Zweite überarbeitete und erweiterte Auflage unter dem Titel:
Erinnern und Gedenken: Die Toten der „Russenburg“ in Salzhemmendorf,
Mitzkat Verlag Holzminden 2024
Herausgegeben vom Verein für regionale Kultur- und Zeitgeschichte Hameln e.V,
Schriftenreihe des Vereins für regionale Kultur- und Zeitgeschichte Band 4
Das Projekt wurde gefördert von:
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Foto Steinbruch und Planskizze Rückumschlag (Mitzkat 2020)
gefördert vom:
Bernhard Gelderblom
Erinnern und Gedenken:
Die Toten der „Russenburg“ in Salzhemmendorf
Verlag Jörg Mitzkat
Holzminden 2024
Zum Geleit
Zu den vielfachen Verbrechen des NS-Regimes zählten insbesondere auch der Einsatz von Zwangsarbeitern und der menschenverachtende Umgang mit ihnen. Diese waren in allen Bereichen des Wirtschaftslebens, im Bergbau und der (Rüstungs-)Industrie, in der Land- und Forstwirtschaft, den Kommunalbetrieben, der Verwaltung, im Handwerk, in Privathaushalten usw. eingesetzt. Nahezu jeder große und kleine Betrieb hatte mindestens eine ausländische Arbeitskraft beschäftigt.
Auch im jetzigen Flecken Salzhemmendorf wurden Zwangsarbeiter ausgebeutet und entrechtet. Die dazu vorhandenen Informationen wurden im Buch von Bernhard Gelderblom und Mario Keller-Holte, „Ausländische Zwangsarbeit 1939-1945 in Hameln und im Landkreis Hameln-Pyrmont“ zusammengestellt und eindrucksvoll festgehalten.
Ein besonderer Aspekt in diesem Themenbereich ist die Ausbeutung der sowjetischen Kriegsgefangenen. Ihnen wurde der Schutz der Genfer Konvention verweigert. Sie wurden zu schwersten Arbeiten eingesetzt und ihr Tod in Kauf genommen. Dieses Unrecht und die damit einhergehende schlechte Behandlung sollte bis zum Kriegsende 1,3 Mio. Soldaten ihr Leben kosten.
Ein entsprechendes Lager war auch im Steinbruch Salzhemmendorf eingerichtet. Von den dort eingesetzten sowjetischen Kriegsgefangenen haben sieben Menschen das Martyrium nicht überlebt und wurden direkt neben dem Lager bestattet. Nachdem sie Ende der 1950er Jahre umgebettet wurden, verblasste auch das Wissen über dieses dunkle Kapitel unserer Geschichte.
Im März 2019 veranstaltete der Ortsrat Salzhemmendorf auf Initiative von Herrn Bösterling und Herrn Gelderblom eine eindrucksvolle Bürgerversammlung. Diese und die anschließenden politischen Beschlüsse zur Einrichtung eines Gedenkortes zeigen die Ablehnung gegen diesen Umgang mit Menschen und den Willen, an die Verbrechen zu erinnern.
Mit dem vorliegenden Buch, dem Gedenkstein am Limberger Weg und einer entsprechenden Informationstafel sollen das Wissen und das Gedenken dauerhaft gesichert werden. Es ist unsere Verantwortung, dass solche Taten nicht wieder geschehen.
Besonderer Dank gilt in diesem Zusammenhang Herrn Burkhard Bösterling, der den Gedenkstein entworfen hat, sowie Bernhard Gelderblom, der die historischen Fakten zusammengetragen und dieses Buch verfasst hat.
Burkhard Bösterling ist am 1. Juli 2020 nach längerem Leiden verstorben. Er hat die Realisierung also nicht mehr erleben können. Burkhard Bösterling hat aber zu seinen Lebzeiten alles vorbereitet, was möglich war. Dafür danken wir ihm.
