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Toggenburger Magazin Sept/Okt 18

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September/Oktober 2018  Fr. 8.–

Zu Gast bei der Kantonsratspräsidentin Sieben Churfirsten auf einen Streich Leb wohl, Seegüetli! Hallo, Klanghaus!


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s gibt Abenteuer, an die sollte man als Stadtundland-Spaziergängerin nicht einmal im Traum denken. Jedenfalls nicht, wenn man weder über Sprinterwaden noch über die Kondition eines Halbmarathonläufers verfügt. An unserem Sitzungstisch im Verlagshaus sitzen aber zwei, die beides und obendrein den nötigen Ehrgeiz haben. So wurde aus der scherzhaft diskutierten Idee, alle sieben Churfirsten an einem Tag zu bewältigen, ein konkreter Plan. Der sportliche Redaktionskollege Paul Zähner und unsere bergerfahrene Fotografin Carmen Wueest bereiteten sich akribisch vor. Und sie warteten für den gewaltigen Marsch geduldig auf den perfekten, weder zu heissen noch regnerischen Tag. Es ist ein spannendes Lesevergnügen, die schwindelerregenden Tiefblicke über steilen Abgründen mitzuerleben. Und dabei zu erfahren, dass auf der 20 Kilometer langen Strecke mit 3000 Höhenmetern der Energieverbrauch hoch und die Versorgung mit Flüssigkeit zentral ist. Zweiteres will gut geplant sein. Wie schön, wenn man beim Mitfiebern den Durstlöscher einfach aus dem Kühlschrank holen kann.

Alle Churfirsten an einem Tag? Es gibt Abenteuer, an die sollte man nicht im Traum denken.

Katja Nideröst

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Titelbild: Aufstieg zum Selun Bild: Carmen Wueest. Herausgeber: Toggenburger Verlag, Schwellbrunn. Verleger: Marcel Steiner. Redaktion: Katja Nideröst, katja.nideroest@toggenburgerverlag.ch (Leitung), Paul Zähner. Fotografie: Katja Nideröst, Carmen Wueest. Adresse: Toggenburger Magazin, Im Rank 83, CH-9103 Schwellbrunn, verlag@toggenburgerverlag.ch, www.toggenburgerverlag.ch. Verlagsservice/ Abonnemente: Tel. 071 353 77 55, verlag@toggenburgerverlag.ch. Preise: Einzelverkauf: Fr. 8.–, Jahresabonnement: Fr. 42.–, erscheint sechsmal pro Jahr. Gestaltung: Janine Durot, Daniela Saravo, Josef Scheuber. Anzeigenverkauf: Paul Zähner, Tel. 071 353 77 42, paul.zaehner@toggenburgerverlag.ch.


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INHALT 13 EINE PRISE BRISI

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Die «höchste St. Gallerin» Imelda Stadler amtet derzeit als St. Galler Kantonsratspräsidentin. Es ist die grösste Ehre, aber nicht die einzige öffentliche Aufgabe der Lütisburger Gemeindepräsidentin.

14 TALAUF TALAB

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Alle Churfirsten an einem Tag Wie ist es, an einem einzigen Tag alle sieben Churfirsten zu erwandern? Redaktor Paul Zähner und Fotografin Carmen Wueest wagten das Selbsterfahrungsabenteuer.

28 34 ZUHAUSE Wohnen im Schulzimmer 40 WANDERN zum Trauminseli Neu St. Johann 46 EN GUETE Hotel Wolfensberg Degersheim 47 AUSGEHEN 48 AUF DEM ROTEN STUHL Ernst Rutz

Leb wohl, Seegüetli! Hallo, Klanghaus! Im Kulturhotel Seegüetli am Schwendisee beginnt die letzte Saison. Es wird nächsten Sommer abgebrochen. An dessen Stelle könnte doch noch das Klanghaus gebaut werden. Die Zeichen dafür stehen gut.


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HEIMAT


Voltige-Lütisburg träumt von WM-Gold. Der Aufwand für die Anreise zu den Weltreiterspielen nach Tryon, North Carolina, ist enorm. Für die Weltmeisterschaft vom 18. bis 22. September trainieren die Toggenburgerinnen zweimal täglich und fünfmal in der Woche. Die Athletinnen wollen nichts unversucht lassen, um nach mehreren WM- und EM-Silbermedaillen in Amerika zuoberst auf dem Podest zu stehen. Ihre Pferde müssen sie auf der Reise sogar in die Quarantäne schicken. Katja Nideröst: Bild


6 Imelda Stadler

Disziplinierte Schafferin Die Lütisburger Gemeindepräsidentin Imelda Stadler ist seit Juni die «höchste St. Gallerin». Die Kantonsratspräsidentin hat in ihrer Laufbahn schon mehrfach Verantwortung für Organisationen übernommen. Im Vorfeld unterschätzt zu werden, hält sie für einen Vorteil. Katja Nideröst: Text & Bilder

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erirren wird sich im Gemeindehaus von Lütisburg niemand. Der Weg zur Gemeindepräsidentin ist für die 1600 Einwohner der kleinen Landgemeinde kurz. Zwei Treppen hinauf, und schon steht man in ihrem Büro. Aktenstapel dominieren das Interieur, über dem Arbeitstisch leuchtet das bunte Knetbild der Enkelin. Imelda Stadler kopiert frühmorgens Blätter mit dem kantonal verordneten Feuerverbot für alle Gemeinden wegen Brandgefahr als Folge der Trockenheit. Sie ordnet an, die Plakate im gesamten Gemeindegebiet aufzuhängen, allem voran bei den Grillstellen. Der erste August steht vor der Tür. Ihrer Rede vor den Einwohnern von Ennetbühl fehle noch der Feinschliff. Den Nationalfeiertag selber wird sie in Lütisburg verbringen, die Familie treffen und sich beim Brunch unter die Einheimischen mischen. 50 Prozent beträgt das Arbeitspensum der Gemeindepräsidentin. Vor acht Jahren hat sie das Amt angetreten. Stolz erwähnt sie, dass Lütisburg heute mehr Vermögen besitze, als es bei ihrem Amtsantritt Schulden gehabt habe. Damals sass sie bereits seit vier Jahren für die FDP im St. Galler Kantonsrat. Die Fraktionskollegen empfahlen die langjährige Vizepräsidentin der Kantonalpartei vor zwei Jah-

ren fürs Kantonsratspräsidium. Die Mehrheit der Liberalen fand auch, es wäre wieder einmal Zeit für eine Frau. Seit 1980 ist Imelda Stadler die Achte in dieser Rolle, die sie als eine Ehre betrachtet. Ihren Empfang mit 500 Gästen in Lütisburg genoss sie nicht ganz freiwillig abstinent. In den zwölf Jahren im Kantonsrat habe es wegen vieler angestauter Geschäfte ausgerechnet jetzt zum ersten Mal einen dritten Sessionstag gegeben. «Da musste ich für die effiziente Sitzungsleitung am Tag nach dem Fest einen klaren Kopf haben.» Kurz darauf verabschiedete sie sich in die Sommerferien. Abtauchen, Abstand zur Politik gewinnen mit Velofahren, Wandern und Bekannte treffen sei wichtig gewesen.

Tragisches Ereignis prägte In Bazenheid aufgewachsen, lernte Imelda Stadler früh Verantwortung zu übernehmen. Sie war fünfzehn Jahre alt und sass auf dem Autorücksitz, als nach einer Frontalkollision mit einem entgegenkommenden Auto ihre Mutter starb. Diese schwierige Zeit habe sie entscheidend geprägt. «Ich war die Älteste und hatte vier jüngere Brüder. Nicht alle verkrafteten die Erschütterung gleich gut. Ich habe damals gelernt, im Jetzt zu leben, weil man

Brücken prägen die Landschaft von Lütisburg: Die sportliche Gemeindepräsidentin auf der alten Thurbrücke.


Imelda Stadler 7


8 Imelda Stadler

Unterwegs zu den schönsten Ausblicken auf den Ortskern von Lütisburg.

nie weiss, was kommen wird. Und bis heute gelingt es mir gut, Prioritäten zu setzen. Anders geht es gar nicht», resümiert die 59-Jährige. Sie wurde Lehrerin im Kinderdörfli Lütisburg und Mutter von zwei Töchtern und einem Sohn (heute 34- bis 38-jährig). Einen hohen Stellenwert in Stadlers Leben genoss immer der Sport. Sie betrieb Gymnastik auf Wettkampfniveau, leitete Mädchen- und Damenriegen. Sie habe die ganze Ochsentour absolviert, bis man auf sie aufmerksam wurde und sie zur Präsidentin des Kantonalen Turnverbandes wählte. Freudig erzählt Imelda Stadler, dass der Schweizerische Turnverband einmal auf ihre Initiative hin die Delegiertenversammlung in der Ostschweiz durchführte. Unter ihrer Federführung habe auch das Regionale Leistungszentrum Ostschweiz in Wil (RLZO) realisiert werden

können. Wie im Sport sei auch in der Politik die gute Vorbereitung essentiell. Sie könne gut führen. Dabei sei es bei ihrer geringen Körpergrösse hin und wieder anspruchsvoll, sich Gehör zu verschaffen. Manchmal sei es aber auch von Vorteil, unterschätzt zu werden: «Dann hat man Zeit, in Ruhe zuzuhören, zuzuschauen und sich langfristig durch diszipliniertes Arbeiten zu beweisen.» Trägt sie darum oft rote Kleider, um wahrgenommen zu werden? Imelda Stadler zieht überrascht die Augenbrauen hoch. Was das Aussehen anbelange sei sie unkompliziert, sagt sie und zeigt auf ihre von Gartenarbeit leicht lädierten Hände. Obwohl es anspruchsvoll sei, Familie, Beruf und öffentliche Engagements zu vereinen, hält Imelda Stadler wenig von einer verordneten Frauenquote für leitende Funktionen. Wo immer sich aber


Imelda Stadler 9

Die Gemeinden waren im Sommer für die Information betreffend Feuerverbot zuständig. Imelda Stadler beim Grillplatz Windrädliweg in Tufertschwil.

Wenn die Lütisburger Voltigiererinnen zum Sponsorenabend einladen, nimmt die Gemeindepräsidentin gern teil.


10 Imelda Stadler

Ehrwürdig der Kantonsratssaal, elegant gekleidet die «höchste St. Gallerin».

Gelegenheit biete, setze sie sich aktiv fürs Weiterkommen einer Kollegin ein. Am liebsten arbeitet sie in ausgeglichen durchmischten Teams. In der männlich dominierten FDP wurde sie einst belächelt für ihren Beitritt zum umweltliberalen Parteiflügel. Einerlei, ob man für eine Sache Stellung beziehe oder Verantwortung übernehmen wolle, sich zu exponieren sei niemals ein Spaziergang, sagt die Gemeindepräsidentin kämpferisch. Vor sechs Jahren, nach dem überraschenden Tod von Reinhard Kobelt, wurde Imelda Stadler zur Präsidentin des Vereins St. Galler Wanderwege gewählt. Kein einfaches Erbe, ihr Vorgänger füllte das Amt mit Leib und Seele aus. Imelda Stadler ist bestrebt, dass heute nicht mehr alle Fäden bei der Präsidentin zusammenlaufen. «Es war in den vergangenen Jahren wichtig, die Organisation zu

entflechten, damit wir uns gegenseitig ersetzen können», sagt sie und schwärmt vom Engagement von rund 150 freiwilligen Mitarbeitenden, die auf dem 4400 Kilometer umfassenden Wegnetz im Kanton St. Gallen für die Beschilderung zuständig sind. Zugenommen hätten die Anrufe wegen Problemen zwischen Wanderern und Mütterkühen oder Hunden: «Ich glaube das liegt daran, dass Wandern zum Volkssport Nummer eins geworden ist und sich einige Leute unvorsichtig verhalten. Ich empfehle, einen möglichst grossen Bogen um die Tiere zu machen.»

