28.12.2019
In Michelstadt sind die "Strong Strangers" zurück
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Freitag, 27.12.2019 - 15:05 3 min Mit ihrer Rückverwandlung in die "Strong Strangers" haben in Michelstadt vier gesetzte Herren einen Moment der Zeitlosigkeit geschaffen. Ermöglicht hat dies das Livelokal "Unterholz".
Von Gerhard Grünewald Redaktionsleiter Odenwälder Echo
Die "Strong Strangers" haben zu Weihnachten im "Unterholz" die Musikszene der Achtzigerjahre wiederbelebt. Foto: Dirk Zengel
MICHELSTADT - Sie sind weder Sänger noch Organist, Gitarrist, Bassist oder Schlagzeuger geworden, sondern Anwalt (und Notar), Sozialarbeiter, Biotechniker (mit Professur) und Notfallsanitäter. Aber eine Musiker-Natur gibt man eben nicht an Kanzlei- und Amtstüre, Hochschul- und Wachepforte ab. Also kann sie jederzeit mit einem durchgehen, auch oder
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In Michelstadt sind die "Strong Strangers" zurück
gerade wenn sie ohne berufliche Verwendung geblieben ist. Und genau solch ein Ereignis feiert am zweiten Weihnachtstag im Michelstädter Veranstaltungslokal "Unterholz" fröhliche Urständ. Da nämlich verwandeln sich die gesetzten Herren Peter Erk, Markus Fabian, Herbert Schmidt und Georg Groh in die Twens der aufstrebenden Band "Strong Strangers" zurück. Was die vier dabei schaffen, gerät zu nichts weniger als einem Moment der Zeitlosigkeit, an dem neben den Protagonisten auch die Musikfans teilhaben: So wie sie seinerzeit in den diversen Schuppen der Achtzigerjahre zu Gast waren, sind sie heute wieder versammelt - etwas ergraut oder erkahlt, aber wie damals zunächst lauschend, schnippend, wippend. Um schließlich dann doch mitzuklatschen und durchweg in Bewegung zu geraten, wenn auch nicht so hingebungsvoll wie das Szeneninventarstück Peter Bosse, das wie immer vom ersten Takt an ohne Schuhe tanzt.
Weihnachtliche Comebacks im legendären Trefflokal Nie ohne Mütze geht demgegenüber Jörg Thomas, der hinter dem Tresen Gesamtaufsicht und Getränkeversorgung gewährleistet. Er ist es, dem Band und Publikum ihre Übung in puncto Alterslosigkeit verdanken. Denn als Wirt hat er dazu beigetragen, dass die "Strong Strangers" nach der eigentlichen Auflösung der Kapelle in den Neunzigerjahren niemals so ganz gingen. Denn alljährlich mündete die aus dem gemeinsamen Emporkommen in den Achtzigern erwachsene Geistesverwandtschaft in einem weihnachtlichen Comeback der "Band" exklusiv im legendären Trefflokal "Etage", und zwar bis zu dessen Schließung 2012/2013.
BANDGESCHICHTE Die "Strong Strangers" mit ihren Musikern aus Bad König, Michelstadt und Erbach gehörten in den Achtzigerjahren des vorigen Jahrhunderts zu den gefragtesten Live-Bands des Rhein-Main-Neckar-Gebiets. Ihre Konzerte stellten sie dabei nicht wie im Genre üblich auf CoverVersionen bekannter Titel von Genregrößen ab, sondern auf Eigenkompositionen. Damit arbeiteten sie auch im Studio und standen
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nach einzelnen CD-Einspielungen kurz vor einem Plattenvertrag. Letztlich aber blieb es bei Probeaufnahmen im Haus von Sony in Frankfurt - zugunsten des bürgerlichen Familien-, Berufs- und Freizeitlebens. (gg) Weil einem aber auch die Gastronomie nicht in den Klamotten hängen bleibt, auf dass sie sich einfach abstreifen ließe, hat Jörg Thomas seither in kleinerem Rahmen stets weitergewirtschaftet. Tätig ist er unter anderem als Caterer und Mitarbeiter an den Unternehmen der als Musiker, Produzenten und Veranstalter erfolgreichen Krings-Brüder ("Sound of the Forest"), zu deren Reich eben auch das Michelstädter Lokal "Unterholz" gehört. "Der Jörg war dann auch der erste Ansprechpartner für die Idee, die ,Strong Strangers' doch einmal wieder spielen zu lassen", verrät Gitarrist, Sänger und Ansager Markus Fabian. Geholfen hat auch, dass die Kapelle für den Kontakt mit Betriebschef Fritz Krings nicht allein auf die Beziehungen von Thomas angewiesen waren. Hat doch auch ein nicht näher bezeichnetes Bandmitglied in seinem Brot-(und -Aufstrich-) Beruf bereits geschäftlich mit dem Unternehmer zu tun.
Finanzielle Fragen ließen sich problemlos klären "Auf jeden Fall war auch der Fritz Krings gleich mit bei der Sache", ergänzt Fabian die Vorgeschichte. "Und so ließen sich alle technischen, logistischen, und finanziellen Fragen problemlos zu aller Zufriedenheit regeln." Krings jedenfalls hatte kein Problem damit, die "Unterholz"-Bohlen zum Sprungbrett für die Musik der Vor-Vorgänger-Generation zu machen im Gegenteil: "Es war schon spürbar, dass die Gastgeber unser Konzert auch als Chance begriffen haben, ihr Engagement auch einmal bei einer Generation bekanntzumachen, zu der sie sonst nur schwer Zugang bekommen", berichtet Fabian. An den "Strong Strangers" sollte das Gelingen dieses Unterfangens nicht scheitern: Fünfmal stahlen sie sich aus Job, Familie und Alltag, um intensiv zu proben - und einen umfänglichen und musikalisch hochstehenden Auftritt abzuliefern. So verfangen im Saal die bevorzugt gespielten eigenen Titel ebenso wie die der musikalischen Vorbilder ihres Wave-Beats und https://www.echo-online.de/lokales/odenwaldkreis/michelstadt/in-michelstadt-sind-die-strong-strangers-zuruck_20949518
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In Michelstadt sind die "Strong Strangers" zurĂźck
schaffen ein Universal-Kunstwerk der Livemusik, das durch den einen oder anderen instrumentalen oder verbalen Verhauer nur noch an Wert gewinnt. Und vollends zu einer Art Kulturerbe wird, als sich zum Finale sogar Drummer Georg Groh aus dem Hintergrund unter die Frontmänner einreiht und Billy Braggs "A new England" singt. Ein neues Land will auch im Publikum niemand. Eine alte Band aber dßrfte es schon noch mal sein.
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