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Spiel

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IMPRESSUM
HERAUSGEBER Tiroler Landestheater & Orchester GmbH Innsbruck INTENDANTIN Mag.a Irene Girkinger, MAS KAUFMÄNNISCHER DIREKTOR Dr. Markus Lutz CHEFREDAKTION Christine Frei CHEFIN VOM DIENST Stefanie Steiner GESTALTUNG Dada Weiss BILDNACHWEISE Titelbild Leon Arévalo WEITERE BILDNACHWEISE Leon Arévalo (S. 4, 6, 8), Giorgos Mitas (S. 7), Emanuel Kaser (S. 8, 9, 10, 16, 17, 22, 25,26), Christin Treunert (S. 11), suna films (S. 11), Raphael Gutleben (S. 11), Jakob Kotzmuth (S. 11), Birgit Gufler (S. 12, 14), Christine Fenzl (S. 13), David Baltzer (S. 13), Oliver Fantitsch (S. 15), Carolina Frank (S. 17), Victor Klein (S. 17), Studio LWZ (S. 18, 19), WE FEEL (S. 20), Adrian Moser (S. 21), Marco Borggreve (S. 21), Oh JoongSeok (S. 21), Clara Evens (S. 21), Dino Bossnini (S. 21), Janis Porietis (S. 21), Kerstin Siepmann (S. 23), Günther Egger (S. 24), Daniela Oberrauch (S. 26), Kulowska (S. 26, 27) DRUCK Alpina Druck GmbH, 6020 Innsbruck AGB Es gelten die aktuellen AGB der Tiroler Landestheater & Orchester GmbH Innsbruck. Diese sind unter www.landestheater.at/agb und im Kassa & Aboservice einsehbar. REDAKTIONSSCHLUSS 20.2.26 ÄNDERUNGEN UND IRRTÜMER VORBEHALTEN.
Tiroler Landestheater & Orchester GmbH Innsbruck
4 INSIGHTS
Im Gespräch mit Irene Girkinger und Jeannine Grüneis
6 DIE GERECHTEN
Schauspiel von Albert Camus
7 NEXT LEVEL VOL. 1 & VOL. 2
Choreografien von Mitgliedern des Tanzensembles
BEWEGT.»
8 MADAMA BUTTERFLY
Tragedia giapponese in drei Akten von Giacomo Puccini
10 DER TALISMAN
Posse mit Gesang von Johann Nepomuk Nestroy
12 CAFÉ SCHINDLER
Nach der biografischen Erzählung von Meriel Schindler
13 IS ANYBODY HOME?
Performance von Gob Squad
14 MEINE GENIALE FREUNDIN
Alle drei Teile im TLT-Serienmarathon
15 OREST
In einer musikalischen Überschreibung von Albrecht Ziepert
16 MISSING IN CANTU (EURE PALÄSTE SIND LEER)
Musiktheater von Johannes Maria Staud
18 CHICK
Stückentwicklung frei nach dem Bilderbuch von Sebastian Meschenmoser
19 RUHE, BITTE!
Mobiles Klassenzimmerstück von Simon Windisch
20 KLASSISCH, ROMANTISCH, EXOTISCH
Die bevorstehenden Symphoniekonzerte

22 KAMMERMUSIK AM SONNTAG
Matineen des Tiroler Symphonieorchesters Innsbruck
24 ALL THAT JAZZ
Jazz im HDM – aber nicht nur!
26 ZUGABE
Theater- & Musikvermittlung
TIROLER LANDESTHEATER
EIN SPIELPLAN IST TEAMWORK PUR
Im Gespräch mit Irene Girkinger und Jeannine Grüneis

