18.4.2020
Wie die Corona-Krise der Odenwald-Wirtschaft schadet
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Odenwaldkreis Die Unternehmenschefs im Odenwaldkreis tätiger Betriebe sehen ihre Wirtschaftsregion von Corona-Restriktionen stark getroffen.
Wie schon die Optik von Sandbach ersichtlich macht, bildet der Reifenhersteller Pirelli ein zentrales Element der Odenwälder Wirtschaft. Sein Stillstand infolge der CoronaRestriktionen ist deshalb bezeichnend für die Gesamtlage im Kreisgebiet. (Archivfoto: Guido Schiek)
ODENWALDKREIS - Wie bewerten Vertreter der Odenwälder Wirtschaft die derzeitige Lage und die möglichen Auswirkungen der Coronakrise für den Wirtschaftsstandort Odenwaldkreis und die heimische Wirtschaft? Mit dieser Frage hat der Vorsitzende des Wirtschaftsbeirats der OdenwaldRegionalgesellschaft mbH (Oreg), Jürgen Walther, die Mitglieder des zwölfköpfigen Gremiums um ihre fachliche Einschätzung gebeten. Die Ergebnisse hat er nun der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Demnach begrüßen wie er auch andere namhafte Wirtschaftsvertreter der Region, dass sich in einer zweiten Phase der Krisenbewältigung neben Politiker und Virologen nun auch Fachleute aus Bereichen wie der Ökonomie, https://www.echo-online.de/lokales/odenwaldkreis/odenwaldkreis/wie-die-corona-krise-der-odenwald-wirtschaft-schadet_21563804
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Wie die Corona-Krise der Odenwald-Wirtschaft schadet
Psychiatrie und Psychologie, Agrar- und Sozialwissenschaftler in die Diskussion um weitere Maßnahmen eingebracht und ihre Empfehlungen für einen geordneten Ausstieg aus dem Shutdown abgegeben haben, der nun auch zumindest ansatzweise erfolgt.
Im regen Austausch mit der heimischen Wirtschaft Zu den Odenwälder Stärken addiert Walther, dass die Oreg und der Bereich Wirtschaftsförderung bereits in einem regen und förderlichen Austausch mit der heimischen Wirtschaft steht und das engmaschig gestrickte Netzwerk sich besonders jetzt in der Krise bewährt. Damit gibt es zumindest ein Instrument gegen den Effekt, den der Vorstandssprecher der Volksbank Odenwald, Ralf Magerkurth, befürchtet: Er meint. dass besonders der Mittelstand, die kleinen und mittleren Unternehmen, die Auswirkungen dieser Krise hart zu spüren bekommt. Bundesweit treffe dies vorrangig auf die Gastronomie und Hotellerie und das Reisegewerbe zu, davon können auch Eventagenturen, Kinos, Fitness- oder Tanzstudios, der Messebau und Zeitarbeitsfirmen betroffen sein. Als Schwachstelle der staatlichen Unterstützungsmaßnahmen macht er die seitherigen Anforderungen an die Kapitaldienstfähigkeit aus. Auch Uwe Klauer sieht Handlungsbedarf bei den staatlichen Kreditprogrammen. „Der aktuell aufgelegte KfW-Schnellkredit für den Mittelstand (mit hundertprozentiger Haftungsfreistellung) ist hierbei ein Schritt in die richtige Richtung. Es bleibt zu hoffen, dass die Ausführungsbestimmungen eine Erleichterung für Unternehmen und Banken darstellen“, mahnt der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Odenwaldkreis. Für sein Kreditinstitut versichert er, dass alle verfügbaren Kräfte im Einsatz sind und die kreditrechtlich zulässigen Spielräume genutzt werden, um den betroffenen Kunden schnell helfen zu können.
Neue Wertschätzung für Bäcker und Metzger Für das Odenwälder Handwerk zeichnet der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, Harald Buschmann, ein differenziertes Bild und lobt die Anstrengungen, dass durch Kurzarbeitergeld kurzfristige Insolvenzgefahren abgewehrt wurden. „Insgesamt ist es sehr positiv zu
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bewerten, dass das Handwerk unter Berücksichtigung der Sicherheitsvorgaben weiterarbeiten kann und dies sogar wirtschaftspolitisch gewollt ist“, so Buschmann. Besonders zu begrüßen sei, dass Nahrungsmittelhandwerker wie Bäcker und Fleischer in den kleinen Orten als Garant für die Lebensmittelversorgung eine neue Wertschätzung erfahren: „Viele Menschen freuen sich, wenigstens noch ein Angebot in unmittelbarer Nähe zu haben.“ Auch das Baugewerbe (Maurer, Maler, Zimmerleute) im Außenbereich sei noch nicht stark betroffen. Besonders Firmenkunden nutzten jetzt die Zeit für Aufträge. Bei Gewerken für den Innenausbau (Elektro, Sanitär, Tischler, aber auch Maler) seien Vorbehalte der Kunden verständlicherweise stärker. Auch hier stellt das Handwerk fest, dass bei vielen Betrieben ein Auftragsstau abgearbeitet wird. Hart hat es das KfzGewerbe, insbesondere der Handel mit Fahrzeugen, und auch Friseursalons getroffen. Für den Bereich der Industrie stellt Jürgen Walther als IVO-Vorsitzender fest, dass in dem für den Odenwald prägenden Bereich Kunststoff- und Kautschukverarbeitung sowie Maschinenbau ebenfalls ein differenziertes Bild zu zeichnen ist. Während große Bereiche der Reifenproduktion in der Region weiterhin stillstehen, kommen die Kunststoff-Verarbeiter im Bereich der Medizintechnik mit ihren Kapazitäten kaum nach, den Bedarf zu bedienen. Auch die Plexiglas-Verarbeiter arbeiten zum Teil im Schichtbetrieb, um der großem Nachfrage nach Spuckschutz-Vorrichtungen nachzukommen. „Schwierig ist es auch für die großen Montagebetriebe, die auf die Lieferung von Komponenten aus Italien oder China angewiesen sind, um ihre Produkte herzustellen. Völlig eingebrochen hingegen sind die Aufträge der Werbeagenturen, der Event- und Messebranche“, ergänzt Walther.
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