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Schriftzug Sommer 2017

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Schriftzug

Wo ein Wille, da (oft) ein Weg 4 400 Chancen für die SOB 12 Auftrag: Wohlfühlatmosphäre schaffen 19


Inhalt Einleitendes Die Reisenden stets im Fokus 3 Menschliches Wo ein Wille, da (oft) ein Weg 4 Eingesandtes Ihr Erlebnis 11 Erklärendes 400 Chancen für die SOB 12 Detailliertes Die Heinzelmännchen bei der SOB 14 Bauliches Lautes leiser machen 16 Berufliches Auftrag: Wohlfühlatmosphäre schaffen 19 Unternehmerisches Die Erfolgsgeschichte des Voralpen-Express 22 Fortschrittliches Ohrenschwellen für die Schweiz 24 Wissenswertes Gemischtes an Lager 26 Kniffliges Wettbewerb 27 Kurzes Manne, i d'Hosä! 28

Lesen Sie den Schriftzug online unter www.schriftzug.sob.ch.


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Einleitendes

Die Reisenden stets im Fokus Schon zum sechsten Mal laden wir Sie, geschätzte Leserinnen und Leser, ein, einen Blick in die Gebiete der SOB-Welt zu werfen, die Reisende nie oder nur selten zu Gesicht bekommen. Vermutlich kennen Sie unsere Züge, den Voralpen-Express und die Flirts, unsere S-Bahnen. Vielleicht wissen Sie auch, von wo bis wo wir unterwegs sind und wie die Bahnhöfe entlang der Strecke heissen. Womöglich grüssen Sie den einen oder anderen Zugbegleiter gar persönlich, weil Sie ihm schon so oft begegnet sind. Wir hoffen sogar ein wenig, dass dem so ist. Denn das heisst, dass wir bislang einen guten Job gemacht haben und Sie uns freundlich gesinnt sind. Um Sie, die Reisenden, dreht sich unser Arbeitsalltag. Wir wollen, dass Sie mit uns von zu Hause zur Arbeit oder Schule fahren und am Wochenende zum Wandern oder Skifahren. Wir möchten Sie jeden Tag in unseren Zügen begrüssen. Und wir wünschen uns, dass Sie sich dabei wohlfühlen. Das bedeutet auch, dass sich Menschen, die körperlich beeinträchtigt sind, an unseren Bahnhöfen gut orientieren und sich so selbstständig wie möglich bewegen können. Dafür müssen die Bahnhöfe und Züge die Anforderungen des Behindertengleichstellungsgesetzes erfüllen – und wir sagen mit Stolz, dass wir mit der Umsetzung auf Kurs sind. Natürlich läuft auch bei uns nicht immer alles wie am Schnürchen: Züge können sich verspäten oder die Technik versagt und der Zug fällt gar aus. Vielleicht erhitzt ein Missverständnis zwischen Fahrgast und Zugbegleiter die Gemüter beider. Oder nächtliche Bauarbeiten rauben den Anwohnern den Schlaf. Wir wollen erfahren, wo etwas klemmt, und, sofern es uns möglich ist, auch etwas ändern. Dafür nehmen wir von Montag bis Freitag die Anliegen der Reisenden im Kundendienst entgegen. Nicht immer lassen äussere oder auch innere Rahmenbedingungen eine sofortige Lösung zu. Stehenbleiben ist für uns trotzdem keine Option. Wir wollen uns verändern und verbessern. Wichtige Schritte in diese Richtung sind zum Beispiel die neuen Voralpen-Express-Fahrzeuge für noch mehr Fahrspass oder die breiteren Schienenschwellen für eine stabilere Zugfahrt. Um Sie, unsere Fahrgäste, geht es uns am Ende. Sie haben wir stets im Fokus, und für Sie sind wir «gerade unterwegs». Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Entdecken neuer Geschichten aus unserer Welt.

Claudine Roth Redaktionsleiterin

Impressum Herausgegeben von der Schweizerischen Südostbahn AG, Unternehmenskommunikation, Bahnhofplatz 1a, 9001 St. Gallen, www.sob.ch, info@sob.ch Erscheint zweimal jährlich in Deutsch, ist kostenlos und kann unter www.schriftzug.sob.ch/abo bestellt werden. Layout & Grafik: sag’s, St. Gallen | Druck: Typotron, St. Gallen | Auflage: 2 600 Ex. | Papier: Munken Rough; FSC, ISO 14001.


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Menschliches

Wo ein Wille, da (oft) ein Weg Wer mit dem öffentlichen Verkehr unterwegs ist, kennt die Situation vielleicht aus eigener Erfahrung oder aus Beobachtungen: Reisen mit Fahrrad, Kinderwagen, viel Gepäck oder mit einer verletzungs- oder altersbedingten Gehbehinderung ist beschwerlich. Wie reisen Menschen, die mit einer permanenten Beeinträchtigung leben? Wir haben zwei begleitet. Text und Fotos: Claudia Krucker Doris Scherer Es ist ein perfekter Tag für einen Ausflug, ein sonniger, warmer Frühlingstag. Kein Zweifel, das muss sie sein. Ihr Signalement – weisser Blindenstock und schwarzer Labrador – ist für eine Sehende wie mich unverkennbar. Ich staune, wie ich es heute noch oft tun werde, mit welcher Sicherheit sie sich Richtung Bahnhof bewegt. Wir haben uns in Wil, ihrem Wohnort, vor dem Avec-Shop verabredet. Doris Scherer, die mir gleich das Du anbietet, hat sich bereit erklärt, uns einen Einblick zu geben, wie sie mit dem öffentlichen Verkehr unterwegs ist. Die Geschäftsstelle Procap in St. Gallen hat uns den Kontakt vermittelt. Fragen über Fragen Einen Vorgeschmack auf das Reisen mit Handicap bekam ich, als ich die Reise für uns organisierte. Wir wollen von Wil via Wattwil und dann mit dem Voralpen-Express nach Schmerikon fahren. Nach einem Aufenthalt in Schmerikon sollen uns die S6 nach Uznach und die S4 dann zurück nach Wattwil bringen. Ganz bewusst habe ich verschiedene Zugtypen gewählt – mit Niederflureinstieg, also sogenannt barrierefrei, und mit Treppeneinstieg. Beim Versuch, mich in Doris hineinzuversetzen, haben mich bereits bei der Planung Fragen wie «Wie viel Zeit benötigt Doris zum Umsteigen?» beschäftigt. «Zehn Minuten genügen normalerweise, aber die Umsteigezeit variiert je nach Grösse des Bahnhofs», schreibt sie mir per E-Mail. Die kürzeste Umsteigezeit unserer Verbindung beträgt vier Minuten. In Uznach von Gleis 2 auf Gleis 3. Reicht das? Die beiden Gleise werden vom gleichen Perron aus bedient, das wird das Umsteigen erleichtern. Wie käme Doris zu dieser Information und wie wüsste sie, welches Rollmaterial eingesetzt ist? Fragen, die sie mir während unserer Reise beantwortet. Wir wagen das Experiment, immer mit der Option, dass wir eine Verbindung überspringen, wenn die Zeit nicht reichen sollte. «Guter Hund» Den Weg zu Gleis 5 in Wil lässt sich Doris von ihrer Hündin zeigen, ich einige Schritte hinterher. Sie wollte Akira anfänglich zu Hause lassen, da diese einen Teil unserer Strecke nicht kennt – und somit für Doris keine Hilfe ist. Weil Doris mir aber zeigen will, was Akira kann, hat sie sich umentschieden und die Hündin mitgenommen. «Gut gemacht», denke ich. Souverän führt sie uns zum Ziel und lässt

Doris Scherer mit

sich auch von einem anderen Hund nicht ablenken, meine ich. Doch Doris spürt

Blindenführhund Akira und einer

dessen Anwesenheit wegen Akiras Haltung im Führgeschirr, wie sie mir erklärt. Im Zug nach Wattwil nimmt Doris Akira das Geschirr ab. Nun ist Akira offiziell «ausser Dienst». Ich darf sie jetzt erst begrüssen, denn anfassen und ablen-

neugierigen Passantin


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Wenn Akira vor dem Lift stehen bleibt, ertastet Doris den Liftknopf.

ken sollte man einen Hilfshund während der Arbeit nicht.

steht, und zeigt sie Doris, indem sie ihre rechte Pfote auf die

Die Sonne brennt durch die Scheiben. Instinktiv erhebt

Sitzfläche legt. Auf das Kommando «Porta» lotst uns Aki-

sich Doris und greift nach dem Rollo – doch sie greift ins

ra anschliessend zur Zugtüre des Voralpen-Express bei der

Leere. Es gibt keines. Sie sei zum Glück nicht sehr licht-

ersten Klasse, die ich für uns «gefunden» habe. Akira führt

empfindlich. Viele sehbehinderte und blinde Menschen

Doris, und so meistern sie die Einstiegsstufen anscheinend

sind hingegen stark lichtempfindlich und tragen deshalb

problemlos. Der Einstieg mit Führhund ist klar geregelt: Der

oft eine spezielle Dunkelbrille. Dennoch wechseln wir das

Hund geht voran und Doris steigt nach. Der Stock dient ihr,

Abteil. Uns bleiben gut 20 Minuten Fahrzeit. «Vollblinde

die Anzahl Stufen zu erkennen. Beim Aussteigen ist es um-

reisen nicht allein», weiss Doris. Sie sind auf Begleitung

gekehrt. Die blinde Person steigt zuerst aus, und der Hund

und Unterstützung angewiesen. Das beginnt bereits bei

folgt erst nach dem Kommando «libera» nach. «Ein Zug mit

der Reiseplanung.

Niederflureinstieg ist für mich nicht zwingend besser, selbst

Hilfe erhalten Reisende mit Beeinträchtigung meist im

bei niveauausgeglichenem Perron. Ein zu grosser Abstand

Familienkreis, in den Bahnreisezentren oder beim SBB

zwischen Bahnsteig und Wagen ist sogar gefährlich.»

