8.3.2019
Krisenrunde soll Erbach vor Brennpunkt bewahren
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Mit einem abgestimmten Vorgehen aller Kräfte will Bürgermeister Dr. Peter Traub verhindern, dass es in Erbachs Innenstadt weiter zu Ausschreitungen kommt.
Tatort Innenstadt: Die Werner-von-Siemens-Straße in Erbach soll nach Ansicht von Bürgermeister Traub auch weiterhin eine sichere Einkaufsund Verweilmeile bleiben. Foto: Dirk Zengel ERBACH - Erbachs Einkaufs- und Verweilmeile darf nicht durch einen sozialen Brennpunkt beeinträchtigt werden. Dieses Ziel hat Bürgermeister Dr. Peter Traub angesichts der jüngsten Gewalt-Eskalation in der mittleren Werner-von-Siemens-Straße ausgegeben. Wie berichtet, endete dort am Freitag vor einer Woche ein lautstarker Krach unter alkoholisierten Männern in einer Messerattacke, bei der einer der Streithähne schwer verletzt wurde. Zu dem Vorfall war es inmitten des Publikumsverkehrs zwischen den Ladengeschäften, dem Citybus-Knoten und dem Parkplatz Bleichstraße gekommen. Das Geschehen politisch thematisiert hat der Bürgermeister selbst, indem er es in der jüngsten Sitzung der Stadtverordnetenversammlung bei seinen Mitteilungen aufrief. Er machte dabei auch keinen Hehl daraus, dass es sich bei dem Gewaltakt nur um die Spitze eines Eisbergs handelt, der das Stadtviertel zunehmend belastet. Wie Traub deutlich machte, weiß er um die Vorliebe sozial außenstehender Erbacher und Einpendler für die Kombination aus zentrale Lage, Fahrmöglichkeit, Haltestellen-Infrastruktur https://www.echo-online.de/lokales/odenwaldkreis/erbach/krisenrunde-soll-erbach-vor-brennpunkt-bewahren_20003722
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und Versorgungs-Gegebenheiten, was diese Ecke der Stadt seit einiger Zeit zum Treffpunkt dieser Klientel macht. "Das passt aber an dieser Stelle insofern gar nicht, als damit Belästigungen oder gar Bedrohungen für Kunden und Mitarbeiter der umliegenden Läden und Dienstleistungsgeschäfte erwachsen, zumal dort viele Familien mit Kindern unterwegs sind", sagte Traub. Er kündigte deshalb an, alle möglichen ordnungspolitischen und -polizeilichen Register zu ziehen, um die gesamte Werner-von-Siemens-Straße wieder durchgehend zu einem angenehmen Pflaster zu machen. "Den konkreten Handlungsrahmen dafür werden wir in einer Krisenrunde abstecken, die sich schon demnächst zusammenfinden wird", kündigte Traub ab, um ausdrücklich hinzuzufügen, dass dies nicht auf eine Diskrimierung und Ausbootung der Frauen und Männer ohne geordnete Tagesstruktur hinauslaufen dürfe. "Diese Leute müssen auch irgendwo hin und sollen deshalb ihren Platz haben. Es gilt allerdings, dafür eine weniger sensible und für alle Beteiligten verträgliche Stelle zu finden", kommentierte der Bürgermeister. Womöglich könne man darüber sogar mit dem betreffenden Personenkreis in einen direkten Dialog treten. So oder so setzt sich damit eine Geschichte fort, die Erbach seit Jahren umtreibt, aber die erst infolge eines städtisches Eingriffs im Jahr 2015 richtig Fahrt aufgenommen hat. Denn in den Vordergrund der Geschäftsstraße verlagert haben die Außenseiter ihr Stelldichein erst, nachdem sie die städtische Bürgerpraxis zur Zeit von Bürgermeister Harald Buschmann von ihrem traditionellen Sammelplatz vergrämt hatte: Am früheren Treffpunkt an der Mümling im Hintergrund der Siemens-Straße wurden seinerzeit Bänke und Rasenflächen beseitigt. Begründet wurde das damals mit der mangelnden sozialen Kontrolle an dieser Stelle. Hauptziel der Verdrängung bestand allerdings erkennbar und ungeleugnet darin, die äußeren Umstände für die Vermarktung eines Wohnbauprojekts in der Nachbarschaft zu verbessern. Kommentare
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