Skip to main content

Nachhaltigkeitsbericht 2025

Page 1

Nachhaltigkeitsbericht 2025


2


Nachhaltigkeitsbericht 2025


Inhalt 5

Einleitung

6

Basisinformation Berichterstattungsprozess Unternehmen

12

Strategie Grundsätze der Nachhaltigkeit Nachhaltigkeitspraktiken Österreichisches Umweltzeichen

18

Umwelt Treibhausgasemissionen Klimawandelanpassung Biodiversität Ressourcennutzung

26

Soziales Personalstand und Entgelt Geschlechterthemen Gesundheit und Sicherheit Weiterbildung und Schulung Inklusion und Outreach Kinder- und Jugendschutz Museumsforum Steiermark

42

Governance Grundsätze der Teamführung ICOM – Code of Ethics Antikorruptionspolitik


Einleitung

Mit dem vorliegenden zweiten Nachhaltigkeitsbericht – für das Geschäftsjahr 2025 – setzt das Universalmuseum Joanneum seinen eingeschlagenen Weg konsequent fort. Aufbauend auf dem Pilotbericht 2024 verstehen wir Nachhaltigkeitsberichterstattung nicht als einmalige Bestandsaufnahme, sondern als verbindlichen Teil einer zukunftsorientierten Unternehmensführung. Als Universalmuseum Joanneum tragen wir auf vielfältige Weise Verantwortung. Wir bewahren kulturelles und naturwissenschaftliches Erbe, schaffen neues Wissen durch Forschung und machen dieses für die Gesellschaft zugänglich. Gleichzeitig verstehen wir uns als lebendigen Ort des Austauschs, der Bildung und des gesellschaftlichen Diskurses. Nachhaltigkeit setzt dafür den strategischen Rahmen. Sie ist kein zusätzliches Aufgabenfeld, sondern eine Querschnittsaufgabe, die ökologische Verantwortung, wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit, soziale Gerechtigkeit und gute Unternehmensführung verbindet. Im Geschäftsjahr 2025 konnten wir Maßnahmen weiterentwickeln und neue Schwerpunkte setzen. So wurde der Weg hin zur Zertifizierung all unserer Häuser mit dem Österreichischen Umweltzeichen 2025 fortgesetzt. Acht unserer Museen sind damit bereits ausgezeichnet. Ebenso der Stiftungstag, der als größte interne Veranstaltung nach den Green-Event-Leitlinien organisiert wurde. Neben der Umsetzung von Maßnahmen zum Klima- und Ressourcenschutz ist auch soziale Nachhaltigkeit für uns von großer Bedeutung. Eine verantwortungsvolle Beschäftigungspolitik, die Förderung von Geschlechter- und Chancengerechtigkeit sowie ein breites Angebot an Aus-,Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen stärken das Universalmuseum Joanneum als modernen Arbeitgeber. Gesellschaftliche Verantwortung zeigt sich auch in unserem Anspruch, kulturelle Teilhabe für alle Menschen zu ermöglichen. Deshalb investieren wir kontinuierlich in Barrierefreiheit, inklusive Vermittlungsangebote und Outreach-Programme, die Menschen unabhängig von Alter, Herkunft, Sprache, sozialem Hintergrund oder individuellen Voraussetzungen den Zugang zu unseren Museen und Inhalten erleichtern. Mit der Einführung eines umfassenden Kinderschutzkonzeptes haben wir 2025 einen weiteren wichtigen Schritt gesetzt. Es stärkt unsere Verantwortung gegenüber Kindern und Jugendlichen und schafft verbindliche Standards für einen respektvollen, sicheren und achtsamen Umgang in allen Bereichen unserer Arbeit. Gemeinsam gestalten wir das Universalmuseum Joanneum als zukunftsfitte Kultur- und Wissenschaftsinstitution – offen, innovativ und nachhaltig. Ein Museum, das Bewährtes beibehält, Neues ermöglicht und seine gesellschaftliche Verantwortung aktiv wahrnimmt. Damit schaffen wir die Voraussetzungen, auch für kommende Generationen ein lebendiger Ort der Forschung, der kulturellen Vielfalt, der Bildung und des demokratischen Dialogs zu sein.

Marko Mele Josef Schrammel Wissenschaftlicher Kaufmännischer Direktor Direktor


1 – Basisinformation Berichterstattungsprozess Der Nachhaltigkeitsbericht für das Geschäftsjahr 2025 basiert auf dem VSME-Standard (Voluntary Standard for non-listed Small- and Medium-sized Undertakings), der von der European Financial Reporting Advisory Group (EFRAG) erarbeitet wurde. Dieser freiwillige Standard erfüllt die Anforderungen der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) für kleine und mittelständische Unternehmen. Die Berichterstattung dient als Vertiefung zum jährlichen Geschäftsbericht. Die vorliegende Publikation verfolgt das Ziel, jene Bemühungen und Fortschritte wiederzugeben, die das Universalmuseum Joanneum in den Bereichen Umwelt, Soziales und Governance (ESG) verzeichnen kann. Der Bericht soll aufzeigen, wie unser Unternehmen zur Gestaltung einer nachhaltigen und inklusiven Wirtschaft beiträgt und wie die Transparenzanforderungen der CSRD Umsetzung finden. Neben dem Basismodul des VSME-Standards befasst sich der Bericht auch mit dem erweiterten Modul. Dies entspricht der OPTION B. Das Dokument umfasst damit folgende Bereiche: → Umwelt: Basismodul, Comprehensive Modul → Soziales: Basismodul, Comprehensive Modul → Unternehmensführung: Basismodul, Comprehensive Modul

Wesentlichkeitsanalyse Um die relevanten Themenbereiche für das Joanneum herauszufiltern, wurde im Zuge des Aufbaus eines unternehmensweiten Nachhaltigkeitsmanagements eine doppelte Wesentlichkeitsanalyse durchgeführt. Diese Vorgehensweise dient als Ergänzung zu den VSME-Vorgaben und als Basis für die Strategieentwicklung. Ein wichtiger Aspekt der Wesentlichkeitsanalyse ist die Einbindung interner und externer Stakeholder. Das aktive Einbeziehen von Mitarbeitenden des Joanneums sowie externer Interessengruppen (Aufsichtsrat, Kuratorium und Betriebsrat) in den Prozess schafft nicht nur ein tieferes Bewusstsein für ESG-Themen, sondern mobilisiert auch das Wissen und die Kompetenzen innerhalb des Unternehmens, um effektive Nachhaltigkeitsstrategien zu entwickeln und umzusetzen.

6

Offenlegung sensibler Informationen Es wurden keine Angaben unterlassen, da keine Informationen als Verschlusssache oder sensibel eingestuft wurden. Alle relevanten Daten wurden gemäß den Offenlegungspflichten transparent bereitgestellt. Der Nachhaltigkeitsbericht 2025 wurde auf konsolidierter Basis erstellt und umfasst damit Informationen unseres Unternehmens und unserer Tochtergesellschaften.

Systemgrenzen Der Bericht bezieht sich auf den gesamten Konzern des Universalmuseums Joanneum und umfasst damit folgende Teilinstitutionen: → Kunsthaus Graz GmbH → Service-Gesellschaft → Simbawelt GmbH → Steirischer Landestiergarten GmbH


Unternehmen Das 1811 von Erzherzog Johann gegründete Joanneum zählt zu den ältesten zivilgesellschaftlichen Institutionen des Landes Steiermark und ist das erste öffentliche Museum Österreichs. Ursprünglich als technisch-naturwissenschaftliche Lehranstalt geführt, hat sich das Universalmuseum Joanneum in mehr als 200 Jahren zum größten Mehrspartenmuseum Mitteleuropas entwickelt. Die Universalmuseum Joanneum GmbH wird heute als eigenständige Organisation geführt, befindet sich jedoch im Eigentum des Landes Steiermark. Das Hauptverwaltungsgebäude befindet sich in Graz. Die nachfolgenden Grafiken zeigen die Eigentümer*innenverhältnisse und den Aufbau des Unternehmens in seine Museums- und Funktionsabteilungen.

Konzernorganigramm (Stand: 31.12.2025)

Stadt Graz

Land Steiermark

50 %

100 %

Universalmuseum Joanneum GmbH

50 % Kunsthaus Graz GmbH

100 %

ServiceGesell­schaft der Universalmuseum Joanneum GmbH

100 % Steirischer Landestiergarten GmbH

100 % Simbawelt Shop & Gastronomiebetrieb GmbH 7


Organigramm der Universalmuseum Joanneum GmbH (Stand: 31.12.2025)

Wissenschaftliche Geschäftsführung Mele

Kommunikation Teuschler Museumsforum Schlögl CoSA – Center of Science Activities Kroath Drittmittelkoordination Zingerle

Servicefunktionen

Interne Dienste ppa Enzinger

Außenbeziehungen ppa Schnitzler

Naturkunde

Archäologie & Münzkabinett

Schloss Eggenberg & Alte Galerie

Neue Galerie Graz

Botanik & Mykologie

Ur- und Frühgeschichtliche Sammlung

Schloss und Park Eggenberg

Neue Galerie Graz

Provinzialrömische Sammlung & Antikenkabinett

Alte Galerie

Geologie & Paläontologie Mineralogie

Abteilung für Besucher*innen Vauti

Zoologie

BRUSEUM

Münzensammlung Museumsservice Millonig

8

Paill

Peitler

Schuster

Peer


Kaufmännische Geschäftsführung Schrammel

Geschäftsführung

Datenschutz Dörling Nachhaltigkeit Hutterer Sicherheit Umschaden

Museums­abteilungen

Kunst im Außenraum

Kulturgeschichte

Volkskunde

Schloss Stainz

Schloss Trautenfels

Institut für Kunst im öffentlichen Raum Steiermark

Kulturhistor. Sammlung

Volkskundliche Sammlung

Jagdkunde

Landschaftsmuseum

Österr. Skulpturenpark

Multimediale Sammlungen

Landeszeughaus

Österr. Freilichtmuseum Stübing

Landwirtschaftliche Sammlung Erzherzog Johann Museum Sammlung Peter Rosegger

Mackert

HabsburgLothringen

SteinböckKöhler

Müller

Krenn

9


Geschäftsmodell

Museums For Future

Das Universalmuseum Joanneum betreibt 20 Museen an 14 Standorten und umfasst mehrere Verwaltungsgebäude, Sammlungsdepots und Archive in der Steiermark. Zu unseren Standorten zählen wir auch die Steirischer Landestiergarten GmbH. Rund fünf Millionen Sammlungsobjekte sind die Basis für unser umfangreiches Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm. Neben den Dauerausstellungen kuratieren und organisieren wir zahlreiche wechselnde Ausstellungen und Veranstaltungen in der ganzen Steiermark. Dadurch vermitteln wir eine einzigartige Vielfalt an Wissenschaft, Kunst und Kultur.

2021: Unterzeichnung der Deklaration als Bekenntnis zu aktivem Klimaschutz und zur Kommunikation relevanter Themen

Wesentliche Märkte

8 Museen an 6 unserer Standorte sind mit dem ­Österreichischen Umweltzeichen für Museen und Ausstellungshäuser (UZ 200) ausgezeichnet. 2021: Erstzertifizierung Kunsthaus Graz GmbH

Unsere Geschäftsbeziehungen umfassen eine Reihe von Stakeholdern. Dazu zählen Künstler*innen, Besucher*innen, lokale Gemeinschaften, Sponsor*innen, politische Akteur*innen sowie weitere Kooperationspartner*innen. In unserer Arbeit setzen wir neben lokaler Vermittlungsarbeit auf nationalen Austausch und Vernetzung über die Landesgrenzen hinweg. Viele Projekte, etwa im Rahmen der EU-Förderschiene INTERREG, werden über die Kooperation mit Slowenien realisiert.

2021: Erstzertifizierung Volkskundemuseum am Paulustor

Auszeichnungen und Commitments

2026: Beginn Erstzertifizierung Museum für Geschichte und Landeszeughaus

Aufgrund stetiger Optimierung können wir untenstehende Auszeichnungen vorweisen. Sie repräsentieren unsere Bemühungen im Bereich nachhaltiger Entwicklung. Das Bewusstsein und Engagement unserer Mitarbeitenden ist dabei ein wichtiger Grundstein. Als Teil ausgewählter Netzwerke zeigen wir unser Bekenntnis, die Transformation zu einem verantwortungsvollen, zukunftsfähigen Museum aktiv voranzutreiben und in Kooperationen als Multiplikatorin zu agieren. Österreichisches Museumsgütesiegel Ausgezeichnet bis 2029: Archäologiemuseum Jagdmuseum, Schloss Stainz Landeszeughaus Münzkabinett, Schloss Eggenberg Museum für Geschichte Naturkundemuseum, Joanneumsviertel Neue Galerie Graz, Joanneumsviertel Österreichisches Freilichtmuseum Stübing Schloss Trautenfels Volkskundemuseum am Paulustor

10

Österreichisches Umweltzeichen für Museen und Kulturbetriebe (UZ 100)

2025: Erstzertifizierung Österreichisches Freilichtmuseum 2025: Erstzertifizierung Schloss Stainz und Rosegger-Museen 2026: Beginn Erstzertifizierung Schloss Trautenfels

Österreichisches Umweltzeichen für Green Meetings und Green Events (UZ 62) 2025: Zertifizierung Stiftungstag – interne Veranstaltung zum Gedenken an die Stiftung des Joanneums durch Erherzog Johann 2025: Zertifizierung Brecheltag – externe Veranstaltung im Österreichischen Freilicht­museum Stübing Grazer Klima-Pakt 2025: Beitritt zum Netzwerk mit dem Ziel der Verkleinerung des Klima-Fußabdrucks und Vergrößerung des Klima-Handabdrucks durch lokalen Austausch


11


2 – Strategie ESG-Grundsätze Im Rahmen des Aufbaus unseres Nachhaltigkeitsmanagements haben wir eine Nachhaltigkeitsstrategie formuliert, die an unser Leitbild und unsere Unternehmenswerte anknüpft. Die Entwicklung zum Grünen Museum ist für uns ein wesentliches Element von Planungs- und Entscheidungsprozessen.

cenverbrauch, die Förderung des Umweltbewusstseins unserer Mitarbeiter*innen und die Kompensation unvermeidbarer Emissionen.

Als Museum – und damit als Teil der Kunst- und Kulturlandschaft – ist das Joanneum Schnittstelle zwischen Forschung, Gesellschaft und Wirtschaft. Nachhaltige Entwicklung bedeutet für uns daher, bestehende Strukturen zu hinterfragen und Prozesse basierend auf aktuellen Forschungsergebnissen zu implementieren, um auch dem Anspruch eines verantwortungsvoll agierenden Unternehmens nachzukommen.

In Ergänzung zum Klima-Fußabdruck beschreibt der Klima-Handabdruck den positiven Beitrag, den eine Person oder ein Unternehmen zum Klimaschutz leistet. Im Gegensatz zum Klima-Fußabdruck, der auf den verursachten Treibhausgasemissionen basiert, geht es um die aktive Förderung der positiven Wirkungen auf Umwelt und Klima. Ziel ist es, durch Innovation, Kooperation und verantwortungsbewusstes Handeln einen möglichst großen positiven Einfluss auf den Klimaschutz zu erzielen. Maßnahmen reichen von gezielten Schulungen im Bereich nachhaltiger Entwicklung über die inhaltliche Weiterentwicklung von ESG-Fragestellungen bis zu Initiativen mit aktivierendem Ansatz. Ein Auszug unseres Klima-Handabdrucks ist nachfolgend wiedergegeben.

1. Nachhaltigkeit als strategischer Grundsatz Erzherzog Johann dachte schon 1811 bei der Gründung des Joanneums die Bereiche Wissenschaft, Technik und Natur zusammen und setzte somit bereits Anfang des 19. Jahrhunderts eine Vorgabe, die das Thema Nachhaltigkeit seither zu einem wesentlichen Faktor unseres Museums macht. Als Visionär legte Erzherzog Johann durch sein Handeln in Bildung, Wirtschaft, Landwirtschaft und Kultur den Grundstein für dauerhafte Institutionen, die bis heute nachwirken und die Steiermark prägen. Innovation und soziale Verantwortung sind dabei eng miteinander verbunden, ebenso wie die Idee der Regionalentwicklung. Basierend auf diesen Gründungswerten definiert das Universalmuseum Joanneum Nachhaltigkeit als zentralen Bestandteil seiner langfristigen Unternehmensentwicklung. Das Joanneum definiert sich als zukunftsorientierten Kulturträger, der Verantwortung übernimmt und aktiv gestaltet. Die erarbeitete Nachhaltigkeitsstrategie bildet einen Leitfaden, der stetig weiterentwickelt und vertieft wird.

