Als eines der Meisterwerke und meist gespielten Stücke Nestroys zeigt «Der Talisman» voll brillanter Komik und scharfzüngiger Dialoge die Kritik an den Verhältnissen seiner Zeit auf. In der Rolle des rothaarigen Außenseiters Titus Feuerfuchs: Florian Granzner. Ab 25.4. im Großen Haus.
UNSERE KOMMENDEN HIGHLIGHTS: DER TALISMAN / CAFÉ SCHINDLER
JAZZ PIANO DUO & JAZZ PIANO SOLO II / 7. SYMPHONIEKONZERT / MEINE GENIALE FREUNDIN
Sonderbeilage der Tiroler Tageszeitung
Vier Fragen an Susanne Fohr Orchesterdirektorin des Tiroler Symphonieorchesters Innsbruck
Susanne, das ist jetzt deine zweite Spielzeit als Orchesterdirektorin des TSOI. Fühlst du dich mittlerweile schon ein wenig heimisch?
Ja, sehr. Nach meinen verschiedenen Stationen, zuletzt an der Staatsoper Hamburg beim Philharmonischen Staatsorchester, war es mein großer Wunsch, wieder näher an die Berge zu ziehen. Obwohl mein Einstieg sehr kurzfristig war, hatte ich vom ersten Moment an das Gefühl, am richtigen Platz zu sein. Die Musikerinnen und Musiker sowie das gesamte Team am Landestheater haben mich mit einer Herzlichkeit empfangen, die das Ankommen unglaublich leicht gemacht hat. Und allein schon beim Anblick der beeindruckenden Bergwelt war mir als gebürtige Freiburgerin sofort klar: Hier bin ich richtig.
Das Konzertprogramm trägt erstmals deine gestalterische Handschrift. Was war und ist dir bei der Konzeption der Symphoniekonzerte besonders wichtig?
Die Programmierung der Konzerte ist immer auch ein Zusammenspiel mit den Dirigent:innen der jeweiligen Konzerte. Und da war es mir in den Diskussionen wichtig, dass unser Programm eine große Bandbreite eröffnet: von vertrauten Werken, die das Publikum direkt ansprechen, bis hin zu selten gespielten Kompositionen und zeitgenössischen Werken, die neue Perspektiven ermöglichen. Auch für das Orchester ist es bereichernd, sich immer wieder auf neue musikalische Territorien einzulassen, aber gleichzeitig eben auch das große Repertoire zu pflegen, das unsere gemeinsame Basis bildet. Diese Mischung aus Vertrautem und Neuem finde ich sehr wichtig.
Was ist für dich das Besondere am Tiroler Symphonieorchester Innsbruck?
Die große Offenheit und Professionalität, mit der die Musikerinnen und Musiker an die unterschiedlichen Aufgaben herangehen. Sie bewegen sich souverän und mit viel Engagement zwischen Oper, Ballett und Symphoniekonzerten und lassen sich genauso interessiert auf ungewöhnliche Formate ein – zum einen bei den Vermittlungsprojekten, ob mit großem Orchester oder in kleinen Kammermusikformationen, zum anderen bei den Konzerten, die in Kooperation mit den Klangspuren Schwaz stattfinden. Damit spricht das TSOI ein sehr breites und vielfältiges Publikum an, was unglaublich wichtig ist, da wir ja für alle da sein wollen.
Das Orchester bestreitet ja auch sämtliche Opernproduktionen des Tiroler Landestheaters. Du bist von deiner Laufbahn her ebenfalls eine prononcierte Theaterfrau. Was war denn dein ganz persönlicher Favorit in dieser Saison?
Tatsächlich war ich sehr gespannt auf die eher unbekannte Janáček-Oper «Die Ausflüge des Herrn Brouček», die von der Handlung etwas skurril wirkt, aber bei genauerem Hinsehen eine gute Mischung aus Humor, Gesellschaftskritik und musikalischer Raffinesse ist, was hier ganz wunderbar umgesetzt wurde.
FRAGEN Christine Frei PORTRÄT Emanuel Kaser
IMPRESSUM Theaterzeitung 17. April 2026 (Erscheinungstermin) Sonderbeilage der Tiroler Tageszeitung HERAUSGEBER, MEDIENINHABER UND FÜR DEN INHALT VERANTWORTLICH Tiroler Landestheater & Orchester GmbH Innsbruck, Rennweg 2, 6020 Innsbruck, T +43 512 52074, tiroler@landestheater.at, www.landestheater.at
REDAKTIONSLEITUNG
Leon Arévalo GESTALTUNG Wolfgang Landauer DRUCK Intergraphik, 6020 Innsbruck, Brunecker Straße 3, Postfach 578, Telefon 05 04 03-1543 REDAKTIONSSCHLUSS 13.4.26 (Druckschluss) Änderungen und
Café Schindler
Das legendäre Café Schindler kommt im April 2026 auf die Bühne des Tiroler Landestheaters zurück!