Wenn das künstlerische Team des Tiroler Landestheaters am 14. April die Stücke der Spielzeit 26/27 präsentiert, ahnt kaum jemand den konzeptionellen und planerischen Kraftakt, den es hierfür alljährlich zu stemmen gilt. Denn entgegen so mancher Vermutung dürfen wir uns Theater als penibel durchgetaktete Betriebe vorstellen, wie uns Intendantin Irene Girkinger und Chefdisponentin Jeannine Grüneis verraten haben.
Frau Intendantin, Sie präsentieren am 14. April den Spielplan der kommenden Saison. Wie entsteht eigentlich so ein Spielplan?
Irene Girkinger: Die Spielplangestaltung in einem Mehrspartenhaus ist eine ziemlich komplexe Angelegenheit. Da ist einmal unser kultureller Auftrag, quer über alle Bereiche und Sparten des Hauses – also Musiktheater, Schauspiel,
Tanz, Junges Theater, Orchester, Vermittlung – ein möglichst breites und umfassendes Angebot für die gesamte Bevölkerung zu programmieren. Dann gibt es das künstlerische Grundkonzept, mit dem wir hier als Team angetreten sind: also zum einen der gesellschaftspolitische Bezug und die regionale Verortung, zum anderen der Anspruch, als größter Kulturbetrieb im Westen Österreichs auch überregional auszustrahlen. Inhaltlich ist es uns wichtig, all das proaktiv aufzugreifen und zu reflektieren, was uns als Gesellschaft aktuell bewegt, also Themen wie Ausgrenzung, Diversität und die Entwicklung unserer Demokratie. Wir wollen unser Publikum berühren und natürlich auch bestens unterhalten.
Welche Rolle spielen systemische Gelegenheiten, und gibt es vielleicht auch Zurufe und Wünsche von außen?
Irene Girkinger: Die spielen sogar eine ziemlich große Rolle. Wir sind ein Repertoirebetrieb mit Abosystem, haben aber nur beschränkte Lagerkapazitäten, sodass wir Stücke nur eine gewisse Zeit lang im Repertoire halten können. Wir
keine Solist:innen, bei Durchläufen wiederum alle. Hinzu kommen die Aufbauten, die Probenbetreuung, die Umbauten für die jeweiligen Abendvorstellungen. Man muss das Theater also bis ins kleinste Detail kennen, um das große Ganze planen zu können.
Wann fängt man eigentlich an, eine neue Spielzeit zu planen? Wie läuft das konkret ab?
Jeannine Grüneis: Man fängt am besten so früh wie möglich an – aktuell sind das etwa eineinhalb bis zwei Jahre im Voraus. Das künstlerische Leitungsteam entwickelt im Rahmen des künstlerischen Gesamtkonzepts für das Theater und die Ensembles ein Programm und legt außerdem gemeinsam fest, welche Stücke an welcher Stelle im Jahr kommen müssen und wie sie sich gut abwechseln. Wir engagieren dann Regieteams, die natürlich ebenfalls Zeit brauchen, um Konzepte zu entwickeln und die Stücke vorzubereiten. Ein halbes Jahr vor dem eigentlichen Probenbeginn gibt es dann eine sogenannte Bauprobe, wo sämtliche Gewerke im Haus informiert werden, was an Arbeitsanforderungen auf sie zukommt. Zeitgleich muss man die Besetzung festlegen und gegebenenfalls Gäste engagieren. Wir haben also bei jeder Produktion eine relativ lange Vorlaufzeit, insbesondere im Musiktheater, weil hier ja auch der Personalumfang ein ungleich größerer ist.
Frau Intendantin, die Frage drängt sich jetzt auf – welche Rolle spielt dabei das liebe Geld?
Spielpläne sind ein komplexes Unterfangen, erzählen Intendantin Irene Girkinger und Chefdisponentin & Musiktheater-Co-Direktorin Jeannine Grüneis im Insights-Interview.
haben außerdem fixe Ensembles, die übers Jahr beschäftigt werden müssen. Das alles gilt es zu berücksichtigen. Wir sind ja als Team mit einem klaren Programm angetreten und natürlich über den Aufsichtsrat auch laufend im Austausch mit unseren Gesellschaftern. Anders als in manchen Medien dargestellt, gibt es hier keinerlei Zurufe, man bringt unserer künstlerischen Arbeit vielmehr sehr viel Vertrauen entgegen.
Jeannine Grüneis, ein Mehrspartenhaus mit 450 Mitarbeitenden und über 150 fixen Ensemblemitgliedern und Musiker:innen zu disponieren, die ja permanent proben und abends auf der Bühne stehen, ist vermutlich eine Dauer-Challenge. Sie sind ja nicht nur Musiktheater-Co-Direktorin, sondern eben auch Chefdisponentin des Hauses. Wie dürfen wir uns Ihren Job vorstellen?
Jeannine Grüneis: Man muss immer das ganze Theater im Blick haben, und man muss vor allen Dingen wissen, wer braucht was, warum und weshalb. Es gibt ja beispielsweise unterschiedliche Probenarten, bei Beleuchtungsproben braucht man
Irene Girkinger: Es gibt ein mit dem kaufmännischen Direktor klar festgelegtes künstlerisches Rahmenbudget, das wir als künstlerisches Leitungsteam dann gemäß unserem Spielplan gemeinsam aufteilen. Wenn beispielsweise die Sparte Musiktheater in einer Saison mehr an Mitteln benötigt, weil wir eine zeitgenössische Oper im Programm haben oder ein besonders großes Werk aufführen wollen, dann committen wir uns gemeinsam dazu, dass wir dies ermöglichen. Da wir wirklich lange im Vorhinein planen müssen, ist es natürlich umso wichtiger, dass wir früh genug wissen, was uns in den kommenden Saisonen an Mitteln zur Verfügung steht.
Können Sie unseren Abonnent:innen schon irgendwas verraten? Worauf dürfen sich unsere Besucher:innen freuen?
Irene Girkinger: Es gibt wieder viel Neues, Aktuelles, Zeitgenössisches, wir haben große Werke österreichischer Dramatiker:innen, packenden Tanz, eine hochspannende Kooperation mit der Münchner Biennale, schillernde Opernklassiker, dazu eine überaus beliebte Familienoper. Hinzu kommen neue fantasievolle Stückentwicklungen für unser junges Publikum und weitere tolle musikalische Entdeckungsreisen aus dem Bereich «Zugabe». Freuen können sich unsere Besucher:innen natürlich auch über das erlesene Konzertprogramm unseres Tiroler Symphonieorchesters Innsbruck und die Fortführung der beliebten genre-übergreifenden Veranstaltungsreihen im Haus der Musik Innsbruck.
DAS GESPRÄCH FÜHRTE Christine Frei
12
DIE GERECHTEN
Schauspiel von Albert Camus
Deutsch von Hinrich Schmidt-Henkel
Alles für die Gerechtigkeit?
Ein geplantes Attentat, große Ideale und Zweifel: Camus’ Drama fragt eindringlich, ob Gewalt jemals Gerechtigkeit schaffen kann.
Im Unterschlupf bereitet eine Gruppe an Revolutionär:innen ein Attentat auf den Großfürsten Sergej vor. Der Zündstoff ist besorgt, und Dora Dulebow bereitet die Bomben vor, die auf den Despoten geworfen werden sollen. Ausspioniert ist auch der Weg, den der Großfürst nehmen wird. Ziel der Gruppe ist es, durch Gewalt eine gerechtere Welt zu erzwingen. Einer der Bombenwerfer ist Iwan Kaljajew –auch als «der Poet» bekannt. Er ist Idealist, der von der moralischen Rechtfertigung seiner Tat überzeugt ist. Womit er allerdings nicht gerechnet hat: Dass auch Kinder in der Kutsche des Großfürsten sein werden. Als Kaljajew das erkennt, im Willen sein Urteil zu vollstrecken, führt er die Tat nicht aus. Den Tod von Kindern kann er mit seinen Idealen nicht rechtfertigen.
Diese Entscheidung bringt die Gruppe ins Wanken. Für Stepan, einen kompromisslosen Verfechter von radikaler Gewalt der Gruppe, grenzt dieses Zögern an Verrat. Zwischen ihm und Kaljajew entspinnt sich ein erbitterter Konflikt über Moral, Verantwortung und die Legitimität des Terrors. Während einige aus der Gruppe an eine
«begrenzte» Gewalt glauben, fordern andere die rücksichtslose Tat im Namen der Zukunft. Beim zweiten Versuch wird das Attentat ausgeführt: Der Großfürst stirbt, Kaljajew wird verhaftet und zum Tode verurteilt. In den Gesprächen im Gefängnis spitzt Camus die zentrale Frage des Stücks zu: Kann Mord jemals gerecht sein? Camus greift in diesem Drama auf das historische Attentat auf den Großfürsten Sergej Romanow zurück. Das Drama aus dem Jahr 1949 thematisiert die Rechtfertigung von Gewalt terroristischer und staatlicher Natur und zeigt dabei Parallelen ins Heute. Nach der erfolgreichen Inszenierung von Was ihr wollt kehrt die Regisseurin Anne Mulleners mit dieser Suche nach Gerechtigkeit zurück ans Tiroler Landestheater.
TEXT Sonja Honold
Regie & Video Anne Mulleners, Bühne Vibeke Andersen, Kostüme Chani Lehmann, Musiker Lukas Bamesreiter, Dramaturgie Sonja Honold, Mit Daniela Bjelobradić, Tommy Fischnaller-Wachtler, Christoph Kail, Patrick Ljuboja, Stefan Riedl, Petra Alexandra Pippan
Im Anschluss an die Vorstellung am 28.3. findet ein Publikumsgespräch im Foyer der Kammerspiele statt. AB 14
TERMINE
NEXT LEVEL VOL. 1 & VOL. 2
Choreografien von Mitgliedern des Tanzensembles
Im Anschluss an die Vorstellungen am 23.5. & 29.5. finden Publikumsgespräche im Foyer der Kammerspiele statt.
TERMINE
NEXT LEVEL VOL. 1
TAG DATUM ZEIT ABO
SA 18.4. 19.30
FR 24.4. 20.00 M2
MI 29.4. 11.00 C2
DO 30.4. 20.00 D1
FR 8.5. 20.00
Für Next Level Vol. 1 & Next Level Vol. 2 treten unsere Tänzer:innen mehr denn je ins Rampenlicht: Für die Choreografien zeichnen allein Mitglieder des Tanzensembles verantwortlich. Dass es zwei Abende werden, war ursprünglich nicht geplant. Als wir jedoch vor rund einem Jahr beim Ensemble anfragten, wer gern eine Choreografie beisteuern möchte, kamen ganze zehn Stücke zusammen. Da dies den zeitlichen Rahmen eines Theaterabends gesprengt hätte, entschieden wir uns kurzerhand für zwei Abende à fünf Kurzstücke. Wir empfehlen dem Publikum ausdrücklich, sich beide Next Level -Versionen anzusehen. Nachfolgend gibt Tanz-CoDirektor Marcel Leemann Auskunft über das Format.
SA 23.5. 19.30 SA3
NEXT LEVEL VOL. 2
TAG DATUM ZEIT ABO
MI 22.4. 20.00 C1
SA 25.4. 19.30
MI 29.4. 20.00 C2
SO 3.5. 19.30
FR 15.5. 20.00 E1
FR 29.5. 20.00 M1


Marcel, was bedeutet dieses besondere Format für unser Ensemble?
an Unikaten aus Produktionen vergangener Jahre. Unsere Ausstattungsassistentin Monika Lechner koordiniert das alles mit den jungen Choreograf:innen zusammen und ist eine große Unterstützung. Jedes Stück wird seine individuelle Ausstattung und Ästhetik haben.

TAG DATUM ZEIT ABO
SA 14.3. 19.30 PK
MI 18.3. 20.00 C2
FR 20.3. 20.00 E1
MI 25.3. 20.00 C1
DO 26.3. 11.00
SA 28.3. 19.30 SA2
FR 10.4. 20.00 E2
SO 12.4. 19.30
DO 16.4. 20.00 SP1
FR 17.4. 20.00 M1
DO 23.4. 20.00 SP2
SO 26.4. 19.30
DO 7.5. 20.00 L1
SO 31.5. 19.30 UL+
Die Gerechten (mit Daniela Bjelobradić, Patrick Ljuboja, Tommy Fischnaller-Wachtler, Christoph Kail und Stefan Riedl).
MI 3.6. 20.00 HAM PREIS € 30
SA 11.7. 19.30 SA4
PREIS € 30
Marcel Leemann Für die Tänzer:innen ist es eine Einladung, sich weiterzuentwickeln, künstlerisch-kreativ wie organisatorisch. Gleichzeitig bewegen sie sich in einem geschützten Rahmen und noch nicht in der freien Wildbahn. Alle sind mit Feuereifer bei der Sache und nutzen jede verfügbare Minute zum Proben. Meine ersten choreografischen Schritte erfolgten damals ebenfalls in so einem Format. Bestimmt wird auch die eine oder der andere aus dem Ensemble später an diese Choreografie-Erfahrung anknüpfen wollen.
Was haben die Choreograf:innen zur Verfügung, wovon können sie profitieren?
Es war weder finanziell noch vom Arbeitsaufwand her möglich, zehn verschiedene Bühnen- und Kostümbilder von Grund auf herzustellen, wie das für eine einzelne Produktion sonst üblich ist. Aber die Choreograf:innen konnten sich aus dem Möbel-, dem Requisiten- und Kostümfundus aus dem Haus bedienen. Ein Theater dieser Größe verfügt über eine enorme Palette
Wie ist deine Erfahrung mit solchen Formaten? Kommen sie beim Publikum an?
Absolut – diese Produktionen laufen überall erfolgreich und sind beliebt beim Publikum. Jetzt, in der dritten Spielzeit, kennt das Publikum unsere Tänzer:innen bereits und hat einen Bezug zu ihnen. Nun gibt es weitere Facetten und Talente dieser jungen Menschen zu entdecken. Jede und jeder hat eine persönliche Handschrift, einen individuellen Charakter und einen eigenen Kopf. Das wird man bei der Umsetzung auf der Bühne sehen. Und darauf freue ich mich besonders.
DIE FRAGEN STELLTE Stefan Späti
Uraufführung
MingXuan-Vincent Gao, Bühne & Kostüme Monika Lechner, Tanzensemble des Tiroler Landestheaters, Dramaturgie Stefan Späti
MADAMA BUTTERFLY
Tragedia giapponese in drei Akten von Giacomo Puccini
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Nach der erzwungenen Öffnung der japanischen Häfen durch die amerikanische Flotte Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich im Westen ein reges Interesse an japanischer Kultur.
Auch Giacomo Puccini wurde von der fernen Welt Ostasiens angezogen.
Als er in London Belascos berührendes Bühnenstück Madame Butterfly erlebte, war er von der bunten Vielfalt der Inszenierung und dem Schicksal der jungen Geisha tief bewegt. Er begann sich intensiv mit dem fernöstlichen Ambiente – japanischer Musik, Sprache, Bräuchen, und Ritualen – auseinanderzusetzen. Auf dieser Grundlage entstand Madama Butterfly – eine Oper, die zu den ergreifendsten Werken des Musiktheaters zählt.

