuvent survenir en cas de taille inappropriée, de dislocation ou d’hyperinflation. En cas de poids limite, il convient donc de privilégier la taille inférieure (14).

«Cannot intubate, cannot oxygenate» La situation «CICO» (Cannot intubate, cannot oxygenate) est une complication rare mais potentiellement mortelle. Dans de tels cas, la seule option restante est l’«emergency front of neck access» (eFONA) afin de permettre l’oxygénation. Chez les enfants de plus de 8 ans, une coniotomie chirurgicale est recommandée, tandis que chez les enfants plus jeunes, une trachéotomie entre les anneaux trachéaux 2–3 est privilégiée (15). Des études sur modèles animaux montrent que les techniques au scalpel présentent un taux de succès plus élevé que les techniques par ponction.

Des programmes d’entraînement réguliers sont toutefois indispensables pour maintenir les compétences requises pour cette intervention.

Extubation

L’extubation constitue l’un des moments les plus critiques de la gestion périopératoire des voies aériennes et requiert le même degré de soin, de structuration et de préparation que l’intubation elle-même. Dans l’aviation, 53 % de tous les incidents graves surviennent lors de l’atterrissage, une phase considérée à tort comme «routinière», mais qui est en réalité marquée par une charge de travail élevée, des transmissions et une tolérance à l’erreur réduite. Un schéma similaire est observé en pédiatrie: les données de l’étude APRICOT montrent que plus de la moitié de tous les événements critiques périopératoires sont liés à l’extubation ou à la phase postextubation immédiate (5). Cette analogie illustre que le profil de risque d’une intervention ne s’achève pas avec une intubation réussie, mais se prolonge bien audelà, jusqu’à la phase de réveil. Une extubation sûre commence donc par une analyse structurée du risque. Des

facteurs tels que l’anatomie des voies aériennes, des infections préexistantes des voies aériennes supérieures, des œdèmes, des conditions d’intubation difficiles ou des comorbidités pertinentes augmentent la probabilité de complications postextubationnelles. L’approche R2D2 – Risk, Ready, Do, Discharge – offre à cet effet un cadre conceptuel clair et fondé sur les preuves (16). Outre l’évaluation de l’aptitude à l’extubation, elle comprend la mise à disposition de ressources appropriées, la définition claire d’une stratégie de réintubation ainsi qu’une surveillance attentive durant la phase précoce de récupération. Au cours de la phase post-extubationnelle, les obstructions des voies aériennes surviennent relativement fréquemment et doivent être identifiées précocement. En cas d’obstruction débutante, l’utilisation de canules nasales à haut débit (HFNO) peut être utile, car elle augmente la pression pharyngée, réduit le travail respiratoire et stabilise l’oxygénation. Un stridor post-extubationnel indique le plus souvent un œdème laryngé et répond généralement bien à une inhalation d’adrénaline. L’effet repose sur une vasoconstriction locale et conduit en règle générale à une amélioration clinique rapide. L’administration supplémentaire de corticoïdes systémiques peut être envisagée, en particulier en cas de symptômes persistants ou de risque accru d’œdème muqueux marqué.

Dans l’ensemble, il apparaît clairement que l’extubation ne constitue pas la conclusion automatique d’une intervention réussie, mais une phase hautement importante avec un profil de risque propre. Une préparation systématique, une prise de décision structurée et une communication d’équipe cohérente sont déterminantes pour éviter les complications – tout comme la planification précise d’un atterrissage sûr dans le cockpit.

Conclusion

La gestion des voies aériennes chez l’enfant demeure, malgré les progrès technologiques, une tâche exigeante nécessitant un haut niveau de compétence professionnelle et une approche structurée. Les lignes directrices actuelles offrent un

cadre précieux, mais ne remplacent pas la nécessité d’une mise en œuvre locale soigneuse, d’une formation régulière et d’une compréhension interdisciplinaire des risques particuliers des patient-e-s pédiatriques.

Une amélioration durable de la sécurité ne peut être obtenue que par l’interaction entre une expertise clinique solide, des algorithmes fiables, un équipement adapté à la situation et une culture de communication ouverte. Il est essentiel que les difficultés potentielles soient identifiées précocement, que les stratégies soient clairement définies et que les scénarios d’urgence soient régulièrement entraînés. De cette manière, les complications graves peuvent être réduites, la qualité de la prise en charge améliorée et les résultats thérapeutiques chez l’enfant optimisés à long terme.