Vergrößerung des Klima-Handabdrucks

Green Team Gegründet als Grassroots-Initiative, engagiert sich das Green Team für mehr Nachhaltigkeit im Museum. Die Idee dazu entstand 2021 in Anknüpfung an die Bestrebungen zur Umweltzeichen-Zertifizierung des Kunsthauses Graz und Volkskundemuseums. Inzwischen umfasst die Gruppe sieben Personen aus verschiedenen Abteilungen und von unterschiedlichen Standorten des Joanneums, die sich quartalsweise zum Austausch zusammenfinden. In Ergänzung zur zentralen Koordinationsstelle für Nachhaltigkeit können dadurch spezifische Ideen gesammelt und weiterentwickelt werden. BIENE (Betrieblicher Nachhaltigkeitseinsatz)

2. Einige Meilensteine Verringerung des Klima-Fußabdrucks Unser Hauptanliegen besteht darin, den ökologischen Fußabdruck unserer Häuser auf ein Minimum zu reduzieren, ohne beim hohen Standard und Output unserer Aufgaben Abstriche zu machen. Dabei streben wir nach Klimaneutralität. Am Beginn dieses Anliegens steht die Erstellung einer Baseline-Bilanz, die für künftige Berechnungen als Basis herangezogen wird, um sich diesem Ziel bis 2040 stetig anzunähern. Damit einher geht der Aufbau eines entsprechenden Datenmanagements, das eine verlässliche Qualität von Kennzahlen bietet. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, wird der THG-Bilanzbericht zum Jahr 2024 bis Ende 2026 vervollständigt. Das Ergebnis sind Kennzahlen, die als solide Referenz für die Folgejahre und damit zur Veranschaulichung von Entwicklung dienen. Damit einher geht ein Prozess kontinuierlicher Verbesserung durch die Steigerung von Energieeffizienz, die Reduzierung von Ressour12

Eine Initiative des Green Teams ist das Projekt BIENE (Betrieblicher Nachhaltigkeitseinsatz). Diese soll Nachhaltigkeit langfristig und verbindlich in der Organisationskultur verankern. Aufbauend auf bestehendem Engagement und dem Interesse der Mitarbeitenden wurde Ende des Jahres 2025 ein abteilungsübergreifender, freiwilliger „Schwarm“ etabliert, der als Multiplikator für nachhaltige Maßnahmen wirkt, konkrete Projekte umsetzt und Impulse in die Häuser trägt. Einmal jährlich wird zudem ein gemeinsames, standortübergreifendes Projekt realisiert, das Nachhaltigkeit sichtbar und wirksam macht: 2026 – passend zum Jahresthema BLOOM – etwa durch das Anlegen von drei Blühkreisen im Volkskundemuseum sowie eine Berankung im Joanneumsviertel, umgesetzt in Zusammenarbeit mit Expert*innen des Vereins „Blühen&Summen“. Ziel der BIENE ist es, über individuelle Initiativen hinaus eine gemeinsame Strategie zu entwickeln, Verantwortung zu bündeln und eine partizipative Transformation hin zu einem zukunftsfähigen Museumsbetrieb zu fördern.


Mitarbeiter*innenführung

Green Deal und ESG-Standards

Im Bereich Wissensaustausch und Weiterbildung gelang es vergangenes Jahr, unseren Mitarbeitenden an den Standorten Kunsthaus Graz und Volkskundemuseum eine Mitarbeiter*innenführung mit Schwerpunkt Umweltzeichen zu ermöglichen. Die beiden Museen beschäftigen sich schon lange mit dem Thema nachhaltige Entwicklung und konnten dies 2021 mit der Umweltzeichen-Zertifizierung offiziell unterstreichen. Ziel der Führung war es, Einblicke in Entwicklungen, Herausforderungen sowie Best-Practice-Beispiele zu geben und einen Austausch zwischen den Museen anzuregen. Dieses Angebot stützt unser Bestreben, alle unsere Museumsstandorte schrittweise mit dem Österreichischen Umweltzeichen zu zertifizieren.

Im Einklang mit dem Europäischen Green Deal, den österreichischen Nachhaltigkeitsstrategien und internationalen ESG-Standards ist es ein erklärtes Ziel des Joanneums, nicht nur selbst nachhaltiger zu agieren, sondern auch unsere Partner*innen in diesen Wandel einzubinden. Die Position des Museums als Ort der Bildung, Reflexion und Innovation verleiht dem Universalmuseum Joanneum die Möglichkeit, als Vorreiter und Multiplikator zu wirken. Nachhaltigkeit gilt dabei als integraler Bestandteil von Unternehmensführung, Risikomanagement, Betriebsorganisation und Wissensvermittlung.

3. Einige Leitlinien Umweltzeichen Das Österreichische Umweltzeichen ist ein nationales Gütesiegel des Umweltministeriums. Es zeichnet Museen und Ausstellungshäuser in den Bereichen umweltfreundliches Management und soziale Verantwortung aus. Die Verleihung des Österreichischen Umweltzeichens an bereits acht unserer Museen an sechs Standorten und die Auszeichnung von zwei Veranstaltungen markieren einen bedeutenden Meilenstein auf diesem Weg. Diese Auszeichnungen sind nicht nur Anerkennung für umgesetzte Umweltschutzmaßnahmen, sondern Ausdruck eines verankerten Wandels innerhalb unserer Institution. Sie belegen, dass nachhaltiges Handeln bereits in unserer täglichen Praxis angekommen ist und dort sichtbar Wirkung entfaltet. Die strategische Ausrichtung der kommenden Jahre sieht vor, auch alle weiteren Museumsstandorte – unabhängig von Größe, Funktion oder Profil – in diesen Prozess einzubeziehen und auf das Niveau der bereits ausgezeichneten Einrichtungen zu heben. Wir haben uns das Ziel gesetzt, diesen Meilenstein bis zum Jahr 2030 zu erreichen. Green Events Der Stiftungstag im Dezember 2025 war dabei ein entscheidender Schritt: Er stellte die bislang größte Veranstaltung dar, die nach den Leitlinien eines Green Events umgesetzt wurde. Ebenso wurde der Brecheltag im Österreichischen Freilichtmuseum Stübing nach den Kriterien des Österreichischen Umweltzeichens für Green Meetings ausgerichtet. Die erfolgreichen Zertifizierungen nach den Kriterien der Richtlinie Green Events (UZ 62) bestärken uns in den Bestrebungen, Veranstaltungen zunehmend in diesem Kontext auszurichten. Im Jahr 2026 wird der Stiftungstag erneut als Green Event organisiert und auch am Standort Stübing finden entsprechend organisierte Veranstaltungen statt.

Zur weiteren Umsetzung erachten wir unter anderem folgende Maßnahmen als wichtig und unumgänglich: → Governance: Implementierung nachhaltiger Entscheidungsprozesse und Compliance-Standards. → Aufbau und Weiterentwicklung Risikomanagement: I dentifizierung von Umwelt-, Sozial- und Governance-Risiken. → Operative Prozesse: Einführung ressourcenschonender Arbeitsweisen, energieeffizienter Systeme und standardisierter Umweltkennzahlen. → Gleichstellung: Prüfung auf geschlechterspezifisches Lohngefälle, das im Green Deal und in österreichischen Gleichstellungszielen ausdrücklich adressiert wird. Die hohe soziale Verantwortung, gesamtgesellschaftlich zu mehr Gleichstellung beizutragen, wird auch in entsprechenden Kennzahlen sichtbar. Kreislaufwirtschaft Um zirkuläres Handeln zu fördern und verstärkt im Sinne der Kreislaufwirtschaft zu agieren, ist es notwendig, sich mit den entsprechenden Bereichen im Unternehmen auseinanderzusetzen, in denen Materialfluss und Einkauf eine Rolle spielen. Dies reicht von zentralen Beschaffungsprozessen über die Gestaltung von Ausstellungen hin zur Bereitstellung technischer Infrastruktur. Ziel ist, Ressourcen intensiver zu nutzen sowie die entsprechenden Unternehmensbereiche verstärkt zirkulär zu managen. Ressourcenschonung und Zirkularität sollen in den kommenden fünf Jahren ein zentrales Thema im Sinne einer umfassenden Nachhaltigkeitsstrategie darstellen.

13


Stakeholder-Einbindung Die Einbindung von Stakeholdern ist ein strategischer Erfolgsfaktor der Nachhaltigkeitsagenda. Publikum und Interessierte, Lieferant*innen, Investor*innen und Sponsor*innen werden eingebunden, um Synergien zu nutzen und nachhaltige Netzwerke zu stärken. Dies umfasst unter anderem: → Transparente Kommunikation der Nachhaltigkeitsziele → Kooperationsangebote für nachhaltige Projekte → Bildungs- und Awareness-Programme → Sichten von Kommunikationskanälen Fähigkeiten im Bereich Klimaschutz und inklusive Teilhabe sollen nicht nur intern geschult, sondern über Ausstellungen, Vermittlungsprogramme und öffentliche Initiativen an Besucher*innen vermittelt werden. Das Joanneum versteht sich ausdrücklich als bewusstseinsbildende Institution – sowohl für Kinder und Jugendliche als auch für Erwachsene.

4. Rolle von Partnerschaften Öffentliche Fördergebende und Sponsoring Öffentliche Förderungen sind wesentlicher Bestandteil und Basis unseres klimafitten Museumsbetriebes. Ohne diese Grundfinanzierung wäre es unmöglich, entsprechende Maßnahmen voranzu­ treiben. Die Integration von Biodiversität, Klima- und gesellschaftlicher Verantwortung in den Museumsbetrieb wäre ohne die öffent­liche Hand nicht möglich. Dafür bedarf es zu einem wesentlichen Teil auch der Unterstützung durch die politisch Verantwortlichen.

Creative Europe führt Green Deal, Inklusion und digitalen Wandel als Querschnittsprioritäten, die in jedem Antrag zu beantworten sind – von der Anreise der Partner*innen bis zur Zusammensetzung der Teams. Vergleichbare Anforderungen stellen FFG, Interreg sowie die nationalen und regionalen Förderstellen. Die hohen Standards der EUProgramme wirken dabei als Impuls zur stetigen Weiterentwicklung. Damit reichen die Anforderungen weit über den Antrag hinaus: Sie betreffen alle Häuser und Abteilungen – Ausstellungsproduktion ebenso wie Sammlung und Depot, Kunstvermittlung, Besucher*innenservice, Personal, Einkauf und Facility Management. Was in einem Förderantrag zugesagt wird, muss in der täglichen Arbeit eingelöst und im Projektbericht belegt werden. Mit der 2024 geschaffenen Stabsstelle Drittmittelkoordination verfügt das Universalmuseum Joanneum über eine zentrale Anlaufstelle, die diese Anforderungen bündelt, die Häuser begleitet und das Haus aktiv als Partner für vielfältige Projekte positioniert und die nachhaltige Entwicklung des Joanneums aktiv fördert. Sponsoring Sponsoring bedeutet weit mehr als finanzielle Unterstützung. Wir setzen auf kooperative Projekte, die sowohl inhaltlich als auch strukturell zur Nachhaltigkeitsagenda beitragen. Dazu zählen etwa gemeinsame Mobilitätskonzepte, Bildungsangebote, Inklusionsprogramme, Energieoptimierungsmaßnahmen oder zirkuläre Beschaffungsinitiativen. Ziel ist es, künftig sichtbare, langfristige und glaubwürdige Nachhaltigkeitsbeiträge gemeinsam mit Partner*innen zu entwickeln.

Fördergebende tragen direkt zur Nachhaltigkeitsarbeit bei, indem sie Ressourcen zur Verfügung stellen, etwa für energieeffiziente Maßnahmen oder umweltfreundliche Ausstellungskonzepte. Die Integration von Biodiversität, Klima und gesellschaftlicher Verantwortung in den Museumsbetrieb wäre ohne die öffentliche Hand nicht möglich. Dafür bedarf es zu einem wesentlichen Teil auch der Unterstützung durch die politischen Verantwortlichen.

Kooperationen

Drittmittelkoordination

Netzwerk Innovationsfördernde Öffentliche Beschaffung (IÖB)

Ergänzend zur öffentlichen Basisfinanzierung werden für österreichische Kultureinrichtungen Drittmittel zunehmend zu einem unverzichtbaren Teil der Budgetstruktur. Zwischen Drittmittelakquise und Nachhaltigkeit besteht dabei ein wechselseitiges Verhältnis: Fördermittel schaffen den Spielraum, um Klima-, Umwelt- und Sozialthemen über den laufenden Betrieb hinaus zu bearbeiten. Umgekehrt entscheiden ESG-Kriterien maßgeblich darüber, ob eine Bewerbung überhaupt Aussicht auf Erfolg hat. Maßstab ist die Agenda 2030 der Vereinten Nationen. Die Europäische Union hat die 17 Nachhaltigkeitsziele (SDGs) über den Green Deal in ihre Programme übersetzt; sie prägen heute die Logik nahezu aller Förderschienen und sind im europäischen Wettbewerb um Fördermittel von erheblicher Bedeutung. 14

In den Ausschreibungen bleiben diese Ziele jedoch nicht abstrakt, sondern sind als Bedingungen formuliert. Horizon Europe etwa setzt einen Gleichstellungsplan (Gender Equality Plan) als Zugangsberechtigung voraus und verlangt den Nachweis, dass ein eingereichtes Vorhaben keinem Umweltziel erheblich schadet, im Sinne des Prinzips: „Do No Significant Harm.“

2025: Beitritt IÖB-Game-Changer Nachhaltige Entwicklung ist eng an zukunftsorientiertes Denken gebunden. Um über innovative Ansätze im Bereich der öffentlichen Beschaffung laufend informiert und im Austausch zu sein, ist das Universalmuseum Joanneum im Jahr 2025 dem Netzwerk Innovationsfördernde Öffentliche Beschaffung beigetreten. Diese Initiative verfolgt das Ziel, klima- und umweltschutzrelevante Innovationen zu fördern und öffentliche Akteure bei der Optimierung ihrer Beschaffungsprozesse zu unterstützen. Das Joanneum ist in dieser Kooperation als einziger Game-Changer im Kulturbereich aktiv. Game-Changer sind die aktivsten Partner*­ innen der IÖB, die sich zu einer langfristigen, systematischen Zusammenarbeit bekennen und innovationsfördernde Beschaffung fest


in ihren Prozessen verankern. Gemeinsam mit der IÖB-Servicestelle entwickeln sie neue Formate, identifizieren Zukunftsthemen und machen innovative Lösungen sichtbar. Das Universalmuseum Joanneum bringt dabei als Kultur- und Forschungseinrichtung vielfältige Expertise ein und entwickelt sich im Austausch mit anderen innovativen Organisationen stetig weiter. Als IÖB-Game-Changer übernehmen wir die Funktion des Impulsgebers und Multiplikators. Die Partnerschaft zeigt, dass Museen aktive Akteure in Innovationsökosystemen sein können. Die entwickelten Ansätze lassen sich auf andere Kulturinstitutionen übertragen und tragen dazu bei, den Museumsbereich insgesamt nachhaltiger, digitaler und resilienter zu gestalten. Innovationsworkshop – Advanced Materials Im September organisierte die IÖB einen Innovationsworkshop mit dem Titel: „Potentiale Realisieren“, der dazu diente, bestehende Innovationsideen zu sammeln und gemeinsam weiterzudenken. Zudem sollten gänzlich neue Innovationspotentiale erkannt und deren Umsetzung angeregt werden. Fokusthema war der Einsatz von Advanced Materials (AdMats) und Smart Materials. AdMats zeichnen sich durch besonders leichte und gleichzeitig besonders starke Materialzusammensetzung aus. Smart Materials ergänzen diese Eigenschaften um Funktionen wie Temperatur-, Druck- oder Lichtsteuerung. Dies kann besonders in Bereichen wie Ausstellungsplanung und -aufbau relevant sein. Ende 2026 wird dieser Ansatz im Bereich Verpackungsmaterial vertieft. Gemeinsam mit der Personalentwicklung werden Weiterbildungsoptionen zusammengetragen, die das Thema aufgreifen, um im Jahr 2027 Schulungsmaßnahmen in Umsetzung zu bringen. Gamification-Challenge Im Oktober 2025 entwickelte das Joanneum in Zusammenarbeit mit der IÖB die Challenge „Gamification im Museum der Zukunft“. Startups und Gaming-Expert*innen wurden eingeladen, innovative Ideen zum Thema einzureichen. Die Projektidee basiert darauf, analoge und digitale Sammlungen durch spielerische, interaktive und inklusive Formate neu erlebbar zu machen. Wichtige Voraussetzung für eine gelungene Einreichung waren dabei die beiden Aspekte Inklusion und Niederschwelligkeit. Auch weniger museumsaffine Menschen sollen durch barrierefreie, leicht zugängliche Formate gewonnen werden. Lernmotivation, Besucher*innenbindung und Erlebnisqualität sollten durch die Lösungsideen signifikant gesteigert werden. Dem zugrunde liegt die Transformation des Museumsverständnisses vom statischen Archiv hin zum lebendigen Ort des Spiels, der Mitgestaltung und des Diskurses. Die Idee war, bewusst disruptive Innovationen zu entwickeln, die Mechanismen aus Gaming, EdTech, XR, Tourismus adaptieren und ins Museum übertragen mit dem Ziel, unser Museum als partizipativen, interaktiven Kulturraum weiterzuentwickeln. Eine zusätzliche Anforderung, die eine gelungene Einreichung auszeichnete, war die Berücksichtigung von Aspekten wie Energieeffizienz. In seinem Umfang beschäftigte sich das Projekt mit einer wichtigen Fragestellung in Bezug auf die sozial ökologische Transformation des Museumsbereichs.