FRAGEN Elisabeth Schack
WER GEGEN DIE ROTE FARB´ WAS HAT, DER WEISS NIT, WAS SCHÖN IST.
Dominique Schnizer und Elisabeth Schack im Gespräch während der Proben zu Der Talisman
Mit dieser außergewöhnlichen Geschichte, die zwei Jahrhunderte, zwei Weltkriege und ein Familienunternehmen umspannt, hat Meriel Schindler ihrer eigenen Familie ein literarisches Denkmal gesetzt, das das Publikum auf der Bühne zutiefst berührt.
Was hat das mit dir gemacht, die Geschichte deiner Familie auf der Bühne des Tiroler Landestheaters zu sehen?
Um ein Buch in ein Theaterstück zu verwandeln, muss man Tausende von Entscheidungen treffen. Es erfordert ein tiefes Vertrauensverhältnis zwischen der Autorin und dem Theater. Als ich die Dramatisierung des Skripts zum ersten
Mal las, konnte ich mir kaum vorstellen, wie man dieses Stück erfolgreich auf die Bühne bringt. Ich bin keine Dramaturgin und keine Regisseurin –umso mehr schätze ich es, dass das talentierte Regieteam diese Herausforderung so gut und unmittelbar gemeistert hat. Mir wurde berichtet, dass über 10.000 Personen Café Schindler gesehen haben. Darauf bin ich enorm stolz. Ich habe das Gefühl, dass meine Familiengeschichte wieder in die Geschichte Innsbrucks eingeflochten wurde. Was bedeutet es für dich, dass das Stück wieder auf den Spielplan kommt? Ich freue mich sehr darauf,
das Stück noch einmal zu sehen. Ich möchte herausfinden, wie es sich weiterentwickelt hat. Außerdem freue ich mich sehr, alle Theaterfreundinnen und Theaterfreunde wiederzusehen, die ich 2024 kennengelernt habe.
Kannst du dich noch an die Rückmeldungen nach der Premiere erinnern?
CAFÉ SCHINDLER
Nach der biografischen Erzählung «Café Schindler» von Meriel Schindler Regie Jessica Glause, Bühne & Kostüme Mai Gogishvili, Musik Eva Jantschitsch, Dramaturgie Veronika Maurer
PREMIERE (WA) 30.4.26 19.30 UHR GROSSES HAUS
Einige meiner Freund:innen, die aus England angereist kamen und kein Deutsch verstehen, waren dennoch sehr beeindruckt. Sie waren von der visuell fesselnden Inszenierung und der Musik begeistert und berührt. Auch meinen Bekannten in Innsbruck hat es sehr gut gefallen.
MEINE GENIALE FREUNDIN Alle drei Teile der TLT-Theaterserie nach dem Roman von Elena Ferrante Meine geniale Freundin Teil 1 Regie Blanka Rádóczy, Bühne & Kostüme Elisabeth Vogetseder, Dramaturgie Natalie Baudy, Mit Wiltrud Stieger, Desirée Jakobitsch Meine geniale Freundin Teil 2 Regie Mira Stadler, Bühne & Kostüme Monika Lechner, Dramaturgie Uschi Oberleiter, Mit Sara Nunius, Marion Reiser Meine geniale Freundin Teil 3 Regie Edith Hamberger, Bühne & Kostüme Josef Grill Junior, Video Jennifer Lepschi, Dramaturgie Johanna Wildling, Mit Daniela Bjelobradić, Julia Posch
PREMIERE 15.5.26 19.00 UHR [K2]
Seit drei Jahren begeistern sie das Publikum mit dem unvergleichlichen Flair aus unserem südlichen Nachbarland: die Freundinnen Lenù und Lila aus der Schauspielserie Meine geniale Freundin 1, 2 & 3. Nun gibt es für einige wenige Vorstellungen alle drei Teile an einem Abend im [K2] zu sehen –auf keinen Fall verpassen!
Dominique Schnizer Die meisten guten Stücke verlieren ja nicht an Aktualität. Das Ärgernis an den Menschen ist, dass sich technische Gegebenheiten ändern, gewisse Berufe verschwinden, neue auftauchen, aber die menschlichen Dynamiken sehr gleich bleiben. Im Stück gibt es Gartenknechte und Kammerzofen, diese Berufe gibt es nicht mehr, aber die Menschen in diesen Konstellationen gibt es auf jeden Fall noch. Wir haben ein ästhetisches, der Zeit verhaftetes Konzept. Bei einem Film oder einer Serie ist es doch ganz klar, dass ich in einer anderen Zeit bin und für mich trotzdem antizipieren kann, dass das etwas mit mir heute zu tun hat. Wenn wir das Stück aus dieser Zeit heraus erzählen, wird es für mich klarer, dass die Probleme, die uns heute beschäftigen, damals schon präsent und virulent waren. Und an der Vergangenheit wird deutlich, dass sich viele Dinge immer wieder wiederholen.
