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MuseumsMagazin 11

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m museumagazin ausgabe

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Ausstellungen in Vorarlberg 150 Jahre Erstbesteigung Piz Buin Heilende Kräfte im Großwalsertal Das ist Österreich! Frauenbergsteigen in Hittisau Angelika Kauffmann in Rom Georg Ligges im Rohnerhaus

Herausgegeben vom Vorarlberger Landesmuseumsverein und dem vorarlberg museum


Editorial

museum magazin 11 / 2015

Inhalt, Editorial (2), Brigitte Truschnegg (3), Piz Buin 1865 bis 2015 Der höchste Berg des Landes feiert das 150. Jubiläum seiner Erstbesteigung (4), Kriegszeit im Klostertal und Montafon Ein Projekt des Museumsvereins Klostertal und der Montafoner Museen (X), Der Arlberg Was fällt Ihnen dazu ein? (X), St. Jakobus am Simmel Erhaltung eines Kulturguts in alpiner Region (X), Heilende Kräfte Eine Ausstellung über Heilpraktiken im Großen Walsertal (X), Vorarlberger Museumswelt (X), Die Feldkircher Standschützen und das Schattenburgmuseum (X), Endstation Sehnsucht Das Jüdische Museum in Hohenems (X), Sempre schaffa Ein Haus mit Migrationsgeschichte (X), Inszenierte Wirklichkeit Das Kriegsgeschehen des Ersten Weltkriegs aus Fotografensicht (X), Angelika Kauffmann in Rom (X), küchen kochen handwerk Eine Ausstellung im Werkraum Bregenz (X), Bregenzerwälder Standschützen im Egg Museum (X), Das Frauen, am Gipfel Zur Ausstellung im Frauenmuseum Hittisau (X) Vorarlberg ist nicht Österreich! „Das ist Österreich!“ – eine Kunst­ ausstellung macht Unterschiede sichtbar (X), Greatest Hits by Christine Lederer Eine Interventi­ on zeitgenössischer Kunst im vorarlberg museum (X), Georg Ligges Eine Ausstellung im Rohnerhaus (X), Stadtgeschichte mit Aussicht Stadtgeschichtliche Dauerausstellung im Martinsturm (X), Reiseziel Museum! Museen in Vorarlberg und Liechtenstein laden zur Entdeckungsreise für die ganze Familie ein (X), Feuer und Flamme Tag des Denkmals am 27. September (X), Exkur­sionen, Impressum (X)

Editorial D

Foto: Petra Rainer

ie Erfindung der Fotografie stand auch deshalb zur über Jahrhunderte etab­ lierten Malerei in Konkurrenz, weil sie schneller und realer ein Abbild der Wirklichkeit geben konnte. Aber konnte sie das wirklich? Der renommierte österreichische Fotohisto­ riker Anton Holzer wies kürzlich in einem Vor­ trag im vorarlberg museum darauf hin, dass ihm kein einziger an der Front des Ersten Weltkrieges ums Leben gekommener Fotograf bekannt sei – eigentlich ein Ding der Unmög­ lichkeit, wenn man die meist erhöhten und Überblick gebenden Standorte der Fotografen ins Kalkül zieht. Kein Wunder, wurden doch die fotografisch festgehaltenen Szenen stets im sicheren Hinterland bei Übungen oder Nach­ stellungen aufgenommen.

hungsweise am Übergang von der Malerei zur Fotografie steht. Beide Mittel wurden parallel eingesetzt und beide dienten in erster Linie der Kriegspropaganda. Wenn Sie, geschätzte Leserin und geschätzter Leser, das Ausstel­ lungsprogramm der Museen in Vorarlberg im Sommer 2015 aufmerksam verfolgen, werden Sie merken, dass die Zeit des frühen 20. Jahr­ hundert und eben jene Schnittstelle eine wich­ tige Rolle spielen.

Der Erste Weltkrieg ist wohl das einzige große Kriegsereignis, das an der Schnittstelle bezie­

Andreas Rudigier, Christof Thöny

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Das Sommermagazin gibt Ihnen einen Über­ blick über die laufenden Ausstellungen in Vorarlbergs Museen und alle Museumsverant­ wortlichen würden sich freuen, Sie in einer oder besser mehreren Ausstellungen begrü­ ßen zu dürfen.


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Im Gespräch

Brigitte Truschnegg Die Präsidentin des Vorarlberger

Landesmuseumsvereins im Gespräch über die Ziele des

Vereins, Ihre Aufgaben und Ziele in der Vereinsarbeit. Text: Eva Fichtner / Manfred Welte

M

m: Sie sind als Dozentin für Alte Geschichte an der Universität Inns­ bruck tätig. Seit wann bekleiden Sie das Amt als Präsidentin des Vorarlberger Landesmuseumsvereins und inwiefern ergän­ zen sich Ihre beiden Tätigkeitsfelder? BT: Das Amt der Präsidentin des Vorarlberger Landesmuseumsvereins habe ich seit Juni 2013 inne. Mein Studium bzw. mein Beruf ha­ben mich erst auf die besondere Bedeu­tung und Rolle des Vorarlberger Landes­museums­ vereins für die historische und archä­ologische Erforschung des Landes seit 1857 aufmerksam gemacht. Sich mit der römischen Geschichte des Landes auseinanderzusetzen hieß, sich mit dem Vorarlberger Landesmuseumsverein zu beschäftigen. Seit der Mitte des 19. Jahr­hun­derts bietet der Verein mit seinem Jahr­­buch den Forschenden eine wichtige Plattform, neue Erkenntnisse zur Landeskunde zu präsentie­ ren. Das hat mich fasziniert! Das hat sich bis heute nicht geän­dert, und es sind vor allem auch junge Forscherinnen und Forscher ange­ sprochen, sich an diesem Prozess zu beteiligen. mm: Der Landesmuseumsverein hat eine lange Geschichte, die Gründung des Museums auf seine Initiative hin zurück. Der Verein war früher sogar Träger des Museums. Wie hat sich die Vereinsstruktur entwickelt und wo sehen Sie die Aufgaben des Vereins heute? BT: Ein wesentliches Motiv für die Gründung des Vereins war das Bestreben, Kulturgüter des Landes zu sammeln, vor dem Verkauf ins Aus­ land zu erhalten und einen Ausstellungsraum zu schaffen. Verschiedene Räume und Häuser dienten in den ersten 50 Jahren des Beste­ hens der Unterbringung der immer größer werdenden Sammlungen, bis 1905 der erste eigene Museumsbau errichtet werden konnte. Die Sammeltätigkeit umfasste in diesem ersten halben Jahrhundert neben den archäologi­ schen und naturhistorischen Funden auch Kunstgegenstände und Kulturgüter aus allen

Epochen sowie Fachliteratur und historische Dokumente. Mit der Gründung des Vorarlber­ ger Landesarchivs (1898) und in weiterer Folge mit der Gründung der Landesbibliothek (1904) und der Naturschau (1960, heute inatura), in die jeweils große Teile der Sammlung des Vereins eingeflossen sind, haben sich die Schwerpunkte der Vereinsarbeit verschoben. Aber auch nach der Übergabe der Sammlun­ gen an das Land Vorarlberg (1947) wendete der Verein in den folgenden Jahrzehnten be­ trächtliche Mittel für den Ankauf und vor allem den Erhalt von Kulturgütern im Lande auf. Wie in seinen Gründerjahren setzt sich der Verein für eine umfassende Landeskunde ein. Dies spiegelt sich auch im vielfältigen Themenspek­ trum des Jahrbuchs. Die enge Kooperation mit dem vorarlberg museum ist unser zentrales Anliegen, das seit einigen Jahren durch die Zusammenarbeit mit anderen Museen, Insti­ tutionen und Vereinen in Vorarlberg erweitert wird! Menschen jeden Alters für die Kulturgüter des Landes zu interessieren, deren Erforschung zu vermitteln und einen Beitrag zu ihrer Erhal­ tung zu leisten, darin sehe ich die wesentlichen Aufgaben des Vereins in der Gegenwart. mm: Inwieweit gelingt es dem Verein, das Museum zu unterstützen? BT: Mit dem neuen vorarlberg museum er­öff­ nen sich auch für den Verein neue Möglichkei­ ten, das Mu­seum zu unterstützen. So fließen dieses Jahr beispielsweise Gelder in die Ver­ mittlungsarbeit. Workshops für die Schüle­ rinnen und Schüler – die Museumsbesucher/ innen der Gegenwart und der Zukunft – wer­ den finanziell unterstützt. Darüber hinaus er­ geben sich aus den vielfältigen Aufgaben des vorarlberg museums zahlreiche Möglichkeiten, einen Beitrag zum Erhalt oder zur Erforschung konkreter Kulturgüter zu leisten. Dabei spielt das umfangreiche Archiv des Vereins eine wichtige Rolle, dessen Aufarbeitung in Zukunft zusätzlich unterstützt werden soll.

Foto: Darko Todorovic

mm: Welche sonstigen Aktivitäten gibt es für die Mitglieder? BT: Neben einer Vortragsreihe im Herbst je­ den Jahres sind es vor allem zahlreiche Ex­ kursionen ins In- und Ausland, die auf großes Interesse bei den Mitgliedern stoßen. Parallel zum Exkursionsausschuss, der für das vielfäl­ tige Programm verantwortlich ist, können sich die Mitglieder auch aktiv in die Arbeit der drei anderen Vereinsausschüsse einbringen: ob das Interesse nun den Burgen des Landes, seinen Höhlen oder seinen Münzen gilt, die einzelnen Ausschüsse bieten das ganze Jahr hindurch unterschiedliche Aktivitäten an! mm: Was unternimmt der Verein, um auch für jüngere kultur- und geschichtsinteressierte Menschen attraktiv zu sein? BT: Gerade mit den neuen Medien wie dem Museumsmagazin versuchen wir auch jüngere, kultur- und geschichtsinteressierte Menschen anzusprechen, im Jahrbuch und in unseren Vorträgen präsentieren vermehrt jüngere For­ scher/innen ihre Beiträge zur Erforschung des Landes. Das soll auch die zeitgemäße grafische Gestaltung nach außen zum Ausdruck bringen. Wir freuen uns über jedes neue Mitglied, das mit seinem Mitgliedsbeitrag den Erhalt von Kulturgütern und die Forschung unterstützt. 3


Montafon

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Piz Buin 1865 – 2015 Der höchste Berg des Landes feiert das 150. Jubiläum seiner Erstbesteigung

Am 14. Juli 1865 erklommen englische Alpinisten mit einheimischen Führern erstmals jenen Berg, der wohl zum Symbol für die „Eroberung“ der Alpen, aber auch für deren Tragödien geworden ist: das Matter-

horn. Just am selben Tag standen im Herzen der Silvretta Josef Anton Specht und Johann Jakob Weilenmann, begleitet von den beiden Führern Franz Pöll und Jakob Pfitscher, als Erste auf dem Gipfel des Piz Buin und schrieben damit Vorarlberger Alpingeschichte. Text: Michael Kasper

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aut Weilenmann hielten sich die beiden Führer für die besseren Alpinisten: „Die beiden Helden [Pöll und Pfitscher], die in unverblümtester Weise heute ihre Gering­ schätzung über unsere Leistungen als Berg­ steiger kund gegeben, die mehr als einmal geäussert: ‚Da gianga mer aufi, da gianga mer ahi, wenn mer alloa wära!‘“ Erst wenige Tage zuvor war die Entscheidung gefasst worden und Specht, Weilenmann und Pöll machten sich von Galtür aus zunächst auf den Weg zur Bielerhöhe. Dort beabsichtigte man sich in der Alpe Großvermunt einzuquar­ tieren, um dann in den nächsten Tagen die Be­ steigung in Angriff zu nehmen. Auf der Ebene von Vermunt, die heute der Silvretta-Stausee bedeckt, angekommen, ragte vor ihnen „silber­ strahlend aus Firn und Eis der Beherrscher des Thales, Piz Buin, […] auf“. Wenige Tage später verließen die Bergsteiger um 2 Uhr des 14. Juli ihr Quartier und strebten dem Ochsental zu. Bei Tagesgrauen erreichten sie die Gletscherzunge des Ochsentaler Glet­ schers und stiegen nun am Talhang ein Stück aufwärts, bevor sie den Gletscher betraten. Sie wählten den kürzesten Weg durch den Glet­ scherbruch bis auf das große Gletscherfeld unmittelbar zu Füßen von großem und kleinem Piz Buin. Gegen sechs Uhr erreichten sie die Buin-Lücke. Wegen der Kälte setzten sie den Weg kurz darauf fort, nachdem sie einige Uten­ silien vor Ort deponiert hatten. „So weit war eigentlich die Partie nur Kinderspiel und auch jetzt mag’s noch eine Weile leicht hinangehen.“

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Doch nun kam die schwierigste Stelle des Anstiegs: „Etwas krausig sah das zum Theil beeiste Couloir mit seinem widerhaarig vortre­ tenden Gestein schon aus und erschreckend rasch tieften sich unter uns die Schneehalden ab. Als wie mit eiserner Klammer packte des Passeirers Rechte meine Linke, und im Sturm, so dass Funken sprühten, wo seine Eissporen das nackte Gestein angriffen, klommen wir zusammen hinan. Dann, als er mich auf dem Rücken geborgen sah, half er auch meinem Gefährten hinauf ….. und die einzig heikle Passage bei der Besteigung war überwunden.“ Den restlichen Weg „könnte jede Dame gehen“ bemerkte Weilenmann anschließend. Nach ins­ gesamt fünf Stunden, um 7 Uhr, betraten die vier als Erste – „nicht die geringste Spur frü­ herer Besteigung“ – den höchsten Punkt des Berges: „Das Auge schwelgt im Anblick der rings am Himmelssaum funkelnden Firne, das Herz fühlt sich ergriffen von der feierlichen Stimmung, die durch den unermesslichen Raum weht.“ Oben angekommen errichteten die „Eroberer“ ein „Steinmannli“ und hinterließen dort in einer Flasche Nachricht und Zeugnis ihrer Erst­ besteigung. Bereits Johann Jakob Weilenmann vermeinte 1865 bei seiner Erstbesteigung des Piz Buin die „jungfräuliche“ Schönheit des Berges zu erkennen. Mit seinen 3.312 Metern Höhe ragt der Piz Buin, inmitten eines faszinierenden Gipfelpanoramas, aus dem Herzen der Silvretta.

150 Jahre später ist der Piz Buin immer noch Faszination und Mythos gleichermaßen. Rund um das Jubiläum bietet ein intensives Pro­ gramm Einblicke in die außergewöhnlichen Kultur­und Naturräume in der Grenzregion der Silvretta. In verschiedenster Hinsicht grenzüberschrei­ tend – einerseits räumlich zwischen den drei umliegenden Regionen Graubünden, Tirol und Vorarlberg, andererseits zeitlich von der Stein­ zeit bis in die Gegenwart sowie interdisziplinär von der Kunst bis zur Gletscherentwicklung – setzen sich die verschiedensten Formate mit dem wohl berühmtesten Gipfel der Silvretta auseinander. Die Veranstaltungen führen unter anderem durch die Alpingeschichte, nehmen die Interessierten mit auf glaziologische Er­ kundungstouren oder behandeln künstlerische Auseinandersetzungen mit dem Hochgebirge. Aber auch der Berg als Wirtschaftsfaktor und Identitätsraum sind Aspekte, die thematisiert werden. Das Programm bietet einen Rundum­ Blick zum Piz Buin und beleuchtet den Berg aus den verschiedensten Perspektiven. Um das Bild des Piz Buin noch ein bisschen farbiger zu gestalten, darf ein Blick in die Entstehungs­ geschichte des gleichnamigen Sonnenschutz­ mittels natürlich nicht fehlen!