Johanna Wildling ist seit 2024 Dramaturgieassistentin am Tiroler Landestheater. Zuvor arbeitete sie u. a. als Regieassistentin und Inspizientin sowie in den Bereichen Dramaturgie, Casting und Produktion in Wien, Niederösterreich und der Schweiz. AB 14
Milo Jaindl ist seit 2022 Mitglied des Kinderchors am Tiroler Landestheater. Ab 28.3. übernimmt er die Rolle des Kindes in Madama Butterfly. Bereits in der vergangenen Spielzeit wirkte er in Brundibár, Pagliacci/Von heute auf morgen sowie in mehreren Kinderchorkonzerten mit. Wenn er nicht gerade singt, ist er an der Kletterwand, bei Freunden oder mit einem Buch in der Hand anzutreffen.

Mit Madama Butterfly setzt Regisseurin Jasmina Hadžiahmetović ihre erfolgreiche Arbeit am TLT fort. Seit Dezember begeistert sie das Publikum mit ihrer gefeierten Inszenierung der Operette Die Fledermaus sowie in der vergangenen Saison mit den Opern Der Rosenkavalier und Pagliacci / Von heute auf morgen.

Der amerikanische Marineleutnant Pinkerton hat sich während seines Landurlaubs in Nagasaki in die junge Geisha Cio-Cio-San, genannt «Butterfly», verliebt. Er pachtet ein Haus – mit einer Nutzdauer von 999 Jahren – und geht einen Vertrag mit ihr ein: eine Ehe auf Zeit, monatlich kündbar, nach westlichem Verständnis kaum mehr als ein imperialistisches Arrangement im Privaten. Für Cio-CioSan jedoch ist diese Verbindung von existenzieller Bedeutung. Sie löst sich von ihrer Familie, ihrer Religion und ihrer kulturellen Herkunft, um für Pinkerton eine neue Welt zu erschaffen. Kurz nach der Hochzeit kehrt der Offizier jedoch nach Amerika zurück.
TERMINE
MADAMA BUTTERFLY
TAG DATUM ZEIT ABO
SA 28.3. 19.00 P & P+
SO 12.4. 19.00 UL
DO 16.4. 19.30 D
SA 18.4. 19.00 SAA
DO 23.4. 19.30 L
FR 15.5. 19.30 M
SO 17.5. 19.00 LA3
FR 29.5. 19.30
SO 31.5. 19.00
SO 7.6. 19.00
SO 14.6. 19.00 FAM
MI 17.6. 19.30 C
PREIS ab € 20
Drei Jahre später lebt Cio-Cio-San mit dem gemeinsamen Sohn und ihrer Dienerin Suzuki völlig isoliert in dem von Pinkerton gekauften Haus. Mit aller Kraft hält sie an der Hoffnung fest, dass der Mann, für den sie alles aufgegeben und dem sie ein Kind geboren hat, zu ihr zurückkommen wird. In treuer Liebe weist sie auch neue Interessenten zurück – selbst den reichen Fürsten Yamadori –, da sie sich Pinkerton verbunden und verpflichtet fühlt. Als Pinkerton tatsächlich zurückkehrt, ist der Grund jedoch ein anderer: Er ist mit seiner amerikanischen Ehefrau an seiner Seite angereist. Die beiden sind gekommen, um das Kind mit nach Amerika zu nehmen – schließlich ist es Pinkertons Sohn. Cio-Cio-San ist gezwungen,
der Realität ins Auge zu blicken. Sie muss erkennen, dass alles, wofür sie gelebt und so viel geopfert hat, eine Illusion war; dass sie in den Augen ihres Mannes bloß ein Produkt war, das nun keinen Nutzen mehr hat. Was für Pinkerton ein harmloser Zeitvertreib war, war für sie Lebensinhalt, Identität, Zukunft. In konsumeristischer Manier hatte sich Pinkerton gedankenlos ein alternatives Zuhause erkauft, eine Frau geheiratet und sie durch ein gemeinsames Kind an sich gebunden. Die Welt, die CioCio-San errichtet hat, wurde zum Fundament ihres neuen Lebens, in dessen Mittelpunkt ihr Sohn stand. Doch der Schein verblasst. Was sie für Realität hielt, zerfällt wie ein Kartenhaus. Nichts war echt – alles war gekauft, inszeniert, fabriziert. Als ihr nun auch noch ihr einziger Sohn genommen werden soll, zerbricht mit der gemeinsamen Zukunft ihr gesamter Lebenssinn. In einsamer Verzweiflung bereitet sie ihren Sohn auf die Abreise vor und tötet sich schließlich selbst in der ritualisierten Form der Samurai: dem Seppuku.
Für Regisseurin Jasmina Hadžiahmetović und ihr Team steht der kulturelle und politische Konflikt – zwischen amerikanischem, kapitalistischem Kulturimperialismus und der japanischen Kultur, die nach gänzlich anderen Werten und Prinzipien funktioniert – im Mittelpunkt. Die Beziehung zwischen Pinkerton und CioCio-San wird dabei zur Metapher für koloniale Machtverhältnisse: Nicht naive Weltfremdheit, sondern die schrittweise Kolonialisierung ihrer Lebensgeschichte zeigt die Brutalität übergeordneter wirtschaftlicher, gesellschaftlicher und politischer Systeme.
TEXT Johanna Wildling
Musikalische Leitung Enrico Calesso, Matthew Toogood, Regie Jasmina Hadžiahmetović, Bühne Susanne Gschwender, Kostüme Katia Bottegal, Dramaturgie Diana Merkel, Johanna Wildling, Mit Cristiana Oliveira, Bernarda Klinar, Federica Cassati, Adam Sánchez, Jacob Phillips, Jakob Nistler, Michael Gann, Oliver Sailer, Johannes Maria Wimmer, Elissophie Davli, Ana Akhmeteli, Yejin Kang, Milo Jaindl
DER TALISMAN
Posse mit Gesang von Johann Nepomuk Nestroy
Du bist als österreichischer Regisseur DER Nestroyspezialist. Was reizt dich an diesem Stück?
Dominique Schnizer Es ist eines der stärksten Nestroy-Stücke. «Ich glaube von jedem Menschen das Schlechteste, selbst von mir, und ich hab’ mich noch selten getäuscht». Dieses Zitat von Nestroy selbst passt perfekt. Es geht um dieses Ausgrenzen aufgrund eines auch nur vermeintlichen Makels, der ja keiner ist, sondern von einer Mehrheit bestimmt wird. Und es gibt ja nun mal diesen alten Spruch: Bischt a Tiroler, bischt a Mensch, bischt ka Tiroler, bischt a *********.