Was ist das Besondere an der Sprache Nestroys? Nestroy war ja selbst Schauspieler und hat für sich und seine Kolleginnen und Kollegen die Texte geschrieben. Der wusste genau, für welche Leute er schreibt. Er hatte ein sehr großes Bewusstsein, wie man den Text spricht, damit er gut im Mund liegt und welchen Rhythmus er haben muss. Manchmal stolpert man über einen Satz oder ein Wort, dann reicht es, die Betonung zu ändern, damit es funktioniert.
Wie arbeitest du mit den Schauspieler:innen an diesem besonderen Text? Ich habe gerade viel Energie, Rhythmus und Humor während der Probe gesehen.
Ich habe Nestroy sehr früh kennengelernt, und diese Art Humor hat mich sehr geprägt. Nestroy zu spielen hat viel mit Lust und Bösartigkeit zu tun.
Diese Lust und dieser Rhythmus kommen auch durch die Musik. Wie geht ihr damit um?
Nestroy zu spielen hat viel mit Lust und Bösartigkeit zu tun.
Dominique Schnizer Regisseur
Die Couplets, die bei Nestroy vorkommen, kommentieren die Handlung und sind Anspielungen auf große Musikerfolge von damals. Ab der zweiten oder dritten Strophe haben sie kabarettistisches Format und parodieren Ereignisse der damaligen Zeit. Die Figuren treten aus der Handlung heraus und besingen virulente tagesaktuelle Zeitgeschehnisse. Das machen wir auch – als Fenster in die Gegenwart. Wir haben die Originalkomposition von Adolf Müller als Basis, Bernhard Neumaier aus der klassischen Musik und Nenda, die Hip-Hop und Rap macht, und das alles kombinieren wir und nennen es Biedermeier-Hip-Hop. Gegenwart und Vergangenheit küssen sich in gewisser Weise.
Wo küssen sich Gegenwart und Vergangenheit bei der Ausstattung? Alles ist schmutziger, dreckiger: außen hui, innen pfui, aber die Fassade stimmt. Vielleicht hat die eine oder andere Figur auch eher so bräunliche Zähne. Die Räume des Schlosses und das Make-up bei den Damen sind schon abgeblättert. Die Vergangenheit wird ja auch oft verklärt …
Wer ist deine Lieblingsfigur im Talisman? Das Faszinierende ist, dass ja selbst die Figuren, die nur drei Sätze sagen, ungemein scharfe Sätze haben. Nestroy kommt aus der Praxis und hat pointierte Texte für Menschen, die er kannte, geschrieben; jede Nebenfigur trägt zum Gesamtbild bei. Er zeigt uns eine Gesellschaft, die Rothaarige ausgrenzt. Die roten Haare sind das Symbol für Vorurteile und Diskriminierungen in all ihren Ausprägungen. Alle diese Nebenfiguren zeigen mir genauso diesen Kosmos.
Dein Nestroy-Tipp?
Am Theater ist es generell wichtig, den Text ernst zu nehmen. Als Arbeitsgrundlage ist es wichtig, die Stoffe, derer wir uns annehmen, gut und genau zu erkunden.
noch als Kaiser Franz Joseph I. in der Operette Im weißen Rössl auf unserer Bühne und wurde vom Publikum begeistert beklatscht. Sie war DIE Grande Dame des Tiroler Theaters und ihre Darstellungskraft strahlte weit darüber hinaus. 2011 wurde sie dafür auch mit dem Nestroy-Publikumspreis bedacht.
Eleonore Bürcher hat die Tiroler Theaterlandschaft über viele Jahrzehnte maßgeblich geprägt, sowohl am Tiroler Landestheater als auch in der freien Szene, wo sie insbesondere im Kellertheater immer wieder in großen Monologen brillierte. Über drei Jahrzehnte, von 1981 bis 2014, war sie ständiges Ensemblemitglied am Tiroler Landestheater, danach blieb sie dem TLT als Gastschauspielerin erhalten.
Ich bin sehr glücklich und dankbar, dass mehrere Begegnungen mit dieser wunderbaren Schauspielerin auch unter meiner Intendanz möglich waren. Wir verlieren mit Eleonore Bürcher nicht nur eine großartige, feinsinnige und tiefgründige Schauspielerin, sondern eine extrem liebenswürdige, offene und aufrichtige Kollegin. Sie war eine tolle, wunderbare Frau mit starkem Willen und ein großes Vorbild für mich. Unser aufrichtiges Beileid gilt ihrem Mann und der Familie. Du wirst uns sehr fehlen, liebe Nora!
