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Nachhaltigkeitsbericht Universalmuseum Joanneum2024

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Nachhaltigkeitsbericht

Pilotjahr 2024

Nachhaltigkeitsbericht

Pilotjahr 2024

Berichterstattungsprozess

Unternehmen

8 Strategie

Nachhaltigkeitsstrategie

Nachhaltigkeitspraktiken

Zukünftige Nachhaltigkeitsinitiativen

11 Umwelt

Treibhausgasemissionen

Klimawandelanpassung

Klimarisiken

Luft, Wasser und Boden

Biodiversität

Ressourcennutzung

16 Soziales

Arbeitsverträge

Geschlechterverteilung

Gesundheit und Sicherheit

Entlohnung, Tarifverträge und Schulungen

Inklusion

Menschenrechtspolitik

Lokale Gemeinschaften

27 Governance

Grundsätze der Teamführung

Antikorruptionspolitik

Einleitung

Liebe Leserinnen und Leser,

im Rahmen der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) veröffentlicht das Universalmuseum Joanneum seinen ersten Nachhaltigkeitsbericht auf Basis der Daten des Geschäftsjahres 2024. Dieser Bericht dient als umfassendes Dokument, das unsere Fortschritte, Herausforderungen und Strategien im Bereich der Nachhaltigkeit transparent darstellt. Als eine der großen Kulturinstitutionen in Österreich sind wir uns der Verantwortung bewusst, nicht nur kulturelle Werte zu bewahren und zu fördern, sondern auch aktiv zur zukunftsfähigen Entwicklung der Gesellschaft beizutragen.

Der Zweck dieses Berichts ist sowohl die Dokumentation als auch die Kommunikation nachhaltiger Praktiken und Initiativen, die im Universalmuseum Joanneum in den Museumsalltag integriert sind. Wir möchten aufzeigen, wie wir ökologische, soziale und verantwortungsvolle Unternehmensführung sowohl in unsere Unternehmenspolitik als auch in unsere täglichen Abläufe integrieren.

Diese Publikation richtet sich an all unsere Stakeholder und soll einen Dialog über Umwelt- und Sozialverantwortung fördern. Die Interessengruppen reichen von Mitarbeiter*innen, Besucher*innen, Kooperationspartner*innen, Kontrollorganen über Fördergeber*innen und Sponsor*innen bis hin zur breiten Öffentlichkeit. Die angesprochenen Interessengruppen erhalten Einblick in unsere nachhaltigen Praktiken und deren Auswirkungen auf die langfristige Wertschöpfung unseres Kulturbetriebs. Besucher*innen und Partner*innen können sich über unsere Bemühungen informieren, ein umweltbewusstes und sozial verantwortungsvolles Museumserlebnis zu bieten. Mitarbeitende finden in diesem Bericht Informationen über unsere internen Initiativen zur Förderung von Nachhaltigkeit und sozialer Verantwortung. Schließlich richtet sich diese Publikation an die Öffentlichkeit, um unser Engagement für eine lebenswerte Zukunft nach außen zu tragen und das Bewusstsein für die Bedeutung von Nachhaltigkeit in der Kunst- und Kulturbranche zu schärfen.

Wir laden alle Interessierten ein, sich mit unserem Bericht auseinanderzusetzen und gemeinsam Schritte im Sinne einer lebenswerten Zukunft zu setzen.

Anwendungsbereich

Die hierin enthaltenen Informationen wurden sorgfältig zusammengestellt und basieren auf den Daten und Analysen unseres Unternehmens aus dem Berichtsjahr 2024, das als Pilotzeitraum herangezogen wurde. Ein zentrales Element im Prozess der Erstellung dieses Nachhaltigkeitsberichts war die Durchführung einer doppelten Wesentlichkeitsanalyse, um die wichtigsten Nachhaltigkeitsthemen für das Joanneum zu identifizieren und zu bewerten.

Wir sind sehr froh und stolz, unseren Nachhaltigkeitsbericht zu präsentieren, und hoffen, dass Sie dadurch einen informativen Einblick in unsere Nachhaltigkeitsbemühungen erhalten. Der Nachhaltigkeitsbericht stellt damit inhaltlich eine wertvolle Ergänzung zum Geschäfts- sowie Jahresbericht dar. Vor dem Hintergrund der Nachhaltigkeit wird der vorliegende Bericht auch vorrangig in digitaler Form zur Verfügung gestellt.

Wissenschaftlicher

1 – Basisinformation

Berichterstattungsprozess

Der Nachhaltigkeitsbericht für das Geschäftsjahr 2024 basiert auf dem VSME-Standard (Voluntary Standard for non-listed Smalland Medium-sized Undertakings), der von der European Financial Reporting Advisory Group (EFRAG) erarbeitet wurde. Dieser freiwillige Standard erfüllt die Anforderungen der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) für kleine und mittelständische Unternehmen. Die Berichterstattung dient als vertiefende Ergänzung zum jährlichen Geschäftsbericht.

Die vorliegende Publikation verfolgt das Ziel, die Bemühungen und Fortschritte wiederzugeben, die das Universalmuseum Joanneum in den Bereichen Umwelt, Soziales und Governance (ESG) verzeichnen kann. Der Bericht soll aufzeigen, wie unser Unternehmen zur Gestaltung einer nachhaltigen und inklusiven Wirtschaft beiträgt und wie die Transparenzanforderungen der CSRD Umsetzung finden.

Neben dem Basismodul des VSME-Standards befasst sich der Bericht auch mit dem erweiterten Modul. Dies entspricht der OPTION B. Das Dokument umfasst damit folgende Bereiche:

→ Umwelt: Basismodul, Comprehensive Modul

→ Soziales: Basismodul, Comprehensive Modul

→ Unternehmensführung: Basismodul, Comprehensive Modul

Doppelte Wesentlichkeitsanalyse

Eine doppelte Wesentlichkeitsanalyse ist im Rahmen des VSMEBerichtsstandards nicht erforderlich, da alle Themenbereiche standardmäßig behandelt werden. Im Zuge der Erarbeitung einer unternehmensweiten Nachhaltigkeitsstrategie wurde dennoch eine doppelte Wesentlichkeitsanalyse durchgeführt, um die relevanten Themenbereiche für das Joanneum herauszufiltern.

Bei der doppelten Wesentlichkeitsanalyse werden folgende zwei Perspektiven angewendet:

→ Inside-Out (Nichtfinanzielle Wesentlichkeit bzw. ImpactAnalyse)

Diese umfasst die Auswirkungen der Geschäftstätigkeit des Unternehmens auf Mensch und Umwelt über verschiedene Zeiträume hinweg (kurz-, mittel- und langfristig).

→ Outside-In (Finanzielle Wesentlichkeit)

Diese umfasst alle externen Nachhaltigkeitsauswirkungen, die sich finanziell auf den Betrieb, seine Rentabilität und die langfristige Lebensfähigkeit des Unternehmens auswirken.

Ein wichtiger Aspekt der doppelten Wesentlichkeitsanalyse ist die Einbindung interner und externer Stakeholder. Gemeinsam mit den Expert*innen unseres Beratungsunternehmens pulswerk GmbH erfolgte die Abstimmung der Ergebnisse, bevor die relevanten Themen in einer Wesentlichkeitsmatrix visualisiert wurden.

Das aktive Einbeziehen von Mitarbeitenden des Joanneums sowie externer Interessengruppen (Aufsichtsrat, Kuratorium und Betriebsrat) in den Prozess schafft nicht nur ein tieferes Bewusstsein für ESG-Themen, sondern mobilisiert auch das Wissen und die Kompetenzen innerhalb des Unternehmens, um effektive Nachhaltigkeitsstrategien zu entwickeln und umzusetzen.

Offenlegung von sensiblen Informationen

Es wurden keine Angaben unterlassen, da keine Informationen als Verschlusssache oder sensibel eingestuft wurden. Alle relevanten Daten wurden gemäß den Offenlegungspflichten transparent bereitgestellt.

Basis

des Berichts

Unser Nachhaltigkeitsbericht wurde auf konsolidierter Basis erstellt, das heißt, der Bericht umfasst Informationen unseres Unternehmens und unserer Tochtergesellschaften.