Spagat üben Nebst Job und öffentlichen Engagements nimmt sich Imelda Stadler gern Zeit für das Hüten der Enkelkinder. Es sind viele Hoch-


Imelda Stadler 11

Während des Amtsjahres verfügt die Kantonsratspräsidentin im St. Galler Regierungsgebäude über ein eigenes Büro.

zeiten, auf denen die Kantonsratspräsidentin im Alltag tanzt. Freimütig antwortet sie bei einem Interview just nach der Wahl zur höchsten St. Gallerin, dass sie ihren Mann in diesem Jahr nicht oft sehen werde. Einen Spagat übt die Gymnastikbegeisterte auch bei der Vereinigung der Gemeindepräsidenten, wo sie zu Sitzungen der Region Toggenburg und der Region Wil erwartet wird und entsprechend die Interessen beider Regionen berücksichtigen soll. Lieber keine alte Wunden aufreissen mag die Lütisburger Gemeindepräsidentin betreffend der gescheiterten Fusion mit Bütschwil-Ganterschwil und Oberhelfenschwil. Die Lütisburger sagten Ende 2016 knapp Nein zu diesem Zusammenschluss. Den Hauptgrund ortet Imelda Stadler in der zu geringen Verbindung zu Oberhelfenschwil, mehr wolle sie

dazu nicht sagen. Vorläufig sei das Fusionsthema jedenfalls vom Tisch. Aktuell bestrebt ist der Gemeinderat in Lütisburg, per 2019 die Einheitsgemeinde mit der Schule anzugehen. Entscheidet die Mehrheit des Gemeinderates bei einem Geschäft anders, als es sich die Gemeindepräsidentin wünscht, dann müsse sie leer schlucken, aber selbstverständlich sei es ihre Pflicht, eine Mehrheitsentscheidung nach aussen zu vertreten. Abends ist Imelda Stadler eingeladen zum Sponsorenanlass von Voltige Lütisburg. Die Akrobatinnen hoch zu Pferd sammelten erfolgreich Geld, um an der bevorstehenden Weltmeisterschaft in Amerika teilzunehmen. Die Gemeindepräsidentin kennt die Sportlerinnen persönlich und betrachtet es als Zeichen der Ehre und Wertschätzung, beim Training zuschauen zu dürfen.


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EINE PRISE BRISI Olivia Hug, 32, aufgewachsen in Bächli, wohnt in Ebnat-Kappel, studiert Journalismus und Organisationskommunikation an der ZHAW in Winterthur.

Mehr Mut tut gut Jetzt ziehen wieder die schönen Kühe und deren stolze Züchter durchs Tal. Herbstzeit ist Zeit der Viehschauen. Aufgereiht in ihren Kategorien stehen sie Bauch an Bauch, mit Buchstaben auf den Hüften, gestriegeltem Fell, rasierten Hinterteilen und prallen Eutern. So manche Viehschau habe ich besucht, Experten über Nuancen reden hören, Fundamente studiert, über Zentralband und die obere Linie geschrieben. Mit ungeeignetem Schuhwerk bin ich in so manchen Blötter gestanden. Und immer wieder habe ich mir gedacht: Das ist eine Welt für sich. Selbst wenn die Bauern von der «Schönsten» reden, von der Miss: Um Schönheit geht es hier nicht. Es geht um Funktionalität. Eine Kuh muss Milch liefern, nicht hübsch aussehen. Schönheit und Funktionalität zu vereinen, ist mitnichten bäuerliche Angelegenheit. Städteund Raumplaner, Architekten und Gemeindebehörden sind besonders bestrebt, unsere Dorfzentren neu (oder überhaupt) zu gestalten. Weg von der Funktionalität einer Ortsdurchfahrt, hin zur Ästhetik von urbanen Be-

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gegnungsräumen. Wir stehen auf dem Dorfplatz in Ebnat-Kappel, hübsch aufgewertet mit Sitzbänken und Blumenkisten, ein älterer Herr im älteren Toyota Starlet ruft uns zu, dies sei der schönste Platz von Wattwil bis Wildhaus. Und jetzt wolle man ihn einkiesen. Dabei würde ein Spielgerüst für Kinder reichen und der Platz wäre perfekt. Nur, ein Kinderspielplatz ist kein Dorfplatz. Fachleute legen sich ins Zeug, um Neues, Schönes, Zukunftsträchtiges zu erbauen, Impulse zu setzen. Die Nutzer aber, die wollen das gar nicht. Weil’s gut war, wie’s war. Es entstehen Kompromisslösungen. Denkmalgeschützte Objekte, aufgefrischt und wiederbelebt. Statt deren Anblick dominiert die Reklame des Discounters. Schöne Begegnungsplätze an zentraler Lage, verkehrsberuhigt und in historischer Anlehnung. Mitten auf dem Platz allerdings, statt eines Baumes mit Bänkli drunter, steht ein Auto zu Werbezwecken. Es erinnert an die Verbotene Stadt in Peking. Da durchläuft man Hof um Hof, staunt ob der kaiserlichen Architektur in 890 Palästen, den weissen Balustraden und bunten Mauern mit Drachenantlitzen. Alles blitzblank, kein Anzeichen menschlichen Konsums weit und breit. Bis man ins Innerste gelangt, auf den zentralen Platz und da steht – eine Starbucks-Filiale. Wohlbemerkt, sie steht heute zum Glück nicht mehr da. Es ist nicht so, dass wir Toggenburger nichts Neues schaffen wollen. Es gelingt uns nur nicht immer, neu zu denken. Ähnlich der «horseless carriage». Da hatte man im späten 19. Jahrhundert das Auto erfunden, war aber unfähig es anders zu benennen als schlicht und einfach «pferdelose Kutsche», weil man nichts anderes kannte als Kutschen, die von Pferden gezogen wurden. Ich wünschte mir, wir wären mutiger im Denken und würden diesen Gedanken mehr Raum schaffen. Wir sind ja auf gutem Weg. Vor ein paar Jahren, da gab es keine Kita im ganzen Tal. Jetzt gibt es sie, doch die Lage ist nicht grad familienfreundlich. Es gab keine Krabbeltreffs. Jetzt gibt es sie, doch zuerst muss mitsamt Maxicosi das steile Treppenhaus gemeistert werden. Orientieren wir uns doch auch an den Grossen, die Wohnüberbauungen mit perfektem ÖV-Anschluss realisieren, die neben grünem Park und Café auch gleich Kita und Grossverteiler beherbergen. Es sind die anderen, die uns Kleinräumigkeit, Nostalgie und Sturheit attestieren. Nicht wir. Wir dürften ruhig mal mutig sein. Klotzen, statt kleckern. So wie es die Bauern mit ihren Kühen tun.


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TALAUF TALAB Schweizer Rekord mit 28 Fallschirmspringern Ein Bild sagt manchmal mehr als tausend Worte: In diesem Fall zeigt es 28 Fallschirmspringer, die an der Schweizer Meisterschaft in Ebnat-Kappel mit ihrer Formation einen neuen Schweizer Rekord aufgestellt haben. Aus drei verschiedenen Flugzeugen sprangen die Fallschirmspringer, die sich in rund zwanzig Sekunden zu einem Luftbild zusammenfanden. In weiteren vierzig Sekunden galt es drei verschiedene Formationen zu bilden. Auch das Auf­ lösen des Kreises erfordert hohe Konzentration bei den Springern. Aus Gründen der Sicherheit dürfen sie sich nicht alle gleichzeitig aus dem Kreis verabschieden. Bild: pd

Neue Toggenburger Erlebniskarte

Im Doppelbett unter freiem Himmel

Toggenburg Tourismus will Gäste mit einer neuen Erleb-

Das Kunstprojekt Null-Stern-Hotel der Gebrüder Riklin ist

niskarte ins Tal locken. Zu finden darauf sind konkrete

als Coverversion im Toggenburg angekommen. Mit den

Vorschläge für Aktivitäten sowie eine Übersicht verschie-

Auflagen und dem Segen der Erfinder gab es im Obertog-

denster Naturerlebnisse. Frisch, freundlich und ideenreich

genburg eine touristische 45-Tage-Aktion mit drei «Immo-

daher kommt auch die neu gestaltete Website. Ein Blick

bilienbefreiten Hotelzimmern». Eines stand über dem hin-

auf www.toggenburg.ch lohnt sich.

teren Schwendisee, eines im Burst und eines beim Hotel Stump’s Alpenrose. Bei Bruno Forrer und Manuela Jenal, den Gastgebern der Suite Burst, war das Churfirstenpanorama im Preis inbegriffen. Bild: Adi Lippuner

«Energiestadt» Bütschwil Als siebte Gemeinde im Toggenburg darf sich Büt-

Baustellenfest Umfahrungsstrasse

schwil-Ganterschwil «Energiestadt» nennen. Stolz über die konsequent verfolgte Energiepolitik zeigten sich bei

Das Datum der Inbetriebnahme steht fest: Am 17. Septem-

der Labelübergabe Rudolf Baumann, Botschafter Ener-

ber 2020 soll die knapp 3.8 Kilometer lange Umfahrung

giestadt, Silvia Schweizer, Präsidentin Energiekommissi-

Bütschwil für den Verkehr freigegeben werden. Die Bauzeit

on, Karl Brändle, Gemeindepräsident Bütschwil-Ganter-

wird bis dann sechs Jahre gedauert haben. Anlässlich des

schwil und Marcel Sturzenegger, Amt für Wasser und Ener-

Tages der offenen Baustelle Ende August liessen sich

gie Kanton St. Gallen. Bild: Christoph Heer

1200 Interessierte über den Fortschritt der Arbeiten vor Ort, unter anderem beim Tunnel Bahnhof, informieren.

Einheimische unterstützen

Startklar für Tierheim-Neubau

Im Verein ProToggenburg.ch haben sich Zweitwohnungsbesitzer zusammengeschlossen. Richard Brander ist der

Die Zeichen für den Neubau des Büsi- und Papageienhofs

neue Vereinspräsident. Der Seveler schätzt, dass etwa die

in der Aachsäge stehen laut Vereinspräsident Marcel Jung

Hälfte der Zweitwohnungen in Wildhaus-Alt St. Johann

gut. Das nach einer Einsprache komplett überarbeitete

sehr gut und regelmässig besetzt sind. Fundiert sei seine

Bauprojekt für den Neckertaler Tierschutzverein sieht auch

Schätzung aber nicht. Sein Hauptziel ist die Förderung der

die Verlegung der Strasse vor. Die Suche nach einer neuen

Kontakte mit den Einheimischen. Auch die Unterstützung

Unterkunft für die Tiere wurde nötig, weil die bestehenden

einheimischer Handwerker, Läden und Restaurants gehöre

Gebäude in Dicken aus allen Nähten platzen. Rund 320

dazu. Bild: Sabine Schmid

Tiere seien derzeit in der Obhut des Tierschutzvereins des Büsi- und Pagageienhofs, sagt Marcel Jung.


Gemalte Maturaarbeit

«Lütisburg» sucht Burgherren

Mitten in St. Gallen hatte sich Lena Eberhard aus Eb-

Hoch über der Thur liegt die «Lütisburg». Sie wurde von

nat-Kappel mit einer grossen Leinwand im Gepäck pos-

Walter Aerne jahrelang unter schwierigsten Bedingungen

tiert. Im Rahmen ihrer Maturaarbeit setzt sich die 16-Jäh-

renoviert. Nun will sich der Besitzer vom historischen Bijou

rige mit dem italienischen Künstler Raffael und dem pers-

trennen. Fast drei Millionen Franken soll das ehemalige

pektivischen Malen auseinander. Auf ihrem Bild mit dem

Gebäude der katholischen Kirche kosten. Einen Käufer für

Titel «Traumland» sind Häuser aus verschiedenen Stilepo-

das Liebhaberprojekt zu finden, scheint schwierig. Die Ge-

chen zu sehen. Das gefiel den Passanten so gut, dass die

meinde Lütisburg besitzt das Vorkaufsrecht, hat aber vor

Kantischülerin mit dem Trinkgeld die Farben und die Be-

allem Interesse am Gewölbekeller mit dem ritterlichen

willigung als Strassenkünstlerin bezahlen konnte.

Kaminraum und weniger an den Wohnungen.