ELISABETH SCHACK
Elisabeth Schack ist seit der Spielzeit 23/24
Co-Direktorin und leitende Dramaturgin der Sparte Schauspiel. Von 2017 bis 2022 war sie Kuratorin für Kunst und Kultur beim Europäischen Forum Alpbach und von 2003 bis 2016 Dramaturgin bei den Wiener Festwochen.
Es gibt auch die legendäre Anekdote vom damaligen Landeshauptmann Günther Platter, der David Alaba, damals bereits dreimaliger Fußballer des Jahres, mit „How do you do?“ anspricht. Alaba antwortet, dass er schon Deutsch mit ihm reden kann, weil er Österreicher ist. Nestroy demaskiert und ist deswegen so wichtig. Also nicht nur für Tirol, sondern für uns als Menschen.
Und deshalb schafft es Nestroy alle, von jung bis alt, hier anzusprechen?
Dominique Schnizer JA, er spricht mit großem Humor bittere Themen an, er ist einfach sehr witzig und wahnsinnig sinnlich. Wir laden alle zu einem großen Theaterfest ein. Wir wollen an dem Abend auf der Bühne alle Register ziehen!
Bernhard, du hast viele Nestroys musikalisch begleitet. Mit welcher Idee unterstreichst du diesmal die Aktualität?
Bernhard Neumair Nestroy ist immer aktuell! In diesem Altwiener Volkstheater hat jede Figur ein Auftrittslied und in den Strophen ist es alte Nestroy-Tradition, dass immer tagesaktuelle Themen behandelt werden. Da gibt es die Geschichten, dass Nestroy sogar selbst einmal direkt von der Bühne verhaftet worden ist. Diese NestroyTradition halten wir in diesem künstlerischen Team hoch. Und dann begleiten wir das mit Livemusik, damit es frisch und lebendig ist. Hier in Tirol werden wir bei den tagesaktuellen Strophen sicher aus dem Vollen schöpfen können.
Nenda, ich kann mich noch erinnern, als ich dich für «Der Talisman» angefragt habe und du laut gedacht hast: Wer ist denn eigentlich dieser Herr Nestroy? Was reizt dich an unserem Projekt?
Nenda Neururer Ich hatte schon mal von Nestroy gehört, aber noch kein Stück gesehen. Ich war sehr lange im Ausland … Es ist ein sehr alter Text. Die Texte sind damals relevant gewesen und sind es heute immer noch. Das finde ich so faszinierend, und gleichzeitig schade, dass wir uns als Menschen anscheinend immer wieder im Kreis drehen und die gleichen Themen behandeln. Wir müssen nicht viel tun, um diesen alten Text ins Heute zu bringen. Ja, wir werden spezifische politische, sozialpolitische Themen einbauen, aber «The subject matter». Damals, so wie heute, und da fühle ich mich auch sehr gesehen in diesem Stück.
Was ist denn dein persönlicher Talisman?
Nenda Neururer Der Talisman in dem Stück ist ja die Perücke. Ich kann mir nicht einfach eine Perücke aufsetzen, um auf einmal akzeptiert zu werden. Aber ich kann auf jeden Fall verstehen, sich zu verstellen, die Sprache, die Stimme, die Körpersprache anzupassen. «Code Switching» nennt man das auf Englisch.
Bernhard, was ist dein Talisman, die Musik betreffend?
Bernhard Neumair Wir wollen mit der Musik sehr einladend sein. Im Laufe des Stückes werden wir musikalisches «Time Switching» betreiben. In unserer momentanen Arbeitsphase nennen wir das «Biedermeier Hip Hop». Wie können wir die Originalmelodien mit neuen textlichen, rhythmischen und groovigen Elementen überschreiben?
Und Dominique, was ist dein persönlicher Talisman?
Dominique Schnizer Nestroy selbst, weil er mir, als ich 9 Jahre alt war, im Theater eine totale Welt eröffnet hat: Die Schlechtigkeit der Menschheit in eine Komödie zu verpacken. Alles, was auf der Welt passiert, auch einen Donald Trump, das hat er mit seinen Figuren schon beschrieben. Die Leute spielen es jetzt nur nach.
DIE FRAGEN STELLTE Elisabeth Schack
Im Anschluss an die Vorstellung am 12.6. findet ein Publikumsgespräch im Foyer (Großes Haus, Galerie) statt.
Regie Dominique Schnizer, Bühne & Kostüme Christin Treunert, Musik und Songtexte Nenda Neururer, Musik und Arrangements Bernhard Neumaier, Dramaturgie Elisabeth Schack, Mit Florian Granzner, Marie-Therese Futterknecht, Laetitia Toursarkissian, Marion Reiser, Ulrike Lasta, Philipp Rudig, Tommy Fischnaller-Wachtler, Kristoffer Nowak, Julia Posch, Musiker:innen Eleonora Golubkowa, Medina Rekic


Nenda Neururer (Musik und Songtexte)


Christin Treunert (Bühnen- & Kostümbildnerin ) Bernhard Neumair (Musik und Arrangements)


Kooperation
Israelitische Kultusgemeinde für Tirol und Vorarlberg, Tiroler
Landesmuseum Ferdinandeum, Stadtarchiv / Stadtmuseum Innsbruck, Das Schindler
CAFÉ SCHINDLER IS ANYBODY HOME?
Nach der biografischen Erzählung
Café Schindler von
Meriel Schindler
Performance von Gob Squad
In deutscher und englischer Sprache
Das renommierte britisch-deutsche PerformanceKollektiv aus Berlin kehrt mit einem neuen spannenden Projekt zurück in die Kammerspiele.
Im Anschluss an die Vorstellung am 13.6. findet ein Publikumsgespräch im Foyer (Großes Haus, Galerie) statt.
Das legendäre Café Schindler kommt im Mai und Juni 2026 auf die Bühne des Tiroler Landestheaters zurück! Jetzt gibt es noch Karten – für diese zutiefst berührende Bearbeitung der Familiengeschichte der Schindlers für die Bühne und ihre treffsichere Inszenierung. 1922 gegründet, wurde das Café schnell zum pulsierenden sozialen Zentrum Innsbrucks – bis die Nazis kamen. Es ist die Geschichte von Enteignung und Vertreibung und vom Holocaust in Tirol.
Meriel Schindler wuchs die ersten fünfzehn Jahre ihres Lebens im Zentrum Londons auf, ehe sie bei den Ursulinen in Innsbruck landete. Da lernte sie zum ersten Mal Deutsch. Fünf Jahre später zog sie wieder nach Großbritannien, um Französisch und Deutsch zu studieren. Heute arbeitet sie als Juristin für Arbeitsrecht und ist Partnerin und Teamleiterin bei der Anwaltskanzlei Withers LLP. Sie ist verheiratet und hat drei erwachsene Kinder. Café Schindler ist ihr erstes Buch.
Was bezeichnen Sie eigentlich als Ihre Heimat und warum?
Meriel Schindler Ich fühle mich nicht besonders wohl, über Heimat zu sprechen, aber ich fühle mich im englischen, deutschen und französischen Sprachraum wohl. Wenn ich mich zwischen Heimat, Vaterland oder
der Fremde entscheiden müsste, würde ich am ehesten auf das Vaterland verzichten, da dieses Wort viel zu viel mit der NS-Zeit verbunden ist. Seit dem Brexit fühle ich mich nicht mehr in England zu Hause, aber mein Mann ist Engländer, meine Kinder wohnen hier und mein Beruf ist hier. Ich habe seit 1987 nicht mehr in Österreich gewohnt, das heißt, dass ich nicht unbedingt Österreich oder Tirol als Heimat bezeichnen kann, obwohl ich Innsbruck sehr liebe. Vielleicht bin ich im Sinne der Geografie heimatlos. Das heißt, dass ich mich eigentlich nur da wohl fühle, wo meine Familie ist und wo meine Freunde sind.
TERMINE
CAFÉ SCHINDLER
TAG DATUM ZEIT
DO 30.4. 19.30
SA 9.5. 19.00
FR 22.5. 19.30
SA 13.6. 19.00
MI 24.6. 19.30
DO 25.6. 11.00
PREIS ab € 20
16
TEXT Elisabeth Schack
Wiederaufnahme Regie Jessica Glause, Musik
Eva Jantschitsch,Bühne & Kostüme Mai Gogishvili, Dramaturgie Veronika Maurer & Elisabeth Schack, Mit Tommy Fischnaller-Wachtler, Christoph Kail, Sara Nunius, Julia Posch, Marion Reiser, Philipp Rudig, Laetitia Toursarkissian
TERMINE IS ANYBODY HOME?
TAG DATUM ZEIT ABO
SA 9.5. 19.30 PK
MI 13.5. 20.00
SA 16.5. 19.30 SA1
SO 17.5. 19.30
MI 20.5. 20.00 C2
FR 22.5. 20.00 E2
DO 28.5. 20.00 D1
FR 5.6. 20.00 M2
PREIS € 30
Als Gob Squad im November 2023 das erste Mal ans Tiroler Landestheater kam, war die Spannung groß! Was durfte man sich von diesen Künstler:innen erwarten, die «nach Schönheit im Alltag suchen und nach Worten der Weisheit von einem vorbeigehenden Fremden», wie es auf ihrer Website heißt? Creation (Pictures for Dorian) war als österreichische Erstaufführung in den Kammerspielen zu erleben und wurde zum absoluten Publikumshit! «Ein Abend, der einen wieder an die Menschen und Welt glauben lässt», hieß es u. a. in den Kritiken. Nun kehrt Gob Squad zurück mit einem neuen Projekt: Ein interaktiver Live-Film, in dem Empathie und die Idee, die Erfahrungen anderer zu teilen, auf die Spitze getrieben werden. Jeden Abend laden die Performer:innen junge Menschen aus Innsbruck dazu ein, mit ihnen den Platz zu tauschen – die Bühne gegen die eigenen vier Wände. Ausgestattet mit Schlüssel, Wegbeschreibung sowie LiveKamera macht sich Gob Squad auf den Weg in die fremde Wohnung; die jeweiligen Wohnungsbesitzer:innen machen es sich währenddessen im Theater gemütlich und sehen gemein-
sam mit dem Publikum die Live-Übertragung auf großer Leinwand: Einen Film, in dem die Grenzen von Privatsphäre und Eigentum kontinuierlich verhandelt, in Betten geschlafen wird, und Körper übernommen werden. Wo fängst du an, und wo höre ich auf?
Österreichische Erstaufführung Konzept & Regie Gob Squad, Entwicklung und Performance (in wechselnder Besetzung): Mira Partecke, Sean Patten, Sharon Smith, Berit Stumpf, Sarah Thom, Bastian Trost, Simon Will, Johanna Freiburg
Hinter dieser Tür lebe ich, richtig? Und ist das mein Schlüssel? Ist jemand zu Hause? Okay, ich gehe jetzt rein …


