NACHHALTIGES THEATER BERICHT SPIELZEIT 24/25 TIROLER LANDESTHEATER & ORCHESTER GMBH INNSBRUCK
Mit mehr als 460 angestellten Mitarbeiter:innen, rund 600 Vorstellungen jährlich in sechs Spielstätten sowie rund 156.000 Besucher:innen pro Spielzeit verfügt die Tiroler Landestheater & Orchester GmbH Innsbruck über eine Strahlkraft, die weit über das Innsbrucker Stadtgebiet und die Grenzen Tirols hinausreicht. Vor diesem Hintergrund kommt der verantwortungsvollen Gestaltung des ökologischen, ökonomischen und sozialen Fußabdrucks eine zentrale Bedeutung zu. Die kontinuierliche Weiterentwicklung nachhaltiger Strukturen und Prozesse ist für unser Unternehmen ein wesentliches Anliegen. Bereits lange vor der Auszeichnung als Klimabündnispartnerin haben zahlreiche engagierte Mitarbeiter:innen Verantwortung übernommen und den Weg hin zu einem nachhaltigen Theaterbetrieb maßgeblich mitgestaltet. Dabei wurde früh erkannt, dass nachhaltige Beschaffung nicht nur eine Verpflichtung darstellt, sondern auch Chancen und Entwicklungspotenziale eröffnet. Als Ort der Kreativität und Innovation sehen wir es als unsere Aufgabe, den Anforderungen an einen ressourcenschonenden und fairen Umgang gerecht zu werden. Ein respektvolles Miteinander sowie faire Arbeitsbedingungen – unabhängig von Geschlecht, Alter oder Zugehörigkeit – bilden seit jeher die Grundlage unseres Handelns. Die zunehmende Dynamik des Klimawandels betrifft uns alle und spiegelt sich sowohl in internen Diskussionsprozessen als auch in unserer künstlerischen Programmarbeit wider. Diese Auseinandersetzung ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Transformationsbestrebungen. Um unsere Maßnahmen in einen strukturierten und überprüfbaren Rahmen zu überführen, haben wir uns im Jahr 2022 einem umfassenden KlimaCheck zur Aufnahme als Klimabündnis-Betrieb unterzogen. Dabei wurden zenIrene Girkinger, Geschäftsführende Intendantin & trale Bereiche wie Energie, Mobilität, Abfall, Beschaffung, Markus Lutz, Geschäftsführender Kaufmännischer Direktor Verpflegung, Wasser, Boden sowie Kommunikation eingehend analysiert. Im Zuge dieses Prozesses konnten sowohl im Großen Haus als auch im Haus der Musik Innsbruck zahlreiche Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz umgesetzt werden. Unter anderem wurde das Dach des Tiroler Landestheaters lokalen Imker:innen für die Aufstellung von Bienenstöcken zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus wurden die Gebäude- und Gerätetechnik optimiert und eine Photovoltaikanlage installiert, um den Energiebedarf nachhaltig zu senken. Parallel dazu wurden Digitalisierungsprojekte vorangetrieben, die insbesondere zur deutlichen Reduktion des Papierverbrauchs im gesamten Unternehmen beitragen. Ein weiterer Fokus liegt künftig auf der verstärkten Integration nachhaltiger Beschaffungsstrategien. Die Klimabündnispartnerschaft unterstreicht unseren Anspruch, die Klimabilanz des Unternehmens kontinuierlich zu verbessern und unsere Verantwortung auch in Zukunft aktiv wahrzunehmen. Im Jahr 2024 wurde ein weiterer wichtiger Meilenstein erreicht: die Entscheidung zur systematischen Berichterstattung sowie zur regelmäßigen Erstellung einer fundierten Klimabilanz. Parallel dazu wurden die Tiroler Landestheater & Orchester GmbH Innsbruck und das Haus der Musik Innsbruck in der Spielzeit 2024/25 mit dem Siegel «Green Event Tirol Location» ausgezeichnet. Mit diesem Bericht macht die Tiroler Landestheater & Orchester GmbH Innsbruck ihre Nachhaltigkeitsarbeit erstmals umfassend transparent – gegenüber Mitarbeitenden, Publikum, Fördergebern und Partner:innen. Grundlage ist der Berichtsstandard VSME (Voluntary Sustainability Reporting Standard for non-listed SMEs) der EFRAG (European Financial Reporting Advisory Group). Eine gesetzliche Pflicht zur Nachhaltigkeitsberichterstattung besteht für das Unternehmen nicht. Die freiwillige Berichterstattung ist Ausdruck unseres Anspruchs, den Theaterbetrieb schrittweise nachhaltiger zu gestalten und dabei transparent über Fortschritte und Herausforderungen zu berichten. Es freut uns sehr, Ihnen mit dem vorliegenden Bericht die Ergebnisse dieser Bemühungen präsentieren zu können. Weiterhin wollen wir diesen Weg mit viel Zuversicht und Mut begehen.
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VORWORT
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GRUNDLAGE DER BERICHTERSTELLUNG
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STRATEGIE: GESCHÄFTSMODELL UND NACHHALTIGKEITSBEZOGENE INITIATIVEN WESENTLICHKEITSANALYSE UND STRATEGISCHE HANDLUNGSFELDER EINBEZIEHUNG VON INTERESSENGRUPPEN WESENTLICHE THEMEN – UNSERE STRATEGISCHEN HANDLUNGSFELDER PRAKTIKEN, KONZEPTE UND ZUKÜNFTIGE INITIATIVEN FÜR DEN ÜBERGANG ZU EINER NACHHALTIGEREN WIRTSCHAFT
8 9 9 10
11 11 11 13 16 17 17 18 18 19 20 22
28 30
PUBLIKUM UND KULTURELLE TEILHABE
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GOVERNANCE-THEMEN UND KENNZAHLEN PRAKTIKEN, KONZEPTE UND ZUKÜNFTIGE INITIATIVEN VERURTEILUNGEN UND BUSSGELDER WEGEN KORRUPTION UND BESTECHUNG EINNAHMEN AUS BESTIMMTEN SEKTOREN UND AUSSCHLUSS VON EU-REFERENZBENCHMARKS GESCHLECHTERVERHÄLTNIS IM LEITUNGSORGAN
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VSME INDEX
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IMPRESSUM
23 23 26 27 27 27 28
31 33 33
Mag.a Irene Girkinger, MAS Geschäftsführende Intendantin 3
UMWELTTHEMEN UND KENNZAHLEN KLIMASCHUTZ & ENERGIE PRAKTIKEN, KONZEPTE UND ZUKÜNFTIGE INITIATIVEN ENERGIEVERBRAUCH UND TREIBHAUSGASEMISSIONEN ZIELE ZUR REDUKTION VON TREIBHAUSGASEMISSIONEN KLIMARISIKEN VERSCHMUTZUNG VON LUFT, WASSER UND BODEN BIOLOGISCHE VIELFALT WASSER RESSOURCENNUTZUNG, KREISLAUFWIRTSCHAFT UND ABFALLMANAGEMENT PRAKTIKEN, KONZEPTE UND ZUKÜNFTIGE INITIATIVEN ABFALLAUFKOMMEN UND RELEVANTE STOFFSTRÖME SOZIALE THEMEN UND KENNZAHLEN UNSERE MITARBEITENDEN PRAKTIKEN, KONZEPTE UND ZUKÜNFTIGE INITIATIVEN ALLGEMEINE MERKMALE WEITERE ANGABEN ZUR BELEGSCHAFT GESUNDHEIT UND SICHERHEIT ENTLOHNUNG, TARIFBINDUNG UND WEITERBILDUNG WEITERE ANGABEN ZUR EIGENEN BELEGSCHAFT – MENSCHENRECHTSPOLITIK UND -PROZESSE SCHWERE NEGATIVE VORFÄLLE IM BEREICH MENSCHENRECHTE
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Herzlichst
Dr. Markus Lutz Geschäftsführender Kaufmännischer Direktor
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INHALT
VORWORT
GRUNDLAGEN
GRUNDLAGE DER BERICHTERSTELLUNG
ANGABEN ZUM UNTERNEHMEN B1, §24e – Rechtsform des Unternehmens: Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) nach österreichischem Recht – NACE-Klassifizierungscode(s): ÖNACE 90.01 – Darstellende Kunst (Haupttätigkeit), 90.02 – Erbringung von Dienstleistungen für die darstellende Kunst, 90.04 – Betrieb von Kultur- und Unterhaltungseinrichtungen – Bilanzsumme: EUR 26.324.324 – Umsatz: EUR 5.683.419 – Anzahl der Beschäftigten in Kopfzahlen: 460 – Land der Hauptgeschäftstätigkeit und Ort bedeutender Vermögenswerte: Österreich
Mit diesem Bericht macht die Tiroler Landestheater & Orchester GmbH Innsbruck ihre Nachhaltigkeitsarbeit erstmals umfassend transparent – gegenüber Mitarbeitenden, Publikum, Fördergebern und Partner:innen. Grundlage ist der Berichtsstandard VSME (Voluntary Sustainability Reporting Standard for nonlisted SMEs) der EFRAG (European Financial Reporting Advisory Group). Eine gesetzliche Pflicht zur Nachhaltigkeitsberichterstattung besteht für das Unternehmen nicht. Die freiwillige Berichterstattung ist Ausdruck unseres Anspruchs, den Theaterbetrieb schrittweise nachhaltiger zu gestalten und dabei transparent über Fortschritte und Herausforderungen zu berichten.
STANDARD, MODULE UND UNTERNEHMENSSPEZIFISCHE ERWEITERUNG
Der Bericht folgt Option B des VSME-Standards und umfasst damit sowohl das Basis – als auch das umfassende Modul (B1, §24a). An mehreren Stellen geht der Bericht bewusst über die Offenlegungspflichten des Standards hinaus: Die Gliederung folgt einer unternehmensspezifischen thematischen Struktur entlang der wesentlichen Handlungsfelder des Hauses, wobei die Ergebnisse der doppelten Wesentlichkeitsanalyse ausführlicher dargestellt und strategisch verankert werden als vom Standard gefordert. Ergänzt werden an geeigneten Stellen qualitative Erläuterungen, die das Profil eines öffentlich getragenen Kulturbetriebs abbilden. Die jeweiligen VSME-Offenlegungspflichten und Datenpunkte werden zur eindeutigen Zuordnung in Klammern angegeben (z. B. B1, §24). Die Berichtslegung folgt dem «If applicable»-Prinzip: Offengelegt werden ausschließlich Datenpunkte, die für die Tiroler Landestheater & Orchester GmbH Innsbruck relevant und zutreffend sind; nicht anwendbare Anforderungen sind entsprechend gekennzeichnet.
STANDORTE
ADRESSE
POSTLEITZAHL
STADT
LAND
KOORDINATEN (GEOSTANDORT)
Tiroler Landestheater & Orchester GmbH Innsbruck (Großes Haus, Betriebsgebäude und Werkstätten)
Rennweg 2
6020
Innsbruck
Österreich
47.26923° N, 11.39571° E
Haus der Musik Innsbruck Tiroler Landestheater & Orchester GmbH Innsbruck
Universitätsstraße 1
6020
Innsbruck
Österreich
47.26922° N, 11.39443° E
NACHHALTIGKEITSBEZOGENE AUSZEICHNUNGEN B1, §25 Die Tiroler Landestheater & Orchester GmbH Innsbruck ist Trägerin mehrerer nachhaltigkeitsbezogener Gütesiegel und Auszeichnungen. Inhaltliche Details zu den jeweils zugrunde liegenden Prozessen und Maßnahmen finden sich in den thematischen Kapiteln. AUSZEICHNUNG
BERICHTSZEITRAUM UND VERÖFFENTLICHUNG
Der Berichtszeitraum entspricht dem Spielzeitjahr vom 1. September 2024 bis 31. August 2025. Der Bericht wird jährlich erstellt, gemeinsam mit dem Jahresbericht veröffentlicht und ist unter https://www.landestheater.at/medienbereich/ basismaterial öffentlich zugänglich. Wo sinnvoll, verweist er auf weiterführende Dokumente – insbesondere den Jahresbericht sowie den Corporate-GovernanceBericht.
AUSSTELLER
GÜLTIGKEIT
Klimabündnis-Betrieb
Klimabündnis Tirol
seit 2023
Green Event Tirol Location
Klimabündnis Tirol
seit 2025
Gütesiegel «Wir sind inklusiv»
Sozialministeriumservice (Landesstelle Tirol)
2025 – 2027 (Wiederauszeichnung)
Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK)
2024 – 2026 (zum 4. Mal in Folge)
UMFANG UND AUSGELASSENE ANGABEN
Der Bericht wird einzeln erstellt und enthält ausschließlich Informationen zur Tiroler Landestheater & Orchester GmbH Innsbruck (B1, §24c). Im Berichtszeitraum 2024/25 wurden keine Datenpunkte aus Gründen der Vertraulichkeit oder zum Schutz personenbezogener Daten ausgelassen (B1, §24b). Anforderungen, die für das Tiroler Landestheater & Orchester GmbH nicht zutreffen oder noch nicht systematisch erhoben werden, sind an der jeweiligen Stelle im Bericht transparent gekennzeichnet und mit einem Ausblick auf die geplante Umsetzung versehen.
Gütesiegel Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF)
Tirol 2025 - 2027
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STRATEGIE
STRATEGIE: GESCHÄFTSMODELL UND NACHHALTIGKEITSBEZOGENE INITIATIVEN
Nach den Aufführungen werden Bühnenbilder, Requisiten und Kostüme in den Fundus überführt und – soweit möglich – für Wiederaufnahmen, Neuproduktionen oder Weitergaben an Partnerhäuser aufbewahrt. Die Kaufmännische Direktion, die Personalabteilung, Finanzen & Controlling, die Informationstechnologie sowie die Stabsstellen Recht & Vertragswesen und Interne Revision & Governance bilden die organisatorische Grundlage, auf der die künstlerische Arbeit aufsetzt.