Bild: Corinne Bischof

Erneuerung Johanneum-Areal

Neckertal verliert seine letzte Poststelle

Hansjörg Huser, Präsident Verein Johanneum, Architekt

Jetzt ist es defintiv: Nur noch bis zum 8. November können

Andy Senn aus St. Gallen und Beat Ernst, Präsident der

Kundinnen und Kunden die Poststelle Brunnadern benut-

Baukommission (von links) präsentieren das Siegerprojekt

zen. Danach wird die Filiale durch ein Partnerangebot im

«Milo» für das neue Zentralgebäude. Wichtig sei, dass

Volg abgelöst.

darin eine Öffnung gegenüber der Bevölkerung möglich sei. Es soll vom neuen Parkplatz und von der Klosterkirche her gut zugänglich sein. Als Herausforderung gilt die geplante Verlegung der Zentralküche, welche sich aktuell im

Bäckerei Abderhalden im Bahnhof

historischen Klostergebäude befindet. Bild: Adi Lippuner

Bei der Grundsteinlegung der Wohn- und Geschäftsüberbauung Bahnhof Süd in Wattwil wurde auch der erste Mieter bekanntgegeben. Die Bäckerei Abderhalden wird

Käufer für «Bären» Mosnang gesucht

dort im November 2019 einen dritten Laden eröffnen. Die Visualisierung zeigt, wie der neueste Standort aussehen

Ein Restaurant zu verkaufen, das weitergeführt werden

könnte. Geplant ist ein Konzept mit eigener Backstube und

soll, ist keine einfache Sache. Ohne Zeitdruck zu haben,

einem Angebot mit Flammkuchen, Snacks und Kaffee zum

verkünden darum der Gildekoch Werner Hollenstein und

Mitnehmen.

seine Frau Bea, dass sie den «Bären» Mosnang verkaufen möchten. Bis sich ein Käufer findet, will das Wirtepaar, das den «Bären» seit 1988 führt, weiter arbeiten.

Musikbar in Lichtensteig eröffnet Die «Taverne zur Krone» ist eine traditionsreiche Gastwirt-

Spürnasen auf dem Hemberg

schaft in Lichtensteig im Besitz der Gemeinde. Während einem Jahr wurde das Lokal monatlich an Interessierte mit

Reinhold Giger vom Verkehrsverein Hemberg-Bächli könn-

einem Konzept für Zwischennutzungen vergeben. Nun hat

te die Rätsel auf dem neuen Detektiv-Trail schnell lösen.

Gastro-Unternehmer Ernst Forrer in der «Krone» das Lokal

Anlocken soll die Schatzsuche aber vor allem Auswärtige,

«Soul Kitchen» eröffnet. Die Musikbar sei mit der bisheri-

die auf spielerische Art einen Ort und seine unbekannten

gen Nutzung der «Krone» nicht zu vergleichen. Das Pub will

Winkel entdecken möchten. Der Hemberger Trail mit

ein regionaler Treffpunkt für Musikfreunde sein. Der Fokus

14 Posten dauert rund eineinhalb Stunden und führt durch

liege auf der Musik, gutes Essen gebe es aber immer.

das Dorf und die nähere Umgebung. Bild: Urs M. Hemm

Bildungsstandort Wattwil auf Kurs

Mit den besten Tipps vom König Augen auf und Ohren spitzen hiess es, als Schwingerkönig

Die St. Galler Regierung stimmt dem Neubau für die Kanti

Matthias Glarner (unten) und Stefan Fausch das nationale

Wattwil sowie der Sanierung und Erweiterung des Berufs-

Trainingslager der Nachwuchsschwinger besuchten. Im

und Weiterbildungszentrums Toggenburg zu. Das Stimm-

Rahmen des sogenannten Königscamps im Obertoggen-

volk soll im Herbst 2019 darüber entscheiden. Davor ist

burg, zeigten die Profis ihre Paradeschwünge und verrie-

mit einer intensiven Debatte im Kantonsrat zu rechnen.

ten ihre besten Tricks. Bild: Pascal Schönenberger


16 Churfirsten

Alle sieben Churfirsten an einem Tag: Diese Wanderung fasziniert. Manche haben die Tour schon selbst gemacht oder es zumindest versucht. Alle kennen jemanden, der es schon geschafft hat oder sogar regelmässig macht. Wir nutzen die perfekten Bedingungen dieses Augusts und wagen den Selbstversuch. Paul Zähner: Text, Carmen Wueest: Bilder


Churfirsten 17


18 Churfirsten


Churfirsten 19

Vor der ersten Querung.

Z

ugegeben, ganz so leicht finde ich den Schlaf nicht an diesem Abend im Matratzenlager der Alpwirtschaft Wildmannli oben auf dem Strichboden. Welche Herausforderungen halten die sieben Churfirsten, die wir morgen von West nach Ost überqueren wollen, wohl für uns bereit? War ich in jener Redaktionssitzung vor einigen Wochen doch etwas zu voreilig, als ich mehr oder weniger spontan «die sieben Churfirsten an einem Tag» als Thema für eine Reportage vorgeschlagen hatte? Nun sind wir in den Startlöchern. Zweimal haben wir schon verschoben. Gutes Wetter, sprich kein Regen, keine Gewittervorhersage, aber auch nicht zu hohe Temperaturen sind entscheidend. Für morgen sind die Prognosen vielversprechend.

Zweifel Was die rein physischen Anforderungen dieser Tour betrifft, bin ich als regelmässiger Voralpen-Jogger einigermassen zuversichtlich. Die rund 20 Kilometer Distanz und knapp 3000 Meter Aufstieg müssten eigentlich machbar sein, für meine jungen bergerfahrenen Begleiter Carmen Wueest und Pascal Fischli sowieso. Aber was bedeuten die fast ebenso vielen Meter Abstieg und die unwegsamen Querungen zwischen den einzelnen Gipfeln für meine Knie und Füsse? Ich stelle mich mental auf einige Wehwehchen ein. Am meisten beschäftigt mich die Frage, wie ich auf jene Passagen reagieren werde, die unsere Fotografin und Alpinistin als «schon noch exponiert» bezeichnet hat. Was wird der Abgrund mit mir anstellen? Einem ersten Test bezüglich Schwindelfrei-

Die Selunbahn hat uns einige Stunden Anmarschzeit geschenkt.

Morgenstimmung auf dem Frümsel.

heit muss ich mich bereits bei der Anfahrt mit der Seilbahn von Starkenbach zum Strichboden unterziehen. Klein, offen und abenteuerlich steil ist die Bahn, die uns ein bis zwei Stunden Anmarschzeit und einige Höhenmeter schenkt. Die Puristen unten den «Sieben-Churfirsten-Wanderern» hätten dieses

Angebot selbstverständlich nie genutzt. Für uns ist es eine Möglichkeit, wertvolle Zeit zu gewinnen und so unterwegs auch noch Bilder für unsere Reportage zu schiessen. Punkt 4.15 Uhr ist nach einer kurzen Nacht Tagwache. Rucksack, Kleider und Schuhe stehen bereit. Wir sind so früh unterwegs, weil wir Zeitreserve bis zur letzten Talfahrt der Seilbahn vom Chäserrugg haben möchten und auch, weil frühmorgens die Temperaturen noch angenehmer sind. Fotografin Carmen Wueest ist zudem das Morgenlicht wichtig.

Start bei der Bergstation der Selunbahn Nach etwas Brot und einer Banane aus dem Rucksack machen wir uns um 5 Uhr bei der Bergstation der Selunbahn auf den Weg zum ersten Gipfel. Es ist noch stockdunkel, und wir marschieren schweigend hintereinander im Schein unserer Stirnlampen. Zum Glück sind die weiss-rot-weissen Wegmarkierungen auch nachts gut zu erkennen und nicht zu weit voneinander entfernt. Und wir sind auch nicht alleine: Eine andere Dreiergruppe hat offenbar denselben Plan wie wir. Das Morgenrot über Alpstein und Rheintal geniessen wir bereits oben auf dem Selun, es ist jetzt knapp vor 6 Uhr. Für Sonnenaufgangsfotos sind wir sogar noch etwas zu früh, trotzdem gelingen schöne Bilder von uns vor der Alpsteinsilhouette im beinahe kitschigen Morgenlicht. Ein erstes Mal praktiziere ich auf dem Selun mein kleines Gipfel-Ritual, das sich an diesem Tag noch mehrmals wiederholen wird: Vorsichtige letzte Schritte hinauf zum Gipfelkreuz oder Steinmandli, aber keinesfalls zu nahe an die Kante. Denn dahinter zeigen die Churfirsten ihre Zähne! Da geht es fast senkrecht hinunter zum Walensee, und dieser eindrückliche Tiefblick fasziniert, ist für mich aber nicht nur angenehm. Am wohlsten ist es mir jeweils sitzend auf der Toggenburgerseite. Auf dem Gipfel mache ich keine grossen Sprünge.

Kaum Wasser Ich konzentriere mich lieber auf die persönliche Versorgung als auf die grandiose Aussicht. Es ist wichtig, dem Körper über den ganzen Tag immer genügend Energie und


20 Churfirsten

Unwegsame Karren zwischen den Churfirsten.

Wasser zuzuführen. Was das Essen betrifft, hat jeder von uns seine Vorlieben. Für mich stehen Eingeklemmte, Biberli, Müesliriegel und ab und zu ein Energie-Gel auf der Speisekarte. Das Getränk aber gehört zu den logistischen Herausforderungen dieser Tour, da es kaum Quellen, Bäche oder Brunnen auf unserer Route gibt. Der Grund dafür liegt im karstigen Untergrund, der Regenwasser unmittelbar versickern lässt. Wohin verschwindet dieses Wasser? Erst später werde ich nachlesen, dass die ganze Nordabdachung der Churfirsten über ein riesiges Ringquellensystem nach Süden, also in den Walensee entwässert wird. Da es – ganz besonders in diesem trockenen Sommer – kaum Wasser im Gelände gibt und auf dieser Höhe auch keine Bergrestaurants, bleibt uns nichts anderes übrig, als relativ viel mitzutragen. Am Anfang sind es je zwei Liter pro Person. Ungefähr in der Hälfte der Tour, beim Rüggli zwischen Zuestoll und Schibenstoll, wird uns das Verlegerpaar Steiner mit Nachschub versorgen. Die Alternative dazu wäre ein zuvor eingerichtetes Trinkwasserdepot unterwegs.

Anspruchsvolle Querungen Bis zum vereinbarten Treffpunkt ist es noch ein langer Weg. Vom Selungipfel geht es auf

demselben Wanderweg wieder zurück bis an den Fuss der letzten grossen Flanke. Aufgrund der massiven Brüche zwischen den Gipfeln ist eine Überschreitung der Churfirsten der Länge nach auf der Wasserscheide –

Da es im Gelände kaum Wasser gibt, brauchen wir unterwegs Nachschub. zumindest für Nicht-Alpinisten – nicht machbar. Diese Brüche geben der Bergkette ihre charakteristische Form. Andererseits führen sie aber auch dazu, dass für Auf- und Abstieg – zumindest für das letzte Wegstück zum Gipfel – immer derselbe Weg benutzt werden muss. Um nicht ganz zu den vorgelagerten Alpweiden und Wanderwegen hinuntersteigen zu müssen, gilt es jeweils, auf der Höhe von rund 1750 Meter ostwärts zu queren. Diese Verbindungspfade sind nicht markiert und stellenweise nicht ungefährlich. Carmen Wueest ist aber hervorragend vorbereitet und hat den Weg vor einigen Wochen bereits erkundet. Gutes Kartenmaterial ist wichtig und GPS hilfreich, möchte man im unwegsamen


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Herzfrequenz 180 160 140 120 100 80 60

Steinmandli auf dem Brisi.

Gelände eine ideale Linie gehen, um keine Höhe zu verlieren und gleichwohl kein Absturzrisiko einzugehen. Zum Glück finden wir unterhalb des Seluns den Einstieg zur ersten Querung gut, und ein kleiner Ausrutscher auf dem taunassen Gras bei der ersten Kraxelei macht mir schlagartig und nachhaltig deutlich: Hier ist äusserste Aufmerksamkeit geboten! Jeder Griff wird fortan auf seinen Halt geprüft und drei Punkte bleiben immer fixiert, während der vierte, Hand oder Fuss, nach dem nächsten sicheren Stand oder Griff tastet. In diesem Moment bin ich froh um die klaren Anweisungen meiner beiden bergerfahrenen Begleiter.