Auf dem Gelände des Steinbruchs des Kalk- und Ziegelwerks Biermann & Pieper in Salzhemmendorf haben während des Zweiten Weltkriegs sowjetische Kriegsgefangene arbeiten müssen. Noch lange Jahre nach Kriegsende existierte ein kleines Gräberfeld, auf dem sieben Männer bestattet waren. Sechs waren bei der harten Arbeit ums Leben gekommen, der siebte wurde „auf der Flucht erschossen“. Für keines der zahlreichen Lager mit sowjetischen Kriegsgefangenen im Kreisgebiet Hameln-Pyrmont liegen Nachrichten über annähernd so viele Tote vor.
Das Lager im Steinbruch sowie das Gräberfeld sind in der Literatur zum ersten Mal 2006 thematisiert worden.1 Neue Recherchen ermöglichen nunmehr eine vertiefende Darstellung.
Während der Neubearbeitung entwickelte der Verfasser zusammen mit dem Bildhauer Burkhard Bösterling die Idee, einen Gedenkstein und eine Informationstafel aufzustellen. An der sich anschließenden Diskussion über die historischen Fakten sowie die Gestaltung und den Standort eines Gedenkortes haben sich die örtlichen politischen Gremien und die Salzhemmendorfer Einwohner engagiert beteiligt.
Bei einer Bürgerversammlung am 14. März 2019 konnten der Verfasser die historischen Fakten und Burkhard Bösterling ein Modell des
1 Bernhard Gelderblom und Mario Keller-Holte, Ausländische Zwangsarbeit 1939-1945 in Hameln und im Landkreis HamelnPyrmont, Holzminden 2006, S. 408-411.
Erinnerungszeichens vorstellen. Im Publikum war bei zahlreichen Teilnehmern große Betroffenheit spürbar. Trotz des erheblichen zeitlichen Abstands zum Geschehen hatten nicht wenige Bürgerinnen und Bürger – teils vermittelt über Eltern und Verwandte – noch Erinnerungen an das Lager, die Arbeit im Steinbruch, das Verhalten der Wachmannschaften und die Lage und Gestalt des Gräberfelds. Zahlreiche Einzelheiten und auch Details aus den Interviews, die nach der Veranstaltung geführt werden konnten, haben Eingang in diese Broschüre gefunden.
Ebenso wie der Gedenkort soll die Broschüre die Erinnerung an das unmenschliche Geschehen wachhalten, das sich in der NS-Zeit in Salzhemmendorf ereignet hat.
Silke Petry und Rolf Keller von der Gedenkstättenförderung Niedersachsen der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten in Celle haben bei Beschaffung der Personalkarten der sowjetischen Kriegsgefangenen aus dem Zentralarchiv des Verteidigungsministeriums der Russischen Föderation in Podolsk geholfen. Zu danken habe ich auch wieder Mario Keller-Holte für seine sorgfältige Durchsicht des Manuskripts.
Hameln im Juli 2020
Bernhard Gelderblom
Vorwort zur zweiten überarbeiteten
Auflage
Ich habe es immer bedauert, dass die Broschüre über „Die Toten der ‚Russenburg‘ in Salzhemmendorf“ wegen ihres Erscheinungsdatums im Juli 2020 nicht die Realisierung des Denkmals von Burkhard Bösterling sowie die Gestaltung des Erinnerungsortes am Ende des Limburger Wegs enthalten konnte.
Mit ihrer frühen Veröffentlichung sollte die Broschüre dabei helfen, Spenden für das Denkmal einzuwerben. Nachdem das Denkmal und der Erinnerungsort am 18. September 2021 eingeweiht wurden, ist eine zweite Auflage der kleinen Schrift schon länger überfällig. Unter dem neuen Titel „Erinnern und Gedenken: Die Toten der ‚Russenburg‘ in Salzhemmendorf“ stellt sie nun auch das Denkmal und die Intentionen, die Burkhard Bösterling damit verband, ausführlich vor.
