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Kasblattl

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20 Jahre Gailtaler Almkäse g.U.

Käse Gut, Alles Gut!

Liebe Leserinnen, liebe Leser!

In dieser Festschrift erleben Sie einen historischen Ausflug durch die Geschichte der Gailtaler Almsennerein. Sie werden erkennen, dass die Milchverarbeitung und die Almbewirtschaftung im Gailtal auf eine lange Tradition zurückblicken kann.

Die Erhaltung dieser Tradition ist keine Selbstverständlichkeit – dazu braucht es Idealismus und Ehrgeiz.

Tragen auch Sie dazu bei, das Brauchtum auf den Almen zu bewahren. Besuchen Sie uns auf der Alm und genießen Sie die Almprodukte und erleben einen Tag ohne Stress und Hektik in herrlicher Natur.

Allen Käsefreunden, Naturliebhabern, Bewirtschaftern und Almbauern wünschen wir weiterhin die Möglichkeit in den Genuss gepflegter und bewirtschafteter Almen zu kommen.

Veranstaltungen im Jubiläumsjahr 2016

Wir haben das Jubiläumsjahr zum Anlass genommen den Gailtaler Almkäse g.U. vermehrt in den Mittelpunkt zu stellen. Bei den nachfolgenden Veranstaltungen und Präsentationen können Sie in den Genuss vom Gailtaler Almkäse g.U. kommen:

März: Kabinenbahn Einweihung bei der Milleniumsbahn Nassfeld Präsentation Gailtaler Almkäse g.U. im Kofelcenter

April: Vollversammlung Verein Genussregion Gailtaler Almkäse g.U. HLW-Ball in Hermagor

Juni: Almauftrieb der Mitgliedsalmen: Egger Alm, Watschiger Alm, Treßdorfer Alm, Rudniger Alm, Tröpolacher Alm, Rattendorfer Alm, Klein Kordin Alm, Straniger Alm, Waidegger Alm, Achornach Alm, Bischof Alm, Großfrondell Alm, Reisacher Jochalm

Juli: Pressekonferenz in Klagenfurt am Do, 21. um 11:00 Uhr am Event Plateau der Raiffeisen Landesbank Offizieller Käseanschnitt auf der Klein Kordin Alm, Sonntag 31. Juli 2016 Käseanschnitt auf allen Mitgliedsalmen mit feierlicher Umrahmung

September: Almabtriebsfeste in Rattendorf und Goderschach Käsefestival in Kötschach, 24. und 25. September 2016 mit Verlosung Wanderpass

Dezember: Internationale Käseprämierung in Kirchbach

Es finden während der gesamten Sommersaison geführte Wanderungen auf den Mitgliedsalmen der Gemeinde Hermagor und Gemeinde Kirchbach statt. Wanderpass der Genussregion Gailtaler Almkäse g.U. nicht vergessen!

Vielen Dank unseren Sponsoren!

Marktgemeinde Kirchbach

Liebe Käsefreunde und Lieb-

ist für die Gailtaler Almen ein wichtiges Jahr, denn wir feiern 20 Jahre Gailtaler Almkäse als herkunftsgeschütztes Produkt. Natürlich gibt es den Gailtaler Almkäse schon viel länger, eine genaue Jahreszahl kann aber nicht genannt werden. In vielen alten Schriften wird immer wieder der Käse von dem Gailtaler Almen als besonders köstlich und nahrhaft erwähnt.

Auch heute noch wird auf vielen Almen im Gailtal gekäst. Mit der Gründung des Vereins "Gemeinschaft der Gailtaler Almsennereien" als Dachverband von 13 Almen im Jahre 1996, wurde das Gailtaler Almprotokoll verfasst. Dort wurde festgelegt, wie der

Gailtaler Almkäse produziert werden muss. Das wichtigste Kriterium ist, dass ausschließlich Milch, die während der Almzeit auf der Alm gewonnen wird, zum Gailtaler Almkäse verarbeitet werden darf.

Sofort nach Vereinsgründung wurde der Antrag auf Markenschutz an die EU gestellt. Auf Grund der vereinsinternen Vorgaben wurde für den Gailtaler Almkäse der Markenschutz g.U. (geschützter Ursprung) gewährt.