Irene Girkinger Intendantin des Tiroler Landestheaters
DER TALISMAN
Posse mit Gesang von Johann Nepomuk Nestroy
Regie Dominique Schnizer, Bühne & Kostüme Christin Treunert, Musik und Songtexte Nenda Neururer, Musik und Arrangements Bernhard Neumaier, Dramaturgie Elisabeth Schack
PREMIERE 25.4.26 19.00 UHR GROSSES HAUS
MATINEE 19.4.26 11.00 UHR FOYER GROSSES HAUS EINTRITT FREI,
Neue Episode unseres Theaterpodcasts «Kantinengespräche»
Dirigent Enrico Calesso, musikalischer Leiter von Madama Butterfly, spricht mit Kulturjournalistin Verena Gruber
Ensemble Schauspiel, Uraufführung
Trauer um Eleonore Bürcher
Co-Direktorin Schauspiel und Dramaturgin Elisabeth Schack spricht mit Regisseur Dominique Schnizer über die anstehende Nestroy-Aufführung.
Melodramma in drei Akten von Giuseppe Verdi Ein Staat hält sich für stabil, bis ein König, der lieber liebt als regiert, Risse im System übersieht. Verdi zeigt, wie eine Gesellschaft ihren Untergang selbst organisiert. Jasmina Hadžiahmetović eröffnet die Saison mit einem zwischen Eifersuchtsdrama und Politthriller changierenden Werk.
26.9.26 MUSIKTHEATER GROSSES HAUS
ZUR KUNST RASEN
CODEBORN
Musiktheater von Zara Ali
Eine künstliche Intelligenz bringt alles, was wir über Realität, Kontrolle und Nähe zu wissen glauben, ins Wanken. Als Koproduktion mit der Münchener Biennale ist die österreichische Erstaufführung der jungen, gefragten Komponistin Zara Ali in der Regie von Florentine Klepper ein verstörend schöner Trip zwischen elektronischem Sound und Live-Performance.
ÖSTERREICHISCHE ERSTAUFFÜHRUNG
19.9.26 MUSIKTHEATER KAMMERSPIELE
HÄNSEL UND GRETEL
Märchenspiel in drei Bildern von E. Humperdinck
Mit Engelbert Humperdincks berühmtem Märchenspiel Hänsel und Gretel gehen wir in die Weihnachtszeit. Die junge Haller Regisseurin Nada Zimmermann, die schon erfolgreich die Kinderoper in Bayreuth inszenierte, präsentiert sich damit erstmals in ihrer Heimat.
5.12.26 MUSIKTHEATER & JUNGES THEATER GROSSES HAUS
SPATZ UND ENGEL
Die Geschichte der Freundschaft zwischen Edith Piaf und Marlene Dietrich
Nach der Erfolgsproduktion Zarah 47 widmet sich Regisseurin Susi Weber nun der legendären Freundschaft zwischen den Diven und Chansonnièren Edith Piaf und Marlene Dietrich. Vous ne regretterez rien! Versprochen!
20.2.27 MUSIKTHEATER & SCHAUSPIEL KAMMERSPIELE
DIE DREIGROSCHENOPER
Von Bertolt Brecht (Text) und Kurt Weill (Musik) unter Mitarbeit von Elisabeth Hauptmann
LOHENGRIN
Romantische Oper in drei Akten von Richard Wagner
Keine Kurz-Oper, dafür Kult. Nach Verdis Polit-Thriller und Saison-Opener Un ballo in maschera wagt sich Hausregisseurin Jasmina Hadžiahmetović an Richard Wagners sagenumwobenen Schwanenritter – und stellt sich damit der zeitlosen Frage, welche Bedeutung Spiritualität und Transzendenz in einer von Kriegen gezeichneten Welt haben.
18.4.27 MUSIKTHEATER GROSSES HAUS
Die Songs wurden Welthits und Sätze wie «Erst kommt das Fressen, dann die Moral» zu geflügelten Worten. Schauspiel-Co-Direktorin Bettina Bruinier bringt die messerscharfe Satire mit sprühender Verve und einem hochmotivierten Ensemble auf die Bühne.
8.5.27 SCHAUSPIEL & MUSIKTHEATER GROSSES HAUS
DON GIOVANNI
Dramma giocoso in zwei Akten von Wolfgang Amadeus Mozart
Anna-Sophie Mahler, bekannt für ihre atmosphärisch dichten Theaterabende, wird in ihrer ersten Regiearbeit für das TLT garantiert einen unverklärten Blick auf den notorischen Frauenverschlinger werfen. Die musikalische Leitung liegt bei TLT-Chefdirigent Gerrit Prießnitz. Ensemblemitglied Jacob Phillips gibt in der Titelpartie sein Rollendebüt.