Gelegenheit dafür bietet die Ausstellung „Gesichter“ – NS-Zwangsarbeit in Hameln-Pyrmont, die vom 25. Oktober bis zum 29. November 2024 im Hamelner Münster zu sehen ist. Wesentliches Ziel der Ausstellung ist die Schaffung eines zentralen „Erinnerungsortes Zwangsarbeit“ für die Stadt Hameln und den Landkreis Hameln-Pyrmont. Er soll zum 80. Jahrestag der Befreiung der Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter im Frühjahr 2025 am östlichen Weserufer realisiert werden.
Hameln im September 2024
Bernhard Gelderblom
Die Vorgeschichte des Arbeitseinsatzes von Kriegsgefangenen in Salzhemmendorf
In Salzhemmendorf gab es in den 1930er Jahren drei Kalk- und Ziegelwerke, die Vereinigten Osterwald-Salzhemmendorfer Kalkwerke (VOSKA), das Kalk- und Ziegelwerk Salzhemmendorf Biermann & Pieper sowie die Dolomitwerke.
Das Kalk- und Ziegelwerk Salzhemmendorf Biermann & Pieper (links) und das VOSKA-Kalkwerk mit den Dolomitwerken (rechts), 1954 Sammlung Arnold Lücke
Bald nach dem Beginn des Zweiten Weltkriegs, am 17. Juli 1940, richtete der Regierungspräsident in Hannover ein dringendes Schreiben an den Landrat des Landkreises Hameln-Pyrmont:2
2 Kreisarchiv Hameln-Pyrmont, KA Pol 301-5c.
„Aus der Zuckerindustrie des Regierungsbezirks höre ich schwere Sorgen wegen Mangels an Kalksteinen. Die Kalksteinwerke sollen nicht genügend Material liefern können. Eine fernmündliche Rückfrage bei dem Kalkwerk in Salzhemmendorf ergab, daß diesem Werk, das u.a. die Zuckerfabriken in Rethen und Weetzen beliefert, 40 Arbeiter fehlen.“
Arbeitskräfte für die harte Arbeit in den Steinbrüchen zu finden, war schwierig. Der Landrat berichtete, dass mehrere zivile polnische Zwangsarbeiter ihren Arbeitsplatz bei den VOSKA-Werken trotz der Sanktionen, die ihnen drohten, verlassen hätten, weil „die Arbeitsverhältnisse nicht erträglich waren“.3
Gaststätte Boxhorn
Die Kriegsgefangenen waren im anhängenden Saal (ganz links) untergebracht.
Foto Gelderblom 2019
Die VOSKA-Werke forderten daraufhin den Landrat eindringlich auf, sich für die Vermittlung von Kriegsgefangenen zu engagieren. Nachdem dieser das Hamelner Arbeitsamt eingeschaltet hatte, konnte er am 15. Oktober 1940 schließlich dem Regierungspräsidenten melden, dass den VOSKA-Werken „… inzwischen 40 und dem Kalk- und 3 Ebd.
Bei den zusammen 60 Männern handelte es sich um französische und belgische Kriegsgefangene, die nach Hitlers Überfall auf Frankreich und die Benelux-Staaten im Mai 1940 in großer Zahl zur Verfügung standen. Untergebracht wurden sie in einem von beiden Firmen gemeinsam betriebenen Lager im Saal des Gasthauses „Zum Boxhorn“ in Salzhemmendorf. Bei einer Überprüfung des Lagers am 14. Februar 1941 war der große Saal mit 101 Männern „eng belegt“.5 4 Ebd. 5 Kreisarchiv Hameln-Pyrmont, KA Pol 301-9.