Durch den EU-Markenschutz wurden notwendige Programme zur Erschließung und Modernisierung der Almen erstellt und eingereicht. Diese wurden auch gefördert.

Soll die Milch viel tragen ein, musst du auch Geschäftsmann sein, als Grundsatz sei stets aufgestellt: Für gute Ware gutes Geld, für gutes Geld auch gute Ware; Das ist das Wahre!

Zurzeit werden ca. 650 Milchkühe auf unseren Almen gehalten und ca. 65 Tonnen Gailtaler Almkäse erzeugt. Dass es sich beim Gailtaler Almkäse um Spitzenqualität handelt, beweist das hervorragende Abschneiden bei zahlreichen Käsebewertungen.

2011 habe ich von Hermann Lackner die Obmannschaft übernommen und versuche seither gemeinsam mit meinem Team in seinem Sinne weiter zu arbeiten.

Höhepunkte in unserem Verein sind die jährliche Vollversammlung, sowie der Käseanschnitt, der jedes Jahr auf einer anderen Alm am letzten Sonntag im Juli stattfindet.

Weiters feiern wir mit unseren italienischen Freunden die jährliche Käseprämierung abwechselnd in Paularo und in Kirchbach.

Das Käsefestival in Kötschach-Mauthen ist ein Fest, das unseren Almbewirtschaf-

tern die Möglichkeit gibt, den Almkäse das erste Mal im Tal zu präsentieren.

Nicht nur für die Bauern sind bewirtschaftete Almen wertvoll, sie sind auch für den Tourismus von großer Bedeutung. Die Almbauern sind diejenigen, die viel dazu beitragen unsere einmalige Landschaft zu pflegen und zu schützen. Nur von intakten und bewirtschafteten Almen kann auch der Tourismus profitieren.

In diesem Sinne möchte ich mich bei allen Nachbarschaften und Käsern bedanken. Ich wünsche allen Käsefreunden, Naturliebhabern und natürlich auch den Almbauern, dass wir weiterhin gepflegte und bewirtschaftete Almen erleben dürfen.

Obmann der Genussregion Gailtaler Almkäse g.U. Klaus Pernul

20 Jahre Gailtaler Almkäse g.U.

urch meine Verbundenheit zur Almwirtschaft seit meinen Jugendjahren nahm ich Mitte der 90er Jahre die Einladung von Sebastian Huber an, ihm als Geschäftsführer nachzufolgen. Der Beginn meiner Tätigkeit war geprägt von einer sehr großen Aufbruchstimmung, die sich durch Chancen in der Almwirtschaft durch den Beitritt Österreichs zur EU ergaben.

Die Arbeit zu dieser Zeit war für mich ein Leichtes, weil ein starkes Team hinter den Herausforderungen des Projektes Gailtaler Almkäse stand.

Auch wurden wir von der öffentlichen Hand bei der Umsetzung unserer Vorhaben sehr intensiv unterstützt.

Jahr für Jahr ist es uns gelungen, mit gezielten Vorgaben den Standard und die Qualität der Almen und des Gailtaler Almkäses stetig zu erhöhen.

Zurückblickend waren für mich die letzten 20 Jahre immer mit großer Freude verbunden, z.B. wenn ich an einige Eckpunkte unserer gemeinsamen Arbeit denke: wie die Umsetzung der Vereinsgründung, das Verfassen des Gailtaler Almprotokolls, die laufenden Weiterbildungsmaßnahmen für unsere Mitglieder oder den europaweiten Ursprungsschutz des Gailtaler Almkäses.

Der Verein Genussregion Gailtaler Almkäse g.U. ist zu einem Zugpferd für die Weiterentwicklung der Landwirtschaft und des Tourismus im Gailtal geworden. Von Bedeutung ist auch die Arbeitsplatzbeschaffung für alle Bewirtschafter, die bei uns im Gailtal eine Einkommensmöglichkeit finden.

Sehr viele Vorhaben, die umzusetzen waren sind deshalb gelungen, weil wir immer eine Vision verfolgten. Treffend zusammengefasst durch mein Lebensmotto:

"Wenn du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht die Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Werkzeuge vorzubereiten, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuleiten, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer.”

Geschäftsführer der Genussregion Gailtaler Almkäse g.U. Christof Wassertheurer

Liebe Freunde der Gailtaler AlmwirtschaI!

