Positionspapier Mountainbike des Österreichischen Alpenvereins
Der Alpenverein sieht im Mountainbikesport große Chancen für Gesundheit, Gemeinschaft und Naturerlebnis. Herausforderungen des Klimawandels und der Mobilitätswende sind weitere starke Argumente, um den gegenwärtigen Trend zum Radsport zu begrüßen und zu fördern. Der Alpenverein ist sich des Konfliktpotentials zwischen Mountainbikern, Wanderern, Grundeigentümern, Wegehaltern und anderen Lebensraumpartnern bewusst. Als anerkannte Naturschutzorganisation erkennt er mögliche ökologische Beeinträchtigungen, denen es entgegenzuwirken gilt. Chancen und Risiken, Mitverantwortung und der Wille zur Mitgestaltung erfordern eine klare Position des Alpenvereins als Orientierungshilfe nach innen und Statement nach außen.
1. Stellenwert
Der Alpenverein sieht Mountainbiken als eine „alpine Sportart“ im Sinne seiner Satzung: „Es ist Zweck des Vereines, das Bergsteigen, alpine Sportarten und das Wandern zu fördern […].“ Der hohe Stellenwert des Mountainbikesports im Alpenverein ist durch Umfragen belegt: Mehr als 42 % der AVMitglieder üben den Sport regelmäßig, d.h. mindestens zwei- bis dreimal im Monat aus 1 . Nach Wandern/Bergwandern ist Mountainbiken damit die am zweithäufigsten ausgeübte Sportart im Sommer 2.
2. Ziele und Haltung
Das primäre Ziel des Alpenvereins im Zusammenhang mit dem Mountainbikesport ist die Förderung seiner risikobewussten, umwelt- und sozialverträglichen sowie legalen Ausübung. Das daraus resultierende Aufgabenportfolio umfasst Ausbildungs- und Sicherheitsarbeit, Kommunikation und Konfliktbearbeitung sowie Netzwerkarbeit für eine, mit allen Lebensraumpartnern abgestimmte, bedarfsgerechte Erweiterung des legalen MTB-Routennetzes in Österreich. Der Alpenverein gibt differenzierten Lösungen zur Lenkung und Konfliktbehebung den Vorrang und distanziert sich von einer pauschalen Verbotskultur.
3. Bildungsauftrag
Der Alpenverein nimmt seinen Auftrag zur Vermittlung von fachsportlichen Kompetenzen zur Bewusstseinsbildung und Sensibilisierung wahr, um eine risikobewusste, verantwortungsvolle, naturund sozialverträgliche Sportausübung zu unterstützen. •
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Die Risiken beim Mountainbiken sind evident. Stürze können Verletzungen unterschiedlichsten Grades und auch tödliche Verletzungen zur Folge haben. Der Alpenverein entwickelt daher seine Kursprogramme und Sicherheitsinitiativen stetig weiter. „Technik statt Tempo“ – so das Motto des Alpenvereins zur Unfallprävention beim Biken im alpinen Naturraum. Wissen über natur- und wildökologische Zusammenhänge erhöht das Verständnis über die Notwendigkeit, vorhandene Regelungen einzuhalten und das eigene Verhalten kritisch zu
Leserumfrage BERGAUF, 2020, n=600. 36 % ergab die Mitglieder Marktforschungsstudie 2013 (IMAD, telefonische Befragung, n=700). 2 Befragung MTB & E-MTB (Online-Befragung, n=14.657), business beat 2020