Der Arbeitseinsatz der sowjetischen Kriegsgefangenen in Deutschland
Der Krieg gegen die Sowjetunion, der im Juni 1941 begann, wurde von Hitler als „Vernichtungskampf“ geführt. Der Tod von Millionen sowjetischer Bürger war eingeplant. Die NS-Propaganda bezeichnete die Millionen von Gefangenen, welche die Wehrmacht 1941 und 1942 machte, als Vertreter der „jüdisch-bolschewistischen Weltanschauung“, „Verbrechertypen“, „Untermenschen“ und „Abschaum der Menschheit“. 1941 hatte das Deutsche Reich im Bewusstsein des sicheren Sieges auf den Arbeitseinsatz sowjetischer Kriegsgefangener verzichtet und Hunderttausende verhungern lassen. Weil die deutsche Kriegswirtschaft jedoch immer mehr (ausländische) Arbeitskräfte benötigte, griff das NS-Regime seit 1942 auch auf die Gefangenen aus der Sowjetunion zurück. Man brachte sie in Deutschland in riesigen Stammlagern (= Stalag) unter, in denen zwischen 50.000 und 95.000 Männer leben mussten. Die Stalags wiesen die Gefangenen über das Land verteilten Arbeitskommandos zu, die in der Regel 20 Mann zählten und nach entsprechender Anforderung auf Städte und Dörfer verteilt wurden.
Kontakte der Gefangenen zur Zivilbevölkerung waren über dienstliche Notwendigkeiten hinaus bei Strafe verboten. Machten sich Gefangene strafbar, unterstanden sie der Militärjustiz und nicht wie zivile Zwangsarbeiter Polizei und (ziviler) Justiz.
Nach der Genfer Konvention hatten Kriegsgefangene Anspruch auf eine angemessene Behandlung und Unterbringung. Während Kriegsgefangene aus westlichen Ländern verhältnismäßig gut untergebracht und versorgt waren, prägten Hunger und Mangelversorgung den Alltag der sowjetischen Soldaten.
Wegen der schlechten Behandlung und mangelnden Ernährung waren die sowjetischen Gefangenen zu schweren körperlichen Arbeiten
Der Arbeitseinsatz der sowjetischen Kriegsgefangenen
gar nicht in der Lage. Es gab Beschwerden der Arbeitgeber, dass sie nur zehn Prozent dessen schafften, was andere Arbeitskräfte leisteten.
Von ca. 5,5 Millionen sowjetischen Kriegsgefangenen kamen im Zweiten Weltkrieg ca. 3 Millionen ums Leben, also mehr als die Hälfte, während die Todesrate bei Gefangenen aus anderen Ländern bei maximal zwei Prozent lag.
In Niedersachsen sind die sowjetischen Kriegsgefangenen die bei weitem größte Opfergruppe des NS-Regimes. Es gibt hunderte Friedhöfe mit Gräbern sowjetischer Kriegsgefangener, große Lager-Friedhöfe wie in Bergen-Belsen mit bis zu 20.000 Gräbern, aber auch kleine lokale Friedhöfe und verstreute Einzelgräber.
Stalin hatte die sowjetischen Soldaten, die in deutsche Gefangenschaft geraten waren, pauschal zu Vaterlandsverrätern erklärt, die mit den Nationalsozialisten kollaboriert hätten. Die Westalliierten mussten die Gefangenen aus der Sowjetunion nach ihrer Befreiung – auch gegen ihren Willen – umgehend der Roten Armee übergeben. Nur wenigen gelang es, sich dem zu entziehen und in Deutschland zu bleiben. Bei ihrer Rückkehr bestrafte das Sowjetregime zahlreiche Männer mit Arbeitslager u. ä.; alle hatten lebenslange berufliche und gesellschaftliche Nachteile zu erdulden.
Das sowjetische Kriegsgefangenenlager im Steinbruch des Kalk-
und Ziegelwerks
Salzhemmendorf
Anfang 1943 waren beim Kalk- und Ziegelwerk Biermann & Pieper 126 Kriegsgefangene im Einsatz, neben 49 Franzosen auch die große Zahl von 77 „Russen“.6 Letztere dürften im Laufe des Jahres 1942 nach Salzhemmendorf gekommen sein. Da die Arbeitskommandos der Wehrmachtsverwaltung unterstanden, fanden die Insassen keine Aufnahme in die Meldebücher der Gemeinde. Deswegen sind weder die Namen der Insassen noch ihre Ankunfts- bzw. Abmeldedaten bekannt.7
Anders als das mitten im Ort gelegene Lager der Franzosen befand sich das Lager der sowjetischen Gefangenen weit außerhalb des Ortes am Ende des Limberger Weges auf dem Gelände des Steinbruchs. Die Insassen waren einmal einfache Soldaten des „Arbeitskommandos XI B 3460“ und zum anderen Offiziere des „Arbeitskommandos XI B O 128“, die beide aus dem Stalag XI B in Fallingbostel in der Lüneburger Heide kamen. Entgegen den Bestimmungen der Genfer Konvention verhängte das NS-Regime auch für die sowjetischen Offiziere Arbeitszwang..