Références

Références sur siga-fsia.ch

Contact

Dr méd. Stefan Seiler

SFA I, Inselspital Berne stefan.seiler@insel.ch

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Zwei Perspektiven, ein Ziel –

Anästhesiepflegende und ärztliches

Personal im Dialog

Die interprofessionelle Zusammenarbeit zwischen Anästhesiepflege und ärztlichem Personal in der Anästhesie ist essenziell für den Erfolg perioperativer Prozesse und die Sicherheit der Patient:innen. Doch wie sehen sich diese beiden Berufsgruppen gegenseitig? In unserer Interview-Serie beleuchten wir die Dynamik dieser Partnerschaft aus beiden Blickwinkeln. Damit möchten wir die interprofessionelle Zusammenarbeit in der Anästhesie fördern und Impulse für deren Weiterentwicklung geben. In dieser Ausgabe beantworten Dr. med. Patrick Siebenpfund und Peter Boelhouwers, Leiter Pflege Anästhesie und ÜWS/TS, unsere Fragen.

Dr. med. Patrick Siebenpfund,

Chefarzt Anästhesie & Intensivmedizin

Warum bist du Anästhesist geworden?

Neben der Begeisterung für die Medizin fasziniert mich die Anästhesie durch die nahe Arbeit am Menschen: die Aufgabe und Verantwortung, einen Menschen in einer schwierigen Situation gut zu begleiten und die lebenswichtigen Organfunktionen zu überwachen und zu stützen. In diesem Fach behält man einen breiten Einblick in die gesamte Medizin. Organisationstalent, Kommunikation und soziale Eigenschaften sind ebenfalls eine wichtige Voraussetzung.

Dieser Berufszweig bietet ausserdem sehr viel Abwechslung und die Möglichkeit, auch in weiteren Gebieten tätig zu sein wie die Intensivmedizin, Notfallmedizin oder Schmerztherapie.

Was schätzt du an deinen pflegerischen Kolleg:innen aus der Anästhesiepflege?

Wir teilen ein gleiches Interesse und haben ein gemeinsames Ziel: den/die Patient:in bestmöglich zu versorgen. Es ist eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe mit Teamgeist, gegenseitiger Unterstützung und gegenseitigem Respekt.

Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit deinen AnästhesiepflegeKolleg:innen?

Hier wiederhole ich: Es ist eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe mit Teamgeist, gegenseitiger Unterstützung und gegenseitigem Respekt. Beide Seiten haben ihren Aufgabenbereich, wir sind voneinander

abhängig und aufeinander angewiesen. Nur wenn wir zusammen gut funktionie ren, kann ein gutes Resultat erreicht wer den. Deswegen ist es wichtig, dass wir uns stets gut austauschen und Probleme ansprechen. Aktuell erlebe ich diese gute Zusammenarbeit.

Was wünschst du dir für die Zukunft der Anästhesiepflege?

Dass wir uns zusammen weiterentwickeln und uns nicht voneinander entfernen, beispielsweise hin zu weiteren menschlichen Seiten mit Integration von Hypnose- und Gesprächstechniken zur Verbesserung der Patientenzufriedenheit. Aspekte der Teamarbeit sollen hochgehalten, Humor und Zufriedenheit am Arbeitsplatz aufrechterhalten werden, statt unnötiger Bürokratisierung und Überregulation.

Kontakt

Dr. med. Patrick Siebenpfund Chefarzt Anästhesie & Intensivmedizin Facharzt für Anästhesiologie und Intensivmedizin

Zuger Kantonsspital AG, Landhausstrasse 11, 6340 Baar anaesthesie@zgks.ch www.zgks.ch

Peter Boelhouwers,

Leiter Pflege Anästhesie und ÜWS/TS

Warum hast du den Beruf der Anästhesiepflege gewählt?

Nach meiner Grundausbildung zum Krankenpfleger ging ich ins Militär und war fast zwei Jahre an der deutschen Ost-WestGrenze stationiert. Anschliessend bekam ich eine Stelle am Universitätsspital in Groningen auf der gynäkologischen Abteilung. Dort gab es auch eine kleine IMC mit vier Betten.

Da auf den Intensivstationen oft zu wenig Platz war, wurden regelmässig Patient:innen auf die IMC verlegt – manchmal sogar mit Respirator, obwohl wir offiziell keinen Beatmungsplatz hatten. So hat sich für mich ein neues Feld eröffnet, und mein Interesse für Beatmung, invasive Überwachung, Pharmakologie und alles, was dazugehört, war geweckt.

Was schätzt du an deinen ärztlichen Kolleg:innen der Anästhesie?

