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Olive Press Aleman Issue 16

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VON BLUMEN BIS ZU LEBENSMITTELN Estepona blüht auf und die Touristen strömen in die Gartenstadt

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Estepona Siehe Seite 7

OLIVE PRESS ALEMÁN

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Vol. 1 - Issue 16

www.theolivepress.es

3. Mai - 16. Mai 2024

NIEMALS OHNE ANWALT

Leider sind Immobilienbetrüger an der Costa del Sol kein Einzelfall. Die Opfer sind dabei meist ältere Menschen und vor allem Ausländer

Die Betrüger sind gut vorbereitet, wissen, wie sie jemanden überzeugen müssen und haben größtenteils eingetragene Firmen, sodass sie nicht auf den ersten Blick zu erkennen sind. Besonders als Ausländer sollte man niemals einen Vertrag ohne Anwalt unterzeichnen, denn schon wieder wurde eine deutsche Seniorin, die an Alzheimer erkrankt ist, um Hab und Gut gebracht Ein in Marbella ansässiger Geschäftsmann wird beschuldigt, eine an Alzheimer erkrankte Seniorin dazu gebracht zu haben, ihm die Rechte an ihrem Haus in Benahavís

EXKLUSIV von Walter Finch

abzutreten, welches 400.000 Euro wert ist. Dagmar Neveling (78) und ihr Ehemann Rüdiger (81) behaupten, sie seien obdachlos geworden, nachdem ihnen ihre Immobilie von Taha al Amine Benmahjouba "weggenommen" wurde. Die Familie hatte das Penthouse mit drei Schlafzimmern in Benahavís im Dezember 2022 an einen befreundeten Käufer verkauft, mit dem Recht, es in 12 Monaten zurückzukaufen. Bei dem Geschäft handelte es sich im Grunde um ein kurzfristiges Darlehen, das dem Ehepaar die Möglichkeit geben sollte, ihre Immobilie nach einem Jahr zurückzuerwerben. Ihre Tochter Isabel Neveling (50) behauptet jedoch, Taha habe Dagmar "ausgetrickst", indem er ihr das Recht zum Kauf der Immobilie für eine geringe Gebühr von nur 1.000 Euro verkauft habe. Anschließend kaufte er das Haus für 250.000 Euro, also fast die Hälfte seines Wertes. Die Familie behauptet nun, er habe das Haus mit großem Gewinn an einen neuen Besitzer weiterverkauft. Bei Dagmar wurde eine schwere Form von Alzheimer diagnostiziert, was Taha sehr wohl wusste. Die Familie kennt Taha schon seit einiger Zeit und er hat ihnen in der Vergangenheit BETROGEN: Dagmar verzichtete auf bei Immobiliengeschäften das Recht, ihr Haus zurückzukaufen geholfen.

"Sie unterschrieb viele Papiere auf Deutsch und Spanisch, ohne sie zu lesen und selbst wenn sie die Verträge gelesen hätte, hätte sie diese nicht verstanden. Er verlangte auch einen Schlüssel für die Wohnung, mit der Begründung, dieser diene nur der Sicherheit. Noch am selben Abend tauschte Taha die Schlösser aus und installierte eine Alarmanlage", erzählt Isabel der Olive Press. Seit vier Monaten wohnen Dagmar und Rüdiger bei Isabel und haben keinen Zugang zu ihrer eigenen Wohnung. Sie können nicht einmal ihre Habseligkeiten holen, zu denen nicht nur ihre Kleidung und persönlichen Gegenstände gehören, sondern auch ihre Medikamente, persönliche Dokumente und sogar ihre Pässe und Personalausweise. "Das gesamte Leben meiner Eltern spielte sich in dieser Wohnung ab. Meine Mutter hat eine Porzellansammlung, mit der sie schon als kleines Mädchen begonnen hat - sie würde diese Dinge niemals zurücklassen. Meine eigene Tochter, die gerade fünf Jahre alt ist, hat ihre Spielsachen in dieser Wohnung. Sie fragt mich immer wieder, wann sie wieder mit ihnen spielen kann", erzählt die besorgte Tochter weiter. Sie wirft Taha seinen "grausamen Trick" vor und fügte hinzu: "So etwas macht man über Anwälte, nicht ein paar Tage vor Heiligabend zu später Stunde im Wohnzimmer einer alten Frau, die Alzheimer hat." Dagmar und Rüdiger, pensionierte Aluminium-Magnaten aus Dortmund, hatten das Drei-ZimmerApartment in Benahavís mit Blick auf den Atalaya-Golfplatz zu ihrem Zuhause gemacht, seit sie 1994 in den Süden gezogen sind. Doch als sie wenige Tage vor Heiligabend vom Abendessen bei Isabel nach Hause

AUSGESPERRT: Dagmar und Rüdiger kamen nach Hause und mussten feststellen, dass ihre Schlüssel nicht mehr ins Schloss passten

kamen, passte der Schlüssel nicht mehr in die Eingangstür. "Ich hatte schnell den Verdacht, dass Taha die Schlösser ausgetauscht und uns aus unserem eigenen Haus ausgesperrt hatte. Ich war so schockiert - ich konnte es nicht glauben. Es war 22.30 Uhr . Es gab niemanden, den wir anrufen konnten, niemanden, der uns helfen konnte, in unser eigenes Haus zu kommen. Wir waren müde und wollten nur noch ins Haus und ins Bett gehen. Aber unsere Wohnung war uns gestohlen worden", sagt Rüdiger. Nur wenige Stunden zuvor hatte der Immobilienmakler Taha vor der Tür gestanden, während Dagmar allein zu Hause war. Mit guten deutschen Manieren lud sie den Immobilienmakler unbedarft ins Wohnzimmer ein und hatte wenig Grund, böse Absichten zu vermuten. Taha wusste jedoch um

die Frist für den Rückkauf der Immobilie, die die Nevelings verlängern wollten. Er fing an, Dagmar zu bedrängen und ihr mit Zwangsräumung und Obdachlosigkeit zu drohen, wenn sie die Papiere nicht sofort unterschreibt, so Isabel in ihrer polizeilichen Aussage. Seit sie ausgesperrt wurden, sind fremde Leute in dem Haus gesehen worden, die in Dagmars und Rüdigers Privatleben herumschnüffelten. Sogar einige ihrer Möbel wurden mittlerweile aus dem Haus entfernt. Auf Nachfrage der Olive Press sagte Taha, Dagmars Geschichte sei "hundertprozentig falsch". "Überlegen Sie mal, wie kann sie sich an das erinnern, was passiert ist, wenn sie Alzheimer hat? Das ist völWeiter auf Seite 4


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