Akif Pirinçci · HOCHGESCHÄTZTE DRESDNER STAATSANWALTSCHAFT

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Akif Pirinçci 3 Std. ·

HOCHGESCHÄTZTE DRESDNER STAATSANWALTSCHAFT Wie ich aus mehreren Medien vernommen habe, ist anläßlich meiner Dresdner Rede im Oktober 2015 ein Ermittlungsverfahren gegen mich wegen Volksverhetzung eingeleitet worden. Ob das stimmt, kann ich nicht beurteilen, zumal ich keine Vorladung vom Staatsschutz in dieser Sache bekommen habe. Vielleicht wurde das Verfahren auch inzwischen eingestellt. Wie dem auch sei, jedenfalls kenne ich das Prozedere aus einem früheren Vorwurf aus dem Jahr 2014, bei dem ebenfalls nichts herausgekommen ist. Sollte das Ermittlungsverfahren trotzdem weiterhin gegen mich laufen, so möchte ich Ihnen bereits jetzt meine Hilfe andienen, da ich sehr genau weiß, auf welche Stellen im Redetext sich die Verdachtsmomente fokussieren werden. Das mit dem berühmten "KZ­Satz" können Sie ja wohl inzwischen "in der Pfeife rauchen", da auch Sie inzwischen mitbekommen haben dürften, daß dieser sich nicht auf sogenannte Flüchtlinge bezog. Über dreißig unterschriebene Unterlassungserklärungen diverser Medien, welche den Zusammenhang umgelogen haben, könnten Ihnen als ein zusätzlicher Beweis dienen. Doch da ich stets bemüht bin, meine Pflichten als Bürger dieses Landes auch gegen meine eigenen Interessen zu erfüllen, möchte ich Sie auf eine andere Stelle der Rede aufmerksam machen, welche volksverhetzungsmäßig vielleicht mehr hergibt. Und zwar auf diese: "… Auch unser Bundespräsident in spe, ein gewisser Fazli Altin, Präsident der Islamischen Förderation Berlin (IFB), findet die Abschaffung der Kunstfreiheit total geil: `Stellen Sie sich vor, wie es sich für Menschen anfühlen muß, die aus Ländern wie Syrien kommen, in denen die Frauen sich voll verschleiern. Für Menschen aus solchen Ländern ist ein solcher Anblick einfach sehr ungewohnt. Ein unangenehmes Gefühl.´ Ja, ein unangenehmes Gefühl. Vermutlich wie das unangenehme Gefühl, das permanent entsteht, wenn sie sehen, daß bei uns Frauen immer noch unverschleiert rumlaufen. Kann man den Flüchtilanten da nicht etwas entgegenkommen? Schließlich sind sie ja allesamt traumatisiert bis zum Geht­nicht­mehr, und wenn sie so eine Unverschleierte erblicken, bekommen sie womöglich noch einen Herzinfarkt ­ nachdem sie über sie hergefallen sind und in sie ihren Moslemsaft reingepumpt haben …" Das Ganze ist zwar sarkastisch überspitzt formuliert, was von der Kunst­ und Meinungsfreiheit abgedeckt sein dürfte, aber, hochgeschätzte Dresdner Staatsanwaltschaft, mit etwas gutem Willen könnte man mir aus "über sie hergefallen" und "Moslemsaft" einen Strick drehen. Ich muß Sie allerdings warnen, denn in Ihrem Volksverhetzungs­Metier geht es ja insbesondere darum, daß jemand über bestimmte Menschengruppen im Lande eine Behauptung aufstellt, die unwahr bis hetzerisch ist, ergo von dieser Menschengruppe ein völlig falsches und ehrabschneidendes Bild vermittelt. Und da wäre es für Sie natürlich unschön, wenn genau dieses Bild 1:1 mit der Realität übereinstimmte. Leider muß ich Sie in diesem Zusammenhang darauf aufmerksam machen, daß dieses Bild am Silvester dieses Jahres von der Realität eingeholt wurde, also das von mir lakonisch Beschriebene längst Alltag geworden ist. Schauen Sie mal hier: http://www.focus.de/…/silvesternacht­am­koelner­hauptbahnho… Dort heißt es: "Es sollen ungeheuerliche Szenen gewesen sein, die sich in der Silvesternacht im Schatten des Kölner Doms abgespielt haben … Eine Gruppe von rund 1000 stark alkoholisierten Männern ­ so beschreibt es die Polizei ­ verhält sich völlig enthemmt, aggressiv und gänzlich unbeeindruckt von der Anwesenheit der Polizisten. Auf Nachfrage hin betonen die Ermittler am Montag: Ja, auf geschätzt 1000 Menschen sei die Gruppe angewachsen. Die Einsatzleitung fordert Verstärkung an. Um eine drohende Massenpanik zu verhindern, räumt die Polizei zeitweise den


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