→ Kunsthaus Graz GmbH

→ Service-Gesellschaft

→ Simbawelt GmbH

→ Steirischer Landestiergarten GmbH

Unternehmen

Das 1811 von Erzherzog Johann gegründete Universalmuseum Joanneum zählt zu den ältesten zivilgesellschaftlichen Institutionen des Landes Steiermark und ist das erste öffentliche Museum Österreichs. Ursprünglich als technisch-naturwissenschaftliche Lehranstalt geführt, hat sich das Universalmuseum Joanneum in mehr als 200 Jahren zum größten Mehrspartenmuseum Mitteleuropas entwickelt. Die Universalmuseum Joanneum GmbH wird heute als eigenständige Organisation geführt, befindet sich jedoch im Eigentum des Landes Steiermark. Das Hauptverwaltungsgebäude befindet sich in Graz.

Geschäftsmodell

Das Universalmuseum Joanneum betreibt 20 Museen an 14 Standorten und umfasst mehrere Verwaltungsgebäude, Sammlungsdepots und Archive in der Steiermark. Zu unseren Standorten zählen wir auch die Steirischer Landestiergarten GmbH.

Rund fünf Millionen Sammlungsobjekte sind die Basis für unser umfangreiches Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm. Neben den Dauerausstellungen kuratieren und organisieren wir zahlreiche wechselnde Ausstellungen und Veranstaltungen in der ganzen Steiermark. Dadurch vermitteln wir eine einzigartige Vielfalt an Wissenschaft, Kunst und Kultur.

Wesentliche Märkte

Unsere Geschäftsbeziehungen umfassen eine Reihe von Stakeholdern. Dazu zählen Künstler*innen, Besucher*innen, lokale Gemeinschaften, Sponsor*innen, politische Akteur*innen sowie weitere Kooperationspartner*innen. In unserer Arbeit setzen wir neben lokaler Vermittlungsarbeit auf nationalen Austausch und Vernetzung über die Landesgrenzen hinweg. Viele Projekte, etwa im Rahmen der EU-Förderschiene INTERREG, werden über die Kooperation mit Slowenien realisiert.

Auszeichnungen und Commitments

Aufgrund stetiger Optimierung können wir untenstehende Auszeichnungen vorweisen. Sie repräsentieren unsere Bemühungen im Bereich nachhaltiger Entwicklung.

Museums For Future

2021: Unterzeichnung der Deklaration als Bekenntnis zu aktivem Klimaschutz und zur Kommunikation relevanter Themen

Österreichisches Umweltzeichen für Museen und Kulturbetriebe (UZ 100)

2021: Erstzertifizierung Kunsthaus Graz GmbH

2021: Erstzertifizierung Volkskundemuseum am Paulustor

2025: Erstzertifizierung Freilichtmuseum Stübing

2025: Erstzertifizierung Schloss Stainz und Rosegger-Museen

Österreichisches Umweltzeichen für Green Meetings und Green Events (UZ 62)

2025: Zertifizierung Stiftungstag –interne Veranstaltung zur Ehrung von Erzherzog Johann

2025: Zertifizierung Brechltag – externe Veranstaltung am Standort Stübing

Grazer Klima-Pakt

2025: Beitritt zum Netzwerk mit dem Ziel der Verkleinerung des Klima-Fußabdrucks und Vergrößerung des Klima-Handabdrucks durch lokalen Austausch

2 – Strategie Nachhaltigkeitsstrategie

Im Rahmen des Aufbaus unseres Nachhaltigkeitsmanagements haben wir eine Nachhaltigkeitsstrategie formuliert, die an unser Leitbild und unsere Unternehmenswerte anknüpft. Die Entwicklung zum Grünen Museum ist für uns kein losgelöstes Randthema, sondern ein wesentliches Element von Planungs- und Entscheidungsprozessen.

1. Nachhaltigkeit als Kern unserer Unternehmensstrategie

Erzherzog Johann, der schon bei Gründung des Universalmuseums Joanneum 1811 Wissenschaft, Technik und Natur zusammendachte, setzte mit seinem Pioniergeist bereits Anfang des 19. Jahrhunderts eine Vorgabe, die das Thema Nachhaltigkeit seither zu einem wesentlichen Faktor unseres Museums macht.

Als Visionär legte Erzherzog Johann durch sein Handeln in Bildung, Wirtschaft, Landwirtschaft und Kultur den Grundstein für dauerhafte Institutionen, die bis heute nachwirken und die Steiermark prägen. Innovation und soziale Verantwortung sind dabei eng miteinander verbunden. Seine Ideen für die Regionalentwicklung und vernetztes Denken inspirieren noch heute moderne Nachhaltigkeitsinitiativen. Das Universalmuseum Joanneum definiert daher Nachhaltigkeit als zentralen Bestandteil seiner langfristigen Unternehmensentwicklung.

In einer Zeit, in der ökologische, ökonomische und soziale Herausforderungen zu den wichtigsten Transformationsfaktoren moderner Institutionen zählen, positioniert sich das Joanneum bewusst als zukunftsorientierter Kulturträger, der Verantwortung übernimmt und aktiv gestaltet. Diese Strategie bildet den Rahmen, innerhalb dessen wir unsere Rolle im österreichischen Kulturbetrieb in puncto Nachhaltigkeit definieren und ausbauen werden.

2. Einige Meilensteine

Verringerung des CO2-Fußabdruckes

Unser Hauptanliegen besteht darin, den ökologischen Fußabdruck unserer Häuser auf ein Minimum zu reduzieren, ohne beim hohen Standard und Output unserer Aufgaben Abstriche zu machen.

Wir verringern unsere CO2-Bilanz durch Energieeffizienz, Reduzierung von Ressourcenverbrauch, die Förderung des Umweltbewusstseins unserer Mitarbeiter*innen und die Kompensation unvermeidbarer Emissionen. Dieser Prozess wird von uns als Workin-Progress regelmäßig durch Evaluierung und Verbesserung auf den Prüfstand gestellt. Auch das ist ein Anspruch, den wir bis zum Jahr 2040 und darüber hinaus kontinuierlich an uns stellen, leben und weiterentwickeln wollen.

Umweltzeichen

Die Verleihung des Österreichischen Umweltzeichens an bereits acht unserer Museen an sechs Standorten und die Auszeichnung von zwei Veranstaltungen markieren einen bedeutenden Meilenstein auf diesem Weg. Diese Auszeichnungen sind nicht nur Anerkennung für umgesetzte Umweltschutzmaßnahmen, sondern Ausdruck eines verankerten Wandels innerhalb unserer Institution. Sie belegen, dass nachhaltiges Handeln bereits in unserer täglichen Praxis angekommen ist und dort sichtbar Wirkung entfaltet. Die strategische Ausrichtung der kommenden Jahre sieht vor, auch alle weiteren Standorte – unabhängig von Größe, Funktion oder Profil – in diesen Prozess einzubeziehen und auf das Niveau der bereits ausgezeichneten Einrichtungen zu heben.

Green Events

Nachhaltigkeit soll nicht nur Teilbereiche berühren, sondern zur tragenden Säule unseres gesamten Handelns werden. Dazu gehört auch, sämtliche Veranstaltungen als Green Events zu konzipieren, ökologisch verantwortungsvoll zu planen und sozial wie kulturell nachhaltig zu gestalten. Der Stiftungstag am 1. Dezember 2025 war dabei ein entscheidender Schritt: Er stellte die bislang größte Veranstaltung dar, die nach den Leitlinien eines Green Events umgesetzt wurde, und fungiert als Beweis dafür, dass große Formate und nachhaltige Standards einander nicht ausschließen, sondern sich produktiv ergänzen können. Daher werden wir auch in den kommenden Jahren unser Veranstaltungsmanagement entsprechend ausrichten.

Green Deal und ESG-Standards

Im Einklang mit dem Europäischen Green Deal, den österreichischen Nachhaltigkeitsstrategien und internationalen ESG-Standards ist es ein erklärtes Ziel des Joanneums, nicht nur selbst nachhaltiger zu agieren, sondern auch unsere Partner*innen in diesen Wandel einzubinden. Der Green Deal ist auch und gerade im Kulturbetrieb machbar. Die Position des Museums als Ort der Bildung, Reflexion und Innovation verleiht dem Universalmuseum Joanneum die Möglichkeit, als Vorreiter und Multiplikator zu wirken. Nachhaltigkeit wird dabei nicht als isoliertes PR-Projekt verstanden, sondern als integraler Bestandteil von Unternehmensführung, Risikomanagement, Betriebsorganisation und Kulturvermittlung.