Auf dem Weg zum Piz Buin Foto: Montafon Archiv


Montafon / Bludenz / Bregenz

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Programmhöhepunkte Atelier: Silvretta von Roland Haas Ausstellungseröffnung: Freitag, 12. Juni 2015, 20 Uhr, Vital-Zentrum Felbermayer, Gaschurn / Ausstellungsdauer: 13. Juni bis 13. September 2015 von 10 bis 12 und 15 bis 19 Uhr

Stoph Sauter: ABER_GLAUBE – Piz Buin. 1865 – 1936 – 2015 Ausstellungseröffnung: Samstag, 11. Juli 2015, 20 Uhr, Kornmarkplatz Bregenz / Ausstellungs­ dauer: 12. Juli bis 4. Oktober 2015

Mythos Piz Buin Ausstellungseröffnung: Mittwoch, 24. Juni 2015, 19 Uhr, Gasthof Piz Buin, Silvretta-Bielerhöhe / Ausstellungsdauer: 24. Juni bis 14. Juli 2015 / Buchvorstellungen: Mythos Piz Buin. Kulturgeschichte eines Berges hrsg. von Michael Kasper und [3312] Piz Buin. Literarische Erkundungen 1865 – 2015 hrsg. von Bernhard Tschofen

Berg Wege – Piz Buin & Wiesbadener Hütte – theatrale Expedition in die Firnenwelt Geführte interaktive Erlebnis-Wanderung mit dem teatro caprile / 14., 17. und 19. Juli, 2. September 2015, Treffpunkt: 9.15 Uhr Haltestelle Bielerhöhe / Begrenzte Teilnehmerzahl. Infos und Anmeldung: Tel. +43 5556 722530

Berg.Werke – Piz Buin & CO.‘ Ausstellungseröffnung: Samstag, 27. Juni 2015, 19.30 Uhr, Garten MAP Kellergalerie, Schruns (bei Schlechtwetter im Montafoner Heimat­ museum) in Kooperation mit dem vorarlberg museum / Ausstellungsdauer: 27. Juni bis 13. September 2015, MAP Kellergalerie: Mittwoch, Samstag und Sonntag 18 bis 20 Uhr, Monta­ foner Heimatmuseum: Dienstag bis Freitag und Sonntag 14 bis 18 Uhr

Piz Buin – 150 Jahre Erstbesteigung Filmpremiere Erlebnis Österreich‚ inkl. Ausstel­ lungseröffnung Mythos Piz Buin / Dienstag, 1. September 2015, 19.30 Uhr, Vallülasaal, Partenen (septimo, in Kooperation mit dem ORF) / Ausstellungsdauer: 1. bis 14. September 2015, Tourismusmuseum, Gaschurn Gletschereis – Auf den Spuren der schmelzenden Silvrettagletscher Exkursion mit Mag. Günther Groß / Sonntag,

6. September 2015, 9.15 Uhr, Silvretta-Bieler­ höhe / Begrenzte Teilnehmerzahl. Infos und Anmeldung: info@montafoner-museen.at Das Landesmuseum und seine Bergwerke. Ein kunstgeschichtlicher Streifzug durch das Depot am See und über die Berge des Montafons Vortrag von Dr. Andreas Rudigier zum Ausstel­ lungsabschluss Berg.Werke – Piz Buin & CO / Sonntag, 13. September 2015, 18 Uhr, Monta­ foner Heimatmuseum, Schruns Mythos Piz Buin Ausstellungseröffnung: Dienstag, 15. Septem­ ber 2015, 18 Uhr, Vorarlberger Landtag, Bre­ genz / Ausstellungsdauer: 15. September bis 2. Oktober 2015 [3312] Piz Buin. Literarische Erkundungen 1865-2015; Mythos Piz Buin. Kulturgeschichte eines Berges Buchpräsentationen von Bernhard Tschofen und Michael Kasper / Dienstag, 29. September 2015, 19 Uhr, vorarlberg museum, Bregenz

Stoph Sauter: ABER_GLAUBE Piz Buin. 1865 – 1936 – 2015 Das alte, verwitterte Gipfelkreuz des Piz Buin liegt am Boden des Kornmarktplatzes. Unweit davon steht ein an die Kaaba in der Moschee in Mekka erinnernder schwarzer Kubus, in dem Filme über die wissenschaftliche Beschäftigung mit Materie ebenso gezeigt werden wie Doku­ mentationen über die Suche nach Gott. An der Museumsfassade prangt in großen, reflektie­ renden Lettern der Schriftzug: ABER GLAUBE. Das vorarlberg museum hat Stoph Sauter beauf­tragt, sich künstlerisch mit dem Gipfel­kreuz des Piz Buin aus dem Jahr 1936 auseinander­ zusetzen. Anlass dafür ist seine Erstbesteigung vor 150 Jahren. Eine Installa­tion ist entstanden, mit der der Dornbirner Künstler einen Diskurs über das Thema Glaube anregen will: Glaube vs. Wissen, Glaube und Religionen, Glaube und Andersgläubige. Text: Manfred Welte Foto: Aber_Glaube © Stoph Sauter

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Piz Buin 1865 – 2015

oben: Blick von Norden auf Vermuntgletscher, Piz Buin und Ochsentaler Gletscher Foto: Vorarlberger Landesbibliothek links: Galtürer Bergführer 1905 Foto: Gemeindearchiv Galtür rechts: Am Gipfel des Piz Buin um 1940 Foto: Vorarlberger Landesbibliothek

links: Blick durch das Val Tuoi auf den Piz Buin 1905 / Foto: Sammlung Friedrich Juen rechts: Gipfelkreuzerrichtung 1936 Foto: Österreichische Woche unten: Aufstieg zum Piz Buin 1905 Foto: Sammlung Friedrich Juen


Rubrik

museum magazin 11 / 2015

Kriegszeit im Klostertal und Montafon Ein Projekt des Museumsvereins Klostertal und der Montafoner Museen

Bei dieser Familie in Sibirien wurde der einstige Besitzer des Klostertal Museums zur Zwangsarbeit verpflichtet.

Fotos: Museumsverein Klostertal

Gedenkjahre der vergangenen Jahrzehnte an, die immer wieder Anlass zur Auseinandersetzung mit der Zeitgeschichte gegeben haben: Vor 100 Jahren erschütterte der Erste Weltkrieg eine ganze Generation und vor 70 Jahren endete mit dem Zweiten Weltkrieg eine Das Jahr 2015 schließt an

Epoche des Grauens, die die zivilisatorischen Errungenschaften des „langen“ 19. Jahrhunderts praktisch zunichte gemacht hat. Gesamtdarstellungen der beiden Weltkriege und monumentale Ausstellungen zum Thema hat es bereits in großer Zahl gegeben. Regionale

Forschungen auf wissenschaftlicher Basis und die Vermittlung anhand des eigenen Lebensumfelds sind bis dato jedoch eher rar. 8


Kriegszeit im Klostertal und Montafon

A

us diesem Grund haben sich der Muse­ umsverein Klostertal und die Monta­ foner Museen dazu entschlossen, das Thema der „Kriegszeiten“, und dabei insbeson­ dere die Jahre von 1914 bis 1945, aus regio­ naler Sicht in den Blick zu nehmen und in drei Ausstellungen im Klostertal Museum in Wald am Arlberg, im Montafoner Tourismusmuseum in Gaschurn und im Montafoner Bergbaumu­ seum in Silbertal zu präsentieren.

Das Klostertal im Zeitalter der Extreme 1914 – 1945 (Dalaas-Wald) In der Ausstellung im Klostertal Museum wird das Klostertal im „Zeitalter der Extreme“ (1914 bis 1945) in den Blick genommen. Unmittel­barer Aufhänger ist die Familiengeschichte des ThönyHofes, in dem das Museum unter­gebracht ist. Die siebenjährige Kriegsgefangenschaft Karl Thönys in Sibirien im Ersten Weltkrieg und das Schicksal seines Sohnes Andreas Thöny, der 1944 im Alter von 20 Jahren in Russland ge­ fallen ist, zeigen in eindrucksvoller Weise auf, wie sehr die Biografie zahlreicher Familien durch die extremen Ereignisse in der ersten Hälfte des „kurzen“ 20. Jahrhunderts geprägt wurde. Daneben stehen Aspekte von Kriegs­ gefangenschaft, Verfolgung und Widerstand und die Erinnerungsarbeit im Mittelpunkt.

Rubrik

ausschnitte einzelne Korrespondenzen und auch Schicksale in den Mittelpunkt gerückt.

Silbertaler Soldaten im Ersten Weltkrieg (Silbertal) Das Schicksal des kleinen Bergdorfes Silbertal und seiner Kriegsteilnehmer hat Hans Netzer in jahrelangem Forschen aufgearbeitet. Dieses für die lokale und regionale Geschichte wichtige Thema wurde einerseits als Sonderausstellung im Bergbaumuseum umgesetzt und zugleich in die Montafoner Schriftenreihe aufgenommen, denn die Forschungsergebnisse stellen eine wichtige Grundlage für viele zeitgeschichtli­ che Arbeiten zum Montafon dar. Insbesondere sind dabei etwa die überlieferten Tagebücher von zwei Silbertaler Soldaten hervorzuheben. Darüber hinaus wird verdeutlicht wie unter­ schiedlich die Schicksale verliefen: Während manche in Frankreich zu Kriegsbeginn inter­ niert wurden, gerieten andere an der Ost- oder Südfront in Gefangenschaft. Ein erheblicher Teil der eingerückten Männer kehrte schließ­ lich gar nicht mehr aus dem Krieg zurück.

Karl Thöny und Roman Tschohl – Kriegsgefangene im Ersten Weltkrieg

Ausstellungsdauer Alle drei Ausstellungen bis 26. Oktober 2015 (Klostertal bis 31. Oktober 2015)

Öffnungszeiten

„Sehnsuchtsvoll erwartet“ (Gaschurn) Museen in Gaschurn und Silbertal, jeweils Dienstag bis Freitag und Sonntag 14.00 bis 18.00 Uhr, Der Erste Weltkrieg wird immer wieder als „totaler Krieg“ bezeichnet, da er auf die Mobi­ lisierung der gesamten Bevölkerung ausge­ richtet war. Während die Männer in den Krieg zogen, hofften die Frauen auf deren baldige Rückkehr und mussten in der Zwischenzeit die Aufgaben der abwesenden Männer an der „Heimat­front“ übernehmen. Diese Distanz ver­suchte man durch die Kommunikation per Briefe, Karten und Pakete zu überbrücken. Allerdings war dieser Kontakt nicht nur für die Soldaten wichtig, um etwas „Normalität“ im Kriegsalltag zu bewahren und erleben zu kön­ nen, sondern vor allem auch für deren Familien in der Heimat – stellten doch Briefe und Karten meist das einzige, oft langersehnte Lebens­ zeichen dar. Die Ausstellung „Sehnsuchtsvoll erwartet“ widmet sich verschiedenen Themen­ bereichen wie Kriegsgefangenschaft, dem Leben im Lazarett, Feindbildern und nicht zuletzt auch der Zensur. Dabei werden mittels ausgewählter Feldpostkarten und Zeitungs­

www.montafoner-museen.at Klostertal Museum, Mittwoch und Sonntag 14.00 bis 17.00 Uhr, www.museumsverein-klostertal.at

Hier steht ein Blindtext für die Bildunterschrift

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Lech

museum magazin 11 / 2015

Der Arlberg Was fällt Ihnen dazu ein?

Spontan?

Schnee.

Herrliche Pisten. Skilauf.

Wintersport.

Lech.

Zürs. St. Anton – Stimmt‘s? Mit ziemlicher Sicherheit aber nicht, dass es sich beim Arlberg ursprünglich „nur“ um einen Pass handelte, einen bekann­ten zwar – immerhin wurde er schon im

Hochmittelalter

genutzt –, aber eben keine ganze Region. Der Arlberg stand für einen beschwerlichen, gefährlichen

Übergang, verbunden mit riesigen Strapazen und Angst vor Lawinen und Muren. Text: Gebhard Pichler

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ie auf drei Orte – Lech, St. Anton und Stuben – verteilte Ausstellung „Arlberg. Pass. Region. Marke“ geht der Frage nach, wie die heute internationale Marke Arl­ berg entstanden ist und was ihre wesentlichen Botschaften sind. Kuratiert wurden die Ausstel­ lungsteile von Christof Thöny. Im Huber Hus in Lech dreht sich alles um den magischen Skiort, der Berühmtheiten aus aller Welt anlockt.

Arlbergtechnik und Arlbergschule Zwar gibt es schon in Schriften aus der frühen Neuzeit Hinweise, dass der Arlberg nicht nur als hochalpiner Übergang, sondern als Region angesehen wurde, so richtig verändert hat sich der Begriff inhaltlich allerdings erst im ausge­ henden 19. Jahrhundert. Wesentlich dafür war die Eröffnung der Arlbergbahn. Sie ging 1884 in Betrieb und verkehrte von da an regelmäßig zwischen Innsbruck und Bludenz. Das führte dazu, dass sich immer mehr Orte an der Strecke 10

den Zusatz „am Arlberg“ gaben. Als schließlich der Flexenpass eröffnet wurde, erfuhr der Arl­ berg auch noch eine geografische Erweiterung. Aus Lech am Tannberg wurde schließlich Lech am Arlberg. Dass sich die Region insgesamt als Marke national und international etablieren konnte, hängt mit dem Wintersport zusammen. Mit der hier entwickelten Skitechnik, die als „Arlbergtechnik“ auf der ganzen Welt bekannt ist, und der „Arlbergschule“ als Lehrmethode im Skiunterricht wurde der Name in alle Welt getragen. Die in St. Anton tätigen Hannes Schneider und Rudolf Gomperz sorgten mit den „Deutschen Arlberg Kursen Schneider“ (DAKS) für Furore. Als Schneider in die USA auswan­ derte, wurde diese Methode dort etabliert und schwappte bis nach Japan. Die Brüder Ernst und Hans Skardarasy aus Zürs wiederum exportier­ ten den Stil nach Neuseeland und Australien. Doch die Wiege des alpinen Skilaufs war und blieb der Arlberg, auch wenn sich über die Jahr­ zehnte das Gesicht der Region und der Orte veränderte. So wuchsen in der Zwischenkriegs­ zeit und nach 1945 die Bauerndörfer immer rasanter zu jenen Tourismuszentren, die sie heute sind und deren Ruf durch die Erfolge von Rennläufern und Rennläuferinnen wie Trude Jochum-Beiser in alle Welt getragen wurde. Heute ist der Arlberg eine international bekann­ te Marke, aufgeladen mit Bildern von schnee­ weißen Landschaften, schier endlosem Pisten­ vergnügen und Wintersportfreuden aller Art.

Mit dem Titel „Sonne über dem Arlberg“ wurde der Film „Der weiße Rausch“ in Österreich beworben. Bildnachweis: Museumsverein Klostertal

Arlberg. Pass. Region. Marke Ausstellung im Huber-Hus (Lech) bis 3. Oktober 2015 Dienstag, Donnerstag und Sonntag jeweils 15.00 bis 18.00 Uhr www.lechmuseum.at (in Arbeit)


museum magazin 11 / 2015

Warth

St. Jakobus am Simmel Erhaltung eines Kulturguts in alpiner Region

In markanter Lage steht am Simmel in Hochkrum­ bach eine dem heiligen Jakobus geweihte Kapelle –

höchstgele­ gene Pfarrkirche des

einst die

Landes. Eineinhalb Jahrhun­ derte nachdem die letzten Bewohner den Ort

Hoch-

krumbach verlassen ha­ ben, kümmert sich heute die neu gegründete Theodul-

bruderschaft um dieses sakrale Kulturgut am Tann­ berg. Die Renovie­rungs­

arbeiten

wurden in den

vergangenen Jahren vor allem durch einen spekta­ kulären

Blitzeinschlag

gebremst, konnten aber

guten Ende zugeführt wer­ den. Die Geschichte von mittlerweile einem

Hochkrumbach

ist

auch

Teil einer Ausstellung in der ehemaligen Volksschule in Warth. Text: Christof Thöny

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Warth

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museum magazin 11 / 2015

in Kirchlein in „Krumbach ob Holz“

Der 1412 erstmals erwähnte Ort Hochkrum­ bach, in historischen Quellen oft „Krumbach ob Holz“ genannt, bot trotz der schwierigen klimatischen Bedingungen einst Möglichkeiten für eine Dauersiedlung. Im 16. Jahrhundert bestand hier eine Kapelle, die 1681/82 durch einen Neubau ersetzt wurde. Erst 100 Jahre später, 1781, wurde das Kirchlein dem heiligen Jakobus geweiht. Die 1687 errichtete Pfarre umfasste zwölf ganzjährig bewohnte Häuser und war die höchstgelegene in der Diözese Feldkirch. Um 1840 bewohnten noch rund 40 Personen Hochkrumbach. Der Ort galt als ärmste Gemeinde Vorarlbergs und wurde in den folgenden Jahrzehnten komplett entsie­ delt und schließlich nach Warth eingemeindet. Das nahe des Kirchleins gelegene Pfarrwidum wurde 1917 abgetragen. Der Zahn der Zeit hat im Laufe der Jahrzehnte natürlich auch an der Kapelle auf dem Simmel seine Spuren hinterlassen. In der Zwischen­kriegs­zeit bemühte sich Landesforstinspektor Josef Henrich um die Instandhaltung. Ihm hatte es der einst am Hochtannberg bewohnte Ort besonders angetan, die Geschichte seiner Be­ woh­ner und der Entsiedelung verarbeitete er lite­rarisch in seiner Hochkrumbach-Trilogie (der bekannteste Roman ist „Wenn der Wald stirbt“).