13.2.27 MUSIKTHEATER GROSSES HAUS
ZARAH 47 –
DAS TOTALE LIED
Musikalischer Monolog von Peter Lund, mit Brigitte Jaufenthaler und Christian Wegscheider
Aufgrund großer Nachfrage zurück auf der Bühne: Brigitte Jaufenthaler als Zarah Leander. Ein musikalischer Monolog über den UFA-Star – eine Frau zwischen Selbstinszenierung und Selbstverleugnung.
CARMEN
Opéra comique in vier Akten von Georges Bizet
Sie widersetzt sich konsequent allen Besitzansprüchen – und bezahlt dafür letztlich mit ihrem Leben. Der vielfach ausgezeichnete Regisseur Armin Petras lotet in seiner ersten Inszenierung am Haus das revolutionäre Potenzial dieser ikonischen Frauenfigur aus. Und Publikumsliebling Camilla Lehmeier fiebert schon jetzt ihrem Rollendebüt entgegen.
5.6.27 MUSIKTHEATER GROSSES HAUS
BALL IM SAVOY
Operette in drei Akten und einem Vorspiel von Paul Abraham
Kaum verheiratet, schon in der Krise: Ein Ball, ein Versprechen und ein verlockender Abend bringen bürgerliche Gewissheiten durcheinander. Paul Abrahams mitreißende Revueoperette wird zum kosmopolitischen Bühnenrausch. Erstmals am TLT inszeniert der fünffache Preisträger des BR-Operettenfroschs Christian von Götz. 7.11.26 MUSIKTHEATER & SCHAUSPIEL GROSSES HAUS
25.9.26 MUSIKTHEATER & SCHAUSPIEL KAMMERSPIELE
THE ROCKY HORROR SHOW Musical von Richard O’Brien Ab Herbst heißt’s wieder: Time Warp! Philipp Moschitz als Frank’n’Furter sorgt – schillernd, verführerisch und unverschämt charismatisch –in der Inszenierung von Paul Spittler für
SPESENKONTO
Die Kirsche auf der Sahnetorte
Seit der Spielzeit 25/26 ist Laetitia Toursarkissian im Schauspielensemble des TLT. Kaum angekommen war sie bereits in zahlreichen Produktionen zu erleben: In Verschwinden in Lawinen, Geschichten vom Franz, Sein oder Nichtsein und demnächst in Der Talisman. Besonders gereizt an Innsbruck hat sie aber eine andere Produktion … FRAGEN Uschi Oberleiter BILD Leon Arévalo
Uschi Oberleiter Liebe Laetitia, erzähl doch mal: Als die beiden Schauspieldirektorinnen dir den geplanten Spielplan für 25/26 geschildert haben, hat dich ein Name besonders angesprochen, richtig?
Laetitia Toursarskissian
Genau. Als ich das EnsembleAngebot bekommen habe, habe ich mich schon sehr gefreut, aber als ich dann noch gehört habe, dass Gob Squad mit Is Anybody Home? ans Tiroler
Wie und wo hast du Gob Squad denn schon erlebt?
Ich habe in Berlin nach meinem Abitur angefangen, erste Schauspielerfahrungen zu sammeln – u. a. beim Jugendclub der Volksbühne. Das war eine sehr aufregende Zeit, in der ich für mich rausgefunden habe, dass ich unbedingt am Theater arbeiten möchte. Und während ich da auf der kleinen Bühne im 3. Stock das Schauspielen entdeckt habe, hat Gob Squad auf der großen Bühne die Perfomance-Reihe Is aufgeführt. Ich erinnere mich noch, dass ich total fasziniert war, dass das auch Theater sein kann.
Innsbruck ist ja nicht Berlin, denkst du, dass diese Performance hier in ähnlicher Weise funktionieren wird? Vielleicht ist gerade die «überschaubare Größe» von Innsbruck das, was diese Begegnungen sogar noch unmittelbarer und damit eindrücklicher macht. Weil einem dadurch klar werden kann, wie viel sich hinter den Häusern, an denen man jeden Tag vorbeiläuft, eigentlich verbirgt.
Wie würdest du «Is Anybody Home?» denn kurz umreißen? Im Prinzip funktioniert es so: Eine Person aus der jewei-
ligen Stadt – zum Beispiel ich in Innsbruck – sitzt live auf der Bühne: im Bett und im Pyjama. Während diese Person also im Theater ist, sind Performende von Gob Squad zur selben Zeit in ihrer Wohnung unterwegs. Dort erkunden sie die Räume, auf eine sehr einfühlsame, respektvolle und neugierige Weise. Es geht dabei nie nur um Möbel oder Räume, sondern immer auch um die Menschen dahinter. Ihre Geschichten, ihre Gewohn-
heiten, ihre Spuren im Alltag. Das wird dann live gefilmt und ins Theater übertragen. Das Spannende dabei ist, dass die Person auf der Bühne diesen Prozess gemeinsam mit dem Publikum erlebt. Zum ersten Mal, live und ohne zu wissen, was genau passieren wird.