Das Kollektiv Gob Squad ist eine Berliner Institution und soziale Utopie. Seit über dreißig Jahren arbeitet es gemeinsam an Konzeption, Inszenierung und Darstellung von Live-Performances im Grenzbereich von Theater, Kunst und Medien – immer motiviert von dem Wunsch nach kollektiver Erfahrung und kultureller Teilhabe, jenseits der Barrieren von Sprache, Alter, Klasse und Kultur.

TLT-SERIENMARATHON: MEINE GENIALE FREUNDIN OREST
Alle drei Teile der TLT-Theaterserie nach dem Roman von Elena Ferrante an einem Abend
Nicht zu Hause auf dem Sofa, sondern im [K2] in den Kammerspielen gibt es den aufregendsten Serienmarathon dieses Frühjahrs zu erleben: live, vielseitig und unerbittlich italienisch.
In einer musikalischen Überschreibung von Albrecht Ziepert Libretto von Gianguelberto Barlocci
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
«Jedweder Fremde riskiert in unserm Lande sein Leben», lässt Iphigenie in der Überschreibung des händelschen Pasticcios verlauten. Mit eindrücklicher Aktualität erzählt die Neufassung von Ausgrenzung, Gewalt und Menschlichkeit –ab 30. Mai in den Kammerspielen.
TERMINE
TLT-SERIENMARATHON:
FR 15.5. 19.00 SA 23.5. 18.30 FR 29.5. 19.00 SA 30.5. 18.30 FR 5.6. 19.00 SO 14.6. 18.30 PREIS € 30
Stefan Späti
Seit drei Jahren begeistern sie das Publikum und beleben das [K2] mit dem unvergleichlichen Flair aus unserem südlichen Nachbarland: die Freundinnen Lenù und Lila aus der Schauspielserie Meine geniale Freundin 1, 2 & 3 . Der Romanautorin Elena Ferrante gelang mit ihrem literarischen Meisterwerk ein weltweiter, epischer Bestseller – die neapolitanische Saga der großen Gefühle erstreckt sich über sechs Jahrzehnte. In den letzten Jahren hat der Stoff seinen Weg auf zahlreiche Theaterbühnen gefunden, die österreichische Erstaufführung konnte sich das Tiroler Landestheater sichern. Die Schauspielerinnen Daniela Bjelobradić, Jasmin Mairhofer, Sarah Nunius, Marion Reiser und Julia Posch (gleich zweimal vertreten, in Teil 1 & Teil 3) haben die Parts der Protagonistinnen seit der Saison 23/24 übernommen, und drei verschiedene Leitungsteams zeichneten für die Umsetzungen verantwortlich. Nun kommt alles zusammen: In den Regien von Blanka Rádódzy, Mira Stadler und Edith Hamberger gibt es ein Wiedersehen mit allen beteiligten Spielerinnen, die alle Folgen der TLT-Theaterserie an einem Abend aufleben lassen –großes Kino über eine epochale Freundschaft zwischen beißender Rivalität und inniger Zuneigung von der Kindheit bis ins Alter. Im [K2] bieten zwei Pausen jeweils nach dem ersten und zweiten Teil an diesem italophilen Serienabend Gelegenheit, das Theatererlebnis im angeregten Gespräch bei einem Glas Prosecco zu verinnerlichen.
Regie Blanka Rádóczy, Mira Stadler, Edith Hamberger, Bühne und Kostüme Elisabeth Vogetseder, Monika Lechner, Josef Grill Junior, Mit Daniela Bjelobradić, Sara Nunius, Julia Posch, Marion Reiser, Jasmin Mairhofer
TERMINE
Nach Jahren rastloser Flucht strandet Orest auf der Insel Tauris. Der Muttermörder, verfolgt von seinen Gewissensqualen und gezeichnet von Schuld und Wahn, sucht Erlösung – und gerät doch nur tiefer in einen Albtraum. Denn auf Tauris gilt ein unerbittliches Gesetz: Jeder Fremde wird den Göttern geopfert. König Thoas herrscht mit grausamer Konsequenz über das Land. Ausgerechnet Iphigenie, Orests Schwester, dient hier als Priesterin und vollzieht die tödlichen Rituale. Zwischen Pflicht und Mitgefühl, Glauben und Zweifel innerlich zerrissen, ist sie Hüterin eines Systems, das sie selbst infrage stellt. Durch die Jahre der Trennung erkennen sich die beiden zunächst nicht, doch als Orest gefangen genommen und zum Opfer bestimmt wird, spürt Iphigenie in der Begegnung mit dem Fremden eine unerklärliche Vertrautheit. Während ihn Erinnerungen und Schuldgefühle heimsuchen, ringt sie um Menschlichkeit und Widerstand. Erst im letzten Moment erkennen sich die Geschwister. Gemeinsam mit Hermione und Pylades wagen sie den Aufstand gegen die Gewalt des Systems. Fremdenhass und Diktatur bilden den dramatischen Kern des 1734 uraufgeführten Werks. Die Überschreibung des Komponisten und Sounddesigners Albrecht Ziepert und der Regisseurin Mirella Weingarten verdeutlicht einmal mehr die große Relevanz des Pastic-
cios bis heute. Händels Musik wird zu einer eindrücklichen Abfolge intensiver Seelenzustände verdichtet: Schmerz, Freundschaft, Opferbereitschaft und Hoffnung. Der antike Mythos wird zur zeitlosen Parabel über Trauma und Verantwortung, und Händels erstaunliche Modernität wird in neuer Schärfe erfahrbar.
Uraufführung Komposition Albrecht Ziepert, Musikalische Leitung Rafael Salas Chía, Regie, Bühne & Kostüme Mirella Weingarten, Dramaturgie Sonja Honold Mit Georg A. Bochow, Anastasia Lerman, Johannes Maria Wimmer, Annina Wachter, Jason Lee, Robert Pockfuß