Gailtal schon immer eine wichtige Rolle gespielt. Die Gail, als einer der gefährlichsten Flüsse Österreichs, prägte seit je her den Talboden. Die ständig auftretenden Hochwasser und Verwüstungen ließen nur eine bedingte Nutzung der Talflächen zu. Saure, versumpfte Wiesen waren nur für die Verfütterung der Pferde geeignet und bildeten so die Grundlage für die Gailtaler Pferdezucht. Durch den Dobratschabsturz 1348 verschlimmerte sich die Situation zusätzlich. Dieser Umstand führte im Gailtal dazu, dass man höher gelegene Waldflächen rodete und zu Almflächen umwandelte. Laut Berichten wurde bereits der Bischof von Aquileia im 14. Jh. mit Fisch und Bergkäse bewirtet. Während der beiden Weltkriege wurde die Bewirtschaftung der Almen vernachlässigt. Die Zeiten danach brachten den Sennereien wieder Aufschwung.

Weitblickende Männer im Tal erkannten

die Notwendigkeit sich zu einer Kärntner Sennerei Gemeinschaft zusammen zu schließen. Federführend dabei waren ÖR Josef Warmuth (vlg. Bischof) aus Würmlach, Johann Lackner (vlg. Almerstof) aus Jenig, Johann Ramsbacher aus Kameritsch und der damalige Kammersekretär Ing. Pirker. 47 Almsennereien gehörten im Jahre 1950 zu der Gemeinschaft. Ihr Ziel war die Bewusstseinsbildung und Qualitätsverbesserung der Almprodukte. Die legendären Käseschauen in Rattendorf wurden ein alljährlicher Fixtermin.

Neben der allgemeinen Qualitätseinstufung waren fachliche Vorträge und agrarpolitische Information an der Tagesordnung. Herr ÖR Michael Hecher, Gründer der Kärntner Molkerei, förderte in dieser Zeit maßgeblich die Gailtaler Almen und den Almkäse. Er leitete Käsekurse, und der Verkauf wurde über die Oberkärntner Molkerei abgewickelt.

In den 60er Jahren verlor die Almbewirtschaftung wieder an Bedeutung. Bedingt durch den Wirtschaftsaufschwung nach dem 2. Weltkrieg Krieg, war es schwer, geeignetes Almpersonal zu finden. Auch die in dieser Zeit aufgetretene Rinderkrankheit "Abortus Bang" (seuchenhaftes Verwerfen der Rinder) führte dazu, dass keine Rinder auf die Almen aufgetrieben werden konnten. Im Gailtal wurde nur mehr auf drei Almen gekäst, die übrigen wurden ausschließlich mit Jungvieh bestückt.

Mitte der 70er Jahre kam es zu einer Milchschwemme und einem Butterberg in Österreich. Der Staat musste hohe Stützungsgelder zuschießen, damit der Milchpreis gehalten werden konnte. 1978 wurde die Milchkontingentierung eingeführt, nur die Milch der Almen war nicht betroffen. In Folge wurden wieder vermehrt Kühe auf die Almen aufgetrieben.

Zwei hochverdiente Herren möchte ich für Ihre Verdienste für die Gailtaler Almen besonders hervorheben: den ehemaligen Obmann ÖR Josef Warmuth und den langjährigen Geschäftsführer Sebastian Huber.

Im Jahr 1982 wurde ich auf der Straniger Alm zum Obmann gewählt. Bei der Neuausrichtung des Vereines im Jahr 1995 hat Christof Wassertheurer die Geschäftsführung des Vereines übernommen. Für die Einreichung der 5b-Förderung „Gailtaler Almkäse" wurde unter Beiziehung eines vom Land Kärnten zugeteilten Projektberaters in unzähligen Arbeitskreisen die Kriterien des Kärntner Almprotokolls erarbeitet und Investitionspläne für jede Alm erstellt. Die Einreichung des 5b-Förderungsprojektes galt kärntenweit als erstes ihrer Art.