WESENTLICHE MÄRKTE UND KUND:INNENSEGMENTE
Der Wirkungsradius der Tiroler Landestheater & Orchester GmbH Innsbruck reicht über Innsbruck und Tirol hinaus in die Euregio Tirol–Südtirol–Trentino sowie in angrenzende Regionen Bayerns und das Unterengadin. Als größter Kulturbetrieb Westösterreichs adressiert das Haus ein breites Publikum mit unterschiedlichen Zugängen zu Theater, Musiktheater, Tanz und Konzert.
C1, §47
Die Tiroler Landestheater & Orchester GmbH Innsbruck ist der größte Kulturbetrieb Westösterreichs und vereint künstlerische Produktion, Vermittlung und Aufführungsbetrieb unter einem Dach. Das Haus steht vollständig in öffentlicher Hand: Das Land Tirol hält 55 Prozent, die Stadt Innsbruck 45 Prozent der Stammeinlagen; private Anteilseigner:innen gibt es nicht. Die beiden Gesellschafter sind zugleich die zentralen Fördergeber:innen, aus deren Zuschüssen der Großteil der jährlichen Betriebsleistung stammt. Dieser Rahmen prägt das Selbstverständnis als öffentlich getragener Kulturbetrieb – mit besonderen Anforderungen an Transparenz, Wirtschaftlichkeit und Rechenschaft gegenüber der Öffentlichkeit.
DIE WESENTLICHEN ZIELGRUPPEN SIND:
– Einzelbesucher:innen – der größte Teil des Publikums kommt aus Innsbruck und dem näheren Einzugsgebiet – Abonnent:innen und das Vertrauensleute-Netzwerk – mit Abo-Gruppen aus ganz Tirol, Südtirol, Unterengadin und Bayern – Schulen und junges Publikum – eigene Sparte Junges Theater, ergänzt durch theater- und musikpädagogische Angebote der Zugabe – Gruppen und Kulturtourismus – Gäste von Reiseveranstaltern, Kulturvereinen und touristischen Partner:innen – Fachpublikum – nationale und internationale Netzwerke, Opera Europa und European Theatre Convention
Das folgende Kapitel beschreibt das Geschäftsmodell entlang der VSME-Angabepflichten (C1, §47a–d): die wesentlichen Produkt- und Dienstleistungsgruppen, die Schritte der Wertschöpfung, die adressierten Märkte und Zielgruppen, die wichtigsten Geschäftsbeziehungen sowie die strategischen Nachhaltigkeitsschwerpunkte des Hauses.
In der Spielzeit 2024/25 wurden rund 156.000 Besucher:innen erreicht; die Zahl der Abonnements lag bei 5.485.
WESENTLICHE PRODUKT- UND DIENSTLEISTUNGSGRUPPEN
UNSERE WICHTIGSTEN GESCHÄFTSBEZIEHUNGEN
Der künstlerische und wirtschaftliche Betrieb der Tiroler Landestheater & Orchester GmbH Innsbruck stützt sich auf ein breites Netz an Partner:innen. Die wesentlichen strategischen Beziehungen sind die der Gesellschafter Land Tirol und Stadt Innsbruck, die zugleich die Haupt-Fördergeber:innen sind, sowie die Mitgliedschaften in internationalen Netzwerken: Opera Europa mit über 230 Opernhäusern in 44 Ländern, die European Theatre Convention (ETC) mit mehr als 40 Bühnen in über 20 Ländern und der Bühnenverein Österreichischer Bundesländer und Städte.
Die Tiroler Landestheater & Orchester GmbH Innsbruck vereint mehrere künstlerische und kulturvermittelnde Tätigkeitsbereiche unter einem Dach: – Musiktheater – Oper, Operette und Musical – Schauspiel – klassisches und zeitgenössisches Sprechtheater – Tanz – Tanzproduktionen zeitgenössischer Choreograf:innen – Junges Theater – Theater für junges Publikum, seit Herbst 2023 als eigenständige Sparte – Zugabe: Theater- und Musikvermittlung – Vermittlungsformate wie Schul- und Familienkonzerte, 1:1 Concerts, Klangwerkstatt, Klassik Lounge, Serenade in Seniorenheimen, Mobile Schulkonzerte, theaterpädagogische Workshops, Jugendclub und Ferienkurse – Tiroler Symphonieorchester Innsbruck (TSOI) – 1893 gegründet, rund 75 Musiker:innen; Symphoniekonzerte, Neujahrskonzerte und Sonntagsmatineen – Haus der Musik Innsbruck – eigenes Konzertprogramm im Großen und Kleinen Saal sowie Gastveranstaltungen
WEITERE GESCHÄFTSBEZIEHUNGEN UMFASSEN:
– Produktionspartner:innen und Sponsor:innen – Unterstützung einzelner Produktionen – Medienpartner:innen – regionale Tages- und Wochenzeitungen, Stadtmagazine, ORF und Ö1 – Kooperationspartner:innen – u. a. IVB, Hunger auf Kunst und Kultur – Vertriebspartner:innen – Innsbruck Tourismus, Oeticket, Ticket Gretchen – Gastronomiepartner:innen – Das Brahms, DoN
Bespielt werden sechs Spielstätten: Großes Haus, Kammerspiele und [K2] am Standort Rennweg, Saal Tirol im Congress Innsbruck sowie Großer und Kleiner Saal im Haus der Musik Innsbruck.
Programmatisch prägen künstlerische Kooperationen das Haus – mit den Klangspuren Schwaz, Innsbruck International. Biennale of the Arts, dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, dem Forschungsinstitut Brenner-Archiv, der Stiftung Haydn von Bozen und Trient sowie im Rahmen des EU-Bildungsprojekts Fortissimo, des von der Europaregion TirolSüdtirol-Trentino geförderte Projekts EuregioDramaLab und des Jugendtheaterfestivals Brucklinn.
SCHRITTE DER WERTSCHÖPFUNG
Die Wertschöpfung einer Produktion folgt einem mehrstufigen, weitgehend hausinternen Prozess. Ausgangspunkt ist die künstlerische Konzeption durch Intendanz und Spartendirektionen – Stück- oder Werkauswahl, Besetzung, Vergabe von Regie, Ausstattung und Dirigaten. In der Produktionsphase arbeiten die hauseigenen Werkstätten zusammen: Dekorations- und Kostümwerkstätten, Maske, Requisite, Ton- und Medientechnik, Beleuchtung und Bühnentechnik. Disposition und Künstlerisches Betriebsbüro koordinieren Proben, Zeitpläne und Ressourcen. Kommunikation, Marketing und Vertrieb begleiten die Produktion bis zur Aufführung; Besucher:innenservice und Kassa betreuen das Publikum vor Ort.
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Eine vollständige, aktuelle Übersicht der Partner:innen findet sich im Jahresbericht 24/25 der Spielzeit.
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Ausgangspunkt war das Geschäftsmodell mit seinen zentralen Aktivitäten, Ressourcen und Beziehungen. Entlang der Wertschöpfungskette – von der Beschaffung über Werkstätten und Produktion, Technik und Gebäude, Proben und Betrieb bis zu Aufführung, Publikum und der Weiter- oder Wiederverwendung von Bühnenbildern, Kostümen und Materialien – wurden wesentliche Wirkungen, Abhängigkeiten und Veränderungen identifiziert. Die identifizierten Themen wurden anschließend sowohl in ihrer Auswirkung auf Umwelt und Gesellschaft als auch in ihrer finanziellen Relevanz für die Tiroler
STRATEGISCHE NACHHALTIGKEITSSCHWERPUNKTE
Als öffentlich geförderter Kulturbetrieb ist die Tiroler Landestheater & Orchester GmbH Innsbruck in ihrem Geschäftsmodell auf mehreren Ebenen mit Fragen der Nachhaltigkeit verbunden: in der künstlerischen Produktion mit ihren Werkstätten, Materialien und Technik, im Gebäudebetrieb der Spielstätten, in der Verantwortung als Arbeitgeberin gegenüber den Mitarbeitenden sowie in der gesellschaftlichen Rolle gegenüber Publikum, Fördergeber:innen und Partner:innen. Einen ersten strukturierten Rahmen bot die Partnerschaft mit dem Klimabündnis Tirol seit 31. Mai 2023. Auf Basis der KlimaCheck-Berichte für das Große Haus und die Werkstätten und das Haus der Musik Innsbruck wurde ein Fahrplan mit Maßnahmen in den Bereichen Gebäude & Energie, Beschaffung, Abfall, Mobilität und Bewusstseinsbildung erarbeitet. In der Spielzeit 2024/25 hat das Haus diesen Weg konsequent weiterentwickelt und eine doppelte Wesentlichkeitsanalyse durchgeführt – in einem bereichsübergreifenden Prozess entlang der gesamten Wertschöpfungskette, von der Beschaffung über Werkstätten, Technik und Gebäude bis zu Aufführung, Publikum und der Weiter- oder Wiederverwendung von Bühnenbildern, Kostümen und Materialien. Die identifizierten wesentlichen Themen bilden das Fundament der Nachhaltigkeitsstrategie des Hauses: Sie greifen die Maßnahmen und Ziele des Klimabündnis-Fahrplans auf und ergänzen sie um weitere strategische Handlungsfelder. Methodik und Ergebnis der doppelten Wesentlichkeitsanalyse – einschließlich der einbezogenen Stakeholder und der wesentlichen Themenfelder – sind im folgenden Kapitel Wesemtlichkeitsanalyse und Strategische Handlungsfelder dargestellt. Die daraus abgeleiteten strategischen und operativen Ziele, Maßnahmen und Konzepte werden im weiteren Verlauf des Berichts in den jeweiligen thematischen Kapiteln ausgeführt: Klimaschutz & Energie, Ressourcennutzung, Kreislaufwirtschaft und Abfallmanagement, Unsere Mitarbeitenden, Publikum und kulturelle Teilhabe sowie Governance-Themen und Kennzahlen.
EINBEZIEHUNG VON INTERESSENGRUPPEN Die Einbindung von Stakeholdern war ein zentraler Bestandteil der Wesentlichkeitsanalyse und diente der Validierung der identifizierten Themen. Bereits in der Vorbereitung wurde abgewogen, wer durch die Tätigkeit des Tiroler Landestheaters direkt oder indirekt betroffen ist und wer umgekehrt durch Erwartungen, Finanzierung oder Rahmenbedingungen Einfluss auf das Unternehmen nimmt. Berücksichtigt wurden sowohl direkt betroffene Gruppen – darunter Mitarbeitende, Künstler:innen, Besucher:innen, Zuliefer:innen und Partnerorganisationen – als auch indirekte Stakeholder wie die lokale Öffentlichkeit, Kulturförderorganisationen und politische Akteur:innen. Die Einbindung erfolgte in zwei moderierten Fokusgruppengesprächen, in denen interne und externe Perspektiven zu den identifizierten Themen eingeholt wurden. Ziel war es, die Wesentlichkeitsbewertung nicht nur intern abzuleiten, sondern durch relevante Anspruchsgruppen nachvollziehbar zu spiegeln und zu bestätigen. Die Rückmeldungen flossen in die finale Priorisierung des Wesentlichkeitsprofils ein.
WESENTLICHE THEMEN – UNSERE STRATEGISCHEN HANDLUNGSFELDER
WESENTLICHKEITSANALYSE UND STRATEGISCHE HANDLUNGSFELDER METHODIK UND DURCHFÜHRUNG
Im Berichtsjahr 2024/25 hat die Tiroler Landestheater & Orchester GmbH Innsbruck erstmals eine Wesentlichkeitsanalyse nach dem Prinzip der doppelten Wesentlichkeit durchgeführt. Sie betrachtet sowohl die Auswirkungen der Geschäftstätigkeit auf Umwelt und Gesellschaft (Inside-out) als auch die finanziellen Chancen und Risiken, die sich aus Nachhaltigkeitsthemen für das Unternehmen ergeben (Outside-in). Methodisch folgt das Vorgehen den etablierten Grundprinzipien der Doppelten Wesentlichkeit nach ESRS 1, ohne jedoch die vollständigen Offenlegungsanforderungen der ESRS zu erfüllen. Die Ergebnisse sind Ausgangspunkt für konkrete Maßnahmen, klare Ziele und belastbare Kennzahlen. Zugleich schaffen sie den Rahmen
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Landestheater & Orchester GmbH Innsbruck bewertet und priorisiert. Grundlage bildeten strukturierte Workshops und Interviews, vorhandene Analysen, regulatorische Entwicklungen sowie Rückmeldungen relevanter Stakeholder. Das Ergebnis ist ein priorisiertes Wesentlichkeitsprofil, das zeigt, wo unser Geschäftsmodell die größten Auswirkungen und finanziellen Effekte erzeugt. Es ist Fundament und Steuerungsinstrument zugleich: Fundament für eine glaubwürdige Berichterstattung und Steuerungsinstrument für die Ausrichtung der Nachhaltigkeitsstrategie.
