5.12.2019
Ideen für die Zukunft der Kreisstadt
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Donnerstag, 05.12.2019 - 00:00 Beim Info-Abend zur Erbacher Leitbild-Entwicklung erfahren 300 Interessierte, wie der Prozess weitergehen soll. Von Hans-Dieter Schmidt
Mit dieser nicht ganz ernst gemeinten Fotomontage sorgte die Erbacher Stadtverwaltung für viel Gelächter beim Info-Abend zum Leitbild-Prozess. Die Botschaft dahinter ist klar: Es gibt keine Denkverbote, auch „rumspinnen“ ist erlaubt. Fotomontage: Stadt Erbach
ERBACH - So stellt man sich das als Verantwortlicher vor: „Positiv erschüttert“ zeigte sich Bürgermeister Peter Traub angesichts der Beteiligung am nächsten Kapitel der Erarbeitung eines Stadtentwicklungskonzepts für Erbach: Gut 300 Bürger waren der Einladung in die Werner-Borchers-Halle gefolgt und dokumentierten damit eindrucksvoll ihr Interesse an der Fortführung des Prozesses. Eingangs erläuterte Peter Markert, wie sich der Begriff „kommunales Leitbild“ definiert. Markert ist Geschäftsführer der „imakom Akademie“ (Aalen), die Erbach beim Streben zu mehr Lebensqualität in der Stadt begleitet. Das kommunale Leitbild solle Orientierung geben, handlungsleitend sein und Identität stiften, so der Fachmann. Alle Bürger, die sich einbringen, seien gleich wichtig, und Angst vor Fehlern sollte keiner haben, motivierte Markert zur Teilnahme. Wie er und Traub gemeinsam darstellten, wird die geplante Entwicklung mit dem Umriss eines Hauses mit sechs Räumen visualisiert. Das habe ein stabiles Fundament in Form der städtischen Pflichtaufgaben. Dazu kommen sechs tragende Säulen, die mit den Begriffen Nachhaltigkeit, Nutzen für Bürger und Gäste,
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Bürgerbeteiligung, Familien- und Generationenfreundlichkeit, interkommunaler Zusammenarbeit und letztlich – aber auch ausdrücklich – Einbindung der Stadtteile benannt sind. Begonnen hatte das Projekt mit Traubs Wahlkampfaufruf „Erbach in Bewegung“, der quasi nahtlos in das neue Thema „Lebendiges Erbach“ überging. Die Stadt hatte zu Jahresbeginn eine Umfrage gestartet, blickte der Bürgermeister zurück. 550 Teilnehmer brachten 2000 Ideen ein, die in Workshops gefiltert wurden. Gewichtung erfuhren sie durch weitere Umfragen bei Bürgern und Gewerbetreibenden.
KONTAKT
Wer die Infoveranstaltung zur zweiten Projektphase „Lebendiges Erbach“ nicht wahrnehmen konnte, dennoch aber bei der weiteren Umsetzung des Vorhabens mitarbeiten möchte, erhält bei der Stadt gerne Informationen und eine Anmeldemöglichkeit. Eine Kontaktaufnahme ist möglich unter E-Mail lebendigeserbach@erbach.de oder per Telefon 06062-64 58. (hds) Die sechs Räume des fiktiven Hauses Erbach sind: Innenstadt – zur Gestaltung und Stärkung als Aufenthaltsort; Kulturstadt – Optimierung des kulturellen Angebots; Junges Erbach – Verbesserung des Angebots für Jugendliche; Unser Erbach – Förderung des Wir-Gefühls und der Standortattraktivität; Erbach aktiv erleben – im Sinne der Förderung des Freizeitwertes. Erbach neu gedacht schließlich bietet explizit Platz für Fantasten und „Spinner“, wie es Traub ausdrückte und sich dabei durchaus selbst einbezog. Erwartet und erhofft werden neue und innovative Ideen von Querdenkern – die in diesem Zusammenhang präsentierte und nicht ganz ernst gemeinte Fotomontage einer Seilbahngondel über dem autofreien Marktplatz sorgte für einige Erheiterung im Saal. Alles in allem also tiefgründige Aufgabenstellungen, die kreativen Menschen viel Raum bieten. Dass ganz sicher nicht alles ad hoc umsetzbar sein wird, ist dem Verwaltungschef bewusst. Eine Steigerung der Attraktivität seiner Stadt und der Lebensqualität der Einwohner erwartet er allerdings schon. Die Raumthemen sollen von Arbeitsgruppen aufbereitet werden. Geleitet und moderiert werden sie von dualen Teams mit je einer Person aus Stadtverwaltung und Bürgerschaft, die im Foyer direkt kontaktiert werden konnten. Die Gruppen sollen sich etwa ein Jahr lang wiederholt treffen; gemeinsame Zusammenkünfte sollen die Themen vertiefen. Das geht so weit, dass die AGs auch Fachgespräche mit Gästen zu Umsetzungsmöglichkeiten und Kosten führen können, sodass Projekte ohne große Nacharbeiten in die politischen Gremien eingebracht werden können. In einem ersten Gespräch am Rande vermissten Sozialausschuss-Vorsitzender Horst Pilger (SPD) und Heinrich Wilhelm Bernhard als Fachberater Vorgaben zu Inklusion und Barrierefreiheit. Mit gutem Beispiel voranging der evangelische Pfarrer Bert Rothermel, der sich spontan in die Liste der Teilnehmer bei „Junges Erbach“ eintrug. Immerhin hat er durch seinen beruflichen Umgang mit jungen Menschen gute Einblicke in deren Interessen und Wünsche. Insgesamt diente der letzte Veranstaltungsteil Dialogen an den Gruppen-Ständen, ließ aber auch Small Talk zu. Dabei offenbarte sich ein breites Meinungsspektrum von „sehr interessant“ bis zur Erwartung eines Scheiterns des Projektes. https://www.echo-online.de//lokales/odenwaldkreis/erbach/ideen-fur-die-zukunft-der-kreisstadt_20827811
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