5. Ausblick Die Nachhaltigkeitsstrategie des Universalmuseums Joanneum bildet eine umfassende Grundlage für eine tiefgreifende Transformation des Museumsbetriebs. Der Green Deal ist im Kulturbetrieb nicht nur machbar, sondern eine Chance, die kulturelle, soziale und ökologische Verantwortung zu vereinen und gemeinsam mit starken Partner*innen zu gestalten. Das Joanneum wird diesen Weg konsequent weiterverfolgen, seine Netzwerke ausbauen und innovative Kooperationen als Schlüssel zu einer zukunftsfähigen Museumslandschaft etablieren. Wir leisten mit dieser Offenheit zugleich einen wichtigen Beitrag zur Aufklärungsarbeit und zur Bewusstseinsbildung im öffentlichen Raum. Dieser Nachhaltigkeitsbericht ist ein Nachweis gelebter ökologischer und sozialer Verantwortung. Ziel ist es, den tatsächlichen Fortschritt zu dokumentieren und eine Vorreiterrolle in der österreichischen Kulturlandschaft einzunehmen, in deren Zentrum natürlich nach wie vor unsere Besucher*innen – besonders die Bedürfnisse von Besucher*innen zukünftiger Generationen stehen.

ESG-Praktiken Das Universalmuseum Joanneum hat spezifische Praktiken eingeführt, die darauf abzielen, den Übergang zu einer nachhaltigeren Wirtschaft zu unterstützen. Diese Praktiken zielen darauf ab, negative Auswirkungen auf Mensch und Umwelt zu reduzieren und positive Auswirkungen zu erhöhen. Dazu gehören: → Ende 2026 wird dieser Ansatz im Bereich Verpackungs­material vertieft. Gemeinsam mit der Personalentwicklung werden Weiterbildungsoptionen zusammengetragen, die das Thema aufgreifen, um im Jahr 2027 Schulungsmaßnahmen in Umsetzung zu bringen. → Digitalisierung interner Prozesse zur Minimierung des Papierverbrauchs und zur Verringerung der Umweltbelastung durch physische Dokumentation. → Teilrefundierung bei Nutzung eines Klimatickets für Geschäftsreisen. → Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsplatzbedingungen, darunter ergonomische Arbeitsplätze, flexible Arbeitszeit­ modelle und Unterstützung für mobiles Arbeiten. → Schulungen und Sensibilisierungsmaßnahmen für Mitarbeitende, um Nachhaltigkeit in den Arbeitsalltag zu integrieren. → Vergrößerung unseres Klima-Handabdrucks in den Bereichen Inklusion, Betriebliches Gesundheitsmanagement und Gleichstellung. Diese Praktiken sind ein integraler Bestandteil der Umsetzung unserer Nachhaltigkeitsstrategie und tragen dazu bei, unser Engagement für eine nachhaltigere Zukunft zu stärken. 15


Österreichisches Umweltzeichen Kunsthaus Graz Umweltzeichenverlängerung Über die Sommermonate 2025 wurde die Rezertifizierung des Österreichischen Umweltzeichens mit Unterstützung von Georg Tappeiner und Nadine Schneiderbauer von Pulswerk vorbereitet; die Prüfung erfolgte im November durch Karin Dullnig. Insgesamt wurden 13 übergeordnete Kriterien (etwa Management und Kommunikation, museumsspezifische Anforderungen oder Verkehr und Mobilität) anhand zahlreicher Unterkriterien (jeweils rund 30) systematisch dokumentiert und bewertet. Das Kunsthaus erreichte dabei 56 Muss-Punkte sowie 75,5 Soll-Punkte und übertraf damit deutlich die erforderliche Soll-Punkteanzahl von 43. Besonders hervorgehoben wurde von der Prüferin das Engagement der Mitarbeiter*innen sowie die konsequente Umsetzung nachhaltiger Maßnahmen. ESG-Maßnahmen Aus der Rezertifizierung des Österreichischen Umweltzeichens Ende 2025 haben sich erneut mehrere konkrete Maßnahmen ergeben, die derzeit umgesetzt werden. Dazu zählt unter anderem die Entwicklung eines Informationsblatts für externe Vermietungen, das GreenEvent-Kriterien sowie Mindeststandards für nachhaltige Veranstaltungsformate kommuniziert. Weiterhin werden zentrale Verbräuche wie Wasser, Strom, Abfall und Reinigungsmittel jährlich erhoben und in ihrer Entwicklung beobachtet. Mit der Einführung der freiwilligen Arbeitsgruppe BIENE wurde ein erweitertes Green Team etabliert, das sich mit Nachhaltigkeitsprojekten befasst. Bei klimaunempfindlichen Leihgaben werden Leihbedingungen verstärkt im Sinne ökologischer Anforderungen überprüft und gegebenenfalls nachverhandelt. Darüber hinaus wird das Programm des Kunsthauses kontinuierlich unter Nachhaltigkeitsaspekten weiterentwickelt, sowohl inhaltlich als auch strukturell. So wurde etwa im EUProjekt BRIDGE, das sich mit intersektional benachteiligten Künstlerinnen in der Diaspora beschäftigt sowie der Aspekt der SDGs (UN Sustainable Development Goals) eingebracht, um deren Anwendung im musealen Kontext zu stärken. Selbstverständlich ist auch soziale Nachhaltigkeit ein zentraler Bestandteil des Programms, etwa durch regelmäßige Programme für und mit Menschen mit Behinderung sowie Angebote für Menschen mit Demenz wie den „Koffer der Erinnerung“. Innovation und Zukunftsvisionen Das Kunsthaus Graz hat mit seiner Einreichung zur innovativen Weiterentwicklung der ikonischen Fassade an der „Expedition Zukunft – CHALLENGE Public Sector“ teilgenommen – einem Förderprogramm der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG), das ambitionierte Vorhaben in einer frühen Phase unterstützt, die das Potenzial für bahnbrechende Innovationen und großen gesellschaftlichen Impact haben. Ziel ist es, visionäre Ideen aus Kunst, Wissenschaft, Technologie und sozialen Bereichen zu fördern, die eine nachhaltige und positive Veränderung der Zukunft bewirken können. Das Kunsthaus Graz konnte sich dabei durchsetzen und den Wettbewerb im Jahr 2025 für sich entscheiden. 16

Im Jahr 2026 wird die damit verbundene IÖB-Challenge durchgeführt, eine Initiative der Innovationsfördernden Öffentlichen Beschaffung (IÖB). Dabei geht es darum, dass öffentliche Auftraggeber konkrete Herausforderungen einreichen, für die am Markt nach innovativen Lösungsansätzen gesucht wird. Die IÖB-Challenge dient als Plattform, um Brücken zwischen öffentlichen Institutionen und innovativen Unternehmen zu bauen und so neue Technologien, Produkte und Dienstleistungen für die öffentliche Hand zu identifizieren und zu fördern. Gesucht werden innovative Fassadenlösungen für Energieeffizienz und Witterungsbeständigkeit.

Österreichisches Freilichtmuseum Stübing Umweltzeichenverleihung 2025 wurde das Österreichische Freilichtmuseum als „Grünes Museum“ zertifiziert. Die Auszeichnung umfasst sämtliche Bereiche des Museums – von den historischen Gebäuden und Freiflächen über Werkstätten und Verwaltungsbereiche bis hin zu Besucher*innenInfrastruktur und Gastronomie. Ziel ist die verantwortungsvolle und ressourcenschonende Nutzung von Energie, Materialien und natürlichen Ressourcen. Dabei werden alle Bereiche des Museums berücksichtigt – vom laufenden Museumsbetrieb über Veranstaltungen und die Erhaltung der historischen Gebäude bis hin zum verantwortungsvollen Umgang mit Natur und Landschaft. In diesem Zusammenhang wurde auch der Brecheltag als Green Event zertifiziert, wobei weitere Veranstaltungen folgen sollen. Bereits umgesetzt wurden zahlreiche Maßnahmen in den Bereichen Energie, Wasser, Abfall, Mobilität und Naturschutz. Dazu zählen Photovoltaikanlagen, energieeffiziente Geräte und Beleuchtung, Maßnahmen zur Wasser- und Abfallreduktion, Digitalisierungsprojekte sowie der Einsatz umweltfreundlicher Reinigungsmittel. Bei Bau- und Erhaltungsmaßnahmen werden nachhaltige Lösungen berücksichtigt, während Maßnahmen zur Förderung der öffentlichen Anreise und zum Schutz des Naturschutz- und Natura-2000Gebiets umgesetzt werden. Ergänzt wird dies durch regionale und nachhaltige Produkte im Museumsshop sowie regionale und biologische Lebensmittel in der Gastronomie. Vorwärts zu den Wurzeln Nach dem Prinzip Vorwärts zu den Wurzeln ist es das Ziel des Freilichtmuseums, das historische Wissen unserer bäuerlichen Vorfahren für die Herausforderungen der Gegenwart und der Zukunft zu nutzen, für alle zugänglich zu machen sowie für zukünftige Generationen zu bewahren und weiterzuentwickeln. Alle Aktivitäten und Maßnahmen stehen im Freilichtmuseum im Einklang mit Natur und Umwelt, wobei die natürlichen Ressourcen gewissenhaft und mit Bedacht genutzt werden. Im Freilichtmuseum wird versucht, das historische bäuerliche (nachhaltige) Wissen über Materialien, Hausbau, Landwirtschaft, Umgang mit Ressourcen und kulturellem Erbe für die geplanten Maßnahmen optimal zu nutzen. Mitarbeiter*innen, Ehrenamtliche, Besucher*innen, Lieferanten etc. leisten diesbezüglich einen wesentlichen Beitrag, das Museum umweltfreundlich und nachhaltig zu gestalten.


Schloss Stainz und Rosegger-Museen Im Jahr 2025 wurden die Museen in Schloss Stainz mit dem Österreichischen Umweltzeichen zertifiziert. Damit wurde ein wichtiger Schritt in der nachhaltigen Entwicklung des Standorts und in der Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie des Universalmuseums Joanneum erreicht. Gemeinsam mit dem organisatorisch eingebundenen Rosegger-­ Museum in Krieglach und dem Rosegger-Geburtshaus am Alpl, die als Dependance mitzertifiziert wurden, setzen wir Maßnahmen für einen verantwortungsvollen Museumsbetrieb um. Im Mittelpunkt stehen der bewusste Umgang mit Ressourcen, die Reduktion von Umweltbelastungen sowie die Verbindung von Kulturvermittlung, Natur und gesellschaftlicher Verantwortung. Ressourcenschonung In Stainz setzen wir auf Energieeffizienz und die Reduktion von Umweltbelastungen. Die Beleuchtung wurde seit 2022 weitgehend auf LED-Technologie umgestellt und wird laufend optimiert. Die Wärmeversorgung von Schloss Stainz erfolgt über die Nahwärme. Auch die Rosegger-Standorte nutzen erneuerbare Energien: Das Rosegger-Geburtshaus am Alpl wird seit 2012 mit einer Pelletsheizung beheizt, das Museum in Krieglach seit 2020 über ein Biomasse-Fernwärmesystem versorgt. Ein bewusster Umgang mit Materialien und Ressourcen ist ein zentraler Bestandteil des Museumsbetriebs. Umweltzertifiziertes Papier wird eingesetzt, digitale Prozesse reduzieren den Papierverbrauch und Holzschnittabfälle werden von privaten Abnehmern weiterverwertet. Durch klare Mülltrennung, die Reduktion von Kunststoffabfällen sowie die Wiederverwendung von Ausstellungsmaterialien und Verpackungen werden Ressourcen geschont.

Ein wertschätzendes Arbeitsumfeld, Teamarbeit und die Einbindung der Mitarbeiter*innen in Nachhaltigkeitsthemen sind wichtige Grundlagen unseres Museumsbetriebs. Die Museen setzen auf ein offenes und zunehmend barrierearmes Angebot, um möglichst vielen Menschen Zugang zu Kultur und Wissen zu ermöglichen. Ausstellungen, Vermittlungsprogramme und Veranstaltungen als Open House schaffen Räume für Begegnung und Austausch. Künftig sollen verstärkt Angebote für Erwachsene entwickelt werden, um lebenslanges Lernen und kulturelle Teilhabe zu fördern. Nachhaltigkeitsmanagement und Standortentwicklung Auf Ebene des Universalmuseums Joanneum wurden zentrale Strukturen für das Nachhaltigkeitsmanagement etabliert. Sie bilden die Grundlage für Umsetzung, Koordination und Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsziele. Am Standort Stainz erfolgen regelmäßige Evaluierungen der Umweltleistungen sowie seit 2025 eine systematische Erhebung von Nachhaltigkeitskennzahlen. Externe Energieaudits ergänzen das Monitoring. Nachhaltige Beschaffung ist verbindlich verankert und umfasst unter anderem Reinigungsmittel, Papierprodukte und technische Geräte. Auch der eingemietete Cafébetrieb ist in Abfall- und Umweltkonzepte eingebunden. Schloss Stainz ist als historischer Museumsstandort von besonderer Bedeutung. Die Eigentümerfamilie Meran trägt durch die Erhaltung der historischen Bausubstanz und die nachhaltige Bewirtschaftung des Areals wesentlich zur Sicherung des kulturellen Erbes bei. Die Verbindung von Kultur, Natur und Landschaft prägt die Entwicklung des Standorts und schafft die Grundlage für einen ressourcenschonenden und zukunftsfähigen Museumsbetrieb.

Bewusstseinsbildung und Teilhabe Nachhaltigkeit wird durch interne und externe Kommunikation sichtbar gemacht. Ausstellungen und Vermittlungsangebote greifen Themen wie Biodiversität und nachhaltigen Umgang mit Natur und Ressourcen auf. Auch Fortbildungen für Pädagog*innen sind Teil des Angebots. Am Beispiel des Lebenszyklus der Biene wird Biodiversitätswissen praxisnah vermittelt und Pädagog*innen werden als Multiplikator*innen für die Bildungsarbeit mit Kindern unterstützt.

17


3 – Umwelt Treibhausgasemissionen Brutto-Treibhausgasemissionen Die Auswirkungen unseres Unternehmens auf das Klima werden durch die Veröffentlichung unserer Treibhausgasemissionen (THG) nachvollziehbar. Im Geschäftsjahr 2025 begann das Universalmuseum Joanneum mit dem Aufbau eines Datenmanagements zur Erstellung einer ersten Treibhausgasbilanz. Als Baseline-Jahr wurde 2024 ausgewählt. Die Baseline-Bilanz dient als Referenz für alle Folgebilanzen und somit als Richtwert unserer Entwicklungen im Bereich Klimaschutz. Die gesammelten Datenpunkte für 2024 werden stetig ergänzt, um schlussendlich eine umfangreiche Baselinebilanz zu schaffen. Eine detaillierte Aufschlüsselung unserer produzierten Emissionen und Kennzahlen ist in dem Baseline-Bilanzbericht aufgelistet, der bis Ende 2026 entsteht. Gleichzeitig erfolgte im aktuellen Geschäftsjahr die Sammlung der Daten für das Berichtsjahr 2025, um bereits im Nachhaltigkeitsbericht bestmöglich Vergleichswerte wiederzugeben. Im Entstehungszeitrahmen des Nachhaltigkeitsberichts liegen Endabrechnungen nur teilweise vor. Schätzungen dienen daher vorerst als Mittel zur Berechnung. Ergänzungen und ein feinerer Detailgrad sind künftig im eigenständigen Treibhausgasbilanzbericht einzusehen. Seit der Veröffentlichung des vergangenen Nachhaltigkeitsberichts konnten weitere zentrale Themenbereiche in Scope 3 erarbeitet werden. Die Punkte Mitarbeiter*innenmobilität sowie Besucher*innenmobilität sind wesentlich für eine realistische Darstellung des Gewichts unserer Emissionen und konnten in diesem Jahr ergänzt werden. Im Bereich Dienstreisen konnten bisher die Daten der Bahnreisen ausgewertet werden. Die Aufstellung unserer Emissionen und der Aufbau eines entsprechenden THG-Managements ist ein kontinuierlicher Prozess. W ­ ichtig ist uns zum gegebenen Zeitpunkt, einen möglichst transparenten Einblick in unser Vorgehen sowie den Stand der D ­ atenlage zu geben.