(EURE PALÄSTE SIND LEER) MISSING IN CANTU
Musiktheater von Johannes Maria Staud
missing in cantu (eure paläste sind leer) entfaltet sich als Rückblick in Schleifen, Brüchen und Wiederholungen. Das Libretto des österreichischen Dramatikers Thomas Köck verknüpft drei große Bildwelten: die brutale Eroberung des amerikanischen Kontinents durch spanische Konquistadoren im 16. Jahrhundert und ihre gierige Suche nach Eldorado, die heutige Opiatkatastrophe in den USamerikanischen Vorstädten und eine Zukunftsvision nach dem Zusammenbruch der westlichen Welt. Geschichte erscheint als Spirale einer Dynamik von Machtrausch, Unterwerfung, Ausbeutung und Verdrängung.
Dieses Musiktheater beginnt mit dem Ende der Zeit: ein leerer Palast, verwüstet, verlassen, die Welt kollabiert, das chronologische Kontinuum eingestürzt. Während Jahrhunderte und Kontinente sich zusammenschieben wie schmelzende Eisschollen im arktischen Meer, zieht ein Seher Bilanz. Er hat alle Katastrophen vorhergesehen, aber keine aufhalten oder gar abwenden können. Im Dialog mit Echo stellt er sich der Anklage, seine Möglichkeiten verpasst zu haben.
Im AmazonasRegenwald folgt das Stück einer Gruppe von Konquistadoren, angeführt von Don Gairre. Die Suche nach dem sagenhaften Goldland kippt rasch in Gewalt, Willkür und religiösen Fanatismus. Ein Missionar wird zum Kaiser von Eldorado ernannt, errichtet ein Terrorregime und lässt Hexenprozesse durchführen – bis er selbst im Feuer seiner eigenen Kirche untergeht. Goldrausch, Machtrausch und religiöser Wahn erscheinen als frühe Triebkräfte einer Weltordnung, deren Folgen bis in die Gegenwart reichen. Diese Gegenwart zeigt Köck in Szenen aus amerikanischen Vorstädten, wo Menschen an ihrer Drogensucht zugrunde gehen, während sich voyeuristische Reporter:innen gierig auf ihr Elend stürzen, um es für die Sensationspresse auszuschlachten. Szenen aus einer Fleischfabrik zeigen die brutalen Auswüchse eines Turbokapitalismus.
Johannes Maria Staud, 1974 in Innsbruck geboren, vielfach international ausgezeichnet und zuletzt mit dem Tiroler Landespreis für Kunst
geehrt, verbindet in seinen Arbeiten gesellschaftliche Analyse mit einer äußerst erfindungsreichen, mitreißenden, suggestiven Klangsprache. Während der Titel missing in cantu auf eine säkulare Messe anspielt und das Werk sich tatsächlich als eine Art Requiem deuten lässt auf das Ende einer Zivilisation, setzt Staud der dystopischen Bilderflut eine überbordend farbige, vielseitige und geradezu offensiv lebendig wirkende Musik entgegen, die heterogenste Stil- und Materialebenen zu einem eindrucksvollen Kaleidoskop fügt. Die klassische Orchesterbesetzung ist erweitert um umfangreiches Schlagwerk, Klavier und Hammondorgel. Hinzukommt eine zentrale elektronische Ebene, realisiert vom SWR Experimentalstudio. Die schwebende, sich in fragilen Klangflächen mit zahlreichen Glissandi vorantastende Musik der SeherSzenen steht in extremem Kontrast zum überzeichneten Opernpathos der Eldorado-Szenen mit machtvollen Chören, Blechbläserblöcken und heroischen Gesangsgesten. In die szenischen Bilder einer Endzeit des US-amerikanischen Kapitalismus klingen plötzlich Gospelmelodien, Swing und Bigband hinein.

JULIA SPINOLA
Julia Spinola ist seit Beginn dieser Spielzeit Co-Direktorin und leitende Dramaturgin der Sparte Musiktheater. Bevor sie als Dramaturgin an den Opernhäusern in München, Bremen und Cottbus arbeitete, war sie Musikredakteurin der F.A.Z. und freiberufliche Autorin.
Die Inszenierung dieses hoch aktuellen, 2023 in Weimar uraufgeführten Werks, das am Landestheater seine Österreichische Erstaufführung erleben wird, liegt in den Händen der Co-Schauspiel-Direktorin Bettina Bruinier.
Julia Spinola
Österreichische Erstaufführung Musikalische Leitung Timothy Redmond, Regie Bettina Bruinier, Bühne Volker Thiele, Kostüme Chani Lehmann, Klangregie & Musikinformatik SWR Experimentalstudio, Michael Acker, Dramaturgie Julia Spinola, Mit Otto Katzameier, Hazel Neighbour, Stephen Chaundy, Christian Miedl, Jennifer Maines, William Blake, Michael Gann, Jannis Dervenis, Stanislav Stambolov, William Tyler Clark, Stefan Riedl, Bernarda Klinar, Jakob Nistler, Sabrina Henschke





Ausgehend vom Bilderbuch CHICK entwickelt Laura Nöbauer gemeinsam mit ihrem Team ein performatives Stück, das klassische Rollenmuster humorvoll hinterfragt.
Was war nun eigentlich zuerst: Ei oder Huhn? Ei oder Hahn? Ei oder Küken? Und wie weiß man, ob so ein süßes Küken zu einem Hahn oder eben zu einem Huhn wird? Also einmal angenommen, man ist kein Profi im Kloaken- oder Federsexen (am besten mal googeln), ist das ziemlich schwierig. Da muss der Mensch geduldig warten, bis Kamm und Federn entsprechend wachsen; das Küken selbst horcht vielleicht in sich hinein: Wer bin ich? Wie bin ich? Was möchte ich?
Dass Küken tatsächlich schon patente kleine Persönchen sind, durfte der Bilderbuchautor Sebastian Meschenmoser erfahren. Gemeinsam mit seiner Frau zog er sechs kleine Küken zuhause auf und war derart hingerissen von den bauschigen Geschöpfen, dass er sie stundenlang beobachtete und zeichnete. Neben passendem Hühnerstall und Futter mussten die Kleinen auch einen passenden Namen bekommen. Und da sind wir wieder: Hahn oder Henne?
Schnell war so die Idee zum Bilderbuch geboren: Ein freches Küken namens
CHICK
Stückentwicklung frei nach dem Bilderbuch von Sebastian Meschenmoser

Ab 27.4.2026 mobil in Klassenzimmern unterwegs!


Chick horcht in sich hinein und ist sich sicher: «Ich werde Bosshahn!» Mit all den vermeintlichen Vorteilen, die so ein Hahn im Hühnerstall genießt: Nie wieder Letzter sein, nein, man wird ihn bewundern, auf einen Thron heben, und Diener werden ihm Futter in Hülle und Fülle kredenzen. Wie sollte es auch anders sein: Chick ist stark, abenteuerlustig und mutig! Ein Held! … Eine Heldin? Und da sind wir schon wieder: Hahn oder Henne? Spielt das wirklich eine Rolle?
TEXT Uschi Oberleiter
TERMINE CHICK
TAG DATUM ZEIT
SA 11.4. 10.30
SA 11.4. 14.30
SO 12.4. 10.30
SO 12.4. 14.30
MI 15.4.
DO 16.4.
FR 17.4.
SA 18.4.
SA 18.4.
SO 19.4.
SO 19.4.
MI 22.4.
DO 23.4.
FR 24.4.
SA 25.4.
SA 25.4.
SO 26.4.
SO 26.4.
PREIS
Ab 27.4.2026 mobil in Klassenzimmern unterwegs!
RUHE, BITTE!
Mobiles Klassenzimmerstück von Simon Windisch
Uraufführung Regie & Stückentwicklung Laura Nöbauer, Text Uschi Oberleiter, Bühne & Kostüme Eleni Palles, Choreografie Stefanie Sommer, Dramaturgische Begleitung Sonja Honold, Komposition Melanie Künz, Künstlerische Begleitung & Clown Mentoring
Max Gnant, Charlie Rackwitz, Nora Winkler




Respekt muss man sich verdienen. Oder? Doch was passiert, wenn Respekt eingefordert wird, bevor er verdient ist? Wenn Regeln auftauchen, die nie verhandelt wurden? Wenn Demokratie an ihre Grenzen stößt und Autorität zur Herausforderung wird?
Ruhe, bitte! ist ein Theaterstück, das direkt im Klassenzimmer spielt: Eine Spielerin platzt mitten in den Schulalltag hinein. Im Zentrum stehen Macht und Kontrolle sowie die Frage, ob man jemandem folgen muss, nur weil er vorne steht. Die Debatte beginnt dort, wo Autorität täglich ausgehandelt wird: im Klassenzimmer. Ein Raum, der lange von strengen Hierarchien und klaren Machtverhältnissen geprägt war und sich vermeintlich gewandelt hat. Doch haben sich die Strukturen wirklich verändert? Eine Schulstunde lang wird dies vor Ort überprüft, mit nichts weiter als dem vorhandenen Raum: Tischen, Stühlen und dem Lehrerpult. Regisseur Simon Windisch, der sich schon lange sehr für junges Publikum engagiert und sich für die Auseinandersetzung mit Jugendlichen interessiert, erforscht die Thematik von Autorität am Brennpunkt: zwischen Schulbänken, Rucksäcken und Pausenklingeln – dort, wo Regeln nicht auf dem Papier existieren, sondern im All-
tag gelebt, verhandelt und infrage gestellt werden. Er untersucht, wodurch Menschen Autorität erlangen, was sie zu autoritären Personen macht sowie wann und wie man Autorität hinterfragen soll oder muss. Denn Regeln sind das Fundament einer Gesellschaft, deren Zusammenleben einen Weg sucht. Doch was, wenn dieser Weg holprig wird? Die demokratische Gemeinschaft lebt davon, dass Menschen zuhören, widersprechen, Verantwortung übernehmen und sich einmischen. Ruhe, bitte! lädt dazu ein, den eigenen Schulalltag neu zu betrachten und zu fragen, wie viel Macht wir abgeben – und wie viel wir gemeinsam zurückholen können. Theater, das nicht nur zuschaut, sondern die Dinge beim Namen nennt – direkt und manchmal auch unbequem.
Das Stück ist speziell für Schulen konzipiert und reist als mobiles Format von Osttirol bis Reutte.
TEXT Johanna Wildling
Uraufführung Regie & Stückentwicklung Simon Windisch, Ausstattung Josef Grill Junior, Dramaturgie Johanna Wildling, Mit Mareike Kremsner
INNSBRUCK

KLASSISCH, ROMANTISCH, EXOTISCH
Die bevorstehenden Symphoniekonzerte eröffnen verschiedenste Klangwelten.


