echoonline.de http://www.echoonline.de/lokales/odenwaldkreis/breuberg/dreisindeswohlaufjedenfall_16024531.htm
Drei sind es wohl auf jeden Fall Breuberg 20.08.2015 BÜRGERMEISTERWAHL Um den Posten im Breuberger Rathaus bewerben sich auch zwei unabhängige Kandidaten BREUBERG (big). Am 8. November entscheiden die Breuberger, wer demnächst die Geschicke dieser Stadt an vorderster Front mitbestimmen soll: Zur BürgermeisterDirektwahl kandidieren voraussichtlich drei Bewerber. Zwar läuft die Bewerbungsfrist für mögliche Kandidaten bei dem Urnengang am 8. November noch bis Ende August, doch schon jetzt zeichnet sich ab, dass Breubergs Wahlberechtigte dann auf jeden Fall eine Wahl haben: Außer dem von der örtlichen SPD im Mai nominierten derzeitigen Stadtverordnetenvorsteher Jörg Springer (48/Sandbach) bewerben sich zwei parteiunabhängig antretende Kandidaten – Elke EltestePolland (52/Neustadt) und Uwe Hallstein (53/Sandbach). Zudem können bis 31. August weitere Wahlvorschläge bei der Kommune eingereicht werden. Aus den Reihen von BWG, Grünen und CDU, die in der Stadtverordnetenversammlung aktuell über sieben, vier beziehungsweise zwei Mandate verfügen, gibt es bislang keine Signale in diese Richtung. Über die Zulassung der Kandidaten entscheidet letztlich der Wahlausschuss bei seiner Sitzung am Freitag, 11. September. Amtseinführung frühestens 1. Dezember Wie berichtet, wird der Chefsessel im Sandbacher Rathaus vorzeitig frei, da Amtsinhaber Frank Matiaske (SPD) nach seinem Erfolg bei der Landratswahl zum 1. September die Führungsposition in der Kreisverwaltung übernehmen wird. Wann die Amtszeit des nun neu zu wählenden Breuberger Bürgermeisters oder einer möglichen ersten Bürgermeisterin beginnen wird, steht nach Auskunft von Wahlleiter Karlheinz Orth noch nicht fest. Als frühestmöglicher Termin für die Amtseinführung kommt der 1. Dezember infrage – wann es tatsächlich soweit sein wird, entscheiden die Stadtverordneten. Wahlberechtigt sind knapp 5400 Einwohner. Jörg Springer ist gebürtiger Breuberger, der Sozialdemokrat arbeitet als Sonderpädagoge an der Schule am Drachenfeld in Erbach. In der örtlichen Kommunalpolitik wirkt Springer seit 2006 als Stadtverordneter und seit 2011 als Parlamentsvorsteher mit. Dem verheirateten Vater von zwei erwachsenen Kindern – es gibt auch schon zwei Enkelchen – attestiert seine Partei „umfassende politische, betriebswirtschaftliche, verwaltungstechnische und pädagogische Kompetenzen“. Über die Nominierung Springers hatte das ECHO am 9. Mai („Sozialdemokraten einstimmig hinter Springer“) berichtet. Elke EltestePolland stammt aus Kassel, lebt seit 25 Jahren in Breuberg und setzt sich seit vier Jahren in der örtlichen Kulturkommission für eine lebenswerte Stadt ein. Die Zweiundfünfzigjährige ist studierte Architektin, arbeitet in diesem Beruf derzeit aber eher nebenher und ist hauptsächlich als Ehefrau, Mutter und Hausfrau gefragt. Die Kinder sind 15 und 22 Jahre alt. Die Bewerberin ist Mitglied der Grünen – kandidiert jedoch als Unabhängige. „Ein Bürgermeister sollte frei von möglichen ParteiZwängen wirken können“, lautet ihr Credo. Ihre aktive Mitarbeit bei den Grünen hatte sie eingestellt, als sie begann, ihre kranke Mutter zu pflegen. Ihre Beweggründe zur Kandidatur ums Bürgermeisteramt umreißt die Frau wie folgt: „Es hat sich so viel verändert hier, der demografische Wandel, viele leer stehende Geschäfte – ich will dazu beitragen, unsere Stadtteile zu beleben, ihre Attraktivität zu erhalten und zu steigern.“ In Breuberg lasse sich so gut leben, „wir haben günstigen Wohnraum, ein super Umfeld“. Da gelte es, auch mal neue Wege zu gehen, um junge Familien anzulocken, Anreize zu schaffen. Die WahlOdenwälderin zählt zu ihren Hobbys das Reiten, Kampfsport, Lesen und Schreiben. Ebenso als parteiunabhängiger Bewerber antreten wird Uwe Hallstein. Der verheiratete Vater von drei Söhnen ist gebürtiger Sandbacher, der DiplomIngenieur der Elektrotechnik war zuletzt als Serviceleiter und stellvertretender technischer Leiter für einen Hersteller von Datenbanken und Farbrezeptiersystemen im Einsatz. Mit dem Gedanken, sich auch an sozusagen vorderster Front für seine Heimatstadt einzubringen, sieht sich der Dreiundfünfzigjährige seit etlichen Jahren immer wieder konfrontiert. Zuletzt war dies der Fall, als klar wurde, dass der Posten im Sandbacher Rathaus möglicherweise frei werden wird. „Da sprachen mich viele an und meinten: Das wäre doch was für dich.“ Den Job traut er sich zu, „weil ich durch mein berufliches Wirken und das Engagement in Vereinen Führungserfahrung gesammelt habe, weil ich weiß, was gut und was weniger gut läuft in Breuberg und weil ich auch einen gewissen Rückhalt in der Bevölkerung sehe“. Sorgen macht ihm beispielsweise, „dass im Freizeitbereich und in der Gastronomie vieles zurückgeht“ und dass Jugendliche, aber auch ältere Menschen „kaum Möglichkeiten haben, sich zu treffen“. Die Entscheidung, als parteiloser Bewerber anzutreten, sei ihm nicht leicht gefallen, räumt Hallstein ein. „Da muss man fast alles allein bewerkstelligen. Doch ich ziehe das durch.“ Er stehe für sich als Person, habe Ideen und eine Meinung („die aber nicht die richtige sein muss“) und sei überzeugt, dass man als parteiunabhängiger Bürgermeister freier und besser gestalten könne. Außerhalb von Beruf und Politik kennen die Breuberger Hallstein als leidenschaftlichen Sportkegler (SKC Höchst) sowie als Fußballfreund (wenn die Söhne kicken), als Radler und Musikfan. Zur Übersicht Breuberg