Bei meinen ärztlichen Kolleginnen und Kollegen steht der Patient immer im Mittelpunkt. Das schätze ich sehr, denn das verpflichtet uns alle, dynamisch und offen zu bleiben – etwas, was ich jeden Tag erlebe. Die Offenheit für Neues, wie zum Beispiel die Einführung von NR-Fit oder TCI nach Eleveld, macht den Alltag abwechslungsreich und spannend.

Als Ausbildungsspital mit vielen Lernenden – sowohl auf ärztlicher als auch auf pflegerischer Seite – stehen wir ständig im Austausch, um Wissen und Können strukturiert weiterzugeben. Dies gelingt uns sehr gut und wird von allen geschätzt.

Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit deinen ärztlichen Anästhesie-Kolleg:innen?

Ich schätze die Zusammenarbeit sehr. Sie ist offen, kollegial und auf Augenhöhe. Wir stehen in ständigem Austausch, um gemeinsam das bestmögliche Ergebnis für unsere Patient:innen zu erreichen.

Dieses Miteinander ist für mich ein grosser Pluspunkt unseres Berufs.

Hast du bereits von der kontinuierlichen Praxisentwicklung im Bereich der Anästhesiepflege gehört? Was denkst du darüber?

Ja, ich habe davon gehört und gelesen. Es handelt sich ja um einen systematischen und fortlaufenden Prozess, bei dem Qualität, Patientensicherheit, Lernkultur und Effektivität im Mittelpunkt stehen. Mein erster Gedanke war: Das machen wir doch eigentlich schon längst! – nur vielleicht nicht immer so bewusst oder strukturiert. Deshalb finde ich es sehr po-

sitiv, wenn uns dieser Ansatz hilft, unsere tägliche Arbeit noch reflektierter und gezielter weiterzuentwickeln.

Welche Wünsche hast du für die Zukunft der ärztlichen Mitarbeitenden?

Ich wünsche mir für die ärztlichen Kolleginnen und Kollegen eine starke Gruppe von Anästhesieexpertinnen und -experten, die fit und gut gewappnet sind, um die Herausforderungen des Alltags gemeinsam zu meistern. Wenn wir weiterhin so eng und respektvoll zusammenarbeiten, können wir nur gewinnen – als Team und für unsere Patient:innen.

Kontakt

Peter Boelhouwers

Leiter Pflege Anästhesie und ÜWS/TS

Zuger Kantonsspital AG, Landhausstrasse 11, 6340 Baar Telefon + 41 41 399 11 11 www.zgks.ch

Deux perspectives, un objectif –

les infirmier-ère-s anesthésistes et le personnel médical en dialogue

La collaboration interprofessionnelle entre les infirmier-ère-s anesthésistes et le personnel médical en anesthésie est essentielle au succès des processus périopératoires et la sécurité des patient-e-s. Mais comment ces deux groupes professionnels se perçoivent-ils mutuellement? Dans notre nouvelle série d'interviews, nous mettons en lumière la dynamique de ce partenariat des deux points de vue. Nous souhaitons ainsi promouvoir la collaboration interprofessionnelle en anesthésie et donner des impulsions pour son développement.

Dans ce numéro, le Dr Patrick Siebenpfund et Peter Boelhouwers, responsable des soins en anesthésie et chirurgie ambulatoire répondent à nos questions.

Dr Patrick Siebenpfund, médecin-chef en anesthésie et médecine intensive

Pourquoi es-tu devenu anesthésiste?

Outre mon enthousiasme pour la médecine, l'anesthésie me fascine par le contact étroit avec les personnes: la tâche et la responsabilité d'accompagner au mieux une personne dans une situation difficile, de surveiller et de soutenir les fonctions vitales de ses organes. Dans cette spécialité, on conserve une vue d'ensemble de la médecine dans son ensemble. Le sens de l'organisation, la communication et les compétences sociales sont également des qualités importantes.

Cette profession offre en outre une grande diversité et la possibilité d'exercer dans d'autres domaines tels que les soins intensifs, la médecine d'urgence ou le traitement de la douleur.

Qu’apprécies-tu chez tes collègues infirmier-ère-s en anesthésie?

Nous partageons le même intérêt et avons un objectif commun: prodiguer les meilleurs soins possibles aux personnes soignées. Il s'agit d'une collaboration d'égal à égal, dans un esprit d'équipe, de soutien mutuel et de respect réciproque.

Comment se passe la collaboration avec tes collègues infirmier-ère-s en anesthésie?

