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Olive Press Aleman issue 39

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OLIVE PRESS DEUTSCH

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Vol. 2 - Ausgabe 39

www.theolivepress.es

OP EXKLUSIVES INTERVIEW

11. April - 24. April 2025

Wir treffen Franko Martin Stritt, den Konsul des Deutschen Konsulats in Málaga, und beleuchten die wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen zwischen Andalusien und Deutschland Siehe Seite 3

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BIS zu 30.000 Menschen haben in Málaga gegen die Wohnungsnot in Spanien protestiert. Landesweit schlossen sich am Wochenende Hunderttausende den Demonstrationen an und forderten dringende Reformen des Immobilienrechts. In 40 Städten – darunter Sevilla, Valencia und Palma – gingen die Menschen unter dem Motto „Weg mit dem Wohn-Geschäft!“ auf die Straße und forderten ein Ende des profitorientierten Wohnungsmarktes. Gefordert wurden sofortige Maßnahmen gegen explodierende Mieten, fehlenden bezahlbaren Wohnraum und eine Priorisierung der Bedürfnisse der Bevölkerung gegenüber tourismusgetriebenen Politiken. Der Protest kommt zu einem Zeitpunkt, an dem sich die durchschnittlichen Mieten in Spanien innerhalb eines Jahrzehnts verdoppelt haben

„Wohnen darf niemals zur Luxusware werden – es ist ein Recht, das wir schützen müssen“: Hunderttausende demonstrieren in Spanien und die Immobilienpreise um 44 Prozent gestiegen sind – weit stärker als die Löhne. Laut einem Bericht der spanischen Zentralbank geben fast 40 Prozent der Haushalte mehr als 40 Prozent ihres Einkommens für Wohnkosten aus. Gleichzeitig besteht weniger als zwei Prozent des gesamten Wohnungsbestands in Spanien aus öffentlich gefördertem Wohnraum – weit unter dem OECD-Durchschnitt von sieben Prozent. Aktivistinnen und Aktivisten fordern unter anderem Zwangsmaßnahmen zur Mietsenkung sowie

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EXKLUSIV von Samantha Mythen, Dylan Wagemans und Walter Finch in Málaga

eine massive Ausweitung des sozialen Wohnungsbaus. „Im Zentrum von Málaga wohnen praktisch keine Einheimischen mehr“, sagte Manuel Gómez der Olive Press. „Nur noch Touristinnen, Touristen und auf sie ausgerichtete Unternehmen.“ Der Ingenieur, der vor zehn Jahren nach Málaga gezogen ist, berichtete: „Meine erste Miete für ein Zimmer lag bei 200 Euro. Heute liegt der Durchschnitt bei 500 bis 600 Euro. Mein Partner und ich zahlen zusammen 850 Euro.“ In den vergangenen fünf Jahren sei die Lebenshaltung um rund 45 Prozent gestiegen, doch die Gehälter hätten nicht Schritt gehalten. Viele Familien seien daher gezwungen, in die Außenbezirke oder sogar in Dörfer im Landesinneren umzuziehen. Ein Sprecher der Organisatoren von Málaga Para Vivir, Kiki España, erklärte: „Es sind 34.466 Menschen offiziell auf Wohnungssuche in Málaga registriert – gleichzeitig gibt es 7.496 Touristenwohnungen mit insgesamt 32.132 Betten. Wie

MASSENPROTEST: Bis zu 30.000 Demonstranten vrsammelten sich in Málaga

soll das nachhaltig sein?“ Der Protestmarsch begann an der Plaza de la Merced – dem Geburtsort Picassos –, wo 80 Prozent der Immobilien als Touristenunterkünfte genutzt werden, und endete im Parque de Huelin. Der Klang von Hunderten Trillerpfeifen und Batucada-Trommeln hallte kilometerweit durch die Stadt. Vor allem junge Menschen sind von der Wohnkrise betroffen. Die 26-jährige Juristin Mari Sánchez, die sich eine Wohnung mit vier weiteren Personen teilt, sagte: „Ich gebe 30 bis 40 Prozent meines Gehalts für die Miete aus. Das lässt keinen Raum zum Sparen – nicht einmal für ein Auto.“ Ähnlich äußerte sich Elena Pérez, eine 22-jährige Studentin, die neben dem Studium in Teilzeit arbeitet: „All meine Freundinnen und Freunde sind in derselben Situation.“ Die Krise beschränkt sich nicht auf Málaga. In Madrid demonstrierten mehr als 150.000 Menschen. Sie zogen klappernd mit ihren Wohnungsschlüsseln durch die Straßen und Verzweifelt: Yolanda Greta und Jimena riefen Parolen wie Centurion droht die Zwangsräumung

„Airbnb raus aus unseren Vierteln“. Margarita Aizpuru, eine 65-jährige Bewohnerin des Madrider Stadtteils Lavapiés, berichtete, dass fast 100 Familien in ihrem Gebäude erfahren hätten, dass ihre Mietverträge nicht verlängert würden. „Sie setzen uns alle vor die Tür, um aus den Wohnungen Touristenunterkünfte zu machen.“ Auch Fälle akuter Wohnungslosigkeit infolge von Immobilienspekulation wurden bei den Demonstrationen thematisiert. In Torremolinos etwa droht Yolanda Greta und Jimena Centurión – zwei von insgesamt 120 Bewohnerinnen und Bewohnern – die Zwangsräumung, nachdem ihr Wohngebäude von der teilstaatlichen Bank SAREB aufgrund ausstehender Kredite versteigert wurde. Meinung Seite 6


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