22.1.2020
Erbachs Marktplatz soll autofrei sein
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Montag, 20.01.2020 - 00:00 Erstmals vor dem Schloss, ist der Neujahrsempfang ein Erfolg. Zwanglose Atmosphäre unter freiem Himmel. Von Hans-Dieter Schmidt
Erbachs Bürgermeister Peter Traub (Mitte – vor Aktiven der Dorfkapelle Lauerbach) begrüßte die zahlreichen Gäste. (Foto: Hans-Dieter Schmidt)
ERBACH - Weitestgehend autofrei soll der rote Platz in der Kreisstadt ab sofort sein – so will es Bürgermeister Peter Traub, und die politischen Gremien signalisierten mehrheitlich Zustimmung. Leer bleiben oder brach liegen wird die Fläche um das Graf-Franz-Denkmal aber nicht. Wie Traub bei diversen Sitzungen und Veranstaltungen schon deutlich machte, will er das Areal mit Menschen beleben, statt es mit Blech und Abgasen zu belasten. Diverse Festlichkeiten im Jahreslauf sollen dazu beitragen. Und schon im ersten Monat des neuen Jahres wurde ein vielversprechender Anfang gemacht. Die Bürger waren erstmals zu einem Freiluft-Neujahrstreffen eingeladen. Statt eines teuren, pompösen und mit Reden gespickten Empfangs in der guten Stube der Festhalle wollten die politisch Verantwortlichen gemeinsam mit der Bürgerschaft in zwangloser Atmosphäre bei gemütlichem Plausch das Jahr 2020 begrüßen und darauf mit einem Gläschen Sekt auf städtische Kosten anstoßen. Dass das natürlich nicht völlig ohne ein Statement des Gastgebers stattfinden konnte, war zu erwarten. Traub selbst übernahm diesen Part – humorig und kurz gefasst. Mit dem Marktplatz habe die Stadt nun neben der Werner-Borchers-Halle ein zweites Wohnzimmer. Das dritte sei gerade im Umbau und in Kürze fertig: Die westlichen Räume der Orangerie. Fiktion ist sicher noch Bürgermeisters schmunzelnd vorgetragener Traum von einer https://www.echo-online.de/lokales/odenwaldkreis/erbach/erbachs-marktplatz-soll-autofrei-sein_21071510
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Konzertmuschel im Lustgarten, die Erbachs Kulturstätten komplettieren könnte. Immerhin beschäftigen sich derzeit mehrere Arbeitsgruppen mit dem Thema „Lebendiges Erbach“, um damit auch den kulturellen Bereich voranzubringen. Der Verwaltungschef konsultierte die Sterne. Nach Meinung der Astrologen stünden diese nur alle paar hundert Jahre so wie in diesem Jahr – und sie stünden für viele Veränderungen. Eine davon sei bereits erfolgt: Der autofreie Marktplatz. Mit dem Applaus waren Für- und Gegenstimmen zu hören. Trotz unterschiedlicher Meinungen in Einzelfragen aber, maß Traub dem Zusammenhalt der Bevölkerung besondere Bedeutung bei.
Mit dem ausgesprochen guten Besuch der Erstausgabe eines neuartigen FreiluftNeujahrsempfangs hatte selbst der gastgebende Bürgermeister Peter Traub nicht wirklich gerechnet. Foto: Hans-Dieter Schmidt
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Erbachs Bürgermeister Peter Traub (Mitte – vor Aktiven der Dorfkapelle Lauerbach) begrüßte die zahlreichen Gäste. Foto: Hans-Dieter Schmidt
Mit dem recht großen Andrang zur Erstausgabe des Festes hatte Traub nicht wirklich gerechnet. Um so herzlicher begrüßte er die Gäste, darunter auch etliche aus „befreundeten Nachbarkommunen“. Und selbst Bad Königs Bürgermeister Axel Muhn, einst in dem Krankenhaus an der Neckarstraße geboren, das heute als Rathaus dient, war zu dem neuen Fest am Jahresbeginn gekommen. Zur Unterhaltung spielte die Lauerbacher Dorfkapelle schmissige Blasmusik, und die Hansvon-der-Au-Trachtengruppe tanzte begleitet vom Neujahrsgruß der jüngsten „Prost Neijoar, Brezel wie e Scheierdoor“ und dem Ruf des Nachtwächters Micha Stracke. Beide Gruppen sind auch andernorts stets gern gesehene Repräsentanten ihrer Heimatstadt. Anerkennung gab es vom Stadtchef, als er sagte, die Akteure stünden für ein starkes Stück Heimat.
LEBENDIGES ERBACH
Die von Bürgermeister Peter Traub initiierte Aktion „Lebendiges Erbach“ wird von mehreren Arbeitsgruppen umgesetzt. Infos unter www.lebendigeserbach.de. Die Coole Hütte wird weitere vier Wochen auf dem Marktplatz stehen und bei der Rathauserstürmung des CV Ulk für die Verköstigung der dann erwarteten Gäste sorgen. Die Kampfhandlungen beginnen am Samstag, 15. Februar, um 11.11 Uhr. Ein „dreifach donnerndes Erbach Helau“, angestoßen vom Bürgermeister, lud dazu ein. (hds) Weitere Verköstigungen konnten die Besucher an zwei Buden erwerben, die man von der Schlossweihnacht noch hat stehen lassen. Getränke aus der Coolen Hütte von Tatjana Tiede und Deftiges am Stand der Metzgerei Glenz, dazu Neujahrsbrezeln der Landbäckerei Knierim, sorgten für Labung.
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Wie berichtet, hatte die Kreisstadt zur Aufwertung der Schlossweihnacht rund 70 000 Euro in die Hand genommen, um die Ausleuchtung zu verbessern. Dazu wurden etwa 60 000 LEDLeuchtmittel auf der Weihnachtszeder im Schlossgarten, den fünf Platanen entlang der Mümling und dem weiteren Umfeld verbaut. Fest stand schon bei der Auftragsvergabe, dass diese Beleuchtung ganzjährig montiert und einsatzbereit bleiben würde, um auch anderen Festen zu dem ihnen gebührenden Glanz zu verhelfen. Zur aktuell noch früh einsetzenden Dunkelheit kam die Illumination der Platanen erneut eindrucksvoll zur Geltung. Diese Form der Neujahrsbegrüßung soll es auch nächstes Jahr geben, versprach Traub. Der zeitweilige leichte Regen tat dem Fest keinen Abbruch. Umliegende Lokale, etwa das Brauhaus oder Da Nino, waren sehr gut frequentiert und dürften vom Stadtfest profitiert haben, wie der Erbacher Handwerker „Thommy“ Thomas Müller im Gespräch mit dem ECHO feststellte.
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