Zwischen den Churfirsten Wie sieht es zwischen den Churfirsten aus? Meist wechselt sich Geröll mit eindrücklichem Karst, stellenweise ist das Ganze überwuchert von niedrigen Sträuchern. Besonders mühsam ist das Gehen, wenn der Fels nicht freiliegt. Mit unserem leichten Trailund Trekking-Schuhwerk haben wir grossen Respekt davor, uns an den Füssen zu verletzen, wenn scharfkantiger Fels unter dem Grünzeug verborgen liegt. Und ab und zu gibt es im Karst Löcher und Höhlen, in welchen weit mehr als nur ein Fuss verschwinden könnte: Donnerlöcher heissen diese Schachthöhlen, weil in sie hinabgeworfene Steine lange «donnern», werde ich später nachlesen. Es ist faszinierend, wie der Zahn der Zeit an diesen imposanten Felsen und Felsbrocken zwischen den einzelnen Churfirsten nagt. Für uns kleine Wanderer in dieser eindrücklichen

Landschaft bleibt unvorstellbar, dass diese Formationen einst den Grund eines urzeitlichen Meeres bildeten, hochgehoben wurden und dann durch Gletschereis und Witterung erodierten. Kleinere Versteinerungen im hellen Schrattenkalk zu unseren Füssen und überall deutlich sichtbare Schichtungen an den Flanken sind stumme Zeugen dieser seit Millionen von Jahren dauernden Entwicklung.

Sechs oder sieben? Nach der Querung suchen wir jeweils den Einstieg, um möglichst schnell wieder auf dem regulären Wanderweg gehen zu können und so Zeit und Kraft zu sparen. Beim Frümsel gelingt uns das hervorragend, so dass wir

Hinterrugg

Chäserrugg

Ziel


Höhe

Churfirsten 23

2400 2200 2000 1800 1600 1400

Selun

Frümsel

Brisi

Zuestoll

Schibenstoll

Start

Warum heissen sie eigentlich «Churfirsten»? Über ihren Namen ist schon viel gestritten worden. Im Zuge der naturkundlichen und touristischen Erschliessung der Region ab dem 18. Jahrhundert sind die heutigen Churfirsten erstmals auf einer Karte schriftlich erwähnt als «Die VII Churfürsten». Die frühen Topographen sahen sich mit vielen Varianten konfrontiert und mussten Mundartbezeichnungen ebenso wie politische Strömungen berücksichtigen. Auch die noch nicht standardisierte deutsche Rechtschreibung machte ihnen ihre Aufgabe nicht leichter. Es ist aus diesen Gründen bis heute unklar, ob die «Fürsten» lokal ursprünglich «Firsten», also Giebel, ausgesprochen in Dialekt waren oder eben Fürsten im heutigen Wortsinn. Dass die Bezeichnung zurückgeht auf das seit dem 13. Jahrhundert bestehende Siebnergremium der Kurfürsten rund um den römisch-deutschen Kaiser ist möglich, aber nicht sicher. Erstaunlich ist, dass sich der Name vor politischem Hintergrund noch mehrfach änderte. In den 1830er-Jahren musste das bis dahin gebräuchliche «Churfürsten» laut Chronisten sogar kurzfristig der Bezeichnung «Kuhfirsten» weichen, denn Fürsten waren während der liberalen Revolution der Eidgenossenschaft im Toggenburg unerwünscht. Zum Glück hat sich diese Bezeichnung nur wenige Jahre gehalten und der heutige Name ist ab 1854 auf Karten verzeichnet. Das «Chur» stellte dabei den Bezug zum einst hinter der Bergkette liegenden «Churgau» her und so leistete auch dieser Namensbestandteil seinen politischen Beitrag zur Integration des noch jungen Bundesstaates. Und übrigens: Der Chäserrugg hiess im 19. Jahrhundert noch «Kaiserruck» - somit hatten die sieben Churfürsten damals mit ihm ihren Kaiser. Es erklärt sich von selbst, dass auch dieser die Revolution nicht überlebt hat.

Deckungsgleich: Panorama, Höhenprofil und Pulskurve.


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Eindrücklich: Tiefblick und Gipfelpanorama vom Zuestoll.

nach zwei Stunden, also um 7 Uhr, bereits auf unserem zweiten Gipfel stehen. Meine Begleiter rechnen mir vor, dass wir jetzt bereits einen Drittel der Aufstiege hinter uns hätten, der letzte, der Chäserrugg, sei ja gewissermassen «gratis», da mit dem Hinterrugg unmittelbar verbunden und auf mehr oder weniger gleicher Höhe zu erreichen. Sind es also sechs Gipfel statt sieben? Läuferdiskussionen und Läuferlogik, die uns den ganzen Tag begleiten – ebenso natürlich wie das möglichst rasche Repetieren der Gipfelnamen in jeder Reihenfolge. Das Programm der letzten zwei Stunden wiederholt sich beim Brisi (8.30 Uhr) und Zuestoll (10.20 Uhr): Aufstieg auf dem Wanderweg, Gipfelfoto, individuelle Verpflegung, Abstieg, Querung über Stock und Stein. Wir sind zeitlich dank guter Navigation und körperlicher Verfassung im Plan, bleiben kaum stehen und machen nur auf den Gipfeln Pause. Wichtig ist, nicht primär schnell zu gehen, sondern kontinuierlich in Bewegung zu bleiben. Fast schon eine Lebensweisheit, die wir auf unserer Wanderung konsequent beherzigen.

Exponiert am Zuestoll Beim Zuestoll lassen wir uns beim Auf- und Abstieg im oberen Teil etwas mehr Zeit. Es ist

der einzige Gipfel, der nur über einen weissblau-weiss markierten Alpinwanderweg zu erreichen ist. Wer hier hinauf will, muss trittsicher und schwindelfrei sein. Einzelne Passagen sind exponiert, und ich bin froh über das Stahlseil, das hier angebracht ist. Mit der Hand am Seil lässt sich der Blick hinunter in die Tiefe mindestens aushalten, wenn auch nicht wirklich geniessen. Ich bin froh, dass wir nach kurzer Gipfelrast absteigen und beim Rüggli unsere Trinksäcke am vereinbarten Übergabepunkt auffüllen können. Ohne zusätzliches Wasser würde es spätestens ab hier ungemütlich, vor allem bei solch hohen Temperaturen. Auf den Faserpelz im Rucksack hätten wir heute getrost verzichten können. Keinesfalls aber auf diese vier Liter Wasser, die uns hier erwarten. Wir haben jetzt mehr als die Hälfte unserer Tour hinter, den grössten respektive längsten Aufstieg aber noch vor uns. Fünfhundert Höhenmeter sind es bis zum Schibenstoll-Gipfelkreuz. Am besten erkennt man den Höhenunterschied an der Vegetation. Am Fuss der Churfirsten, bei unseren Querungen, steht jeweils noch ein spärlicher Baumbestand, der bald Pestwurz, Alpenrosen und Heidelbeeren Platz macht. Oberhalb der ersten Felsbänder wächst primär Gras, und es weiden in den weniger abschüssigen Abschnitten Schafe. Stel-


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lenweise blühen zwischen den Felsen auch zu dieser Jahreszeit noch Alpenblumen. Der Weg vom Rüggli hinauf zum Schibenstoll ist steil und führt uns durch die charakteristischen Felsbänder mit einigen hohen Felstritten. Nach und nach wird der Pfad oben auf dem Rücken flacher. Am Schluss fühlt sich der Anstieg an wie der Gang über ein riesiges, geneigtes Fussballfeld. Zu diesem Eindruck trägt natürlich auch das kurze Gras bei, das von den Schafen abgeweidet worden ist. Mit Glockengebimmel kommen sie uns oben entgegengerannt. Ihr Interesse gilt zum Gelächter anderer Wanderer vor allem unseren salzigen Waden. Merke: Steige nie in kurzen Hosen auf den Schibenstoll!

Letzte Querung und Schlussaufstieg Es ist jetzt genau 12 Uhr, und wir lassen uns im Gespräch mit anderen Wanderern etwas mehr Zeit fürs Mittagessen. Der Blick hinüber zum Hinterrugg treibt uns aber weiter, und der Abstieg auf dem Wanderweg bis hinunter zur Querung ist schnell geschafft. Wir haben Glück: Der Einstieg liegt mit 1810 Metern relativ hoch, und wir müssen nicht ganz so viel Höhe abbauen wie auch schon. Jetzt ist trotz müder Beine nochmals volle Konzentration nötig, denn der Abstieg in die Talsohle ist mit einer kurzen Kletterei an exponierter Stel-

le verbunden. Ein Ausrutscher oder Fehltritt könnte böse enden. Alles geht gut, auch weil wir rasch den richtigen Weg finden, den offensichtlich bereits andere vor uns gegangen sind. Ein letztes Mal heisst es nun aufsteigen. Wir marschieren in bewährter Reihenfolge auf dem Wanderweg hinauf Richtung Hinterrugg. Dieser Weg ist stärker begangen und wird auch viel weniger steil geführt als die anderen, die wir heute kennengelernt haben. Es bleibt uns jedenfalls genügend Luft, um uns über Eindrücke zu unterhalten und immer

Mit der Hand am Seil lässt sich der Blick hinunter in die Tiefe aushalten. wieder auf die imposante Kulisse hinter uns zu blicken. So ist der Hinterrugg und damit der höchste Punkt unserer Tour schnell erreicht.

Joggend ans Ziel Knapp nach 14 Uhr ist es so weit, und wir geniessen die ersten wirklich leichten Schritte dieser Wanderung hinunter zum Chäserrugg.


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Abstieg vom Zuestoll zum Rüggli.

Ja, meine Begleiter haben mich korrekt informiert: Dieser Abstieg ist wirklich ein Geschenk. Er ist leicht, so leicht sogar, dass wir trotz schwerer Beine noch etwas joggen. Es ist genau jener herrliche Endspurt, den wir uns schon den ganzen Tag gemeinsam bildlich vorgestellt haben. Dann endlich gehen wir die zwei, drei letzten Steinstufen hoch zum Chäserrugg! Um 14.15 Uhr wundert sich vielleicht der eine oder andere Ausflügler, warum sich hier neben der Bergstation drei Wanderer gratulieren. Nach diesen neun Stunden Anstrengung schmeckt das anschliessende Panaché auf der Terrasse des Restaurants ausgezeichnet. Endlich können die Kleider gewechselt und die Schuhe geöffnet werden. Die Freude, es gemeinsam geschafft zu haben, ist hier an der Sonne und vor dem Panorama der Glarner Alpen besonders intensiv.

Wieso alle sieben? Wir nutzen den Moment und diskutieren den Sinn und Unsinn unserer Tour. Eine Frage, die auch ganz am Anfang der Reportage stand. Passt eine Geschichte über diese extreme Wanderung ins Toggenburger Magazin? Wir meinen, dass es passt, gerade auch weil die Sieben-Churfristen-Wanderung viele Liebhaber der Region fasziniert. Intensiver lässt sich diese Bergkette und ihr eigenwilliges Profil kaum erleben als auf dieser Route. Wenn Gebirgssilhouette, Höhenprofil und Pulskurve so deckungsgleich sind wie in meinem Fall, war das Erlebnis garantiert intensiv. Die Wanderung ist anstrengend und – vor allem ohne sorgfältige Vorbereitung und gute Kondition – auch gefährlich. Im Zentrum steht dabei klar die sportliche Herausforderung. Der Genuss der landschaftlichen Schönheit kommt dagegen zu kurz. Der Blick

lag häufiger auf den Fersen des Vordermanns als auf der herrlichen Bergwelt. Die Churfirsten haben nicht nur äusserlich eine gewisse

Ein sportliches Erlebnis ja, aber geniessen kann man die Churfirsten besser einzeln. Ähnlichkeit mit einer Toblerone, sondern sollten im Normalfall auch so genossen werden: Stück für Stück und nicht als Ganzes. Und doch spricht etwas für diese Route: Wer sie einmal gemacht hat, wird die in der Schule dereinst mühsam gelernte Reihenfolge der Gipfel bestimmt nie mehr vergessen.


St체rmischer Empfang auf dem Schibenstoll.

Pascal Fischli, Carmen Wueest und Paul Z채hner (von links), gl체cklich am Ziel: Ch채serrugg.


Unabhängig vom Klanghaus-Entscheid (im Bild unten eine Visualisierung des St. Galler Baudepartements), verschwindet das Kulturhotel Seegüetli (Bild oben) nächsten Sommer von der Kulisse am Schwendisee.