Callcenter Handicap. Diese offizielle Hotline steht sowohl

Doris war lange nicht mehr am Zürichsee, sie kommt ur-

Reisenden mit eingeschränkter Mobilität, Menschen mit

sprünglich aus dieser Ecke, und geniesst unseren Aufent-

geistiger Behinderung als auch Blinden und Sehbehinder-

halt in Schmerikon. Wir lassen einen Zug aus. Bei einer

ten gratis zur Verfügung. Doris wagt sich auch alleine auf

Glace erzählt Doris mehr aus ihrem Leben.

Reisen. Auf ihr unbekannten Strecken fragt sie sich durch. Die Leute seien sehr hilfsbereit, aber manchmal mache sie

Schicksal

die Erfahrung, dass Blinde grundsätzlich für dumm gehal-

Vor elf Jahren erlitt Doris nach einer Operation einen sep-

ten würden. Schwierig wird es für sie bei geänderter Stre-

tischen Schock und wurde in der Folge in ein künstliches

ckenführung oder bei Bahnersatz.

Koma versetzt. Ihre Sehnerven sind dabei abgestorben. Nach dem Aufwachvorgang diagnostizierten die Ärzte eine

Ein Hauch «Italianità»

faktische Erblindung. Auf dem linken Auge sieht sie noch

In Wattwil demonstriert Akira einen Teil ihres Könnens.

drei Prozent, auf dem rechten fünf. Für die Direktionsassis-

Rund 40 Befehle kennt ein Blindenführhund, alle in itali-

tentin brach zuerst eine Welt zusammen. Trotzdem haderte

enischer Sprache: Durch die vielen Vokale versteht ein

sie nicht lange mit ihrem Schicksal. Sie setzte alle Hebel in

Hund diese besser als deutsch. «Banca!» befiehlt Doris. Tat-

Bewegung, damit sie durch die Invalidenversicherung für

sächlich trottet Akira in Richtung Bank, die auf dem Perron

eine berufliche Wiederintegration unterstützt wurde. Sie


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besuchte neun Monate die Blindenschule in Basel, wo sie unter anderem die Brailleschrift, blindentechnische Fertigkeiten auf dem Computer sowie den Umgang mit speziellen Hilfsmitteln erlernte. Da Blinde keine Maus bedienen können, musste sie sämtliche Befehle auswendig lernen, ihre vorgängig guten EDV-Kenntnisse haben ihr einiges erleichtert. Trotz ihrer Anstrengungen klappte der berufliche Wiedereinstieg bei ihrem ehemaligen Arbeitgeber leider nicht. Daraufhin hat sie sich für einen Führhund entschieden und ist mit Akira mehr als belohnt worden. Zusammen mit ihrem Mann Hanspeter meistern sie nun zu dritt den Alltag. Das Internet bedient sie so souverän wie das Smartphone. Sie kocht und wäscht selber, entsprechende Einrichtungen im Haus machen das möglich. Selbst fürs Schminken hat Doris mit Permanent-Make-up eine Lösung gefunden. Für sie und Hanspeter ist klar, dass Akira nach ihrer ordentlichen Pensionierung den Ruhestand bei ihnen verbringen darf. Ein neuer Führhund ist kein Thema, solange Akira lebt. Abenteuerlust Akira kriegt etwas Kleines zu fressen und erledigt später ihr grosses Geschäft. Wie hätte es anders sein können, ohne viel Aufhebens säubert Doris die Stelle. Wo ein «Robi» steht, zeigt ihr Akira an. Diesen Begriff hat ihr Doris selber beigebracht. Wir beschliessen spontan, die Route zu ändern, und fahren via St. Gallen zurück nach Wil. Doris scheint für jedes Abenteuer offen. Immer wieder beweist sie, wie selbstständig sie ist. Die Gleise findet sie mithilfe der Braillebeschriftung an den Handläufen, den Lift zeigt ihr Akira auf den Befehl «Taxi», der für alle Fortbewegungsmittel steht. Wenn sie einen Wunsch an die Verantwortlichen des öffentlichen Verkehrs offen hätte, wären dies überall Tafeln auf Augenhöhe, denn diese kann sie Buchstabe für Buchstabe entziffern. Auch die Durchsagen der Haltestellen sind für sie essenziell, um sich zu orientieren. Und wenn dann noch die Ausstiegsseite angekündigt würde, wäre das schon fast perfekt.

Die Nase berührt fast den Bildschirm, aber so kann Doris die Abfahrtstafeln selbstständig lesen.


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Lukas tiefer oris könnte Anders als D n. e besser lese Abfahrtsplän angebrachte

Lukas ist gerne in den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs.

Lukas Schällibaum «An guten Tagen reise ich oft alleine mit öffentlichen Bussen, Zügen oder in Tixis», erzählt Lukas Schällibaum bei unserem ersten Treffen. Für den Alltag nutzt er sein «Auto», wie er seinen Elektrorollstuhl schmunzelnd nennt. An schlechten könne er nicht gut sprechen und sein Körper blockiere sich, was das Steuern des Rollstuhls verunmögliche. «Ich brauche dann bis zu einer Woche, um wieder zu Kräften zu kommen. Gezielte Übungen und mein Wille helfen mir dabei.» So geschehen kurz vor unserem ersten Termin für eine gemeinsame Reise. Lukas wohnt im Imbodehuus in St. Gallen, einer Institution für Menschen mit einer Körperbehinderung und oder einer Hirnverletzung. Er ist zwar sehr selbstständig, benötigt aber doch bei Diversem mehr oder weniger Hilfe, je nach Tagesform. Wie Doris lebt auch Lukas nicht von Geburt an mit einer Behinderung. Im Alter von drei Jahren rannte er in ein Auto und zog sich eine Hirnverletzung zu. Alles, was er heute in Sachen Beweglichkeit und Sprache kann, musste er danach in der Kinderrehabilitation und jahrelangen Therapien wieder lernen. Im zweiten Anlauf klappt unser Vorhaben, von St. Gallen mit dem Bus zum Hauptbahnhof und dann mit der S4 in einem SOB-Niederflurzug nach Wattwil zu reisen. Dort ist er aufgewachsen, und dort wohnen seine Eltern und viele Bekannte. «So alle drei Wochen besuche ich meine Familie», erzählt Lukas. «Ausserdem bin ich einmal pro Monat in einer gemischten Oberstufenklasse für Jugendliche mit Lernbehinderung und rede mit ihnen über das Leben mit Behinderung.» Das seien wertvolle Momente für Lukas. Überhaupt sei er gerne unter Menschen und zeige auch keine Berührungsängste, wenn er gelegentlich komisch angeschaut werde. «Ich finde es wichtig, die Menschen im Umgang mit Behinderten zu sensibilisieren.»


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Routiniert unterwegs

kenne er auswendig, sowohl die der S4 wie auch der S8.

Es regnet nicht an diesem Tag. Sonst müsste Lukas sich und

«Ich würde gerne auch wieder einmal mit dem Voral-

den Rollstuhl unter einer Pelerine verpacken, einen Schirm

pen-Express reisen, aber das ist umständlich, weil ich mit

kann er nicht tragen. Ich habe Mühe, mit ihm Schritt zu hal-

meinem über 100 Kilo schweren Rollstuhl nur mit dem

ten. 45 Kilometer pro Stunde fahre sein Rollstuhl maximal –

Mobilift einsteigen kann und somit auf Hilfe angewiesen

so sei dies zumindest in der Reha von einem Therapeu-

bin», sagt Lukas mit einem Hauch von Wehmut. Aber die

ten getestet worden. «Dann muss ich aber mächtig Gas

Aussicht auf das neue Rollmaterial ab 2019 stimmt ihn

geben», kommentiere ich Lukas’ Information lachend. Wir

wieder um. Grundsätzlich könne er sich an den Bahnhö-

finden ein gemeinsames Tempo und erreichen die Bushal-

fen gut orientieren, aber das Lesen der gelben Abfahrts-

testelle. Man merkt ihm seine Routine an. Gekonnt über-

tafeln sei aus seiner Perspektive nicht immer einfach,

brückt er den Randstein am Trottoir, reiht sich bei der tak-

weshalb er sich in der Regel im Voraus organisiere, dies

tilen Linie ein und gibt dem Chauffeur bei der Ankunft des

meist selber via Internet oder selten über die Hotline.

Busses ein Handzeichen. Dieser steigt aus, montiert eine Rampe, und Lukas kann ungehindert in den Bus fahren.

Rundfahrt um den Säntis

Heute geht das ruckzuck. «Wenn es viele Leute im Bus

Auch das Einfahren in den Zug klappt gut. Der Schiebetritt

hat, ist das nicht so einfach. Mein Rollstuhl braucht auch

schliesst sich fast bündig an den Perron an. «Es ist auch

mit dem guten Wenderadius ziemlich Platz», erklärt er.

schon vorgekommen, dass der Spalt zu gross war. Da bin

Am Hauptbahnhof findet sich Lukas trotz Baustelle ganz

ich einfach zum Lokführer vorgefahren, der mir dann mit

gut zurecht. Mit dem Lift gehts hinunter in die Unterfüh-

der Rampe geholfen hat.» An diesem Nachmittag sind

rung und dann die Rampe hoch zu Gleis 5. Alles prob-

nicht allzu viele Leute unterwegs. Somit hat Lukas auch

lemlos. Den Fahrplan haben wir im Vorfeld gemeinsam

im Zug gut Platz mit dem Rollstuhl. Er besitzt ein GA, weil

besprochen. Die Niederflurverbindungen nach Wattwil

er sich damit nie um ein Billett kümmern muss. Und eine

Der Schiebetritt schliesst die Lücke zwischen Zug und Perron und Lukas kann mit seinem Rollstuhl direkt hinein fahren.


