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Goldi

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Appenzeller Verlag Leseprobe

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GOLDI


GOLDI WOLKENPICKER UND SCHLARPI Ein Bilderbuch von Karl Uelliger Text: Elisabeth Sailer-Weiss


E

s wird Abend und die Nachtkönigin legt langsam und leise ihr Sternentuch über Goldis Dorf. Eine wohlige Stille breitet sich über Hügel und Häuser aus. Der alte Mond schaut liebevoll zu Goldi hinab und streut silbernes Licht auf die weite Schneedecke. Wer sitzt denn da am Fenster im goldgelben Nachthemd und der lustigen Mütze? Das ist ja Goldi! Sollte er nicht längst im Bett sein? – Er mag noch nicht schlafen. Er studiert und studiert, was er morgen unternehmen könnte. Einen grossen Schneemann hat er heute schon gebaut, ihm ruft er nun «Gute Nacht» zu. Plötzlich hat er eine tolle Idee: «Eine Winterreise möchte ich machen, juhui!» Jetzt aber schnell wie der Wind ab unter das weiche Federbett! In der Nacht kommt leise die Traumfee zu Besuch und flüstert Goldi ins linke Ohr, wohin die Reise führen könnte.


A

m nächsten Morgen lacht die Sonne über den Dächern des kleinen Dorfes und weckt Goldi. Nach dem Frühstück zieht er sich geschwind warme Kleider an und holt die Winterstiefel unter der Ofenbank hervor. Vor dem Haus ruft Goldi zum Wolkenpicker auf dem Kirchturm: «Wolkenpicker kommst du mit auf eine Winterreise?» Wolkenpicker steigt gern vom Turm hinunter, als er Goldis Rufen hört. Eine Abwechslung kommt ihm gerade recht. Er brummelt in sich hinein: «Immer nur an den Wolken herumzupicken und mich von der Sonne kitzeln zu lassen, ist mit der Zeit langweilig. Und wenn der Wind mir durchs Gefieder peitscht und zischt und mich umherwirbelt, dann ist es echt ungemütlich in meiner luftigen Wohnung.» Plötzlich taucht Schlarpi auf und fragt: «Goldi, darf ich auch mit auf die Reise kommen?» Schlarpi ist Goldis Freund. Er ist etwas klein gewachsen und hat meist zu grosse Schuhe an. Damit läuft er ein bisschen schwerfällig und eben, er schlarpt, der Schlarpi. «Auf zur Winterreise!», ruft Goldi, und so stapfen die drei Freunde munter durch den glitzernden Morgenschnee. Schaut die grossen Spuren, die sie hinterlassen!


B

ald kommen Goldi, Schlarpi und Wolkenpicker zum Dorfweiher. König Winter hat ihm eine dicke Eisdecke geschenkt. Im Sommer schwimmen hier Enten, flitzen Fische durchs Wasser und die grosse Froschfamilie übt fleissig und laut für das Teichkonzert. Das ist jeweils ein Quaken und Quäken, ein Plitschen und Platschen! Jetzt tummeln sich viele Kinder auf dem Eis. Mit ihren Schlittschuhen ziehen sie Kreise und Schlaufen, manche wagen sogar eine Pirouette. Hoppla, wer landet denn da auf dem Hosenboden? Andere mutige Mädchen und Buben steigen auf die schneebedeckten Hügel und sausen auf den Ski die Hänge hinunter. Heissa, ist das lustig! Goldi und seine beiden Freunde schauen mit grossen Augen auf das bunte Treiben in dieser Winterwelt.


G

oldi, Schlarpi und Wolkenpicker laufen weiter, sie möchten noch viel mehr sehen und erleben auf ihrer Winterreise. Frau Sonne lacht über ihr ganzes, grosses Gesicht und schickt immer wärmere Strahlen ins Tal hinab. Der arme Schlarpi beginnt zu schwitzen und zu keuchen: «Goldi, ich kann nicht mehr laufen, ich bin so müde!» Seine Mutter hat ihn viel zu warm eingepackt, und er stolpert immer wieder über seine zu grossen Schuhe. Goldi tröstet Schlarpi: «Warte hier ein wenig, mein lieber Freund. Wolkenpicker und ich holen beim Förster einen Hornschlitten.» Schon bald kehren die beiden zurück und legen Schlarpi auf den Schlitten.


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