echoonline.de http://www.echoonline.de/lokales/odenwaldkreis/michelstadt/hallenbadbrauchteineweiteremillion_16222306.htm
Hallenbad braucht eine weitere Million Michelstadt 02.10.2015
Sichtbar im Werden ist die Wiederherrichtung des OdenwaldHallenbads in Michelstadt. Den Zeitplan, wonach die Sport und Freizeitstätte im Herbst nächsten Jahres wieder eröffnet werden soll, hält der Trägerverband denn auch weiter für realistisch. Als wirklichkeitsfremd hat sich allerdings der gesteckte finanzielle Rahmen erwiesen. Statt 2,5 Millionen Euro wird die Sanierung bis zu 3,5 Millionen kosten. Foto: Manfred Giebenhain Von Manfred Giebenhain SCHWIMMSTÄTTENSANIERUNG Zustand nach erster Renovierung noch schlechter als erwartet / Zeitplan gilt weiter MICHELSTADT Die Wiederversorgung der Bevölkerung des Kreises mit einer wettergeschützten Schwimmsportstätte wird Erbach, Michelstadt und den Odenwaldkreis wohl 3,5 Millionen Euro kosten. Die neuerliche Sanierung des OdenwaldHallenbads kommt um bis zu eine Million teurer als kalkuliert. Die gute Nachricht zuerst: Nach Jahren der Kritik an der Informationspolitik des Vorstands fühlt sich die
Verbandsversammlung des Hallenbadzweckverbands inzwischen hinreichend einbezogen. Insbesondere gilt das für den laufenden Sanierungsprozess am OdenwaldHallenbad, wie sich nicht nur Wortmeldungen zur jüngsten Sitzung des Gremiums, sondern auch der Einstimmigkeit der dort gefassten Beschlüsse entnehmen lässt. Damit zur schlechten Nachricht: Weitere aufgedeckte Mängel aus der gescheiterten vorigen Grundsanierung des Bads werden die Baukosten um bis zu eine Million Euro nach oben treiben. Gefasst nahmen die Vertreter der Anteilseigner, also des Odenwaldkreises und der beiden Städte Erbach und Michelstadt, die Hiobsbotschaft entgegen. Allerdings konfrontierten die Delegierten den Vorstand und die mit der Sanierung beauftragte Planungsgesellschaft Hildesheim mbH mit einer Fülle von Detailfragen, die sich aus der Vorstellung der zusätzlich aufgedeckten Mängel aus der letzten Grundsanierung ergaben. Der anvisierte Kostenrahmen von 2,5 Millionen Euro für die neuerliche Instandsetzung des Odenwald Hallenbads sei bereits überschritten, begründete Bürgermeister Stephan Kelbert den dringenden Handlungsbedarf. Die Liste der erforderlich gewordenen Zusatzleistungen reiche vom Neubau des Kinderbeckens für 116 000 Euro bis zur Erneuerung der Brandmeldeanlage, die gut 42 000 Euro der bisherigen Mehrkosten von 410 000 Euro verschlingt. Für die Planungsgesellschaft standen Bereichsleiter Rainer Dröge und Bauleiter Andreas Lein Rede und Antwort. „90 Prozent der Technik und des Gebäudes werden bei der Eröffnung auf dem neuesten Stand sein“, fasste der Fachmann das neue Auftragsvolumen zusammen. Bürgermeister wie Techniker stimmten darin überein, dass am Termin zur Wiedereröffnung des Bads für Herbst 2016 festgehalten werden könne. Denn als unkritisch erweise sich, dass die Bauarbeiten in dem rundherum eingerüsteten Gebäude mit wenigen Wochen im Rückstand seien. Der Verzug bewege sich im üblichen Rahmen. Weitaus gravierender fielen die Unterschiede zwischen Erwartung und Zustand bei Betrachtung der vorgefundenen Bausubstanz aus, nachdem das Dach geöffnet sowie im Innenbereich Verkleidungen abgetragen und Beckenkopf geöffnet worden waren. Als gesonderten Punkt beleuchtete die Versammlung die Beschaffenheit des immerhin bereits seit fast drei Jahren trocken gelegten Schwimmbeckens. Für die Komplettsanierung desselben kalkulierte Rolf Maul in seiner Rolle als kaufmännischer Geschäftsführer weitere 330 000 Euro ein. Um Puffer „für weiter Unvorhergesehenes“ einzubauen, beantragte der Vorstand für den Wirtschaftsplan 2016 eine Mittelaufstockung um eine Million Euro. Damit würde die Sanierung den Betrag von 3,5 Millionen Euro und so die Höhe des Schadens erreichen, der mit der mangelnden Funktionstüchtigkeit des Bads nach der vorigen Generalsanierung der Jahre 2010/11 entstanden ist. Finanzieren kann der kommunale Verband seine Investitionen nur über Kreditaufnahme. Um Tilgung und Zins zu stemmen, ist eine weitere Erhöhung der Verbandsumlage erforderlich, die jährlich 30 000 Euro zusätzlich einspielen soll. Den Löwenanteil wird Michelstadt, das zu 40 Prozent am Zweckverband beteiligt ist, mit zusätzlichen 12 000 und dann 242 400 Euro zu übernehmen haben. Es folgen der Odenwaldkreis (32 Prozent) mit einem Plus von 9600 auf 193 920 Euro und Erbach (28), das 169 680 Euro beisteuert; 8400 mehr als zuletzt. Zur Übersicht Michelstadt