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Ausweiskarte für Reisende mit Behinderung, dank der eine

Das Behindertengleichstellungsgesetz (BehiG) und die SOB

Begleitperson gratis mitfahren kann. Die 33 Minuten Fahrzeit nach Wattwil vergehen im Nu. Lu-

Das Gesetz hat zum Zweck, Benachteiligungen zu verhindern,

kas ist ein angenehmer Gesprächspartner, und es gibt viel zu

zu verringern oder zu beseitigen, denen Menschen mit Behin-

berichten. Über die Geschichte, dass er in der S4 einmal ver-

derungen ausgesetzt sind. Es setzt Rahmenbedingungen, die

sehentlich in die falsche Richtung gefahren sei und sich dann

es Menschen mit Behinderungen erleichtern, am gesellschaft-

spontan entschieden habe, die dreistündige Rundreise um

lichen Leben teilzunehmen und insbesondere selbstständig

den Säntis zu machen, müssen wir beide herzhaft lachen.

soziale Kontakte zu pflegen, sich aus- und weiterzubilden und eine Erwerbstätigkeit auszuüben.

Gastfreundschaft

Das BehiG ist am 1. Januar 2004 in Kraft getreten und gilt

Ich beschliesse, ihn in Wattwil noch bis zu seinem Eltern-

auch für öffentlich zugängliche Einrichtungen des öffentlichen

haus zu begleiten, das rund sieben Minuten Gehdistanz

Verkehrs (Bauten, Anlagen, Kommunikationssysteme, Billett-

vom Bahnhof entfernt liegt. Lukas’ Rollstuhl hat eine Ak-

bezug) und Fahrzeuge.

kureichweite von 60 Kilometern. Das erhöht seinen Bewegungsradius. Ohne mich wäre er trotz zig Strassenque-

Die SOB ist mit der BehiG-Umsetzung auf Kurs und hat be-

rungen und Trottoirrampen schneller – oder doch nicht?

reits den grössten Teil der Auflagen erfüllt. Sie steht im regen

Denn Lukas wird von einigen Passanten freundlich be-

Austausch mit den verschiedenen Behindertenorganisationen

grüsst. Man kennt sich anscheinend und hat Zeit für einen

und -verbänden, um möglichst viele der teilweise unterschied-

Schwatz in diesem Dorf.

lichen Bedürfnisse von hör-, seh- und gehbehinderten Men-

Der Empfang bei Lukas’ Eltern Vreni und Jürg ist herz-

schen abzudecken. Bis 2023 werden alle Stationen umgebaut,

lich, und ich werde eingeladen, doch noch auf einen Kaf-

und das Rollmaterial wird ersetzt sein.

fee reinzukommen. Ich bin froh um die Tulpe, die ich in St. Gallen an der Kasse erhalten habe, als ich uns ein Getränk für die Fahrt besorgte. Wir überreichen sie Lukas’

Die Übersichtspläne auf der Webseite www.sob.ch zeigen die

Mutter, die heute Geburtstag feiert, wie er mir unter-

Situation aller Bahnhöfe entlang der SOB-Linien.

wegs erzählt hat. Jürg und ich gehen vor, in den oberen Stock ins Wohnzimmer. Ich nehme an, dass Vreni Lukas mit dem Treppenlift hilft. Einige Zeit später kommen sie

Telefonnummer SBB Call Center Handicap: 0800 007 102

beide – zu Fuss – auch ins Wohnzimmer. Heute ist ein

Täglich von 6 bis 22 Uhr. Der Anruf ist in der Schweiz gratis.

guter Tag!

Mit feinen Bewegungen an diesem

Mithilfe seiner Eltern erklimmt Lukas die

Joystick lenkt Lukas sein «Auto».

Stufen vom Erd- ins Obergeschoss.


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Eingesandtes

Ihr Erlebnis Fahren Sie oft mit uns? Oder sitzen Sie heute vielleicht sogar zum ersten Mal in einem unserer Züge? Wie gefällt Ihnen die Fahrt? Was sehen Sie, wenn Sie aus dem Fenster schauen? Hat Sie gerade jemand im Abteil zum Lachen gebracht? Wohin geht Ihre Reise heute?

Jetzt en einsend

Das und noch mehr wollen wir gerne von Ihnen erfahren. Teilen Sie uns Ihr lustigstes oder speziellstes Erlebnis in einem SOB-Zug mit. Schicken Sie uns Ihr schönstes Foto, das Ihnen während einer Fahrt mit uns gelungen ist. Ob kurios, romantisch oder alltäglich – wir freuen uns auf Ihre Beiträge. Und vielleicht entdecken Sie Ihre Geschichte oder Ihr Foto in der nächsten Ausgabe. einsteigen@sob.ch

Indem Sie uns Ihren Beitrag senden (Foto, Geschichte, Zeichnung usw.), erklären Sie Ihr Einverständnis, dass die SOB diesen auf ihren Online- und Offlinekanälen und anderen Medien ohne zeitliche oder geografische Einschränkung nutzen, insbesondere auch publizieren darf. Sie verzichten auf Honorarzahlungen in jeglicher Form und erheben keine weiteren Ansprüche. Wir versichern, dass wir das Material nicht für Zwecke verwenden, die unerlaubt, strafbar oder rufschädigend sind.


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Erklärendes

400 Chancen für die SOB Beim Kundendienst der SOB gehen pro Jahr über 400 Mitteilungen ein. Meist melden sich Reisende, die mit einer Dienstleistung unzufrieden sind. Wir sehen in jeder Rückmeldung eine Chance, uns zu verbessern. Manchmal mit Erfolg, manchmal ohne. Text: Claudine Roth, Grafik: sag's Zufriedene Kunden sind ein Indikator für Qualität. Die SOB hat deshalb seit Jahren einen Kundendienst, der Reklamationen, Verbesserungsvorschläge und gelegentlich ein Lob entgegennimmt. So erfährt sie, wo es klemmt, und kann bei Bedarf Massnahmen zur Verbesserung ableiten. Anschlussbrüche, Bauarbeiten, Begegnungen im Zug 435 Rückmeldungen gingen 2016 im SOB-Kundendienst ein. 366 davon waren negativ. Am häufigsten ärgerten sich die Kunden, wenn sie einen Anschlusszug oder -bus verpassten und am Bahnhof auf die nächste Verbindung warten mussten. Am zweithäufigsten beschwerten sie sich wegen Lärm oder Baustellen, und am dritthäufigsten gaben Begegnungen im Zug zwischen Passagieren und Zugpersonal Anlass zur Reklamation. Was auch immer die Kunden frustrierte, wir hörten jedes Mal genau hin. Und nahmen jedes Anliegen ernst. Das zeigt auch der Prozess, der innerhalb der SOB mit jeder Kundenreaktion angestossen wird. Eine Beschwerde landet fast immer zuerst beim Kundendienstteam. Vier Personen nehmen von Montag bis Freitag Anrufe entgegen, lesen E-Mails oder Tweets und Posts in den sozialen Medien. Das Team leitet die Beschwerde dann je nach Thema an die Abteilung weiter, die fachlich dazu Stellung nehmen kann. Diese prüft auch, ob Massnahmen nötig und möglich sind, und leitet sie im besten Fall sofort ein. Den Entscheid über allfällige Sofortmassnahmen und eine Situationsanalyse des Beschwerdegrunds spielt die Abteilung an das Kundendienstteam zurück, das dann entweder den Telefonhörer in die Hand nimmt, eine neue E-Mail öffnet oder dem Kunden die Antwort zurückzwitschert. Die Kunden hören oder lesen in jedem Fall etwas von uns, ausser sie wünschen dies ausdrücklich nicht. Von Amerika nach England Wie der Kreislauf in der Praxis funktioniert, zeigt das Beispiel «Lautsprecherdurchsagen im Voralpen-Express». Im Dezember 2014 führten wir in den Voralpen-Express-Fahrzeugen englische Durchsagen ein. Damit wollten wir unsere nicht deutschsprachigen Gäste willkommen heissen und sie über die nächsten Stationen informieren. Zunächst entschieden wir uns für einen Sprecher aus den USA, der die Begrüssung «The Südostbahn welcomes you aboard the Voralpen-Express and wishes you a pleasant journey» in amerikanischem Englisch sprach. Während ausländische Kunden den neuen Service bestimmt schätzten,


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trafen wir den Nerv einiger Vielreisender leider nicht. Sie teilten uns mit, dass ihnen die neuen Durchsagen überhaupt nicht gefielen. Manche bezeichneten die Sprecherauswahl gar als Missgriff, und durchwegs alle wünschten sich einen Ersatzmann britischer Herkunft. Die Arbeitsgruppe, die für die Aufnahmen zuständig war, nahm den Wunsch der Reisenden ernst und begab sich mit einem neuen Sprecher – einem Herrn aus Grossbritannien, der seine Stimme auch englischen Lehrmitteln lieh – erneut ins Studio. Seit Dezember 2016 werden unsere Voralpen-Express-Reisenden nun in britischem Englisch begrüsst. Negative Rückmeldungen zu den Durchsagen haben wir seitdem nicht mehr erhalten. Auf manche Anliegen können wir nicht so leicht oder schnell eingehen. Gründe sind dann oft planerischer oder technischer Natur und zeigen sich häufig in Anschlussbruchfällen. Wenn Kunden am Bahnhof stranden, weil ihr Zug zu spät eingefahren ist und sie ihren Anschluss knapp verpasst haben, ärgern sie sich verständlicherweise. Sie fragen sich und uns dann oft, wieso der Anschlusszug nicht warten konnte. Das hat zum einen mit der Infrastruktur, also den Gleisen, zu tun und zum anderen mit dem dicht befahrenen Zugnetz in der Schweiz. Würde der Anschlusszug abwarten und in der Folge selbst zu spät losfahren, würde er entgegenkommende oder nach ihm folgende Züge blockieren, und das hätte direkte Auswirkungen auf den gesamten Schweizer Fahrplan. Trotzdem nimmt der Kundendienst auch diese Beschwerden ernst und leitet sie intern weiter. Die Profis in den betroffenen Abteilungen beobachten den Problemherd. Spitzt sich die Situation zu und sind zudem Fahrzeuge und Gleise anderer Transportunternehmen betroffen, stecken sie auch mal die Köpfe mit ihren Pendants zusammen. Auf diesen Austausch, z.B. mit der SBB, und die gemeinsame Problemlösung legt die SOB viel Wert. Auch die Kundendienstteams der beiden Bahnen tauschen sich regelmässig aus. Heute transportieren wir pro Jahr rund 13 Millionen Reisende. In Zukunft werden es noch mehr Personen sein. Auch das Schweizer öV-Netz wird sich verdichten, und das Mobilitätsbedürfnis unserer Reisenden wird sich ändern. Die Kunden sollen dann weiterhin die Möglichkeit haben, sich zu beschweren, wenn etwas nicht funktioniert, Kritik anzubringen, wenn es irgendwo klemmt, und ihrem Ärger über eine bestimmte Situation Luft zu machen. Wir werden für sie da sein.