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Das Kulturhotel Seegüetli am Schwendisee wird nächsten Sommer abgerissen. Täglich erklärt Andrea Abderhalden neugierigen Gästen, dass hier bald ein Klanghaus – nicht ein Klanghotel – stehen soll. Katja Nideröst: Text & Bilder

E

s könnte auch der ausgediente Haus­ komplex einer Ferienkolonie sein: Be­ sorgniserregend tiefe Risse ziehen sich an etli­ chen Stellen durch ausgebleichten Beton. Die Fassade wirkt schäbig. Es ist ziemlich hässlich das einzige belebte Haus am malerischen Moorsee. Und es kommt nächsten Sommer weg. Den Abbruch hat der Kanton St. Gallen als heutiger Besitzer beschlossen. Unabhän­ gig davon, ob das Kantonsparlament den Kre­ dit für das geplante Klanghaus im November genehmigen wird oder nicht. Falls das Klang­ haus diese politische Hürde im zweiten An­ lauf schafft, braucht das über zwanzig Millio­ nen teure Projekt auch den Segen der St. Gal­ ler Bevölkerung an der Urne. Und während ringsum weiter über Sinn und Zweck des Klanghauses diskutiert wird, hat Mieterin Andrea Abderhalden im Seegüetli sechs Schlorzifladen gebacken. Auch die Senioren aus Urdorf interessieren sich für das Kultur­ projekt Klanghaus, im Moment aber vor al­ lem für den traditionellsten Dessert aus dem Toggenburg mit einem Kaffee dazu. Ein beflissener Spontaneinkehrer möchte Andrea Abderhalden aufklären, dass hier ein Klanghotel hinkommen soll. Sie reagiert ent­ spannt, und erklärt, es sei hier kein Klang­ hotel geplant, sondern ein um 15 Meter nach Norden verschobenes Klanghaus: ein Ort, gedacht als Probe-, Konzert-, und Aus­ tauschort für Chöre, Orchester, für Kurse und Seminare.

Noch bis im nächsten Sommer kann direkt am Schwendisee im Seegüetli logiert werden. Hier gibt es einfache Zimmer mit Etagendu­ schen. Ihre Gäste seien in aller Regel unkom­ pliziert, sagt Andrea Abderhalden. Jene, die zu ihr kommen, erkenne sie jeweils schon an der Bushaltestelle im Dorf beim Aussteigen aus dem Postauto, erklärt sie schmunzelnd: «Es sind oft naturverbundene Leute mit Strickjacken und Rucksack. Solche, die es

Bei Jobantritt im Seegüetli wusste Andrea Abderhalden bereits, dass hier einmal das Klanghaus stehen soll. schätzen, wenn sie abends den Hausschlüssel in die Hand gedrückt bekommen.» Ab 18 Uhr überlässt die Wirtin den Betrieb ihren Gästen, samt einer Strichliste zum Eintragen der konsumierten Getränke. Missbraucht werde ihr Vertrauen so gut wie nie. Vor allem Kinder seien begeistert, wenn sie das Haus in Beschlag nehmen können, sagt die 42-Jährige. So verwaist und abgehalftert das Kulturhotel äusserlich scheinen mag, Besucher werden vom Seegüetli-Team herzlich empfangen. Hinter dem Eingang hängt der Hinweis zur WC-Benützung für alle, die im Restaurant


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Für einen Kaffee mit Schlorzifladen lässt sich eine Seniorengruppe aus Urdorf von Köbi

nichts konsumieren wollen: Für sie gilt die sympathisch formulierte Aufforderung, im Sparsäuli einen Franken zu hinterlassen.

Sanierung ausgeschlossen Jedes Jahr übernachten auch mehrere Hoch­ zeitsgesellschaften am Schwendisee. Dann liegen festliche Kleider am Badesteg und im meterhohen Farn, weil man sich den Sprung in den Moorsee in der Sommerhitze nicht ver­ kneifen kann – Blutegel hin oder her. Seit Andrea Abderhalden den Betrieb im Seegüetli 2013 übernommen hat, kommen regelmässig Leute im Auftrag des Kantons hierher ins Haus, um die Statik des Gebäudes zu überprü­ fen. Kleinere Arbeiten wie kürzlich das Ölen der Fensterrahmen seien jedes Jahr vorgenom­ men worden. Nicht mehr lohnen wird sich das Ersetzen des begehbaren Kühlschranks. Weil er nicht mehr genügend kühlt, kann die Gast­ geberin nur noch Gemüse darin lagern. Für al­ les andere hat sie mehrere kleine Kühlschränke in Betrieb. Sie hofft, die Heizung werde den kommenden Winter überleben. Dass der Kan­ ton das Seegüetli samt ihrem Arbeitsplatz ster­ ben lässt, kann die Mieterin nachvollziehen.

Ums Gebäude findet sie es nicht schade. Eine Instandstellung käme zu teuer. Wehmütig wird Andrea Abderhalden, weil sie die traumhafte Aussicht aus der Restaurantküche auf den See aufgeben muss. «Am Anfang war ich die Erste und die Letzte im Jahr, die hier schwimmen

Knaus und Kollegen zum Seegüetli kutschieren.

«Ins Seegüetli kommen viele naturverbundene Leute in Strickjacken und mit Rucksack.» Andrea Abderhalden ging. In den letzten beiden Jahren schaffte ich es aber nicht mehr», erzählt sie und lacht. Als gelernte und gefragte Köchin plagen sie keine Existenzängste. Sie wohnt in einer Wohnung im Haus ihres Bruders Urs in Stein. Im Toggen­ burg bleiben, das möchte sie gern. Bereits bei Jobantritt wusste sie aber, dass das Kulturhotel im Rahmen der Kulturstrategie vom Kanton gekauft wurde, in der Absicht, auf dem Platz das Klanghaus zu bauen.


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Obwohl das Ende naht, freut sich Andrea Abderhalden (Mitte oben) auf ihre letzte Saison als Seegüetli-Gastgeberin.


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Zweite Chance für das Klanghaus Im November 2016 versenkte das Kantonsparlament überraschend die Klanghaus-Vorlage. Statt beleidigt den Kopf in den Sand zu stecken, rauften sich einige engagierte Toggenburger zusammen. Sie gründeten die Taskforce Klangwelt Toggenburg und sammelten rund sechs Millionen Franken. Wie Taskforce-Leiter Mathias Müller erklärt, habe man im überarbeiteten Konzept bei den Bau- und Betriebskosten angesetzt. Die Gesamtkosten für das Klanghaus konnten um eine Million Franken auf 23,4 gesenkt werden. Den Kanton würde das Projekt nun einmalig 22,3 Millionen Franken kosten. Eine Million davon will die Stiftung Klangwelt Toggenburg an die Baukosten beitragen. 5,3 Millionen des gesammelten Geldes sollen in einen Betriebsfonds eingelegt werden. Dies, weil die Stiftung Klangwelt den Betrieb des Klanghauses – inklusiv Defizitrisiko – übernehmen würde. Das neue Konzept beinhaltet auch eine erweiterte Nutzung. Nicht nur Musikgruppen soll das Klanghaus demnach vorbehalten sein. Auch für Veranstaltungen von Firmen und Gruppen soll es offenstehen. Vorgesehen ist laut Mathias Müller im Weiteren, dass geldgebende Stiftungen und Mäzene an der Weiterentwickjlung der Klangwelt Toggenburg beteiligt sind. Verzichtet wird in der neuen Vorlage auf Kunst am Bau. Zudem erklärt sich die Gemeinde Wildhaus-Alt St.Johann bereit zur Erstellung öffentlicher Ersatzparkplätze. Geplant ist auch, die Aktivitäten auf die gesamte Schwendi-Region auszurichten mit dem Klanghaus als Teil davon. Miteinbezogen werden sollen verschiedene Akteure der Region wie die Klangwelt Toggenburg, Tourismus Toggenburg sowie Partner aus Hotellerie und Gastronomie. Das neue Konzept überzeugte die Regierung in St.Gallen. Das Klanghaus wird darum in der Novembersession erneut behandelt. Wird es beim zweiten Anlauf gutgeheissen, entscheidet im Juni 2019 das St. Galler Stimmvolk über die Zukunft am Schwendisee. .


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Die Illustrationen zeigen, wie das Klanghaus einmal aussehen könnte. Wenn das Kantonsparlament die überarbeitete Vorlage gutheisst, entscheidet das Volk im Juni 2019.

Happyend für eine Vision? Die Jahrzehnte dauernde Diskussion rund ums Klanghaus füllt ganze Bundesordner, eingeschlossen Architekturwettbewerb. Insi­ der erinnern sich an die gescheiterte Zusam­ menarbeit mit Peter Zumthor. Am Ursprung stand in den Neunzigerjahren die visionäre Idee von Musiker Peter Roth. Der bekannte Toggenburger Komponist und Weggefährten weibelten für einen einzigartigen Ort mit bes­ ter Akkustik, an dem die regional tief verwur­ zelte Tradition des gemeinsamen Singens ge­ lebt und gefördert werden könnte. 1993 kaufte Peter Roth zusammen mit Anna und Hansue­ li Ammann und Heini Baumgartner das See­ güetli und führte dort erste Kurse durch. Die Klanghaus-Idee fand schon vor zwanzig Jah­ ren viele Freunde und viele Gegner. Letztere störten sich vor allem an einem über zwanzig Millionen Franken verschlingenden Bau und einem Betriebskonzept, das ein jährlich ho­ hes Defizit einkalkulierte. Parallel etablierte sich das Angebot der Klangwelt Toggenburg mit dem Klangweg, der Klangschmiede, etli­ chen Kursangeboten und dem Klangfestival. Der politische Willen schien 2016 gross und

die Klanghaus-Abstimmung im Kantonspar­ lament galt für die Befürworter als Formsa­ che. Umso konsternierter die Gesichter, als das Kulturprojekt bei der Schlussabstim­ mung im Parlament versenkt wurde. Andrea Abderhalden erinnert sich bestens an diesen rabenschwarzen Tag für die Klanghausakti­ visten. Aufgeben wollte der harte Kern der Befür­ worter auch nach dieser Niederlage nicht. (siehe Kasten) Die Interessengemeinschaft IG Klanghaus führte im Mai 2016 eine Stand­ ortbestimmung durch. Mit Lichtensteigs Stadtpräsident Mathias Müller an der Spitze gaben die Promotoren aus dem Tal vor zwei Monaten bekannt, die kantonale Auflage von sechs Millionen Sponsorengeld und ein Be­ triebskonzept mit weniger Defizit erfüllen zu können. Damit ebneten sie den Weg für die zweite Klanghaus-Debatte im Kantonsparla­ ment. Andrea Abderhalden wird so oder so das Bad zum Saisonende im Schwendisee bereits im nächsten Hochsommer nehmen. Naturfreunde, die einst die ersten Gäste im Kulturhotel waren, haben die letzte Nacht im Seegüetli Ende Juli 2019 bereits gebucht.


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ZUHAUSE

Wohnen im Schulzimmer Das ehemalige Schulhaus Schönenboden in Wildhaus ist heute ein Zweifamilienhaus. Kaufinteressenten gab es mehrere, den Zuschlag erhielten 2013 Martina und Raphael Agosti-Meile. Nach dem Umbau erinnert sie nicht nur die lange Garderobe an die einstige Primarschule. Katja Nideröst: Text / Carmen Wueest: Bilder

W

er das grosse Haus mit der hellgelben Eternitfassade von aussen betrachtet, staunt ob dem farbig frischen Innenausbau. Vergnügt klopft Anouk mit ihren winzigen Händchen auf den Tisch. Das bald einjährige Mädchen sitzt quickfidel im Kinderstuhl, neben ihr steht das Laufgitter. Der zweite Blick im Raum gehört dem apfelgrünen Kühlschrank, der dritte dem Herd mit übergrossen Knöpfen und drei integrierten Backöfen. Martina Agosti hat die frechen Blickfänge im Retrodesign ausgesucht. Die 39-jährige Primarlehrerin erzählt von der Zeit, als noch eine laute Kinderschar durch diese Räume flitzte. «Hier in der Küche befand sich einst der Turnkeller, oben in unserer Stube sassen die Kinder im heimeligen Schulzimmer.» Martina Agosti kennt den Schulbetrieb im Schönenboden aus eigener Erfahrung. Kurz vor Aufhebung der Aussenschulhäuser unterrichtete sie hier eine vierte Klasse. Den Kindern und ihr als Lehrkraft habe es sehr gefallen: «Es gab keine Pausenglocke, einen schräg abfallenden Fussballplatz und eine grosse Wandtafel.» 2008 wurde die Primarschule im Schönenboden aus politischen Gründen geschlossen. 2007, nach der Fusionierung der Sekundarschule Wildhaus-Alt St. Johann mit der Sekundarschule Nesslau, zügelte die Primarschule Wildhaus in die Gebäude der Sekundarschule Lisighaus. Die Schulhäuser Dorf und Schönenboden wurden damit überflüssig. Wie der ehemalige Dorflehrer Karl Rüegg recherchiert hat, wurde das Schulhaus Schönenboden 1893 gebaut und diente während Jahrzehnten als Gesamtschule für die erste bis achte Klasse. Erst ab 1860 habe man die Winterschule in eine Ganzjahresschule umgewandelt. Und die einst konfessionell geführten Primarschulen verschmolzen 1968 zur Primarschule Wildhaus.

