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Bilderreise durch eine Kultur- und Naturlandschaft
Photographic Journey through a cultural and natural landscape

Fotos und Texte von Jörg Mitzkat
English translation: Caroline Schütte
Verlag Jörg Mitzkat
Holzminden 2025
MINDEN [71]
PORTA WESTFALICA [70]
BAD OEYNHAUSEN [65]
STADTHAGEN [68]
BÜCKEBURG [66]
RINTELN [63]
MÖLLENBECK [64]
SCHWÖBBER [54]
SCHAUMBURG [62]
Das Weserbergland ist eine bis etwa 500 Meter hohe Mittelgebirgslandschaft beiderseits der Weser zwischen Hann. Münden und Porta Westfalica. Die Region umfasst Teile der Bundesländer Niedersachsen, Hessen und Nordrhein-Westfalen.
Weserbergland covers the region spanning parts of Lower Saxony, Hesse, and North Rhine-Westphalia. It is a low mountain range located along the Weser River, specifically between Hannoversch Münden and Porta Westfalica.
SÜNTEL [61]
FISCHBECK [60] ITH [50]
HAMELN [56]
HÄMELSCHENBURG [55]
BAD PYRMONT [52]
BODENWERDER [47]
POLLE [41]
KÖTERBERG [44]
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über www.dnb.de abrufbar.
Die automatisierte Analyse des Werkes, um daraus Informationen insbesondere über Muster, Trends und Korrelationen gemäß §44b UrhG („Text und Data Mining“) zu gewinnen, ist untersagt.
ISBN 978-3-95954-181-7 Holzminden 2025 © Fotos und Texte: Jörg Mitzkat Übersetzung: Caroline Schütte Fotos S. 63-69 sowie S. 71: Rolf Fischer Alle Rechte vorbehalten. www.mitzkat.de
TONENBURG [36]
CORVEY [33]
HÖXTER [30]
HEHLEN [49]
ALFELD [51]
AMELUNGSBORN [46]
RÜHLER SCHWEIZ [42]
BEVERN [40]
HOLZMINDEN [38]
EINBECK [27]
SOLLING -VOGLER [24]
FÜRSTENBERG [28]
USLAR [26]
BEVERUNGEN [22]
HELMARSHAUSEN [18]
SABABURG [14]
BAD KARLSHAFEN [20]
WESERTAL [16]
BURSFELDE [13]
HANN. MÜNDEN [8]
HEMELN [12]
Mitten in Deutschland bietet das Weserbergland eine entdeckenswerte Kultur- und Naturlandschaft: Abseits der großen Zentren und Verkehrsadern findet man hier von ausgedehnten Wäldern bedeckte meist sanft ansteigende Höhen, die zum Wandern und Erleben einladen, von Fachwerk geprägte Innenstädte, malerische Dörfer sowie zahlreiche Burgen und Schlösser. Und die Weser selbst, die in weiten Bögen ihr Tal durchzieht, bietet vor allem für Radfahrer und Kanuten vielfältige Aktivitätsmöglichkeiten und für alle anderen Besucherinnen und Besucher immer wieder tolle An- und Ausblicke in diese faszinierende Landschaft.
Obwohl mitten in Deutschland gelegen, stand das Weserbergland nie im Mittelpunkt: Der Fluss war in seinem Oberlauf zu klein, um als bedeutender Verkehrsweg zu bestehen, die Berge zu hoch, um langfristig wichtige Fernstraßen oder Eisenbahnen durch das Wesergebiet zu führen. So konnte sich eine Kulturlandschaft entwickeln, die sich Eigenheiten bewahren und die Veränderungen der Zeiten überdauern konnte.
Die Weserrenaissance ist ein anschauliches Beispiel dafür: In der Zeit zwischen 1500 und dem Dreißigjährigen Krieg erlebte das Land eine Blütezeit. Der Adel baute – beeinflusst von der italienischen Renaissance – prunkvolle Schlösser,

Introduction
In the middle of Germany, the Weserbergland offers a cultural and natural landscape very much worth discovering: Away from major centres and traffic arteries, the Weserbergland provides mostly gently sloping hills covered by extensive forests that invite you to hike and explore, halftimbered town centres, picturesque villages and numerous castles and palaces; and last but not least, the Weser itself. It runs through its valley in wide arcs and offers a wide range of activities, especially for cyclists and canoeists, and for all other visitors there are always great views and outlooks into

this fascinating landscape. Although it is situated in the middle of Germany, the Weserbergland has never been a centre of attraction. In its upper reaches, the river was too small to exist as an important transport route and the hills were too high to permit major roads or railway lines being built through the area. In this way, it was possible for a cultural landscape to develop whose features have stood the test of time.
The Weser Renaissance is a perfect example of this: Between 1500 and the Thirty Years War (1618-48) the country experienced a revival. Influenced by the Italian Renaissance, the gentry built magnificent stately homes and wealthy