Energieverbrauch Unser Energieverbrauch wird in Kilowattstunden angegeben und setzt sich aus Strom und Wärme/Kälte (aus Brennstoffen) zusammen. Abgesehen von der Stromerzeugung aus eigener PV-Anlage, war es noch nicht möglich, die Stromemissionen für die Bilanz 2025 in erneuerbar und nicht erneuerbar zu unterteilen. Die zugekaufte Stromleistung wird daher vollständig dem nicht erneuerbaren Teil zugeschrieben. Verbrauch aus erneuerbaren Energieträgern [kWh]

Davon Eigenerzeugung erneuerbarer Energie [kWh]

Verbrauch aus nicht erneuerbaren Energieträgern [kWh]

Gesamtverbrauch 2025

Gesamtverbrauch 2024 [kWh]

Strom (laut Versorgerrechnung)

3 431

3 431

5 534 216

5 537 647

7 111 980

Wärme/Kälte (Brennstoffe)

215 824

0

5 088 095

5 303 919

5 706 576

Gesamt

219 255

3 431

10 622 311

10 841 566

12 818 556

Brutto-Treibhausgasemissionen Basierend auf den verfügbaren Informationen und unter Berücksichtigung der spezifischen Gegebenheiten des ­Universalmuseums Joanneum ergeben sich zum aktuellen Zeitpunkt untenstehende Werte für die THG-Emissionen (Werte > 0,5 aufgerundet, Werte < 0,5 abgerundet). Die Werte gliedern sich in drei verschiedene Bereiche: → Scope 1 – Direkte Emissionen aus eigenen Quellen, die wir kontrollieren (z. B. Fuhrpark, Kältemittel) → Scope 2 – Indirekte Emissionen aus der Erzeugung von eingekaufter Energie (z. B. Strom, Wärme oder Kühlung) → Scope 3 – Indirekte Emissionen aus der Wertschöpfungskette

18


ID

Titel

Inhalt

2025

2024

B3

Energieverbrauch

Gesamtenergieverbrauch (kWh)

10 841 566kWh

12 818 556 kWh

Anteil erneuerbar (kWh)

219 255 kWh (2 %)

1 210 092 kWh (9 %)

Anteil nicht erneuerbar (kWh)

10 622 311 kWh (98 %)

11 608 464 kWh (91 %)

Gesamt Scope 1-3 (t CO2e)

10 823 t CO2e

6 478 t CO2e

Anteil Scope 1 (t CO2e)

289 t CO2e

349 t CO2e

Anteil Scope 2 (t CO2e)

1 374 t CO2e

1 339 t CO2e

Anteil Scope 3 (t CO2e)

9 160 t CO2e

4 791 t CO2e

B3

Treibhausgasemissionen

Posten

Emissionen 2025 Anteil Gesamtemissionen 2025

Emissionen 2024

Scope 1

289 t CO2e

2,67 %

349 t CO2e

Eingekaufte Wärme

127 t CO2e

1,17 %

136 t CO2e

Sonstige Treibstoffeinsätze

2,5 t CO2e

0,02 %

28 t CO2e

Eigenfuhrpark

144 t CO2e

1,33 %

148 t CO2e

Kältemittel

16 t CO2e

0,15 %

37 t CO2e

Scope 2

1 374 t CO2e

12,69 %

1 339 t CO2e

Eingekaufter Strom

680 t CO2e

6,29 %

1 058 t CO2e

Eingekaufte Wärme

693 t CO2e

6,41 %

281 t CO2e

9 160 t CO2e

84,63 %

4 791 t CO2e

Eingekaufter Strom

161 t CO2e

1,49 %

279 t CO2e

Eingekaufte Wärme

342 t CO2e

3,16 %

159 t CO2e

Sonstige Treibstoffeinsätze

1 t CO2e

0,01 %

8 t CO2e

Dienstreisen

3 t CO2e

0,03 %

0,514 t CO2e

Mitarbeiter*innenmobilität

69 t CO2e

0,64 %

523 t CO2e

Besucher*innenmobilität

8 187 t CO2e

75,65 %

3 420 t CO2e

Eigenfuhrpark

48 t CO2e

0,45 %

45 t CO2e

Papier

32 t CO2e

0,29 %

34 t CO2e

IT-Geräte

40 t CO2e

0,37 %

41 t CO2e

Kältemittel

0 t CO2e

0,00 %

0 t CO2e

Lebensmittel

59 t CO2e

0,54 %

59 t CO2e

Tierfutter

217 t CO2e

2,00 %

217 t CO2e

Bau und Sanierung

0 t CO2e

0,00 %

6 t CO2e

Gesamtemissionen

10 823 t CO2e

100 %

6 478 t CO2e

Scope 3

19


Klimawandelanpassung Treibhausgasreduktionsziele

Steirischer Landestiergarten GmbH

Die Ziele sowie ein Zieljahr und eine eingehende Maßnahmenplanung zur Erreichung der Klimaneutralität werden ab dem Geschäftsjahr 2026 ausführlich im Rahmen eines Klimaneutralitätspfads erarbeitet. Grundlage dafür ist die Baseline-Bilanz. Diesen Prozess begleitet die Energie Agentur Steiermark im Rahmen des Projekts KLIM 2030. Das Projekt wurde vom Land Steiermark in Auftrag gegeben und soll Landesbeteiligungen beim Aufsetzen und Umsetzen im Prozess der Klimabilanzierung unterstützen. Die Zielsetzungen orientieren sich jedenfalls an den folgenden Punkten:

Auf Grundlage einer Energieberatung wurden mehrere Maßnahmen formuliert, die schrittweise umgesetzt werden sollen. Elektroheizsysteme in Bestandsgebäuden sollen mit alternativen Heizsystemen ausgestattet werden. Ältere Bestandsgebäude können durch eine thermische Sanierung in der Energiebilanz verbessert werden.

→ Sukzessive Umrüstung auf LED → Tausch von Lüftungs- und Kälteanlagen → Energiemonitoring → Errichtung von Photovoltaikanlagen → Energieträgerwechsel

Förderung Klimafitte Kulturbetriebe Im Zuge der Förderschiene Klimafitte Kulturbetriebe konnten seit 2021 Maßnahmen zur Reduktion des Energieverbrauchs umgesetzt werden. Die durchgeführte Installation von LED-Leuchten für die Innen- und Außenbeleuchtung der Standorte Landeszeughaus, Zentralmagazin, Joanneumsviertel und eines weiteren Gebäudes (Sackstraße 16) wurden dadurch realisiert. Insgesamt wurden dabei 1.121 Lichtpunkte ausgetauscht. Des Weiteren erfolgte die Installation von Plug-in-Lösungen, montagerelevanten Kabeln und Leitungen, Rohr- und Tragsystemen sowie Schalt- und Steckgeräten. Basis der Maßnahmen war die Anpassung der Lichtsteuerungssysteme in Kombination mit neuen LED-Beleuchtungssystemen und eine effiziente Steuerungselektronik (Notlichtzentralen).

20

Fördermittel aus dem Ökofonds des Landes Steiermark sollen die Errichtung einer „Innovativen Wärmepumpe“ ermöglichen. Diese dient zur Wärmeversorgung des Restaurants Simbawelt, das derzeit mit einer konventionellen Ölheizung betrieben wird. Die Zusage von Fördermitteln ist wesentlich, um das Projekt in Umsetzung zu bringen. Ein entsprechendes Projektkonzept wurde bereits entwickelt. Zudem wird der Fuhrpark an Leicht-, Nutz- und Sonderfahrzeugen sukzessive von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor zugunsten von E-Fahrzeugen getauscht. Parallel dazu wird die Ladeinfrastruktur erweitert. Ein Ausbau der Dachflächen-Photovoltaik zur Abdeckung des Strom-Eigenbedarfs ist für das Jahr 2026 angedacht. Dafür ist das Dach des Bauhofs und der daran angrenzenden Gebäude vorgesehen. Eine weitere PV-Anlage könnte im Bereich der Zooschenke folgen.


Klimarisiken Der Beginn einer strukturierten Erhebung physischer und transitorischer Klimarisiken ist für das 2026 angesetzt. Ziel ist es, potenzielle Risiken systematisch zu identifizieren und im Anschluss in die strategische Unternehmenssteuerung zu integrieren.

Tierwelt Herberstein

Universalmuseum Joanneum

→ Anhaltende Trockenzeiten beeinträchtigen die Nutzwasserversorgung unserer Standorte mit großen Freiflächen und der Tierwelt Herberstein.

Das Joanneum hat die folgenden klimabedingten Gefahren und V ­ eränderungen festgestellt, die Auswirkungen auf das ­Unternehmen haben. → Extremwetterereignisse (Starkregen, Stürme) stellen eine ­Gefahr dar und erhöhen die Kosten für die Instandhaltung. Die Auswirkungen sind bereits spürbar und könnten zukünftig ­deutlich stärker werden. → Wasserarme Perioden bei gleichzeitig starker Hitze gefährden den Pflanzenbestand und die Versorgung mit Nutzwasser. ­Besonders relevant ist diese Bedrohung für unsere Standorte mit großen Grün- und Freiflächen. Die Gefahr steigt mit dem Voranschreiten der Klimaerwärmung.

Die Tierwelt Herberstein hat die folgenden klimabedingten ­Gefahren und V ­ eränderungen festgestellt, die Auswirkungen auf das U ­ nternehmen haben.

→ Der Einkauf von Futtermitteln wie z. B. Heu könnte in sehr trockenen Sommern schwieriger bzw. teurer werden. Auch das Brandrisiko steigt. → Bei Tageshöchsttemperaturen von 24 °C und mehr stellen wir signifikante Abnahmen der Besucher*innenfrequenz fest. Steigende Temperaturen reduzieren das Besuchspotenzial und gefährden somit die wirtschaftlichen Ziele.

21


Biodiversität Das Universalmuseum Joanneum betreibt Standorte, die sich in der Nähe von biodiversitätssensiblen Gebieten befinden. Aus Rücksicht auf die natürliche Umgebung und zum Erhalt von Arten wurden bereits verschiedene Schutz- und Erhaltungsprojekte umgesetzt.

Steirischer Landestiergarten GmbH Erhaltungszucht zum Schutz von Biodiversität und Arten Der Steirische Landestiergarten (LTG) leistet einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Biodiversität, indem er Artenschutz, Forschung und Umweltbildung verbindet. Wissenschaftlich geführte Zoos stehen in einem engen Zusammenhang mit dem Schutz der Biodiversität, da sie aktiv daran arbeiten, bedrohte Tierarten zu erhalten und deren genetische Vielfalt zu sichern. Ein zentraler Bestandteil dieser Arbeit ist die Teilnahme am Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP). In diesem europäischen Netzwerk kooperieren die Zoos, um bedrohte Tierarten gezielt und wissenschaftlich betreut zu züchten. Ziel ist es, stabile und genetisch gesunde Populationen aufzubauen. Die Grundlage dafür bilden sogenannte Zuchtbücher, in denen Herkunft, Verwandtschaft und genetische Daten jedes einzelnen Tieres dokumentiert sind. Doch der Steirische Landestiergarten beschränkt sich nicht nur auf den Artenschutz innerhalb des Zoos (ex situ). Die Tierwelt umfasst ein Areal von 23 ha Fläche und rund 6 km Wegenetz. Mit Erhaltungsmaßnahmen im unmittelbar angrenzenden Europaschutzgebiet Feistritzklamm ist er auch in den Schutz natürlicher Lebensräume (in situ) eingebunden. Dieses Gebiet ist ein wertvoller Lebensraum für zahlreiche seltene Arten und ein wichtiger Bestandteil regionaler Biodiversität. Darüber hinaus sensibilisiert die Tierwelt Herberstein ihre Besucher*innen für die Bedeutung biologischer Vielfalt. Durch anschauliche Informationen, die Ausstellung im „Haus der Biodiversität“ und Tierbeobachtungen im naturfreundlichen Umfeld wird Verständnis für ökologische Zusammenhänge geschaffen und das Bewusstsein für Naturschutz gestärkt. Beweidungsprojekt Feistritzklamm Das über den Biodiversitätsfonds des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft und kofinanziert von der Europäischen Union – NextGenerationEU geförderte Projekt C421050 „Wiederbeweidung ESG Feistritzklamm/Herberstein und weitere naturschutzfachliche Maßnahmen zur Förderung gefährdeter Arten“ wurde von Mai 2024 bis Dezember 2025 im Europaschutzgebiet Feistritzklamm/Herberstein umgesetzt und zielte auf die Wiederherstellung und langfristige Sicherung wertvoller, historisch entstandener Offen- und Halboffenlebensräume ab. Hauptaugenmerk im Projekt war die Errichtung einer 5 ha großen Beweidungsfläche, die nach umfangreichen Freischneidungsarbeiten mit einem drei Meter hohen Zaun eingerahmt sowie einem großen Unterstand ausgestattet und in der Folge mit Ziegen beweidet wurde. Erweitert und ebenfalls beweidet wurde die schon zuvor angelegte Beweidungsfläche „Hirschenstadl“ mit rund 1 ha.

22

Insgesamt zeigt das Projekt, dass die Kombination aus gezielter Wiederbeweidung, manueller Gehölzregulierung und begleitendem Monitoring ein wirksames Instrument zur Erhaltung und Wiederherstellung hochsensibler Lebensräume darstellt. Die gesetzten Maßnahmen bilden eine tragfähige Grundlage für die langfristige Sicherung der außergewöhnlichen Biodiversität des Europaschutzgebietes Feistritzklamm. Für den nachhaltigen Erfolg der Wiederherstellung der Offen- und Halboffenlebensräume und insbesondere der Erhaltung der Silikatmagerrasen der Feistritzklamm ist eine Fortführung des Projektes von essenzieller Bedeutung. Deshalb wurde ein ELER-Folgeprojekt eingereicht und ein weiteres Förderprojekt des Landes Steiermark vorbereitet. Beide Projekte sollen eine Fortführung der Beweidung mit Steinböcken und Ziegen in den Jahren 2026–2028 sowie die Umsetzung weiterer biotoperhaltender Maßnahmen ermöglichen. Erhaltung und Erweiterung des Baumbestands Die Erhaltung des alten Baumbestands im Tierparkgelände ist aus naturschutzfachlichen Gründen und zur Erhaltung des Parkcharakters ein wichtiges Anliegen. Im Baumkataster wurden bisher 1.132 Bäume aufgenommen. Durch die Katalogisierung können Zukunftsbäume definiert und ökologisch wertvolle Bäume erhalten werden. Für die langfristige Sicherung des Baumbestands und als klimafitte Anpassung zur Schaffung von zusätzlichen Schattenplätzen vor allem entlang der Besucher*innenwege wurden im Jahr 2025 100 zusätzliche Bäume aus 45 Baumarten gepflanzt. Innerhalb der Gehege und auf nicht genutzten Freiflächen sollen künftig durch Auszäunung bzw. durch Errichtung von Totholzhaufen Flächen zur Naturverjüngung geschaffen werden. Initialpflanzungen und der Bau kleiner Feuchtbiotope mit natürlicher Abdichtung durch Lehm sind weitere biodiversitätsfördernde Maßnahmen, die den Biotopverbund-Bestrebungen Rechnung tragen werden.

Schloss Stainz Regionale Kulturpflanzen Im Rahmen des Green Day 2025 wurden auf dem Museumsareal Schloss Stainz zwei jeweils 100 m² große Wildblumenwiesen im Rahmen der Initiative „Aktion Wildblumen“ unter fachlicher Begleitung des Vereins „Blühen&Summen“ angelegt. Die Mitarbeiter*innen bereiteten die Flächen gemeinsam vor und brachten das Saatgut aus. Ergänzend wurde ein überdimensionales Insektenhotel errichtet, das Wildbienen und anderen nützlichen Insekten Nist- und Überwinterungsmöglichkeiten bietet. Die Wiesen werden langfristig gepflegt und als Lebensraum für Pflanzen und Tiere weiterentwickelt. Aufgrund der positiven Erfahrungen soll der Green Day künftig als wiederkehrende Maßnahme fortgeführt werden. Im Rahmen des Projekts „Bertas Flachs“ der Österreichischen Flachs Gilde bauen wir am Standort Stainz Flachs an, um die traditionelle Verarbeitung von der Aussaat bis zur Fasergewinnung nachvollziehbar zu machen. Damit rückt die historische Nutzpflanze wieder stärker ins Bewusstsein. Auch der Schauacker am Standort Stainz greift die Themen der aktuellen Ausstellung auf.


Dort werden regionale Nutzpflanzen angebaut und landwirtschaftliche Praxis erlebbar gemacht. Die Ernte wird als gesunde Pausenverpflegung für Mitarbeiter*innen sowie in Kinderprogrammen genutzt. Die Apfelernte wird der Ribes Frucht & Saft KG zur regionalen Saftherstellung übergeben. Im Gegenzug erhält das Museum ein Saftguthaben. Dadurch wird die regionale Wertschöpfung nachhaltig gestärkt. Auch am Kluppeneggerhof – Peter Roseggers Geburtshaus am Alpl – wird seit 2015 ein Garten mit traditionellen regionalen Gemüsesorten gepflegt und Flachs kultiviert.

→ Wiesenflächen werden nur ein- bis zweimal jährlich und zeitversetzt gemäht, damit Wildblumen aussamen können und Insekten Lebensraum finden.

Österreichisches Freilichmuseum Stübing

→ Quartiere für Fledermäuse werden bereitgestellt und betreut. Im Silberberger Getreidekasten befindet sich eine Wochenstube für Fledermäuse.

Das Österreichische Freilichtmuseum Stübing versteht den Schutz der biologischen Vielfalt als wesentlichen Bestandteil seiner Verantwortung und seinem Tun. Das Museumsgelände umfasst eine Fläche von rund 65 ha und erstreckt sich über eine Länge von etwa 1,4 km durch das Tal des Enzenbaches. Durch die sorgfältige Pflege der traditionellen Kulturlandschaften, den Erhalt heimischer Tierund Pflanzenarten sowie die Förderung naturnaher Lebensräume leistet das Freilichtmuseum einen aktiven Beitrag zum Naturschutz. Besonderes Augenmerk gilt dem respektvollen Umgang mit dem Museumsgelände, das als Naturschutz- und abschnittsweise auch als Natura-2000-Gebiet ausgewiesen ist. Unter dem Leitgedanken „Vielfalt bewahren – Natur erleben“ werden Maßnahmen umgesetzt, die Kultur- und Naturerbe gleichermaßen schützen und für Besucher*innen erlebbar machen. Vielfalt bewahren – Natur erleben Das Österreichische Freilichtmuseum Stübing versteht den Schutz der biologischen Vielfalt als wesentlichen Bestandteil seiner Verantwortung und seinem Tun. Durch die sorgfältige Pflege der traditionellen Kulturlandschaften, den Erhalt heimischer Tier- und Pflanzenarten sowie die Förderung naturnaher Lebensräume leistet das Freilichtmuseum einen aktiven Beitrag zum Naturschutz. Besonderes Augenmerk gilt dem respektvollen Umgang mit dem Museumsgelände, das als Naturschutz- und abschnittsweise auch als Natura-2000-Gebiet ausgewiesen ist. Unter dem Leitgedanken „Vielfalt bewahren – Natur erleben“ werden Maßnahmen umgesetzt, die Kultur- und Naturerbe gleichermaßen schützen und für Besucher*innen erlebbar machen.