Eine Bruderschaft entsteht Der desolate Zustand der Kapelle auf dem Simmel bewog die Pfarre Warth mit dem langjährigen und mittlerweile verstorbenen Pfarrer Hans Partl vor einigen Jahren, eine komplette Renovierung des Gebäudes in Angriff zu nehmen. Nachdem zuvor bereits die Pfarrkirche Warth komplett saniert worden war, fehlte es am notwendigen Geld. Auf der Suche nach möglichen Alternativen begrün­

deten Oskar Jäger, Thomas Walch und Hubert Strolz 2010 die Theodulbruderschaft, die sich ganz der Erhaltung von sakralen Kultur­gütern in der Region Tannberg verschrieb. Mit der Re­ novierung der Simmelkapelle fand sich gleich ein weites Betätigungsfeld, wurden doch unzählige Stunden in Eigenregie verrichtet. Auch die Pfarrgemeinde und die Gemeinde Warth leisteten maßgebliche Unterstützung. Zunächst wurde eine Außensanierung des Mauerwerks in Angriff genommen, wobei vor sich allem die nachträglich angebrachte Sakristei in desolatem Zustand befand. Besonderen finanziellen Aufwand erforderte die Innenrenovierung der Kapelle, für die zunächst ein Gutachten eingeholt worden war. Das Schmuckstück, der aus dem 17. Jahrhun­ dert stammende Hochaltar, wurde abgebaut und zur Restaurierung ins Atelier Scheel und Prenner nach Wien verbracht. Allein dafür musste die Summe von 73.000 Euro aufge­ bracht werden. Die Bruderschaft kümmerte sich unermüdlich um neue Spenden, wodurch die Finanzierung des Projekts – zusätzlich zu den Fördermitteln des Bundesdenkmalamts und der Diözese – schrittweise sichergestellt werden konnte. Nunmehr steht der Altar mit dem Altbarbild Mariä Heimsuchung von Martha Strele in alter Schönheit wiederum in der Kirche. Hubert Strolz / Fotos: Christa Engstler

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St. Jakobus am Simmel

Blitzeinschlag im Sommer 2013 Einen kurzzeitigen herben Rückschlag erlebte die Theodulbruderschaft Anfang August 2013, als an einem Samstagabend ein massiver Blitz­ schlag die Kapelle am Simmel traf. Der Großteil des Turmes wurde dabei weggesprengt, ledig­ lich zwei hinaufragende Balken blieben übrig. Das wahre Schadensausmaß wurde bei einem Lokalaugenschein am Sonntagmorgen deutlich. Der wertvolle Hochaltar befand sich während dieser Zeit glücklicherweise zur Restaurierung in Wien. Auch die abgeschlossene Versicherung wies sich in diesem Fall als äußerst günstig. Dank dieser konnte die Zimmerei Feuerstein aus Au während der Urlaubszeit in Rekordzeit die Reparaturarbeiten ausführen. Nunmehr ist die Kapelle durch einen Blitzableiter geschützt. Nach Abschluss der Renovierungsarbeiten wurde diese im September 2014 von neuem durch Bischof Benno Elbs eingeweiht.

Warth

Die Theodulbruderschaft kümmert sich jährlich um die Abhaltung einer Wallfahrt und einer Messe auf dem Simmel. Aufgrund der klima­ tischen Voraussetzungen findet diese mittler­ weile jeweils im September statt. Als nächstes Projekt soll die Sanierung der Kirchenmauer in Angriff genommen werden. Anschließend wird sich die Bruderschaft weiteren sakralen Kultur­ gütern am Tannberg zuwenden.

Vom alten Leben der „Birger“ Warther Dorfgeschichten, Schulhaus Warth

Ausstellungsdauer Juli bis Oktober 2015

Öffnungszeiten Mittwoch und Freitag 16.00 bis 18.00 Uhr

Gruppenbesuche Ausstellung Warther Dorfgeschichte(n) jederzeit auf Anfrage: +43 5583 351515 Die Geschichte von Hochkrumbach ist auch Bestandteil einer Ausstellung mit dem Titel „Vom alten Leben der Birger. Warther Dorf­ geschichte(n)“, die seit Dezember 2014 in der ehemaligen Volksschule in Warth präsentiert wird. Informationstafeln, historische Ansichten und Interviews mit Zeitzeuginnen und Zeit­ zeugen geben dabei Einblick in das alte Leben am Tannberg.

„Bei der jährlichen Messe am Simmel zeigt sich immer wieder die große Verbundenheit, die viele Menschen aus der Region mit der Jakobuskapelle haben.“ (Hubert Strolz)

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Heilende Kräfte Eine Ausstellung über Heilpraktiken im Großen Walsertal

Ausgehend von einer Sommerausstellung, die anläss­ lich des Walserherbst 2014 präsentiert worden ist, stehen im

Heimatmuseum Großes Walsertal Traditionen des Heilens im Mittelpunkt. Dabei wird auf überliefertes Erfahrungswissen wie auch die schulmedizinische Praxis zurückgegriffen. „Altes Kräuterwissen“ wird aus der Sicht der längst etablierten Initiative Alchemilla vermittelt. Die aus Sonntag stammende Künstlerin Silvia Bischof gestaltete eine Rauminstallation mit dem Titel „Sieben Schmerzen“, in der die künstlerische Ausein­ andersetzung auf die Soziologie des Tales trifft. Text: Christof Thöny


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eilung in vielfältiger Ausgestaltung

Menschen erfahren Heilung in unterschied­ lichster Form. In den ländlichen Regionen Vorarlbergs hielt die Schulmedizin durch Wundärzte erst im 19. Jahrhundert Einzug. Zuvor verließen sich die Menschen praktisch gänzlich auf uraltes, von Generation zu Gene­ ration weitergereichtes Wissen. Diese erleben in der jüngeren Vergangenheit so etwas wie eine Renaissance. Darüber hinaus erfahren gegenwärtig zahlreiche alternative Methoden, die eine Ergänzung zur Schulmedizin darstellen, großen Zuspruch. Diesbezügliche Initiativen aus dem Großen Walsertal finden weit über die Landesgrenzen hinaus Beachtung.

Inhalt der Ausstellung In der Ausstellung „Heilende Kräfte“ sind im Heimatmuseum Großes Walsertal unterschied­ liche Aspekte von Medizin und Heilung zusam­ men gefasst. In der Bürgerstube gewähren Ausschnitte aus Interviews mit verschiedenen Bewohnerinnen und Bewohnern des Tales Ein­ blicke in ihre ganz persönliche Heilkunde. Ein weiterer Raum rückt einen Auszug aus Leben

Sonntag

und Arbeiten der Ärzte in der Talschaft in den Mittelpunkt des Interesses. Ihre Dienstzeiten decken unterschiedliche Phasen des 20. Jahr­ hunderts ab. Im Stall findet sich die Ausstellung „Altes Kräu­ terwissen ins Licht gehoben“, die von Susanne Türtscher und den Alchemilla-Kräuterfrauen gestaltet wurde. Die Alchemilla-Kräuterfrauen befassen sich schon lange mit der Suche nach altem Kräuterwissen. Für diese Ausstellung trugen sie kostbare und alte Kenntnisse über den ursprünglichen Umgang mit pflanzlichen Arzneien und alten Praktiken im Stall zusam­ men und stellen diesen Wissensschatz nun vor.

Rauminstallation „SiebenSchmerzen“ Die Künstlerin Silvia Bischof setzt sich in ihrer Rauminstallatation „Sieben Schmerzen“ spie­ lend mit dem Thema Verletzlichkeit auseinan­ der. Sieben Schmerzen, sieben Nadeln, so groß wie Menschen, als Begegnungsformat mit sich selbst im Hier und Jetzt, in der Vergangenheit und Zukunft. Erstmals wurde die von der Künst­ lerin in ihrem Heimatort gestaltete Installation während des Walserherbst 2014 zugänglich gemacht und nunmehr in den Kontext des viel­ fältigen Ausstellungsprojekts übernommen.

Medizin und Heilkraft Heimatmuseum Großes Walsertal Flecken 17, 6731 Sonntag

Ausstellungsdauer 3. Mai bis 27. September 2015

Öffnungszeiten Sonntag und Donnerstag von 14.00 bis 17.00 Uhr

Besichtigung nach Vereinbarung möglich www.walsermuseum.at

Fotos: Silvia Bischof

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Frastanz

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Vorarlberger Museumswelt sieben Museen, von denen vier mittlerweile eröffnet sind: Elektromuseum, Landesfeuerwehrmuseum, Vorarlberger Jagdmuseum, Foto- und Filmmuseum mit Museumskino (im Aufbau), Rettungsmuseum (im Aufbau), Grammophon­ ausstellung (im Aufbau), Tabakmuseum (derzeit im Gemeindeamt Frastanz). Die Vorarlberger Museumswelt umfasst

Jagdmuseum

Rettungsmuseum

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Vorarlberger Museumswelt

Frastanz

Feuerwehrmuseum mit Fahrzeughalle „Wollaschopf“

Elektromuseum Fotos: Peter Schmid

Vorarlberger Museumswelt Obere Lände 3b, 6820 Frastanz office@museumswelt.com www.museumswelt.com

Öffnungszeiten Jeden Mittwoch 16.00 bis 19.00 Uhr für Gruppen auch nach Vereinbarung 17


Feldkirch

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Die Feldkircher Standschützen und das Schattenburgmuseum Das Schattenburgmuseum in Feldkirch widmet sich in mehreren „Die Schattenburg hatte bis dahin als Armenhaus gedient.“ (Christoph Volaucnik)

P

fingstsonntag 1915

Zu Pfingsten 1915 mussten die Standschützen, Männer über 45 und unter 18 Jahren, zur Ver­ teidigung der Grenzen nach Südtirol ausrücken. Die alten oder sehr jungen Männer wurden aus dem Zivilleben herausgerissen und ohne mili­ tärische Grundausbildung in den Kampf gegen das anrückende, hochgerüstete italienische Heer geschickt. Da sich das stehende Heer an den Fronten gegen Russland und Serbien im Kampf befand, mussten die Standschützen zur Verteidigung des alten Kronlandes Tirol, zu dem verwaltungsmäßig auch Vorarlberg gehörte, ausrücken. Weihbischof Dr. Sigismund Waitz hielt am Pfingstsonntag, nach der Vereidi­gung der Standschützen am Kirchplatz (heute Domplatz), eine Ansprache und erteilte den Segen (siehe Foto). Danach marschierte man zum Bahnhof, wo die Waggons schon bereit standen. Ziel war das Fleimstal, wo die Kompanie in den Bereichen Laghetti und Sadole eingesetzt wurde. 1918 erfolgte die Verlegung ins Tonalegebiet, einem Kampfgebiet in der 18

Ausstellungsräumen dem Ersten

Weltkrieg und rückt die Thematik der Feldkircher Standschützen und deren Kriegserlebnisse in

den Mittelpunkt seiner Präsentation. Historisch besonders wertvoll ist

Soldatenfotos aus dem Ersten Weltkrieg, die nach Anmeldung im Museumsarchiv zu sehen sind. Text: Christoph Volaucnik eine ganze Serie von

Gletscherregion. Dort fanden härteste Kämpfe statt, denen viele Feldkircher Standschützen zum Opfer fielen. Diesen Gefallenen wurden nach Kriegsende Denkmäler und in Altenstadt eine eigene Gedenkglocke gewidmet. Karl Kelz, ein Feld­ kircher Standschütze, hat in einer Chronik im Jahre 1934 die Erlebnisse und das Schicksal der Standschützen in einem Buch zusammen­ gefasst. Ein Erinnerungsort an die Standschützen und den Ersten Weltkrieg wurde auch das Heimat­ museum in der Schattenburg, das heutige Schattenburgmuseum.

1915: Einzug des Museums in die Burg Der Standort des Museums in den Räumen der Schattenburg hat ebenfalls mit dem Ersten Weltkrieg zu tun. Das Museum wurde 1912 in der „alten Dogana“, dem Haus Neustadt Nr. 37, gegründet und konnte in zwei Sälen und drei Räumen an die 1.100 Objekte ausstellen. Als 1915 die Militärzensur das Mädcheninternat

„Institut St. Josef“ beschlagnahmte, wurde das große Bürgerhaus in der Neustadt als Not­ unterkunft für die delogierte Mädchenschule ausgewählt und das Heimatmuseum vom Stadt­ rat in die Schattenburg verlegt. Der Museums­ verein und städtische Bauarbeiter reparierten und adaptierten die geeigneten Räume in der Burg in relativ kurzer Zeit. Dies verwundert, da die Schattenburg ja bis dahin als Armenhaus gedient hatte und die Innenräume für Wohn­ zwecke umgebaut worden waren. Die Gründergeneration des Museums wurde zwar altersbedingt nicht mehr zum Militär ein­ gezogen, doch prägten die Kriegserlebnisse das Denken und die Sammeltätigkeit der zwei­ ten Generation, die ab den späten 1920er und 1930er Jahren die Geschicke des Museums leitete. Innerhalb dieser Gruppe spielte Pfar­rer Gebhard Wendelin Gunz (1881–1956) eine besondere Rolle. Er hatte als junger Feld­ geistlicher drei Jahre an der Südtiroler Front gedient und in dieser Zeit seine Leidenschaft für das Sammeln von Waffen, Munitions­resten und Erinnerungsgegenständen aus dem Ers­ ten Weltkrieg entdeckt. Diese ursprünglich im


Die Feldkircher Standschützen und das Schattenburgmuseum

Pfarrhaus in Feldkirch-Tisis untergebrachte Sammlung übergab Pfarrer Gunz schließlich dem Museum. Sie wird nicht nur in Erinnerung und aus Hochachtung vor den Leistungen des Altobmannes und Ehrenmitgliedes seit mittler­ weile 50 Jahren der Öffentlichkeit gezeigt, sie soll auch ein Erinnerungsort und Friedens­ denkmal sein.

Waffen und Museum Das seit einigen Jahren auf 18 Räume erwei­ terte Museum widmet sich in einem „Waffen­ saal“ im ersten Stock des Bergfrieds speziell dem Thema „Erster Weltkrieg“. Bereits auf dem Vorplatz der Burg findet sich ein Erin­ nerungsstück aus dem Ersten Weltkrieg: ein Mörser der Firma Skoda, dem damals größten Waffenproduzenten Österreich-Ungarns. Wie kam diese große und schwere Waffe nach Feld­ kirch? Laut mündlicher Überlieferung soll der Mörser bei Kriegsende am Feldkircher Bahn­ hof liegen geblieben sein, nach einer anderen Version hat sie die Stadt Feldkirch nach Kriegs­ ende, bei der Demobilisierung, für Museums­ zwecke gekauft. Dieser Mörser erinnert an die in den Kriegserinnerungen „alter Kameraden“ mit Schrecken geschilderten, oft mehrere Stunden andauernden, Beschießungen durch feindliche Artillerie. Der im Museumsführer als „Gedächtnisraum 1. und 2. Weltkrieg“ bezeichnete kleine Saal wird erst seit 1955 vom Museum genutzt. Die Waffensammlung befand sich nämlich zuerst im Palas und musste dann verlegt werden. Im 1971 von Dr. Erwin Heinzle, dem damaligen Landeskonservator, entwickelten ursprüng­ lichen Museumskonzept entstand die neue „Waffenkammer“ in der heutigen Form. 1972 erfolgte der Mauerdurchbruch in den Neben­ raum und 1976 die Eröffnung der „Waffen­ kammer“ wie auch des benachbarten „Volks­ kunderaumes“. Bei der letzten Renovierung des Museums konnte der Stiegenaufgang als Zugang zum zweiten Stock des Bergfrieds ein­ gebaut werden.

nern und Repetierstutzen des Systems Mann­ licher (Jahrgang 1895), mitsamt den bei Nah­ kämpfen gefürchteten Bajonetten. Neben den österreichischen Gewehren finden sich in der Sammlung Gunz noch Waffen der österreichi­ schen Verbündeten, der Entente-Mächte und der Schweiz. In einem Munitionskoffer sind Granaten zu sehen und in einer Vitrine in der Raummitte österreichische Infanteriesäbel, eine Gasmaske und Faustfeuerwaffen. Makaber ist ein ausgestellter Rosenkranz, der aus Schrapnellkugeln gefertigt wurde. Wie passen Religion, Glaube und Krieg zusammen? Unterhalb des Stiegenaufganges sind ein leichter, österreichischer Granatenwerfer mit der dazu gehörenden Zubehörkiste und ein Minenwerfer der Firma Skoda aufgestellt.