3. Rolle von Fördergebenden

Öffentliche Fördergebende

Öffentliche Förderungen sind wesentlicher Bestandteil und Basis eines klimafitten Museumsbetriebes. Ohne diese Grundfinanzierung wäre es unmöglich, das Thema voranzutreiben. Der breite politische Konsens, das Thema ernst zu nehmen, spiegelt sich in unserer täglichen Museumspraxis wider.

Fördergebende tragen direkt zur Nachhaltigkeitsarbeit bei, indem sie Ressourcen zur Verfügung stellen, etwa für energieeffiziente Maßnahmen oder umweltfreundliche Ausstellungskonzepte. Die Integration von Biodiversität, Klima und gesellschaftlicher Verantwortung in den Museumsbetrieb wäre ohne die öffentliche Hand nicht möglich. Dafür bedarf es zu einem wesentlichen Teil auch der Unterstützung durch die politischen Verantwortlichen.

Drittmittel

Für österreichische Kultureinrichtungen ist die Finanzierung über Drittmittel – zusätzlich zu öffentlichen Förderungen – ein stabiles und unverzichtbares Element der Budgetstruktur. Als klimafittes Museum wird es in den nächsten Jahren unumgänglich sein, alle Finanzierungsmöglichkeiten auszuloten. Im Zusammenhang mit Klima- und Nachhaltigkeitsfragen kommt dem Faktor Drittmittelakquise eine bedeutende Rolle zu.

Partnerschaften

Sponsoring bedeutet weit mehr als finanzielle Unterstützung. Wir setzen auf kooperative Projekte, die sowohl inhaltlich als auch strukturell zur Nachhaltigkeitsagenda beitragen. Dazu zählen etwa gemeinsame Mobilitätskonzepte, Bildungsangebote, Inklusionsprogramme, Energieoptimierungsmaßnahmen oder zirkuläre Beschaffungsinitiativen. Ziel ist es, künftig sichtbare, langfristige und glaubwürdige Nachhaltigkeitsbeiträge gemeinsam mit Partner*innen zu entwickeln.

4. Einige Leitlinien

Zur weiteren Umsetzung erachten wir unter anderem folgende Maßnahmen als wichtig und unumgänglich:

→ Governance: Implementierung nachhaltiger Entscheidungsprozesse und Compliance-Standards.

→ Aufbau und Weiterentwicklung eines Risikomanagements: Identifizierung von Umwelt-, Sozial- und Governance-Risiken.

→ Operative Prozesse: Einführung ressourcenschonender Arbeitsweisen, energieeffizienter Systeme und standardisierter Umweltkennzahlen.

→ Gleichstellung: Ein Fokus liegt auf der Untersuchung des geschlechterspezifischen Lohngefälles, das im Green Deal und in österreichischen Gleichstellungszielen ausdrücklich adressiert wird. Die hohe soziale Verantwortung gesamtgesellschaftlich zu mehr Gleichstellung beizutragen, wird auch in entsprechenden Kennzahlen sichtbar.

Kreislaufwirtschaft

Ein zentrales Zukunftsfeld ist der Ausbau eines Netzwerks für nachhaltige Beschaffung, Wiederverwertung und Kreislaufwirtschaft. Ein großes Ziel ist es, entlang des gesamten Beschaffungsprozesses – von Ausstellungsgestaltung über technische Infrastruktur bis zu Veranstaltungslogistik – Materialien und Ressourcen wiederzuverwenden oder zirkulär zu managen. Ressourcenschonung und Zirkularität sollen als fester Bestandteil der zukünftigen Unternehmenskultur erlebbar werden.

Stakeholder-Einbindung

Die Einbindung von Stakeholdern ist ein strategischer Erfolgsfaktor der Nachhaltigkeitsagenda. Publikum und Interessierte, Lieferant*innen, Investor*innen und Sponsor*innen werden eingebunden, um Synergien zu nutzen und nachhaltige Netzwerke zu stärken. Dies umfasst unter anderem:

→ Transparente Kommunikation der Nachhaltigkeitsziele

→ Kooperationsangebote für nachhaltige Projekte

→ Bildungs- und Awareness-Programme

→ Sichten von Kommunikationskanälen

Zudem sollen Green Skills und Zukunftsskills nicht nur intern geschult, sondern über Ausstellungen, Vermittlungsprogramme und öffentliche Initiativen an Besucher*innen vermittelt werden. Das Joanneum versteht sich ausdrücklich als bewusstseinsbildende Institution – sowohl für Kinder und Jugendliche als auch für Erwachsene.

5. Ausblick

Die Nachhaltigkeitsstrategie des Universalmuseums Joanneum bildet eine umfassende Grundlage für eine tiefgreifende Transformation des Museumsbetriebs. Der Green Deal ist im Kulturbetrieb nicht nur machbar, sondern eine Chance, die kulturelle, soziale und ökologische Verantwortung zu vereinen und gemeinsam mit starken Partner*innen zu gestalten.

Das Joanneum wird diesen Weg konsequent weiterverfolgen, seine Netzwerke ausbauen und innovative Kooperationen als Schlüssel zu einer zukunftsfähigen Museumslandschaft etablieren. Wir leisten mit dieser Offenheit zugleich einen wichtigen Beitrag zur Aufklärungsarbeit und zur Bewusstseinsbildung im öffentlichen Raum.

Dieser Nachhaltigkeitsbericht ist ein Nachweis gelebter ökologischer und sozialer Verantwortung. Ziel ist es, den tatsächlichen Fortschritt zu dokumentieren und eine Vorreiterrolle in der österreichischen Kulturlandschaft einzunehmen, in deren Zentrum natürlich nach wie vor unsere Besucher*innen – besonders die Bedürfnisse von Besucher*innen zukünftiger Generationen – stehen.

Nachhaltigkeitspraktiken Zukünftige

Das Universalmuseum Joanneum hat spezifische Praktiken eingeführt, die darauf abzielen, den Übergang zu einer nachhaltigeren Wirtschaft zu unterstützen. Diese Praktiken zielen darauf ab, negative Auswirkungen auf Mensch und Umwelt zu reduzieren und positive Auswirkungen zu erhöhen. Dazu gehören:

→ Energieeffizienzmaßnahmen zur Reduzierung des Stromverbrauchs im Bürogebäude, unter anderem durch die sukzessive Umstellung auf LED-Beleuchtung.

→ Digitalisierung interner Prozesse zur Minimierung des Papierverbrauchs und zur Verringerung der Umweltbelastung durch physische Dokumentation.

→ Nachhaltiges Mobilitätskonzept mit Blick auf die teilrefundierte Nutzung des Klimatickets für Geschäftsreisen.

→ Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsplatzbedingungen, darunter ergonomische Arbeitsplätze, flexible Arbeitszeitmodelle und Unterstützung für mobiles Arbeiten.

→ Schulungen und Sensibilisierungsmaßnahmen für Mitarbeitende, um Nachhaltigkeit in den Arbeitsalltag zu integrieren.

→ Gründung des Green Teams als interdisziplinäre Arbeitsgruppe.

Diese Praktiken sind ein integraler Bestandteil der Umsetzung unserer Nachhaltigkeitsstrategie und tragen dazu bei, unser Engagement für eine nachhaltigere Zukunft zu stärken.

Nachhaltigkeitsinitiativen

Das Joanneum hat konkrete Pläne zur Weiterentwicklung seiner Nachhaltigkeitsmaßnahmen. Dazu gehören:

→ Einführung eines umfassenden Berichtssystems, das die Nachhaltigkeitsleistung des Unternehmens in regelmäßigen Intervallen überprüft und dokumentiert.

→ Erstellung einer umfassenden THG-Bilanzierung und eines Transitionsplans in Richtung Klimaneutralität.

→ Umfängliche Implementierung von ESG-Aspekten in alle Unternehmensbereiche sowie den gelebten Museumsalltag.

→ Schaffung einer Unternehmenskultur, die ressourcenschonendes und umweltverträgliches Handeln stärkt.