Mögen es hell und überschaubar: Martina und Raphael Agosti-Meile mit Tochter Anouk.


ZUHAUSE

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36 Zuhause

Umbauen und beleben Martina Agosti wusste bereits als Kind, dass sie einmal Lehrerin im Obertoggenburg werden wollte. Oft verbrachte die Appenzellerin aus Grub ihre Ferien bei den Grosseltern in Wildhaus und genoss dabei die Natur und das Skifahren. Während ihres Unterrichtsjahrs im Schönenboden verliebten sich Martina und Raphael Agosti in das alte Schulhaus. Sie zogen zusammen in die ehemalige Lehrerwohnung im Obergeschoss. In den drei Jahren dort bekundeten sie Kaufabsichten bei der Eigentümerin, der Gemeinde Wildhaus-Alt St.Johann. «Es gab mehrere Interessenten, und die Verhandlungen verzögerten sich. Wir wissen nicht, was 2013 letztlich den Ausschlag für uns gab. Wir betonten aber, dass wir das Haus nicht abbrechen, sondern umbauen und mit der Familie beleben wollten», sagt Raphael Agosti. Der Gesprächstherapeut aus Gossau war ebenfalls Feuer und Flamme für den Wohnort Wildhaus und den freien Blick aufs Landschafts- und Bergpanorama. Dieses lässt Besucher bereits im Obergeschoss in der Stube staunen. Für die wunderschöne Aussicht wurde ein rechteckiges Loch aus der Kassettenwand geschnitten und ein Fenster eingelassen. Freie Bergsicht bietet auch die ebenerdige Terrasse vor der Küchentür, wo der verwilderte Garten einem pflegeleichten Holzboden gewichen ist. «Dieser Sitzplatz mitten in der Natur ist fantastisch. Selber gärtnern wollte ich aber nie. Ich verbringe meine freie Zeit lieber mit Menschen und Tieren», sagt die berufstätige Mutter. Das zweite Kind ist unterwegs, und Hund Nova wedelt unter dem Küchentisch freundlich mit dem Schwanz. Die Räume sind auffallend hoch und hell. Letzteres wird unterstützt durch mehrheitlich helle Möbel. Von Freunden auf die knappen Platzverhältnisse angesprochen antwortet Martina Agosti jeweils: «Für uns ist unsere Wohnung gross genug. Man kann sich arrangieren, und wir werden sicher einen Schlafplatz für unser zweites Kind finden.»

Schmale, lange Treppe Raffiniert und optisch reizvoll integriert wurde die schmale, steile Treppe vom oberen in den unteren Stock. Martina Agosti erinnert sich an die schwitzenden Bauarbeiter, welche die schwere Holztreppe ins Haus hieven und installieren mussten. Eine direkte Verbindung vom oberen in den unteren Stock gab es vorher nicht. Wollten Schulkinder in den Turnkeller gelangen, mussten sie durchs Treppenhaus. Für die Planung der Räume verantwortlich ist Architekt Sandro Agosti, der Bruder von Raphael Agosti. Als Bauleiter engagiert wurde Walter Scheiwiller aus Ebnat-Kappel. Dieser habe dafür gesorgt, dass der Umbau so reibungslos und exakt gelungen sei, schwärmt Martina Agosti. Wichtig war den Besitzern, dass wo möglich Teile des alten Schulhauses bestehen blieben. Dazu gehören die Türrahmen aus massiven Balken und die Rundbogenfenster. Gegen die Kälte im Haus

Ein massgeschneidertes Bad und eine Verbindungstreppe von der Stube in die Küche erleichtern den Alltag mit Kleinkind.

habe man rundherum die Wände neu isoliert. Für den Gang zum alten Naturkeller gab es einen neuen und erstaunlich modern anmutenden Teppich aus Sisal. So einer lag bereits an dieser Stelle, sei aber vom starken Gebrauch im Schulhaus abgewetzt gewesen. Ein gewünschtes Überbleibsel aus der Schulzeit ist auch die lange Garderobe im Eingangsbereich. An den aufgehängten Regenjacken lässt sich die Naturverbundenheit der Hausbesitzer erkennen. Auf diese schliessen lässt ausserdem der kompakte Wohnwagen in der angebauten Doppelgarage. «Den Wohnwagen besassen wir bei der Garagenplanung noch gar nicht. Aber ich kannte die Grösse aller in Frage kommenden Modelle», erklärt Raphael Agosti mit einem verschmitzten Lächeln. Eine dritte Garage, jene, welche früher schon zur Lehrerwohnung gehörte, steht an der Strasse oben. Auch die junge Familie, die in der renovierten ehemaligen Lehrerwohnung eingemietet ist, ist froh über einen Garagenplatz. «In Wildhaus lebt man nicht komfortabel ohne Garage fürs Auto», sagt die begeisterte Skifahrerin Martina Agosti und lächelt. Ihren beruflichen Kindheitstraum lebt sie immer noch: als Lehrerin mit Teilzeitpensum an der Primarschule Lisighaus.


Knallige Farbtupfer in KĂźche, Stube und Garderobe beleben die schlicht hell gehaltende Einrichtung.

Das Fenster in der Kassettenwand ermĂśglicht den Blick aufs Landschaftspanorama.


Andreas, Sandro, Edith, Albert und Thomas Näf bilden als weitherum bekannte Metzgerfamilie ein harmonisches Team.

Metzgerei Näf, Mosnang: Dreifach verstärkt als Familienbetrieb in die Zukunft

ER YS R T A R erklärt ! Andreas Näf. Edith und Albert Naef haben gut lachen. Ihre drei Söhne entschieunsere jeweiligen Zuständigkeiten haben», PA E ! P I C E ! Caterings Vfür RFirmenanlässe C E I den sich bereits als Jugendliche für eine Metzgerlehre. Und vor Der 32-Jährige ist oft unterwegs mit R V I C E RV YS E YS E R R S T E T allem dafür, nach den Ausbildungsjahren in der Fremde im elterund Familienfeiern. EinigeYHochzeiten auf Y ! R stehen S R diese PA Saison T A R T ! PA ! PA E ! V I C E P lichen Betrieb in Mosnang einzusteigen. «Mein jüngerer Bruder der Reservationsliste.PDer kümmert sich mit HerzC A R Stammhalter I E E R R ! C I C RV S E S E V SE T Y CE VI E! R unterSandro verdient sich aktuell noch die Sporen in einer Grossmetzblut um ein massgeschneidertes für TY I C R V I S E R S E RKulinarikprogramm V T Y PA R PA R ! PA ! E Y R Y R S T EAnlässe. T PA mag E - weil E Y gerei ab, während Thomas und ich zu Hause in Mosnang bereits schiedlichste «Hochzeiten ich besonders gern, ! R S ! R C T I IC E A Y E A R R T PA R E ! P E ! P I C E ! R V I C V I C E R V E R V YS E R A R S S P E! T V C E C A E Y Y I I ! R E ! V I C E R V E R V YS E T YS T YS A R T A R T PA R E ! P I C E C I R ! R R P V RP S C S T V SE T Y I A E A R Y ! ! R R V P P E SE C ! R ! R T PA C E I C E V I E R YS SE T Y T Y PA R ! PA ! PA C E ! V I C E V I C E E R V I E R V S E R T YS A R T R T Y PA R E ! R A Y I E Othmar Murer PA E ! V I C I C E R V S E R S E R T YS T YS R T PA R ! P ! P C E ! R V I C V V I C S E R S E R YS E R T Y R T Y PA R PA R ! PA C E ! V I C E V I C E E R V I YS E YS E R T PA PA I ER ER Y Y R T YS R T R T A R ! P ! ICE V E! Feinesaus ausder derRegion RegionllMetzgerei Metzgerei ll Lebensmittel LebensmittelA R T PA E ! E ! Feines I C S H O E R V S E R T YS TegYioSn A R T PA PA E ! P I C E ! V C P C l Othmar Murer Y I R ! R ! R Rr V l Othmar Murer P Feines aus der Region l Metzgerei l Lebensmittel I C E C S E T V VI V S E R S E R YS E L I N R T Y PA R ! PA ! auPs Ade C E ! V I C E V I C E E R V I S E R S E R Metzgerei / Spar Supermarkt Filiale l Othmar Murer Metzgerei / Spar Supermarkt Filiale T O N PA Y Y I E E es R R Y R Y t S ! R T Hauptstrasse T V Spar Supermarkt u C T R T PA Metzgerei / Spar Supermarkt Filiale Hauptstrasse Spar Supermarkt R PA SE SE T Y AR ! ! V IGC R CE VI 9656 Johann Dorfplatz Hauptstrasse Spar Supermarkt PA E ! V I C E I C E R V I S E R S E R T YS E R T Y R T Y PA R ! P ! PA C E ! V I C 9656 AltAlt St.St. Johann Dorfplatz V I E A C E E A Y 071 999 11 66 9658 Wildhaus Y I Dorfplatz 0719656 999 Alt 11 St. 66 Johann 9658 Wildhaus V S E R S E R YS R T R T PA R ! P ! P C E ! V I C V I C E R V S E R T PA PA 2 !| 9607CMosnang info@murer-toggenburg.ch 071 999 3166 66 I 983R15 04 R E C E | Tel.V071 071 999 11 66 9658 Wildhaus S TY info@murer-toggenburg.ch 071 999 31 T Y R T Y PA RBütschwilerstrasse E VI ! info@naef-metzg.ch ! V I S E R T YS E YS E R T Y PA R C info@murer-toggenburg.ch 071 999 31 66 I E E A R | www.naef-metzg.ch R ! P E V I C V I C RV S E S E T Y ! R R T PA V I C S E R S E R YS E R T Y R T Y PA R ! PA ! PA C E ! V I C E T I E A E A R ! V C E C T Y R T Y PA R ! P ! P C E V I RV I S E R T YS PA E ! V I C E I C E R V I S E R Naheliegend E und weit weg von allem Y R S T V R PA V I C S E R S E R YS E R T Y R T•Y Ausgangspunkt WindrädliPA E ! T C T Y R T Y PA R ! PA ! PA E !undVComicweg I C R PA E ! V I C E I C E R V I •SKinderparadies E mit KinderV V I C S E R S E R YS E R T Y spielplatz T PA Y Y R T R T PA • 26 absolut ruhige Hotelzimmer E! ! Tufertschwil 20 |PA 9604ELütisburg IC im Grünen C 071 R V932 01 13 Tel. 071 932 01 00V|I Fax E • Rustikale Banketträume und S Y www.roessli-tufertschwil.ch T moderne helle Seminarräume

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die Atmosphäre so schön und die Gäste aufmerksam und gutgelaunt sind.» Als ausgebildeter Eventmanager und aus Erfahrung weiss er, wo beim Ablauf einer Hochzeit die heiklen Übergänge sind: «Oft verschätzen sich Brautpaare mit den eingeplanten Zeiten, oder sie vergessen entscheidende Details. Das führt zu Stress, der sich mit besserer Planung vermeiden lässt. Um Kunden noch besser beraten zu können, absolviere ich darum bald die Weiterbildung zum Hochzeitsplaner.»