wohlhabende Bürger stattliche Häuser. Doch entstand im Weserbergland eine eigene Ausprägung des Baustils der Renaissance. Eine Vielzahl dieser Bauten sind bis heute erhalten geblieben.
Auch aus der viel älteren Romanik haben zahlreiche Kirchenbauten die Wandlungen der Zeiten überstanden. Das eindrucksvolle Westwerk der Corveyer Klosterkirche zählt zu den ältesten erhaltenen Gebäuden Norddeutschlands und seit 2014 zum UNESCO-Welterbe. Wesentlich jünger, aber ähnlich bedeutungsvoll ist das von dem Architekten Walter Gropius entworfene und 1911 realisierte Fagus-Werk in Alfeld, das als erstes Bauwerk der modernen Industriearchitektur ebenfalls in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen wurde.
An Naturschönheiten ist das Weserbergland ebenfalls
citizens built grand houses. However, the building style of the Renaissance developed its own character in the Weserbergland. Many of these buildings are still around today.
Numerous churches from the much earlier Romanesque period have survived the changes of time. The impressive Westwork of the Corvey monastery church is one of the oldest surviving buildings in North Germany and has been a UNESCO World Heritage Site since 2014. The Fagus Factory in Alfeld, designed by the architect Walter Gropius and built in 1911, is much younger but similarly significant and was the first building of modern industrial architecture to be included on the UNESCO World Heritage List.
The Weserbergland is also rich in natural beauty: If we do not consider the fertile valley plains, the majority of the slopes
sehr reich: Wenn man von den fruchtbaren Talebenen absieht, werden die meisten Hänge nicht intensiv landwirtschaftlich genutzt. Dort konnten sich durch althergebrachte Nutzungen kleinräumige Strukturen mit Hecken und orchideengeschmückten Magerrasenwiesen erhalten.
Die Höhen sind fast durchweg bewaldet. Reinhardswald, Bramwald und Solling bilden ein – nur von der Weser durchschnittenes – riesiges Waldgebiet, in denen die dort einstmals von den Gebrüdern Grimm gesammelten Märchenstoffe noch heute lebendig scheinen. Die Wälder laden zu Wanderungen oder Mountainbiketouren ein.
Für Radfahrer ist das Weserbergland ein Paradies: Der Weserradweg ist einer der beliebtesten Fernradwege Deutschlands. Die Weser wird nicht durch Autobahnen oder andere große Verkehrswege eingeengt, so dass man im gesamten Bereich des Weserberglandes fast immer ungestört direkt am Fluss entlang radeln kann. Selbst bergan kommt man gut voran. Wer Höhenmeter schaffen will, kann überall Abstecher in die Berge unternehmen und von dort eindrucksvolle Aussichten genießen.
are not farmed intensively. Small field structures with hedges and thinly grassed pastures sporting wild orchids were able to survive due to the traditional farming methods used.
The hills and mountains are almost all wooded. Reinhardswald, Bramwald and the Solling form a huge wooded area and are only separated by the Weser. It was here that the Brothers Grimm collected ideas for their stories and where they come alive today. The woods encourage walking or mountain-biking.
The Weserbergland is a paradise for cyclists: The Weser cycle path is one of the most popular within Germany. The Weser is not encumbered by motorways or other major transport routes so it is possible to enjoy an almost completely undisturbed cycle directly along the banks of the river in the whole Weserbergland region. Even uphill it is easy to get along. Anyone who wants to achieve heights can take off into the mountains and enjoy the spectacular views from there.
During the 19th and 20th centuries, none of the Weserbergland towns developed into an important industrial town. In particular, the town centres have been able to uphold