Fortschrittsüberwachung

Das Joanneum hat sich zum Ziel gesetzt, Fortschritte regelmäßig zu überprüfen. Die Umsetzung wird durch folgende Maßnahmen überprüft:

→ Erstellung eines Nachhaltigkeitsberichts, der die erzielten Fortschritte in regelmäßigen Intervallen dokumentiert.

→ Interne und externe Audits zur Einhaltung der Umwelt- und Sozialrichtlinien.

→ Integration von Nachhaltigkeitskennzahlen in das betriebliche Controlling, um den Erfolg der Maßnahmen messbar zu machen.

Die Festlegung von Zielen soll den Weg vom Istzustand zu einem Sollzustand aufzeigen. Zudem dient die Definition von konkreten Nachhaltigkeitszielen dazu, Entwicklungen aufzuzeigen und Potenziale zu erkennen. Der Aufbau eines entsprechenden Datenmanagements dient dafür als Basis.

Maßnahmen zur Reduktion negativer Auswirkungen und Förderung positiver Effekte

Das Universalmuseum Joanneum setzt gezielt Maßnahmen zur Reduktion negativer Umweltauswirkungen um und fördert nachhaltige Geschäftspraktiken.

→ Der Fuhrpark besteht zum Teil bereits aus Elektrofahrzeugen.

→ Vertragsabwicklungen sowie Leitungsbeschlüsse der Geschäftsführung werden bereits weitgehend digital abgewickelt, wodurch sich die benötigten Mengen an Papier reduzieren.

→ Mitarbeitende profitieren von flexiblen Homeoffice-Modellen und einem jährlichen Weiterbildungsbudget.

→ Nachhaltigkeitsworkshops und eine interne Nachhaltigkeitsverantwortliche sorgen für kontinuierliche Sensibilisierung und Weiterentwicklung der Maßnahmen.

→ Die Fortschritte werden dokumentiert und durch interne Audits überprüft.

3 – Umwelt

Treibhausgasemissionen

Die Auswirkungen unseres Unternehmens auf das Klima werden durch die Veröffentlichung des entsprechenden Energieverbrauchs sowie unserer Treibhausgasemissionen transparent.

Die Übersicht der Emissionen wird seit dem Jahr 2025 für das Basisjahr 2024 erstellt. Eine umfangreiche Aufschlüsselung ist in der Baseline-Bilanz einzusehen. Der entsprechende Bericht und die Sammlung der Daten erfolgen mit Unterstützung der Energie Agentur Steiermark. Die untenstehenden Werte entspringen der ersten Version und sind als Zwischenergebnisse zu verstehen. Die vollständige Version ist im gesonderten THG-Bilanzbericht zu finden, der im Geschäftsjahr 2026 entsteht.

B3 Energieverbrauch

B3 Treibhausgasemissionen

Gesamtenergieverbrauch (kWh)

Anteil erneuerbar (kWh)

Anteil nicht erneuerbar (kWh)

Gesamt Scope 1-3 (tCO2e)

Anteil Scope 1 (tCO2e)

Anteil Scope 2 (tCO2e)

Anteil Scope 3 (tCO2e)

Energieverbrauch des Universalmuseums Joanneum

(11 %)

168 622 kWh (89 %)

2 717 tCO2e 326 tCO2e

1 485 tCO2e 905 tCO2e

Unser Energieverbrauch wird in Kilowattstunden angegeben und zwischen Strom und Wärme/Kälte (aus Brennstoffen) unterschieden. Darüber hinaus wird zwischen erneuerbaren und nichterneuerbaren Quellen unterschieden sowie Eigenerzeugung von erneuerbarer Energie ausgewiesen.

Verbrauch aus erneuerbaren Energieträgern [kWh]

Davon Eigenerzeugung erneuerbarer Energie [kWh]

Verbrauch aus nichterneuerbaren Energieträgern [kWh]

Gesamtverbrauch [kWh] Strom (laut Versorgerrechnung)

Wärme/Kälte (Brennstoffe)

Brutto-Treibhausgasemissionen

Basierend auf den verfügbaren Informationen und unter Berücksichtigung der spezifischen Gegebenheiten des Universalmuseums Joanneum ergeben sich untenstehende Berechnungen für die CO2-Emissionen in den Bereichen Scope 1, Scope 2 und Scope 3.

→ Scope 1 – THG-Emissionen: Direkte Emissionen aus eigenen Quellen, die wir kontrollieren (z. B. Fuhrpark, Kältemittel)

→ Scope 2 – THG-Emissionen (standortbasiert): Indirekte Emissionen aus der Erzeugung von eingekaufter Energie (wie z. B. Strom, Wärme, Dampf der Kühlung)

→ Scope 3 – THG-Emissionen: Indirekte Emissionen aus der Wertschöpfungskette

Klimawandelanpassung

Treibhausgasreduktionsziele

Die entsprechenden Ziele zur Treibhausgasreduktion werden ab Ende des Geschäftsjahrs 2025 festgelegt. Das Zieljahr sowie eine eingehende Maßnahmenplanung zur Erreichung der Klimaneutralität werden ab dem Geschäftsjahr 2026 ausführlich im Rahmen eines Klimaneutralitätspfads erarbeitet. Grundlage dafür ist die Baseline-Bilanz aus dem Jahr 2024. Diesen Prozess begleitet die Energie Agentur Steiermark im Rahmen des Projekts KLIM 2030. Das Projekt wurde vom Land Steiermark in Auftrag gegeben und soll Landesbeteiligungen beim Aufsetzen und Umsetzen im Prozess der Klimabilanzierung unterstützen. Die Zielsetzungen orientieren sich jedenfalls an den folgenden Punkten:

→ Sukzessive Umrüstung auf LED

→ Tausch von Lüftungs- und Kälteanlagen

→ Energiemonitoring

→ Errichtung von Photovoltaikanlagen

→ Energieträgerwechsel

Klimarisiken

Im ersten Berichtsjahr wurde eine Analyse klimabedingter Risiken angestoßen. Eine strukturierte Erhebung physischer und transitorischer Klimarisiken ist für das kommende Berichtsjahr 2026 geplant. Ziel ist es, potenzielle Risiken systematisch zu identifizieren und im Anschluss in die strategische Unternehmenssteuerung zu integrieren.

Museum

Das Joanneum hat die folgenden klimabedingten Gefahren und Veränderungen festgestellt, die Auswirkungen auf das Unternehmen haben.

→ Extremwetterereignisse (Starkregen, Stürme) stellen eine Gefahr dar und erhöhen die Kosten für die Instandhaltung. Die Auswirkungen sind bereits spürbar und könnten zukünftig deutlich stärker werden.

→ Wasserarme Perioden bei gleichzeitig starker Hitze gefährden den Pflanzenbestand und die Versorgung mit Nutzwasser. Besonders relevant ist diese Bedrohung für unsere Standorte mit großen Grün- und Freiflächen. Die Gefahr steigt mit dem Voranschreiten der Klimaerwärmung.

Tierwelt Herberstein

→ Anhaltende Trockenzeiten beeinträchtigen die Nutzwasserversorgung unserer Standorte mit großen Freiflächen und der Tierwelt Herberstein.

→ Der Einkauf von Futtermitteln wie z. B. Heu könnte in sehr trockenen Sommern schwieriger bzw. teurer werden. Auch das Brandrisiko steigt.

→ Bei Tageshöchsttemperaturen von 24 °C und mehr stellen wir signifikante Abnahmen der Besucher*innenfrequenz fest. Steigende Temperaturen reduzieren das Besuchspotenzial und gefährden somit die wirtschaftlichen Ziele.

In dieser ersten Phase konnten nachfolgende potenziell negative Auswirkungen auf unser Unternehmen als Folge von klimabedingten Gefahren und Veränderungen identifiziert und bewertet werden:

Potentielle negative Auswirkungen

Zeithorizont [kurz-, mittel-, langfristig]

Risiko [hoch, mittel, gering]

Besucher*innen-Schwund kurzfristig hoch

Trockenheit

(Vegetation im Park, Brauchwasser, Brandgefahr) mittelfristig hoch

Sturmschäden und Unwetter führen zu zusätzlichen Instandhaltungskosten und durch temporäre Schließungen aus Sicherheitsgründen zu weniger Besucher*innen.

kurzfristig bis mittelfristig hoch

Luft, Wasser und Boden

Schadstoffemissionen

Das Universalmuseum Joanneum ist nicht gesetzlich verpflichtet, Schadstoffemissionen an zuständige Behörden zu melden, da im Geschäftsmodell keine relevanten Emissionen entstehen.