Belieber automatischer Spiessligrill

Grillieren ist gemütlich und vielseitig. Das zeigt ein Blick in die Partyservice-Broschüre der Metzgerei Näf. Sehr gefragt ist laut Andreas Näf aktuell der Spiessliplausch. Dabei liefert die Metzgerei die Ausrüstung für einen Spiessligrill, welcher über der glühenden Kohle automatisch dreht. Die Auswahl dafür ist gross: Rind, Schwein, Poulet, Lamm, Pferd, Reh, Hirsch, Lachs, Grillkäse, Maiskolben, Kartoffel, Champignons, Zwiebeln, Peperoni und mehr; der Kunde wählt nach Lust und Laune und bestimmt von allem die gewünschte Menge. Immens ist das Fleischangebot im Laden, der zentral und unmittelbar neben der katholischen Kirche liegt. Für Regionalität beim Fleisch sorgt, dass ein Teil der Tiere in der hauseigenen Metzgerei geschlachtet wird. Thomas Näf steht im Laden oft hinter der Theke. Der 29-Jährige kennt sich bestens aus mit Herkunft und Geschmack des Fleisches, und er kreiert gern Neues. Seine jüngste Erfindung ist ein Funkenspiess, bei dem das Fleisch auf einem quadratischen Holzplättchen dekorativ aufgetürmt ist und so einfach in einen Kugelgrill gestellt werden kann.

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Sidwaldstrasse 26 . 9652 Neu St. Johann Tel. 071 994 24 51 . Fax 071 994 24 55 info@metzgerei-rust.ch . www.metzgerei-rust.ch

Preis und Leistung sind wichtig

Am Mosnanger Herbstmarkt, der dieses Jahr am 26. September stattfindet, sind Naefs wiederum mit einem eigenen Festzelt vor ihrem Geschäft präsent. Andreas Näf ist es wichtig zu betonen: «Ob im Laden oder an einer Veranstaltung: Uns kennt man auch für das gute Preis-Leistungsverhältnis.»

Öffnungszeiten

Samstag

07.30 –15.00 Uhr

Weitere Informationen finden Sie auf

Mittwoch

geschlossen

Mo/Di/Do/Fr 07.30 –12.00 Uhr 14.00 –18.30 Uhr

www.naef-metzg.ch

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Der Thur entlang zum Kraftort Inseli Der Thurweg ab Krummenau flussaufwärts ist mehr Spaziergang denn Wanderung. In Neu St. Johann lohnt sich der Besuch des Trauminselis in der Thur. Es wurde naturnah neu gestaltet. Frisch herausgeputzt lädt es aufs Schönste ein zu Rast und Ruh. Katja Nideröst: Text & Bilder


WANDERN

Für diesen Ausflug darf man die Wanderschuhe zu Hause lassen. Wer aber beim tiefen Wasserstand über trockengelegte Felsen kraxeln möchte, dem sei stabiles Schuhwerk trotzdem empfohlen. Der Thurweg zwischen Wattwil und Nesslau lässt sich gut in einzelnen Etappen erkunden. Etwas mehr als eine Stunde spazieren genügt für den Abschnitt von Krummenau bis Neu St. Johann. Ziel des Ausflugs ist das in diesem Sommer sanierte Trauminseli mitten in der Thur. Eigentümerin ist das Johanneum. Seit je verbringen die dem Johanneum anvertrauten Menschen mit ihren Betreuungspersonen Zeit auf der Insel. Sie besorgen auch die Pflege der Einrichtungen. Seit der sanften Sanierung in diesem Sommer locken Rundhölzer im Wasser, eine schaukelnde Holzbank, Baumstämme mit Schliessfächern und Blockhütten zu kleinen Entdeckungsreisen. Ausruhen, Lesen,

Sinnieren lässt sich auf den neuen Bänken vor der Kapelle. Das Holz für die Sitzgelegenheiten, Spiele und Skulpturen stammt von den alten Bäumen, die auf dem Inseli gefällt wurden. Büsche wurden ausgelichtet und Zugänge zur Thur mit Holz einladend gestaltet. Auch das Holz zum Anfeuern beim Grillplatz und Spiesse werden vom Johanneum zur Verfügung gestellt. Im grossen Blockhaus wurde ein Raum für zwanzig bis dreissig Personen und ein Cheminée installiert. Wer das abgeschlossene Blockhaus für einen Anlass reservieren möchte, kann sich beim Johanneum anmelden. Die Benutzung ist kostenlos. «Wir freuen uns, wenn das Bijou Inseli von vielen besucht und genutzt wird», sagt Projektleiterin Eveline Florian. Möglich wurde die Sanierung des Naturparadieses mit der finanziellen Unterstützung der St. Galler Kantonalbank, anlässlich ihres 150-Jahr-Jubiläum.

Spaziergänger sind eingeladen, die Kapelle und die kleinen Abenteuerspiele auf dem Trauminseli zu entdecken.

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Bänke vor der Kapelle und Spielgeräte aus Holz laden in Neu St. Johann zum Verweilen auf dem Inseli ein. Die Grillstelle steht samt Unterstand und Holz zur freien Verfügung. Den Schlüssel zur Nutzung des grossen Blockhauses gibt es auf Anmeldung beim Johanneum.


Wandern 43


44 Wandern


Wandern 45

Ausgangspunkt und Ziel: Bahnhof Krummenau Öffentlicher Verkehr: Zug und Postauto

1 Bahnhof Krummenau

N

Parkplätze: Bahnhof Krummenau oder Parkplatz bei der Wolzen Bergbahn 2 Campingplatz

Restaurants: Restaurant Adler, Gasthaus Sonne Wanderzeit netto: Eineinviertelstunden

3 Waldrand

OberschauenWeglänge: 4.6 Kilometer berg 6

Auf- und Abstiege: 119 Meter/ 72 Meter Wanderkarte: Wanderkarte 1:25 000 Mittleres Toggenburg-Gasterland (Blatt 2513)

1600 m 1500

Gde. Nesslau-Krummenau 6 Postautostelle

Klosterkirche

1400 1300 1200 1100 1000

Trauminseli 4

900

5 Brücke zum

800

Klostergelände

1

4

3

2

6

5

700 600

km 0

1

2

3

4

4.6

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Die Route in Kürze

Ne

1. Bahnhof Krummenau. Durch das Dorf in Richtung Campingplatz laufen. Dort über die Brücke auf die andere Seite der Thur wechseln.

Hier kann gespielt, ausgeruht und gemütlich gegrillt werden. Die verfügbare neue Infrastruktur lässt kaum Wünsche offen.

2. Campingplatz. Auf dem Wanderweg vis-à-vis des Campingplatzes der Thur entlang spazieren. Nach dem Bahnviadukt verlässt der Weg den Flusslauf.

5. Brücke zum Klostergelände. Kurz nach dem Inseli links über die Brücke abbiegen. Am Kloster und Johanneum vorbei über die Hauptstrasse gelangt man zur Postautostelle.

3. Waldrand. Dem Pfad zwischen Waldrand und Bahngleis Richtung Nesslau folgen. Der kinderwagenund rollstuhltaugliche Weg schlängelt sich durch die Landschaft, mal mehr und mal weniger nah am Wasser. 4. Trauminseli, Neu St. Johann. Eine kleine Holzbrücke lädt ein zum Besuch auf das kürzlich sanierte Thurinseli.

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6. Postautostelle Klosterkirche. Mit dem Postauto ist man in vier Minuten wieder in Krummenau. Aussteigen bei der Haltestelle Gasthaus Adler. Von hier geht’s in wenigen Metern zurück zum Ausgangspunkt am Bahnhof.

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EN GUETE

Vier Brüder, ein Betrieb: Anton Senn, Andreas Senn, Gesamtleiter Joseph Senn und Albert Senn (von links). Hotel Wolfensberg, 9113 Degersheim, Telefon 071 370 02 02 www.wolfensberg.ch. Öffnungszeiten: jeden Tag 8 bis 23 Uhr, Sonntag ab 17.30 Uhr geschlossen.

Hotel Wolfensberg neu mit Gipfelblick Allein die Lage zieht viele Gäste hinauf zum Hotel Wolfensberg hoch über Degersheim. Fahren kann man bis fast vor die Haustüre. Von den Parkplätzen ist es nur einen Steinwurf bis zum Restaurant mit lauschiger Gartenwirtschaft, umgeben von einem Ostschweizer Hügelpanorama. Seit bald vier Jahren sorgt eine kurze Umfahrungsstrasse dafür, dass die Ruhe auf der Terrasse nicht mehr durch den Lärm vorbeifahrender Autos gestört wird. Und seit diesem Jahr freut sich Hotelier Joseph Senn, dass der Wolfensberg freie Sicht auf den Säntisgipfel bieten kann. Dazu steht man idealerweise an jenem Bistrotischchen im Garten, auf dem ein Pfeil die Blickrichtung zum Säntis anzeigt. Lachend erzählt Joseph Senn, dass man das neue Sichtfenster einem Sturm verdankt, der genau die richtigen Bäume im Wald zu Fall gebracht hat. 1932 erwarben Senns Grosseltern, und 1947 Senns Eltern die einfache Bauernwirtschaft Wolfensberg. Mutter Maria Senn-Felber sei im Betrieb die treibende Kraft gewesen. «Sie hatte früh erkannt, dass man sich von anderen Restaurants abheben muss. Wegen der vielen Ausflugsgäste hat sie als Erste weit und breit eine Glacemaschine gekauft. Bis heute, mit 93 Jahren, faltet sie die Servietten fürs Restaurant», erklärt Joseph Senn. Zusammen mit drei Brüdern führt er den Betrieb. Das sei nicht immer einfach. Aber gerade weil man als eingeschweisster Familienbetrieb funktioniere, müsse man

sich der Gastronomie mit Leib und Seele verschreiben, betonen Joseph Senn und Küchenchef Andreas Senn. Als oberstes Credo im Leitbild gilt die gelebte Gastfreundschaft. Das Essverhalten der Leute habe sich im Laufe der Zeit verändert. Es werde bewusster gegessen, die Gäste seien gut informiert und hätten viele Sonderwünsche, erzählt Anderas Senn und ergänzt: «Wir verstehen uns durch und durch als Dienstleister. Die Erwartungen sind heute sehr individuell. Wenn jemand zwei Vorspeisen anstelle eines Hauptgangs bestellt, dann entsprechen wir diesem Wunsch gern. Auch Allergien nehmen wir ernst und passen die Gerichte entsprechend an.» Zwanzig Angestellte, viele Teilzeit arbeitend, teilen sich die Aufgaben rund um das Restaurant und den Hotelbereich mit 28 Zimmern. Der «Wolfensberg» hat sich seit Anfang Neunzigerjahre einen Namen als Seminarhotel gemacht. Seminargäste sollen hier während strenger Tage auch Kraft und Energie tanken können. Dazu beitragen will eine traditionelle Küche, beispielsweise Kalbsleberli mit Rösti und Gemüse. Daneben seien viele Menüs international ausgerichtet, sagt Andreas Senn. Die Speisekarte auf dem «Wolfensberg» ist auffallend umfangreich. Senns sind überzeugt, dass es für die unterschiedlichen Gästewünsche eine solche Auswahl brauche. Katja Nideröst: Text & Bilder


AUSGEHEN

Sept 8. bis 23. September Krinau, Dorf

5. Oktober Wildhaus, Wiese Raiffeisenbank Traditionelle Viehschau ab 10 Uhr. Ein besonderer Augenund Ohrenschmaus bietet die Ankunft der Tiere auf dem Schauplatz.

Kunsthalle(n) Toggenburg. In Zusammenarbeit mit dem

bis 14. Oktober Magdenau, Kloster

Verein Krinau aktiv ist das Dorf mit seinen malerischen

Fotoausstellung unter dem Titel «Gekommen, geblieben,

Fassaden zwei Wochen lang Schauplatz eines Kunst-

angekommen». Fotografin Ora Bürkli zeigt in grossformati-

projekts. Die Midissage im Restaurant Rössli findet am

gen Bildern berührende Momente aus dem Klosterleben.

Samstag, 15. September, von 14.30 bis 17.30 Uhr, statt,

Samstag und Sonntag, 14 bis 19 Uhr.