Die doppelte Wesentlichkeitsanalyse und die Einbindung relevanter Stakeholder haben für die Tiroler Landestheater & Orchester GmbH Innsbruck fünf wesentliche Themenfelder identifiziert. Sie bilden die strategischen Handlungsfelder des Hauses und sollen ganzheitlich im Unternehmen verankert werden – mit konkreten Zielen, Maßnahmen und klaren Verantwortlichkeiten: – Klimaschutz und Energie – Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft – Unsere Mitarbeitenden – Publikum und kulturelle Teilhabe – Governance
für priorisierte Ressourcensteuerung, vorausschauendes Regulierungs-Monitoring und einen transparenten Stakeholder-Dialog. Ziel ist es, Nachhaltigkeit auf dieser Grundlage ganzheitlich in die Unternehmensstrategie zu integrieren und systematisch in die betriebliche Praxis zu überführen. Der Prozess wurde bereichsübergreifend und partizipativ durchgeführt. Interne Expert:innen aller maßgeblichen Bereiche – Finanzen & Controlling, Einkauf und Materiallager, Personal, Betriebliche Gesundheit und Abfallmanagement, Technik mit Gebäudemanagement und Werkstätten, Kommunikation, Marketing & Vertrieb sowie Interne Revision, Governance & Compliance – haben ihre Perspektiven in mehreren Workshops eingebracht.
Die folgenden Kapitel greifen diese fünf Handlungsfelder im Detail auf und beschreiben jeweils die dazugehörigen Konzepte und Richtlinien, Maßnahmen, Ziele sowie Kennzahlen.
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Ergänzend dazu folgt der Bericht an einzelnen Stellen der Systematik des VSME-Standards auch jenseits der als wesentlich identifizierten Themen. Dies betrifft insbesondere die Querschnittsangabe zu Nachhaltigkeitspraktiken und -konzepten (B2) sowie einzelne Umweltthemen wie Verschmutzung (B4), Biodiversität (B5) und Wasser (B6). Für diese Themen wurde keine Wesentlichkeit festgestellt; die entsprechenden Kapitel erläutern dies kurz und halten die Offenlegung entsprechend knapp. Damit bleibt der Bericht einerseits an der strategischen Logik der Tiroler Landestheater & Orchester GmbH Innsbruck ausgerichtet und erfüllt andererseits die formalen Anforderungen des VSME-Standards vollständig.
UMWELTTHEMEN UND KENNZAHLEN
B2, §26
KLIMASCHUTZ & ENERGIE
Die folgende Übersicht zeigt, zu welchen Nachhaltigkeitsthemen die Tiroler Landestheater & Orchester GmbH Innsbruck bereits Praktiken, Konzepte oder Strategien mit zugehörigen Zielsetzungen verfolgt – sowohl zu den fünf als wesentlich identifizierten Handlungsfeldern als auch zu weiteren, im VSME-Standard vorgesehenen Themen. Details zu den einzelnen Konzepten finden sich in den jeweiligen thematischen Kapiteln. HABEN SIE BESTEHENDE NACHHALTIGKEITS-PRAKTIKEN / -KONZEPTE/ -STRATEGIEN / ZUKÜNFTIGE INITIATIVEN, DIE EINES DER FOLGENDEN NACHHALTIGKEITSTHEMEN ADRESSIEREN? (§26)
SIND SIE ÖFFENTLICH ZUGÄNGLICH? (JA/NEIN)
GIBT ES ZIELSETZUNGEN ZU DEN KONZEPTEN? (JA/NEIN)
Klimawandel
JA
Ja: Nachhaltigkeitsbericht, KlimaCheck-Berichte (Klimabündnis Tirol), Jahresbericht
JA
Verschmutzung
NEIN
NEIN
Wasser
NEIN
NEIN
Biodiversität und Ökosysteme
NEIN
NEIN
Ressourcennutzung & Kreislaufwirtschaft
JA
Ja: Nachhaltigkeitsbericht, Jahresbericht
Arbeitskräfte des Unternehmens
JA
Ja: Nachhaltigkeitsbericht, Jahresbericht, BGF-Gütesiegel
JA
Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette
JA
NEIN
JA
Betroffene Gemeinschaften
NEIN
Verbraucher und Endnutzer
JA
Ja: Nachhaltigkeitsbericht, Jahresbericht, Website
JA
Unternehmensführung
JA
Ja: Nachhaltigkeitsbericht, Corporate Governance-Bericht, Jahresbericht
JA
JA
UMWELT
PRAKTIKEN, KONZEPTE UND ZUKÜNFTIGE INITIATIVEN FÜR DEN ÜBERGANG ZU EINER NACHHALTIGEREN WIRTSCHAFT
Klimaschutz und Energie sind für die Tiroler Landestheater & Orchester GmbH Innsbruck ein zentrales Handlungsfeld. Als größter Kulturbetrieb in Westösterreich, mit aufwendigen Produktionen und einem umfangreichen Werkstattbetrieb hat das Haus einen relevanten Energiebedarf und damit auch Einfluss auf das Klima – sowohl direkt im Betrieb der Gebäude als auch indirekt über die Wertschöpfungskette, etwa durch Mobilität, Materialien und eingekaufte Dienstleistungen
PRAKTIKEN, KONZEPTE UND ZUKÜNFTIGE INITIATIVEN C2, §48 STRATEGISCHES ZIEL
Wir dekarbonisieren unseren Betrieb entlang eines wissenschaftsbasierten Reduktionspfads* und erreichen Netto-Null für Scope 1 & 2 bis 2040 sowie eine stetige Reduktion der Scope-3-Emissionen (ohne Kompensation – mit Ausnahme unvermeidbarer Restemissionen).
OPERATIVE ZIELE
Zur Erreichung des strategischen Ziels hat das Haus mehrere operative Ziele definiert, die den Weg in den kommenden Spielzeiten konkretisieren:
NEIN
Zu allen als wesentlich identifizierten Themen werden die strategischen und operativen Ziele, die zugehörigen Maßnahmen, Kennzahlen, Verantwortlichkeiten und Zeithorizonte in einem internen Steuerungsdokument geführt. Dieser Fahrplan wird laufend aktualisiert und dient als Grundlage für das Monitoring. Die für die Berichterstattung wesentlichen Inhalte sind in den jeweiligen thematischen Kapiteln dieses Berichts offengelegt.
VERANTWORTLICHE FÜHRUNGSEBENE
C2, §49 Die Verantwortung für die Umsetzung der Maßnahmen liegt durchgängig auf Ebene der Geschäftsführung. – Geschäftsführender kaufmännischer Direktor Dr. Markus Lutz – Geschäftsführende Intendantin Mag.a Irene Girkinger, MAS
NR
OPERATIVE ZIELE
KPIS
ZEITHORIZONT
1
Wir halbieren unsere Scope 1 & 2 Emissionen aus Heizung, Fuhrpark und Stromverbrauch (marktbasiert) bis 2030 und erreichen bis 2040 Netto-Null. Ein zentraler Hebel ist der geplante Anschluss an das Fernwärmenetz; Zeitpunkt und Umsetzbarkeit hängen von der Verfügbarkeit der kommunalen Infrastruktur ab und befinden sich derzeit in Prüfung.
Bruttoemissionen Scope 1, Scope 2 (tCO₂e)
2030 BZW. 2040
2
Wir verbessern die Datenqualität unserer Scope-3-Bilanz bis 2027, einschließlich einer Scope-3-Wesentlichkeitsanalyse im Rahmen der THG-Bilanz 2025/26.
Datenqualität der Scope 3 Bilanz
2027
3
Wir senken die Energieintensität unserer Gebäude (kWh/m² NGF) kontinuierlich – insbesondere durch die laufende Umstellung auf 100 % LED-Beleuchtung.
kWh/m² NGF
LAUFENDER PROZESS
4
Wir reduzieren die Emissionen aus der Publikumsanreise (Scope 3) um 5–10 % bis 2028 – insbesondere durch Anreizmaßnahmen zur Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel und gezielte Besucher:inneninformation.
Bruttoemissionen Scope 3.9 (tCO₂e)
2028
Durchführung THGBilanz jährlich
AB 2025/26
5
Wir führen ab der Spielzeit 2025/26 jährlich eine THG-Bilanzierung (Scope 1, 2 und 3) durch.
* Ein wissenschaftsbasierter Reduktionspfad orientiert sich an den Zielen des Pariser Klimaabkommens: Geschwindigkeit und Ausmaß der CO₂-Reduktion richten sich danach, was laut aktuellem Stand der Klimawissenschaft nötig ist, um die Erderwärmung auf deutlich unter 2 °C gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen.
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11
ENERGIEVERBRAUCH UND TREIBHAUSGASEMISSIONEN
MASSNAHMEN UND ZUKÜNFTIGE INITIATIVEN Bestehende und laufende Maßnahmen 2026
ENERGIEVERBRAUCH GEBÄUDE UND ENERGIE – Erarbeitung eines gebäudeübergreifenden Energiekonzepts zur Optimierung von Heizung, Klimatisierung, Kühlung und Gebäudeleittechnik (in Umsetzung) – Eigenstromerzeugung durch Photovoltaik-Anlagen (umgesetzt) – Laufende Umrüstung auf LED-Beleuchtung und bedarfsgesteuerte Steuerung (u. a. Bewegungsmelder)
GESAMTER ENERGIEVERBRAUCH (MWH)
DAVON BRENNSTOFFE AUS ERNEUERBAREN QUELLEN (MWH)
DAVON BRENNSTOFFE AUS NICHTERNEUERBAREN QUELLEN (MWH)*
1.245,14
0
1.245,14
GESAMTER STROMVERBRAUCH (MWH)
Davon Strom aus erneuerbaren Quellen (MWh)**
Davon Strom aus nicht-erneuerbaren Quellen (MWh)
1.837,494
1.837,494
0
*Verbrauch von Erdgas (1.232,41 MWh) und Benzin (12,73 MWh) im Berichtsjahr 24/25. **Der Stromverbrauch setzt sich aus bezogenem Strom der IKB (100% erneuerbar) sowie aus dem eigen erzeugten Strom der PV-Anlage zusammen. Die an den Wärme- und Kältezählern der Wärmepumpe gemessenen Energiemengen wurden mit einem COP (Coefficient of Performance – Leistungszahl) von 4 auf den entsprechenden Stromverbrauch umgerechnet. Dieser Wert stellt eine übliche Annahme für Grundwasserwärmepumpen dar.
MOBILITÄT
TREIBHAUSGASEMISSIONEN B3, §30 Die Tiroler Landestheater & Orchester GmbH Innsbruck erstellt seit dem Basisjahr 2022/23 eine umfassende Treibhausgasbilanz (Corporate Carbon Footprint) nach den Grundsätzen des GHG Protocol Corporate Standard (2004). Der vorliegende Bericht bildet das Geschäftsjahr 2024/25 (01.09.2024 – 31.08.2025) ab und stellt damit die zweite vollständige THG-Bilanz des Unternehmens dar. Die organisatorischen und operativen Systemgrenzen sind gegenüber dem Basisjahr unverändert, sodass eine belastbare Vergleichsbasis besteht. Sämtliche Emissionen werden als Bruttowerte ohne Anrechnung von Kompensationen ausgewiesen. Als Berechnungsinstrument diente der CO₂-Kulturrechner des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, dessen zugrunde liegender CO₂-Kulturstandard auf dem GHG Protocol basiert und die besonderen Anforderungen kultureller Einrichtungen berücksichtigt. Scope-2-Emissionen werden sowohl standortbasiert (gemäß VSME §30b) als auch marktbasiert (gemäß GHG Protocol Scope 2 Guidance) ausgewiesen. Der standortbasierte Ansatz bildet den durchschnittlichen Emissionsfaktor des österreichischen Strommixes ab; der marktbasierte Ansatz berücksichtigt den tatsächlich bezogenen Ökostrom der IKB. Die Doppelberichterstattung macht die Wirkung der Ökostrom-Beschaffungsentscheidung transparent nachvollziehbar.
Mitarbeiter:innen-Mobilität – Förderung klimafreundlicher Mobilität über JobTicket, Stadtrad-Kooperation sowie eine Richtlinie für Dienstreisen und Fuhrpark Publikumsmobilität – Gestaffelte Spielzeiten zur besseren Anbindung an den öffentlichen Verkehr – Kostenlose Nutzung aller IVB-Linien 120 Minuten vor und nach Eigenveranstaltungen mit gültiger Eintrittskarte – Aktive Kommunikation klimafreundlicher Anreise: Auf der Website werden Bahn, IVB und Fahrrad priorisiert dargestellt und eine Fahrplanauskunft zu VVT/IVB eingebunden – Theaterbus für Abonnent:innen (wird weiterhin ausgebaut, wie z.B. mit dem Oberland-Bus ab Spielzeit 25/26)
ORGANISATORISCHE UND OPERATIVE SYSTEMGRENZEN
Die organisatorischen Grenzen wurden anhand des Konsolidierungsansatzes auf Basis der operativen Kontrolle festgelegt. Der Bericht umfasst damit alle Emissionen, über die die Organisation operativen Einfluss hat – an den beiden Standorten Rennweg 2 (Tiroler Landestheater) und Universitätsstraße 1 (Haus der Musik Innsbruck), beide 6020 Innsbruck. Ein Allokationsprozentsatz wurde nicht verwendet; der Konsolidierungsansatz gilt einheitlich für die gesamte Organisation.