Feldkirch

Florus Scheel geschaffene Gemälde „25. Inva­ liden-Austausch. 1918“. Während des Welt­ kriegs wurden verwundete Kriegsgefangene am Feldkircher Bahnhof durch das Rote Kreuz ausgetauscht. Die Italiener übergaben Eisen­ bahnwaggons mit österreichischen Verwun­ deten dem Schweizerischen Roten Kreuz, das die Züge bis Feldkirch führte. Am Bahnhof fand ein feierlicher Empfang der Invaliden statt. Die Österreicher übergaben wiederum italieni­ sche Kriegsgefangene an die Schweizer. Florus Scheel hat diese fast vergessenen Ereignisse in dem verschollenen Gemälde fesgehalten. Pfarrer Gunz hingegen dokumentierte in seiner Glasplattensammlung zahlreiche Erinnerungen an seinen Fronteinsatz. Historisch besonders wertvoll ist eine ganze Serie von Soldatenfotos aus dem Ersten Weltkrieg.

Museumsarchiv Nur gegen Anmeldung zugänglich sind die im Museumsarchiv befindlichen Fotografien aus dem Ersten Weltkrieg, dessen Bestände im Museumsführer dokumentiert sind. Inner­ halb der Fotosammlung erinnert ein Foto des Feldkircher Wehrschildes an die schlimmen Kriegsjahre. In dieses Wehrschild wurden in Erinnerung an die Gefallenen zu einem symbo­ lischen Preis Nägel eingeschlagen. Dieser „Wehrschild“ befindet sich heute im Rathaus. Leider nur als Fotografie erhalten ist das von

Schattenburgmuseum Feldkirch Burggasse 1, 6800 Feldkirch T: +43 5522 71982 E: besuch.museum@schattenburg.at www.schattenburg.at

Sommeröffnungszeiten Montag bis Freitag 9.00 bis 12.00 Uhr und 13.30 bis 17.00 Uhr Samstag sowie Sonn- und Feiertage 10.00 bis 17.00 Uhr

Feldkircher Standschützen, 1915 / Foto: Stadtarchiv Feldkirch

Betritt man also diesen Raum, fallen einem die in „Gewehrständern“ chronologisch und nach Her­kunftsländern sortierten, aufgereihten Ge­ wehre auf. Im Museumsführer sind sie genau beschrieben. Es findet sich unter den österrei­ chischen Gewehren die ganze Produktpalette vom Jahre 1867 bis hin zu den Repetierkarabi­ 19


Endstation Sehnsucht Jüdische Museum in Hohenems widmet sich in der neuen, von Hannes Sulzenbacher aus Wien kuratierten Sonderausstellung dem Thema „Endstation Sehnsucht – Eine Reise durch Yerushalayim-JerusalemAl Quds“. Text: Susanne Emerich Das

Die umstrittene Straßenbahn – unterwegs in Jerusalem Fotos: Galia Gur Zeev


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D

ie Museumsbesucher unternehmen da­ bei eine imaginäre Fahrt durch die Stadt Jerusalem, die für Juden, Christen und Muslime gleichermaßen als heilig gilt und die durch den Bau einer umstrittenen Straßen­ bahnlinie seit drei Jahren den Westen der Stadt mit jüdischen Siedlungen im palästinen­ sischen Ostteil verbindet. Orthodoxe Juden, säkulare Israelis und Palästinenser, Pilger und Touristen nehmen als Fahrgäste Platz und spie­ geln in ihrer Mischung die brisante Gegenwart der Stadt wider. Die israelische Künstlerin Galia Gur Zeev hat Jerusalem Station für Station entlang der Stra­ ßenbahn erkundet. Sie fotografierte Orte, an denen sich unterschiedliche historische oder gegenwärtige religiöse und nationale Deutun­ gen aneinander reiben. Ihre Fotodokumentation ermöglicht einen besonderen Blick auf die Stadt, verbunden mit einer sensiblen und kriti­ schen Subjektivität. Neben Bildern von glänzen­ den Sehenswürdigkeiten und verfallenden Häu­ sern tauchen Mauern und Stacheldrahtzäune, Fotos von tristen und umstrittenen Gegenden auf. Man begegnet Menschen auf Märkten und in Einkaufszentren, in Spitälern und Parks und nicht zuletzt auf der Straße, die auch Projek­ tionsfläche für religiöse Touristen ist.

Hohenems

heute nicht geändert. Die Besitzansprüche beruhen aber auf der historischen Bedeutung der Stadt und jene wiederum auf den heiligen Büchern von Judentum, Christentum und Islam. Der Ansatz der Ausstellung war, diese Bedeu­ tung nicht noch einmal zu erhöhen, sondern zu überlegen, wie es sich eigentlich heute dort lebt, welchen Einfluss die historisch gewach­ senen Konflikte auf das Alltagsleben haben. mm: Weshalb fiel die Wahl auf die Straßenbahn als zentrales Element der Ausstellung? HS: Die Straßenbahn Jerusalems, die es ja erst seit drei Jahren gibt, ist ein Ort, an dem sich die unterschiedlichsten Bevölkerungsgruppen begegnen, ob sie wollen oder nicht. Als zentra­ les Verkehrsmittel wird sie von ultraorthodoxen Juden, säkularen Jerusalemern, Gastarbeitern und Palästinensern, usw. – im Grunde von allen benutzt, die sich durch die Stadt bewegen wollen. In der Ausstellung gibt sie einen Weg durch die Stadt vor, der von Stationen gesäumt ist, die nur teilweise den echten Haltestellen in Jerusalem entsprechen. Denn „unsere“ Straßen­ bahn hält an Orten, an denen sich zentrale Konflikte des Zusammenlebens entzündet haben und verdeutlichen lassen.

Die Ausstellung richtet den Blick auf politische Konflikte und auf den Wunsch vieler Bewohner Jerusalems nach Normalität im Alltag und im Zusammenleben, gleich welcher Herkunft oder Religion. Auf diese erhoffte Normalität verweist eine Haltestelle in der Ausstellung, an der die unterschiedlichen Deutungen der Stadt zwar nicht miteinander verschmelzen, an der sie sich aber dennoch tolerieren könnten: die Endsta­ tion Sehnsucht.

mm: Worauf wurden Schwerpunkte gelegt? HS: Wichtig war zudem, dass die Stadt, wie sie heute aussieht, in der Ausstellung präsent ist. Galia Gur Zeev, eine israelische Künstlerin, hat sie deshalb mit ihrer Kamera bereist und durch­ messen. Entlang der Konflikt-Stationen unserer Straßenbahn hat sie ihren Blick auf die Orte ge­ worfen, hat sie dokumentiert und kommentiert. Sie hat Jerusalem in seiner Bühnenhaftigkeit festgehalten, aber gleichzeitig keine Reisefüh­ rer-Fotos gemacht: Jerusalem ist nicht überall historisch bedeutsam und nicht überall schön.

mm: Tausende Jahre Jerusalem zusammen­ zufassen ist eine Herausforderung. Wie wurde die Ausstellung im Hinblick darauf konzipiert? HS: Die Geschichte Jerusalems war immer schon unmittelbar mit der Frage verbunden, wem die Stadt gehört. Diese Besitzfrage ist jedoch nicht nur geografisch oder herrschaftlich zu verstehen, sondern auch spirituell, egal von welchem Ort der Welt aus. Historisch gesehen wurde sie immer wieder eingenommen, demo­ liert oder zerstört, Teile ihrer Bewohnerinnen und Bewohner unterdrückt, vertrieben oder umgebracht. Um Jerusalem zu besitzen, wurde vieles in Kauf genommen, das hat sich ja bis

mm: Endstation Sehnsucht - was kann man sich unter diesem Titel vorstellen? HS: Hinter dem Titel steckt der Gedanke, einen Wunsch, den viele Bewohnerinnen und Bewoh­ ner Jerusalems haben, zum Ausdruck zu bringen: den Wunsch nach einer gewissen Normalität einer Großstadt, einem Ort, an dem sich keines­ wegs alle mögen müssen, sondern an dem sich „ganz normale“ Großstadtkonflikte so austragen lassen, dass man die Meinung seines Nachbarn wenigstens erträgt. Die „Endstation Sehnsucht“ ist die letzte Haltestelle unserer AusstellungsStraßenbahn, die tatsächliche Tram Jerusalems ist davon noch weit entfernt.

mm: Welches ist Ihre persönliche „Lieblings­ station“ und warum? HS: Die erste, „Mount Herzl“, da die hier verorte­ ten Konflikte den ganzen Nahost-Konflikt bein­ halten. An ihr steht das Herzl-Museum und das Grab Herzls, und damit ein Verweis auf die fried­ liche Utopie, die dem Zionismus einst inne war, daneben ein israelischer Soldatenfriedhof, an dem jährlich militärische Feierlichkeiten statt­ finden, die der gefallenen Soldaten der eben nicht ganz so friedvollen Durchsetzung des Zio­ nismus gedenken. Dahinter liegt Yad Vashem, der zentrale israelische Erinnerungsort an den nationalsozialistischen Massenmord an den europäischen Juden. Hat man die ausführliche und bedrückende Ausstellung gesehen, betritt man einen Balkon, von dem aus man über die Hügel des Landes schaut. Und in diesem Pano­ rama sieht man auf die Reste des arabischen Dorfes Deir Yasin, in dem 1948, kurz vor der Staatsgründung Israels, eine jüdische Unter­ grundeinheit ein Massaker anrichtete, um die arabische Bevölkerung zu vertreiben. Man sieht aber auch auf den orthodox-jüdischen Stadtteil Har Nof, wo im Jahr 2014 ein palästinensischer Anschlag auf betende Juden verübt wurde. Die Straßenbahn-Haltestelle Nr. 1 ist also an einem Ort, an dem sich Utopie, Gewalt und Erinnerung treffen.

Hannes Sulzenbacher, Kurator

Ausstellungsdauer 10. Mai 2015 bis 14. Februar 2016 Jüdisches Museum Hohenems Villa Heimann-Rosenthal Schweizer Str. 5, 6845 Hohenems T.+43 5576 73989-0 www.jm-hohenems.at

Öffnungszeiten Dienstag bis Sonntag und feiertags 10.00 bis 17.00 Uhr 21


oben: Gedenkstätte Yad Vashem

unten: Grab von Theodor Herzl, BegrĂźnder des politischen Zionismus


oben: Blick über die Dächer der Jerusalemer Altstadt

unten: Blick auf die Wohnblocks des Flüchtlingslagers Shuafat


Hohenems

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Sempre schaffa Ein Haus mit Migrationsgeschichte Das Haus in der Harrach­gasse

5 in Hohenems hat eine bewegte Geschichte hinter sich und steht exemplarisch für die ebenso bewegte Geschichte der

Mi­gra­­

tion

in Vorarlberg. Der Direktor

des

Jüdischen Museums,

Hanno Loewy, gab den Anstoß dazu, die

Hausgeschichte

bildlich

umzusetzen und so sichtbar werden zu lassen. Im Rahmen des Kul­

Emsiana hat der Künstler Tone Fink die Außenfassade passend zur Hausgeschichte temporär umgestaltet. Text: Susanne Emerich turfestivals

Fotos: Ursula Dünser / Foto: Emsiana

S

o nimmt der quer über die Hausfassade gespannte Schriftzug „Sempre schaffa“ Bezug auf italienischsprachige Einwan­ derer, die das Haus einst bewohnten. Ebenso finden sich Hinweise auf die jüdische Geschich­ te des Viertels und auf spätere Einwanderer­ gruppen. Bis August 2015 bleibt die neu konzi­ pierte Fassade erhalten. Danach wird im Zuge der Entwicklung der Markt- und Schweizer­ straße in Hohenems auch das Haus Harrach­ gasse 5 restauriert werden.

Familie Rosenthal Ursprünglich gehörte das Haus der Familie Rosenthal, die Mitte des 19. Jahrhunderts eine Textilfirma in Hohenems gründete, die um 1900 ihre größte Ausdehnung erreichte. Kurze 24

Zeit später begann allerdings der Niedergang. Im Laufe einer Wirtschaftskrise in den Jahren 1904/05 sahen sich die Rosenthals gezwungen unter Mithilfe der „Credit-Anstalt“ eine Aktien­ gesellschaft zu gründen. Die Firma erholte sich aber nicht mehr und 1916 war die Ära Rosenthal nur noch ein Kapitel in der Hohen­ emser Industriegeschichte.

Verschiedene Bewohner Bewohnt wurde das Haus unter anderem von Kantor Josef Stark, bevor dieser 1871 nach New York emigrierte. 1872 verkaufte die Familie Rosenthal das Haus an einen Zuwanderer aus Böhmen. 1898 zog die Trentiner Familie Collini nach Hohenems und begann im Haus mit dem Schleifen von Scheren und Messern: der

Grundstein für das heute international tätige Unternehmen war gelegt. Seit vielen Jahren leben nun in der Harrachgasse 5 aus der Tür­ kei zugewanderte Arbeiter der Firma Collini mit ihren Familien.

Motive an der Außenwand Vor allem durch die jüdische Geschichte beein­ flusst, findet sich ein Davidstern deutlich sicht­ bar auf der Hauswand, geformt durch Tiroler Zionisten mit ihren Skiern. Menschen mit Koffern verweisen auf das Thema Migration. Weiters zu sehen ist eine Hamsa – auch be­ kannt als Hand der Fatima – die als Schutzzau­ ber gegen den bösen Blick und die „Dschinn“ (dämonenartige Wesen) sowohl bei Muslimen als auch bei arabischen Juden verwendet wird.


Sempre schaffa

Die jüdische Gemeinde Der Steinbock als Wappentier der Hohenemser Grafen an der Hausfassade veranschaulicht die Rolle des adligen Herrschergeschlechts: 1617 hatte der damalige Reichsgraf Kaspar von Hohen­ems durch einen Schutzbrief die recht­ liche Grundlage für die Ansiedlung jüdischer Familien und den Aufbau einer jüdischen Ge­ meinde geschaffen. Ziel war dabei, Hohenems durch jüdische Händler wirtschaftlich zu be­ leben. Trotz Vertreibungen im 17. Jahrhun­ dert entwickelte sich eine Gemeinde mit einer Synagoge, einer Schule, einem Friedhof, einem „Armenhaus“ sowie einem Ritualbad, der Mikwe. Die Gemeinde wuchs im 18. Jahrhundert konti­ nuierlich und erreichte in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ihren demografischen Höhe­ punkt. Die Hohenemser Juden pflegten enge Handels- und Familienbeziehungen nach St. Gallen und Südtirol, nach Triest und Frankfurt, nach Paris und Italien, nach Wien, Konstantino­ pel und in die USA. Kaufleute und Industrielle wie die Familien Hirschfeld, Brettauer, Brunner,

Hohenems

Rosenthal, Schwarz und Burgauer gründeten Textilunternehmen und Banken, Eisenbahnen, Brauereien, Buchhandelsketten und Versiche­ rungen. Die Gemeinde war zu einem Zentrum einer wachsenden Hohenemser Diaspora in den Alpenländern, in West- und Südeuropa sowie den USA geworden. Die Staatsgrundgesetze in Österreich von 1867 brachten den Juden rechtliche Gleichstellung. Sie konnten ihren Wohnort frei wählen. Bereits 1863 hatte die Schweiz den Juden Ansied­ lungsfreiheit gewährt, was eine Abwanderung des Großteils der Hohenemser Juden zur Folge hatte. Im Jahr 1935 zählte die Jüdische Ge­ meinde gerade noch 16 Mitglieder. Schon im Jahr 1931 schrieb der damalige Kultusvor­ steher Theodor Elkan, Hohenems sei eine „[…] ganz kleine, jüdische Gemeinde, die nur von den Erinnerungen lebt!“ 1938 wurde das Vermögen der Kultusgemeinde von den nationalsozia­ listischen Behörden beschlagnahmt, 1940 die Gemeinde zwangsaufgelöst. Die letzten acht jüdischen Hohenemser wurden zunächst nach

Wien und dann in Konzentrationslager im Osten deportiert. Von den ehemaligen Mitgliedern der jüdischen Gemeinde kehrte niemand dauer­ haft zurück. Nach dem Krieg lebten noch einige Jahre sogenannte „displaced persons“ – jüdische Überlebende aus den Vernichtungslagern – in Hohenems. Das Ende ihres Aufenthalts in Hohenems im Jahre 1954 markierte auch das Ende der über 300-jährigen Geschichte der jüdischen Gemeinde, von der besonders im 19. Jahrhundert zahlreiche wirtschaftliche und geistige Impulse ausgegangen waren.