→ Auf ausgewählten Flächen bleibt Totholz als Lebensraum für Käfer, Pilze und andere Organismen liegen. → Auf chemische Pflanzenschutzmittel und künstliche Düngemittel wird komplett verzichtet. → Blühflächen mit heimischen Pflanzenarten werden angelegt bzw. erhalten.

→ Weideflächen werden naturnah gepflegt, um die Artenvielfalt von Pflanzen und Insekten zu fördern. → Besucher*innen werden durch Beschilderungen, Führungen und Vermittlungsprogramme über die Bedeutung der Biodiversität informiert. → Bei Bau- und Sanierungsmaßnahmen wird auf den Schutz bestehender Lebensräume geachtet. → Das Museumsgelände wird als Natur- und Natura-2000-Gebiet nach naturschutzfachlichen Kriterien gepflegt.

Luft, Wasser und Boden Das Universalmuseum Joanneum ist nicht gesetzlich verpflichtet, Schadstoffemissionen an zuständige Behörden zu melden, da im Geschäftsmodell keine relevanten Emissionen entstehen. Die Wasserentnahme des Universalmuseums Joanneum beschränkt sich vorwiegend auf den Bereich der Sanitäranlagen sowie die Bewässerung von Grünanlagen. Da keine Wasserentnahme im Zusammenhang mit Produktionsbetrieben erfolgt, werden dazu auch keine Verbrauchs- bzw. Kennzahlen erhoben und dargestellt. Der Themenbereich Wasser wurde im Zuge der doppelten Wesentlichkeitsanalyse im Rahmen unserer Geschäftstätigkeit als nicht wesentlich eingestuft. Im Sinne einer ressourcenschonenden Wirtschaftsweise setzen wir auf Maßnahmen wie eine standortbezogene Bewässerung und die Erhöhung des Anteils versickerungsfähiger Flächen.

Eine Aufzählung von Maßnahmen, die umgesetzt wurden oder laufend realisiert werden, ist nachfolgend dargestellt. → Baumbepflanzungsaktion im Museumsgelände 2025 → Streuobstwiesen werden regelmäßig gepflegt und mit alten regionalen Obstsorten nachgepflanzt. → Museumsgärten und sämtliche Acker-, Wiesen- und Umlandflächen werden biozertifiziert → Traditionelle Nutzgärten mit alten Gemüse-, Kräuter- und Kulturpflanzensorten werden bewirtschaftet, Gemüse und Kräuter werden in der Gastronomie verarbeitet.

23


Ressourcennutzung Abfallaufkommen

Umweltschonender Reinigungseinsatz

Als Dienstleistungsunternehmen produzieren wir hauptsächlich Büroabfälle. Der Großteil besteht aus nicht gefährlichen Abfällen wie Papier, Verpackungsmaterial und organischen Abfällen aus der Küche. Durch konsequente Trennung und papierarmes Arbeiten wird das Abfallaufkommen minimiert. Büroabfälle wie Papier und Verpackungen werden getrennt gesammelt und einem Recyclingprozess zugeführt. Zudem werden Ausstellungsaufbauten und -behelfe wiederverwendet oder an Kooperationspartner*innen weitergegeben, um eine längere Nutzungsdauer zu ermöglichen. Da das Universalmuseum Joanneum nicht im Produktionssektor tätig ist, fallen keine wesentlichen Materialströme an. Ein jährlicher Materialfluss wird aufgrund der geringen Relevanz nicht erfasst. Gefährliche Abfälle fallen nur in geringem Umfang in Form von Elektronikschrott (z. B. alte Laptops, Monitore) oder Farbresten aus dem Ausstellungsaufbau an, die fachgerecht über zertifizierte Entsorgungsbetriebe recycelt werden.

Im Joanneum wird die Reinigung vorwiegend mit Materialien durchgeführt, die das Umweltzeichen tragen. Die Ausnahme bilden lediglich Sonderreinigungen, die nicht ohne Einsatz von Reinigungschemie möglich sind, allerdings wird auch hier zuerst versucht, mit mechanischen Methoden anzuwenden.

Nachfolgend sind unsere Abfallarten und das jeweilige Aufkommen in Tonnen angeführt:

Darüber hinaus kommen in einigen Häusern bioaktive Reinigungsmittel zum Einsatz, deren Tauglichkeit auch für unsere innerstädtischen Standorte getestet wird. Zudem unterliegt unser Reinigungsbereich stetigen Optimierungsbestrebungen. Der Erfahrungsaustausch mit Firmen und Standorten ermöglicht es im Zusammenhang mit der jährlichen Schulung hausinterner Reinigungskräfte, einen hohen Reinigungsstandard mit möglichst geringem Ressourcenaufwand zu generieren. Im Joanneumsviertel und Kunsthaus Graz haben wir in den letzten Jahren von Papier- auf Stoffhandtücher umgestellt, was eine massive Reduktion an Restmüll zur Folge hat. Beginnend mit dem 3. Quartal 2026 werden wir nun den Effekt von elektrischen Händetrocknern evaluieren, die in Schloss Eggenberg zum Teil bereits erfolgreich eingesetzt werden. Dies würde die Transport- und Reinigungsleistung für die Stoffhandtücher reduzieren und damit zu Einsparungen von Emissionen führen.

Abfallaufkommen (in Tonnen) Nicht gefährliche Abfälle

2025

2024

Holz

11

5

Schrott leicht

0,6

0,7

Altpapier

190

200

Bio

8

10

Glas

35

30

Leicht- und Metallverpackungen

40

40

Restmüll

45

50

Sperrmüll

5

0

Batterien

0,2

0,3

Elektrogeräte

0,85

2,1

Bildschirmgeräte

0,075

0,2

Leuchtstoffröhren

0,043

0,1

Lösemittelgemisch

0,008

0

0

0,002

Altlacke

0,167

0,3

Kunststoffdispersion

0,27

0,6

Kühlgeräte

0,14

0

Klimageräte

0,08

0

Ölradiator

0,02

0

Laborabfälle

0

0,5

Spraydosen mit Rest

0

0,015

Gefährliche Abfälle

Öl- und Luftfilter

24


Anwendung der Kreislaufwirtschaft

Kooperation mit circulART

Das Joanneum setzt auf Maßnahmen der Kreislaufwirtschaft, um den Ressourcenverbrauch zu reduzieren und Abfälle zu vermeiden.

Materialhalle zur Förderung der Kreislaufwirtschaft

→ IT-Geräte werden länger im Betrieb genutzt. Die Nutzungsdauer wurde auf zumindest 6 Jahre erhöht.

Im Rahmen der Kooperation mit dem Verein circulART unterstützen wir das Ziel, einen nachhaltigen Materialkreislauf im Kunst- und Kulturbereich zu schaffen. Das Kunsthaus Graz, das Volkskundemuseum und die Neue Galerie Graz geben nach Ausstellungsende regelmäßig Ausstellungsbehelfe an circulART ab. Materialien, Tische, Vitrinen, Sockel und anderes Mobiliar werden von der Initiative in einen Fundus am Gelände der Rösselmühle aufgenommen und stehen dort Kulturschaffenden, Vereinen und auch Privatpersonen für eine Nachnutzung zur Verfügung. Diese können kostengünstig erworben oder angemietet werden. Restbestände und Einzelstücke finden dabei eine sinnhafte Nachnutzung. Das Ziel ist die vielfache Wiederverwendung von Objekten bei gleichzeitiger Einsparung von Material, Energie und dadurch Kosten. Dies trägt zu einer sozialökologischen Transformation im Kunst- und Kulturbereich bei.

→ IT-Geräte werden nach ihrer Nutzungsdauer weiterverwendet oder recycelt. Die Nutzungsdauer von Stand-PCs und Notebooks wurde auf 7 Jahre erhöht. Zudem werden Bildschirme und Smartphones bis zu ihrem Lebensende genützt und nur in Einzelfällen, auf Basis valider Begründung, getauscht. Druckergeräte werden aufgrund vertraglicher Bindung alle 5 Jahre ausgewechselt. → Der Bürobetrieb zeichnet sich zunehmend durch eine papierlose Organisation aus, was den Verbrauch von Druckerpapier reduziert. → Zudem setzen wir auf eine exakte Abfalltrennung, um die Recyclingquote zu erhöhen. Das verwendete Papier ist ausnahmslos mit Umweltzeichen zertifiziert. → Verwendete Ausstellungsaufbauten werden wiederverwendet oder gespendet, um eine Weiternutzung zu ermöglichen. → Wir prüfen bei der Beschaffung für den Büroalltag verstärkt den Einsatz von Produkten aus Recyclingmaterialien. Der Abfallbeauftragte evaluiert und aktualisiert laufend die Abfallwirtschaftskonzepte je Standort und kümmert sich um die Schulung der Mitarbeitenden.

25


4 – Soziales Wir sind davon überzeugt, dass eine Belegschaft, die gesellschaftliche Diversität und vielfältige Meinungen widerspiegelt, einen Mehrwert für unser Unternehmen leistet. Die nachfolgenden Angaben helfen, ein klares Bild unserer Belegschaftsstruktur zu zeichnen und unsere Bemühungen zur Gleichstellung zu dokumentieren. Auf den nachfolgenden Seiten sind unsere Kennzahlen hinsichtlich sozialer Aspekte dargestellt. Die Gesamtzahl der Mitarbeitenden wird hierfür nach verschiedenen Kriterien aufgeschlüsselt.

Personalstand und Entgelt Im Jahr 2025 waren im Konzern des Universalmuseums Joanneum durchschnittlich 619,8 Mitarbeitende beschäftigt. Dies entspricht 472,6 Vollzeitäquivalenten (VZÄ). Personalstand 2025 (jeweils gerundet auf eine Kommastelle)

in Köpfen

in VZÄ

537,8

406,4

Service-Gesellschaft

12,1

8,1

Kunsthaus Graz GmbH

8,0

6,4

Steirischer Landestiergarten GmbH

43,8

38,4

Simbawelt GmbH

18,2

13,3

Konzern des Universalmuseums Joanneum

619,8

472,6

Universalmuseum Joanneum GmbH

Innerhalb der Universalmuseum Joanneum GmbH teilen sich die Personalstände im Jahr 2025 wie folgt auf die einzelnen Abteilungen auf: Personalstand 2025 (jeweils gerundet auf eine Kommastelle)

in Köpfen

in VZÄ

Naturkunde

27,8

21,3

Archäologie & Münzkabinett

26,6

19,2

Schloss Eggenberg & Alte Galerie

27,6

23,9

Neue Galerie Graz

13,3

11,3

Kunst im Außenraum

9,2

6,3

Kulturgeschichte

24,8

20,8

Schloss Stainz

28,4

21,4

Schloss Trautenfels

13,0

10,0

Volkskunde

52,6

41,5

Interne Dienste

65,8

57,0

Außenbeziehungen

21,7

19,1

Abteilung für Besucher*innen

175,8

108,1

Museumsservice

28,0

25,4

Geschäftsführung

23,5

21,2

Universalmuseum Joanneum GmbH

537,8

406,4

Die Geschäftsführung umfasst folgende Stabsstellen: Center of Science Activities (CoSA), Kommunikation, Museums­ forum Steiermark, Sicherheit, Nachhaltigkeit, Förderungen und STEIERMARK SCHAU. 26


Der durchschnittliche Personalstand in Köpfen teilt sich wie folgt auf die verschiedenen Dienstvertragsarten auf: Personalstand in Köpfen 2025 (jeweils gerundet auf eine Kommastelle)

Beamt* innen

Vertragsbedienstete

Arbeiter* innen

Angestellte inkl. Praktikant*innen und Lehrlinge

Summe

Universalmuseum Joanneum GmbH

13,8

30,4

29,1

464,6

537,8

Service-Gesellschaft

0,0

0,0

11,7

0,4

12,1

Kunsthaus Graz GmbH

0,0

0,0

0,0

8,0

8,0

Steirischer Landestiergarten GmbH

0,0

0,0

26,0

17,8

43,8

Simbawelt GmbH

0,0

0,0

16,1

2,1

18,2

Konzern des Universalmuseums Joanneum

13,8

30,4

82,8

492,8

619,8

Unterscheidet man die Dienstvertragsarten nach Vollzeit- und Teilzeitbeschäftigungen, so ergibt sich für das Berichtsjahr folgende Auswertung: Personalstand in Köpfen 2025 (jeweils gerundet auf eine Kommastelle)

Vollzeit

Teilzeit

Summe

210,5

327,3

537,8

Service-Gesellschaft

2,9

9,2

12,1

Kunsthaus Graz GmbH

2,3

5,7

8,0

Steirischer Landestiergarten GmbH

33,1

10,7

43,8

Simbawelt GmbH

8,8

9,4

18,2

Konzern des Universalmuseums Joanneum

257,6

362,3

619,8

Prozent

42 %

58 %

100 %

Universalmuseum Joanneum GmbH

Vor allem in den Bereichen Besucher*innen-Service (Aufsicht) und Besucher*innen-Vermittlung ist der Anteil an Teilzeitkräften relativ hoch, um die Flexibilität innerhalb der Pools zu gewährleisten. Eine Aufschlüsselung nach Art des Arbeitsvertrags (befristet oder unbefristet) wurde für diesen Bericht aus Gründen der Machbarkeit nicht vorgenommen. Entgeltsystem Ausgehend vom gesetzlichen Mindestlohn orientiert sich unser Vergütungssystem an branchenüblichen Löhnen und Gehältern. Abhängig von Ausbildung, Aufgabengebiet und Vordienstzeiten variiert die Vergütung ab dem Mindestlohn. Eine Einteilung in aufsteigende Lohngruppen garantiert Transparenz und eine konkrete Zuordnung nach Beschäftigungsfeld. Eine Gehaltsvorrückung erfolgt alle vier Jahre um eine genau fixierte Gehaltsstufe.

27


Im Jahr 2025 waren durchschnittlich 260,7 Personen als Ehrenamtliche bzw. Volontär*innen in der Universal­museum Joanneum GmbH tätig: Anzahl Ehrenamtliche und Volontariate in Köpfen (jeweils gerundet auf eine Kommastelle)

Ehrenamtliche

Volontär*innen

Summe

Naturkunde

27,8

0,8

28,6

Archäologie & Münzkabinett

0,0

0,5

0,5

Schloss Eggenberg & Alte Galerie

10,0

0,0

10,0

Neue Galerie Graz

3,0

0,0

3,0

Kunst im Außenraum

0,0

0,0

0,0

Kulturgeschichte

7,3

0,3

7,7

Schloss Stainz

0,0

0,0

0,0

Schloss Trautenfels

2,0

0,0

2,0

185,7

0,2

185,9

Interne Dienste

1,0

0,0

1,0

Außenbeziehungen

19,6

0,0

19,6

Abteilung für Besucher*innen

2,1

0,0

2,1

Museumsservice

0,2

0,0

0,2

Geschäftsführung

0,3

0,0

0,3

258,9

1,8

260,7

Volkskunde

Universalmuseum Joanneum GmbH

Die Rubrik „Ehrenamtliche“ umfasst auch die Joanneums-Botschafter*innen.

28


Geschlechterthemen Unser Ziel ist eine diverse und inklusive Unternehmenskultur. Die nachfolgenden Angaben helfen, ein klares Bild unserer Belegschaftsstruktur zu zeichnen und den aktuellen Stand unserer Vielfalt und Gleichstellung zu dokumentieren. Denn eine Belegschaft, die gesellschaftliche Diversität und vielfältige Meinungen repräsentiert, liefert einen großen Mehrwert für die Weiterentwicklung unseres Unternehmens. Nach Geschlechtern teilt sich der durchschnittliche Personalstand in Köpfen wie folgt auf:

Durchschnittlicher Personalstand in Köpfen 2025 (jeweils gerundet auf eine Kommastelle)

männlich

weiblich

Summe

199,0

338,8

537,8

Service-Gesellschaft

4,1

8,0

12,1

Kunsthaus Graz GmbH

1,0

7,0

8,0

Steirischer Landestiergarten GmbH

19,7

24,1

43,8

Simbawelt GmbH

3,8

14,4

18,2

Konzern des Universalmuseums Joanneum

227,5

392,3

619,8

Prozent

37 %

63 %

100 %

Universalmuseum Joanneum GmbH

Im Personalstand sind keine Mitarbeiter*innen enthalten, deren Geschlechtsidentität nicht eindeutig als „männlich“ oder „weiblich“ angegeben wurde.