MASSNAHMEN 2027–2032
Gebäude und Energie – Ausbau der Photovoltaik und Steigerung der Eigenstromproduktion – Dekarbonisierung der Wärmeversorgung durch geplanten Umstieg von Erdgas auf Fernwärme (vorbehaltlich Verfügbarkeit der kommunalen Infrastruktur) – Verbesserung der thermischen Gebäudehülle an Großem Haus und Werkstätten (Schwerpunkte: Instandsetzung und energetische Modernisierung) – Optimierung der Zählerstruktur zur Verbesserung der standortbezogenen Energiedatenerfassung
Die Bilanz erfasst direkte und indirekte Emissionen in allen drei Scopes: – Scope 1 (direkte Emissionen): stationäre Verbrennung, mobile Verbrennung, flüchtige Emissionen – Scope 2 (indirekte Emissionen aus eingekaufter Energie): Strom, Fernwärme/kälte – Scope 3 (indirekte Emissionen in der Wertschöpfungskette): eingekaufte Waren und Dienstleistungen (3.1), Energieversorgung (3.3), Geschäftsreisen (3.6), Pendeln der Mitarbeitenden (3.7), Nutzung verkaufter Produkte (3.11, hier: Anreise der Besucher:innen)
Konzepte, Richtlinien – Mobilität: Richtlinie für Dienstreisen und Fuhrpark
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13
TREIBHAUSGASEMISSIONEN BASISJAHR 2022/2023 VS. BERICHTSJAHR 2024/2025
EMISSIONEN NACH AKTIVITÄT tCO2e (MARKTBASIERT)
BASISJAHR 2022/2023 (tCO2e)
BERICHTSJAHR 2024/2025 (tCO2e)
ENTWICKLUNG
Brutto-THG Emissionen (tCO2e) Scope 1: Brutto-THG Emissionen (tCO2e) Scope 2: Scope 1+2 Brutto-THG Emissionen (tCO2e) Scope 3: Gesamte Brutto-THG Emissionen (tCO2e):
233,8 0 233,8 604 837,8
213,9 0 213,9 466,9 680,8
-8,5% 0 -8,5% -22,7 % -18,7%
Brutto-THG Emissionen (tCO2e) Scope 1: Brutto-THG Emissionen (tCO2e) Scope 2: Scope 1+2 STANDORTBASIERT Brutto-THG Emissionen (tCO2e) Scope 3*: Gesamte Brutto-THG Emissionen (tCO2e):
233,8 353,7 587,5 673,9 1.261,4
213,9 296,2 483,1 525,4 1.035,6
-8,5% -16,3% -17,8% -22% -17,9%
TREIBHAUSGASEMISSIONEN IN tCO2e
MARKTBASIERT
Scope 3.11 – 222,9(33 %)
Scope 1.2 – 3,1(1 %) Scope 3.1 – 27,7(4 %)
Scope 3.4 – 3,1(1 %) Scope 3.6 – 3(0 %) Scope 3.5 – 16,5(2 %)
Scope 1.1 Stationäre Verbrennung Scope 1.2 Mobile Verbrennung Scope 3.1 Eingekaufte Waren und Dienstleistungen* Scope 3.3 Energieversorgung Scope 3.4 Transport (vorgelagert) Scope 3.5 Abfall Scope 3.6 Geschäftsreisen Scope 3.7 Pendeln der Mitarbeiter:innen Scope 3.11 Nutzung verkaufter Produkte (Anreise der Besucher:innen)
Im Berichtszeitraum 2024/25 belaufen sich die marktbasierten Gesamtemissionen auf 680,8 tCO₂e, die standortbasierten auf 1.035,6 tCO₂e. Gegenüber dem Basisjahr 2022/23 entspricht dies einem Rückgang von 18,7 % (marktbasiert) bzw. 17,9 % (standortbasiert). Sofern nicht anders angegeben, beziehen sich alle nachfolgenden Daten und Grafiken auf marktbasierte Emissionsfaktoren.
Scope 1 – Direkt: 213,90
Scope 3 – Vor- & Nachgelagert: 466,90
Scope 2 – Indirekt: 0,00
Scope 1 – Direkt Scope 2 – Indirekt Scope 3 – Vor- & Nachgelagert
Den größten Anteil an den marktbasierten Gesamtemissionen bilden mit 466,9 tCO₂e (68,6 %) die indirekten Emissionen der Wertschöpfungskette (Scope 3), gefolgt von Scope 1 mit 213,9 tCO₂e (31,4 %). Die marktbasierten Scope-2-Emissionen betragen 0 tCO₂e, da der bezogene Strom vollständig aus erneuerbaren Quellen stammt. Gegenüber dem Basisjahr wurden die Emissionen in allen drei Scopes gesenkt – die deutlichste Reduktion zeigt sich mit –22,7 % in Scope 3.
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Scope 3.3 – 57,2(8 %)
Scope 3.7 – 136,5 (20 %)
*Die Abweichung der Scope-3-Emissionen zwischen markt- und standortbasiertem Ansatz resultiert aus Kategorie 3.3 «Brennstoff- und energiebezogene Emissionen» (vorgelagerte Emissionen der in Scope 1 und 2 eingesetzten Energieträger). Diese werden methodisch konsistent zum jeweiligen Scope-2-Ansatz berechnet.
GESAMTEMISSIONEN IN tCO2e (MARKTBASIERT) 680,8 tCO2e
Scope 1.1 – 210,9 (31%)
Direkte Emissionen (Scope 1) Die Scope-1-Emissionen umfassen alle Treibhausgasemissionen aus eigenen oder kontrollierten Quellen – im Fall der Tiroler Landestheater & Orchester GmbH Innsbruck vor allem die stationäre Verbrennung von Erdgas zur Gebäudebeheizung sowie in geringem Umfang die mobile Verbrennung von Treibstoffen im Fuhrpark. Im Berichtszeitraum 2024/25 belaufen sie sich auf 213,9 tCO₂e (Basisjahr 2022/23: 233,8 tCO₂e; –8,5 %). Der Rückgang ist im Wesentlichen auf einen geringeren Erdgasverbrauch im Großen Haus und in den Werkstätten zurückzuführen, begünstigt durch den milden Winter 2024/25 und den verstärkten Einsatz der Grundwasserwärmepumpe am Haus der Musik Innsbruck. Indirekte Emissionen aus eingekaufter Energie (Scope 2) Scope-2-Emissionen entstehen durch den Bezug extern erzeugter Energie. Nach dem marktbasierten Ansatz betragen sie im Berichtszeitraum 0 tCO₂e, da bezogene Strom vollständig aus erneuerbaren Quellen stammt. Nach dem standortbasierten Ansatz, der den durchschnittlichen österreichischen Strommix zugrunde 15
legt, liegen die Scope-2-Emissionen bei 296,2 tCO₂e (Basisjahr 2022/23: 353,7 tCO₂e; –16,3 %). Die standortbasierte Reduktion spiegelt sowohl den sinkenden Emissionsfaktor des österreichischen Strommixes als auch interne Effizienzmaßnahmen wider. Indirekte Emissionen in der Wertschöpfungskette (Scope 3) Die Scope-3-Emissionen erfassen alle indirekten Emissionen entlang der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette. Im Berichtszeitraum 2024/25 summieren sie sich marktbasiert auf 466,9 tCO₂e, standortbasiert auf 525,4 tCO₂e. Gegenüber dem Basisjahr 2022/23 entspricht dies einem Rückgang von 22,7 % (marktbasiert) bzw. 22,0 % (standortbasiert). Die größten Emissionsquellen bleiben die Anreise der Besucher:innen mit 222,9 t CO2e (Scope 3.11) und das Pendeln der Mitarbeitenden mit 136,5 t CO2e (Scope 3.7), gefolgt von energieträgerbezogenen Emissionen 57,2 t CO2e (Scope 3.3), eingekauften Waren und Dienstleistungen, 27,7 t CO2e (Scope 3.1), entsorgtem Abfall, 16,5 t CO2e (Scope 3.5) sowie – in geringerem Umfang – vorgelagertem Transport (Scope 3.4) und Geschäftsreisen (Scope 3.6).
Die Reduktion gegenüber dem Basisjahr geht auf mehrere Effekte zurück: geringere Emissionen aus der Besucher:innenanreise infolge des veränderten Programms und der damit verbundenen Verschiebung in der Besuchsstruktur, bewusster geplante Geschäftsreisen, die Einführung des Jobtickets und eine vermehrte Nutzung des Stadtrad-Angebots im Pendelverkehr sowie niedrigere vorgelagerte Energie-Emissionen infolge des reduzierten Erdgasverbrauchs. Erstmals erfasst wurden Emissionen aus Abfall und vorgelagertem Transport, was die Vollständigkeit der Bilanz verbessert. *Hinweis zu Scope 3.1: Der aktuell ausgewiesene Wert umfasst ausschließlich extern zugekaufte Dienstleistungen, insbesondere Reisekosten für externe Künstler:innen. Emissionen aus eingekauften Waren und Materialien (z.B. Bühnenbildmaterialien, Textilien, Farben, Holz, technisches Equipment) sind noch nicht enthalten. Die Erfassung wird in den kommenden Bilanzjahren schrittweise erweitert; bei vollständiger Erhebung ist davon auszugehen, dass Scope 3.1 eine deutlich größere Emissionskategorie darstellt als bisher abgebildet.
TREIBHAUSGASINTENSITÄT
Eine detaillierte Beschreibung der Maßnahmen und zukünftigen Initiativen findet sich im Kapitel Umweltthemen und Kennzahlen, im Abschnitt Praktiken, Konzepte und zukünftige Initiativen für den Übergang zu einer nachhaltigeren Wirtschaft (C2 §48).
B3, §31 Die Treibhausgasintensität wird als Quotient aus den Brutto-THG-Emissionen und dem Umsatz berechnet. ANSATZ
BRUTTO-THG-EMISSIONEN (tCO₂E)
THG-INTENSITÄT (KG CO₂E/EUR UMSATZ)
MARKTBASIERT
680,8
0,120
KLIMARISIKEN
STANDORTBASIERT
1.035,6
0,182
Im Rahmen der finanziellen Wesentlichkeitsanalyse wurden für die Tiroler Landestheater & Orchester GmbH Innsbruck sowohl physische als auch transitorische (übergangsbedingte) Klimarisiken über einen kurzfristigen (aktuelles Geschäftsjahr), mittelfristigen (1-5 Jahre) und langfristigen Zeithorizont (> 5 Jahre) identifiziert, analysiert und bewertet (§57c). Als Grundlage der Beurteilung dienten insbesondere der Risikobericht der Generali Versicherung aus dem Jahr 2022 sowie die öffentlich zugängliche Naturgefahren-Plattform HORA – Natural Hazard Overview & Risk Assessment Austria (www.hora.gv.at) des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Regionen und Wasserwirtschaft in Kooperation mit dem Versicherungsverband Österreich.
Die marktbasierte Intensität bildet die Wirkung der Ökostrom-Beschaffung ab und liegt bei 120 kg CO₂e je 1.000 EUR Umsatz. Die standortbasierte Intensität – berechnet auf Basis des durchschnittlichen österreichischen Strommixes – beträgt 182 kg CO₂e je 1.000 EUR Umsatz. Beide Werte werden zur vollständigen methodischen Transparenz ausgewiesen.
ZIELE ZUR REDUKTION VON TREIBHAUSGASEMISSIONEN ANGABE
Abdeckung
Scope 1 und Scope 2 (marktbasiert)
Basisjahr (Spielzeit)
2022/23
Basiswert
233,8 tCO₂e (Scope 1: 233,8 tCO₂e; Scope 2 marktbasiert: 0 tCO₂e)
Einheit
tCO₂e
Zwischenziel bis 2030
Berücksichtigt wurden dabei insbesondere: – Physische Gefahren: Hitze, Starkniederschläge, Hagel, Sturm/Föhn sowie Hochwasser – Übergangsereignisse: steigende Energie- und Beschaffungskosten, regulatorische Veränderungen (u. a. EU-Regulatorik zur Nachhaltigkeitsberichterstattung) sowie sonstige marktbedingte Anpassungserfordernisse
C3, §54
PARAMETER
Die Beurteilung erfolgte auf Basis der Standortgegebenheiten beider Häuser (Großes Haus, Rennweg 2, und Haus der Musik Innsbruck, Universitätsstraße 1, beide 6020 Innsbruck), einschließlich Hochwasser- und Naturgefahrenexposition sowie baulicher und organisatorischer Vorsorgemaßnahmen. Gesamtergebnis: In der Zusammenschau wurden aus finanzieller Sicht keine wesentlichen Klimarisiken für die Tiroler Landestheater & Orchester GmbH Innsbruck festgestellt (Stand 2025).
−50 % ggü. Basisjahr 2022/23: Halbierung auf 116,9 tCO₂e
Langfristiges Ziel bis 2040
Netto-Null (abzüglich unvermeidbarer Restemissionen)
Anteil an den Gesamtemissionen 2024/25
31,4 % der marktbasierten Brutto-Gesamtemissionen 2024/25 (213,9 von 680,8 tCO₂e)
Die Standorte liegen am Rand eines 30- bzw. 100-jährigen Hochwasserereignisbereichs, ohne dass es in der Vergangenheit zu Überflutungen gekommen ist. Föhnbedingten Windlasten wurde bereits bei Bau und Sanierung konstruktiv Rechnung getragen; Blitzereignisse liegen statistisch unter dem Durchschnitt. Die gute Zufahrbarkeit beider Gebäude erleichtert den Einsatz von Einsatzkräften bei Extremwetterereignissen. Für das denkbare Szenario eines Kanalrückstaus bei Starkregen oder Hagel mit möglichen Wassereintritten im Untergeschoss werden im Rahmen des technischen Gebäudemanagements laufend bauliche und organisatorische Vorsorgemaßnahmen umgesetzt.