Zitat von Rilke Wie ein Versuch, die aufkommenden Fragen zu den zahlreichen (Haus)geschichten zu beant­ worten, mutet ein Zitat aus einem Brief des Lyrikers Rainer Maria Rilke an, das Tone Fink quer über die Hausfassade in der Harrach­ gasse 5 gespannt hat: „Leben Sie jetzt die Fragen. Vielleicht leben Sie dann allmählich, ohne es zu merken, eines fernen Tages in die Antwort hinein.“

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Dornbirn

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Inszenierte Wirklichkeit Das Kriegsgeschehen des Ersten Weltkriegs aus Fotografensicht

23. Mai bis zum 27. September 2015 ist die Ausstellung „Inszenierte

Vom

Wirklichkeit – Private Chroniken einer Front“ im Stadtmuseum Dornbirn zu sehen, die in Kooperation mit dem Stadtarchiv Dornbirn und der Universität Liechtenstein

Kriegsfotografie der Dornbirner Fotografen Franz Beer und Dr. Franz Bertolini sowie entstanden ist. Anhand der

privater Fotografien werden Einblicke in das Geschehen des

Ersten Weltkrieges

gegeben. Zehn Studierende des Bachelor­ studienganges Architektur der Universität

oben: Jagd auf Läuse

Liechtenstein erarbeiteten das Konzept für

unten links: Soldatenfriedhof St. Julian am 1. Mai 1916

diese Sonderausstellung. Text: Susanne Emerich

Fotos: Stadtarchiv Dornbirn

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unten rechts: Verwundeten-Transport durch die Lawine am 7. Mai 1916


Inszenierte Wirklichkeit

Dornbirn

K

tiven Gedächtnisses wurden die Kriegsaufnah­ men von Privatpersonen, Vereinen und Einrich­ riegsfotografie tungen gesammelt und archiviert, darunter auch durch das 1933 eröffnete Kriegsmuseum Am 19. August 1839 machte die Französische in Dornbirn. Akademie der Wissenschaften der Welt ein Geschenk, in dem sie die Fotografie – ein für Bertolini und Beer die damalige Zeit unvorstellbares Verfahren – mit all ihren technischen Details der Öffentlich­ Zwei der einflussreichsten Dornbirner Fotogra­ keit übergab. Seitdem bewegt diese technische fen waren Franz Bertolini und Franz Beer, die Errungenschaft die Menschen und hat die Sicht die visuelle Grundlage für die Darstellung des auf die Welt verändert. Besonderes Augenmerk Ersten Weltkrieges in den Dolomiten schufen. gilt dabei der Kriegsfotografie. Der mexika­ nisch-amerikanische Krieg von 1846 – 1848 Franz Bertolini wurde als Sohn eines Dorn­ war der erste Krieg, in dem das Geschehen birner Textilhändlers 1875 geboren. Während foto­grafisch festgehalten wurde. Jeder Krieg seines Medizinstudiums in Graz begann Berto­ erzeugte nun eine stetig wachsende Zahl an lini sich leidenschaftlich mit Fotografie zu Bildern, wie beispielsweise der Krimkrieg beschäftigen, rückte als Regimentsarzt im 1855 /56, der amerikanische Bürgerkrieg August 1914 zum „Landsturm“ ein und diente 1861 – 1865 und der Burenkrieg in Afrika an der südlichen Kriegsfront. Als Offizier und 1899 – 1902. Die Fotografie diente vor allem Arzt hatte er mehr Bewegungsfreiheit als ein der Propaganda. Dafür besuchten im Auftrag einfacher Soldat, er nutzte dies um intensiv der Regierung professionelle Studiofotografen zu fotografieren. Das Ergebnis sind zahlreiche die Schlachtfelder nach den Kämpfen. Das Auf­ Aufnahmen des Alltags von Soldaten, Kriegs­ kommen der von Kodak produzierten „Pocket­ gefangenen und der Zivilbevölkerung. kameras“ im Jahre 1912 revolutionierte die Kriegsfotografie und machte dieses Medium Franz Beer wurde 1896 in Dornbirn geboren auch für Privatpersonen zugänglich. und begann nach dem Realschulabschluss 1914 bei der Firma F.M. Hämmerle zu arbeiten. Zensur Der Fotograf aus Leidenschaft fotografierte schon, bevor er 1915 in den Krieg einrückte Von der nun aufkommenden Flut an privaten und die meisten Fotografien als Standschütze Fotografien waren die Zensurstellen während in den Dolomiten anfertigte. des Ersten Weltkriegs überfordert. Erst gegen Kriegsende veröffentlichten die Zeitungen die Auch nach Ende des Kriegs beschäftigte sich offiziellen Bilder der Militärbehörden. Geneh­ Beer mit der Kriegsthematik: So besuchte er migt wurden nur Bilder, die von Fotografen fast jährlich die Stellungen in den Südtiroler mit eigener Legitimation an der Front aufge­ Bergen und war Mitglied der Standschützen­ nommen und kostenlos an die Presse weiter­ vereinigung und des Kameradschaftsbundes. gereicht wurden. Dabei unterlagen die Motive Durch regelmäßige Diavorträge präsentierte strengen Auflagen: so durften keine eigenen Beer seine Fotografien einer interessierten Todesopfer gezeigt werden. Als Teil des kollek­ Öffentlichkeit.

Ausstellungskonzept

Inszenierte Wirklichkeit

Öffnungszeiten

Private Fotochroniken einer Front Stadtmuseum Dornbirn Marktplatz 11, 6850 Dornbirn T. +43 5572 33077 stadtmuseum@dornbirn.at www.stadtmuseum.dornbirn.at

Dienstag bis Sonntag 10.00 bis 12.00 und 14.00 bis 17.00 Uhr

Ein gemeinsames Projekt des Arbeitskreises Vorarlberger Kommunalarchive / Projektkoor­ dination: Andreas Brugger, Montafon Archiv und Thomas Felfer, Gemeindearchiv Lech

Schwerpunkt des Ausstellungskonzeptes ist eine kritische und gleichzeitig vermittelnde Auseinandersetzung mit der tatsächlichen und inszenierten Wirklichkeit von Fotografie. Meistens wird eine Fotografie als Abbild der Realität gesehen, ohne den Wahrheitsgehalt des Dargestellten zu hinterfragen. Die in der Ausstellung präsentierten Bilder des Ersten Weltkrieges entsprechen häufig keiner realen Kriegssituation, sondern einer von Beer und Bertolini inszenierten Wirklichkeit. Um einen kritischen Blickwinkel zu ermöglichen, wurde ein stilistischer Sprung zwischen der Architek­ tur des Ausstellungsthemas im Außenraum und der deskriptiven Objektpräsentation im Innenraum gewählt.

Ausstellungsdauer 23. Mai bis 27. September 2015

Bildunterschrift

Rahmenprogramm Stadtarchiv Dornbirn „Vorarlberg und der Erste Weltkrieg“ Ein Blick in die Gemeinden 17. Juni bis 5. Juli 2015

Stadtbücherei Dornbirn „Ein Schatz auf Papier“ Briefe aus dem Ersten Weltkrieg mit Antworten von heute Donnerstag, 27. August 2015, 20.00 Uhr 27


Angelika Kauffmann in Rom


museum magazin 11 / 2015

Schwarzenberg

Als Angelika Kauffmann

1782 nach

Rom zurückkehrt, lässt sie sich in der Via Sistina, nahe der Kirche Trinità dei Monti, nieder. In diesem Palazzo resi­ dierte der

Maler Anton Raphael

Mengs in seinen ersten römischen Jah­ ren von 1751 bis 1758. Kauffmanns Salon wird zum kosmopolitisch aus­ gerichteten Treffpunkt von Künstlern, Aristokraten und Intellektuellen. Text: Redaktion

S

ie setzt ihren Erfolgskurs fort und er­ hält zahlreiche Auf­träge von englischen Grand Tour Reisenden. Das Geschwister­ bildnis von Other Windsor (späterer der 6. Earl of Plymouth) und seiner um ein Jahr jüngeren Schwester Maria Windsor (später die 3. Mar­ quess of Downshire) ist ein Beispiel für Kauff­ manns vielfältige Beschäftigung mit dem Amorund-Psyche-Motiv ab 1791.

riengemälden. Die Themenwahl blieb ihr über­ lassen. Von den beiden monumentalen Werken „Pallas, Evanders Sohn von Turnus getötet“ und „Hermann von Thusnelda gekrönt“ sind nur noch die Ölskizzen erhalten, die Originale wurden 1944 in Hitlers Reichskanzlei gebracht und sind 1945 verbrannt.

oben: Angelika Kauffmann Hermann von Thusnelda gekrönt 1785, Öl auf Leinwand Foto: Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum, Innsbruck unten: Angelika Kauffmann Bildnis der Fürstin Franziska von Kaunitz-Rietberg geb. Ungnad, Gräfin von Weißenwolff

Abschied von der Malerei

1805, Privatsammlung Foto: Dorotheum Wien

„Vetter Johann“ und Johann Peter Kauffmann Die Ausstellung im Angelika KauffmannMu­seum in Schwarzenberg gewährt Einblicke in die Beziehungen der Künstlerin zu ihrem Cousin Johann Kauffmann sowie zum Bild­hauer Johann Peter Kauffmann, einem entfernten Verwandten. Ab 1792 lebt „Vetter Johann“ im Haushalt der Malerin. Besonders nach dem Tod ihres Mannes Antonio Zucchi 1795 ist er für die Cousine eine wichtige Stütze. Nach ihrem Tod spielt er eine zentrale Rolle bei der Ver­ teilung des Erbes der Malerin. Anlässlich des 250. Geburtstags von Johann Peter Kauffmann (1764–1829) widmet sich die Ausstellung auch seinem Werdegang vom Holzschnitzer zum Bildhauer und Schöpfer von Angelika Kauff­ manns Bildnis in Marmor.

Auftrag von Kaiser Joseph II. Bei seinem Besuch in Rom 1784 beauftragte Kaiser Joseph II. die Künstlerin mit zwei Histo­

Das Altersbildnis Angelika Kauffmanns sticht aus der Reihe der bekannten Selbstbildnisse Kauffmanns hervor, weil es im Unterschied zu den anderen kein idealisiertes, geschöntes Bild seiner Schöpferin zeigt. Im Gegenteil, die Malerin zeigt ein müdes Gesicht und das Haar ist angegraut. Kauffmann verzichtet völlig auf hintergründige Attribute, das Bildnis scheint ihren Abschied von der Malerei und vom Leben anzudeuten. Als eines ihrer letzten Porträts malt die Künstlerin 1805 das Bildnis der Fürstin Franziska von Kaunitz-Rietberg.

links: Angelika Kauffmann Selbstbildnis um 1802 , Öl auf Leinwand, Privatsammlung Foto: Markus Tretter

Angelika Kauffmann. Residenz Rom Angelika Kauffmann Museum Schwarzenberg Brand 34, 6867 Schwarzenberg www.angelika-kauffmann.com

Ausstellungsdauer bis 25. Oktober 2015

Öffnungzeiten Dienstag bis Sonntag 10.00 bis 17.00 Uhr 29


Andelsbuch

museum magazin 11 / 2015

Foto: Adolf Bereuter und olk / rüf

küchen kochen handwerk Vom Feuerherd zur modularen Küche

Werkraum Bregenzerwald in Andelsbuch in dem vom Schweizer Architekten Peter Zumthor und Werkraum Handwerkern errichteten Werkraumhaus. Der Werkraum setzt auf Austausch und Kooperation und veranschaulicht die Leistungen des Handwerks in ver­ schiedenen Ausstellungen, die auf reges Interesse stoßen: So haben in knapp zwei Jahren 45.000 Personen die Präsentation der Mitgliedsbetriebe, die wechselnden Ausstellungen und Veranstaltungen im Werkraum, der 85 Handwerksbetriebe unter einem Dach vereint, besucht. Text: Susanne Emerich Seit dem Jahr 2013 präsentiert sich der

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küchen kochen handwerk

S

eit Menschengedenken wird gekocht, der zentrale Ort für diese Tätigkeit ist die Küche. Die aktuelle Sommerausstel­ lung 2015 widmet sich unter dem Titel „küchen kochen handwerk“ ganz diesem Thema und erstreckt sich mit 700 Quadratmeter Aus­ stellungsfläche über das ganze Haus. In ihrer räumlichen Anordnung und Ausstattung, in ihrer funktionalen Festlegung und Zuordnung sind Küchen einem steten Wandel unterworfen: Bregenzerwälder Handwerker zeigen anhand von festen, mobilen und modularen Küchen, Essplätzen, Gerätschaften, Objekten und offe­ nen Stationen, was eine Küche ausmacht. Zu den zentralen Exponaten zählen im Innen­ bereich eine Küchengruppe mit Tischlerkü­ che, Fußboden, Leuchten, Tischen, Stühlen, Diwan und Dekor, während im Außenbereich eine Grill- und Kochstelle, Pizzaofen, Garten­ sitzplatz, Gartenhaus, Pflanzenbeet und Bill­ grill einen eigenen Outdoor-Küchen-Bereich bildet. Die umfassende Schau wird durch die Einzel­exponate Feuerherd, Baustellenküche, Mobilküche, Sennküche, Hängeküche, Küchen­ turm und Vorratskasten ergänzt. Nachdem, wie Johann Wolfgang Goethe meinte, das Essen zuerst das Auge und dann den Magen erfreuen solle, sind Kochaktionen Teil der Ausstellung. Die Gäste versammeln sich zum Brotbacken, Sennen, Buttern und Grillen in der zentralen Schauküche oder rund ums Feuer im Freien. Zur essbaren Skulptur lädt der Künstler Paul Renner in einer kulinarischen Performance mit dem Titel „Rouge et Noir“ mit einer Einführung des Philosophen Valerio Dehó. Foto: Adolf Bereuter

Foto: Roswitha Natter

küchen kochen handwerk 42 Handwerker aus dem Bregenzerwald – Tischler, Ofenbauer, Gärtner, Maler, Installa­ teure, Zimmerer, Schneiderin, Köchin, Elek­ triker, Leuchtenhersteller, Filzhandwerkerin, Polsterer, Metallbauer, Maurer, Lebensmittel­ handwerker (Metzger, Bäcker, Senner) Kurator Handwerk: Klaus Metzler, Architekt Kuratorin Kochen: Karin Kaufmann, Mitglied im Werkraum Bregenzerwald Kochaktionen mit den Lebensmittelhandwer­ kern La Wurscht Hittisau, Metzgerei Schmuck Sulzberg, Bäckerei Huber Müselbach, Sennerei Mühle Egg, Sennerei Andelsbuch, Molke-Käse Ingo Metzler, Egg

Ausstellungsdauer und Öffnungszeiten bis 3. Oktober 2015 Werkraum Bregenzerwald, Hof 800 866 Andelsbuch Dienstag bis Samstag 10.00 bis 18.00 Uhr 21. Juni bis 30. August 2015 auch Sonntag 10.00 bis 18.00 Uhr

Die Kochaktionen Feuer Freitag, 10. Juli 2015, 18.00 Uhr Handwerker kommen und kochen, grillen, backen – mit dem Feuer und am Feuer. Wurst und Brot Donnerstag, 16. Juli 2015, 18.00 Uhr Metzger Cyrill Schmuck aus Sulzberg macht grüne Schüblinge, eine kaum mehr bekannte