Geschlechterverhältnis in Leitungsfunktionen Auch für unser Ebene der Führungskräfte geben wir untenstehend das Geschlechterdiversitätsverhältnis an. Diese Offenlegung trägt zur Transparenz über die Diversität in unserer Belegschaft bei. Insbesondere in den Führungsgremien ist uns Vielfalt wichtig, dies unterstreicht unser Engagement für Gleichstellung und Inklusion. So zeigt sich folgende Verteilung unserer Führungskräfte nach Geschlecht. Personalstand Führungskräfte in Köpfen 2024 (jeweils gerundet auf eine Kommastelle)

männlich

weiblich

Summe

Universalmuseum Joanneum GmbH

12,7

15,3

27,9

Service-Gesellschaft

0,0

0,0

0,0

Kunsthaus Graz GmbH

0,0

1,0

1,0

Steirischer Landestiergarten GmbH

3,0

2,0

5,0

Simbawelt GmbH

0,0

0,0

0,0

Konzern des Universalmuseums Joanneum

15,7

18,3

33,9

Prozent

46 %

54 %

100 %

Als Führungskräfte gelten Mitarbeitende in den Bereichen Geschäftsführung und Abteilungsleitung sowie Referats- und Stabsstellenleitung, nicht jedoch Chefkurator*innen und Teamleiter*innen.

29


Gleichstellungsstrategie Geschlechtergleichstellung ist für das Universalmuseum Joanneum kein Randthema, sondern Teil seiner gesellschaftlichen und unternehmerischen Verantwortung. Seit 2024 arbeitet eine interne Arbeitsgruppe (AG) daran, dieses Thema institutionell im Unternehmen zu verankern. Das Ergebnis ist eine Gleichstellungsstrategie, die verbindliche Ziele für Chancengleichheit, Diversität und Inklusion setzt. Sie soll ein Arbeitsumfeld schaffen, das Vielfalt stärkt und allen Mitarbeitenden dieselben Möglichkeiten eröffnet. Die AG Gleichstellung ist dabei Interessenvertretung und Anlaufstelle für Anliegen und Fragen. Das Jahr 2025 diente der Einordnung relevanter Themen und der anschließenden Erarbeitung des Strategiepapiers. Die Grundsätze von Fairness, Respekt und Chancengleichheit legen den Grundstein für die entsprechenden Überlegungen. Die Agenda 2030 der Vereinten Nationen, die EU-Gleichstellungsstrategie 2020–2025 und die österreichische Bundesverfassung bilden dabei den rechtlichen Rahmen. Aus dieser Grundlage ergeben sich acht strategische Handlungsfelder, die den Rahmen für konkrete Maßnahmen bilden:

1. Abbau von geschlechtsspezifischen Rollenbildern 2. Gleichstellung in allen Bereichen und Prozessen des Unternehmens 3. Ausgewogenes Geschlechterverhältnis in Führung und Entscheidungsfindung 4. Bildung (Aus- und Weiterbildung) 5. Vereinbarkeit von Erwerbs- und Sorgearbeit 6. Gewaltfreiheit 7. Gesundheit 8. Regionale Förderung von Gleichstellung an allen Standorten Für jedes Handlungsfeld ist eine Vision formuliert, aus der sich die konkreten Maßnahmen ableiten. Dabei zeigt sich zweierlei: Manches ist bereits gelebte Praxis – hier geht es darum, Bestehendes sichtbar zu machen und zu sichern. Diese Maßnahmen reichen von der Behandlung latenter Dimensionen wie dem Abbau genderspezifischer Stereotype oder der Bewusstseinsbildung bis zur aktiven Förderung von Frauen und ihren Chancen. Mit der Initiative zur Gleichstellung unterstreicht das Universalmuseum Joanneum seinen Anspruch, gesellschaftliche und unternehmerische Verantwortung aktiv wahrzunehmen, Barrieren abzubauen und eine Kultur der Inklusion zu fördern – nicht zuletzt, um für die Herausforderungen der Zukunft fit zu sein. Die Arbeitsgruppe entwickelt die Ideen aus dem Strategiepapier kontinuierlich weiter, um folglich auch konkrete Ziele zu formulieren.

30


Altersstruktur

Anzahl

Einen weiteren Einblick in die Demografie unserer Mitarbeitenden (exkl. Ehrenamtliche und Volontariate) gibt die Verteilung nach Alter. Die Altersstruktur (15- bis 65-Jährige) zum 31.12.2025 lässt sich grafisch wie folgt darstellen: 26 25 24 23 22 21 20 19 18 17 16 15 14 13 12 11 10 9 8 7 6 5 4 3 2 1 0 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65

Alter

Das Durchschnittsalter zum 31.12.2025 betrug 43,9 Jahre.

Mitarbeiter*innen-Fluktuation Die Fluktuationsquote des Berichtsjahres kann der nachfolgenden Tabelle entnommen werden: Fluktuationsquote 2025 (jeweils gerundet auf eine Kommastelle)

Dienstnehmer*innenKündigungen

Personalstand in Köpfen

Fluktuationsquote

Universalmuseum Joanneum GmbH

4,2

537,8

0,8 %

Service-Gesellschaft

0,0

12,1

0,0 %

Kunsthaus Graz GmbH

0,0

8,0

0,0 %

Steirischer Landestiergarten GmbH

1,0

43,8

2,3 %

Simbawelt GmbH

0,8

18,2

4,1 %

Konzern des Universalmuseums Joanneum

5,9

619,8

1,0 %

Bei der Berechnung der Fluktuationsquote wird die Anzahl der Dienstnehmer*innen-Kündigungen dem gesamten Personalstand in Köpfen gegenübergestellt. Beendigungen von befristeten Dienstverhältnissen, einvernehmliche Auflösungen von Dienstverhältnissen und Dienstgeber-Kündigungen bleiben ausgeklammert. Mitarbeiter*innen-Zufriedenheit und -bindung stetig zu optimieren, ist uns ein großes Anliegen. Diverse Arbeitsgruppen setzen sich in diesem Zusammenhang mit den Themen Kommunikation, Unternehmenskultur und Wir-Gefühl auseinander.

31


Gesundheit und Sicherheit Krankheitstage Die Gesundheit und Sicherheit unserer Mitarbeitenden steht für unser Unternehmen an oberster Stelle. Die nachfolgende Grafik zeigt die Kennzahl „Krankenstandstage pro Kopf“ entsprechend der Altersstruktur der Universalmuseum Joanneum GmbH in einem Dreijahresvergleich:

Diese detaillierten Angaben tragen dazu bei, die Sicherheit und das Wohlbefinden unserer Mitarbeitenden zu gewährleisten und kontinuierlich zu verbessern. Sie bieten zudem eine transparente Darstellung unserer Bemühungen im Bereich Arbeitsschutz und Gesundheit. Unfallvermeidung ist uns ein wichtiges Anliegen, daher finden regelmäßig sicherheitstechnische Überprüfungen in unseren Ausstellungen statt. Auch Brandschutzmaßnahmen in Büro- und Ausstellungsräumen sowie Unterweisungen durch unsere Brandschutzbeauftragten greifen in diesem Bereich als Vorsorgemaßnahmen. Im Berichtszeitraum gab es keine arbeitsbedingten Todesfälle oder schwerwiegende arbeitsbedingte Erkrankungen.

Betriebliches Gesundheitsmanagement Die Förderung von Gesundheit, Sicherheit und Wohlbefinden unserer Mitarbeitenden ist ein zentraler Bestandteil unserer Unternehmensphilosophie. Unser Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) folgt einem ganzheitlichen Ansatz und orientiert sich unter anderem an den Leitlinien Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen. Das BGM ist organisatorisch in der Personalentwicklung verankert und wird in enger Abstimmung mit Führungskräften sowie internen und externen Expert*innen umgesetzt. Es basiert auf fünf strategischen Handlungsfeldern: 1. Arbeits- und Gesundheitsschutz 2. Betriebliche Gesundheitsförderung 3. Betriebliches Eingliederungsmanagement 4. Organisations- und Personalentwicklung 5. Partizipation und Kommunikation

32

Aktuelle Auszeichnung aus dem Jahr 2025


Ein besonderer Fokus liegt auf präventiven Maßnahmen sowie der Förderung psychischer Gesundheit. Gleichzeitig verstehen wir Gesundheit als systemisches Thema: Unternehmenskultur, Arbeitsorganisation und Führungsverhalten werden gezielt in die Gestaltung gesundheitsförderlicher Rahmenbedingungen einbezogen. Führungskräfte nehmen dabei eine Schlüsselrolle ein und werden entsprechend sensibilisiert und geschult. Mitarbeitende werden aktiv in die Weiterentwicklung des BGM eingebunden, unter anderem durch strukturierte Feedbackformate, Gesundheitszirkel und Mitarbeiter*innenbefragungen. Das Angebot umfasst Programme zur Förderung von Bewegung und mentaler Gesundheit, arbeitsmedizinische und arbeitspsychologische Betreuung, Beratungsleistungen, Konfliktlösungsformate sowie Kooperationen mit externen Partnerorganisationen. Alle Maßnahmen sind niederschwellig zugänglich und leisten zudem einen Beitrag zu Chancengleichheit und Inklusion, da sie unabhängig von Geschlechtsidentität, Alter oder Tätigkeit offenstehen. Die Wirksamkeit der Maßnahmen wird systematisch gesteuert. Dazu werden folgende Parameter miteinbezogen: 1. Mitarbeiter*innenbefragungen 6. 2. die Analyse vonvon Teilnahmeundund Nutzungsdaten 7. Analyse TeilnahmeNutzungsdaten 3. qualitative Qualitative Feedbackprozesse 8. 4. die Beobachtung arbeitsbezogener Belastungen 9. Beobachtung arbeitsbezogener Belastungen 5. ergänzende Kennzahlen Kennzahlen (z. B. Krankenstände im Kontext im Kontext 10. (z. B. Krankenstände organisationaler Faktoren) Diese Daten bilden die Grundlage für eine kontinuierliche, evidenzbasierte Weiterentwicklung des BGM. Unterschiede in der Nutzung von Angeboten werden berücksichtigt, um Maßnahmen bedarfsgerecht weiterzuentwickeln. Herausforderungen bestehen weiterhin in der gleichberechtigten Informationsverteilung, insbesondere für Mitarbeitende ohne durchgängigen digitalen Zugang. Dies wird durch gezielte Kommunikationsmaßnahmen und die aktive Einbindung von Führungskräften adressiert. Die Weiterentwicklung des BGM orientiert sich an aktuellen Herausforderungen wie zunehmenden psychischen Belastungen, veränderten Arbeitsformen und demografischen Entwicklungen. Unser Ziel ist es, die Gesundheit unserer Mitarbeitenden nachhaltig zu stärken, Belastungen frühzeitig zu reduzieren und ein sicheres, inklusives und leistungsförderndes Arbeitsumfeld zu gewährleisten. Damit leisten wir einen aktiven Beitrag zu nachhaltiger Unternehmensführung im Sinne der ESG -Kriterien. Für die qualitätsvolle Umsetzung der Betrieblichen Gesundheitsförderung wurde das Universalmuseum Joanneum vom Österreichischen Netzwerk BGF bereits mehrfach mit dem BGF-Gütesiegel ausgezeichnet.

33


Weiterbildung und Schulung Als interne Servicestelle berät und unterstützt die Personalentwicklung alle Mitarbeiter*innen bei der Erfüllung ihrer Aufgaben. Ziel unserer Aktivitäten ist es, zufriedene, gesunde und gut ausgebildete Mitarbeiter*innen langfristig zu beschäftigen. Ausgerichtet an den Unternehmenszielen fördern und entwickeln wir Kernkompetenzen und Potenziale bestmöglich. 2025 wurde ein vielfältiges Schulungsangebot genutzt: → Für Führungskräfte: Arbeitnehmer*innen-Schutz, Aufgabenverteilung und Ressourcenplanung, Verhandlungstechniken → Für neue Mitarbeiter*innen: Einführungsveranstaltung für neue Mitarbeiter*innen → Für alle Mitarbeiter*innen: „Online-Brunch um 9“ – ein unternehmensinternes Format für Information und Fortbildung mit Bezug zu Themen wie Augentraining, Sicherheit, Datensicherheit, Nachhaltigkeit → Zielgruppenspezifisch: Bewerber*innen-Management, Kinderrechte/Kinderschutz, Tag der Restaurierung, Werkstattgespräche → KI in der Museumsarbeit: Einfache Sprache, Zertifizierter KI-­ Manager, Zielgruppen wie Vermittlung, Sammlung, Marketing, Grafik, Digitale Medien, Presse → Für Office Manager*innen/Assistent*innen: Dienstordnung, Zeiterfassung, Dienstreisen → Mentale/physische Gesundheit: Erste Hilfe, Konfliktprävention, Stressmanagement, Resilienz → Aufgabenspezifische Schulungen: Inklusion, Kulturmanagement, Kommunikation, Ausbilder*in-Training, Ausbildung zur*zum Abfallbeauftragten, Projektmanagement, Recht Ein fester Bestandteil unserer ESG-Weiterbildungsmaßnahmen ist der internationale Online-Kongress „Green Museums Summit“. Die Veranstaltung bietet einerseits Einblicke in Best-Practice-Beispiele rund um die Thema im ESG-Bereich und fördert andererseits den fachlichen Austausch innerhalb der internationalen Museumslandschaft. Alle Mitarbeiter*innen erhalten eine Zugangsberechtigung und haben damit die Möglichkeit, am Kongress teilzunehmen.

34

Durchschnittliche jährliche Schulungsstunden Fortbildung ist ein elementarer Bestandteil unserer Unternehmenskultur. Besonders in dynamischen Zeiten sind Förderung und Erweiterung von Wissen unerlässlich. Im Jahr 2025 absolvierten Beschäftigte durchschnittlich 5,3 Stunden berufliche Fortbildung mit folgenden geschlechtsspezifischen Durchschnittswerten: → männliche Beschäftigte: 4,4 → weibliche Beschäftigte: 5,8 Unsere Aktivitäten zielen darauf ab, allen Mitarbeitenden das Wissen und die Tools zur Verfügung zu stellen, die sie zur Ausführung ihrer Aufgaben benötigen. Wir achten bewusst auf die vielfältigen Bedarfe der Tätigkeitsgruppen und beziehen Wünsche und Feedback von Kolleg*innen aktiv in die Gestaltung von Schulungsformaten mit ein. Ebenso spiegeln sich technologische Entwicklungen wie der Einsatz von KI und Digitalisierung im Fortbildungsprogramm wider. Die Förderung von Führungskräften liegt uns am Herzen, ihre Handlungen nehmen maßgeblich Einfluss auf das Wirken der Mitarbeitenden. Aus diesem Grund wurden vertiefende Themen und Tools für den Führungsalltag angeboten. Ausblick Wir werden vermehrt vorhandene Expertise nutzen und die Kollegiale Fallberatung als internes Beratungs- und Lernformat implementieren. Mitarbeitende aus unterschiedlichen Fachgebieten und Organisationebenen werden dabei zur konstruktiven Lösung von herausfordernden Fragestellungen vereint. Im Fortbildungsprogramm für Führungskräfte werden wir uns thematisch weiter in die Aufgabenverteilung und Ressourcenplanung, die Konfliktprävention sowie die Gesundheit für Führungskräfte vertiefen. Die Seminarreihe „Gesund führen – Klarheit. Kommunikation. Kultur.“ unterstützt Führungskräfte dabei, ihren Einfluss auf Gesundheit, Motivation und Mitarbeiter*innenbindung bewusst wahrzunehmen und wirksam zu gestalten. Im Fokus stehen die eigene Selbststeuerung und ein gesunder Umgang mit Belastungen, eine wertschätzende und klare Kommunikation sowie der Aufbau einer vertrauensvollen und gesundheitsfördernden Teamkultur. Die Teilnehmenden lernen, auch in herausfordernden Situationen handlungsfähig zu bleiben, schwierige Gespräche konstruktiv zu führen, psychologische Sicherheit zu fördern und Verantwortung sowie Zusammenarbeit im Team nachhaltig zu stärken. Durch einen hohen Praxisbezug und konkrete Transfermaßnahmen werden die Inhalte direkt in den Führungsalltag integriert.


35


Inklusion und Outreach Der Fachbereich Inklusion und Outreach des Universalmuseums Joanneum beschäftigt sich seit seiner Gründung im Jahr 2016 mit der Entwicklung und Umsetzung inklusiver sowie teilhabeorientierter Angebote. Ziel ist es, kulturelle Teilhabe für Menschen mit unterschiedlichen Lebensrealitäten zu ermöglichen und Barrieren aktiv abzubauen. Die Arbeit des Fachbereichs orientiert sich an den Grundsätzen der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, insbesondere an Artikel 27, der das Recht jedes Menschen auf die freie Teilhabe am kulturellen Leben der Gemeinschaft festschreibt. Damit leistet das Univeralmuseum Joanneum einen wesentlichen Beitrag zu den Zielen sozialer Nachhaltigkeit und unterstützt die Umsetzung von ESG-Standards im Kontext Betroffener Gemeinschaften und Verbraucher*innen bzw. Endnutzer*innen. Unsere Programme und Initiativen haben den Anspruch, Grenzen zu überwinden und soziale Teilhabe zu fördern. Wir wollen Barrieren in Bezug auf psychische und physische Gesundheit ebnen sowie gleichstellende, inklusive Begegnungen schaffen. Menschen, die von Ausgrenzung betroffen oder gefährdet sind, sollen soziale Teilhabe erfahren.