Zum Vergleich und für die vollständige methodische Transparenz: Standortbasiert liegt der Scope-1+2Wert im Basisjahr bei 587,5 tCO₂e (davon Scope 2 standortbasiert: 353,7 tCO₂e). Da der bezogene Strom der IKB bereits vollständig aus erneuerbaren Quellen stammt, ist Scope 2 marktbasiert null; der Reduktionshebel konzentriert sich daher auf Scope 1 – insbesondere auf die Umstellung der fossilen Wärmeversorgung. Für Scope 3 sind derzeit keine formalen Reduktionsziele definiert. Die Scope-3-Emissionen werden im Rahmen der jährlichen Bilanzierung verfolgt; mehrere Maßnahmen des Hauses (Mobilität der Mitarbeitenden, Publikumsanreise, Energieeffizienz in der vorgelagerten Kette) wirken indirekt auch auf diese Kategorie. Im Berichtszeitraum 2024/25 sind die Scope-3-Emissionen gegenüber dem Basisjahr um 22,7 % zurückgegangen (marktbasiert; standortbasiert: −22,0 %).
Die Klimarisiken und Naturgefahren werden alle drei Jahre im Rahmen einer Risikoanalyse der Generali Versicherung überprüft und bei wesentlichen Veränderungen der Rahmenbedingungen anlassbezogen aktualisiert.
VERSCHMUTZUNG VON LUFT, WASSER UND BODEN
DIE WICHTIGSTEN MASSNAHMEN ZUR ZIELERREICHUNG
– Wärmeversorgung und Dekarbonisierung (zentraler Scope-1-Hebel) – Stromversorgung und Effizienz (Stabilisierung Scope 2 marktbasiert, Reduktion Bezugsmenge) – Mobilität (Scope 1 Fuhrpark, mittelbar Scope 3)
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C4, §57
B4, §32
Die Tiroler Landestheater & Orchester GmbH Innsbruck unterliegt als Kulturbetrieb keiner gesetzlichen oder sonstigen nationalen Verpflichtung, Schadstoffemissionen in Luft, Wasser oder Boden an zuständige Behörden zu melden, und
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betreibt auch kein Umweltmanagementsystem mit entsprechender freiwilliger Berichterstattung. Aus den eigenen Tätigkeiten resultieren keine wesentlichen Schadstoffemissionen im Sinne des §32. Die Offenlegung nach B4 ist daher gemäß dem «If applicable»-Prinzip nicht anwendbar.
BIOLOGISCHE VIELFALT
RESSOURCENNUTZUNG, KREISLAUFWIRTSCHAFT UND ABFALLMANAGEMENT
B5, §33
Der laufende Betrieb eines Theaters ist material- und ressourcenintensiv: Bühnenbilder, Kostüme, Requisiten, Textilien, Holz und technisches Equipment werden in den hauseigenen Werkstätten verarbeitet und für Produktionen zusammengestellt. Gerade hier liegt einer der größten Hebel für Kreislaufwirtschaft – in der Langlebigkeit und Reparaturfähigkeit der Materialien sowie in der konsequenten Wiederverwendung über einzelne Produktionen hinaus.
Die Tiroler Landestheater & Orchester GmbH Innsbruck betreibt ihre Standorte Großes Haus und Werkstätten (Rennweg 2, 6020 Innsbruck) sowie Haus der Musik Innsbruck (Universitätsstraße 1, 6020 Innsbruck) im dicht bebauten Innsbrucker Stadtzentrum. Im Zuge der Erstellung dieses Berichts wurden beide Standorte hinsichtlich ihrer Nähe zu biodiversitätssensiblen Gebieten geprüft. Als Referenzrahmen dienten der Natura2000-Viewer der Europäischen Umweltagentur (https://natura2000.eea.europa.eu), der das europaweite Netz von Schutzgebieten gemäß FFH- und Vogelschutz-Richtlinie umfasst. Als Entfernungsschwelle wurde – in Anlehnung an gängige Praxis – ein Radius von 5 Kilometern zur Außengrenze eines biodiversitätssensiblen Gebiets herangezogen.
ANWENDUNG DER GRUNDSÄTZE DER KREISLAUFWIRTSCHAFT
B7, §37 Die Tiroler Landestheater & Orchester GmbH verankert die Grundsätze der Kreislaufwirtschaft entlang des gesamten Produktionszyklus und versteht Beschaffung, Produktion und Nachnutzung als zusammenhängenden Kreislauf. Möbel, Bühnenbilder und Requisiten werden überwiegend in den hauseigenen Werkstätten gefertigt; dabei wird – wo immer möglich – regionales Holz eingesetzt, um Materialkreisläufe zu schließen und Transportwege zu minimieren. Mehrere große Lager und ein gepflegter Fundus verlängern die Nutzungsdauer: Bühnenbilder, Kostüme und Requisiten werden von vornherein auf Wiederverwendung hin konzipiert, systematisch instandgesetzt, repariert und für Wiederaufnahmen oder Neuproduktionen aufbereitet. Bei Bedarf werden sie auch mit Partnerhäusern ausgetauscht bzw. ausgeliehen. Gleiches gilt für Kostüme: Sie werden in den eigenen Schneidereien hergestellt, über Jahre aus dem umfangreichen Bestand wiederverwendet und teilweise zwischen Theatern verliehen. Bei Beschichtungen und Farben kommen – je nach Verfügbarkeit und künstlerischen Anforderungen – bevorzugt umweltfreundliche Produkte, z. B. wasserlösliche, Cradle-to-Cradle-zertifizierte Lacke zum Einsatz. Insgesamt zielt der Ansatz darauf ab, Primärrohstoffe zu vermeiden, Produktlebensdauern zu verlängern (Reparatur, Wiederverwendung, Aufbereitung) sowie Sharing-Lösungen mit Partnerhäusern zu nutzen. Diese Praxis setzt die Grundsätze «Reduce – Reuse – Repair/ Refurbish – (Re-)Source locally» um und wird schrittweise weiterentwickelt – etwa durch den Ausbau von Re-Use-Quoten und die Substitution emissions- bzw. schadstoffintensiver Materialien.
Ergebnis der Prüfung: Keiner der beiden Standorte liegt innerhalb eines biodiversitätssensiblen Gebiets im Sinne der FFH- oder Vogelschutz-Richtlinie (Natura 2000). Landesrechtlich ausgewiesene Landschaftsschutzgebiete (insbesondere Teile der Innsbrucker Nordkette) befinden sich zwar teilweise im weiteren Umfeld des Stadtgebiets, werden jedoch durch dicht bebautes urbanes Gebiet von den Standorten der Tiroler Landestheater & Orchester GmbH Innsbruck getrennt. Aufgrund der Art der betrieblichen Tätigkeiten – reiner Kulturbetrieb im Stadtzentrum ohne emittierende industrielle Prozesse, ohne Flächenneuversiegelung und ohne Eingriffe in naturnahe Flächen – bestehen keine relevanten Auswirkungen auf diese Schutzgebiete. Die Tiroler Landestheater & Orchester GmbH Innsbruck besitzt, pachtet oder verwaltet keine Flächen in oder in der Nähe biodiversitätssensibler Gebiete im Sinne von §33. Eine quantitative Offenlegung (Anzahl und Fläche in Hektar) entfällt daher; die Offenlegung nach B5 ist gemäß dem »If applicable«-Prinzip nicht anwendbar.
WASSER
B6, §35
Die Tiroler Landestheater & Orchester GmbH bezieht Trinkwasser ausschließlich über das öffentliche Versorgungsnetz der Stadt Innsbruck. Die nachfolgende Tabelle weist die gesamte Wasserentnahme im Berichtsjahr aus, ermittelt auf Basis der Verbrauchsabrechnungen des Wasserversorgers. Keiner der Standorte des Unternehmens befindet sich in einem Gebiet mit hohem Wasserstress. Eine gesonderte Ausweisung nach §35 entfällt daher. Da das Unternehmen keine wasserintensiven Produktionsprozesse im Sinne von B6, §36 betreibt (z. B. thermische Prozesse, industrielle Fertigung oder landwirtschaftliche Bewässerung), wird auf eine gesonderte Darstellung des Wasserverbrauchs verzichtet. Die Wasserentnahme entspricht bei einem Kultur- und Theaterbetrieb weitgehend dem Wasserverbrauch, da das bezogene Wasser nahezu vollständig als Abwasser in das kommunale Kanalnetz zurückgeführt wird.
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STANDORTE
WASSERENTNAHME (M³)
Tiroler Landestheater & Orchester GmbH Innsbruck gesamt (inklusive Kammerspiele, Tiroler Symphonieorchester Innsbruck, Gastronomie)
5. 383
davon Gastronomie
1. 528
19
PRAKTIKEN, KONZEPTE UND ZUKÜNFTIGE INITIATIVEN
MASSNAHMEN UND ZUKÜNFTIGE INITIATIVEN Bestehende und laufende Maßnahmen
C2, §48
Abfalltrennung und Kreislaufwirtschaft – Getrennte Erfassung aller Materialfraktionen, unterstützt durch eindeutige Beschilderung; die Fremdreinigung ist in das Trennsystem eingebunden. – Herstellung von Pellets aus Abfallholzstücken und Sägemehl zur betriebsinternen Verwertung – Upcycling: Wiederverwertung von Planen und Kunststoffen zu Trage- und Lagertaschen
STRATEGISCHES ZIEL
Wir verankern Kreislaufwirtschaft über alle Abteilungen und künstlerischen Produktionsphasen hinweg und folgen konsequent dem Prinzip «Reduce → Reuse → Recycle» in Ausstattung, Werkstätten, Kostüm, Requisite und Marketing.
OPERATIVE ZIELE
KPIS
ZEITHORIZONT
Wir reduzieren den Materialeinsatz pro Produktion kontinuierlich, insbesondere durch modulare und demontierbare Planung von Bühnenbildern.
kg/Produktion; Anteil demontierbarer Elemente (%)
2028
Wiederverwendung und Fundus – Digitalisierter Fundus (thea.fundus): Das hauseigene Fundus-Managementsystem wurde in der Spielzeit 2023/24 fertiggestellt. Es ermöglicht eine systematische Inventarisierung und abteilungsübergreifende Nutzung des Kostümbestands und schafft die digitale Grundlage für konsequente Wiederverwendung und reduzierte Neuanschaffungen. – Modulare Bauweisen bei Bühnenbildern und Requisiten, soweit die künstlerischen Anforderungen es zulassen – Materialbörsen und Sharing mit Partnerbetrieben: Verleih und regionale Zusammenarbeit, u. a. über eine strukturierte Material- und Großrequisitenbörse
Wir streben das Prinzip «Bauen für Demontage» (Design for Disassembly) ab der Spielzeit 2026/27 als verbindlichen Standard für neue Produktionen an und bauen mit Normmaterial.
Anteil Produktionen mit DfD-Nachweis (%)
2026/27
Beschaffung – Schrittweise Ausrichtung der Beschaffung an den Kriterien des Nationalen Aktionsplans nachhaltige Beschaffung (naBe).¹ Erste Umsetzungsschritte umfassen u. a. den Einsatz öko-zertifizierter Reinigungsprodukte sowie die Verankerung entsprechender Kriterien in Leitlinien und Verträgen.
Zur Erreichung des strategischen Ziels hat das Haus mehrere operative Ziele definiert, die den Weg in den kommenden Spielzeiten konkretisieren: NR
1
2
3
OPERATIVE ZIELE
Wir beginnen mit der digitalen Inventarisierung des Requisiten- und Möbelfundus. Mit der Digitalisierung des Kostümfundus über thea. fundus wurde begonnen.
Anteil inventarisierter Bestand (%)
Vermeidung und Bewusstseinsbildung – TLT-Foodsharing: Interner Kühlschrank zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen – Kleiderbörse: Internes Textil-Sharing zur Wiederverwendung – Büchertauschecke
2030
¹Der naBe-Aktionsplan definiert ökologische und soziale Mindeststandards für öffentlich getragene Einrichtungen in Österreich und bildet die Grundlage für eine systematische Integration von Nachhaltigkeitskriterien in Vergabeprozessen.
4
Wir reduzieren den Anteil von Overnight- und Expressbestellungen bis 2027 um 25 % – durch vorausschauende Produktionsplanung und gebündelte Bestellprozesse.
Anteil Overnight-/ Express-Bestellungen (Amazon) (%)
2027
5
Wir reduzieren Bestellungen aus Fast-Fashion- und Billigsortimenten bis 2027 um 50 %.
Anteil Bestellungen (%)
2027
Wir reduzieren das Gesamtabfallaufkommen jährlich um 5 %.
Abfallmenge (t/Jahr), Trennquote (%); Kosten/Entsorgung [€/t]
2028
6
20
7
Wir steigern die stoffliche Wiederverwendungs- und Recyclingquote auf mindestens 80 % bis 2030.
8
Wir erhöhen den Mehrweganteil im Gesamtbetrieb einschließlich Gastronomie auf über 80 %. Die vollständige Umsetzung ist an die vertragliche Neugestaltung der Gastronomie-Bewirtschaftung geknüpft und wird im Rahmen des nächsten Vergabeprozesses berücksichtigt. Wir reduzieren Lebensmittelabfälle um 50 % – unter anderem durch das bestehende TLT-Foodsharing-Programm. Weitergehende Maßnahmen werden ebenfalls im Zuge der vertraglichen Neugestaltung der Gastronomie adressiert.