«Alles Fassade» lautet der Titel zum aktuellen Projekt der

die Finissage in der Turnhalle am Sonntag, 23. Sepember, von 10 bis 14 Uhr. www.kunsthallen-toggenburg.ch

27. Oktober Lichtensteig, Chössitheater Fusion, Einbürgerung, Bauprojekte: «Heute Gemeindeversammlung» heisst Mike Müllers Soloprojekt. Er zeigt unterhaltend den Politikbetrieb auf der kleinsten Flamme, der Gemeindepolitik. Beginn um 20 Uhr. www.choessi.ch

27. und 28. Oktober Hemberg & Wattwil, evangelische Kirche «Im Schatten der sieben Fürsten – Schicksalsjahre des jungen Zwingli» lautet der Titel eines Gemeinschaftsprojekts

28. September Alt St. Johann, Klangschmiede

des ökumenischen Kirchenchors St. Peterzell und der Sing-

In der heutigen Zeit fehlt oft die Musse, um an einen Tisch

und Sängern finden am Samstag um 20.15 Uhr in der evan-

zu sitzen und miteinander zu singen. Mit dem Singabend

gelischen Kirche Hemberg statt, am Sonntag um 17 Uhr im

in der Klangschmiede bietet sich die Möglichkeit für alle,

der evangelischen Kirche Wattwil.

gruppe Brunnadern. Die Konzerte mit weiteren Sängerinnen

dies erleben zu können. Von 20 bis 22 Uhr laden Sabine Betschart und Jakobi Sänger zum gemeinsamen Klangerlebnis. Mitbringen muss man nur die Freude am Singen. www.klangwelt.ch

30. September Wildhaus, Berggasthaus Gamsalp Gamsalper Herbstchilbi: Von 11 bis 17 Uhr unterhalten die Alphorngruppe Wildhaus, der Jodelclub Thurtal und das Trio Querdöre. Es findet ein spielerischer Wettkampf statt, bei dem es Preise zu gewinnen gibt. Auf Kinder wartet eine Hüpfburg und Gratis-Eselreiten. www.wildhaus.ch

Okt 2. und 3. Oktober Alt St. Johann und Nesslau

Nov 2. November Alt St. Johann, Katholische Kirche Der Jodelclub Säntisgruess Unterwasser-Wildhaus veranstaltet eine CD-Taufe. Konzert in der katholischen Kirche ab 20 Uhr. www.saentisgruess.ch

unmittelbar nacheinander statt. Am 2. Oktober ab etwa

17. November Mogelsberg, Gasthaus Rössli

10 Uhr beginnt das Schaulaufen der schönsten Kühe in

Dem Worttänzer und Objekttäter Peter Spielbauer ist es

Alt St.Johann beim Parkplatz der Bergbahnen. Am 3. Okto-

mit der Erkenntnis «Alles ist eine Bürste» gelungen, end-

ber geht es weiter mit der anderen grossen Viehschau in

lich Klarheit und Halt in unser flüchtiges Dasein zu brin-

Nesslau beim Berstel.

gen. Beginn um 20.15 Uhr. www.kultur-mogelsberg.ch

Die zwei grössten Viehschauen im Toggenburg finden

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48

AUF DEM ROTEN STUHL Ernst Rutz, Bächli, sitzt nicht gern: «Ich bin immer in Bewegung.»

Fair sein beim Kuhhandel

Im August läutete bei Ernst Rutz ständig das Telefon. Medienvertreter wollten wissen, warum der schweizweit grösste Kuhmarktplatz in Wattwil überrannt wird von Bauern, die ihre Kühe panikartig verkaufen wollen. Ernst Rutz, seit 2009 Geschäftsführer der Nutz- und Schlachtviehgenossenschaft, kurz NSG, konnte nicht mehr alle angebotenen Tiere annehmen. Und er versuchte zu beschwichtigen. Die lange Trockenheit habe bei einzelnen Bauern dazu geführt, dass sie Kühe verkauften, weil sie kein Geld hatten, um fehlendes Futter zuzukaufen oder weil schlicht keines zu kaufen war. Trotz regional ausgeprägter Notlagen sei das Thema hochstilisiert worden, findet der 63-Jährige. Er deutet auf die leuchtendgrüne Wiese vor seinem Haus in Bächli. «Wir haben hier oben normalerweise zu viel Regen. Aber dieses Jahr war es ein perfektes Jahr für das Gras für die Tiere.» Ernst Rutz empfahl den Bauern zuzuwarten. Denn es gebe so manchen Grosshändler, der

die Situation der Bauern knallhart ausgenutzt habe. Beim Blick auf die Statisik sehe er nun, dass sich die am Markt bezahlten Preise für Kühe wieder zu stabilisieren begännen. Der Viehmarkt-Organisator will seinen Job in zwei Jahren aufgeben, auch wenn man ihn bereits gefragt habe, ob er nach der Pension weitermache. Es schmeichelt ihm, doch winkt er ab, freut sich auf neue Aufgaben. Der Lebenslauf des verheirateten, dreifachen Vaters umfasst drei A4-Seiten. In St. Peterzell aufgewachsen, lernte Ernst Rutz Landwirt, besuchte die Landwirtschaftliche Fachschule und danach das Landwirtschaftliche Technikum in Zollikofen. Als Ingenieur Agronom sei er ein sogenannt studierter Bauer mit Fachrichtung Tierproduktion. Er arbeitete unter anderem als Berater für Baubedarfsartikel in der Landwirtschaft und als Technischer Berater bei Futtermühlen. Zwölf Jahre lang war er Geschäftsführer der Landi St. Peterzell und während zweier Jahre zusätzlich in Brunnadern und Urnäsch. «Ich darf sagen, dass ich 1996 die Gründung der Genossenschaft Landi Säntis erfolgreich initiiert habe. Als wir die Betriebe in St. Peterzell, Mogelsberg, Urnäsch, Herisau und Stein AR zusammenführten, waren solche Fusionen noch ein rotes Tuch.» Über die Kantonsgrenzen verbindend wirkte Ernst Rutz auch als vom Bauernverband Appenzell Beauftragter für sämtliche Nährstoffbilanzen im Kanton. «Ich war bei den Bauern und beim Kanton sehr akzeptiert. Das ging nur, weil ich als Toggenburger quasi ein Auswärtiger war. Einen ausserrhodischen Agronomen hätte die Innerrhoder Bauern sicher nicht in den Stall gelassen», erzählt Ernst Rutz. Amüsiert schiebt er nach, dass keiner gewusst habe, dass er als St. Galler der evanglischen Konfession angehöre. Stolz ist er auf das von ihm entwickelte EDV-System, mit dem die Daten der Tiere auf den Viehmärkten im Minutentakt erfasst werden können. Für 8800 angemeldete Tiere pro Jahr 4500 Transporte zu organisieren sei logistisch anspruchsvoll. Den in der Schweiz vergleichsweise hohen Fleischpreis erklärt Ernst Rutz unter anderem mit dem Aufwand, um die Tierproduktion skandalfrei zu halten. Jahrelang habe er selber Chauffeure geschult, damit diese einen möglichst stressfreien und kurzen Tiertransport gewährleisten können. Katja Nideröst: Text & Bild


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Das mittlere Toggenburg mit den Gemeinden Wattwil und Lichtensteig erlebte vor und nach der Jahrhundertwende um 1900 starke Veränderungen. Der Niedergang der Buntweberei hatte in den 1860er-Jahren eine eigentliche Depression ausgelöst. Die Verantwortlichen von Handel, Wirtschaft und Politik waren überzeugt, dass nur eine Anbindung an die Wirtschaftszentren St. Gallen und Winterthur in die Zukunft führt. Der Bau der Toggenburger und der Bodensee-Toggenburg-Bahn eröffnete schnelle Wege. Die Maschinenstickerei blühte auf, die Toggenburger Bank wurde gegründet und Industrien angesiedelt. Fotografische Dokumente lassen ins Leben im mittleren Toggenburg eintauchen. Erhältlich im Buchhandel oder im Verlagsladen Schwellbrunn, Im Rank 83, 9103 Schwellbrunn, Tel. 071 353 77 55, www.verlagshaus-schwellbrunn.ch


> November 2018 2018 August > November GARDI HUTTER

GARDI HUTTER

August > November 2018 AiR

HUTTER Sonntag > 23-September GARDI SAISON-ERÖFFNUNG 17:00 Saisonstart 2018 – 2019! Für alle ab 4 Jahren

THEATER DAMPF – DE ANDERSCHT VO ANDERSCHTWO Ein witziges Theatererlebnis zu einem hitzigen Thema. Das Theater Dampf wurde im Herbst 2003 zum Zweck «geboren», clowneske Theaterstücke mit Tiefgang für Kinder und Erwachsene zu produzieren.

SAISON-ERÖFFNUNG AiR

Freitag > 28-September URSUS & NADESCHKIN SAISON-ERÖFFNUNG Samstag > 29-September DER TANZ DER ZUCKERPFLAUMENFÄHRE 20:15 Es geht um Goethe und Madonna. Um Indien oder China. Um Tryout Comedy AiR

Alleinsein mit Hilfe oder einfach mit Schlagzeug. Um Ohrfeigen und Platzwechsel, um Neugier und Zitronen und Brillen, die fehlen, wenn sie uns fehlen. Ob Unsinn das ist, was wir mit Nonsens beschreiben? Denn das Verzaubern von Aussicht und Vertonen von Dingen, von denen nicht jeder wissen muss, dass wir sie haben, sprengt die Vorstellung der Vorstellung. Tschaikowsky würde das Programm jedenfalls gefallen, denn die Vorsicht ist die Stiefmutter des Brunnens, der& bricht, solange man tut, was wir an dieser Stelle – mit URSUS NADESCHKIN grossem Bedauern – vergessen haben. Mehr weiss keiner; danach wissen wir mehr!

URSUS & NADESCHKIN Samstag > 6-Oktober 20:15

AiR

Musikalisches Ping – Pong

Samstag > 13-Oktober 20:15 Indian Music and Dance

ERIKA STUCKY UND KNUT JENSEN PING – PONG Sie singt «Across the Universe» von den Beatles, er beginnt mit «Bohemian Rhapsody» von den Queen. Und plötzlich tauscht alles – dann ist das musikalisches Ping Pong.

MANISH VYAS UND BAND ERIKA STUCKY UND KNUT JENSEN NAVRATRI Ein nordindisches Volksfest für die Göttinnen mit Musik, Tanz und typischen Gerichten. Manish Vyas und seine Band führen zusammen mit der Tänzerin, Stuti Aga, durch das Land der Feier und der Spiritualität.

Samstag > STUCKY 20-Oktober UND DADA ANTE PORTAS ERIKA KNUT JENSEN MANISH VYAS UND BAND 20:15

CH-Pop erhöhter Eintrittspreis

«AN EVENING WITH DADA» Nach ihrem 20-jährigen Bühnenjubiläum tourt DADA ANTE PORTAS dieses Jahr reduziert in entspannter Wohnzimmeratmosphäre – genau richtig für die Chössi Bühne!

Samstag, 27-Oktober 20:15

MIKE MÜLLER DADA ANTE PORTAS HEUTE GEMEINDEVERSAMMLUNG

Komödie

Sein neuestes Soloprojekt – Fusion, Einbürgerung oder Bauprojekte. Mike Müller zeigt unterhaltend den Politikbetrieb auf der kleinsten Flamme, der Gemeindepolitik. Politisch komisch.

MANISH VYAS UND BAND erhöhter Eintrittspreis

Sonntag > 28-Oktober 17:00 Eine Hausbauschau für die ganze Familie Für alle ab 5 Jahren.

THEATER SGARAMUSCH MIKE MÜLLER DINGDONGGRÜEZI Die Experten Jäggi und Partner berichten vom Hausbau. Das ist wichtig. Wir wohnen ja alle. Sie haben ein Modellhaus. Darin wohnen Patrizia, Ennio, ein Badezimmer, eine Maus, der Mond, und auf dem Dach spaziert eine Giraffe. Das Haus hat es nicht einfach. Ennio verursacht einen Brand, Patrizia hat einen toten Hasen im Bett, Frau Huber wird vom Helikopter abgeholt... Nicht einmal die Giraffe kann da die Übersicht behalten. Zum Glück haben Jäggi und Partner einen Plan dabei. Dingdong. THEATER SGARAMUSCH Grüezi.

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