Der SOB-Kundendienst ist Teil der Abteilung «Unternehmenskommunikation» und wird durchschnittlich von vier Personen betreut. Selbstverständlich findet «der Dienst am Kunden» auch auf andere Weise statt, nämlich im direkten Kontakt zwischen Reisenden und dem Zug- und Lokpersonal (rund 200 Personen) bzw. den Mitarbeitenden in den Bahnreisezentren (30 Personen). Wie die Kunden ihre Anliegen anbringen, spielt am Ende keine Rolle. Für die SOB ist jedes Kundenfeedback wertvoll und eine Chance, an sich zu arbeiten. Und natürlich freut sie sich auch über ein Lob, wenn ihr etwas gut gelungen ist.


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Detailliertes

Die Heinzelmännchen bei der SOB Sie sind 24 Stunden an 365 Tagen im Jahr für die Reinigung

Von der schnellen Sichtreinigung …

unserer 27 Züge und 34 Bahnhöfe und Haltestellen im Ein-

Bei der sogenannten Sichtreinigung räumt eine Person alles

satz: 35 fleissige Mitarbeitende aus den Service-Zentren

aus dem Zug, was offen und sichtbar herumliegt: Zeitungen,

Herisau und Samstagern schleppen im Laufe eines Jahrs so

Büchsen, Flaschen und übrigen Abfall. Diese Putztour wie-

einiges an Abfall aus unseren Zügen und Bahnhöfen.

derholt sich bis zu dreimal pro Tag und dauert in der Regel

Text: Brigitte Baur, Grafik: sag's

knappe zwölf Minuten.

Wenn bei den Bahnhöfen und Haltestellen tägliches Wi-

… bis zur zeitintensiven Nachtreinigung

schen und Kübelleeren ausreicht, putzt das Zugreinigungs-

In der Nacht, wenn die Züge an ihren zugewiesenen Bahn-

personal bis zu viermal täglich während der Hauptver-

höfen stillstehen, dauert die gründliche Reinigung eines 200

kehrszeiten alle unsere 145 Wagen mindestens einmal

Meter langen Voralpen-Express mit drei Mitarbeitenden

durch. Dreimal pro Tag im Schnelldurchlauf, einmal gründ-

schon mal bis zu acht Stunden. Was unsere fleissigen Sau-

lich in der Nachtschicht.

bermänner und -frauen pro Jahr alles an Abfall aus unseren Zügen und Bahnhöfen wegräumen, zeigen die eindrücklichen Zahlen in der Infografik.

Abfallmenge in unseren Zügen und Bahnhöfen pro Jahr Restmüll

26 t

Papier und Karton

PET

Alu

Glas

21 t

10 t

6,5 t

1,5 t Reinigungsgänge Bahnhöfe pro Jahr

12 410 Mal wird gereinigt

17 Personen

34 Bahnhöfe und Haltestellen


15

Reinigungsgänge Züge pro Jahr

8 537

Mal wird gereinigt

27

Züge (23 Flirts, 3 VoralpenExpress, 1 NPZ)

18 Personen

Sichtreinigung

Intensivreinigung

(was gerade herumliegt plus Kübel)

(inkl. Kübel, WC, Fenster, Böden)

Flirt

Flirt

12 Minuten

45 Minuten

Voralpen-Express

Voralpen-Express

105 Minuten

492 Minuten

Wasch- & Trockengänge pro Jahr

Materialverbrauch pro Jahr

(Putzlappen und Wischmop)

500 000 2 590 Waschgänge

2 500 Trockengänge

Putzlappen

80 000

Wischmop

17 600

Rollen WC-Papier

8 000

Paar Gummihandschuhe

6 944

Liter Reinigungsmittel

3 000

Abfallsäcke


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Bauliches

Lautes leiser machen Bauen geht nicht ohne Geräuschkulisse. SOB-Gesamtprojektleiter Richard Enz stellt sich den Fragen rund um den Baulärm während des «Cluster Süd 2017». Interview: Ursel Kälin, Foto: Christof Sonderegger, Grafik: sag’s Die SOB wird über mehrere Monate auf dem Streckenabschnitt Pfäffikon–

Weiterführende Informationen

Samstagern bauen. Warum werden die Arbeiten nicht schrittweise ausgeführt?

www.bafu.admin.ch

Richard Enz: Bei diesem dichten Fahrplanangebot ist es nicht mehr möglich, nur in Nachtbetriebspausen effizient grosse Bauprojekte zu realisieren. Bei diesem Grossprojekt sind drei Intensivbauphasen vorgesehen (s. Kasten). Das Gros der Arbeiten erfolgt während der Totalsperre, und zwar hauptsächlich tagsüber in zwei Schichten. Eine kurze, wenn auch lärmintensive Bauzeit ist für alle Beteiligten vorteilhafter, als über Monate oder gar Jahre hinweg Dauerbaustellen mit Beeinträchtigungen für Reisende und Anwohnerschaft. Bauen verursacht Lärm. Welche Vorgaben sind einzuhalten? Wir sind gehalten, die gesetzlichen Vorgaben umzusetzen. Umweltschutzgesetz, Lärmschutzverordnung, Maschinenlärmverordnung und die Baulärmrichtlinie vom Bundesamt für Umwelt geben die Richtschnur vor. Aber wir machen beim «Cluster Süd 2017» weit mehr, und zwar deshalb, weil mehrere Projekte im dichten Siedlungsgebiet liegen. Lärm ist bei diesem Grossprojekt unvermeidlich. Deshalb macht unsere Umweltbaubegleitung auch Baulärmberatung beim Gleisbauunternehmer. Welche Aufgaben hat die SOB dem Umweltbaubegleiter übertragen? Wir haben Messungen vornehmen und ein Baulärmkonzept erstellen lassen. Darin sind die Lärmquellen, die zu treffenden Massnahmen sowie Zeitbeschränkungen für gewisse Arbeiten festgehalten. Es wird unterschieden zwischen Tagund Nachtarbeiten sowie zwischen allgemeinen und lärmintensiven Bauarbei-

Die SOB erneuert zwischen Wilen bei

ten, die nur zu bestimmten Zeiten ausgeführt werden sollen bzw. dürfen.

Wollerau und Samstagern auf rund vier Kilometern

die

gesamte

Infrastruk-

Wie lassen sich die Bauarbeiten, die teils sehr lärmintensiv sind, differenzieren?

tur. Mehr als ein Dutzend Teilprojekte

Man unterscheidet zwischen lärmintensiven Bauverfahren, Maschineneinsatz

umfasst das Grossprojekt «Cluster Süd

und auch unsachgemässem Verhalten. Ein lärmintensives Bauverfahren ist das

2017». Die Arbeiten zwischen Pfäffikon

Einschlagen von Rammgut. Lärmintensiv sind Fräsmaschinen, Bohrer, Sägen

und Samstagern beginnen am 21. Mai,

oder Helikoptereinsätze. Zu vermeiden ist auch – vor allem in der Nacht – das

jeweils von 22.00 Uhr bis 5.30 Uhr,

Umschichten von Metallgegenständen. Hier haben wir angesetzt, indem wir be-

mit Teilsperrungen von sieben Wochen

stimmte Zeitfenster vorgegeben oder bestimmt haben, welchen Anforderungen

Dauer. Von Montag, 10. Juli, 0.30 Uhr

die Maschinen genügen müssen.

bis Montag, 14. August, 4.30 Uhr wird der Streckenabschnitt total gesperrt.

Was heisst das auf das SOB-Grossprojekt bezogen?