Anteil Re-Use/Recycling (%)
Mehrweganteil (%); Lebensmittelabfall (kg/Jahr)
Maßnahmen 2026 ff. – Aktualisierung des Abfallwirtschaftskonzepts mit verbindlicher Anwendung der Hierarchie «Vermeiden → Reduzieren → Wiederverwenden → Recyceln» – Reduktion von Verpackungsabfällen durch Ausbau von Mehrweg- und Rücknahmesystemen gemeinsam mit Lieferant:innen – Ausbau von Großgebinde- und Nachfülllösungen als Standard in der Beschaffung – Ausweitung der Fundus-Digitalisierung auf Requisiten- und Möbelbestand sowie Erhöhung der Wiederverwendungsquote durch verstärkten abteilungsübergreifenden Zugriff – Abteilungsübergreifende Sensibilisierung der Mitarbeitenden zu Abfallvermeidung, Wiederverwendung und nachhaltiger Beschaffung
KONZEPTE, RICHTLINIEN – Beschaffungsrichtlinie – Abfallwirtschaftskonzept
2030
2028 FF
21
B7, §38
Die getrennt erfassten Fraktionen (Papier, Altglas, Die Abfallmengen des Tiroler Landestheaters & Altmetall, Altholz, Biomüll, Plastik) werden gemäß Orchester GmbH werden derzeit im Rahmen der österreichischem Abfallwirtschaftsrecht der stoffjährlichen THG-Bilanzierung mithilfe des CO₂Kulturrechners erhoben. Grundlage sind die Abrech- lichen bzw. biologischen Verwertung zugeführt; eine quantifizierte Re-Use-/Recyclingquote wird derzeit nungen des Abfallentsorgers; die Erfassung erfolgt nicht systematisch ermittelt. in Kubikmetern (Container-/Mülltonnenvolumen), Ausblick: Im Rahmen der geplanten Aktualisierung unabhängig vom tatsächlichen Füllgrad. Eine Umrechnung in Tonnen sowie eine Aufschlüsselung des Abfallwirtschaftskonzepts (vgl. Maßnahmen und zukünftige Initiativen, ab 2026 ff.) wird die Datennach gefährlichen / nicht gefährlichen Abfällen gemäß VSME-Definition liegt für 2024/25 noch grundlage schrittweise ausgebaut. Ziele sind u. a. die nicht vor; die erfassten Fraktionen sind ausschließAusweisung einer Trenn- und Recyclingquote, die lich haushaltsübliche bzw. betriebliche nicht gefähr- separate Erfassung etwaiger gefährlicher Abfälle (z. B. Farb- und Lackreste aus den Werkstätten) liche Abfälle. Zur Wiederverwertung oder Wiederverwen- sowie die Integration in das kontinuierliche Monitodung umgeleitete Abfallmenge: Eine mengenmäßige ring der operativen Ziele ( jährliche Abfallreduktion; Differenzierung zwischen Verwertung, Recycling Steigerung der stofflichen Wiederverwendung). und Beseitigung ist auf Basis der aktuellen Datenlage noch nicht möglich.
Als öffentlich getragener Theater- und Konzertbetrieb trägt die Tiroler Landestheater & Orchester GmbH Innsbruck Verantwortung gegenüber zwei zentralen Anspruchsgruppen: den Mitarbeitenden, deren Arbeitsbedingungen, Gesundheit, Weiterentwicklung und Gleichstellung die Grundlage unserer künstlerischen Qualität bilden, und dem Publikum, das im Zentrum unseres kulturellen Auftrags steht. Dieses Kapitel fasst die wesentlichen sozialen Aspekte beider Perspektiven zusammen. Ein vielfältiges Programm, soziale Inklusion und der offene Zugang zu Kunst und Kultur sind dabei integrale Bestandteile unseres gesellschaftlichen Auftrags und fördern kulturelle Teilhabe in Tirol.
UNSERE MITARBEITENDEN Rund 460 Menschen arbeiten an der Tiroler Landestheater & Orchester GmbH Innsbruck in einer außergewöhnlichen Vielfalt von Berufen – vom Orchester über Schauspiel und Tanz bis zu den Werkstätten, der Bühnentechnik und der Verwaltung. Diese Vielfalt bringt hohe Ansprüche an ein faires, gesundes und sicheres Arbeitsumfeld mit sich. Das folgende Kapitel beschreibt die Praktiken und Konzepte, die diesen Rahmen gestalten, sowie die zugehörigen Kennzahlen: Struktur und Zusammensetzung der Belegschaft, Arbeitssicherheit und Gesundheit, Entlohnung und Weiterbildung sowie die Grundsätze und Prozesse zum Schutz der Menschenrechte innerhalb der eigenen Belegschaft.
ABFALLART
MENGE (M³)
EINSTUFUNG
Restmüll
6.710
nicht gefährlich
Plastikmüll
750
nicht gefährlich
Biomüll
240
nicht gefährlich
PRAKTIKEN, KONZEPTE UND ZUKÜNFTIGE INITIATIVEN
Altglas
100
nicht gefährlich
STRATEGISCHES ZIEL
Papiermüll
52
nicht gefährlich
Altholz
17
nicht gefährlich
Sperrmüll
10
nicht gefährlich
Baumischabfall
1
nicht gefährlich
Metallschrott
nicht quantifiziert
nicht gefährlich
Gesamt (erfasst)
7.880 m³
–
Gefährliche Abfälle
keine wesentlichen Mengen erfasst
–
C2, §48
Wir schaffen ein gesundes, faires und inklusives Arbeitsumfeld im Sinne unseres strategischen Projektes «Gesundes Theater». Wir stärken sichere Beschäftigung und angemessene Entlohnung, fördern Gleichbehandlung und sozialen Dialog und bauen systematisch Kompetenzen für nachhaltiges Arbeiten auf.
Quelle: CO₂-Kulturrechner TLT 2024/25, Erhebungsblatt «Relevante Stoffströme». Angaben basieren auf Container- bzw. Mülltonnenvolumen gemäß Abrechnung des Abfallentsorgers (nicht Füllmenge).
22
SOZIALE THEMEN
ABFALLAUFKOMMEN UND RELEVANTE STOFFSTRÖME
SOZIALE THEMEN UND KENNZAHLEN
23
OPERATIVE ZIELE
Zur Erreichung des strategischen Ziels hat das Haus mehrere operative Ziele definiert, die den Weg in den kommenden Spielzeiten konkretisieren: NR
OPERATIVE ZIELE
KPIS
ZEITHORIZONT
1
Wir führen ab 2026 jährliche Mitarbeitendengespräche für alle Beschäftigten ein und stärken dabei die interne Kommunikation und zeigen Entwicklungspfade auf.
Anteil Mitarbeitender mit dokumentiertem Jahresgespräch (%)
AB 2027
2
Wir senken die Zahl der Arbeitsunfälle gegenüber dem Vorjahr kontinuierlich und stärken die betriebliche Arbeitssicherheit.
Anzahl und Rate der Arbeitsunfälle; Anzahl durchgeführter Sicherheitsunterweisungen
2027
3
Wir bauen zielgruppenspezifische Angebote der Betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) aus und messen den Fortschritt anhand der Ergebnisse der Mitarbeitendenbefragung.
Zufriedenheitsindex BGF aus Mitarbeitendenbefragung. Baseline: Befragung 2023
2027/2029
4
Wir bauen das Weiterbildungsangebot aus und erhöhen die durchschnittlichen Weiterbildungsstunden pro Kopf bis 2028.
Weiterbildungsstunden pro Kopf/Jahr
2028
5
Wir führen bis 2028 eine verbindliche Führungskräfte-Leitlinie ein.
Anteil Führungskräfte mit absolvierter Schulung (%)
2028
6
Wir streben bis 2029 die Zertifizierung als «Ausgezeichneter Lehrbetrieb» an.
Auszeichnung erhalten (Ja/ Nein)
2029
7
Wir implementieren bis 2026 eine betriebsweite Kinder- und Jugendschutzrichtlinie, begleitet durch ein festes Kinder- und Jugendschutzteam mit laufendem Monitoring.
Implementierung abgeschlossen; laufendes Monitoring etabliert
Personalentwicklung und Führung – Führungskräfte- und Personalentwicklung: Regelmäßige Mitarbeitendengespräche, individuelle Entwicklungsmöglichkeiten, Einzelcoachings sowie Teamentwicklungsformate. – Strukturierter Onboarding-Prozess zur Förderung von Integration und Bindung neuer Mitarbeitender – Strukturierte Lehrlingsausbildung nach Qualitätsstandards der Wirtschaftskammer Österreich, begleitet durch interne Ausbildungskoordination und regelmäßige Teilnahme an fachlichen Wettbewerben Inklusion und Schutz – Kinder- und Jugendschutzrichtlinie: Klare Rahmenbedingungen für die Zusammenarbeit mit Kindern und Jugendlichen, getragen von einem engagierten Kinderund Jugendschutzteam mit Fokus auf ein respektvolles und geschütztes Miteinander. Die Richtlinie gilt gleichermaßen für die Tiroler Landestheater & Orchester GmbH Innsbruck sowie die Innsbrucker Festwochen der Alten Musik. – Gütesiegel «Wir sind inklusiv»: Im März 2025 erneut ausgezeichnet durch das Sozialministeriumservice (Landesstelle Tirol) für die Beschäftigung und Ausbildung von Arbeitnehmer:innen mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen. Dialog und Beschwerdemanagement – Etabliertes Hinweisgebersystem (Ausbau über die gesetzlichen Anforderungen hinaus vorgesehen) – Regelmäßige Mitarbeitendenbefragungen als Grundlage für gezielte Verbesserungsmaßnahmen
2026
Maßnahmen 2026 ff. – Finalisierung eines Verhaltenskodex mit begleitenden Awareness-Trainings und klarer Verfahrensordnung – Einrichtung einer internen und externen Vertrauens- und Beschwerdestelle mit definiertem Verfahren, ergänzt durch die Ausbildung interner Konfliktlots:innen – Aufbau einer systematischen Gender-Pay-Gap-Analyse und Verankerung von Lohntransparenz – Ausbau von Formaten der Musik- und Theatervermittlung zur Stärkung des kulturellen Zugangs für Kinder und Jugendliche
MASSNAHMEN UND ZUKÜNFTIGE INITIATIVEN
Maßnahmen 2027-2032 – Erneuerung des BGF-Gütesiegels 2027–2029 – Erneuerung des Gütesiegels «Wir sind inklusiv» zur Verankerung von Inklusion als festem Bestandteil der Unternehmenskultur – Ausbau zielgruppenspezifischer Gesundheitsangebote für unterschiedliche Berufsgruppen – Einführung einer verbindlichen Führungskräfte-Leitlinie als Grundlage einer einheitlichen Führungskultur – Entwicklung einer Employer-Branding-Strategie – u. a. durch Hochschulkooperationen, Nachwuchsprogramme und Mentoring-Formate
Bestehende Maßnahmen Gesundheit und Arbeitssicherheit – Im Sinne des strategischen Projektes «Gesundes Theater» wurde ein ganzheitliches Gesundheitsförderungsprogramm (BGF) verankert und wird durch eine interdisziplinäre Steuerungsgruppe aus Geschäftsführung, Technischer Direktion, Personalleitung, Betriebsrat, Arbeitsmedizin und -psychologie sowie BGF-Projektverantwortlicher vorangetrieben. – Berufsgruppenspezifische Angebote: u. a. Taping- und Ernährungsworkshops für Tänzer:innen, Alexandertechnik für das Orchester, ergonomisches Arbeiten für die Bühnentechnik sowie offene Formate wie Inhouse-Massagen und Sportaktionen für alle Mitarbeitenden. – Weiterentwicklung der Betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF): Mitte 2025 startete die Projektphase mit Blick auf die Gütesiegelperiode 2027–2029 – mit quantitativer Diagnose (KOMBI-AG) und vertiefenden Gesundheitszirkeln, in denen Mitarbeitende Schwerpunkte und Maßnahmen selbst erarbeiten.
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KONZEPTE, RICHTLINIEN
– Kinder- und Jugendwohlrichtlinie – Verhaltenskodex (in Ausarbeitung) – Führungskräfte-Leitlinie (in Planung)
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ALLGEMEINE MERKMALE
WEITERE ANGABEN ZUR BELEGSCHAFT
Von den 44 Führungskräften an der Tiroler Landestheater & Orchester GmbH Innsbruck sind 20 Frauen und 24 Männer beschäftigt – ein Verhältnis von 45 zu 55 (1:1,2) und damit nahe an einer paritätischen Zusammensetzung. Dieser strukturelle Wert spiegelt sich auch in der künstlerischen Programmierung wider, in der das Haus bewusst auf Female Leadership setzt. Der Großteil der Spartendirektionen ist mit Frauen besetzt; auch in der Spielzeit 2024/25 wurden zwei Drittel aller Produktionen von Regisseurinnen inszeniert und im Schauspiel stammt die Hälfte der Stücke von Autorinnen. Im Tiroler Symphonieorchester Innsbruck machen Dirigentinnen und Solistinnen ungefähr die Hälfte aus. Die ausgewogene Führungsstruktur wird damit auch durch konkrete künstlerische Besetzungsentscheidungen gelebt.
MITARBEITER:INNENZAHLEN IM ÜBERBLICK
40 % 60 %
460
auf der Bühne
Mitarbeiter:innen (Lagebericht 24/25)
Frauen
48 % Männer
FLUKTUATIONSRATE
Aus
52 %
Im Berichtszeitraum 2024/25 wurden an der Tiroler Landestheater & Orchester GmbH Innsbruck 24 meldepflichtige Arbeitsunfälle erfasst. Dies entspricht einem Rückgang um ein Drittel (−33 %) gegenüber der Vorsaison 2023/24 (36 Unfälle) bzw. um rund ein Viertel gegenüber dem Basisjahr 2022/23 (25 Unfälle) (§41a).
