„Grüner Baum“ in Neunkirchen unter neuer Führung echo-online.de/lokales/darmstadt-dieburg/modautal/gruner-baum-in-neunkirchen-unter-neuerfuhrung_24007419 28. Juni 2021
Montag, 28.06.2021 - 10:31 Im Lokal führt nun Manjula Abeysinghe das Regiment. Der Gastronom hat schon in diversen Länder gearbeitet. Unter anderem in Sri Lanka und in einem Luxushotel auf den Malediven. Von Matthias Reissmann
Manjula Abeysinghe will italienische Küche in die gemütliche Wirtsstube des „Grünen Baums“ bringen, der jetzt „Hochgenuss im Odenwald“ heißt. (Foto: Karl-Heinz Bärtl)
NEUNKIRCHEN - Wird aus Spaß Ernst, so hat dies meistens einen negativen Beigeschmack, doch in seltenen Fällen kann dies auch eine positive Bedeutung haben. Wie im Fall des „Grünen Baums“ in Neunkirchen. Dort übernimmt Manjula Abeysinghe das Regiment in Küche und Restaurant. „Wir machen das jetzt richtig professionell“, sagt Anke Tennigkeit. Im Mai 2019 hatte sie zusammen mit ihrem Ehemann Jörg und ihrer Zwillingsschwester Anja die Leitung der geschichtsträchtigen Gaststätte im Modautaler Ortsteil übernommen. Eigentlich wollten sie damals nur in die Räume über der Gaststätte einziehen – bis sie dann von der langen Tradition dieses Gastronomiebetriebs erfuhren. Bisher war dieser ein Hobby der Tennigkeits, doch das soll sich zum 1. Juli ändern. Gerade wird das Gebäude nochmal renoviert, die Öffnungszeiten wurden ausgeweitet: Jeden Montag
und Donnerstag ab 18 Uhr sowie Freitag, Samstag und Sonntag ab 12 Uhr ist der „Grüne Baum“ für seine Gäste offen. Außerhalb dieser Zeiten kann nach Absprache für zehn und mehr Personen geöffnet werden. Im Zuge dieser Umstrukturierung ziehen sich die Tennigkeits auch aus der Küche zurück und geben diese in die Hände ihres neuen Restaurantleiters Manjula Abeysinghe. Der in Sri Lanka geborene Koch und Konditor kann auf eine langjährige Erfahrung in der Gastronomie zurückblicken. „Mein Vater hatte die Ehre, für Queen Elizabeth II. bei ihrem Besuch in Sri Lanka in den 1970ern kochen zu dürfen“, sagt Manjula Abeysinghe, der Beruf des Kochs sei für ihn quasi eine Familientradition.
Steckenpferd ist die italienische Küche Manjula Abeysinghe graduierte 1999 an der National Apprentice Board School, was dieser Tage die National Apprentice and Industrial Training Authority ist, eine Einrichtung der Regierung von Sri Lanka, vergleichbar mit der Industrie- und Handelskammer der Bundesrepublik. Direkt von dort ging es auf die Malediven, wo er fünf Jahre lang in der Gastronomie renommierter Hotelketten wie dem amerikanischen „Four Seasons“ und dem britischen „Six Senses“ arbeitete. Danach ging er für ein Jahr nach Thailand und dann für anderthalb Jahre nach Singapur, weiterhin tätig für „Six Senses“, zu diesem Zeitpunkt als Konditor. 2007 kam Manjula Abeysinghe nach Italien, dort blieb er bis 2018. In diesen elf Jahren beschäftigte er sich sehr intensiv mit der italienischen Küche. Von Italien kam er nach Dortmund und arbeitete dort für die Restaurants „Jägerheim“ und „Vetro“, da noch als Assistenzkoch. Nach Modautal gelangte Manjula Abeysinghe über einen Freund, der wiederum einen Freund von Anke Tennigkeit kennt. Manjula Abeysinghe ist sehr von Neunkirchen angetan. Es sei eine Herausforderung, sagt er, seine stark italienisch geprägte Küche an den ländlich-gediegenen Charakter von Modautal anzupassen, doch er sei zuversichtlich, diese Aufgabe zu meistern. Die Tennigkeits stehen ihm mit Rat und Tat zur Seite, doch das Kochen unterliegt voll und ganz seiner Aufsicht. Anke Tennigkeit und ihr Ehemann kümmern sich nur noch um den Service, die Logistik und das Marketing. Langfristig soll sich der „Grüne Baum“ dann zu „Hochgenuss im Odenwald“ wandeln, auf der eigenen Homepage, in den sozialen Medien und auf einschlägigen Webseiten wie Tripadvisor ist die Gaststätte schon unter diesem Namen geführt. Sie kommentieren als