Dann folgen erneut Teilsperrungen bis

Wir erneuern die Fahrbahn auf einer Länge von rund vier Kilometern. Dabei

in den September, jeweils von 22.00 Uhr

setzen wir speziell während der fünfwöchigen Totalsperre grosse Gleisbauma-

bis 5.30 Uhr.

schinen ein. Intensive Lärmeinwirkungen entstehen beim Abtragen und Verla-

Es verkehren Bahnersatzbusse.

den der Schienenjoche sowie von Gleisen und Schotter. Einen grossen Einfluss hat die Zusammenstellung des Bauprogramms. Hier haben wir darauf geachtet,

Aktuelle Informationen finden Sie im

dass grundsätzlich die Arbeiten nur zweischichtig ausgeführt werden. Sie wer-

Onlinefahrplan.

den tagsüber, wenn auch teilweise bis in die Randstunden ausgeführt. Die dritte


17

Schicht in der Nacht und die Sonntage werden aus Rücksicht zu den Anwohnerinnen und Anwohnern voraussichtlich nicht für Arbeiten benutzt. Heisst das, dass die Lärmbeeinträchtigungen entlang der Strecke unterschiedlich sind? Ja, die intensiven Lärmeinwirkungen «wandern». Auf 2 × 300 Meter langen Abschnitten dauern lärmintensive Bauarbeiten weniger als eine Woche. Daneben führen wir noch andere Wanderbautätigkeiten entlang der Strecke aus wie die Sanierung von Bahnübergängen oder das Erstellen von neuen Mastfundamenten. Können Sie den Massnahmenkatalog zur Lärmreduktion etwas näher erläutern? Der Massnahmenkatalog ist weitreichend: Von Vorgaben für die Ausschreibung über den Einsatz von Maschinen oder organisatorischen Massnahmen fokussiert er sich auf die Phase der Bauausführung. Einsatzplanung, Arbeitsvorbereitung und Transporte inklusive Linienführung von Transportrouten sind ebenso aufgeführt wie lärmminderndes Verhalten auf Baustellen. Richard Enz SOB-Gesamtprojektleiter

Wie wird die Umsetzung bzw. Einhaltung sichergestellt? Da einzelne Bauabschnitte in stark besiedeltem Gebieten liegen, haben wir

«Cluster Süd 2017»

spezielle Vorkehrungen getroffen. Wir haben alle am Grossprojekt beteiligten Unternehmen auf die Einhaltung des Baulärmkonzepts verpflichtet. Maschinen und Geräte müssen dem Stand der Technik entsprechen. Vor Baubeginn erfolgen Schulungen für das Baupersonal, um ein lärmminderndes Verhalten zu erreichen. Natürlich werden auch Audits gemacht. Laufende Maschinen z. B., so unsere Erfahrung, stören oftmals weniger als lautes Zurufen oder Gespräche während der Nacht. Lärmbeeinträchtigungen werden so unterschiedlich wahrgenommen? Ja, das zeigt unsere Erfahrung. Abgesehen davon, dass wir uns an die gesetzlichen Vorgaben halten und darüber hinaus den Massnahmenplan haben bewilligen lassen, wissen wir, dass Lärm sehr subjektiv empfunden wird. Wir beabsichtigen, in den Medien sowie auch an Anwohnerveranstaltungen über das wegen der zahlreichen Strassenkreuzungen sehr herausfordernde Projekt frühzeitig und breit zu informieren, und zählen auch auf das Verständnis der Anwohnerschaft.

A3

Strassenanpassung Wilen

P55 Riedmatt Ersatz Windschieffahrleitungsanlage

Ergänzung Lichtwellenleiter Samstagern–Wollerau

A3-Brückentrogsanierung

Fussgängerunterführung Hergisroos

Ersatz 4 Bahnübergänge Wollerau

RIEDMATT

SAMSTAGERN

Fahrbahnerneuerung Samstagern–Wollerau

Streckensperrung Samstagern–Pfäffikon

Ersatz Bahnübergang 2 Wilen

WILEN Ersatz Kabelkanal Freienbach–Wollerau

WOLLERAU Sanierung Gleis 2 Wollerau

Beleuchtung Haltestelle Wilen

Ersatz Bahnübergang 1 Wilen

Fahrbahnerneuerung Wilen

Ergänzung Lichtwellenleiter Wollerau–Pfäffikon

Ersatz Streckenkabel Freienbach–Samstagern


Einsteigen Aufsteigen Gewinnen

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19

Berufliches

Auftrag: Wohlfühlatmosphäre schaffen Peter Bruderer ist einer der Schweizer Bahnspezialisten in Sachen Konstruktion und Herstellung von Zügen. Er ist als Flottenmanager für die Beschaffung des neuen Rollmaterials für den Voralpen-Express verantwortlich. Nicht alltäglich dieses Projekt und ein Fulltime-Job, unter dem man sich vorerst vielleicht wenig vorstellen kann. Text: Nicole Wolf, Fotos: SOB, Claudine Roth Peter strahlt eine angenehme Ruhe aus. Seine Wortwahl ist besonnen und überlegt. Er wirkt wie ein vertrauenswürdiger Arzt. Dies kommt mir zumindest in den Sinn, als wir das Gespräch beginnen. Ein Berufsporträt soll es werden. Als Peter über seinen beruflichen Werdegang zu berichten beginnt, erinnert die Situation an ein Bewerbungsgespräch, was uns amüsiert. Spontan fällt mir die merkwürdigste Frage ein, die mir bei einem Bewerbungsgespräch je gestellt wurde: «Welches Tier wären Sie gerne?» Peter erheitert diese Frage. Mich erstaunt seine Antwort. Später nicht mehr, denn Peters Vielseitigkeit ist einzigartig, wie ich feststellen werde. Zur Beantwortung der Frage aber später, vordergründig interessiert jetzt: Was ist Peters Aufgabe bei der SOB? Wie kam er zu dieser ungewöhnlichen Tätigkeit? Auf den Boden gekommen Ein Tüftler war er immer. Vor allem der Leichtbau hatte es ihm bereits in jungen Jahren angetan, schildert er. So fiel seine Studienwahl auf Maschinenbau: Spezialisierung Flugzeugbau, Vertiefung Leichtbau. Einer der heutigen Schweizer Bahnfachleute studientechnisch spezialisiert auf Flugzeugbau? Richtig. Die Technologie faszinierte ihn, weniger das Fliegen selbst, und wie der Zufall oft spielt: Die FFA (Flug- und Fahrzeugwerke Altenrhein AG), bei der er nach dem Studium zu arbeiten begann, schloss ihre Abteilung für Flugzeugbau. Daraufhin bekam Peter das Angebot, in den Schienenfahrzeugbereich zu wechseln. So landete er bei der Bahn und sprichwörtlich «von der Luft kommend auf dem Boden». Seine Vorliebe für aussergewöhnliche technische Lösungen konnte er hier genauso ausleben, denn auch im Bahnbetrieb ist es notwendig, möglichst leicht zu bauen. Im Laufe seiner Karriere durchlief er so manche Station. Bevor er zur SOB wechselte, arbeitete er unter anderem bei der Alusuisse Road & Rail AG, der Schindler Waggon AG und der Stadler Rail AG. Tätig als Projektleiter im Inund Ausland, unterstützte respektive leitete er die Entwicklung des NPZ (Neuer Pendelzug, der im Nahverkehr eingesetzt wird), des SBB-Panoramawagens sowie des Flirt. Nach 14 Jahren bei Stadler reizte ihn ein Angebot der SOB. Er erhielt die Chance, als Projektleiter in ein einmaliges Projekt einzusteigen: die Beschaffung und Einführung des neuen Rollmaterials für den Voralpen-Express. Peter wagte den Schritt.


20

Hält Peter da tatsächlich schon die neuen VAE-Farben in den Händen oder will er uns damit in die Irre führen?

Stets in Bewegung

und Bedürfnissen des Lokpersonals gestaltet. Ebenfalls inte-

Seit zwei Jahren widmet er sich nun diesem Mammut-

ressant ist die Arbeit mit dem Reinigungspersonal, vor allem

projekt und fühlt sich rundum wohl, was wichtig ist, denn

die Auswahl der verschiedenen Produkte für die Oberflä-

letztlich ist sein Kernauftrag, eine Wohlfühlatmosphäre im

chen und Sitze sowie die gemeinsamen Versuche und Tests,

neuen Voralpen-Express zu schaffen. Die Wagen müssen ei-

z.B. dazu, welche Reinigungsmittel am effizientesten funk-

nen einzigartigen Komfort bieten, um den Ansprüchen des

tionieren. Nicht zu vergessen ist auch der kreative Prozess

Touristen oder Tagesausflüglers genauso gerecht zu wer-

mit internen und externen Projektpartnern, was die Erarbei-

den, wie jenen des Pendlers. Der Fahrgast soll maximale Be-

tung des Designs und Komforts der Innenausstattung oder

quemlichkeit für seine individuellen Bedürfnisse vorfinden,

die Farbauswahl für das neue äussere Erscheinungsbild be-

Verpflegungsmöglichkeiten nützen können und sich schlicht

trifft. Über die Farbe schmunzelt Peter, denn eine eigens

und einfach wie in einem Wohnzimmer fühlen.

dafür kreierte ist in Entwicklung. Eine Kombination, die bis

Peters Job ist vielseitig und verändert sich von Projektpha-

dato noch nicht durchs Land gefahren ist.

se zu Projektphase teilweise komplett. Es gilt, innovatives

Nicht zu glauben, aber Peter hat an weiteren Fäden zu zie-

Rollmaterial auf das Papier und vom Papier auf die Schie-

hen: Mit im Boot, oder besser im Wagen, sind auch externe

ne zu bringen. Projektmanagement, Projektdokumentation,

Fachspezialisten, Ingenieurbüros, Kooperationspartner, Be-

Finanzierungsgesuche (Bund und Bestellerkantone), Kos-

hindertenverbände und Anwälte. Als Projektverantwortli-

tenüberwachung, Terminkoordination und -überwachung,

cher hat er mit den unterschiedlichsten Menschen zu tun.

Risikomanagement und Risikoanalyse gehören zu seinen

«Zu guter Letzt ist es immer Teamwork», quittiert er. Pe-

Aufgaben, um nur einige zu nennen. Kurz zusammengefasst:

ter ist gerne Generalist, nicht bünzlig und übergenau. Seine

Peter ist die Schnittstelle zwischen den verschiedenen Pro-

Arbeitsweise beschreibt er als integrativ. Nicht alleine ent-

jektbeteiligten.

scheiden, Konsens im Team schaffen, Leute beteiligen, das

Intern ist er in engem Kontakt mit Fachkommissionen und

ist ihm wichtig. Das gemeinsame Schaffen empfindet er bei

Fachstellen der diversen Geschäftsbereiche. Ganz beson-

der SOB als einzigartig und schätzt er sehr.

ders schätzt er die Zusammenarbeit mit dem Lok- und Zug-

Nächstes Jahr wird ein gemeinsamer Meilenstein erreicht:

personal, da dieses wichtige Infos für die Konzeption liefert.

die Fertigstellung der ersten Fahrzeuge. Dann heisst es nicht

So wird z.B. der Lokführerstand ganz nach den Wünschen

mehr nur am Schreibtisch sitzen, sondern es geht ab ins


21

Mit seinen Händen überprüft Peter, wie sich das Kopfpolster anfühlt.