5. SYMPHONIEKONZERT
Ein feste Burg
Der Schweizer Dirigent Mario Venzago stürzt sich in die Wogen von Felix Mendelssohn Bartholdys Meeresstille und glückliche Fahrt , das durch Goethes gleichnamiges Gedichtpaar inspiriert ist. Kurz zuvor hatte der Komponist das Meer mit eigenen Augen gesehen: auf seiner Reise durch Schottland und Wales, wo ihm auch erste Ideen zur «Reformationssinfonie» einfielen. In die festlichen Trompetenklänge zum Schluss der Ouvertüre und im Finale der Sinfonie reiht sich Joseph Haydns Trompetenkonzert in Es-Dur ein. Als Solist begrüßt das TSOI Simon Höfele, der für sein Album Standards mit Trompetenkonzerten von Haydn u. a. mit dem OPUS KLASSIK ausgezeichnet wurde.
19. & 20.3.26 / 20.00 UHR
CONGRESS INNSBRUCK, SAAL TIROL – PREIS ab € 30
6. SYMPHONIEKONZERT
Tausendundeine Nacht
Der Franzose Adrien Perruchon begibt sich gemeinsam mit den Musiker:innen in die schillernde Welt von RimskiKorsakows sinfonischer Suite nach Tausendundeine Nacht . An die prächtige Klangsprache von RimskiKorsakows Scheherazade knüpfen Mélanie Bonis impressionistische, von Orientalismen geprägte Stücke an, die sie legendären Frauen wie Salome und Ophelia widmete. Zu einer weiteren berühmten Frauenfigur der Opernliteratur führt Pablo de Sarasates feurig-virtuose CarmenFantasie für Solovioline und Orchester. Als Solist ist der junge Brasilianer Guido Sant’Anna zu erleben, der mit seinem reifen Spiel und Charisma die Konzertwelt begeistert.
9. & 10.4.26 / 20.00 UHR
CONGRESS INNSBRUCK, SAAL TIROL – PREIS ab € 30




7. SYMPHONIEKONZERT Kontraste
Mit Brittens Simple Symphony – eine Retrospektive auf Brittens eigene Kompositionen aus Kinderzeiten – wird das Konzert von den Streicher:innen des TSOI eröffnet. Auch der Tiroler Komponist Johannes Maria Staud wirft in Segue einen Blick zurück. Aus den zunächst vertraut wirkenden Klängen à la Mozart entwickelt sich jedoch etwas völlig Eigenes. Die Innsbrucker Cellistin Valerie Fritz ist zurzeit als ECHO Rising Star in den prestigeträchtigsten Konzerthäusern Europas zu hören. Als Kontrast folgt Mozart in Reinform! Mit seiner letzten Sinfonie, der «Jupiter»-Sinfonie – modern für die damalige Zeit und zeitlos in ihrer Wirkung – landete er einmal mehr einen Geniestreich.
7. & 8.5.26 / 20.00 UHR
CONGRESS INNSBRUCK, SAAL TIROL – PREIS ab € 30

JOHANNA MUSCHONG
Johanna Muschong ist seit der Saison 18/19 Konzertdramaturgin am TLT. Zuvor sammelte sie Theatererfahrung in Hildesheim und Berlin und arbeitete als Konzertdramaturgin der Thüringer Symphoniker.
3.
SONNTAGSMATINEE
Im Schatten Dvořáks
Zdenek Fibich ist heute nur wenigen ein Begriff, ganz anders im 19. Jahrhundert, als er sich im Feld der großen tschechischen Komponisten bewegte, wenn auch im Schatten seines berühmten Kollegen Antonín Dvořák. In der Sonntagsmatinee erklingt Fibichs außergewöhnlich besetztes Klavierquintett op. 42, dessen spätromantischer Charakter den Einfluss Dvořáks nicht verleugnet. Eine durch und durch tschechische Handschrift trägt auch Bohuslav Martinůs Nonett. Kurz vor seinem Tod im Jahr 1959 vollendet, spiegelt das Werk die tiefe Sehnsucht nach seiner Heimat Tschechien wider, aus der er knapp 20 Jahre vorher vertrieben wurde.
15.3.26 / 11.00 UHR
HAUS DER MUSIK INNSBRUCK, GROSSER SAAL – PREIS € 8
Bohuslav Martinů
Nonett Nr. 2 für Flöte, Oboe, Klarinette, Horn, Fagott, Violine, Viola, Violoncello und Kontrabass
Zdenek Fibich
Klavierquintett D-Dur für Violine, Klarinette, Horn, Violoncello und Klavier op. 42
4.
SONNTAGSMATINEE
Alla danza tedesca
In seinem Streichtrio op. 77b rekurriert Reger auf große Meister der Klassik. Während viele seiner Werke damals zurückhaltend aufgenommen wurden, durfte sich der Komponist bei der Uraufführung dieses Trios im November 1904 über enormen Zuspruch freuen: «Op. 77b hatte durchschlagenden Erfolg! Das Scherzo mußte sofort wiederholt werden.»
Ähnlich verlief 1826 die erste Aufführung von Beethovens Streichquartett op. 130. Zwar sorgte die große Finalfuge teilweise für Irritation, das «Scherzo und der Deutsche» aber wurden umso enthusiastischer gefeiert, sodass auch hier «mit stürmischem Beyfall die Wiederholung verlangt wurde».
17.5.26 / 11.00 UHR
HAUS DER MUSIK INNSBRUCK, GROSSER SAAL – PREIS € 8
Max Reger Streichtrio a-Moll op. 77b
Ludwig van Beethoven Streichquartett Nr. 13 B-Dur op. 130
Die Besetzungen der einzelnen Werke finden Sie auf unserer Website: www.tsoi at.
TEXTE Johanna Muschong

KAMMERMUSIK AM SONNTAG
Die nächsten Matineen des TSOI beleuchten Komponisten aus Tschechien und Deutschland.
HAUS DER MUSIK INNSBRUCK