Wasserentnahme und Wasserverbrauch

Die Wasserentnahme des Universalmuseums Joanneum beschränkt sich vorwiegend auf den Bereich der Sanitäranlagen sowie die Bewässerung von Grünanlagen. Da keine Wasserentnahme im Zusammenhang mit Produktionsbetrieben erfolgt, werden dazu auch keine Verbrauchs- bzw. Kennzahlen erhoben und dargestellt.

Der Themenbereich Wasser wurde im Zuge der doppelten Wesentlichkeitsanalyse für unsere Geschäftstätigkeit als nicht wesentlich eingestuft. Unsere Standorte werden dennoch wasserbewusst betrieben. Im Sinne einer ressourcenschonenden Wirtschaftsweise achten wir auf eine kontrollierte, verantwortliche Wassernutzung. Zielgerichtete standortbezogene Bewässerung und die Erhöhung des Anteils versickerungsfähiger Flächen unterstreichen diese Bemühungen.

Biodiversität

Biodiversitätssensible Standorte

Das Universalmuseum Joanneum betreibt folgende Standorte, die sich in der Nähe von biodiversitätssensiblen Gebieten befinden. An diesen Standorten wurden bereits verschiedene biodiverse Anbau- und Beweidungsprojekte umgesetzt. Aktuell folgt eine Sammlung und Auflistung entsprechender Maßnahmen. Zwei besonders biodiversitätssensible Standorte in diesem Zusammenhang sind:

→ Österreichisches Freilichtmuseum Stübing

→ Tierwelt Herberstein

Ressourcennutzung

Anwendung der Kreislaufwirtschaft

Das Joanneum setzt gezielt auf Kreislaufwirtschaft, um Ressourcen nachhaltig zu nutzen und Abfälle zu vermeiden. Dies umfasst unter anderem folgende Maßnahmen:

→ IT-Geräte werden nach ihrer Nutzungsdauer weiterverwendet oder recycelt.

→ Der Bürobetrieb zeichnet sich zunehmens durch eine papierlose Organisation aus, was den Verbrauch von Druckerpapier reduziert. Zudem setzen wir auf eine exakte Abfalltrennung, um die Recyclingquote zu erhöhen.

→ Verwendete Ausstellungsaufbauten werden wiederverwendet oder gespendet, um eine Weiternutzung zu ermöglichen.

→ Der Einsatz von recycelbaren Materialien im Büroalltag wird intensiviert.

Der Abfallbeauftragte evaluiert und aktualisiert laufend die Abfallwirtschaftskonzepte je Standort und kümmert sich um die Schulung der Mitarbeitenden.

Abfallaufkommen

Wir produzieren als Dienstleistungsunternehmen hauptsächlich Büroabfälle. Der Großteil besteht aus nicht gefährlichen Abfällen wie Papier, Verpackungsmaterial und organischen Abfällen aus der Küche. Durch konsequente Trennung und papierarmes Arbeiten wird das Abfallaufkommen minimiert. Büroabfälle wie Papier und Verpackungen werden getrennt gesammelt und einem Recyclingprozess zugeführt. Zudem werden Ausstellungsaufbauten und -behelfe wiederverwendet

oder an Kooperationspartner*innen weitergegeben, um eine längere Nutzungsdauer zu ermöglichen. Da das Universalmuseum Joanneum nicht im Produktionssektor tätig ist, fallen keine wesentlichen Materialströme an. Ein jährlicher Materialfluss wird aufgrund der geringen Relevanz nicht erfasst.

Gefährliche Abfälle fallen nur in geringem Umfang in Form von Elektronikschrott (z. B. alte Laptops, Monitore) an, die fachgerecht über zertifizierte Entsorgungsbetriebe recycelt werden.

Nachfolgend sind unsere Abfallarten und das jeweilige Aufkommen in Tonnen angeführt:

4 – Soziales

Wir sind davon überzeugt, dass eine Belegschaft, die gesellschaftliche Diversität und vielfältige Meinungen widerspiegelt, einen Mehrwert für unser Unternehmen leistet. Diese Angaben helfen, ein klares Bild unserer Belegschaftsstruktur zu zeichnen und unsere Vielfalt sowie Bemühungen zur Gleichstellung zu dokumentieren. Auf den nachfolgenden Seiten sind die Kennzahlen hinsichtlich sozialer Aspekte dargestellt. Die Gesamtzahl der Mitarbeitenden wird hierfür nach verschiedenen Kriterien aufgeschlüsselt. Die Angaben in Köpfen und in VZA (= Vollzeitäquivalente) sind dabei als Jahres-Durchschnittswerte zu verstehen.

Arbeitsverträge

Im Jahr 2024 waren im Konzern des Universalmuseums Joanneum durchschnittlich 586,0 Mitarbeitende beschäftigt. Dies entspricht 451,9 Vollzeitäquivalenten (VZÄ).

Personalstand 2024

Innerhalb der Universalmuseum Joanneum GmbH teilen sich die Personalstände im Jahr 2024 wie folgt auf die einzelnen Abteilungen auf:

Die Geschäftsführung umfasst folgende Stabsstellen: Center of Science Activities (CoSA), Kommunikation, Museumsforum, Sicherheit und Nachhaltigkeit.

Im Jahr 2024 waren durchschnittlich 232,2 Personen als Ehrenamtliche bzw. Volontär*innen in der Universalmuseum Joanneum GmbH tätig:

Anzahl Ehrenamtliche und Volontariate in Köpfen

Der durchschnittliche Personalstand in Köpfen teilt sich wie folgt auf die verschiedenen Dienstvertragsarten auf:

Unterscheidet man die Dienstvertragsarten nach Vollzeit- und Teilzeitbeschäftigungen, so ergibt sich für das Berichtsjahr folgende Auswertung:

Vor allem in den Bereichen Besucher*innen-Service (Aufsicht) und Besucher*innen-Vermittlung ist der Anteil an Teilzeitkräften relativ hoch, um die Flexibilität innerhalb der Pools zu gewährleisten.

Eine Aufschlüsselung nach Art des Arbeitsvertrags (befristet oder unbefristet) wurde für diesen Bericht aus Gründen der Machbarkeit nicht vorgenommen.

Geschlechterverteilung

Allgemeine Geschlechterverteilung

Wir fördern eine diverse und inklusive Unternehmenskultur, denn eine Belegschaft, die gesellschaftliche Diversität und vielfältige Meinungen repräsentiert, liefert einen großen Mehrwert für die Weiterentwicklung unseres Unternehmens. Die entsprechenden Angaben helfen, ein klares Bild unserer Belegschaftsstruktur zu zeichnen und unsere Vielfalt sowie Gleichstellung zu dokumentieren.

Nach Geschlechtern teilt sich der durchschnittliche Personalstand in Köpfen wie folgt auf:

Im Personalstand werden keine Mitarbeiter*innen geführt, deren Geschlecht nicht eindeutig „männlich“ oder „weiblich“ zugeordnet werden kann.

Geschlechterverhältnis in Leitungsfunktionen

Auch für unsere Ebene der Führungskräfte geben wir untenstehend das Geschlechterdiversitätsverhältnis an. Diese Offenlegung trägt zur Transparenz über die Diversität in unserer Belegschaft bei. Insbesondere in den Führungsgremien ist uns Vielfalt wichtig und unterstreicht unser Engagement für Gleichstellung und Inklusion. So zeigt sich folgende Verteilung unserer Führungskräfte nach Geschlecht.

Als Führungskräfte gelten Mitarbeitende in den Bereichen Geschäftsführung und Abteilungsleitung sowie Referatsund Stabsstellenleitung, nicht jedoch Chefkurator*innen und Teamleiter*innen.

Gleichstellungsstrategie

Um Gleichheit zwischen den Geschlechtern herzustellen, beschäftigt sich eine Arbeitsgruppe seit dem Jahr 2024 mit der institutionellen Verankerung des Themas im Unternehmen. Mit der entstandenen Gleichstellungsstrategie setzt das Joanneum ein klares Zeichen für Chancengleichheit, Diversität und Inklusion. Unser Ziel ist es, ein Arbeitsumfeld zu schaffen, das Vielfalt stärkt und allen Mitarbeiter*innen die gleichen Möglichkeiten eröffnet. Entwickelt wurde die Strategie von einer Arbeitsgruppe, bestehend aus Mitarbeitenden mit verschiedenen Hintergründen.