Feld. Ein Jahr lang werden die Fahrzeuge bis ins kleinste Detail getestet. Sind die Züge dann im Betrieb, ist nicht Schluss mit der Arbeit am Rollmaterial. «Bis zu meiner Pensionierung habe ich noch genug zu tun», schliesst Peter heiter ab. Abseits der Gleise Bei der Frage, was der Privatmensch Peter Bruderer in seiner Freizeit so mache, lacht er und meint: «Ich habe vier Kinder, die halten mich auf Trab.» Und so nebenbei rückt er mit einem speziellen Faible raus: Der Blues hat es ihm angetan, er organisiert sogar Blueskonzerte für teilweise über 100 Zuschauer. Wow! Wie vielseitig, Kompliment. Ap-

Die SOB sucht immer wieder Fachkräfte aus der öV-Branche und

ropos Vielseitigkeit: Das bringt uns zurück zur Frage «Wel-

technisch- und bahnorientierte Spezialisten.

ches Tier wären Sie gerne?». Ein Schmunzeln lässt sein

www.sob.ch/stellen

Gesicht erstrahlen, und er antwortet: «Ein Wildschwein.» Mit viel war zu rechnen, aber ein Wildschwein? Ja genau! Er hat in jungen Jahren Wildschweine beim Schloss Laufen

Zahlen und Fakten zum Rollmaterial

gehütet. «Faszinierende Tiere. Einfach fesselnd, wie sie ihr

Anzahl der neu beschafften Fahrzeuge:

Dasein geniessen, sich suhlen, ihre Unabhängigkeit, Weis-

6 Voralpen-Express-Züge

heit und Lebenskraft zeigen», sinniert Peter. Mich faszi-

5 S-Bahn-Züge

niert Peters Mannigfaltigkeit. Das Gespräch steckte für

Gesamtinvestition: 170 Millionen Franken

mich wirklich voller Überraschungen. Die einzige Überraschung, die jetzt noch bleibt, ist, mit welcher Farbe der

Lesen Sie mehr über die Vergangenheit des Voralpen-Express

Voralpen-Express ab 2019 durch die Schweiz düst … doch

auf der nächsten Seite.

das wird nicht verraten.


22

Der Voralpen-Express feiert dieses Jahr sein 25-jähriges Bestehen. Ein Blick in die Geschichtsbücher zeigt aber, dass die beliebte Zugstrecke bereits vor 1992 bestanden hat. In den folgenden Zeilen nehmen wir die Vergangenheit des Voralpen-Express genauer unter die Lupe. Text: Carla Ullmann, Foto und Plakat: Aus dem Buch «Bodensee-Toggenburg-Bahn» von Gerhard Oswald, Grafik: sag's

Die Geschichte des Voralpen-Express nahm ihren Anfang mit der Gründung der Bodensee-Toggenburg-Bahn (BT) zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Als 1906 mit dem Gleisbau begonnen wurde, stiessen die Bauarbeiter rasch auf Probleme. Alle, die die Strecke zwischen der Ost- und der Zentralschweiz einmal gefahren sind, wissen um deren landschaftliche Besonderheiten. Die Topografie erschwerte den Bau und dämpfte die anfängliche Euphorie. In der Folge mussten viele Brücken, Viadukte, Tunnels und enge Schleifen gebaut werden. Die Arbeiten gestalteten sich aufwendiger als erwartet, und nur dank der finanziellen Unterstützung der SBB konnte die Strecke von Romanshorn nach Rapperswil 1910 fertiggestellt werden. Die Eröffnung wurde an vielen Bahnhöfen gebührend gefeiert. War die BT-Bahn lange Zeit nur mit ihren roten Zahlen in Verbindung gebracht worden, galt ihr nun das verdiente Lob. Zusammenarbeit dank Elektrifikation Die BT-Bahn wurde zu Beginn noch mit Kohle betrieben. Da in den 1920er-Jah-

Die «direkte Linie» wird mit dem Bild vom vorwärts-

ren die Kohle- und Schmierstoffpreise stetig stiegen, entschied man sich für den Schritt in die Elektrifikation. Als die Südostbahn, die in der Zentralschweiz verkehrte, im Jahr 1939 ihre Züge ebenfalls elektrifizierte, stand einer erfolgreichen Zusammenarbeit beider Bahnen nichts mehr im Weg. Schon damals sah man den Vorteil, den eine direkte Verbindung von der Ost- in die Zentralschweiz bringen würde. Ermöglicht wurde die sogenannte «direkte Linie» dann in der Blütezeit nach dem Zweiten Weltkrieg: Der Umstieg in Arth–Goldau war nicht mehr nötig, die Verbindung zwischen Romanshorn und Luzern war nun eine direkte. Die Voralpen-Express-Strecke bestand somit bereits im Jahr 1949. Der Voralpen-Express erhält seinen Namen 1982 führten die Verantwortlichen den Taktfahrplan ein. Die Verbindung zwischen Romanshorn und Luzern wurde nun zweistündlich als Schnellzug und stündlich als Regionalzug aufrechterhalten. Die drei Bahnen SBB, BT und Südostbahn bildeten eine einfache Gesellschaft und hatten je einen Drittel Anteil an der «direkten Linie». In den 1990er-Jahren verdichtete sich das Schienennetz in der Schweiz, sodass das Thema Vermarktung in den Vordergrund rück-

strebenden BT-Direktor Walter Kesselring beworben.


23

St.Gallen Hoher Kasten

Herisau

Kronberg Wattwil

Säntis

Rapperswil Schmerikon

Uznach

Wollerau Pfäffikon SZ

Luzern

Luzern Verkehrshaus

Churfirsten

Biberbrugg

Küssnacht a.R.

Meggen Zentrum Arth-Goldau Rigi Fronalpstock

Pilatus

Stanserhorn

te. Für eine ideale Vermarktung brauchte es einen einheitlichen Markenauftritt und einen prägnanten Namen. Im Jahr 1992 entschieden sich die drei Parteien für «Voralpen-Express». Das Marketing wurde gemeinsam intensiv vorangetrieben, um den Voralpen-Express in der gesamten Schweiz bekannt zu machen. Im Jahr 2001 fusionierte die BT mit der Südostbahn zur Schweizerischen Südostbahn AG (SOB), die nun zwei Drittel Anteil an der beliebten Strecke besass. Die Verhandlungen zwischen der SOB und der SBB im Jahr 2012 sind vielen noch heute präsent. Damals kaufte die SOB der SBB den verbliebenen Anteil ab. Von da an ist die SOB die alleinige Inhaberin des Voralpen-Express. Der Voralpen-Express hat eine turbulente Geschichte hin-

Aufwendiger Bau des

ter sich und war lange Zeit weit von einem Paradeprodukt

Weissenbachviadukts 1907

entfernt. Umso stolzer sind wir, dass sich die Verbindung trotz den anfänglichen Stolpersteinen sowohl bei Pendlern als auch bei Touristen etabliert hat. Indem der Vor-

pen-Express und haben andere Bedürfnisse. Sie schätzen

alpen-Express die Bedürfnisse beider Kundengruppen ab-

die grossen Fenster, die Ablagefläche fürs Gepäck und das

deckt, hebt er sich von anderen Angeboten im Schweizer

Verpflegungsangebot. Die Präferenzen beider Zielgruppen

Schienennetz ab. Somit ist der Voralpen-Express fast schon

mussten auch aktuell bei der Beschaffung des neuen Roll-

ein Unikum in der Schweiz. Die Pendlerinnen und Pendler

materials beachtet werden. Mit dem Austausch der gesam-

werden fünf Tage in der Woche an den Arbeitsplatz oder

ten Voralpen-Express-Flotte Ende 2019 wird ein neuer

zur Schule gebracht. Für sie sind während der Zugfahrt die

Meilenstein in der Geschichte der Bahn gesetzt. Dann wird

Steckdose und die Ablage für den Laptop wichtig. Touris-

die einheitliche Flotte in neuem Design auf der Strecke

ten hingegen steigen für Ausflüge und Reisen in den Voral-

zwischen St. Gallen und Luzern verkehren.


24

Dank der breiteren Auflagefläche und der vierfachen Verbindung liegt das Gleis stabiler auf dem Schotter.

Fortschrittliches

Ohrenschwellen für die Schweiz Wieder einmal nimmt die SOB in der Schweizer Bahnlandschaft eine Vorreiterrolle ein. Als erstes Bahnunternehmen setzt sie auf ihrer Strecke die neu entwickelte Ohrenschwelle ein. Das SOB-Netz eignet sich wegen der engen Kurvenradien besonders für diesen Pilotversuch, und die neuen Schwellen sollen – für die SOB nicht ganz unwesentlich – die Unterhaltskosten senken. Text: Tim Büchele, Fotos: Stefan Obrist Ohrenschwellen sind Betonschwellen und heissen in Fachkreisen auch HD-Schwellen oder Heavy Duty Sleeper. Nachdem diese in Österreich auf verschiedenen Strecken bereits seit mehreren Jahren erfolgreich im Einsatz gewesen sind, führt die SOB dieses Jahr einen Pilotversuch in der Schweiz durch. Im Rahmen des «Clusters Süd», bei dem während der Sommerferien die gesamte Strecke Samstagern–Wilen bei Wollerau modernisiert wird (siehe Seite 16), baut die SOB im Bereich der engsten Kurven – unterhalb von Samstagern beträgt der Kurvenradius lediglich 221 Meter – die neuen HD-Schwellen ein. Breiter und deshalb stabiler In der Schweiz sind neben Betonschwellen auch Schwellen aus Stahl oder Holz im Einsatz. Die SOB verfolgt allerdings seit einigen Jahren die Strategie, in ihrem Hauptnetz vorwiegend Betonschwellen einzusetzen, um die Lebensdauer der Gleise zu erhöhen. Stahlschwellen verbaut sie auf schwächer belasteten Strecken und eliminiert dadurch nach und nach die ökologisch heiklen, in Teeröl getränkten und unwirtschaftlichen Holzschwellen. Im Vergleich zu Stahl- und Holzschwellen haben Schwellen aus Beton per se ein


25

Sogar aus diesem Winkel lässt sich die Hundeknochenform der HD-Schwellen erahnen.

sehr gutes Kosten-Nutzen-Verhältnis und sind langlebiger

sich zieht. Andererseits wollen Bund und Kantone deut-

als die Alternativen. Die Ohrenschwellen, deren Form sa-

lich mehr Züge fahren lassen und gleichzeitig die dafür

lopp ausgedrückt an einen Hundeknochen erinnert, toppen

notwendigen Budgeterhöhungen möglichst tief halten –

das dank ihrer breiteren Auflagefläche noch. Im Gegensatz

wobei mehr Züge mehr Unterhalt und damit wiederum

zu den in der Schweiz bekannten und weit verbreiteten

höhere Kosten zur Folge haben.