1. Barrierefreiheit und selbstbestimmte Kulturteilhabe Der Fachbereich entwickelt kontinuierlich Maßnahmen zur Verbesserung der Zugänglichkeit unserer Museen. Dazu zählen taktile Rundgänge für Menschen mit Blindheit oder Sehbeeinträchtigung, Führungen in Einfacher Sprache oder induktive Höranlagen für Menschen mit Hörbeeinträchtigung. Das Projekt „Museum offline“ gestaltet das Museum für neurodivergente Besucher*innen zugänglicher. Das Archäologiemuseum im Park von Schloss Eggenberg leistet bereits einen wesentlichen Beitrag zur neuroinklusiven Museumsarbeit. Weitere Standorte folgen diesem Besipiel schrittweise. An ausgewählten Standorten stehen neurodivergenten Besucher*­ innen zudem Sensory Bags zur Verfügung. Diese enthalten unter anderem geräuschdämpfende Kopfhörer, sensorische Hilfsmittel und weitere Materialien, die einen selbstbestimmten Museumsbesuch in reizintensiven Umgebungen erleichtern können. Ergänzend werden durch Formate wie die „Stille Stunde“ reizreduzierte Besuchszeiten geschaffen. Ein weiteres unserer Schwerpunktthemen ist barrierefreie Kommunikation. Zur Übersetzung von Informationen in Einfache und Leichte Sprache nutzt das Joanneum die Software capito.ai, um Informationen in Einfache und Leichte Sprache zu übertragen und damit für möglichst viele Menschen verständlich zugänglich zu machen. Mitarbeitende werden regelmäßig im Einsatz der Software geschult. Die Anwendung reicht hierbei von Vermittlungsangeboten über Webseiten-Inhalte bis hin zu Publikationen und trägt dazu bei, sprachliche Barrieren systematisch abzubauen. Damit wird Verständlichkeit als wesentlicher Bestandteil kultureller Teilhabe dauerhaft in den Arbeitsalltag integriert.

36

Darüber hinaus werden inklusive Vermittlungsangebote gemeinsam mit Menschen mit Behinderung entwickelt und umgesetzt. Das Projekt „LebensLernen im Museum“ ermöglicht in Kooperation mit LebensGroß langfristige kulturelle Teilhabe für Menschen mit Lernschwierigkeiten und schafft nachhaltige Strukturen innerhalb der Museumsarbeit.

2. Angebotsanpassung an komplexe Lebensrealitäten Einer unserer Schwerpunkte liegt auf der Entwicklung von Angeboten für Menschen mit psychischen Erkrankungen, Demenz oder neurodivergenten Wahrnehmungsformen. Mit Formaten wie „Einfach Schauen“ für Menschen mit und ohne Demenz, dem „Koffer der Erinnerungen“ oder dem aufsuchenden Format „Museum.Lokal – Das Museum auf Besuch“ werden kulturelle Erfahrungen auch für Menschen ermöglicht, die Museen nicht oder nur eingeschränkt besuchen können. Im Bereich psychische Gesundheit werden mit Projekten wie „zART“ in Kooperation mit der Gesellschaft zur Förderung seelischer Gesundheit (GFSG) sowie „immer mittwochs / DAS ATELIER“ gemeinsam mit der Kunsttherapie des LKH Graz II Räume für kreativen Ausdruck, Selbstwirksamkeit und soziale Teilhabe geschaffen. Die Angebote stärken individuelle Ressourcen und fördern gesellschaftliche Inklusion.

3. Outreach und kulturelle Teilhabe vor Ort Soziale Nachhaltigkeit bedeutet für uns auch, Menschen dort zu erreichen, wo sie leben. Mit Formaten wie „Museum.Lokal“ und „Erzählcafé unterwegs“ verlässt das Museum bewusst seine eigenen Räume und bringt kulturelle Inhalte direkt in Pflegeeinrichtungen, Wohnheime oder andere soziale Einrichtungen. Ein weiteres Beispiel in diesem Kontext ist das Projekt „MeinMuseum“, das gemeinsam mit einer Wohngruppe für Menschen mit Mobilitätsbeeinträchtigungen umgesetzt wird. Durch regelmäßige Besuche im Archäologiemuseum sowie Aktivitäten in der Wohneinrichtung selbst entsteht eine langfristige Beziehung zwischen Museum und Teilnehmenden. Das Museum wird dabei nicht nur als Ausstellungsort, sondern als sozialer Begegnungsraum und Teil des unmittelbaren Lebensumfelds erfahrbar. Mit dem Projekt „Reininghaus verbindet“ werden kulturelle Angebote gezielt in einen neu entstehenden Stadtteil eingebracht. Durch Kooperationen mit sozialen Einrichtungen, Bildungspartner*innen und Bewohner*innen wird das Museum als nachbarschaftlicher Treffpunkt positioniert. Ziel ist es, kulturelle Teilhabe im direkten Wohnumfeld zu ermöglichen, soziale Beziehungen zu stärken und das Museum als niederschwelligen Ort der Begegnung zu etablieren.


4. Bildung, Qualifizierung

Wirkungsebenen

Der Fachbereich versteht Museen als Lernorte für alle Menschen. Kooperationen wie jene mit dem Ausbildungszentrum der Caritas in der Wielandgasse eröffnen angehenden Fachkräften aus Pflege- und Sozialberufen neue Perspektiven auf kulturelle Teilhabe, Biografiearbeit und Ressourcenorientierung.

Projekte wie „MeinMuseum“, „Museums-Palaver“ oder „Malala im Museum“ verdeutlichen den Ansatz, kulturelle Teilhabe nicht ausschließlich innerhalb der Museumsräume zu denken. Vielmehr werden nachhaltige Beziehungen zu Gemeinschaften aufgebaut, die bislang nur eingeschränkt Zugang zu kulturellen Angeboten hatten. Dadurch entstehen langfristige Netzwerke, neue Formen gesellschaftlicher Beteiligung und ein nachhaltiger Beitrag zur sozialen Kohäsion im Sinne der ESG-Standards.

Die „Ohrenschmaus-Schreibwerkstatt“ ermöglicht Menschen mit Lernschwierigkeiten kreative Ausdrucksmöglichkeiten und die Erfahrung gesellschaftlicher Sichtbarkeit. Durch Bildungs- und Qualifizierungsangebote dieser Art wird das Museum zu einem Ort lebenslangen Lernens.

5. Demokratie und gesellschaftlicher Zusammenhalt

Das Universalmuseum Joanneum versteht sich dabei zunehmend als „Dritter Ort“ – als offener gesellschaftlicher Raum zwischen Zuhause, Arbeit und Ausbildung, der die Möglichkeit zu Begegnung, Austausch und Teilhabe schafft.

Der Fachbereich setzt Kultur bewusst als Instrument für gesellschaftlichen Dialog und gegenseitiges Verständnis ein. Dabei stehen insbesondere Menschen mit Flucht- und Migrationserfahrung sowie Personen mit erschwertem Zugang zu kulturellen Angeboten im Fokus. Ein Beispiel dafür ist das Projekt „Malala im Museum“, das gemeinsam mit der Caritas, Diözese Graz-Seckau, entwickelt wurde. Durch Patenschaften, Workshops, gemeinsame Museumsbesuche und mehrsprachige Vermittlungsmaterialien ermöglicht das Joanneum Begegnungen zwischen Menschen mit Flucht- und Migrationserfahrung und der Mehrheitsgesellschaft. Das Museum dient dabei als geschützter Raum für Austausch, Reflexion und gemeinsames Lernen. Gleichzeitig stärkt das Projekt gesellschaftliche Teilhabe, demokratische Werte und die Auseinandersetzung mit Fragen von Gleichberechtigung, Menschenrechten und Zugehörigkeit. Es trägt damit wesentlich zum sozialen Zusammenhalt und zur Förderung einer vielfältigen sowie inklusiven Gesellschaft bei.

37


Kooperationspartner*innen im Bereich Inklusion und Outreach Selbstvertretungsorganisationen und Interessensvertretungen

Sozial-, Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen

Selbstbestimmt Leben Steiermark (SL Stmk)

Behinderten-Selbsthilfegruppe Hartberg-Fürstenfeld (BSHGH)

Österreichischer Blinden- und Sehbehindertenverband Steiermark (BSBV)

Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs

Inklusion Jetzt

aut4inc

Migrant*innenbeirat

Menschenrechtsbeirat

Behindertenbeirat der Stadt Graz

Odilien-Institut

Österreichischer Behindertenrat/ Forum Selbstvertretung

Good Vibes – Verein für Inklusion und Teilhabe

Caritas Steiermark - Gewaltschutz

Campus Bildung und Integration der Caritas

Ausbildungszentrum Caritas Wielandgasse

Diakoniewerk Steiermark/ Haus am Ruckerlberg

Gesellschaft zur Förderung seelischer Gesundheit (GFSG)

Geriatrische Gesundheitszentren der Stadt Graz (GGZ)

LKH Graz II, Standort Süd

Memory Tageszentren

Demenzservicestellen (SALZ) Haus Elisa (Elisabethinen)

Österreichische Demenzstrategie „Gut leben mit Demenz“

Pflegewohnheime und Pflegeeinrichtungen in der Steiermark (SeneCura, Kages)

Rotes Kreuz Steiermark

Senior*innenbüro Stadt Graz

alpha nova

Jugend am Werk

Achterbahn – Menschen mit psychischer Krisenerfahrung

LebensGroß

Megaphone

Lebenshilfen in der Steiermark

Bildungseinrichtungen und Kinder-/Jugendarbeit

Pädagogische Hochschule Steiermark

Private Pädagogische Hochschule Augustinum

FH Joanneum – Ausstellungsund Museumsdesign

beteiligung.st

JUKUS

Schulen und Bildungseinrichtungen der Region (z.B. Premstätten, Reininghaus, Algersdorf, etc…)

Frida & freD – Das Grazer Kindermuseum

38


Kulturinstitutionen und Fachnetzwerke

Kultur Inklusiv (KUIN)

ICOM-CECA

Österreichischer Museumsbund

ARGE Inklusion in Museen

Graz Museum

MUSIS – Der steirische Museumsverband

KÄRNTEN.MUSEUM

Graz Tourismus

Erlebnisregion Graz

IG Kultur

ESSL Foundation – Zero project

Wissenschaft und Forschung

FH Joanneum für Ausstellungsund Museumsdesign

Capito/Atempo

Universität Graz – Bildungs- und Erziehungswissenschaften

Forschungsbüro Menschenrechte

Wissenschaftliche Expert*innen für Inklusion, Teilhabe, Demenz und Barrierefreiheit

Politik, Verwaltung und öffentliche Institutionen

Internationale Partner*innen

Öffentlichkeit und Communities

styria vitalis

Antidiskriminierungstelle der Stadt Graz

Stadt Graz – Frauenservice, Mag. Wolfgang Palle

Integrationsreferat der Stadt Graz

Österreichisches Parlament – Demokratiebildung

Stiftung Forum Verfassung

Abteilungen des Landes Steiermark (z.B. A6)

Behindertenbeauftragte und Inklusionsstellen öffentlicher Einrichtungen (Mag. Sigfried Suppan, Manuela Gsöll, Mag. Elke Niederl

epeka.si (Slowenien)

Europäische Museums- und Inklusionsnetzwerke

ICOM–CECA

Internationale Projektpartner*innen im Rahmen von Erasmus+, CERV und Creative Europe

Menschen mit Behinderungen

Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen

Menschen mit psychischen Erkrankungen

Menschen mit Flucht- und Migrationserfahrung

Nachbarschaften und Stadtteilinitiativen (z.B. Reininghaus) 39


Kinder- und Jugendschutz Das Thema Kinder- und Jugendschutz ist in den letzten Jahren verstärkt in den öffentlichen und vor allem bildungspolitischen Fokus gerückt: Seit dem Schuljahr 2024/2025 müssen alle Schulen ein Kinderschutzkonzept vorweisen. Und auch andere öffentliche Institutionen sind aufgefordert, entsprechende Schritte für die Erarbeitung eines Kinderschutzkonzeptes zu setzen. Mit seinem im Juli 2025 veröffentlichten Kinderschutzkonzept bekennt sich das Universalmuseum Joanneum zur Wahrung der Kinderrechte und setzt gezielte interne Maßnahmen zum Schutz seiner jungen Besucher*innen um. Damit wird das Universalmuseum Joanneum auch als Institution wahrgenommen, in der Mitarbeiter*innen und Führungskräfte gemeinsam Verantwortung für die Sicherheit von Kindern und Jugendlichen übernehmen.

Ziele eines Kinderschutzkonzeptes Das Hauptziel eines Kinderschutzkonzeptes ist es, Gewaltrisiken für Kinder und Jugendliche zu minimieren, präventive Maßnahmen zu setzen und im Falle von Verletzungen der Kinderrechte einen Leitfaden als Handlungswegweiser zur Stelle zu haben. Letzteres wird in Form eines sogenannten „Fallmanagements bei Verdachtsfällen“ im Kinderschutzkonzept skizziert. Erweitert wird dieses durch den Verhaltenskodex, der klare Regeln für den Umgang mit Kindern und Jugendlichen festlegt und gleichzeitig auch die Mitarbeiter*innen schützt, indem die Vorgangsweise und Verantwortlichkeiten im Fall einer Gefährdung von Kindern und Jugendlichen fixiert und bekannt sind. Zielsetzung der Verhaltensrichtlinien ist es, Gefahren zu erkennen und im Falle solch einer Gefährdung korrekte Schritte setzen zu können. Alle Mitarbeitenden (hauptamtliche, ehrenamtliche und freiwillige) sollen eine gemeinsame Verantwortung für die Sicherheit von Kindern und Jugendlichen übernehmen. Damit können Mitarbeiter*innen in Verantwortungspositionen auch nachweisen, dass erforderliche Maßnahmen sowohl für den Schutz von Kindern und Jugendlichen als auch von Mitarbeiter*innen gesetzt wurden.

→ November 2024 bis Jänner 2025: Fortbildung für Mitarbeiter*innen zum Thema Kinderrechte und Kinderschutz → Februar 2025: Einführung einer eigenen E-Mail-Adresse: kinderschutz@museum-joanneum.at → März 2025: Workshop für Kinderschutzbeauftragte zum Thema Fallmanagement → März 2025: Veröffentlichung des Kinderschutzkonzeptes im Intranet, erweitert um einen Verhaltenskodex für Mitarbeiter*innen und um ein Meldeblatt → Mai 2025: Vorstellung Kinderschutzkonzept bei Einführungsveranstaltung für neue Mitarbeiter*innen → 1. Juli 2025: Kinderschutzkonzept tritt offiziell in Kraft, Veröffentlichung auf der Webseite des Universalmuseums Joanneum → August 2025: Aufnahme in die „My Joanneum“-App → Dezember 2025: erste Evaluierung des Kinderschutzkonzeptes mit Anwesenheit aller Kinderschutzbeauftragten des Universalmuseums Joanneum Um Besucher*innen, Schulen, Kindergärten und weitere Institutionen aktiv über das Kinderschutzkonzept im Joanneum zu informieren, wurden ab Herbst 2025 weitere Maßnahmen gesetzt: → Kinderschutzkonzept-Hinweis auf Buchungsbestätigungen für Vermittlungsprogramme → Printmedien für Schule und Kindergarten beinhalten Hinweis zum Kinderschutzkonzept, oftmals erweitert durch einen QR-Code → Informationsblatt zum Kinderschutz als Aushang in Räumen, die für die Programmvermittlung mit Kindern und Jugendlichen bestimmt sind → Ausgabe von Kärtchen mit Informationen zum Konzept und den wichtigsten Anlaufstellen für Kinderschutz an alle Kassen und Informationen des Joanneums

Erarbeitungs- und Entwicklungsschritte → Juli 2024: Auftragserteilung durch die Geschäftsführung an die Abteilung für Besucher*innen zur Entwicklung eines Kinderschutzkonzeptes für die Universalmuseum Joanneum GmbH → Juli 2024: Erarbeitung eines Strategiekonzeptes → August 2024: Projektplanung in Kooperation und mit Unterstützung der Kinder- und Jugendanwaltschaft Steiermark → September – Oktober 2024: inhaltliche Ausarbeitung und Verschriftlichung des Kinderschutzkonzeptes → November 2024: Online-Brunch zum Thema Kinderrechte und Kinderschutz → Oktober/November 2024: Kinderschutzbeauftragte*r pro Standort nominiert

40

Gesellschaftliche Relevanz Ziel ist die Sensibilisierung aller Menschen gegenüber Kinderrechten, deren Wahrung und Einhaltung, sowohl durch Mitarbeiter*innen des Universalmuseums Joanneum als auch durch Besucher*innen. Von Mitarbeiter*innen wird die Einhaltung der Verhaltensrichtlinien, von Besucher*innen ein respektvoller und verantwortungsbewusster Umgang mit Kindern und Jugendlichen erwartet. Durch gezielte Sensibilisierungsmaßnahmen wird auf die Bedeutung von Kinderrechten aufmerksam gemacht und ein entsprechendes Bewusstsein gefördert. Das Museum verfolgt einen proaktiven Ansatz im Kinderschutz und ermutigt Besucher*innen, mögliche Grenzverletzungen oder unangemessenes Verhalten zu thematisieren. Alle Hinweise und Meldungen werden ernst genommen und tragen dazu bei, ein sicheres und respektvolles Umfeld für junge Menschen zu gewährleisten.