Gibt es einen Platz in deiner Nachbarschaft, den du Gob Squad besonders empfehlen würdest?
TEXT Wolfgang Laubichler
Zwei herausragende Jazzabende im Haus der Musik
Innsbruck stellen die Vielfalt moderner Klavierkunst in den Mittelpunkt und zeigen, dass Jazz auch in einem Konzertsaal perfekt aufgehoben ist. Am 30. April präsentieren Elias Stemeseder und Georg Vogel ihr Jazz Piano Duo – ein eingespieltes Team, das seit über zehn Jahren gemeinsam an einem einzigartigen Klangkosmos arbeitet. Mit blindem, nahezu telepathischem Verständnis formen ihre zwanzig Finger einen intuitiv modulierten Klangkörper, der sich zwischen Improvisation, polyrhythmischen Strukturen und
Hm. Letztens habe ich auf meinem Weg ins Theater ein armenisches Denkmal entdeckt. Das war für mich ein irgendwie schräger, aber gleichzeitig sehr schöner Moment, weil ich selbst armenische Wurzeln habe. Es gibt ein paar Sitzbänke um dieses Denkmal, man sieht auf den Inn und ist von Blumen umgeben. Also falls Gob Squad eine kleine Sitzpause am Weg einlegen will, empfehle ich dieses Plätzchen.
Fühlst du dich denn schon ein bisschen «at home» in Innsbruck?
Ja, mittlerweile schon und jeden Tag ein bisschen mehr.
Konzept & Regie Gob Squad, Entwicklung & Performance (in wechselnder Besetzung) Mira Partecke, Sean Patten, Sharon Smith, Berit Stumpf, Sarah Thom, Bastian Trost, Simon Will, Johanna Freiburg PREMIERE (ÖEA) 9.5.26 19.30 UHR KAMMERSPIELE
IM SOG DES GOLDES
Bettina Bruinier inszeniert Johannes Maria Stauds rauschhaftes Musiktheaterwerk missing in cantu (eure paläste sind leer) als Österreichische Erstaufführung.
TEXT Julia Spinola
Dieses Musiktheater beginnt mit dem Ende der Zeit: ein leerer Palast, verwüstet, verlassen, die Welt kollabiert, das chronologische Kontinuum eingestürzt. Ein Seher zieht Bilanz. Er hat alle Katastrophen vorhergesehen, aber keine abwenden können. Im Dialog mit Echo stellt er sich der Anklage, seine Möglichkeiten verpasst zu haben. missing in cantu (eure paläste sind leer) entfaltet sich als Rückblick in Schleifen, Brüchen und Wiederholungen. Das Libretto des österreichischen Dramatikers Thomas Köck verknüpft mehrere Bildwelten: die brutale Eroberung des amerikanischen Kontinents durch spanische Konquistadoren im 16. Jahrhundert, die heutige Opiatkatastrophe in US-amerikanischen Vorstädten und dystopische Szenen aus einer Fleischfabrik, die die brutalen Auswüchse eines Turbokapitalismus zeigen. Nach dem Zusammenbruch der westlichen Welt erscheint Geschichte rückblickend als Spirale einer Dynamik von Machtrausch, Unterwerfung, Ausbeutung und Verdrängung.
Johannes Maria Staud, 1974 in Innsbruck geboren, vielfach international ausgezeichnet und zuletzt mit dem Tiroler Landespreis für Kunst geehrt, verbindet in seinen Arbeiten gesellschaftliche Analyse mit einer äußerst erfindungsreichen, mitreißenden, suggestiven Klangsprache. Während der Titel missing in cantu auf eine säkulare Messe anspielt und das Werk sich tatsächlich als eine Art Requiem auf das Ende einer Zivilisation deuten lasst, setzt Staud der dystopischen Bilderflut eine überbordend farbige, vielseitige und geradezu offensiv lebendig wirkende Musik entgegen, die heterogenste Stil- und Materialebenen zu einem eindrucksvollen Kaleidoskop fügt. Die klassische Orchesterbesetzung ist erweitert um umfangreiches Schlagwerk, Klavier und Hammondorgel. Hinzu kommt eine zentrale elektronische Ebene, realisiert vom SWR Experimentalstu-
dio. Die schwebende, sich in fragilen Klangflächen mit zahlreichen Glissandi vorantastende Musik der Seher-Szenen steht in extremem Kontrast zum überzeichneten Opernpathos der Eldorado-Szenen mit machtvollen Chören, Blechbläserblöcken und heroischen Gesangsgesten. In die szenischen Bilder einer Endzeit des US-amerikanischen Kapitalismus klingen plötzlich Gospelmelodien, Swing und Bigband hinein. Die Inszenierung dieses hoch aktuellen, 2023 in Weimar uraufgeführten Werks, das am Landestheater seine Österreichische Erstaufführung erleben wird, liegt in den Händen der Regisseurin und Co-Direktorin Schauspiel Bettina Bruinier.