Betonschwellen B91 sind die Ohrenschwellen fast doppelt

In diesem Spannungsfeld sind gute Ideen gefragt. Die Bah-

so breit, deutlich schwerer – 450 anstatt 290 Kilogramm –

nen sind laufend gefordert, wirtschaftlich bessere Lösun-

und vierfach statt nur zweifach mit der Schiene verbun-

gen zu finden. Es ist das erklärte Ziel der SOB, in diesem

den. Dank der breiteren Auflagefläche minimiert sich

Bereich schweizweit eine führende Position einzuneh-

die Belastung auf den Schotter und den Unterbau. Durch

men. Sie ist eine Innovationstreiberin und verhilft neu-

diese Eigenschaft wird eine wesentlich bessere Gleisla-

en Lösungen mittels Pilotinfrastruktur zum Durchbruch,

gestabilität erreicht. Dadurch muss das Gleis weniger ge-

z.B. der Schwellenbesohlung, die sie 2015 verbaut hat.

stopft werden, was die Unterhaltskosten im Vergleich zu

Ein entscheidender Faktor ist dabei das Zusammenspiel

Stahl- und Holzschwellen oder den B91-Betonschwellen

von Erneuerungs- und Unterhaltskosten: Mit Investitio-

erheblich senkt.*

nen in unterhaltsarme oder belastbarere Systeme können

Ein weiterer Vorteil der HD- gegenüber der B91-Schwelle

langfristig oft (Unterhalts-)Kosten eingespart werden. In

ist, dass Erstere in engen Kurven mit Radien unter 250

diesem Sinne kommt dem bevorstehenden Pilotprojekt

Meter eingesetzt werden kann. Auf dem Netz der SOB

schweizweit eine besondere Bedeutung zu.

gibt es eine Vielzahl davon, wie eben bei Samstagern. Der erwähnte Pilotversuch der SOB im kommenden Sommer ist auch für die anderen Schweizer Bahnen von Interesse. Aus diesem Grund sind auch die SBB und die BLS im erforderlichen Zulassungsprozess für die HD-Schwelle involviert. Sie beabsichtigen, diese Schwellen künftig auf bestimmten Streckenabschnitten ebenfalls einzusetzen. Mehr Züge, weniger Kosten? Die Kosten der Bahninfrastruktur sind in der Schweiz seit Jahren ein heiss diskutiertes politisches Thema. Einerseits wurde festgestellt, dass über Jahre zu wenig für den Unterhalt aufgewendet und in die Erneuerung inves-

* Mehr über das System Schwelle/Schotter/Unterbau und

tiert wurde, was einen erheblichen Nachholbedarf nach

Stopfarbeiten erfahren Sie unter schriftzug.sob.ch


26

Jedes Produkt ist beschriftet und dadurch viel besser zu finden.

Wissenswertes

Gemischtes an Lager Unter dem Service-Zentrum in Samstagern tut sich auf ungefähr 5800 Quadratmetern (entspricht der Fläche von rund 4,5 Olympiaschwimmbecken) eine eigene Welt auf. Fein säuberlich sortiert und beschriftet liegen im unterirdischen Lager über 27 000 verschiedene Artikel. Ein Blick in den Gemischtwarenladen offenbart manch Kurioses. Text: Denise Debrunner, Foto: Julia Grob Dienstkleider und Helme, Werkzeuge, Farben, WC-Papier,

stiegen, da wir immer mehr Kleinlager aufgelöst und alle

Kaffeebohnen und Becher für den Kaffeeautomaten im

Artikel in unserer zentralen Software erfasst haben. Das

Voralpen-Express, Reinigungsmittel für die Fahrzeuge

Zusammenlegen zahlt sich trotzdem längerfristig aus. Da-

und die Immobilien, Leuchtmittel, Drehgestelle, Kabel-

durch, dass die Einkaufsprofis ein Auge auf die Menge der

binder, ein Transformator, verschiedenste Schrauben,

gelagerten Artikel und deren Verbrauch haben, können die

ein Klimagerät und viele weitere grosse und kleine, teu-

Lagerkosten effizient gesenkt werden. Das ist ein Ziel. Ein

re und günstige Artikel befinden sich in unserem Lager.

weiteres ist es, den Platzbedarf zu reduzieren.

Oder besser: in unseren drei Lagern. Das grösste ist in

Ein Beispiel: In Samstagern lagern wir Weichenbesen, mit

Samstagern, das zweitgrösste im Service-Zentrum in He-

denen wir Weichen von Schnee und Eis befreien können.

risau und ein drittes an der Güterstrasse in Herisau. Hin-

Früher gab es Reservebesen in jedem Bahnhof an Lager.

zu kommen weitere Räume, in denen wir Kleinwaren vor

Heute liefern wir die Besen bei Bedarf von Samstagern mit

allem für den täglichen Gebrauch lagern. Hier den Über-

der Monatsbestellung an unsere Bahnhöfe aus. Dadurch

blick zu behalten, ist anspruchsvoll. Unserem Lager- und

konnten wir den Lagerbestand von Weichenbesen von

Einkaufsteam gelingt dies dennoch gut. Auch dank einer

vormals 200 Stück (entspricht einem Verbrauch während

Software, die sämtliche Artikel – zumindest virtuell – an

fünf Jahren) auf insgesamt 30 Stück (Minimalbestand)

einem Ort zusammenbringt.

drastisch reduzieren.

Kosten vs. Platz

Sofortige Verfügbarkeit

Lagerartikel binden Geld. Das können sich alle vorstellen,

Das Lager ist hauptsächlich mit Ersatzteilen und Ar-

die daheim regelmässig den Vorratsschrank mit Esswaren

beitsmaterialien für Reparaturen und Unterhaltsarbeiten

füllen. Der Wert unseres Lagers beläuft sich heute auf

bestückt. Das heisst, unsere Mitarbeitenden sollen mög-

einige Millionen Franken – Geld, das in Waren gebunden

lichst sieben Tage die Woche während 24 Stunden am

ist. Der Betrag ist in den letzten Jahren tendenziell ge-

Tag auf ihr Reparaturmaterial zugreifen können. Deshalb


27

benötigen wir die verschiedenen Lagerstandorte. Trotz-

defekter Fahrleitungsdraht oder eine kaputte Zugscheibe

dem soll das Lager nicht unnötig aufgestockt werden. Das

muss sofort ersetzt werden, um den Betrieb aufrechtzu-

Einkaufsteam prüft vor jeder Bestellung genau, ob und in

erhalten. Letztere braucht es manchmal im Winter, wenn

welcher Stückzahl und wo der Artikel an Lager ist und,

es in einem Tunnel zu Stein- oder Eisschlag kommt. Die

wenn kein Vorrat da ist, ob der Artikel überhaupt vorbe-

Folge: ein Scheibenbruch. Da die Fahrzeuge unterschied-

stellt und somit gelagert werden muss. Denn nicht jeder

liche Scheibenformen und -grössen haben, wir aber den-

Artikel muss vorrätig sein. Salz zum Beispiel lassen wir

noch für alle Eventualitäten gewappnet sein müssen, la-

erst dann liefern, wenn wir es benötigen, also just in time.

gern wir je Scheibenart einen Ersatz. Bei unserer Flotte

Gleiches gilt für Material, das wir für Fahrzeugrevisionen

bedeutet das insgesamt 172 verschiedene Ersatzscheiben.

brauchen. Wenn immer möglich bestellen wir diese Waren erst auf den Zeitpunkt, an dem wir sie brauchen oder

Kuriositäten

einbauen. Manchmal allerdings zwingen uns äussere Ein-

Fahrleitungen, Scheiben, Besen – diese Artikel ergeben

flüsse – Mindestbestellmengen und lange Lieferfristen –,

im Lager eines Bahnunternehmens Sinn. Wofür aber

von unserem Plan abzuweichen und mehr Artikel an La-

braucht die SOB Katzenstreu und Milchkesseli? Nein, wir

ger zu nehmen, als wir eigentlich wollen. Und ab und zu

haben uns keinen pelzigen Mäusefänger angeschafft. Die

kommt es sogar vor, dass es gewisse Produkte gar nicht

Katzenstreu wird zweckentfremdet und befindet sich in

mehr gibt. Dann müssen wir uns auf die Suche nach Al-

jedem SOB-Führerstand in einem Milchkesseli. Denn Kat-

ternativen machen oder das Gesuchte selber produzieren

zenstreu bindet schnell und zuverlässig Erbrochenes und

lassen.

dient so dem Lok- oder Zugpersonal als Sofortmassnah-

Dass wir nicht bei jedem Artikel mit der Bestellung war-

me, bevor unser Reinigungsteam das Missgeschick or-

ten können, bis wir ihn brauchen, ist naheliegend. Ein

dentlich entfernen kann.

