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Querfront Ausgrenzung stiftet Identität 16. August 2015

Ähnliche Ideologie: Pegida und die "Querfront". Foto: imago/IPON Die "Querfront"­Anhänger sind nicht mehr für den Dialog erreichbar, sagt der Sozialwissenschaftler Wolfgang Storz. Sein Eindruck: Die Akteure bestätigen sich nur noch gegenseitig in einem Weltbild, das mit der Gesamtgesellschaft nichts mehr zu tun hat. Herr Storz, Sie haben die Aktivitäten des politisch­publizistischen Netzwerks recherchiert, das sich erfolgreich an ein rechtes wie ein linkes Publikum wendet. Wie einflussreich ist diese selbst ernannte „Querfront“? Das Netzwerk selbst hat keinen großen Einfluss auf Politik und Gesellschaft. Allerdings ist die Reichweite der Publikationen und Aktionen inzwischen beachtlich: Es bringt Bestseller hervor, Magazine in 40 000er­ Auflage, hat Hunderttausende Zuschauer von Internetvideos, Tausende Demo­Teilnehmer. Das Netzwerk ist also nur ein Ausschnitt aus einem größeren Kreis und in viele Richtungen anschlussfähig. Sein schneller Aufstieg zeigt auch, dass es im Digitalzeitalter auch kleinen Szenen gelingt, mehr und mehr Leute für sich zu interessieren und über Jahre erfolgreich am Markt zu bleiben. Auf dieselbe Weise können weitere solcher Parallel­Öffentlichkeiten entstehen. Mit welchen Folgen? Die Fragmentierung der Öffentlichkeit ist spätestens seit der Einführung des Privatrundfunks im Gange. Aber das Internet vertausendfacht den Effekt. Schon jetzt ist das Publikum gerade dieses „Querfront“­Milieus, das ja ständig mit Verschwörungstheorien hantiert, nicht mehr für einen Dialog erreichbar. Die Leser bestätigen sich nur noch gegenseitig in einem Weltbild, das mit der Gesamtgesellschaft nichts mehr zu tun hat. Hält man das gemeinsame Gespräch aller Bürger für die Grundlage der Demokratie, wird sie durch solche wachsenden Nischen gefährdet. Zur Person Wolfgang Storz, 60, ist Sozialwissenschaftler und Publizist. Nach seiner journalistischen Karriere, unter anderem von 2002 bis 2006als Chefredakteur der Frankfurter Rundschau, war er Lehrbeauftragter der Universität Kassel und der Goethe­Universität in Frankfurt/Main. Für die Otto­Brenner­Stiftung hat er mehrere Studien verfasst, unter anderem zur Krise des Wirtschaftsjournalismus und zur Darstellung der Griechenland­Krise durch die Bild­Zeitung. Seine Querfront­


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