«Staud verbindet gesellschaftliche Analyse mit einer mitreißenden Klangsprache.»
Julia Spinola Co-Direktorin Musiktheater
MUSIKHIGHLIGHT
7 FRAGEN AN ...
HDM.
feinsinniger Gesanglichkeit bewegt. Das Programm erweitert bestehendes Repertoire und verbindet präzise komponierte Felder mit freiem schöpferischem Spiel.
Am 21. Mai folgt der New Yorker Pianist John Di Martino mit einem seiner seltenen Soloauftritte. Der vielseitige Künstler schöpft aus einem immensen musikalischen Erfahrungsschatz – von Bach bis Zappa, von Bill Evans bis zur afrokubanischen Musik. Unter dem Titel «New York Kaleidoscope» gestaltet er ein intimes musikalisches Skizzenbuch, das den kreativen Puls der Metropole atmet und jedes Stück zu einer frei fließenden Meditation über Form, Harmonie und Inspiration werden lässt. Begleiten Sie uns auf eine musikalische Reise nach New York City!
AINĀRS RUBIĶIS
Der Lette Ainārs Rubiķis ist seit der Spielzeit 25/26 Chefdirigent des Tiroler Symphonieorchesters Innsbruck sowie Generalmusikdirektor des Staatstheaters Kassel.
Wen möchtest du einmal bei dir zum Essen einladen?
Meinen besten Freund, den ich schon seit einem Jahr nicht mehr gesehen habe.
Hast du ein geheimes Talent? Man sagt, dass mir Fotografieren und musikalische Arrangements ganz gut gelingen.
Welcher Song ist der Soundtrack deines Lebens? Aktuell Man tas netiek klāt (Es kommt nicht an mich heran) von der lettischen Sängerin Zane Dombrovska.
Wie erklärst du einem Außerirdischen deine Arbeit am Theater bzw. im Orchester?
Eine Person gestikuliert und viele Menschen reagieren auf diese Geste. Aber wahrscheinlich geht es darum, wie man Menschen berührt, erfreut, inspiriert.
Wie kann man dich beeindrucken? Nur mit aufrichtiger und echter Liebe.
Dein Job als Filmtitel? Die unendliche Geschichte
Die Probe ist getan und du …? Ich versuche, bei einem Spaziergang den Kopf freizubekommen oder ich esse etwas Gutes.
TSOI-Chefdirigent Ainārs Rubiķis eröffnet das 7. Symphoniekonzert mit Benjamin Brittens Simple Symphony für Streichorchester. Die «Einfache Sinfonie» ist eine Retrospektive auf Brittens eigene Kompositionen aus Kinderzeiten. Hinter Titeln wie «Playful Pizzicato» oder «Sentimental Saraband» verbirgt sich keineswegs triviale Musik: Virtuosität, Witz und klangliche Finesse prägen die vier Sätze, die Britten im Alter von nur 21 Jahren zur Uraufführung brachte. Einen Blick zurück wirft im darauffolgenden Werk auch der Innsbrucker Komponist Johannes Maria Staud: Für sein 2006 entstandenes Stück Segue. Musik für Violoncello und Orchester diente als Ausgangspunkt eine unvollendete MozartSkizze. Aus den zunächst sehr vertraut wirkenden Klängen à la Mozart entwickelt sich jedoch etwas völlig Neues, Eigenes. Staud spielt dabei mit Erwartungshaltungen, Formen und Klangfarben und erschafft eine Musik, die Vergangenheit und Gegenwart auf faszinierende Weise verbindet. Er entschied sich dabei bewusst gegen die Bezeichnung «Konzert». Statt tradierter Formmodelle entsteht eine Musik, die sich allein aus ihrer inneren Logik entwickelt. Der italienische Titel Segue («es folgt») – steht für ein kontinuierliches Weiterdenken, ein Komponieren ohne festgelegtes Ziel. Den Solopart übernimmt die Tiroler Cellistin Valerie Fritz, die in
der Saison 2025/26 als ECHO Rising Star in den bedeutendsten Konzertsälen Europas zu erleben ist. Bekannt als neugierige Grenzgängerin zwischen den Stilen, kuratiert sie als Leiterin der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik – Sektion Tirol die Konzertreihe noiz//elektrorauschen und gibt ihre Faszination für aktuelle Klänge in Workshops an Schulen und Universitäten weiter. Als Kontrast folgt schließlich Mozart in Reinform. In seinen Werken verschmelzen Oper, Kammermusik und sinfonisches Denken zu einer Klangsprache von erstaunlicher Fortschrittlichkeit. Mit seiner letzten Sinfonie, der Jupiter-Sinfonie –modern für die damalige Zeit und zeitlos in ihrer Wirkung – landete er einmal mehr einen Geniestreich.