Mit dieser Initiative unterstreicht das Universalmuseum Joanneum seinen Anspruch, gesellschaftliche und unternehmerische Verantwortung aktiv wahrzunehmen, Barrieren abzubauen und eine Kultur der Inklusion zu fördern – nicht zuletzt, um für die Herausforderungen der Zukunft fit zu sein. Die Arbeitsgruppe bleibt weiterhin bestehen und entwickelt die Ideen aus dem Strategiepapier kontinuierlich weiter, um konkrete Zielsetzungen zu formulieren.

Altersstruktur

Einen weiteren Einblick in die Demografie unserer Mitarbeitenden gibt die Verteilung nach Alter. Die Altersstruktur (15bis 65-Jährige) zum 31.12.2024 lässt sich grafisch wie folgt darstellen:

Mitarbeiter*innen-Fluktuation

Die Fluktuationsquote des Berichtsjahres kann der nachfolgenden Tabelle entnommen werden:

Fluktuationsquote 2024

Dienstnehmer*innenKündigungen

Bei der Berechnung der Fluktuationsquote wird die Anzahl der Dienstnehmer*innen-Kündigungen dem gesamten Personalstand in Köpfen gegenübergestellt. Beendigungen von befristeten Dienstverhältnissen, einvernehmliche Auflösungen von Dienstverhältnissen und Dienstgeber-Kündigungen bleiben ausgeklammert. Mitarbeiter*innenZufriedenheit und -Bindung stetig zu optimieren, ist uns ein großes Anliegen. Diverse Arbeitsgruppen setzen sich in diesem Zusammenhang mit den Themen Kommunikation, Unternehmenskultur und Wir-Gefühl auseinander.

Gesundheit und Sicherheit

Krankheitstage

Die Gesundheit und Sicherheit unserer Mitarbeitenden stehen für unser Unternehmen an oberster Stelle. Die nachfolgende Grafik zeigt die Kennzahl „Krankenstandstage pro Kopf“ nach Altersstruktur der Universalmuseum Joanneum GmbH in einem Dreijahresvergleich:

Diese detaillierten Angaben tragen dazu bei, die Sicherheit und das Wohlbefinden unserer Mitarbeitenden zu gewährleisten und kontinuierlich zu verbessern. Sie bieten zudem eine transparente Darstellung unserer Bemühungen im Bereich Arbeitsschutz und Gesundheit. Unfallvermeidung ist uns ein wichtiges Anliegen, daher finden regelmäßig sicherheitstechnische Überprüfungen in unseren Ausstellungen statt. Auch Brandschutzmaßnahmen in Büro- und Ausstellungsräumen sowie Unterweisungen durch unsere Brandschutzbeauftragten greifen in diesem Bereich als Vorsorgemaßnahmen. Im Berichtszeitraum gab es keine arbeitsbedingten Todesfälle oder schwerwiegende arbeitsbedingte Erkrankungen.

Betriebliches Gesundheitsmanagement

Unsere Aktivitäten im Bereich des Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) erstrecken sich über ein breitgefächertes Feld, von der Förderung der Kompetenzen und Stärken der Mitarbeiter*innen und Führungskräfte über die proaktive Mitgestaltung unserer Unternehmenskultur bis hin zu Maßnahmen im Gesundheitsmanagement. Dazu zählen Beratungsmöglichkeiten im Bereich Arbeitsmedizin und Arbeitspsychologie sowie Arbeits- und Aufgabengestaltung, Angebote zu Resilienz und Stressmanagement, betriebliches Wiedereingliederungsmanagement, regelmäßige Yogaeinheiten oder auch Faszien- und Wirbelsäulentraining. Das Angebot wird laufend auf die Wünsche unserer Mitarbeitenden abgestimmt.

Das Universalmuseum Joanneum wurde für die qualitätsvolle Umsetzung der Betrieblichen Gesundheitsförderung vom Österreichischen Netzwerk BGF mit dem BGF-Gütesiegel ausgezeichnet. Unsere Betriebliche Gesundheitsförderung setzt auf ein ganzheitliches Konzept mit dem Ziel, mehr Gesundheit und Wohlbefinden am Arbeitsplatz zu schaffen. Dies soll Belastungen reduzieren, Krankheiten vorbeugen und einen gesundheitsorientierten Führungs- und Lebensstil fördern.

Der Mensch im Fokus: Gemeinsame Maßnahmen stärken neben der Gesundheit auch den Zusammenhalt. Ein zukunftsweisendes Unternehmen zu sein, bedeutet, sich ständig zu verbessern und Weiterentwicklung zu fördern. Teamgeist und Kooperation: Wer zuhört, versteht. Und wer gehört wird, fühlt sich ernst genommen.

Aktuelle Auszeichnung aus dem Jahr 2025

Entlohnung, Tarifverträge und Schulungen

Informationen zu Entlohnung, den Tarifverträgen und den Schulungen schaffen Transparenz und demonstrieren unser Engagement für faire Arbeitsbedingungen und kontinuierliche Weiterbildung unserer Mitarbeitenden.

Entlohnung

Ausgehend vom gesetzlichen Mindestlohn orientiert sich unser Vergütungssystem an branchenüblichen Löhnen und Gehältern. Abhängig von Ausbildung, Aufgabengebiet und Vordienstzeiten variiert die Vergütung ab dem Mindestlohn. Eine Einteilung in aufsteigende Lohngruppen garantiert Transparenz und eine faire Zuordnung nach Beschäftigungsfeld. Eine Gehaltsvorrückung erfolgt alle vier Jahre um eine genau fixierte Gehaltsstufe.

Durchschnittliche jährliche Schulungsstunden pro Mitarbeiter*in

Die Weiterbildung der Mitarbeitenden ist ein elementarer Bestandteil unserer Unternehmenskultur. Insbesondere in dynamischen Zeiten ist die Investition in Förderung und Forderung unserer Belegschaft unerlässlich.

Durchschnittlich absolvieren Beschäftigte jährlich 3,3 Stunden berufliche Weiterbildung, mit folgenden geschlechtsspezifischen Durchschnittswerten:

→ Männliche Beschäftigte: 3 Stunden

→ Weibliche Beschäftigte: 3,5 Stunden

Speziell für den Bereich der nachhaltigen Entwicklung ist ein gesondertes Weiterbildungsbudget reserviert. Aus diesen Mitteln konnten bereits mehrere Erasmus+ Aufenthalte im Ausland ermöglicht werden.

Ein weiterer Fixpunkt in der Weiterbildung im Themenbereich ESG ist der internationale Online-Kongress „Green Museums Summit“, der einerseits Best-Practice Beispiele im Bereich Grünes Museum präsentiert und andererseits dem Austausch innerhalb der internationalen Museumslandschaft dient.

Unsere Schulungen umfassen unter anderem folgende Themenbereiche:

→ Bewerber*innen-Management

→ Digitale Medien und IT

→ Erste Hilfe (Grund- und Auffrischungskurse)

→ Führungskräftetrainings

→ Gesundheit

→ Handwerkliche Erhaltung

→ Kinderrechte und Kinderschutz

→ Kulturmanagement

→ Vermittlungskompetenz

→ Sicherheit

→ Handhabung von Arbeitsunfällen

→ Persönlichkeitsentwicklung

→ Restaurierung

→ Steuer-/Recht

→ Stimmtraining

→ Stressmanagement und Resilienz

→ Einführungsveranstaltung für neue Mitarbeiter*innen

→ Tagungen

→ Inklusion

Inklusion

Einen tieferen Einblick in unser Fortbildungsangebot möchten wir im Bereich Inklusion geben, da dieser eine wichtige Schnittstelle zwischen Mitarbeitenden, Besucher*innen und lokalen Gemeinschaften im Allgemeinen darstellt. Zu diesem Zweck haben wir exemplarisch die Kompetenzen angeführt, die unsere Mitarbeitenden in den Schulungen zur Inklusion erlangen. Schulungen in diesem Bereich fördern ein gemeinsames Verständnis von Inklusion im Haus. So entstehen klare Standards für Sprache, Verhalten und Gestaltung inklusiver Angebote. Besonders im Bereich Bildung und Vermittlung helfen Schulungen, inklusive Methoden und Materialien zu entwickeln, die auf unterschiedliche Anforderungen eingehen. Eine strukturelle Verankerung des Themas durch wiederkehrende Schulungen macht Inklusion zu einem festen Bestandteil unserer Museumsarbeit.