Je le répète: il s'agit d'une collaboration d'égal à égal, dans un esprit d'équipe, avec un soutien et un respect mutuels. Les deux parties ont leurs domaines de compétence respectifs, nous sommes interdépendants et dépendons les uns des autres. Ce n'est qu'en travaillant bien ensemble que nous

pouvons obtenir de bons résultats. C'est pourquoi il est important que nous communiquions toujours efficacement et que nous abordions les problèmes. Actuellement, je constate que cette bonne collaboration est effective.

Que souhaites-tu pour l'avenir des soins infirmiers en anesthésie?

Que nous ne nous éloignions pas les uns des autres et que nous continuions à évoluer ensemble, par exemple en nous tournant vers d'autres aspects humains avec l'intégration de techniques d'hypnose et de conversation pour améliorer la satisfaction des patient-e-s. Les aspects du travail d'équipe doivent être valorisés, l'humour et la satisfaction au travail doivent être maintenus, au lieu d'une bureaucratisation et d'une réglementation inutiles.

Contact

Dr Patrick Siebenpfund

Médecin-chef anesthésie et médecine intensive

Spécialiste en anesthésiologie et médecine intensive

Hôpital cantonal de Zoug SA, Landhausstrasse 11, 6340 Baar anaesthesie@zgks.ch www.zgks.ch

Peter Boelhouwers, responsable des soins anesthésiques et chirurgie ambulatoire

Pourquoi as-tu choisi le métier d'infirmier en anesthésie?

Après ma formation initiale d'infirmier, je suis entré dans l'armée et j'ai été stationné pendant près de deux ans à la frontière est-ouest de l'Allemagne. J'ai ensuite obtenu un poste à l'hôpital universitaire de Groningue, dans le service de gynécologie. Il y avait là aussi une petite unité de soins continus avec quatre lits.

Comme les unités de soins intensifs manquaient souvent de place, des patient-es y étaient régulièrement transféré-e-s, parfois même sous respirateur, bien que nous n'ayons officiellement pas de place pour la ventilation artificielle. Cela m'a ouvert un nouveau domaine et a éveillé mon intérêt pour la ventilation artificielle, la surveillance invasive, la pharmacologie et tout ce qui s'y rapporte.

Qu'apprécie-tu chez tes collègues médecins anesthésistes?

Mes collègues médecins placent toujours le/la patient-e au centre de leurs préoccupations. J'apprécie beaucoup cette approche, car elle nous oblige tous à rester dynamiques et ouverts, ce que je constate chaque jour.

L'ouverture à la nouveauté, comme par exemple l'introduction du NR-Fit ou du TCI

selon Eleveld, rend le quotidien varié et passionnant.

En tant qu'hôpital formateur accueillant de nombreux étudiants, tant en médecine qu'en soins infirmiers, nous échangeons en permanence afin de transmettre nos connaissances et nos compétences de manière structurée. Nous y parvenons très bien et cela est apprécié de tous.

Comment se passe la collaboration avec tes collègues médecins anesthésistes?

J'apprécie beaucoup cette collaboration. Elle est ouverte, collégiale et se fait d'égal à égal. Nous échangeons en permanence afin d'obtenir ensemble le meilleur résultat possible pour nos patient-e-s. Cette coopération est pour moi un grand avantage de notre profession.

As-tu déjà entendu parler du développement continu des pratiques dans le domaine des soins d'anesthésie? Qu'en penses-tu?

Oui, j'en ai entendu parler et j'ai lu des articles à ce sujet. Il s'agit d'un processus systématique et continu qui met l'accent sur la qualité, la sécurité des patient-e-s, la culture d'apprentissage et l'efficacité.

Ma première pensée a été: «Mais c'est ce que nous faisons déjà depuis longtemps!»

– même si ce n'est peut-être pas toujours de manière aussi consciente ou structurée. C'est pourquoi je trouve très positif que cette approche nous aide à développer notre travail quotidien de manière encore plus réfléchie et ciblée.

Que souhaites-tu à l'avenir pour les collaborateurs-trices médicaux en anesthésie?

Je souhaite à mes collègues médecins un groupe solide d'expert-e-s en anesthésie, en forme et bien préparés pour relever ensemble les défis quotidiens. Si nous continuons à travailler ensemble de manière aussi étroite et respectueuse, nous ne pouvons qu'y gagner, en tant qu'équipe et pour nos patient-e-s.

Contact

Peter Boelhouwers

Responsable des soins infirmiers en anesthésie et salle de réveil/service de jour

Hôpital cantonal de Zoug SA, Landhausstrasse 11, 6340 Baar

Téléphone + 41 41 399 11 11 www.zgks.ch

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