Do 30. CAFÉ SCHINDLER WA SCHAUSPIEL / Nach der biografischen Erzählung «Café Schindler» von Meriel Schindler
19.30 – 21.30 Uhr / Großes Haus / Preis ab € 12
JAZZ IM HDM: JAZZ PIANO DUO Elias Stemeseder und Georg Vogel, Klavier 19.30 – 21.00 Uhr / HDM Innsbruck, Großer Saal / Abo HDMJ / Preis ab €15 NEXT LEVEL VOL. 1 20.00 – 22.00 Uhr / Kammerspiele / Abo D1 / Preis € 30
MAI
Sa 2. SCHWANENSEE
19.00 – 21.15 Uhr / Großes Haus / Abo SAB / Preis ab € 13
So 3. KLANGWERKSTATT – DER KONTRABASS* AB 4 ZUGABE / Der Kontrabass 10.30 & 14.30 Uhr / HDM Innsbruck, Kleiner Saal / Preis €8 DER TALISMAN 19.00 Uhr / Großes Haus / ABO UL / Preis ab € 11
KONZERT / Werke von Benjamin Britten, Johannes Maria Staud & Wolfgang Amadeus Mozart
20.00 – 21.45 Uhr / Congress Innsbruck, Saal Tirol / Abo SKD / Preis ab €30
PREISKATEGORIEN FÜR DIE JEWEILIGE VERANSTALTUNG FINDEN SIE AUF UNSERER WEBSITE UNTER WWW.LANDESTHEATER.AT
*Ausverkauft; evtl. Restkarten an der Abendkassa! **Zählkarten erforderlich UA Uraufführung ÖEA Österreichische Erstaufführung WA Wiederaufnahme GAST Gastspiel ZLM
Fr 8. DER TALISMAN 19.30 Uhr / Großes Haus / ABO E / Preis ab € 11
7. SYMPHONIEKONZERT – KONTRASTE
20.00 – 21.45 Uhr / Congress Innsbruck, Saal Tirol / Abo SKF / Preis ab €30
NEXT LEVEL VOL. 1
20.00 – 22.00 Uhr / Kammerspiele / Preis € 30
Sa 9. CAFÉ SCHINDLER
19.00 – 21.00 Uhr / Großes Haus / Preis ab € 12
IS ANYBODY HOME? PREMIERE
SCHAUSPIEL / Performance von Gob Squad 19.30 Uhr / Kammerspiele / ABO PK / Preis ab € 30
So 10. MATINEE
Einführung zu missing in cantu (eure paläste sind leer) 11.00 Uhr / Großes Haus / Eintritt frei**
SCHWANENSEE
19.00 – 21.15 Uhr / Großes Haus / Preis ab € 13
Mi 13. DER TALISMAN 19.30 Uhr / Großes Haus / Preis ab € 11 IS ANYBODY HOME? 20.00 Uhr / Kammerspiele / Preis ab € 30
Fr 22. CAFÉ SCHINDLER 19.30 – 21.30 Uhr / Großes Haus / Preis ab € 12 IS ANYBODY HOME?
20.00 Uhr / Kammerspiele / AboE2 / Preis ab € 30
& Kultur: «Kulturpass»-Veranstaltungen Einführung / Foyer Großes Haus: 20 Min vor Vorstellungsbeginn, Foyer Kammerspiele: 20 Min vor Vorstellungsbeginn, Kristallfoyer Congress Innsbruck: 45 Min vor Konzertbeginn
Good News für alle, die das letzte Familienkonzert mit dem TSOI verpasst haben: Es gibt noch einen Zusatztermin mit dem legendären Blockflötisten und Komiker Gabor «The Fluteman» Vosteen!
KASSA & ABOSERVICE
Haus der Musik Innsbruck, Universitätsstraße 1 (Haupteingang Rennweg), 6020 Innsbruck
T +43 512 52074-4 F +43 512 52074-338 E kassa@landestheater.at
Mo, Di & Sa 10.00 – 14.00 Uhr
Mi, Do & Fr 10.00 – 18.30 Uhr Sonn- und feiertags geschlossen (Abweichende Öffnungszeiten möglich)
Telefonisch sowie per E-Mail sind wir weiterhin Mo – Fr von 10.00 – 18.30 Uhr & Sa von 10.00 – 18.00 Uhr für Sie da.