Ausgabe 7 | 2012
kompakt Jeden Monat neue Infos aus der Welt der Ingenieure Thema: Technik im olympischen Einsatz »» O l y m pia 2 0 1 2
Technik im Wettkampf um Rekorde © Populous · Foto oben © LOCOG · Foto ganz oben © Yuri Arcurs, Fotolia
Die Olympischen Spiele in London sind ein Mega-Event im Hinblick auf Zuschauerzahlen, Stadien, Infrastruktur, TV-Spektakel, Technologie und Ingenieur-Höchstleistungen
Funktionären, mehr als 20.000 internationale Journalisten sowie zehn Millionen Zuschauer, die das kunterbunte Sportgeschehen live vor Ort verfolgen und viereinhalb Milliarden Menschen, die weltweit vor den TV-Bildschirmen mitfiebern. Die technische und logistische Planung startete bereits kurz nachdem die Londoner im Juli 2005 den Zuschlag des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) für das globale MegaEvent erhalten hatten. Seit sie-
»» R E P O R T A G E Ein Boot mit ausgeklügelter Technik an Bord Die Messboottechnik ist ein von Ingenieuren des Instituts für Forschung und Entwicklung von Sportgeräten (FES) ausgeklügeltes System, das die Ruderer aus dem Deutschland-Achter nutzen. »» weiter S. 2 – 4
ben Jahren wird am Aufbau und der Inbetriebnahme von Wettkampfstätten gearbeitet und am reibungslosen Funktionieren von Daten-, Waren- Verkehrs- und Menschenströmen. 11,6 Milliarden Euro schwer sind die Investitionen, die der britische Staat für die Spiele der XXX. Olympiade einkalkuliert hat. Der Ausbau der Straßen und Autobahnen, des Schienennahverkehrs und der Sicherheitstechnik verschlangen einen Teil dieser Summe, aber auch die Errichtung »» weiter S. 2 © Steve Bates.
© Martin Steffen
Das Warmlaufen für die Olympischen Sommerspiele und Paralympics 2012, die ab dem 27. Juli in London stattfinden, hat schon lange begonnen. Nicht nur bei den Athleten, sondern vor allem im Hinblick auf die Technik, die bei dem alle vier Jahre stattfindenden Spektakel zum Einsatz kommt. Schließlich will Großbritanniens Acht-Millionen-Metropole fit sein für fast 15.000 Sportler, einen ebenso großen Tross an Trainern, Betreuern und
»» I N T R O Schneller, höher, weiter Die Sportarten der antiken Olympischen Spiele waren überschaubar. Fünfkampf mit Lauf, Ringkampf, Speer- und Diskuswurf sowie Weitsprung, dann noch unterschiedliche Laufstrecken, Kampfdisziplinen wie Boxund Faustkampf sowie Pferdeund Wagenrennen. Viel Technik benötigte man dabei nicht. Einen Diskus, der nicht durch die Luft eiert, und einen Speer, der gut geradeaus fliegt. Die Weiten ließen sich mit einem Maßband messen, Millimeter-Ergebnisse waren unwichtig, letztlich gab es nur einen Sieger. Gerannt wurde barfuß und auch beim Boxen waren Handschuhe überflüssig. Heute sieht die Wirklichkeit ganz anders aus. 302 Wettbewerbe in 26 Sportarten werden in London ausgetragen. 4.700 Medaillen sind zu vergeben. Olympia ist längst zum Produkt geworden. Internationale Sponsoren sowie hohe Einnahmen durch TV-Übertragungsrechte machen möglich, dass die Spiele in solch gigantischem Ausmaß stattfinden können. Superlative und Rekordverdächtiges finden sich aber nicht nur im Sportgeschehen, sondern besonders bei den Ingenieurleistungen und neuen Technologien, die im direkten Zusammenhang mit dem Sport stehen. //
»» A N W E N D U N G S B E I S P I E L E Superstars Zeitmessung per Sensorsignal, schnellere Tartanbahnen durch Materialmix, Schwimmen mit reduziertem Wasserwiderstand oder Biomedizin gegen Doping – Olympia präsentiert nicht nur die besten Sportler, sondern auch die beste Technik. »» weiter S. 5 + 6