Rarität und Bäcker Dietmar Huber aus Müsel­ bach macht das Brot. Seine Spezialität sind die Handarbeit und hauseigene Mischungen. Käse Freitag, 31. Juli 2015, 18.00 Uhr Der Senn Ingo Metzler aus Egg macht einen Käse aus Ziegenmilch. Johannes Metzler erklärt als Obmann von der Sennerei Mühle in Egg, was ein Hornkäse ist und kann. Es gibt Zeagorano­ cken aus Hornmilch und Toast mit Hornkäse und den Goaskäs, Karin Kaufmann backt im Dampf­ backofen das Brot nach eigener Rezeptur. Moderation: Karin Kaufmann Wild Freitag, 28. August 2015, 18.00 Uhr Es gibt kurz Gebratenes mit den Wald- und Jagd­experten Anton Bereuter aus Alber­ schwende und Helmut Feuerstein aus Au. Moderation: Renate Breuß Beitrag für die in der Ausstellung frisch ge­ kochten Speisen: 10,00 Euro Paul Renner rouge et noir – eine essbare Skulptur Samstag, 5. September 2015, 19.00 Uhr: Eine kulinarische Performance von Paul Renner mit einer Einführung von Valerio Dehó, Künstler und Philosoph. Rouge et Noir ist eine Veranstaltung der Werk­ raum Freunde. Preis 120,00 Euro, für Werkraum Freunde 80,00 Euro, inkl. Getränke Anmeldung: info@werkraum.at 31


Egg

Bregenzerwälder Standschützen im Gebirgskrieg gegen Italien 1915

Egg Museum widmet sich 2015 den Bregenzerwälder Standschützen, die vor 100 Jahren im Gebirgskrieg gegen Italien im Einsatz Das

waren. Text: Redaktion

links: Gemälde Standschütze Innerkofler: Historisches Alpenarchiv OeAV Kunst/210 unten: Foto Ausmarsch der Bezauer Standschützen: Bregenzerwald Archiv II-002 F1396

D

ie Standschützen waren eine Truppe aus dem Kronland Tirol (damit war das heutige Vorarlberg, Tirol, Südtirol und Trentino gemeint). Sie waren seit dem 16. Jahrhundert immer wieder in Tiroler Konflik­ ten aktiv, hatten aber keine durchgehende, konstante Tradition. Vielmehr stellten sie sich immer wieder neu auf, wenn sie von Nöten

„1915 Sakkarmint, die Narro schüssend jo uf d’Lüt!“ Ausstellung im Egg Museum (Pfarrhof Egg) Egg Museum, Pfarrhof 5, 6863 Egg www.eggmuseum.at

Ausstellungsdauer bis 2. November 2015

Öffnungszeiten Donnerstag, Freitag und Samstag jeweils 15.00 bis 17.00 Uhr Sonntag 10.00 bis 12.30 Uhr

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waren. Als 1915 die Kriegserklärung durch Ita­lien erfolgte, wurden diese Schützenverei­ ne als ein letztes Aufgebot zur Landesvertei­ digung ausgehoben und dem Landsturm für die Verteidigung der Dolomitenfront zugeteilt. Dabei wurden die Schützenvereine benach­ barter Gemeinden jeweils zu einem Bataillon zusammengefasst, derer es in Vorarlberg sechs

gab: Bregenz, Dornbirn, Feldkirch, Bludenz, Rankweil und Bezau. Die Ausstellung in Egg beschäftigt u.a. sich mit dem Bau der Stütz­ punkte, der Versorgung der Standschützen, mit den politischen Rahmenbedingungen des Ersten Weltkriegs, mit der Finanzierung, mit Biografien und Gefallenen sowie auch mit sogenanntem „Kriegskitsch“.


museum magazin 11 / 2015

Hittisau

Frauen, am Gipfel

Burgl (Walburga Huchler geb. Dorner, 1913 – 1994) mit ihrem Hund auf der Burglhütte in Hittisau. Burgl Huchler hat zwischen Weihnachten 1933 und 1993 die Burglhütte Winter wie Sommer bewirtschaftet. FotografIn unbekannt

Zur Ausstellung im Frauenmuseum Hittisau Sie gehören zu den bekanntesten Alpinisten Vorarlbergs und ihre Haltung

„Frauen und Bergsteigen“ war eine eindeutige: Walther Flaig (1893–1972) hielt das Bergsteigen „für eine rein männliche Angelegenheit“, „nach deren Bestehen die Helden zum Thema

von den gütig lächelnden und sorgsam um uns bemühten Frauen begrüßt werden“.

Toni Hiebeler (1930–1984), bekannt durch seine Winter­

erstbesteigung der Eiger-Nordwand (1961), hielt es für ideal, wenn die Frauen die Berge zwar liebten, „aber am besten keine Ahnung vom

Klettern haben“ sollten, da sie sonst zu viel Angst hätten: „Für junge Mädchen sei eine Tour im Schwierigkeitsgrad IV noch in Ordnung; wäre die Wildkatze aber erst einmal eine brave Ehefrau geworden, würden Touren im II. bis III. Grad oder Spaziergänge ausreichen.“ Text: Andreas Rudigier

D

as Bild hat sich in den letzten Jahr­ zehnten stark gewandelt und doch fehlt es an einer umfassenden Ausstellung zum Thema „Frauen und Berge“. Die Literatur weiß dazu schon eher etwas zu sagen, wie jüngst etwa Bücher von Tanja Wirz oder Ingrid Runggaldier Moroder bestätigen. Letztere konnte auch von der für das Frauenmuseum zuständigen Leiterin und Kuratorin Stefania Pitscheider-Soraperra als kompetente Unter­ stützung zur Gestaltung der heurigen Sommer­ ausstellung gewonnen werden.

Kulturhistorische Annäherung Das Frauenmuseum in Hittisau bemüht sich in diesem Jahr um eine kulturhistorische Annä­ herung an die Frauenalpingeschichte. Dabei geht es nicht alleine um die Frauen als Alpi­ nisten, sondern es spielen auch das Leben und Arbeiten in den Bergen, der weibliche Blick auf die Berge und die sozial- und kulturpolitischen Zusammenhänge, die es Frauen ermöglicht haben, die Welt der Berge für sich zu erobern, eine Rolle.

Frauen haben im alpinen Raum von Anfang an eine wichtige Position eingenommen, sei es als einheimische Bergbäuerinnen oder Älple­ rinnen, sei es als frühe Hochtouristinnen und Bergsteigerinnen. Der Fokus der Ausstellung liegt auf den bergsteigenden Frauen. Vorge­ stellt werden die großen Alpinistinnen des 19. und 20. Jahrhunderts, deren Haltungen und Beweg­gründe. Im Vordergrund stehen weni­ ger eine Chronik ihrer Erfolge und Leistungen, als vielmehr die agierenden Persönlichkeiten selbst und ihre Biografien.

Ich, am Gipfel Frauenmuseum Hittisau, Platz 501 6952 Hittisau, www.frauenmuseum.at

Ausstellungsdauer bis 26. Oktober 2015

Öffnungszeiten Mittwoch und Donnerstag jeweils 14.00 bis 17.00 Uhr Freitag, Samstag und Sonntag 10.00 bis 17.00 Uhr

Paula Wiesinger Steger (1907–2001) Wiesinger war eine der Pioniere des sechsten Grades. Sie erschloss neue schwierige Routen in den Dolomiten. FotografIn unbekannt

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Bregenz

Ist Vorarlberg auch Österreich? „Das ist Österreich!“ – eine Kunstausstellung macht Unterschiede sichtbar

Rudolf Wacker, Selbstbildnis mit orange­farbener Palette, 1923 / 1924 vorarlberg museum, Bregenz

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museum magazin 11 / 2015


Ist Vorarlberg auch Österreich?

Bregenz

Weltgeschichte“, hat der berühmte Philosoph Hegel „Die

lakonisch bemerkt, „ist nicht der

Boden des Glücks. Die Pe­ rioden des Glücks sind leere Blätter in ihr.“ Die Kunst der Zwischenkriegszeit ist nicht zuletzt deshalb beson­ ders interessant, weil selten eine Epoche, eingerahmt von zwei

Weltkriegen,

so überreich

an geistigen, sozialen, wirt­ schaftlichen

Krisen und per­

sönlichen Katastrophen war. Die

Rudolf Wacker, Japanisches Püppchen und Mohn, 1934 , vorarlberg museum, Bregenz

Millionen Toten des Weltkrieges, die Kriegsinvaliden und die

Opfer der Spanischen Grippe standen am Anfang. Es folgten die Hyperinflation, Arbeitslosig­ keit und die politischen Zusam­ menstöße bis hin zu Bürgerkrie­ gen und schließlich der fatale

„Anschluss“

an das Deut­

sche Reich, der eine Rettung bedeuten sollte und erst recht in eine

Katastrophe

mün­

dete. Und in der Tat haben die

österreichischen Künstler auf sehr unterschiedliche, individuell eigenwillige Weise auf die

Erschütterungen

in ihrem jeweiligen Soziotop reagiert. Text: Peter Melichar

C

hristoph Bertsch hat für seine Ausstel­ lung den Titel „Das ist Österreich!“ aus­ gewählt und will mit dem bisherigen – aus seiner Sicht – tendenziösen und falschen Blick auf die Kunst dieser Zeit abrechnen. Bertsch konfrontiert die „merkwürdig negativen Urteile der österreichischen Kunstgeschichte über die Zwischenkriegszeit“ mit einer neuen Perspek­ tive, jener des Konfliktes, des Kampfes, letzt­ lich: des subkutanen Bürgerkrieges mit ande­ ren Mitteln. In Anlehnung an den Gedanken von Claus von Clausewitz, der Krieg sei die Fort­ setzung der Politik mit anderen Mitteln, könnte man sagen, die Auseinandersetzungen in der krisenhaften Friedenszeit nach 1918 waren die Fortsetzung des Krieges mit Mitteln der Ästhetik. Was in Gewaltausbrüchen, vor allem am 15. Juli 1927 – an diesem Tag wurde der Justizpalast in Brand gesetzt und die Wiener Polizei erschoss 90 Personen – eruptiv zu Tage trat, waren tiefgreifende Interessensgegen­ sätze mit ökonomischen, sozialen und welt­ anschaulichen Dimensionen. Im Alltag fanden diese Gegensätze ihren Ausdruck in der Rheto­ rik der Politiker, den intellektuellen Konstruk­ tionen der Gelehrten und Schriftsteller, aber auch in der Gestaltung der Gebäude durch Architekten, der Plakate durch Grafiker und der Bildsprache durch Künstler.

„Das ist Österreich!“ lässt aber auch erkennen, dass Vorarlberg einen Sonderfall in der Ersten Republik darstellt. Zwar war auch das west­ lichste Bundesland von den Krisen nach dem Weltkrieg betroffen, sie fanden ihren Ausdruck jedoch nicht in jener Gewaltbereitschaft wie im restlichen Österreich. Die Ursachen waren vielfältig: die Schwäche der politischen Gegner und insbesondere der Sozialdemokraten war so groß, dass sich der amtierende Landeshaupt­ mann Otto Ender und seine christlich-soziale Partei eine gewisse gönnerhafte Großzügigkeit im Umgang mit politisch Andersdenkenden leis­ ten konnte. Ender, nicht zufällig Ender-Pascha genannt, war allerdings von den Verhältnissen in Vorarlberg verwöhnt, wo er recht autokra­ tisch regierte und selbst die Heimwehr quasi als Abteilung der Landesregierung führte. Auf dem Wiener Parkett konnte er sich als Bundes­ kanzler nicht lange halten, er stolperte über den Zusammenbruch der Creditanstalt 1931. Der patriarchale Führungsstil in Vorarlberg, der übrigens auch vielen Fabrikherren vor Ort eignete, hatte auch seine Auswirkungen auf die wenigen Künstler des Landes. Wer hier überle­ ben wollte, hatte sich wohlgefällig zu verhalten. In Wien gab es viele Verlage, Zeitungen, Wer­ befirmen, für die Künstler arbeiten konnten, es gab Kunsthändler, Galerien und Sammler. 35


Bregenz

Ist Vorarlberg auch Österreich?

Stephanie Hollenstein, Tiroler Bergdorf, um 1925, vorarlberg museum, Bregenz

Und es gab das „Rote Wien“, das selbst in der schlimmsten Krise über wesentlich größere Mittel für Kunstförderung verfügte als der Bund und die anderen Bundesländer. In Vorarlberg existierte ein Kunstmarkt nur in sehr bescheidener Form, private Interessenten waren rar. Rudolf Wacker notierte in seinem Tagebuch die wenigen Käufer aus Vorarlberg, darunter Landeshauptmann Otto Ender, die Fabrikanten Rudolf Schoeller (Bregenz), Arthur Hämmerle (Dornbirn) und seinen Freund, den Textilhändler Max Perlhefter (Feldkirch). Zur Absicherung seiner Familie erhoffte sich Wacker eine Professur in Weimar oder Wien, daraus wurde nichts. Die meisten Künstler arbei­teten als Zeichenlehrer. Zwar gab es öffent­liche Aufträge etwa für Kriegerdenkmä­ ler und für die Kirchen einiger Pfarreien, doch das Land erwarb nur sehr wenige Bilder. Diese mussten zudem eine repräsentative Funktion erfüllen. Das Landesmuseum, damals noch nicht Eigentum des Landes, erwarb so gut wie keine Bilder, Mittel waren nicht vorhanden. Als die Vorarlberger Kunstgemeinde 1925 im Landes­ museum ausstellte, schrieb der Vorstand des Landesmuseumsvereins eine Serie von gleich­ lautenden Bittbriefen an vermögende Perso­ nen, u. a. an den erwähnten Arthur Hämmerle, 36

aber auch an den Bürgermeister von Lustenau Josef Hollenstein und an Julius Rhomberg. Die Gemäldesammlung des Museums habe „in den letzten Jahrzehnten sehr wenige Neuerwer­ bungen bzw. Schenkungen aufzuweisen, was um so bedauerlicher ist, als in erster Linie vom kunsterzieherischen Standpunkt aus für den stets wachsenden Besucherkreis aus Heimat u. Fremde (…) es äusserst wertvoll erschiene, wenn unsere lebenden Maler, wie sie bis jetzt in so reichem prächtigem Arbeitsbild in der Aus­ stellung vor Vorarlberger Kunstgemeinde auf­ scheinen, auch entsprechend ihrer Bedeutung vertreten wären.“ Von den neueren Malern, den „lebenden Künstlern“, seien nur wenige, und auch diese nur „sehr bescheiden“ im Museum vertreten. Man formulierte das „höfliche Ersu­ chen“, durch „Stiftung eines Ausstellungswer­ kes (…) dem betreffenden Künstler und damit der Kunst und der Kunsterziehung sowie über­ haupt der Heimatsache einen grossen Gönner­ dienst zu erweisen.“ Der Versuch hatte keinen Erfolg. Zwar erwarb Arthur Hämmerle ein Werk von Wacker („Bregenzer Gondelhafen“) um 300 Schilling, aber er widmete es nicht dem Landesmuseum. Fast alle Werke der Künstler der Zwischen­ kriegszeit, die man heute im Museumsdepot

finden kann, wurden nach 1950 erworben. Sogar der Landeshauptmann Ender kaufte ein Gemälde Wackers („Stilleben mit blühendem Kaktus und Puppe“), aber auch dieses Werk fand nicht den Weg ins Museum. Unter den ganz wenigen Werken Lebender, die das Muse­ um als Neuzugänge in der Zwischenkriegszeit zu verzeichnen hatte, waren einige Schen­ kungen von Künstlern, den Malern Martin von Feuerstein und Johann Josef Huber, beide Akademieprofessoren, die heute nur noch Experten kennen. Als an Otto Ender zur Zeit seiner Ministerschaft 1933 einmal das Ansinnen herangetragen wurde, ob man nicht von Stephanie Hollenstein etwas erwerben sollte, reagierte er nachdenklich: „Wir haben schon einmal der Hollenstein ein Gemälde ab­ gekauft und sehr gut bezahlt. Ein zweitesmal und insbesondere bei der heutigen Finanzla­ ge werde ich wohl den Herrn Dr. Mittelberger nicht dazu bewegen können.“ (Johann Josef Mittelberger, langjähriger Finanzlandesrat, Bundesfinanzminister 1929) Ender kam dann auf eine Idee, um sie gleich wieder zu verwer­ fen: „Ich könnte mich höchstens von ihr malen lassen. Das möchte sie gerne tun. Aber ich habe heute auch das Geld nicht, um ein solches Ge­ mälde zu zahlen. Die Kinder sind jetzt alle hier. (Ender hatte sieben Kinder) Im Herbst fliegen sie auseinander und müssen alle ausgestattet werden und man muss im Herbst wieder die Pensionsbeiträge einzahlen und den Studen­ ten Geld mitgeben.“ Was er als Minister mehr bekomme, schreibt Ender, „geht drauf.“ Wenn selbst ein Minister sich kein Bild leisten konnte, wer, so fragt man sich, wer dann?