Kompetenzvermittlung

Reflexionskompetenz

Zunächst gilt es Bewusstsein für Themen der Inklusion zu schaffen. Schulungen unterstützen dabei, Diskriminierungsformen und Barrieren (physisch, kommunikativ und sozial) zu erkennen – auch solche, die unbewusst bestehen. Eine wesentliche Kompetenz in diesem Kontext ist die Reflexionsfähigkeit.

Haltungs- und Handlungskompetenz

Mitarbeitende lernen, wie sie inklusiv kommunizieren, gestalten und vermitteln können – ob im Besucher*innenservice, in der Vermittlung oder in der Sammlungspflege. Sensibilisierte Mitarbeitende tragen dazu bei, barrierearme Arbeitsabläufe und Besuchserlebnisse zu schaffen – auch jenseits offensichtlicher Maßnahmen wie Rampen oder Leichter Sprache.

Rechtssicherheit

Mitarbeitende erfahren beispielsweise, was die UN-Behindertenrechtskonvention, das Gleichstellungsgesetz oder die BITV (digitale Barrierefreiheit) konkret für Museen bedeuten.

Gemeinschaftssinn

Inklusionsschulungen fördern eine wertschätzende, diskriminierungssensible Teamkultur, in der sich auch diverse Mitarbeitende willkommen fühlen und sich einbringen können.

Menschenrechtspolitik

Verhaltenskodex und Menschenrechte

Das Joanneum verfolgt einen Verhaltenskodex, der sich an der UN-Menschenrechtscharta orientiert. Dadurch soll sichergestellt werden, faire Arbeitsbedingungen und die Einhaltung der Menschenrechte innerhalb des Unternehmens zu gewährleisten. Diese Richtlinien umfassen Maßnahmen gegen Diskriminierung am Arbeitsplatz und fördern die Chancengleichheit für alle Mitarbeiter*innen, unabhängig von Geschlecht, Herkunft oder Religion. Zudem betont unsere Menschenrechtspolitik die Bedeutung von Transparenz und Integrität in der Unternehmensführung und legt großen Wert auf die präventive Vermeidung von Arbeitsunfällen durch regelmäßige Schulungen und die strikte Einhaltung von Sicherheitsvorschriften. Die Einhaltung dieser Vorschriften wird regelmäßig intern überprüft, um sicherzustellen, dass alle operativen Abläufe den festgelegten Standards entsprechen.

Durch diese Maßnahmen sichern wir nicht nur die Einhaltung gesetzlicher Anforderungen in Österreich, sondern stärken auch das Vertrauen unserer Mitarbeiter*innen und Geschäftspartner*innen in das ethische Engagement des Unternehmens. Wir haben im Berichtszeitraum keine bestätigten Vorfälle im Zusammenhang mit schweren Menschenrechtsverletzungen innerhalb der eigenen Belegschaft oder der Wertschöpfungskette zu verzeichnen.

Lokale Gemeinschaften

Die Berücksichtigung sowie die aktive Einbindung lokaler Gemeinschaften sind wichtige Faktoren für den Erfolg unseres Wirkens. Nachfolgend sind wesentliche Elemente unserer Arbeit dahingehend aufgelistet. Die Zusammenarbeit leistet einen wesentlichen Beitrag, Standards zu erhalten, beständig zu adaptieren und gezielt auszubauen. Umgekehrt bewirken wir eine Ermächtigung und Entwicklung der Gesellschaft und lokaler Gemeinschaften. Wir arbeiten gezielt intergenerationell, bildungsunspezifisch, inklusiv und diversitätsfördernd. Wesentlich hierfür sind teilhabeorientierte Angebote mittels Outreach, Großveranstaltungen, Werkschauen oder partizipativ kuratierte Ausstellungen. Zusätzlich zur klassischen musealen Bildungsarbeit, die über Wissenschafts- und Kunstvermittlung stattfindet, richtet sich das Joanneum mit speziellen Angeboten direkt an Bildungseinrichtungen, um Bedarf und Angebot ideal aufeinander abzustimmen.

Stakeholder

Nachfolgend sind unsere Stakeholder im Kontext lokaler Gemeinschaften angeführt:

→ Lokale Bevölkerung und Anrainer*innen

→ Künstler*innen

→ Lokale Kulturinitiativen

→ Vereine (z. B. soziale Projekte)

→ Gesundheitseinrichtungen (z. B. LKH Graz II)

→ Selbstvertreter*innen

→ Bildungseinrichtungen (z. B. Schulen, Kindergärten, Hochschulen und Universitäten)

Formate und Maßnahmen

Eine Reihe der Formate, die wir erfolgreich umsetzen, ist nachfolgend aufgelistet. Details dazu finden Sie auf unserer Homepage.

→ INARTdis (wöchentlich)

→ Open House (ausgewählte Museen öffnen ihre Türen für Besucher*innen bei kostenfreiem Eintritt und Spezialprogramm)

→ Angebote speziell für Erwachsene (Filtercafé, Erzählcafé, häuserübergreifende Touren, Maldienstag, Ateliers etc.)

→ Taktile Formate, Übersetzungen in Gebärdensprache, Programme für Menschen mit Demenz, Tandemführungen

→ Programme in einfacher Sprache (Sprache wird immer an die jeweilige Gruppe angepasst)

→ Sensory Bags, Mitmachsack

→ Begleithefte gedruckt oder digital

→ Fortbildungen für Pädagog*innen

→ Projekte mit Schulen

→ Entwicklung eines Kinderschutzkonzepts

→ Kooperationen mit Lehrenden im Rahmen von Lehrveranstaltungen

Wirkungsebenen

Weiterentwicklung

Durch Evaluierung, Professionalisierung und Innovation sollen langfristig und stetig Aspekte sozialer Nachhaltigkeit optimiert werden. Interne Schulungen unserer Mitarbeitenden und Aufklärungsarbeit leisten hierzu einen wesentlichen Beitrag. Neben internen Schulungen arbeiten wir stetig an der Weiterentwicklung unserer Outreach-Formate.

Langfristiges Ziel ist es, Zugang für alle zu ermöglichen. Entsprechend arbeiten wir daran, Outreach-Programme für verschiedene Zielgruppen zu entwickeln, besonders für jene, die das Museum sonst nicht besuchen – etwa aufgrund finanzieller, sprachlicher oder physischer Barrieren. Dies stärkt Chancengleichheit und kulturelle Teilhabe. Durch Aktivitäten außerhalb des Museums wird das Vertrauen in die Institution gestärkt, insbesondere bei marginalisierten Gruppen. Das Museum wird als Teil der Gesellschaft und nicht als exklusiver Ort wahrgenommen (3rd Space).

Sichtbarkeit

Auch das Schaffen von Bewusstsein und Sichtbarkeit von Vielfalt und unterschiedlichen Lebensrealitäten ist ein wichtiger Faktor unserer Arbeit. Dies fördert die Wertschätzung von Diversität und stärkt soziale Kohäsion.

Teilhabe

Wir setzen uns dafür ein, Co-Kreation und Mitbestimmung zu fördern. Outreach-Formate sollten auf Augenhöhe und gemeinsam mit den Zielgruppen entwickelt werden. Das stärkt demokratische Kompetenzen und Empowerment.

Stärkung sozialer Resilienz

Museen sind öffentliche Einrichtungen mit Bildungsauftrag. Unser Outreach-Angebot versucht gezielt, auch Personen zu erreichen, die aufgrund diverser Hürden tendenziell kein Museum besuchen. Wir versuchen, den Zugang zu kultureller Bildung so barrierefrei wie möglich zu gestalten. Wir kooperieren etwa mit Schulen mit erhöhtem Förderbedarf oder mit sozialen Einrichtungen.

