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Weitere Details zum tödlichen Flugzeugabsturz im Odenwald
Weitere Details zum tödlichen Flugzeugabsturz im Odenwald echo-online.de/lokales/odenwaldkreis/michelstadt/weitere-details-zum-todlichen-flugzeugabsturz-im-odenwald_25748783 4. Oktober 2022
Das im Odenwald abgestürzte Kleinflugzeug war im Dienst eines Fallschirmsprungzentrums unterwegs. Was vom Unfallgeschehen feststeht und welche Fragen offen bleiben.
Von Sandra Breunig MICHELSTADT - Das tödliche Flugzeugunglück von Vielbrunn steht in Zusammenhang mit einem externen Betriebstag des Fallschirmsprungzentrums Mainbullau auf dem Segelflugplatz des benachbarten Michelstädter Stadtteils. Wie berichtet, war am Tag der Deutschen Einheit gegen 14 Uhr beim Absturz eines Kleinflugzeugs im Waldgebiet zwischen Vielbrunn und dem Wohnplatz Eulbach der Pilot ums Leben gekommen. Im Nachgang dazu haben Polizeipräsidium Südhessen und Staatsanwaltschaft Darmstadt am Dienstag weitere Details zum Unfall bekannt gegeben. Das Bild ergänzen Angaben aus dem Umfeld des Flugbetriebs im Odenwald und des Unfallgeschehens. Demnach handele es sich bei dem tödlich verunglückten Piloten um einen 66 Jahre alten Mann, der aus Nordrhein-Westfalen stammt. Ersten Ermittlungen zufolge war er kurz vor dem Unglück mit seiner „Cessna 215“ vom Flugplatz in Vielbrunn gestartet.
Sechs Fallschirmspringer in der Maschine In der einmotorigen Maschine befanden sich nach Kenntnisstand der Ermittler neben dem Flugzeugführer sechs Fallschirmspringer, die alle während des Fluges die Maschine verließen – in diesem Fall ein durchaus planmäßiges Vorgehen. Denn die Maschine war im Dienst des teilweise kommerziellen Fallschirmsprungzentrums von Mainbullau/Bayern mit Sitz in Weilbach unterwegs, wie Susan Breitenbach, Pressereferentin des Vielbrunner Flugsportclubs Mümlingtal, bestätigte. „Der Pilot war am Montag vor dem Unglücksflug bereits neun bis zehn Mal auf dem Vielbrunner Flugplatz jeweils mit Tandemspringern gestartet und gelandet.“
Das Technische Hilfswerk Michelstadt war bis 23 Uhr im Einsatz, um das beim Stadtteil Vielbrunn abgestürzte Flugzeug zu bergen. (Foto: Christiane Raabe)
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Der Heimatflugplatz des Unternehmens befindet sich im benachbarten Miltenberger Stadtteil Mainbullau, das ebenfalls im Einzugsgebiet des Vielbrunner Luftraums liegt. Zum verhängnisvollen Geschehen im Einzugsgebiet von Michelstadt kam es also bei einem Außentermin des Sprungzentrums. Es nahm seinen Verlauf, nachdem die letzten Luftsportler das Flugzeug verlassen hatten: Da soll der 66-jährige Pilot noch einen Funkspruch abgesetzt haben, in dem er technische Probleme meldete, ohne ins Detail zu gehen. Dann sei der Funkkontakt abgebrochen. „Es sieht so aus, als ob der Pilot noch versucht habe, den Landeanflug auf den Vielbrunner Flugplatz zu schaffen, leider stürzte er wenige hundert Meter davor in den Wald“, so Breitenbach.
Für 66-jährigen Piloten kommt jede Hilfe zu spät Mit Beamten der Erbacher Polizei waren Rettungs- und Bergungskräfte vom Odenwälder Roten Kreuz und der Feuerwehren Michelstadts schnell vor Ort, konnten aber nur noch den Tod des letzten Flugzeuginsassen feststellen, die Unfallstelle absichern und Ermittlungen einleiten. Die nahe Landesstraße 3349, die Vielbrunn mit der Bundesstraße 47 bei Eulbach verbindet, war für mehrere Stunden gesperrt. Um das Wrack zu heben, wurde das Technische Hilfswerk (THW) Michelstadt gegen 16 Uhr mit 20 Einsatzkräften nachalarmiert. „Wir haben die Unfallstelle ausgeleuchtet und mithilfe eines Waldfahrzeugs, das Hessen-Forst zur Verfügung stellte, den Toten und das Flugzeug geborgen“, sagt Markus Wangler, Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit beim THW Michelstadt. Die Aufräumarbeiten dauerten laut Wangler bis etwa 23 Uhr an. Das völlig zerstörte Kleinflugzeug sei derzeit in einer Halle des THW Michelstadt untergebracht, um es von den Experten der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung begutachten zu lassen. Zudem hat auch die Staatsanwaltschaft Darmstadt in enger Zusammenarbeit mit den Einsatzkräften die Ermittlungen aufgenommen, um einen möglichen technischen Defekt bestätigen zu können.
Gutachten soll Aufschluss über Unglücksursache geben Breitenbach kennt die „Cessna 215“ als „zuverlässiges und robustes Kleinflugzeug“. „Es ist eine sehr sichere Maschine, zudem war der Pilot sehr erfahren.“ Leider gebe es bei diesen kleinen Fliegern keinen Voice-Recorder, der Aufschluss über die letzten Sekunden vor dem Unglück geben könnte, so Breitenbach. Das Wetter und die Sicht seien an diesem Tag sehr gut gewesen. Erst das Gutachten der Flugzeugexperten, dessen Erarbeitung längere Zeit in Anspruch nehmen könne, werde Aufschluss über die Unglücksursache geben. Ein Gutachter ist ebenfalls gefragt, um das Areal an der Absturzstelle auf umweltschädliche Stoffe hin zu untersuchen. Nach Informationen der Pressestelle des Odenwaldkreises ist die Wasserbehörde eingeschaltet, um herauszufinden, ob der Boden wegen ausgelaufenen Getriebeöls und Kerosin ausgekoffert werden muss. „Aktuell ist das Gebiet an der Absturzstelle zwar kein Wasserschutzgebiet, aber die Ausweisung ist in Vorbereitung“, so die Pressestelle. Deshalb handele man nun so, als ob es sich bereits um ein Wasserschutzgebiet handelt. „Welche Maßnahmen zum Tragen kommen, wird sich zeitnah entscheiden.“
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