48
unter 24 Jahre von 25 bis 34 Jahre von 35 bis 44 Jahre von 45 bis 54 Jahre über 55 Jahre
Nationen
Kunst 33 % Orchester 13 % Technik & Werkstätten 41 % Verwaltung 13 %
7% 25 % 27 % 22 % 19 %
GESUNDHEIT UND SICHERHEIT
hinter der Bühne
In den Bereichen
ALTERSSTRUKTUR
SPIELZEIT
ARBEITSUNFÄLLE
ENTWICKLUNG
2022/23
25
–
2023/24
36
+44 %
2024/25
24
−33 %
Die positive Entwicklung spiegelt die fortlaufende Weiterentwicklung des Arbeitssicherheits- und Gesundheitsschutzmanagements wider. Arbeitsbedingte Todesfälle sind im Berichtszeitraum keine zu verzeichnen (§41b).
3
ENTLOHNUNG, TARIFBINDUNG UND WEITERBILDUNG Entlohnung und Tarifbindung
Lehrlinge – einer in der Maske und zwei in der Schneiderei
B10, §42a, c
Die Beschäftigten des Tiroler Landestheaters werden gemäß den Kollektivverträgen der jeweiligen Branche entlohnt – [100 % der Beschäftigten sind durch Tarifverträge abgedeckt (§42c).
460 Festangestellte angestelltes 135 Temporär Personal (Gäste)
Eine Angabe der Mitarbeiter:innenfluktuationsrate für den Berichtszeitraum 2024/25 erfolgt nicht. Strukturveränderungen im Berichtsjahr haben zu personellen Wechseln geführt, die in einer aggregierten Fluktuationskennzahl nicht trennscharf von der regulären Personalbewegung abgebildet werden könnten; eine entsprechende Kennzahl wäre daher für das Berichtsjahr nicht aussagekräftig. Mit dem Aufbau eines strukturierten HR-Reportings im Rahmen der ESG-Datenstrategie wird die Grundlage für eine systematische Berichterstattung der Fluktuation ab dem Berichtsjahr [2025/26 oder 2026/27] geschaffen (§40).
26
C5, §59
Geschlechtsspezifische Lohnlücke (Gender Pay Gap) B10, §42b Die Tiroler Landestheater & Orchester GmbH Innsbruck wendet ein einheitliches Tarifschema an, das keine geschlechtsspezifischen Unterschiede vorsieht. Die Vergütung richtet sich ausschließlich nach Funktion, Qualifikation und Erfahrung – unabhängig vom Geschlecht. Mit der Umsetzung der EU-Lohntransparenzrichtlinie bereitet das Unternehmen die systematische Berechnung des Gender Pay Gap vor; eine erstmalige Offenlegung ist für den Berichtszeitraum 2026/27 vorgesehen.
B8, §40
Weiterbildung und Nachwuchsförderung B10, §42d Eine systematische, nach Geschlecht aufgeschlüsselte Erfassung der durchschnittlichen jährlichen Schulungsstunden pro Mitarbeiter:in liegt für den Berichtszeitraum 2024/25 noch nicht vor. Mit dem in Einführung befindlichen Personalentwicklungsprogramm wird die Grundlage für eine quantitative Berichterstattung ab 2027/28 geschaffen. Qualitativ wurden bereits zahlreiche Einzelmaßnahmen umgesetzt – darunter Führungskräftecoaching, Teamentwicklungen, Gesundheitszirkel sowie individuelle Weiterbildungen, Messebesuche und
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SCHWERE NEGATIVE VORFÄLLE IM BEREICH MENSCHENRECHTE
Vernetzungstreffen. Ein besonderes Augenmerk gilt der Ausbildung des handwerklichen Nachwuchses. Derzeit werden an der Tiroler Landestheater & Orchester GmbH Innsbruck 3 Lehrlinge ausgebildet – 2 in der Schneiderei und 1 in der Maske. Die Ausbildung folgt den Qualitätsstandards der Wirtschaftskammer Österreich, stützt sich auf strukturierte Ausbildungspläne und wird durch engagierte Ausbildner:innen sowie eine interne Ausbildungskoordination begleitet. Eine auf die jeweilige Ausbildungsphase abgestimmte Betreuung und regelmäßige Teilnahmen an fachlichen Wettbewerben sichern eine praxisnahe Qualifizierung und bereiten die Auszubildenden gezielt auf ihren beruflichen Weg vor.
Im Berichtszeitraum 2024/25 sind in der Tiroler Landestheater & Orchester GmbH Innsbruck keine bestätigten schweren negativen Vorfälle im Bereich Menschenrechte innerhalb der eigenen Belegschaft eingetreten. Die Tiroler Landestheater & Orchester GmbH Innsbruck bekennt sich ausdrücklich zur Einhaltung der Menschenrechte und setzt diese durch die einschlägigen gesetzlichen Rahmenbedingungen (u. a. österreichisches Arbeitsrecht, ArbeitnehmerInnenschutzgesetz, Gleichbehandlungsgesetz), interne Richtlinien (Kinder- und Jugendschutzrichtlinie, Anti-Mobbing-Broschüre) sowie den in Entwicklung befindlichen Verhaltenskodex aktiv um. Das etablierte Hinweisgeber:innensystem (vgl. §61c) ermöglicht eine vertrauliche Meldung etwaiger Verstöße. Der Tiroler Landestheater & Orchester GmbH Innsbruck sind keine bestätigten Vorfälle im Zusammenhang mit Arbeitnehmenden in der Wertschöpfungskette, betroffenen Gemeinschaften, Verbraucher:innen oder Endnutzer:innen bekannt. Eine systematische Erhebung entlang der gesamten Wertschöpfungskette erfolgt derzeit nicht; im Rahmen der schrittweisen Integration nachhaltiger Beschaffungskriterien (vgl. Kapitel Ressourcennutzung, Kreislaufwirtschaft und Abfallmanagement sowie im Abschnitt Maßnahmen und zukünftige Initiativen) wird geprüft, wie menschenrechtsbezogene Anforderungen künftig stärker in Lieferant:innenbeziehungen verankert werden können (§62c).
WEITERE ANGABEN ZUR EIGENEN BELEGSCHAFT – MENSCHENRECHTSPOLITIK UND -PROZESSE C6, §61a Ein übergreifender Verhaltenskodex ist in Ausarbeitung und soll 2026 finalisiert werden. Er wird gemeinsame Grundsätze zu Fairness, Gleichbehandlung, respektvollem Miteinander, Transparenz und Antikorruption verankern und damit die bestehenden themenspezifischen Regelwerke – Kinder- und Jugendschutzrichtlinie, Anti-Mobbing-Broschüre und Hinweisgeber:innenregelung – unter einem gemeinsamen Dach zusammenführen (vgl. Maßnahmen und zukünftige Initiativen – Soziale Themen). Folgende Themen werden bereits durch bestehende Regelwerke adressiert: THEMA
ABDECKUNG JA / NEIN
Kinderarbeit
Ja
Zwangsarbeit
Nein
Menschenhandel
Nein
C6, §61b
INSTRUMENT
Kinder- und Jugendschutzrichtlinie
Diskriminierung
Ja
Broschüre «Respektvolles Miteinander», Konfliktlots:innen, Sicherheitsvertrauenspersonen, Hinweisgebersystem
Unfallverhütung
Ja
Notfallhandbuch, Arbeitsmedizinische Beratung, Ersthelferliste und Erste-Hilfe-Koffer
Sonstiges
Arbeitspsychologische Beratung
Beschwerdemechanismus für die eigene Belegschaft C6, §61c Die Tiroler Landestheater & Orchester GmbH Innsbruck verfügt über ein etabliertes Hinweisgeber:innensystem (Whistleblower) gemäß dem österreichischen Hinweisgeber:innenschutzgesetz (HSchG). Das System steht einem breiten Kreis von Meldeberechtigten offen – u. a. (ehemaligen) Dienstneh-mer:innen, Bewerber:innen, Praktikant:innen, Aufsichtsratsmitgliedern, Werknehmer:inen sowie Lieferant:innen. Meldungen von Gesetzesverstößen in den einschlägigen Rechtsbereichen können vertraulich und anonym erfolgen; die Abwicklung erfolgt über einen externen Dienstleister mit mehreren Meldekanälen. Berechtigte Hinweisgeber:innen werden vor negativen Konsequenzen geschützt. Ein verantwortungsvoller Umgang mit Hinweisen und Ressourcen ist integraler Bestandteil der Unternehmenskultur; die Tiroler Landestheater & Orchester GmbH Innsbruck ist bestrebt, ihre Aufgaben stets im Einklang mit den geltenden Gesetzen zu erfüllen.
28
C7, §62
29
Das Publikum steht im Zentrum des kulturellen Auftrags des Tiroler Landestheaters – es ist nicht Zielgruppe einer zusätzlichen Nachhaltigkeitsstrategie, sondern konstitutiver Teil der Kernaufgabe selbst. Der Zugang zu diesem Angebot soll allen Bevölkerungsgruppen offenstehen – unabhängig von Einkommen, Alter, Vorerfahrung mit Theater und Konzert oder körperlichen Voraussetzungen. Entsprechend folgt dieses Kapitel einer anderen Logik als die vorangegangenen Handlungsfelder: Statt eigener strategischer und operativer Ziele, Kennzahlen und Maßnahmenpakete beschreibt es die etablierten Praktiken des Hauses zu niederschwelligem Zugang, Barrierefreiheit, Transparenz, kultureller Bildung und Outreach. Ergänzende Informationen zum künstlerischen Programm und zu den Publikumszahlen finden sich im Jahresbericht 2024/25 des Tiroler Landestheaters.
NIEDERSCHWELLIGER ZUGANG UND SOZIALE ERMÄSSIGUNGEN
Als Partner der Initiative «Hunger auf Kunst und Kultur» ermöglicht die Tiroler Landestheater & Orchester GmbH Innsbruck Menschen in schwierigen sozialen Lebenslagen den freien Eintritt zu Vorstellungen und Konzerten. Die Teilnahme erfolgt unbürokratisch über den Kulturpass. Ergänzend bestehen ermäßigte Tarife für Schüler:innen, Studierende und Senior:innen. Besucher:innen mit gültigem Behindertenpass erhalten 40 Prozent Ermäßigung im Vorverkauf; an der Abendkasse stehen Restkarten um zehn Euro zur Verfügung. Begleitpersonen sind bei entsprechender Ausweisvermerk inkludiert. Für junges Publikum bündelt das Six Pack Abo fünf Termine im Großen Haus, einen in den Kammerspielen und ein Symphoniekonzert für 66 € – ein Angebot, das den Zugang zu einem vielseitigen Theater- und Konzertbesuch bewusst erschwinglich hält. Das Leopold-Treueprogramm bindet regelmäßige Besucher:innen über Anerkennungs- und Rabattmechanismen an das Haus. Über die Mitgliedschaften in Opera Europa und der European Theatre Convention erhalten Abonnent:innen zudem freien oder ermäßigten Eintritt in angeschlossenen Häusern europaweit.
BARRIEREFREIHEIT UND INKLUSION
Barrierefreiheit wird an der Tiroler Landestheater & Orchester GmbH Innsbruck nicht als zusätzlicher Service, sondern als integraler Bestandteil eines inklusiven Kulturangebots verstanden. An allen fünf Eigen-Spielstätten – Großes Haus, Kammerspiele, [K2], Großer und Kleiner Saal im Haus der Musik Innsbruck – stehen Rollstuhlplätze zur Verfügung; sämtliche Zuschauerräume sind mittels Lift stufenlos erreichbar. In allen Sälen sind Induktionsschleifen für umschaltbare Hörgeräte installiert, im Saal Tirol des Congress Innsbruck ergänzt durch eine mobile Anlage mit zwölf Empfängern für alle anderen Räumlichkeiten. Barriere30
GOVERNANCE
PUBLIKUM UND KULTURELLE TEILHABE
GOVERNANCE-THEMEN UND KENNZAHLEN
freie WCs mit Notrufeinrichtung, stabilen Haltegriffen, unterfahrbaren Waschtische und ausreichenden Bewegungsflächen sind an allen Standorten gegeben; Kassa und Aboservice im Haus der Musik Innsbruck verfügt über einen niedrigeren Beratungsbereich für Rollstuhlfahrer:innen. Auch auf der Bühne ist Inklusion mitgedacht: Das Große Haus verfügt über einen barrierefreien Orchestergraben. Eine laufend gepflegte Barrierefreiheitserklärung auf der Website dokumentiert die bauliche und organisatorische Zugänglichkeit spielstätten- und raumgenau.
TRANSPARENZ UND INFORMIERTE ENTSCHEIDUNGEN
Theater setzt sich intensiv mit der Wirklichkeit auseinander; Inszenierungen können sensible Themen berühren, die unterschiedlich wahrgenommen werden. Mit den öffentlich einsehbaren Content Notes bietet die Tiroler Landestheater & Orchester GmbH Innsbruck zu betroffenen Produktionen transparente Hinweise auf Themen und Reize – Suizid, Gewalt, sexualisierte Inhalte, starke Geräusche, Lichteffekte oder Gerüche –, um Besucher:innen eine informierte, selbstbestimmte Entscheidung für oder gegen einen Theaterbesuch zu ermöglichen. Ergänzend geben Altersempfehlungen Familien Orientierung bei der Wahl geeigneter Produktionen. Die Verarbeitung personenbezogener Daten von Besucher:innen erfolgt nach den Vorgaben der DSGVO. Das im Aufbau befindliche Informationssicherheitsmanagementsystem (ISMS) schafft dafür die organisatorische und technische Grundlage (vgl. Kapitel Governance-Themen und Kennzahlen).