Museumsforum Steiermark Regionale Wertschöpfung Das Museumsforum Steiermark ist eine Servicestelle des Universalmuseums Joanneum, die darauf ausgerichtet ist, Museen in der Steiermark zu beraten, zu fördern und zu vernetzen. Damit ist es eine wichtige Schnittstelle für die steirische Museumslandschaft und trägt durch seine Aktivitäten zur Förderung lokaler Gemeinschaften bei. Im Jahr 2024 wurden im Projekt „Wer bist du: Steiermark?“ 50 ausgewählte Sammlungsobjekte und ihre Geschichten steiermarkweit gesammelt und präsentiert. Zum Abschluss des Projekts erhielten 130 Personen, die zum Gelingen beigetragen haben, eine eigens gefertigte Tasche als Zeichen der Wertschätzung. Da ein Großteil dieser Beiträge ehrenamtlich erbracht wurde, leistet die Geste einen bewussten Beitrag zu einer Anerkennungskultur gegenüber freiwillig Engagierten. Die Produktion wurde gezielt an stoff.werk.graz vergeben, ein Beschäftigungsprojekt der Caritas Steiermark (Caritas der Diözese Graz-Seckau), in dem arbeitsmarktferne, sozial benachteiligte Frauen aus Graz beschäftigt werden und sozialpädagogisch begleitet einen Wiedereinstieg in die Arbeitswelt finden. Über diese Beschaffungsentscheidung entsteht soziale Wirkung unmittelbar in der Wertschöpfungskette: begleitete Beschäftigung, Qualifizierung und Arbeitsmarktreintegration von Frauen in einer benachteiligten Lebenslage. Der Druck erfolgte über das in Graz ansässige Textildruck-Studio leftkiss, das nach eigenem Profil auf nachhaltige Produkte und Arbeitsabläufe ausgerichtet ist; die Vergabe an einen regionalen Anbieter stärkt die regionale Wertschöpfung und hält die Lieferkette kurz. Zugleich wurde die ökologische Dimension berücksichtigt: Verwendung von Stoffresten sowie eines nachhaltigen Druckverfahrens und nachhaltiger Druckfarbe.

Beratung, Workshops und Qualifizierung Den Kern unserer Tätigkeit bildet die kostenfreie fachliche Befähigung steirischer Museen. 2025 führten wir 168 Beratungen in 60 Museen und Sammlungen durch – vor Ort sowie online, telefonisch und per EMail –, schwerpunktmäßig zu Präventiver Konservierung, Sammlungsdokumentation, Sammlungskonzepten und Förderungen. Da viele dieser Häuser klein und ehrenamtlich geführt sind, senkt das kostenfreie Angebot die Zugangsschwelle zu Fachwissen erheblich und gleicht strukturelle Nachteile gegenüber großen Institutionen aus. Die Förderberatung (54 Beratungen) erleichtert zusätzlich den Zugang zu finanziellen Mitteln, die kleinen Museen sonst schwer zugänglich sind. Ergänzend fanden 15 Workshoptage in 11 Museen statt – zu Sammlungskonzepten, Sammlungspflege und Inventarisierung. Diese Wissensvermittlung erfolgt unmittelbar im jeweiligen Haus und erreicht so auch entlegene Einrichtungen, für die eine Anreise zu zentralen Fortbildungen kaum leistbar wäre. Damit stärken wir die fachliche Selbstständigkeit und langfristige Handlungsfähigkeit des ehrenamtlich getragenen Museumssektors.

Beitrag zur Nachwuchsförderung und verbinden gezielt zwei Gruppen, die im musealen Alltag wenig Berührungspunkte haben. Der Kurs wurde von ICOM Österreich zertifiziert; die Zertifizierung sichert ein anerkanntes Qualitätsniveau. 2026 findet er zum vierten Mal statt.

Digitale und hybride Teilhabeformate Mit niederschwelligen Online- und Hybridformaten ermöglichen wir Teilhabe unabhängig vom Standort und von den Ressourcen der Beteiligten. Der dreimal jährlich gemeinsam mit dem steirischen Museumsverband MUSIS veranstaltete Online-Museumsstammtisch richtet sich an alle Museumsmitarbeitenden steirischer Museen sowie an Interessierte und an Menschen, die in einem Museum mitarbeiten möchten. Jeder Stammtisch beginnt mit einem Fachinput einer Expertin*eines Experten; anschließend werden im kollegialen Austausch Fragen geklärt sowie Tipps und Erfahrungen geteilt. Das Format stärkt eine fachliche Gemeinschaft über die Häuser hinweg. Die Werkstattgespräche finden hybrid statt und ermöglichen ausdrücklich auch die Online-Teilnahme. Damit können auch Museen teilnehmen, für die eine mehrstündige Anreise nach Graz erforderlich wäre – ein Beitrag zu gleichem Zugang für kleine und entlegene Einrichtungen. Die eingesparte An- und Abreise wirkt zugleich ökologisch, da Reisewege und der damit verbundene Ressourcenverbrauch reduziert werden. Das Online-Format „Toolbox Förderungen“ ermöglicht es uns, auch bei kurzfristigen Ausschreibungen die zuständigen Referent*innen einzuladen und Museumsmitarbeitenden Informationen aus erster Hand zugänglich zu machen. Es trägt damit zur Informationsgleichheit bei und verringert strukturelle Nachteile kleinerer Häuser. Eine Ausgabe widmete sich gezielt energieeffizienten Kulturbetrieben (mit Kommunalkredit Public Consulting): Hier verbindet sich der soziale Zugangsnutzen mit einem ökologischen Beitrag, indem wir Fachwissen zu Energieeffizienz und einschlägigen Förderungen in den Museumssektor tragen und so dessen ökologische Transformation unterstützen.

Digitale Zugänglichkeit von Sammlungen Mit der Sammlungsanwendung „PantherWeb“ unterstützen wir gemeinsam mit dem Land Steiermark eine geteilte digitale Infrastruktur für steirische Museen – anstelle ressourcenintensiver Insellösungen je Haus. 2025 standen der fachliche Austausch mit Nutzer*innen, eine Fokusgruppe sowie die Einschulung weiterer Museen im Mittelpunkt; zudem wurde die vom Land Steiermark geplante Veröffentlichung der mit „PantherWeb“ erfassten Sammlungen vorbereitet, die künftig die öffentliche Zugänglichkeit von Kulturgut erhöhen und perspektivisch eine Anbindung an den Kulturpool – den nationalen Aggregator für digitales Kulturerbe und Datenlieferanten an die europäische Plattform Europeana – ermöglichen soll. Dieser Baustein befindet sich im Aufbau.

Der kostenfreie Kurs „Inventarisieren“ vermittelt in vier Modulen Basiswissen zur Inventarisierung in Museen und fand 2025 zum dritten Mal statt. Die Plätze wurden bewusst zu einer Hälfte an Studierende bzw. Personen in Ausbildung und zur anderen Hälfte an bereits in Museen Tätige vergeben (insgesamt 18 Plätze). So leisten wir einen 41


5 – Governance Grundsätze der Teamführung Das Joanneum hat Grundsätze der Teamführung definiert und verschriftlicht. Deren Präambel führt sinngemäß Folgendes aus: Mitarbeiter*innen des Universalmuseums Joanneum begegnen einander auf Augenhöhe und gehen respektvoll miteinander um. Zuhören, nachfragen und einander verstehen sind wesentliche ­Eckpfeiler in unserer Kommunikationsvorgabe. Die Führungsgrundsätze gliedern sich in folgende Bereiche: → Führungsverantwortung → Planung und Projektmanagement → Zielvereinbarungen → Entscheidungsfindung → Kommunikation → Feedback- und Fehlerkultur Ideen-Forum Zur Stärkung des Wir-Gefühls innerhalb des Unternehmens, sowohl zwischen den einzelnen Mitarbeitenden als auch für die bereichsübergreifende Arbeit über verschiedene Abteilungen hinweg, wurde eine unternehmensinterne Arbeitsgruppe gegründet, die sich mit Maßnahmen zur Stärkung der Solidarität auseinandersetzt. Damit in Zusammenhang steht die Verbesserung interner Abläufe und Kommunikationsprozesse. Zum Zweck der barrierefreien und niederschwelligen Einbringung von Ideen zur Förderung des Wir-Gefühls wurde im Intranet ein Ideenforum eingerichtet, das es allen ermöglicht, Gedanken dazu einzubringen.

ICOM – Code of Ethics Wir handeln nach den Ethischen Richtlinien von ICOM, die im entsprechenden Code of Conduct festgehalten sind. Diese Richtlinien bilden Standards für verantwortungsvolle Führung von Museen und definieren verbindliche Grundsätze für den Bereich der Unternehmensführung. Zu den zentralen Grundsätzen gehören die Einhaltung geltender Gesetze und ethischer Standards ebenso wie der verantwortungsvolle Umgang mit Kultur- und Naturerbe. Gefordert werden eine schriftlich festgelegte Sammlungspolitik sowie umfassende Sorgfaltspflichten beim Erwerb neuer Objekte. Die Richtlinien betonen die Wahrung der Vielfalt von Kulturen und Arten. Museen sind dazu angehalten, keine Objekte zu erwerben, die unter Verletzung von Natur- oder Artenschutzbestimmungen gesammelt bzw. gehandelt wurden. Auch der Umgang mit menschlichen Überresten oder religiös bedeutsamen Objekten hat unter Wahrung der Menschenwürde zu erfolgen. Ein weiterer Punkt im Code of Conduct bezieht sich auf Museen mit lebenden zoologischen oder botanischen Sammlungen. Diese müssen besondere Sorgfalt hinsichtlich der natürlichen und sozialen Umgebung von Tieren sowie Pflanzen praktizieren sowie Artenschutzgesetze beachten. Der Kodex verpflichtet Museen zu einem respektvollen, diskriminierungsfreien und inklusiven Umgang mit Mitarbeitenden, Ehrenamtlichen, Besucher*innen sowie allen weiteren Anspruchsgruppen. Allgemein betont der ICOM Code of Ethics die gesellschaftliche Verantwortung von Museen.

Menschenrechtspolitik Verhaltenskodex und Menschenrechte Das Joanneum verfolgt einen Verhaltenskodex, der sich an der UN-Menschenrechtscharta orientiert. Dadurch soll sichergestellt werden, faire Arbeitsbedingungen und die Einhaltung der Menschenrechte innerhalb des Unternehmens zu gewährleisten. Diese Richtlinien umfassen Maßnahmen gegen Diskriminierung am Arbeitsplatz und fördern die Chancengleichheit für alle Mitarbeiter* innen, unabhängig von Geschlecht, Herkunft oder Religion. Zudem betont unsere Menschenrechtspolitik die Bedeutung von Transparenz und Integrität in der Unternehmensführung und legt großen Wert auf die präventive Vermeidung von Arbeitsunfällen durch regelmäßige Schulungen und die strikte Einhaltung von Sicherheitsvorschriften. Durch diese Maßnahmen sichern wir nicht nur die Einhaltung gesetzlicher Anforderungen in Österreich, sondern stärken auch das Vertrauen unserer Mitarbeiter*innen und Geschäftspartner*innen

42


in das ethische Engagement des Unternehmens. Wir haben im Berichtszeitraum keine bestätigten Vorfälle im Zusammenhang mit schweren Menschenrechtsverletzungen innerhalb der eigenen Belegschaft oder der Wertschöpfungskette zu verzeichnen.

3. Umfängliche Implementierung von ESG-Aspekten in alle Unternehmensbereiche sowie den gelebten Museumsalltag

Antikorruptionspolitik

Fortschrittsuberwachung

Das Joanneum verpflichtet sich zu höchsten ethischen Standards und strikter Einhaltung aller Antikorruptions- und Bestechungsgesetze. Im Berichtszeitraum gab es keine Verurteilungen oder Geldstrafen im Zusammenhang mit Verstößen gegen Antikorruptionsrichtlinien.

1. 5. Erstellung eines Nachhaltigkeitsberichts, der die erzielten Fortschritte in regelmäßigen Intervallen dokumentiert dokumentiert.

Transparenz und Beteiligung

3. Integration von Nachhaltigkeitskennzahlen in das 7. ­betriebliche Controlling, um den Erfolg der Maßnahmen ­messbar zu machen

Whistleblower-Plattform Das Universalmuseum Joanneum und seine Tochterunternehmen (Kunsthaus Graz GmbH, Service-Gesellschaft, Steirischer Landestiergarten GmbH und Simbawelt GmbH) verpflichten sich, eine Kultur der Transparenz, Integrität und Rechenschaftspflicht zu fördern. Mithilfe eines Hinweisgeber*innen-Systems auf Basis der Software Whistly haben Mitarbeitende die Möglichkeit, Compliance-Verstöße, Verstöße gegen Gesetze sowie Verstöße gegen interne Richtlinien zu melden. Sie können ihre Hinweise entweder unter Nennung von Namen und Kontaktdaten oder auch anonym einbringen. Alle Meldungen werden von einer externen Meldestelle entgegengenommen und gründlich untersucht. Damit wurde Herr Mag. Werner Zwanzigleitner beauftragt. Alle Daten, die über die Software Whistly eingebracht werden (Meldungen, Dokumente und Korrespondenzen), werden auf einem externen Server gespeichert, auf den nur die Meldestelle Zugriff hat. Alle Informationen werden vertraulich behandelt. Die Hinweisgeber*innen erhalten spätestens drei Monate ab Eingang ihrer Meldung per E-Mail eine Rückmeldung über die interne Untersuchung bzw. die Einleitung allfälliger Folgemaßnahmen oder eine Information über die Ablehnung des Hinweises.

Steuerung und Planung

4. Schaffung einer Unternehmenskultur, die ressourcenschonendes und umweltverträgliches Handeln stärkt

Das Joanneum hat sich zum Ziel gesetzt, Fortschritte regelmäßig zu überprüfen. Die Umsetzung wird durch folgende Maßnahmen überprüft:

2. 6. Interne und externe Audits zur Einhaltung der Umweltund Sozialrichtlinien

Die Festlegung von Zielen soll den Weg vom Ist-Zustand zu eine Soll-Zustand aufzeigen. Zudem dient die Definition von konkreten Nachhaltigkeitszielen dazu, Entwicklungen aufzuzeigen und Potenziale zu erkennen. Der Aufbau eines entsprechenden Datenmanagements dient dafür als Basis.

Maßnahmen zur Reduktion negativer Auswirkungen und Förderung positiver Effekte Das Universalmuseum Joanneum setzt gezielt Maßnahmen zur Reduktion negativer Umweltauswirkungen um und fördert nach­ haltige Geschäftspraktiken. 8. 1. Der Fuhrpark besteht zum Teil bereits aus Elektrofahrzeugen 9. 2. Vertragsabwicklungen sowie Leitungsbeschlüsse der Geschäftsführung werden bereits weitgehend digital abgewiGeschäftsführung werden bereits weitgehend digital abckelt, wodurch sich die Mengen an Papier reduziegewickelt, wodurch sichbenötigten die benötigten Mengen an Papier ren. ­reduzieren 10. 3. Mitarbeitende profitieren von flexiblen Homeoffice-Modellen und einem jährlichen Weiterbildungsbudget. Weiterbildungsbudget 11. 4. Nachhaltigkeitsworkshops und eine interne Nachhaltigkeitsverantwortliche sorgen für kontinuierliche Sensibilisierung und Weiterentwicklung der Maßnahmen. Maßnahmen 12. 5. Die Fortschritte werden dokumentiert und durch interne Audits überprüft

Das Joanneum hat konkrete Pläne zur Weiterentwicklung seinerNachhaltigkeitsmaßnahmen. Dazu gehören: 1. Einführung eines umfassenden Berichtssystems, das die Nachhaltigkeitsleistung des Unternehmens in regelmäßigen Intervallen überprüft und dokumentiert 2. Erstellung einer umfassenden THG-Bilanzierung und eines Transitionsplans in Richtung Klimaneutralität 43


Text Markus Enzinger André Getreuer-Kostrouch Gabriele Göllner Katia Huemer Anna Hutterer Thomas Lattinger Jochen Lengger Barbara Müller Michael Petrowitsch Christian Pomberer Sigrid Rachoinig Elisabeth Schlögl Joachim Traidl Alexandra Wagner Brigitta Wagner-Ginzinger Redaktion Anna Hutterer Geschäftsführung Universalmuseum Joanneum GmbH Wissenschaftlicher Geschäftsführer Marko Mele Kaufmännischer Geschäftsführer Josef Schrammel Stelle für Nachhaltigkeitskoordination Anna Hutterer

Kunsthaus Graz GmbH Andreja Hribernik Steirischer Landestiergarten GmbH Jochen Lengger Prozessbegleitung pulswerk GmbH Georg Tappeiner Nadine Schneiderbauer Layout Julia Leitinger Daniela Gruber Lektorat Jörg Eipper-Kaiser Druck Medienfabrik Graz

VERWENDUNG D UMWELTZEICHE

MEDIENFABRIK GRAZ, Dreihackengasse 20, 8020 Graz ,T +43 (0)316

Unten finden Sie das Österreichische Umweltzeiche Druckprodukt. Dabei müssen unbedingt folgende Ri

– Platzieren Sie dieses PDF in Ihrem Layout mit 100 dass nur die von Ihnen gewünschte Logo-Variante i Blume einen Durchmesser von 17 mm und die Schr

– Das Umweltzeichen muss genügend Abstand zu an das Logo als eigenständiges grafisches Objekt wied Hintergrund abgebildet werden. Fotos, detaillierte – Man kann den Text rechts von der Blume auch ins (mit 17 mm Durchmesser!).

Logo für Druck, 4c, dt.:

Produziert gemäß Richtlinie UZ24 des Österreichischen Umweltzeichens, Medienfabrik Graz, UW-Nr. UZ24-812 44


45


46


Turn static files into dynamic content formats.

Create a flipbook
Nachhaltigkeitsbericht 2025 by Universalmuseum Joanneum GmbH - Issuu