Keine Stadt im Weserbergland ist im 19. und 20. Jahrhundert zu einer bedeutenden Industriestadt gewachsen. Besonders die Innenstädte haben ihr Erscheinungsbild über die Jahrhunderte hinweg retten können. Zwischen Hann. Münden und Minden erlebt der Reisende eine ländlich geprägte Landschaft mit Wäldern, Äckern und Wiesen, durchsetzt mit zahlreichen Dörfern und kleinen Städten.
Das Dornröschenschloss Sababurg mitten im Reinhardswald, Doktor Eisenbarts fachwerkgeprägte Heimatstadt Hann. Münden, die Rattenfängerstadt Hameln mit ihren mittelalterlichen Gassen oder die Münchhausenstadt Bodenwerder mit dem Münchhausen-Zimmer und dem Münchhausen-Berggarten, wo der Lügenbaron im kleinen Kreise seine Geschichten fabuliert – diese Orte liegen in einer reizvollen Landschaft und haben sich ein unverfälschtes Ambiente erhalten, das die Figuren der Märchen- und Sagenwelt glaubwürdig erscheinen lässt.
Die Bilderreise dieses Buches führt von Hann. Münden, wo Werra und Fulda zur Weser zusammenfließen, den Fluss abwärts bis zur Porta Westfalica und Minden, wo die Weser den Gebirgszug des Wesergebirges durchstößt und in die norddeutsche Tiefebene eintritt. Alte Klöster und Schlösser sind in die ursprüngliche Landschaft eingebunden, und auch in den Altstädten sind Bausünden eher selten. Genau wie Kirchen, Klöster, Schlösser und die Bürgerhäuser der historischen Innenstädte Zeugnisse ganz unterschiedlicher Epochen der Geschichte sind, ist auch die Landschaft von der Geschichte geprägt.
All die historischen Orte laden heute zum aktiven Erleben ein. Die Bedingungen dafür sind im Weserbergland besonders gut. Kultur und Natur bilden hier noch oftmals eine Einheit. Auf kleinem Raum lassen sich geschichtliche Entwicklungen ebenso erleben wie die Natur – ob zu Fuß, per Fahrrad, auf Inline-Scatern, mit einem Boot auf dem Fluss oder ganz bequem auf der Caféterrasse eines Restaurants am Ufer der Weser.
their appearance over the centuries. Between Hann. Münden and Minden a traveller can experience a rural landscape with woods, fields and meadows interspersed with numerous villages and small towns.
The Sababurg, Sleeping Beauty’s castle, in the middle of Reinhardswald; Doctor Eisenbart’s hometown of Hann. Münden, characterized by its half-timbered buildings; the Pied Piper’s town of Hamlyn with its medieval alleyways; Münchhausen’s town of Bodenwerder with the Münchhausen room and garden where the storytelling Baron would spin his yarns for small circles of acquaintances; all these towns are situated in a charming landscape and have retained their original ambience which allows the characters of the fairy tales and legends to appear plausible.
The pictorial journey in this book starts in Hann. Münden, where the Werra and Fulda merge to form the Weser, and then carries on upriver to Porta Westfalica and Minden, where the river crosses the Weser hills and enters the North German Plain. Old monasteries and castles are integrated in the original landscape and architectural sins are seldom seen in the old towns. Just as the churches, monasteries, castles and town houses in the ancient town centres are proof of the quite different periods in history, so has history left its mark on the landscape.
All the historical towns are encouraging us to actively experience the region. The requirements for this are particularly good in the Weserbergland. Culture and nature often go hand in hand here. In a small area, it is possible to experience historical developments as well as nature – whether on foot, by bike, on roller-blades, by boat or just comfortably sitting on the terrace of a café or restaurant on the banks of the Weser



Mitte des 12. Jahrhunderts wurde auf dem inneren Mündungsdreieck von Fulda und Werra der Ort Münden gegründet. An dieser Stelle kreuzte auch ein alter Landweg, der über Kassel und Münden durch das Leinetal nordwärts führte. Die bedeutendste wirtschaftliche Grundlage der Stadtentwicklung bildete einst das 1247 verliehene Stapelrecht für den Schiffsverkehr: Alle vorbei reisenden Händler mussten ihre Waren für drei Tage in Münden anbieten, so dass sich die Mündener Kaufleute mit den besten Stücken eindecken konnten. Von dem prosperierenden Handel zeugen die zahlreichen prachtvollen Bürgerhäuser.
Münden was founded in the middle of the 12th century on the inner triangle where the Werra and Fulda merge. An old country road which travelled northwards via Kassel and Münden through the Leine valley crossed at this point. The most important economic basis of the town’s development was the “Stapelrecht” of 1247 for shipping traffic: Every tradesman who was passing through had to put their merchandise up for sale for three days in Münden so that the Münden traders could buy the best pieces. The numerous grand town houses are evidence of the prosperous trade.

Mehr als 400 restaurierte Fachwerkhäuser, das Schloss aus dem 16. Jahrhundert, das prunkvolle Rathaus sowie die mittelalterliche St. Blasius-Kirche und Teile der mittelalterlichen Stadtbefestigung machen Hann. Münden zu einem lohnenden Ausflugsziel.
More than 400 restored timber-framed houses, the 16th century castle, the magnificent town hall, the medieval St. Blasius Church and parts of the medieval town ramparts make a visit to Hann. Münden very worthwhile.


Die Fähre Hemeln ist weserabwärts die erste von zahlreichen Fähren, mit denen man den Fluss meist ohne Motorkraft überqueren kann, denn Gierseilfähren wie diese nutzen die Kraft der Strömung, um an das andere Ufer zu gelangen. Neben PKW-Fähren gibt es auch einige reine Radfahrer- und Personen-Fähren, die im Sommer den Genuss einer entschleunigten Überfahrt bieten.
The Hemeln ferry is the first of numerous ferries downstream on the Weser that cross the river without motor power. Cable ferries like this one use the power of the current to reach the other bank. In addition to car ferries, there are also a few ferries for cyclists and passengers, which offer the pleasure of a decelerated crossing in summer.