Als öffentlich getragener Theater- und Konzertbetrieb trägt die Tiroler Landestheater & Orchester GmbH Innsbruck besondere Verantwortung gegenüber ihren Gesellschaftern, Mitarbeitenden, Partner:innen und dem Publikum. Die Verwendung öffentlicher Mittel sowie die Vorgaben der Gesellschafter stellen Transparenz, Rechenschaft und ethische Geschäftspraktiken dauerhaft in den Mittelpunkt der Unternehmensführung. Eine verantwortungsvolle Governance bildet damit die Vertrauensgrundlage für Gesellschafter, Partner:innen und Öffentlichkeit – und ist zugleich das Fundament, auf dem sich die strategische Verankerung von Nachhaltigkeit im Haus entfaltet Weiterführende Informationen zur Unternehmensführung – unter anderem zur Zusammensetzung und Vergütung des Aufsichtsrats, zur Geschäftsordnung, zur Bestellung des Abschlussprüfers sowie zur Einhaltung der Corporate-Governance-Leitlinien des Landes Tirol und der Stadt Innsbruck – finden sich im Corporate-GovernanceBericht 2024/25 der Tiroler Landestheater & Orchester GmbH Innsbruck (verfügbar unter www.landestheater.at).
PRAKTIKEN, KONZEPTE UND ZUKÜNFTIGE INITIATIVEN
C2, §48
STRATEGISCHES ZIEL
Wir verankern Nachhaltigkeit ganzheitlich in Strategie, Unternehmenskultur und Prozessen – mit klaren Verantwortlichkeiten, transparenten Entscheidungswegen und einer konsequenten Haltung zu Fairness, Integrität und Korruptionsprävention.
OPERATIVE ZIELE
Zur Erreichung des strategischen Ziels hat das Haus mehrere operative Ziele definiert, die den Weg in den kommenden Spielzeiten konkretisieren: KPIS
ZEITHORIZONT
1
Wir etablieren einen ESG-Steuerungskreis mit quartalsweisen Sitzungen sowie einem jährlichen Strategie-, Risiko- und MaßnahmenReview als Grundlage der laufenden VSME-Berichterstattung.
Steuerungskreis eingerichtet (Ja/Nein); Anzahl Sitzungen pro Jahr; Umsetzungsgrad der Roadmap (%)
2026
2
Wir etablieren eine Steuerungsgruppe «Gesundes Theater» als feste Governance-Struktur zur systematischen Koordination sozialer und gesundheitsbezogener Themen.
Steuerungsgruppe eingerichtet (Ja/Nein); Anzahl Sitzungen pro Jahr; Umsetzungsgrad der Maßnahmen (%)
2026
3
Wir führen anlassbezogen strukturierte Stakeholder-Dialoge (intern und extern) durch und veröffentlichen die Ergebnisse und vereinbarten Maßnahmen transparent.
Anzahl der Dialogformate (pro Jahr); Anzahl vereinbarter und umgesetzter Maßnahmen
2026
Wir stellen die regelmäßige Information von Geschäftsführung und Aufsichtsrat zu ESG-Themen sicher – mindestens einmal jährlich gegenüber dem Aufsichtsrat.
Informations- und Schulungsformate für Geschäftsführung (Ja/ Nein); mindestens eine Information des Aufsichtsrats pro Jahr
2026
NR
OPERATIVE ZIELE
KULTURELLE BILDUNG UND JUNGES PUBLIKUM
Seit der Spielzeit 23/24 ist das Junge Theater als eigenständige Sparte etabliert (vgl. Kapitel Strategie und Geschäftsmodell). Gemeinsam mit der Theater- und Musikvermittlung «Zugabe» eröffnen Formate wie Kidsclub, Jugendclub, Ferienkurse und theaterpädagogische Workshops Kindern und Jugendlichen einen aktiven, eigenständigen Zugang zum Theater. Das Format «Nachts im Theater» erlaubt ein übernachtungsbasiertes Kennenlernen hinter den Kulissen.
OUTREACH: KULTUR, DIE ZUM PUBLIKUM KOMMT
Kultur soll auch jene erreichen, die nicht ins Theater oder ins Haus der Musik Innsbruck kommen können. Wohn- und Seniorenheime, Schulen und Stadtteilzentren werden daher regelmäßig mit aufsuchenden Formaten des Tiroler Symphonieorchesters Innsbruck und der «Zugabe» bespielt. Das inklusive Kuschelkonzert wendet sich explizit an Familien mit Babys und Kleinkindern.
4
31
NR
OPERATIVE ZIELE
KPIS
ZEITHORIZONT
5
Wir stellen Korruptionsprävention und transparente Entscheidungsprozesse durch klare Verantwortlichkeiten und regelmäßige Schulungen sicher.
Anzahl Verurteilungen und Geldbußen (Zielwert: 0 beibehalten)
2026
6
Wir verankern Nachhaltigkeitskriterien und ESG-Klauseln verbindlich in der Beschaffungsrichtlinie sowie in Verträgen mit Lieferant:innen und Partner:innen.
Umsetzung der überarbeiteten Einkaufsrichtlinie (Ja/Nein); Anteil ESG-konformer Verträge (%)
2027
7
Wir stellen fristgerechte Zahlungen an Lieferant:innen sicher und streben einen Anteil von mindestens 80 % innerhalb der vereinbarten Zahlungsfrist an.
Anteil innerhalb der vereinbarten Zahlungsfrist beglichener Rechnungen (Zielwert: ≥ 80 %)
Strategische Verankerung von Nachhaltigkeit – Ganzheitliche Integration von Nachhaltigkeit in Unternehmensstrategie, Kultur und Kernprozesse Maßnahmen 2027 – 2032 – Jährliche VSME-Berichterstattung mit regelmäßigem Strategie-, Risiko- und MaßnahmenReview. – Fortlaufende THG-Bilanzierung zur fortlaufenden Überprüfung der Zielerreichung im Bereich Klimaschutz und Energie. – Jährliche Schulungen zu Verhaltenskodex, ESG-Themen, Lieferant:innen-Code of Conduct und internen Richtlinien
2027
KONZEPTE, RICHTLINIEN
– Verhaltenskodex inklusive weitere Compliance-relevante Richtlinien (in Ausarbeitung) – Corporate Governance – Leitlinien für Beteiligungsunternehmen des Landes Tirol und der Stadt Innsbruck (extern) – ISMS-Leitlinien (Informationssicherheit, IT-Richtlinie, Key-User-Regelung, IT-AdminRichtlinie)
MASSNAHMEN UND ZUKÜNFTIGE INITIATIVEN Bestehende Maßnahmen
VERURTEILUNGEN UND BUSSGELDER WEGEN KORRUPTION UND BESTECHUNG
Corporate Governance und Kontrollsysteme – Aufbau eines Integrierten Corporate-Governance-Systems auf Basis der vier Säulen Compliance-Management, Risikomanagement, Internes Kontrollsystem (IKS) und Interne Revision. – Aufbau eines Compliance-Management-Systems zur Sicherstellung der Einhaltung gesetzlicher, behördlicher und interner Anforderungen sowie ethischer Standards; Verantwortung bei der Stabstelle «Recht & Vertragswesen» – Stabstelle «Interne Revision & Governance» (besetzt seit April 2024), direkt an die Theaterleitung angebunden. Die Stabstelle orientiert sich an den Global Internal Audit Standards (The IIA) und übernimmt Auditierungs-, Entwicklungs- und Beratungsfunktionen. Eine jährliche risikoorientierte Prüfungsplanung erfolgt in Abstimmung mit Geschäftsführung und Aufsichtsrat.
Im Berichtszeitraum 2024/25 sind in der Tiroler Landestheater & Orchester GmbH Innsbruck keine Verurteilungen aufgrund von Verstößen gegen Antikorruptions- und Antibestechungsgesetze erfolgt; entsprechend wurden keine Geldbußen verhängt.
EINNAHMEN AUS BESTIMMTEN SEKTOREN UND AUSSCHLUSS VON EU-REFERENZBENCHMARKS
Unternehmensführung – Geschäftsführung im Vier-Augen-Prinzip mit klarer funktionaler Trennung zwischen künstlerischer und kaufmännischer Leitung; Zustimmungsvorbehalte und Berichtspflichten an den Aufsichtsrat sind verbindlich geregelt.
C8, §63–64
Die Tiroler Landestheater & Orchester GmbH Innsbruck ist ausschließlich im Bereich der darstellenden Kunst und Kulturvermittlung tätig (ÖNACE 90.01, 90.02, 90.04). Das Unternehmen erzielt keine Einnahmen aus den in §63 genannten Sektoren – weder aus umstrittenen Waffen (§63a), dem Anbau oder der Erzeugung von Tabak (§63b), dem Sektor fossiler Brennstoffe (§63c) noch aus der Herstellung von Pestiziden oder anderen agrochemischen Produkten (§63d). Ein Ausschluss von EU-Referenzbenchmarks, die an das Pariser Abkommen angepasst sind, liegt nicht vor (§64).
Informationssicherheit und Datenschutz – Etabliertes Informationssicherheits-Managementsystem (ISMS) auf Basis des BSI ITGrundschutz-Kompendiums zur Erfüllung der Anforderungen aus Art. 32 DSGVO – mit verabschiedeten Leitlinien, regelmäßigen Sensibilisierungsmaßnahmen. Umfasst Leitlinien zur Informationssicherheit, IT-Richtlinie, Key-User- und IT-Admin-Richtlinie. Maßnahmen 2026 Berichterstattung und Steuerung – VSME-Berichterstattung 2024/25: Erstmalige Veröffentlichung des freiwilligen Nachhaltigkeitsberichts nach VSME-Standard sowie Vorstellung im Aufsichtsrat – Aufbau eines strukturierten ESG-Datenmanagements mit klar definierten Zuständigkeiten, Prozessen und Fristen – Jährliche THG-Bilanzierung als fester Bestandteil des Nachhaltigkeitsmanagements (→ siehe Maßnahmen Klimaschutz & Energie)
GESCHLECHTERVERHÄLTNIS IM LEITUNGSORGAN
C9, §65
Das Leitungsorgan der Tiroler Landestheater & Orchester GmbH Innsbruck setzt sich aus der Geschäftsführenden Intendantin Mag.a Irene Girkinger, MAS (künstlerische Leitung) und dem Geschäftsführenden Kaufmännischen Direktor Dr. Markus Lutz (kaufmännische Leitung) zusammen. Das Geschlechterverhältnis im Leitungsorgan ist damit paritätisch (50 : 50). Ergänzend ist das Überwachungsorgan (Aufsichtsrat) mit aktuell fünf Frauen und einem Mann (Stand Berichtsjahr 2024/25) überparitätisch weiblich besetzt.
Richtlinien und Compliance – Finalisierung und Einführung des Verhaltenskodex inklusive weitere Compliance-relevante Richtlinie – Einführung einer standardisierten Selbstauskunft als Grundlage für die Überprüfung der Einkaufsrichtlinie – Erweiterung des Hinweisgebersystems über die gesetzlichen Anforderungen des Hinweisgeber:innenschutzgesetzes (HSchG) hinaus
32
B11, §43
33
DATENPUNKT
BESCHREIBUNG
SEITE
BASIS-MODUL B1
Grundlagen für die Erstellung
4
B2
Praktiken, Strategien und zukünftige Initiativen für den Übergang zu einer nachhaltigeren Wirtschaft
10
B3
Energie und Treibhausgasemissionen
13
B4
Luft-, Wasser- und Bodenverschmutzung
17
B5
Biodiversität & Biologische Vielfalt
18
B6
Wasser
18
B7
Ressourcennutzung, Kreislaufwirtschaft und Abfallmanagement
19
B8
Arbeitskräfte: Allgemeine Merkmale
26
B9
Arbeitskräfte: Gesundheit und Sicherheit
27
B10
Arbeitskräfte: Entlohnung, Tarifverträge, Schulungen
27
B11
Verurteilung und Geldstrafen für Korruption und Bestechung
28
COMPREHENSIVE-MODUL
34
C1
Strategie: Geschäftsmodell und nachhaltigkeitsbezogene Initiativen
6
C2
Beschreibung von Praktiken, Konzepten und zukünftigen Initiativen für den Übergang zu einer nachhaltigeren Wirtschaft
10
C3
Ziele zur Reduzierung von Treibhausgasen und klimabedingter Wandel
16
C4
Klimarisiken
17
C5
Zusätzliche allgemeine Merkmale der Arbeitskräfte
27
C6
Zusätzliche Informationen zu den eigenen Arbeitskräften und Verfahren zur Einhaltung der Menschenrechte
28
C7
Schwere negative Menschenrechtsvorfälle
29
C8
Umsatzerlöse aus bestimmten Sektoren und Ausschluss von EU-Referenzwerten
33
C9
Verhältnis der Geschlechtervielfalt im Leitungs- und/oder Aufsichtsgremium
33
KONTAKTE & IMPRESSUM
VSME INDEX
TIROLER LANDESTHEATER & ORCHESTER GMBH INNSBRUCK
Rennweg 2 / 6020 Innsbruck T +43 512 52074 F +43 512 52074-333 E tiroler@landestheater.at KASSA & ABOSERVICE
Haus der Musik Innsbruck Universitätsstraße 1 (Haupteingang Rennweg) / 6020 Innsbruck T +43 512 52074-4 F +43 512 52074-338 E kassa@landestheater.at Mo, Di & Sa 10.00 – 14.00 Uhr / Mi, Do & Fr 10.00 – 18.30 Uhr Sonn- und feiertags geschlossen (abweichende Öffnungszeiten möglich) Telefonisch sowie per E-Mail sind wir Mo – Fr von 10.00 – 18.30 Uhr & Sa von 10.00 – 18.00 Uhr für Sie da. ONLINE
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