Publikation Zur Ausstellung erscheint ein Katalog im Gebrüder Mann Verlag, Berlin

Ausstellungsdauer bis 11. Oktober 2015 vorarlberg museum Kornmarktplatz 1, 6900 Bregenz

Öffnungszeiten Dienstag bis Sonntag 10.00 bis 18.00 Uhr Donnerstag 10.00 bis 21.00 Uhr Juli und August: täglich 10.00 bis 20.00 Uhr Donnerstag 10.00 bis 21.00 Uhr

Rahmenprogramm siehe www.vorarlbergmuseum.at


Bregenz

Bettina EhrlichBauer, Jonny spielt auf, 1928, Privatbesitz

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Bregenz

museum magazin 11 / 2015

Greatest Hits by Christine Lederer Eine Intervention zeitgenössischer Kunst im vorarlberg museum

Marko Zink, Im Kurhotel, 2010 , Lambda C-Print (analoge Fotografie) / Foto: Marko Zink

Seit dem 5. Mai wird im zweiten Stock des Museums moderne und zeitgenössische Kunst aus der Sammlung des Landes Vorarlberg neu präsentiert. Unter dem Titel Greatest

Hits by hat die Bludenzer Künstlerin Christine Lederer knapp 50 Werke von Vorarlberger Künstlerinnen und Künstlern ausgewählt. Diese werden in den kommenden zwei Jahren in der Ausstellung buchstäblich vorarlberg sowie in den fünf Vitrinen der Galerie des zweiten Stocks gezeigt. Während die „Einnistung“ zeitgenössischer Kunstwerke im Schaudepot Zusammenhänge mit den kulturhistorischen Exponaten herstellt, gehen in der Galerie jeweils zwei Arbeiten in einem abgegrenzten Raum eine Beziehung miteinander ein. Der innere Gang des Schauraums wird alle vier Monate mit zwei neuen Werken bespielt werden. Text: Kathrin Dünser

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Greatest Hits by Christine Lederer

M

m: Der Titel Greatest Hits by lässt unweigerlich an Musik denken. Was hat es damit auf sich? CL: Musik kann unter die Haut gehen, glücklich machen, nerven, aufputschen, einschläfernd sein ... Sie prägt und begleitet uns. Musik ist – ein Stück weit – auch Freiheit, und wie die Kunst ein wichtiges Element unserer Gesell­ schaft. In meiner Jugendzeit war die Hitparade das Highlight der Woche. Geballt gute Musik hören und jede Woche Veränderungen erle­ ben. Hier sehe ich die Parallele zur Ausstellung Greatest Hits by: eine temporäre Ausstellung bei der sich immer wieder etwas verändert. Und die Ergänzung by zeigt klar, dass es sich um eine subjektive Auswahl handelt. mm: Entgegen deiner künstlerischen Arbeit, in der Objekt und Sprache eine zentrale Rolle spielen, liegt der Fokus bei deiner Auswahl auf Flachware, das heißt auf Gemälden, Zeichnun­ gen und Fotografien. Wie erklärst du diese Diskrepanz? CL: Das ergibt sich daraus, dass im Samm­ lungsbestand der letzten zehn Jahre wenige skulpturale Arbeiten enthalten sind. Darüber hinaus sind Zeichnung und Fotografie für mich sehr ausdruckstarke Medien. Man kann damit sehr viel Emotionales transportieren. Die Zeichnung sehe ich als elementare Tätigkeit im künstlerischen Prozess. Egal in welchem Genre sich ein Künstler bewegt, Zeichnun­ gen sind für mich oft das Spannendste eines ganzen Oeuvres.

Kuratorenführung mit Christine Lederer am Eröffnungsabend / Foto: vorarlberg museum

Bregenz

mm: Bei deiner Auswahl hast du dich an die Ankäufe der Kunstkommission gehalten. Was ist dir dabei aufgefallen? CL: Die Sammlung ist vielfältig, aber auch auf eine Art kleinteilig. Die gesammelten Werke sind kurze Momentaufnahmen aus dem Schaf­ fen einer Künstlerin oder eines Künstlers. Das macht es manchmal etwas schwierig. Bei manchen Werken würde ich mir mehr Kontext wünschen, sprich mehrere Arbeiten aus einem Werkzyklus. Strömungen oder Schwerpunkte sind für mich schwer auszumachen. Dazu müsste ich mich über einen längeren Zeitraum mit der Sammlung befassen. Mir persönlich kommen die skulpturalen Arbeiten zu kurz. mm: Statt einer Vernissage fand die Eröffnung in Form einer Kuratorinnenführung mit an­ schließender Podiumsdiskussion statt. Thema war die viel diskutierte Landesgalerie. „Warum Vorarlbergs KünstlerInnen (k)eine Landes­ galerie brauchen“ war der Titel, den du dir dafür ausgesucht hast. Wie siehst du die Not­ wendigkeit einer Landesgalerie? CL: Es ist ein befremdlicher Umstand, dass das Land Vorarlberg Kunst sammelt und die Werke im Depot lagern, ohne dass sie der Öffent­ lichkeit zugänglich gemacht werden. Da stellt sich für mich ganz klar die Frage: Wofür dieser ganze Aufwand? Ich persönlich fordere das Land zum konsequenteren Handeln auf. Und das ist für mich in diesem Fall die Schaffung von Präsentationsräumen für Werke aus der Sammlung. mm: Im Zuge deiner Recherchen hast du mit vielen Kulturschaffenden über deren Haltung zu einer Landesgalerie gesprochen. Wie ist die derzeitige Stimmung? CL: Die Fronten sind festgefahren, die Haltun­ gen in Stein gemeißelt. Die Diskussion und der Ruf nach einer Landesgalerie sind nahezu verstummt (klar, wenn keiner hinhört), die Anliegen unter den Teppich gekehrt. Ich würde mir hier, wie in so vielen Bereichen, ein stärkeres Miteinander wünschen.

Franz Ehmann bemalte Papiertüte aus der Serie „Fourteen (all is well)“ 2007– 2008 Foto: Robert Fessler

mm: Was liegt dir besonders am Herzen, was möchtest du den Besuchern mitgeben? CL: Ich möchte die Betrachter mit den Kunst­ werken frech von der Seite ansprechen und sie mit Themen aus dem Leben, unserer Gesell­ schaft und Zeit, konfrontieren. Ich arbeite mit den Mitteln der Kombination und Reduktion bei dieser Ausstellung. Die Werke stören die be­ stehende Ordnung. So entsteht – neben neuen Themenbereichen – Freiraum im Museum. Kunst soll Luft zum Atmen haben und gleich­ zeitig Platz zum Innehalten generieren. Das liegt mir am Herzen.

Christine Lederer Geboren 1976 in Bludenz / 1999 bis 2004 Studium Kommunikations­ design in Augsburg / 2005 bis 2013 Studium an der Akademie der Bildenden Künste in München bei Prof. Olaf Metzel / Ausstellungen: im Moment, 2014, Gruppenausstellung, Magazin 4, Bregenzer Kunstverein / jetzt ist auch später ( ... alles außer Malerei), 2015, Christine Lederer und Leonie Felle, Palais Liechtenstein Feldkirch / Sprich oder Schweig, 2015, Einzelausstellung, Kunstverein Friedrichshafen (Deutschland) 39


Lauterach

Georg Ligges 1886 – 1944 Eine Ausstellung im Rohnerhaus

Erstmalig veranstaltet das vorarlberg muse­ um im Rahmen eines Kooperationsprojekts mit der Sammlung Kunst im Rohnerhaus eine

Ausstellung, die dem Maler Georg Ligges (1886 – 1944) gewidmet ist. Diese Schau stellt eine Ergänzung zu der im Sommer im Museum am Kornmarktplatz stattfinden­ den Ausstellung „Das ist Österreich! Bildstra­ tegien und Raumkonzepte 1914–1938“ dar, die sich mit dem Kunstschaffen in der

Zwischenkriegszeit beschäftigt. Für die links: Selbstbildnis, Unterstand in Vimy, 28.2.1916 Kohle, Rötel, Pastell, Zeitungspapier, Wulf Ligges, Flaurling rechts oben: Nach der Schlacht, Erster Weltkrieg, o. Dat. Kohle, Ilse Schlorhaufer, Innsbruck rechts unten: Geschütz vor!, 1916 Kohle, vorarlberg museum, Bregenz

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nächsten Jahre sind weitere Ausstellungen in Zusammenarbeit mit dem Rohnerhaus in Lauterach geplant, das sich auf die Vermitt­ lung der Kunst des 20. Jahrhunderts spezialisiert hat. Text: Ute Pfanner, Bettina Schlorhaufer


museum magazin 11 / 2015

G

eorg Ligges, der zwei Weltkriege erlebt hat, ist mit seinem Werk ein Vertreter der Kunst der Zwischenkriegszeit. Er zählt zu jenen Vorarlberger Künstlerinnen und Künstlern, die einen wichtigen, aber oft unter­ schätzten Beitrag zur regionalen Kunstge­ schichte geleistet haben. Als „Zugereister“ aus Paderborn stammend, ließ sich Ligges 1927 in Bregenz nieder. Anlässlich einer Ausstellung der Vorarlberger Kunstgemeinde freundete er sich 1928 mit dem zwanzig Jahre jüngeren Oswald Baer an und lernte dessen Schwester, seine zukünftige Frau Ilse, kennen. Unter den Mitgliedern der Vorarlberger Kunstgemeinde fand Ligges eine Reihe von Freunden – insbe­ sondere in Rudolf Wacker und Fritz Krcal. Als Zeichenprofessor am Bregenzer Gymnasium förderte er junge Künstler wie Herbert Arlt, Hubert Berchtold und Edwin Neyer. Zugleich bildete die Lehrerstelle in den bedrückenden wirtschaftlichen Umständen der Zwischen­ kriegszeit eine finanzielle Grundlage für seine wachsende Familie. Georg Ligges studierte an der Kunstgewerbe­ schule in Köln und an der Akademie der Bilden­ den Künste in München. Im Ersten Weltkrieg schuf er als Soldat an der Westfront in Frank­ reich und Belgien ausdrucksstarke Bilder, die sich heute im Besitz des vorarlberg museums befinden und nun erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Diese Arbeiten geben ein­ drucksvoll das Leben der Soldaten zwischen den Kampfhandlungen wieder, ihre harte Arbeit während der Gefechte und die psychischen Belastungen im Umfeld von Verwundung und Tod. Daneben dokumentierte der Künstler mit Bombenkratern durchsetzte Landstriche, zer­ störte Wohnhäuser, Bauernhöfe und Baudenk­ mäler. Nicht zuletzt schuf Ligges 1916 mit einem Selbstporträt auf Zeitungspapier eines seiner Hauptwerke.

Lauterach

Durch glückliche Umstände konnte der deut­ sche Maler parallel zu seiner künstlerischen Tätigkeit in Österreich eine Stelle als Zeichen­ lehrer antreten. Zuerst unterrichtete er in Lienz, ab 1928 am Privatgymnasium Mehrerau in Bregenz. Obwohl Georg Ligges bald nach seiner Hochzeit österreichischer Staatsbürger wurde, fühlte er sich zeitlebens als Deutscher. Das zeigte sich unter anderem daran, dass er 1938 dem „Anschluss“ Österreichs und der „Heimins-Reich-Idee“ viel abgewinnen konnte. 1938 trat er dem Nationalsozialistischen Lehrer­ bund (NSLB) und wenig später der NSDAP bei.

Publikation Zur Ausstellung erscheint ein Katalog im Bucher Verlag

Ausstellungsdauer 30. Mai bis 3. Oktober 2015, Kunst im Rohnerhaus, Kirchstraße 14, 6923 Lauterach

Öffnungszeiten Mittwoch bis Samstag: 11:00 bis 17:00 Uhr, Freitag 11:00 bis 20:00 Uhr

Rahmenprogramm siehe www.vorarlbergmuseum.at

Künstlerisch wählte Georg Ligges die Bodensee­ region bei Bregenz zu seinen Hauptmotiven. In der Ausstellung werden Werke aus allen Schaffensperioden gezeigt, darunter Boden­ seelandschaften, Porträts bzw. Selbstporträts, Stillleben sowie Aquarelle der Reisen nach Ischia und Capri Mitte der 1920er-Jahre. Zu seinen wichtigsten Werken zählen Aqua­ relle und Gemälde, die den „Kleinen Segel­ hafen am Strandweg“, den „Bilgeribach“ oder den Blick auf den Bodensee von verschiedenen Aussichtspunkten aus zeigen. Besonders im Gedächtnis geblieben ist Georg Ligges aber als Gestalter von Winterbildern. Gemälde, wie „Bregenz, Feldmoos mit Riedenburg“, „Bregenz, Kronhalde“ und nicht zuletzt das 1935 mit dem Österreichischen Staatspreis für bildende Kunst ausgezeichnete Bild „Winterlandschaft – Bregenz gegen Bodensee“ geben zentrale Positionen in seinem Werk wieder.

Begleitprogramm Treffpunkt: Kunst im Rohnerhaus, Lauterach Kennst du Georg Ligges? Ferien-Workshop für Kinder von 8 bis 12 Jahren Mittwoch, 9. September 2015, 10:00 bis 13:00 Uhr, Kosten: 9,00 Euro; Anmeldung: kulturvermittlung@vorarlberg­museum.at Öffentliche Kuratorenführung mit Bettina Schlorhaufer: „Georg Ligges. Bodenseemaler“ Samstag, 12. September 2015, 15.30 Uhr Schlorhaufer: „Georg Ligges. Zeichnungen und Bilder aus dem Ersten Weltkrieg“ Öffentliche Kuratorenführung mit Bettina Samstag, 26. September 2015, 15.30 Uhr Mit der Eintrittskarte des vorarlberg museums kann auch das Rohnerhaus besucht werden.

Winterlandschaft – Bregenz gegen Bodensee, o. Dat. (um 1934 / 1935?) Öltempera, Wulf Ligges, Flaurling

Nach dem Ersten Weltkrieg und der Beendigung seines Studiums in München hielt sich Georg Ligges zeitweilig im heutigen Polen (damals: Ostpreußen) und im Raum Lienz in Osttirol auf, doch erst eine Italienreise im Jahr 1924 mit Aufenthalten auf den beliebten „Künstlerinseln“ Ischia und Capri wurde impuls­gebend für sein weiteres Werk als Aquarellist. Mit einem Grundstock an neuen, in Italien angefertigten Arbeiten, begann Georg Ligges ab 1926 eine intensive Ausstellungstätigkeit in Österreich und Deutschland. 41


Bregenz

museum magazin 11 / 2015

Stadtgeschichte mit Aussicht „Bregentz. Stadt am Bodensee“ heißt die stadtgeschichtliche Dauerausstellung im Martinsturm Der Martinsturm am Rand der Bregenzer Oberstadt ist nicht nur das bekannteste Wahrzeichen

Sehenswürdigkeiten. Kein Wunder, dass schon seit etlichen Jahren darüber diskutiert wird, wie man diesen Ort sinnvoll nutzen kann. Text: Markus Barnay der Stadt, sondern auch eine der beliebtesten

Bregenz im Jahr 1643. Stich von Gabriel Bodenehr nach Matthäus Merian.

A

ls hier noch die militärgeschichtliche Sammlung mit ihren Waffen und Uni­ formteilen untergebracht war, zerbra­ chen sich Fachleute bereits die Köpfe, ob der Turm nicht besser für ein Bregenzer Stadt­ museum geeignet wäre. Die Umsetzung der Konzepte scheiterte zunächst einmal an feuer­ polizeilichen Bedenken gegen eine ganz­jäh­ rige Bespielung mit hoher Besucherfrequenz, ehe sich die Stadt 2011 entschloss, hier wenigstens temporäre Ausstellungen unter­ zubringen.