Kniffliges

Wettbewerb Welches Bild dieser Ausgabe zeigen wir hier in Nahaufnahme? Ihre Lösung (Titel des Beitrags und Seitenzahl) senden Sie bitte bis zum 30. September 2017 an: Schweizerische Südostbahn AG, Redaktion Schriftzug, Bahnhofplatz 1a, 9001 St. Gallen, oder an einsteigen@sob.ch mit dem Betreff «Wettbewerb Schriftzug». Absender (Name, Adresse, Ort) nicht vergessen. Viel Glück. 1. Preis: Reisegrill inkl. Grillgabel 2. Preis: Mini-Windfighter rot 3. Preis: Kaffeetassenset

Über den Wettbewerb wird keine Korrespondenz geführt. Die Gewinner werden benachrichtigt. Bei mehreren richtigen Einsendungen entscheidet das Los. Es besteht kein Anrecht auf Barauszahlung der Preise. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Mit Ihrer Teilnahme am Wettbewerb akzeptieren Sie die allgemeinen Wettbewerbsbedingungen.


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Kurzes

«Manne, i d'Hosä!» In jeder Ausgabe lassen wir hier einen unserer Mitarbeitenden zu Wort kommen und geben ihnen mit einem kurzen Porträt ein Gesicht. Dieses Mal interessiert uns das Hobby von Hugo Abegg. Der Fachspezialist für Qualität, Risiko, Sicherheit und Umwelt (QRSU) verbringt seine Freizeit gerne inmitten von staubigen Sägemehlringen, schwitzenden Schwingern und schnaubenden Munis. Text: Brigitte Baur, Fotos: zVg Hugo, du bist ein erfahrener Speaker bei Schwingfesten. Was genau beinhaltet deine Aufgabe? Als Speaker bin ich gefordert, das Publikum sowie die Schwinger auf dem Laufenden zu halten. Ich lese jeweils die Paarungen für die nächsten Wettkämpfe vor, orientiere die Zuschauer über das Geschehen auf den Schwingplätzen. Aber auch viele allgemeine Informationen gebe ich an das interessierte Publikum weiter. Als Speaker braucht es gute Nerven, das Gespür für die Situation, aber auch Durchsetzungsvermögen und Flexibilität. Siehst du eine Parallele zu deiner Arbeit bei der SOB? Ja, es gibt da schon die eine oder andere Gemeinsamkeit mit meiner Arbeit bei der SOB. Mein Auftreten an Instruktionen und Schulungen sind durchaus mit einem Speaker-Einsatz vergleichbar. Ich führe das Publikum mit Freude durch das Fest. Und: Das Publikum soll das auch spüren. War Speaker zu sein schon immer ein Bubentraum von dir? Der Schwingsport fasziniert mich schon lange. Im Jahre 2006 wurde das Schwyzer Kantonale Schwing- und Älplerfest in meiner Wohngemeinde Rothenthurm durchgeführt. Das OK hat mich damals eher zufällig angefragt, ob ich die Funktion des Speakers übernehmen möchte. Und wie kam es zu diesem «Zufall»? Da ich schon sehr lange Schwingfeste besuche, wurde ich vom damaligen OK-Präsidenten des Schwyzer Kantonalen Schwing- und Älplerfests im Jahr 2006 angefragt, ob ich die Aufgabe als Speaker übernehmen würde. Nach einigen Überlegungen sagte ich zu. Was genau fasziniert dich am Schwingen? Schwingen ist unser Nationalsport. An Schwingfesten wird Tradition gelebt. Diese Momente sind doch gerade in der heutigen, hektischen Zeit sehr wichtig. Auch sind an Schwingfesten fast nur Gleichgesinnte anzutreffen. Es herrscht immer eine friedliche, gemütliche Stimmung. Das ist einfach faszinierend. Du musst als Speaker nicht nur jeden Hosenlupf kommentieren, sondern auch die Zuschauer über die jeweiligen Schwinger informieren und bei guter Laune halten. Bist du ein Naturtalent, oder hast du dein Können und Wissen an einem Speaker-Kurs gelernt? Der Eidgenössische Schwingerverband organisierte vor zwei Jahren einen Speaker-Kurs unter der Leitung der Speaker-Ikone Dagobert Cahannes. Seit vielen Jahren ist Cahannes die Stimme zahlreicher nationaler und internationaler Sport-


29

anlässe wie des FIS-Lauberhornrennens, der Eidgenössi-

Schwingen ist mit Abstand der beliebteste Volkssport in

schen Schwing- und Älplerfeste, des CSI Zürich und mehre-

der Schweiz. Bist du selber aktiv in einem Schwingclub tä-

rer alpiner Skiweltmeisterschaften. Von ihm habe ich viele

tig und steigst ab und zu «i d'Hosä»?

wertvolle Tipps und Tricks für meine Arbeit mitgenommen.

Ich war nie Schwinger, wurde aber vom Schwingklub Einsiedeln wegen meiner Tätigkeit als Speaker zum Ver-

Verrätst du uns einen deiner Tricks?

dienstmitglied ernannt.

Es gibt eigentlich keine Tricks. Wichtig ist, dass man sich im Vorfeld gut vorbereitet und sich gut über die einzelnen

2019 findet das nächste Eidgenössische Schwingfest in Zug

Schwinger informiert. Am Tag X ist jeweils die Konzentra-

statt. Sehen wir dich dann als Speaker im Fernsehen?

tion der springende Punkt.

Fürs Fernsehen treten sicher andere Grössen auf. Für mich ginge jedoch ein Riesentraum in Erfüllung, wenn ich einer

Unspunnen-Schwinget, Eidgenössisches Schwing- und Äl-

der drei Speaker wäre.

plerfest, Schwägalp-Schwinget – das sind nur einige der vielen Schwingfeste in der Schweiz. Welches Schwingfest

Was denkst du, wer wird der nächste Schwingerkönig und

war dein absoluter Höhepunkt, und welche Situation blieb

weshalb?

dir in guter Erinnerung?

Das ist eine schwierige Frage, geht es doch noch über

Für mich ist bis heute das Innerschweizer Schwing- und Äl-

zwei Jahre bis zum nächsten Eidgenössischen in Zug. Für

plerfest 2016 in Einsiedeln unvergesslich. Als ich als Spea-

mich ist es immer eine Freude, wenn der Schwinger als

ker bei tollem Wetter 10 000 Zuschauer begrüsste, bekam

König gefeiert wird, der es verdient hat. Sicher gehört

ich Gänsehaut. Auch am Rigi-Schwinget überkommt mich

auch eine Portion Glück dazu. Mich persönlich würde na-

alljährlich ein unbeschreibliches Gefühl, wenn ich die Zu-

türlich gerade in Zug ein Schwingerkönig aus der Inner-

schauer als Speaker durch den Schwingertag führen darf.

schweiz freuen.

Hugo in seinem Metier und beim Interview mit zwei Schwingern


30

Die SOB

Unterwegs für Sie Die Schweizerische Südostbahn AG (SOB) ist ein selbstständiges, nach privatwirtschaftlichen Kriterien geführtes und integriertes Ei-

Streckennetz SOB

senbahnunternehmen, zu dem alle Bereiche gehören, die ein Trans-

Liniennetz (Bahn & Bus) SOB

portunternehmen des öffentlichen Verkehrs braucht. Unsere Bestel-

SOB-Bahnreisezentren

ler, den Bund und die Kantone, unterstützen wir mit allen Mitteln

SOB-Haltestellen

beim Erreichen ihrer Mobilitätsziele. Als kleine und agile Bahn neh-

SBB-Haltestellen

men wir in der Branche die Rolle als Querdenkerin ein und treiben Innovationen aktiv voran. Wir haben die Zukunft der SOB fest im Blick, sind uns aber auch unserer Geschichte bewusst. Wir schätzen das Vermächtnis der Gründerväter der ehemaligen Südostbahn und der Bodensee-Toggenburg-Bahn – allem voran die zahlreichen Kunstbauten entlang unserer Strecke, die wir regelmässig warten und erneuern. Die gleiche Aufmerksamkeit schenken wir unseren Fahrzeugen, die wir in den Service-Zentren in Herisau und Samstagern reinigen und reparieren. Unsere Kundinnen und Kunden sollen Freude am Zugfahren haben und den bestmöglichen Kundenservice erleben. Das erreichen wir durch eine persönliche Betreuung direkt im Zug oder in unseren Bahnreisezentren. Als attraktive und zuverlässige Arbeitgeberin fördern wir unsere rund 600 Mitarbeitenden durch gezielte Aus- und Weiterbildungsmassnahmen und binden sie aktiv in den Gestaltungsprozess des Unternehmens ein. www.sob.ch

Rotkreuz

Luzern Arth-Goldau


Sitterviadukt Bei der Fahrt über die 99

Romanshorn

Meter hohe und 365 Meter lange Eisenbahnbrücke, die höchste der Schweiz, lohnt sich ein Blick nach unten oder

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Wittenbach

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Richtung Säntis.

St. Gallen

Herisau Altstätten SG

Betriebszentrale In Herisau befindet sich das Herz der SOB, die Betriebszentrale, von wo aus 23 Mitarbeitende den Verkehr auf dem und das Schienennetz selbst überwachen.

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Wattwil

Nesslau-Neu St.Johann

Buchs SG

Pfäffikon SZ

Samstagern Siebnen-Wangen

Einsiedeln

Biberegg Der höchste Punkt unseres Streckennetzes befindet sich in Biberegg – 933 Meter über Meer. Die Differenz zum tiefsten Punkt in Romanshorn beträgt 534 Höhenmeter.

Ziegelbrücke

Ringzug Dreieinhalb Stunden dauert die Fahrt in der S4 rund um den Säntis. Wer will, steigt zwischendurch aus und entdeckt die vielen Freizeitangebote entlang der Strecke.

Sargans


A6 06.17 I Foto: Markus Schälli, Rüti

Schweizerische Südostbahn AG Bahnhofplatz 1a | 9001 St. Gallen +41 71 58 580 70 70 | www.sob.ch


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