Unsere Outreach-Angebote sind nicht punktuell, sondern zielen auf langfristige Beziehungen mit Communitys ab. Das fördert nachhaltige Strukturen sozialer Vernetzung und Teilhabe. Museen können dadurch aktiv zur Stärkung von Gemeinschaften beitragen, etwa durch Projekte im öffentlichen Raum, interkulturelle Formate oder Angebote für Menschen in schwierigen Lebenslagen. Mit unseren Bestrebungen in diesem Bereich positionieren wir uns als engagierte, lernbereite und gesellschaftlich relevante Institution – ein zentrales Kriterium sozialer Nachhaltigkeit.

Museumsforum Steiermark

Das Museumsforum Steiermark ist eine Servicestelle des Universalmuseums Joanneum, die darauf ausgerichtet ist, Museen in der Steiermark zu beraten, zu fördern und zu vernetzen. Damit ist es eine wichtige Schnittstelle für die steierische Museumslandschaft. Es führt Workshops und Beratungen mit einzelnen Museumsteams bezüglich folgender Themen durch: Sammlungserhalt, Sammlungspflege, Sammlungsdokumentation, Sammlungskonzeption und Fördermöglichkeiten für Museumsprojekte.

Weiterbildungsangebote, etwa im Bereich Inventarisieren, oder Beratungen zu Fördermöglichkeiten fördern ehrenamtliches Engagement, Chancengleichheit und vernetzen Studierende sowie Museumsmitarbeitende für eine nachhaltige Entwicklung der Museumslandschaft. Durch seine Tätigkeit leistet das Museumsforum einen nachhaltigen Beitrag zur Wissensvermittlung, Kompetenzstärkung und Unterstützung der meist ehrenamtlichen Museumsmitarbeitenden in den Museen in den steirischen Regionen. Die regionale Wertschöpfung wird dadurch wesentlich gestärkt.

Wer bist du: Steiermark?

Im Jahr 2024 konnte das Museumsforum Steiermark mit Unterstützung der Projektpartner*innen Land Steiermark, Volkskultur Steiermark GmbH und Volkskundemuseum am Paulustor ein Vorzeigeprojekt umgesetzt werden, das den steirischen Museen und ihren Objekten Sichtbarkeit einräumt. Unter dem Projekttitel „Wer bist du: Steiermark?“ wurden 50 ausgewählte Sammlungsobjekte und ihre Geschichten präsentiert. Das Ergebnis umfasst 50 Filme, einen Katalog, eine Ausstellung, eine Veranstaltungsreihe in den Regionen, einen feierlichen Festakt und die Ehrung der oft ehrenamtlich tätigen Sammlungsmitarbeiter*innen sowie eine SocialMedia-Kampagne.

Das Projekt ist ein nachhaltiger Beitrag, da es durch die Auswahl und Präsentation von Sammlungsobjekten aus 50 steirischen Museen nicht nur das kulturelle Erbe sichtbar macht, sondern auch Wissen vermittelt, ehrenamtliches Engagement würdigt und regionale Akteur*innen vernetzt und stärkt. Damit erfüllt es zentrale Kriterien sozialer Nachhaltigkeit (z. B. Wissensvermittlung, Inklusion, Anerkennung von Mitarbeitenden) und die Einbindung vielfältiger Stakeholder*innen.

Was erzählst du: Steiermark?

„Was erzählst du: Steiermark?“ ist eine Veranstaltungsreihe, die im Rahmen des Projekts „Wer bist du: Steiermark?“ entstanden ist und fortgeführt wird. Dahinter verbirgt sich eine partizipative öffentliche Veranstaltungsreihe, die Menschen in der Steiermark einlädt, die Geschichten hinter verschiedenen Sammlungsobjekten wiederzugeben. Die Erzählungen der Teilnehmenden werden dokumentiert und im Blog des Museumsforums Steiermark veröffentlicht. Kern ist das Teilen persönlicher Geschichten, Erfahrungen und Perspektiven zur Region. Dadurch werden das kulturelle Gedächtnis und der gesellschaftliche Zusammenhalt gestärkt. Das Format stellt die regionale Identität in den Mittelpunkt und ermöglicht kulturelle Teilhabe.

Grundsätze der Teamführung

Das Joanneum hat Grundsätze der Teamführung definiert und verschriftlicht. Deren Präambel führt sinngemäß Folgendes aus: Mitarbeiter*innen des Universalmuseums Joanneum begegnen einander auf Augenhöhe begegnen und respektvoll miteinander umgehen. Zuhören, nachfragen und einander verstehen sind wesentliche Eckpfeiler in unserer Kommunikationsvorgabe.

Die Führungsgrundsätze gliedern sich in folgende Bereiche:

→ Führungsverantwortung

→ Planung und Projektmanagement

→ Zielvereinbarungen

→ Entscheidungsfindung

→ Kommunikation

→ Feedback- und Fehlerkultur

Ideen-Forum

Zur Stärkung des Wir-Gefühls innerhalb des Unternehmens, sowohl zwischen den einzelnen Mitarbeitenden als auch für die bereichsübergreifende Arbeit über verschiedene Abteilungen hinweg, wurde eine unternehmensinterne Arbeitsgruppe gegründet, die sich mit Maßnahmen zur Stärkung der Solidarität auseinandersetzt. Damit in Zusammenhang steht die Verbesserung interner Abläufe und Kommunikationsprozesse. Zum Zweck der barrierefreien und niederschwelligen Einbringung von Ideen zur Förderung des Wir-Gefühls wurde im Intranet ein Ideenforum eingerichtet, das es allen ermöglicht, Gedanken dazu einzubringen, entweder unter Namensnennung oder in anonymer Form.

Antikorruptionspolitik

Das Joanneum verpflichtet sich zu höchsten ethischen Standards und strikter Einhaltung aller Antikorruptions- und Bestechungsgesetze. Im Berichtszeitraum gab es keine Verurteilungen oder Geldstrafen im Zusammenhang mit Verstößen gegen Antikorruptionsrichtlinien.

Transparenz- und Beteiligung

Whistleblower-Plattform

Das Universalmuseum Joanneum und seine Tochterunternehmen (Kunsthaus Graz GmbH, Service-Gesellschaft, Steirischer Landestiergarten GmbH und Simbawelt GmbH) verpflichten sich, eine Kultur der Transparenz, Integrität und Rechenschaftspflicht zu fördern. Mithilfe eines Hinweisgeber*innen-Systems, auf Basis der Software Whistly haben Mitarbeitende die Möglichkeit, Compliance-Verstöße, Verstöße gegen Gesetze sowie Verstöße gegen interne Richtlinien zu melden. Sie können ihre Hinweise entweder unter Nennung von Namen und Kontaktdaten oder auch anonym einbringen.

Alle Meldungen werden von einer externen Meldestelle entgegengenommen und gründlich untersucht. Damit wurde Herr Mag. Werner Zwanzigleitner beauftragt. Alle Daten, die über die Software Whistly eingebracht werden (Meldungen, Dokumente und Korrespondenzen), werden auf einem externen Server gespeichert, auf den nur die Meldestelle Zugriff hat. Alle Informationen werden vertraulich behandelt.

Die Hinweisgeber*innen erhalten spätestens drei Monate ab Eingang ihrer Meldung per E-Mail eine Rückmeldung über die interne Untersuchung bzw. die Einleitung allfälliger Folgemaßnahmen oder eine Information über die Ablehnung des Hinweises.

Text Erik Ernst

Heinz Einwagner

Markus Enzinger

Katia Huemer

Anna Hutterer

Monika Holzer-Kernbichler

André Getreuer-Kostrouch

Michael Nikolaus Knopp

Thomas Lattinger

Jochen Lengger

Eva Ofner

Michael Petrowitsch

Christian Pomberer

Elisabeth Schlögl

Joachim Traidl

Alexandra Wagner

Brigitta Wagner-Ginzinger

Redaktion

Anna Hutterer

Geschäftsführung

Wissenschaftlicher Geschäftsführer

Marko Mele

Kaufmännischer Geschäftsführer

Josef Schrammel

Stelle für Nachhaltigkeitskoordination

Anna Hutterer

Prozessbegleitung pluswerk GmbH

Layout

Julia Leitinger

Lektorat

Jörg Eipper-Kaiser

Gundi Jungmeier

Druck

Medienfabrik Graz

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