Vorarbeiten durch Themenausstellungen Es war der Grafikerin Rita Bertolini und ihrem unermüdlichen Engagement zu verdanken, dass mit dem Ausstellungsprojekt „Landpartie Vorarlberg“ die Tauglichkeit des Martinsturmes für diese Nutzung unter Beweis gestellt wurde. Nach drei themenbezogenen Ausstellungen zu einzelnen Aspekten der Bregenzer Stadt­ geschichte (Verkehrsgeschichte, Siedlungs­ 42

entwicklung und Spaziergänge zu historisch bedeutsamen, aber oft unscheinbaren Orten) in den Jahren 2012 bis 2014 ging man heu­ er noch einen Schritt weiter und installierte eine „stadtgeschichtliche Dauerausstellung“ in der untersten der drei Etagen. Jetzt bekommt man hier „3000 Jahre Stadtgeschichte auf 100 Quadratmetern“ vermittelt, wie Stadtarchivar Thomas Klagian, der Kurator der Ausstellung, augenzwinkernd erläutert. Von den 3000 Jahren sind nämlich über 2000 so gut wie gar nicht erforscht – mangels schriftlicher oder ar­ chäologischer Quellen.

„Brigantium“ ist eine Erfindung des 19. Jahrhunderts Was bleibt, sind die Geschichte der römischen Besiedlung von „Brigantion“ (das „Brigantium“ erfanden erst die Forscher des 19. Jahrhun­ derts), die Mythen rund um die gescheiterte Mission von Kolumban und Gallus und die Entwicklung seit der Stadtgründung durch die Grafen von Montfort Mitte des 13. Jahr­

hunderts. Aber auch das gibt Stoff genug für eine informative und auf das Nötigste redu­ zierte Ausstellung, die im Wesentlichen aus einem knappen erläuternden Text, einer Illust­ ration des jeweiligen Themas und Vertiefungen mit Zitaten, Biografien oder speziellen Beispie­ len besteht. Dazu kommen ausgewählte, an­ schauliche Exponate und Medienstationen, in denen Frank Mätzler seine technischen Fertig­ keiten ausspielt und Computeranimationen mit selbst gedrehten Interviews verknüpft. Thema­ tisch finden sich hier die erwähnten Themen­ komplexe aus den vergangenen Ausstellungen ebenso wie Verweise auf die städtischen Machtverhältnisse früherer Zeiten (samt spo­ radischen revolutionären Bestrebungen) oder die Konflikte und Verwerfungen des 20. Jahr­ hunderts – einschließlich der Benennung von Tätern und Opfern.

Man will und kann kein Museum sein Thomas Klagian legt Wert auf die Feststel­ lung, dass es sich bei der stadtgeschichtlichen Dauerausstellung nach wie vor nicht um ein „Stadtmuseum“ handle. Schließlich besitze man keine eigene Sammlung, verfüge auch nicht über die konservatorischen und perso­ nellen Ressourcen für ein richtiges Museum – und vor allem müsse man aus klimatischen Gründen ja nach wie vor in den Wintermona­ ten den Turm schließen. Das ist auch insofern schade, als das eigentliche Highlight des Martinturms gerade erst renoviert wurde: Das Arkadengeschoss mit dem 360-Grad-Ausblick erhielt einen neuen Holzboden, sodass man jetzt von hoch oben seinen Blick noch besser über die Stadt schweifen lassen kann – wie einst der Turmwächter, der nach Feuers­ brünsten Ausschau hielt.


Stadtgeschichte mit Aussicht

Bregenz

Türmerwohnung als Ausstellungsraum Weil dieser Turmwächter längst durch auto­ matische Brandmeldeanlagen – oder notfalls durch Mobiltelefone – ersetzt wurde, braucht er auch keine eigene Wohnung mehr, und so wurde in den letzten Monaten noch eine wei­ tere Sehenswürdigkeit freigelegt und restau­­ riert – die ehemalige Türmerwohnung, in der sich jetzt die Baugeschichte des ganzen Gebäu­des studieren lässt. Hier sollen in den nächsten Jahren Sonderausstellungen stattfinden, mit denen das eine oder andere Thema aus der Dauerausstellung vertieft werden kann – denn auch bei 1000 Jahren Stadtgeschichte auf 100 Quadratmetern kann man nicht allzu sehr in die Tiefe gehen. Ach ja, zum Schluss sollte vielleicht noch ge­ klärt werden, warum die Ausstellung „Bregentz. Stadt am Bodensee“ heißt. Dies ist eine Reve­ renz an die Vielfalt der Bezeichnungen, mit der die Stadt im Lauf der Geschichte versehen wur­ de. Und außerdem schmückt diese Schreibweise das Eingangsbild der Ausstellung, eine schöne Kupferstich-Ansicht von Bregenz, gezeichnet von Matthäus Merian im Jahr 1643.

Mit dem ausgestellten Richtschwert der Stadt Bregenz wird die Gerichtsbarkeit thematisiert. Die Dauerausstellung „Bregentz. Stadt am Bodensee“ widmet sich den Eckpunkten der Stadtentwicklung.

Das Leuchterweibchen stammt aus dem 16. Jahr­hundert. Fotos: Markus Gmeiner

Die in ihrem ursprünglichen Zustand zurückversetzte Türmerwohnung gibt einen tiefen Einblick in die Baugeschichte des Martinsturms.

Ausstellungsort Martinsturm Bregenz, Oberstadt T: +43 5574 4101561 E: stadtarchiv@bregenz.at www.martinsturmbregenz.at

Publikation Zur Ausstellung erscheint ein Katalog im Bertolini Verlag, Bregenz

Ausstellungsdauer bis 31. Oktober 2015

Öffnungszeiten Dienstag bis Sonntag 11.00 bis 17.00 Uhr 43


Vorarlberg / Liechtenstein

museum magazin 11 / 2015

Reiseziel Museum! Museen in Vorarlberg und Liechtenstein laden zur Entdeckungsreise für die ganze Familie ein.

Fotos: Barbara Neyer

D

ie Familien können sich beim Reiseziel Museum als Geschichtenerzählende, als besonders Mutige, Forschende, Kreative oder vieles mehr auf den Weg machen. Mit verschiedenen Themen und Programmen ist sicherlich für jeden Geschmack das Richtige dabei! Aber nicht nur das Programm ist fami­ liengerecht, sondern auch der Eintrittspreis. Denn für nur 1,00 Euro bzw. 1,00 CHF pro Person und Museum ist der Eintritt für alle Familien­mitglieder gültig. Natürlich nur, wenn eine „echte“ Reiseleiterin oder ein „echter“ Reise­leiter die Familie begleitet. Zudem reisen ab heuer alle Besucherinnen und Besucher kosten­frei mit Bus und Bahn in die Museen. Das Gratisticket steht unter anderem unter www. vmobil.at zum Download bereit. Das Ticket gilt in Vorarlberg und Liechtenstein. Jedes Kind kann Reiseleiterin oder Reiseleiter werden. Wichtig ist dafür nur ein gültiger Familienpass für Vorarlberg oder eine Liech­ tensteinische Reisezielkarte. Die Sammlung der Schätze oder die gebastelten Einzelstücke aus den Museen können in einem Reisekoffer aus Vorarlberger Holz mitgenommen werden. Erfahrene Reiseleiterinnen und Reiseleiter der

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Sommerzeit ist Ferienzeit – das bedeutet auch Zeit für die Aktion Reiseziel Museum. Am jeweils ersten Sonntag im Juli, August und September von 10.00 bis 17.00 Uhr warten in den insgesamt 33 Museen in Vorarlberg und Liechtenstein tolle Programme und kreative Aktionen. Kinder werden dabei zu Reiseleiterinnen und Reiseleitern und entdecken gemeinsam mit ihren Familien die spannendsten und aufregendsten Museen. Text: Redaktion vergangenen Jahre bringen die leeren Koffer der letzten Aktion von zu Hause für die neue Reise einfach wieder mit. Jedes Kind, das schon einen Reisekoffer besitzt, erhält eine kleine Überraschung.

Mitnehmen Vorarlberger Familienpass oder die Liechten­ steinische Reisezielkarte. Und wenn schon vor­ handen – Reisekoffer aus dem letzten Jahr.

Museen / Programm Die Aktion für Familien mit Kindern zwischen vier und zwölf Jahren wird bereits zum achten Mal angeboten und ist eine Kooperation der Kulturabteilung sowie der Initiative „Kinder in die Mitte“ des Landes Vorarlberg mit der Kulturstiftung Liechtenstein, der Koordina­ tionsstelle für Integrationsangelegenheiten und den Verkehrsunternehmen Vorarlberger Verkehrsverbund und LIEmobil.

Termine Sonntag, 5. Juli, 2. August und 6. September 2015, jeweils von 10.00 bis 17.00 Uhr

Programm gibt es in insgesamt 33 Museen in Vorarlberg und Liechtenstein. Preis: 1,00 Euro / 1,00 CHF pro Person und Museum (Voraussetzung: Vorarlberger Fami­ lien­pass). Gewinnspiel: Den Museums-Reisepass gibt’s im Museum – 3 Stempel sammeln und tolle Preise gewinnen.

Information Alle Museen, Programme und Informationen auf einen Blick finden Sie unter: www.vorarlberg.at/kinderindiemitte


museum magazin 11/2015

Vorarlberg

Feuer und Flamme Tag des Denkmals am 27. September

Der inzwischen zur Tradition gewor­ dene Tag

des Denkmals steht 2015 unter dem Motto „Feuer und Flamme“. Das Bundesdenk­ malamt und die Eigentümerinnen und Eigentümer der Objekte, die diese bewohnen, erhalten und in ihnen arbeiten, wollen ihre

gei­sterung

Be­

für die Denkmäler

Vorarlbergs vermitteln. Text: Barbara Keiler

Blick auf den Martinsturm, Martinsgasse 3b, Bregenz

Villa Wacker, Römerstraße 24, Bregenz

W

ie jedes Jahr finden zahlreiche Pro­ grammpunkte übers Ländle verteilt statt. Vom hinteren Montafon bis an den Bodensee, vom Rheintal bis in den Walgau konnten zahlreiche Partner gewonnen werden, die gemeinsam mit dem Denkmalamt zeigen werden, dass Denkmäler lebendige Orte sind, die sich auch verändern dürfen. Nicht wenige der Denkmäler haben schon Bekanntschaft mit den Flammen gemacht. Aber auch Baustoffe wie Kalk, Schmiedeeisen oder Glas benötigen auf ihrem Entstehungsprozess die Kraft des Feuers.

Das Besondere am Tag des Denkmals ist, dass die interessierten Menschen Objekte besu­ chen können, die sonst nicht für die Öffentlich­ keit zugänglich sind oder aber Hintergründe erfah­ren zu Häusern, an denen die meisten Menschen Tag für Tag vorbei gehen. „Lernen Sie Ihre Heimat auf neue Weise kennen und schätzen!“, lautet in diesem Fall der Wahlspruch der Denkmalbehörde. Der Blick hinter die Kulis­ sen mit zahlreichen Führungen, Wanderungen und begleitendem Familienprogramm garan­ tiert einen interessanten Kultur-Sonntag. Die Restaurierung vieler Objekte wurde erst in 45


Vorarlberg

Feuer und Flamme

den letzten Monaten abgeschlossen und Eigentümer, Handwerker, Architekten oder Forscher berichten aus erster Hand von ihrer spannenden Arbeit.

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Bregenz im Fokus

sich ein vielfältiger Mix aus den vergangenen Jahrhunderten bis in die jüngste Gegenwart. Zahlreiche Führungen für Jung und Alt vom See bis in die Oberstadt und in die umliegen­ den Berge gewähren einen neuen Blick auf die Landeshauptstadt am Bodensee.

Besonders hinweisen darf man in diesem Zusammenhang auf die heurige Schwerpunkt­ stadt Bregenz, die den Bogen von imposanten Gärten bis zu Burgruinen, von reich ausgestat­ teten Kirchen bis zu Kultur-Bauten der Nach­ kriegszeit spannt. In enger Zusammenarbeit mit dem Stadtmarketing Bregenz präsentiert

Denkmalpflege schlägt die Brücke von der Vergangenheit in die Gegenwart, sie erhält das kulturelle Erbe für uns und unsere Nach­ fahren. Wir freuen uns über ein zahlreiches Kommen und hoffen, dass viele Besucher mit „Feuer und Flamme“ beim Tag des Denkmals dabei sein werden.

Tag des Denkmals

links: Kinderführung / Foto: BDA

an verschiedenen Orten in Vorarlberg 27. September 2015 www.bda.at

oben: Villa Maund, Schoppernau Fotos Denkmäler: Friedrich Böhringer


museum magazin 11 / 2015

Vorarlberger Landesmuseumsverein

Sehen und Erleben Exkursionen mit dem Vorarlberger Landesmuseumsverein

Exkursionsprogramm des VLMV bietet bis zum Herbstbeginn eine interessante Auswahl an Reisen und Exkursionen zu den verschiedensten Kulturstätten und Regionen. Text: Brigitte Truschnegg Das

Samstag, 4., Sonntag, 5. und Montag, 6. Juli 2015 Freitag, 28., Samstag, 29. und Sonntag, 30. August 2015 teatro caprile: Auf der Flucht: Gargellen – Sarotla – Schweiz Das interaktive Theater spürt mit geführter Wanderung den Fluchten der NS-Zeit nach. Samstag, 18. Juli 2015 (Ersatztermin: Samstag 25. Juli 2015) Wanderung zu historischen Höhlen auf der Südseite der Sulzfluh

Höhlenexkursion Emil Büchel, Obmann Ausschuss für Karst- und Höhlenkunde E: buechelem@tele2.at, T: +43 5572 29707 Alle anderen Exkursionen Baldur Hämmerle, Obmann des Exkursionsausschusses E: exkursionen@vlmv.at, T: +43 664 1637100

Mittwoch, 22. bis Mittwoch, 29. Juli 2015 Donaupotpourri: Flusskreuzfahrt Linz-Budapest-Linz Mittwoch, 4. August 2015 Bregenzer Festspiele: Turandot Dienstag, 11. und Mittwoch, 12. August 2015 Wichtige Stätten des Römischen und des Hl. Römischen Reiches in Süddeutschland (Arae Flaviae / Reichtadt Rott­ weil, Caelius mons / Kellmünz, Reichsabtei Ochsenhausen) Montag, 31. August bis Samstag, 5. September Venetien: Architektur – Malerei – Fresken Freitag, 18. September 2015 Ausstellungstrilogie: ARLBERG. Pass.Region.Marke Eine Spurensuche über die Landesgrenzen hinweg Freitag, 25. und Samstag, 26. September 2015 Ausstellung im Martinsturm BREGENTZ. Stadt am Bodensee Montag, 12. bis Samstag, 17. Oktober 2015 Berlin: Hauptstadt mit bewegter Geschichte Detaillierte Informationen Exkursionsprogramm, http://www.vlmv.at/exkursionen Anmeldungen Produktion teatro caprile: Montafon Tourismus – Gargellen E: margit.ganahl@montafon.at, T: +43 5558 8201 300

Foto: Petra Rainer

Impressum Herausgeber: Vorarlberger Landesmuseumsverein und vorarlberg museum, Korn­ marktplatz 1, A-6900 Bregenz in Kooperation mit dem Amt der Vorarlberger Landes­ regierung. Für den Inhalt sind die angeführten Autorinnen und Autoren verant­wort­lich. / Idee und inhaltliches Konzept: Andreas Rudigier, Christof Thöny / Redaktion: Eva Fichtner, Andreas Rudigier / Beiträge: Markus Barnay, Kathrin Dünser, Susanne Emerich, Eva Fichtner, Michael Kasper, Barbara Keiler, Peter Melichar, Ute Pfanner, Gebhard Pichler, Andreas Rudigier, Bettina Schlorhaufer, Christof Thöny, Brigitte Truschnegg, Christoph Volaucnik, Manfred Welte / Gestaltung: Verena Petrasch / Druck: Buch­druckerei Lustenau / Lithografie: Günter König / Auflage: 4000 47


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MuseumsMagazin 11 by Christof Thöny - Issuu