WOLFGANG LAUBICHLER
Wolfgang Laubichler ist seit 2017 Direktor des HDM. Er ist bekennender Liebhaber von Musik aller Zeiten und Genres, guter Filme von Alfred Hitchcock, begeistert von den Villen Palladios, biologischen Lebensmitteln und Weinen - von Wildgeflügel, Camembert und Topfenstrudel mal abgesehen.
ALL THAT JAZZ
Jazz im HDM –aber nicht nur!
Das HDM CONTEMPORARY JAZZ ORCHESTRA ist ein Zusammenschluss freier Musiker:innen, Lehrender und Studierender in Innsbruck, Tirol und darüber hinaus. Es ist ein flexibler und hochkarätiger Klangkörper für Jazz- und NeueMusik-Projekte des Hauses der Musik Innsbruck. In diesem und auch den anderen Konzerten des HDM im Frühjahr kommen alle Musikfans auf ihre Kosten.
KLAVIER & CO: BACHS TASTENUNIVERSUM
Das Gesamtwerk für Lautenclavier
Wenn Peter Waldner sich Bachs Solowerken widmet, dürfen Sie spannende Konzerte auf außergewöhnlichen Instrumenten erwarten – so auch in diesem Konzert. Bach komponierte sieben Solostücke für Laute, von denen nur zwei ausdrücklich für dieses Instrument gedacht sind. Wahrscheinlich um 1740 entstanden, waren sie wohl für das moderne Lautenklavier bestimmt, von dem Bach und Waldner jeweils zwei selbst besitzen.
12.3.26 / 19.30 UHR
GROSSER SAAL – PREIS ab € 20
JAZZ IM HDM: JAZZ PIANO SOLO I
Gonzalo Rubalcaba, Klavier
Sir Simon Rattle nannte den Kubaner Gonzalo Rubalcaba «the most gifted pianist on the planet». Der vielfache Grammy- Gewinner wurde 1999 vom Piano & Keyboard Magazine als einer der großen Pianisten des 20. Jahrhunderts ausgezeichnet. In seinem Solospiel sieht Rubalcaba eine anspruchsvolle Reise voller nahezu unendlicher künstlerischer Möglichkeiten, die fundiertes Können und Selbstkenntnis erfordert.
18.3.26 / 19.30 UHR
GROSSER SAAL – PREIS ab € 20
JAZZ IM HDM: CUBAN FIRE!
Das HDM Contemporary Jazz Orchestra spielt Stan Kenton
Das hauseigene Jazzorchester widmet sich in diesem Konzert einem der ganz Großen in der Big-Band-Geschichte: Stan Kenton. Cuban Fire! (1956) ist eine bahnbrechende Afro - Cuban- Suite, in der Kenton mit rhythmischer Wucht, komplexen Harmonien und lateinamerikanischen Einflüssen Moderne und orchestrale Kraft zu einem klanggewaltigen, visionären Werk des Cool-Jazz-Zeitalters verbindet. Die Kubanerin Milagros Piñera setzt stimmliche Glanzlichter im zweiten Teil.
25.3.26 / 19.30 UHR
GROSSER SAAL – PREIS ab € 15
WORT & MUSIK: FANIS. EIN LIVE-HÖRSPIEL
Ein Ursprungsmythos aus Ladinien nach Anita Pichler
Die Frauen aus Fanis geht elementaren Fragen nach dem Ursprung von Welt und Gesellschaft nach. Aus alten ladinischen Sagen der Hochalpe Fanis
formte Anita Pichler dreizehn rätselhafte Frauenporträts. In einer LivePerformance erwecken Ursula Scheidle und Florian Kmet diesen Mythos neu zum Leben, indem Sprache und Klang miteinander in Dialog treten.
11.4.26 / 19.30 UHR
GROSSER SAAL – PREIS ab € 15
JAZZ IM HDM: JAZZ PIANO DUO
Elias Stemeseder und Georg Vogel, Klavier
Nach seinem intelligenten und faszinierenden Konzert im Oktober 2024 gibt es ein Wiedersehen mit Georg Vogel, dieses Mal zusammen mit seinem Klavierkollegen Elias Stemeseder. Das Klavierduo Stemeseder und Vogel verbindet improvisatorische Freiheit mit struktureller Schärfe. Beide Pianisten sind international in Jazz und experimentellen Formaten aktiv. Ihr Duo-Spiel zeichnet sich durch klangliche Präzision, rhythmische Komplexität und ein hohes Maß an spontaner Interaktion aus.
30.4.26 / 19.30 UHR
GROSSER SAAL – PREIS ab € 15
JAZZ IM HDM: JAZZ PIANO SOLO II
John di Martino, Klavier
Der New Yorker Jazzpianist John Di Martino gehört zu den profilierten Stimmen der internationalen Jazz- und Latin-Szene. Als Schüler von Lennie Tristano und Don Sebesky arbeitete er u. a. mit Freddy Cole, Billy Eckstine und Ray Barretto. Di Martino entfaltet ein farbenreiches Spiel zwischen Jazztradition, Latin- Grooves und urbaner Eleganz. Sein Konzert im HDM entführt Sie in den Melting Pot von New York City und ist somit auch für NYC Fans bestens geeignet.
21.5.26 / 19.30 UHR
GROSSER SAAL – PREIS ab € 15
ZUGABE

MARTINA NATTER
Martina Natter leitet die ZUGABE, so nennt sich das Musikvermittlungsprogramm des TSOI. Ihre Leidenschaft ist es, Konzertformate für alle Altersstufen neu zu erfinden, Genregrenzen zu überwinden und Menschen zusammenzubringen.
Wo findet die Vermittlung statt? Da, wo es in diesem sperrigen Begriff schon anklingt: in der Mitte, zwischen Publikum und Bühne. Diesen Resonanzraum immer wieder neu zu gestalten, verstehen wir als zentrale Aufgabe unserer Arbeit im Bereich Musik- und Theatervermittlung. In unterschiedlichen Konzertformaten, an ungewöhnlichen Orten, für ein vielfältiges Publikum –stets mit großer Leidenschaft und der Überzeugung, dass Musik und Theater wesentlich zu unserer Herzensbildung beitragen können.
Wie wir das konkret machen? In den nächsten Wochen erwarten Sie drei Konzerte mit Musiker:innen des TSOI bei uns. Unsere Musiker:innen sind unterwegs in Seniorenwohnheimen, sie touren mit kleinen Konzertprogrammen durch ganz Tirol und bringen Schüler:innen unsere Konzertprogramme in Workshops näher. Wir proben wöchentlich in den beiden Spielclubs, unsere Theaterpädagog:innen vermitteln Themen und Stücke in Schulworkshops, und in den kommenden beiden Theaterlabors erforschen wir zusammen mit Ihnen das Thema Gerechtigkeit und die Oper Madama Butterfly.
GERECHT SEIN
Theaterlabor
Theater lebt von Handlungen, den gerechten und ungerechten, die in Summe die Handlung der Geschichte ergeben. Mit Hilfe von Theaterübungen aus dem «Theater zum Leben» forschen wir zu gesellschaftlichen Konflikten und lassen diese sichtbar werden. Wer will, kann Parallelen zu den aktuellen Produktionen des Tiroler Landestheaters finden. Bei Heldenplatz zum Beispiel. Oder bei Die Gerechten. Zum Abschluss des Workshop-Tages laden die Teilnehmer:innen das Publikum ein, sich das Ergebnis der Arbeit anzusehen.
21.03.2026 / 10.00 - 18.00 UHR
TREFFPUNKT
BÜHNENEINGANG – PREIS € 50
Armin Staffler Theaterpädagoge
In Kooperation mit «spectACT – Verein für politisches und soziales Theater»


SPAGHETTI, CROCODILE & POPCORN
The Fluteman with Orchestra Show
Für alle, die das letzte Familienkonzert mit dem TSOI verpasst haben, gibt es good news: wir spielen es, zusammen mit dem legendären Blockflötisten und Komiker Gabor Vosteen, noch einmal! Ein Programm, das die ganze Familie garantiert zum Staunen und zum Lachen bringt, spätestens dann, wenn Gabor Vosteen mehr als nur eine Blockflöte gleichzeitig spielt!
«Es war ein grandioses Konzert!
Leichtigkeit und Freude machte sich breit! Wir hoffen auf eine Wiederholung!»
16.5.26 / 11.00 UHR
HAUS DER MUSIK INNSBRUCK
GROSSER SAAL – PREIS € 15
Mit Tiroler Symphonieorchester
Innsbruck
Blockflöte und Comedy
Gabor Vosteen
Regie Ines Hu
Dirigent Matthew Toogood
ANOTHER NIGHT AT THE MOVIES
Familienkonzert mit szenischer Moderation
In diesem Konzert spielt das Tiroler Symphonieorchester Innsbruck die Hauptrolle und nimmt die ganze Familie mit in das Universum epischer Filmmusik und großer Kinohits. Humorvolle Moderationen, ikonische Szenen und beeindruckende Kostüme begleiten Sie durch Abenteuer, Zeitreisen und Sternenkriege.

30.5.26 / 18.00 UHR &
1.7.26 / 10.00 & 18.00 UHR & 2.7.26 / 10.00 UHR
TIROLER LANDESTHEATER, GROSSES HAUS – PREIS ab € 10
Szenische Moderation und Gesang
Juliana Haider, Florian Granzner, Kristoffer Nowak, Special Guest und Schlagwerk Wolfi Rainer, Kinderchor des TLT, Leitung Janelle Groos, Tiroler Symphonieorchester Innsbruck, Musikalische Leitung
Hansjörg Sofka / Matthew Toogood, Kostüme Andrea Kuprian & Iris Jäger, Leitung & Dramaturgie Martina Natter

LIEBE
HOTELGÄSTE BLEIBEN SIE DOCH ÜBER TAG.
Willkommen im Hotel Central.
4 × Jazz im ABO

JAZZ PIANO SOLO I
MI 18.3.26 / 19.30 UHR
Klavier Gonzalo Rubalcaba

JAZZ PIANO DUO
DO 30.4.26 / 19.30 UHR
Klavier Elias Stemeseder und Georg Vogel
TIROLER LANDESTHEATER & ORCHESTER GMBH INNSBRUCK Rennweg 2 / 6020 Innsbruck
T +43 512 52074 / F +43 512 52074-333 tiroler@landestheater.at / orchester@landestheater.at
www.landestheater.at
www.tsoi.at
www.haus-der-musik-innsbruck.at
SOCIALIZE WITH US
im Großen Saal

JAZZ PIANO SOLO II
DO 21.5.26 / 19.30 UHR

CUBAN FIRE!
MI 25.3.26 / 19.30 UHR
Das HDM Contemporary Jazz Orchestra spielt Stan Kenton
AB
Klavier John di Martino
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www.haus-der-musik-innsbruck.at/abo
ÖSTERREICHISCHE POST AG / FIRMENZEITUNG 16Z040760 F