Ob Soldaten und Offiziere im Steinbruch getrennt untergebracht waren8 und wie sich beide Gruppen zahlenmäßig zueinander verhalten haben, war nicht zu ermitteln. Nimmt man die Personen, die durch Todesfälle bzw. Fluchtversuche dokumentiert sind, müssen sehr viel mehr Offiziere als einfache Soldaten vor Ort gewesen sein.
6 Gelderblom/Keller-Holte, S. 409. Wann diese große Zahl von sowjetischen Kriegsgefangenen nach Salzhemmendorf gekommen ist, ist aus den erhaltenen Akten nicht zu ermitteln.
7 In den Sterbebüchern des Standesamts Salzhemmendorf wurden die Namen der Toten des Lagers erst 1949 nachträglich dokumentiert.
8 Reine Offizierslager gab es im Landkreis Hameln-Pyrmont außerdem in Aerzen und Emmerthal.
Das sowjetische Kriegsgefangenenlager im Steinbruch
Über Entweichungen und Fluchtversuche informieren – allerdings nicht vollständig – die Polizeiakten des Landrats Hameln-Pyrmont, die im Kreisarchiv Hameln-Pyrmont liegen. Die im Stalag Fallingbostel geführten Unterlagen sowohl über Todesfälle wie über Fluchtversuche befinden sich im Zentralarchiv des Verteidigungsministeriums der Russischen Föderation in Podolsk9 und in den Arolsen Archives.10
Der Salzhemmendorfer Kalksteinbruch 1908
Fotosammlung Arnold Lücke
9 www.obd-memorial.ru.
10 Bis 2019 International Tracing Service (ITS) bzw. Suchdienst des Internationalen Roten Kreuzes.
Die „Russenburg“
Das Lager der sowjetischen Kriegsgefangenen lag nördlich des Eingangs zum Steinbruch der Dolomitwerke auf Firmengelände. Bei den Einheimischen war es – abwertend – als „Russenburg“11 bekannt.
Ein Teil der Häuser der „Russenburg“ (links oben) und das „Frühstückshaus“, Anfang 1950er Jahre
Privatbesitz Barbara Stender12
In der Bildmitte die Gebäudegruppe der „Russenburg“, unten links das sogenannte „Frühstückshaus“ mit einem heute abgerissenen Nachbargebäude, Luftbild 1968
Von der Gebäudegruppe der „Russenburg“ ist zur Zeit der Aufnahme des Fotos nur noch ein Teil erhalten.
Niedersächsisches Landesamt für Geoinformation und Landesvermessung in Hannover
11
Die Deutschen bezeichneten die sowjetischen Kriegsgefangenen pauschal als „Russen“ und ignorierten dabei, dass die sowjetischen Kriegsgefangenen aus unterschiedlichen Nationalitäten stammten, etwa ethnische Russen, Ukrainer, Weißrussen etc. waren. Die Bezeichnung „Russen“ wird hier deswegen in Anführungszeichen gesetzt und nur dann genutzt, wenn auf den damaligen Sprachgebrauch bewusst zurückgegriffen wird.
12 Der Vater von Barbara Stender, geborene Tietz, von dem das Foto stammt, hat als Flüchtling aus Ostpreußen nach dem Krieg mit seiner Mutter in einem der Häuser der „Russenburg“ gewohnt.