Der Höhepunkt in der Geschichte des Gailtaler Almkäses war die Zuerkennung und Überreichung der geschützten Ursprungsbezeichung der EU (g.U.) durch Agrarkommissar Dr. Franz Fischler 1997 in Klagenfurt. Diese hohe europäische Auszeichnung war für unsere Region und deren Almen mit einem großen Werbeeffekt verbunden. Mit der Mitgliedschaft zur

Genuss Region Österreich ist es uns zusätzlich gelungen mit den Partnerbetrieben neue Absatzmöglichkeiten für die Zukunft zu schaffen.

Mit meinem kurzen Rückblick in die Vergangenheit sieht man, dass die Gailtaler Almsennereien sich immer wieder den wechselnden Gegebenheiten und Anforderungen angepasst haben.

Auch ich bin schon seit meiner Jugend an mit der Alm verbunden. Ich erinnere mich gerne an so manchen Almauftrieb zurück. Frühmorgens um 3 Uhr sind wir aufgebrochen, auf der Almhütte gab es ein deftiges Frühstück, dann wurden die Rindvieher aufgenommen und danach erfolgte die Arbeitseinteilung zum Schwenden. Der Almauftrieb wurde nach getaner Arbeit mit Gesang und Wein anständig begossen und so manches Mal endete es mit einem Bad im Käsekessel.

Für die Zukunft wünsche ich der Genuss Region Gailtaler Almkäse g.U. ein erfolgreiches Wirken.

ÖR Hermann Lackner langjähriger Obmann der Genussregion Gailtaler Almkäse g.U.

"Der Star ist

Dr. Franz Fischler bei der Übergabe der EU-Urkunde an die Gailtaler Almsennereien 1997

"Wer den Käse liebt, der liebt die Welt, und wer die Welt liebt, den lieben die Götter!"

Autor unbekannt und FortschriP

20 Jahre zwischen Tradi_on

sehr leistungsstarke bäuerliche Selbsthilfsgemeinschaft geschaffen bzw. gestärkt und das Produkt "Gailtaler Almkäse" als EU-geschütztes Markenprodukt über die Bezirks- und Landesgrenzen bekannt

Ich darf aber auch als alter Mitarbeiter und Freund der Gailtaler Almwirtschaft auf die Erstgründung der vorgenannten Organisation in einer besonders schwierigen Zeit im Jahr 1948 durch ÖR Josef Warmuth, vlg. Bischof in Würmlach, und dem Leiter der Abteilung Milchwirtschaft bei der LWK, Herrn Michael Hofer, hinweisen.

ufrichtigen Glückwunsch zur Neugründung der Gailtaler Almsennergemeinschaft vor zwei Jahrzehnten. Durch besondere Initiative des Obmanns ÖR Hermann Lackner und Käsemeister Christof Wassertheurer wurde unter Mitwirkung der EU eine

Um in den Genuss des staatlichen Erzeugermilchpreises bzw. der Käseförderung zu kommen, musste ein Verein gegründet werden. Bezuschusst wurden nur Milchprodukte der Güteklasse I und II. Als Käseberater und Geschäftsführer war Ing. Otto Serschön von 1948 bis 1959 tätiganschließend meine Wenigkeit bis 1995.

Die Schulung für Neueinsteiger in das Käsereihandwerk erfolgte auf der Plöcken Alm, später in der alten Molkerei in Spittal. Dafür bin ich heute noch dem verdienstvollen Käsemeister Jakob Stefan, vlg. Marjak, und dem ehemaligen Geschäftsführer der OKM ÖR Michael Hecher für ihr ständiges Entgegenkommen mit Rat und Tat, sehr dankbar.

Hervorheben darf ich noch in besonderer Weise ob seines mustergültigen und meisterhaften Könnens und Wirkens auf über ein halbes Jahrhundert bis in die letzten Jahre Käsemeister und Pächter Adolf Winkler aus Grafendorf.

Neben der Euterüberprüfung und Bedarfsmittelbestellung war im Herbst eine Exkursion durchzuführen. Ebenso fand die jährliche Käsebonitierung und Käseschau in Rattendorf im Gasthof Reiter statt.

Durch den Strukturwandel ging die Zahl der Käsebetreiber von 29 auf den Tiefstand von sieben Betrieben im Jahr 1975 zurück. Durch die Einführung der Milchkontingentierung für Molkereilieferungen erfolgte ein geringer Wiederanstieg der Almkäsebetreiber auf den heutigen Stand von 13 aktiven Käseverarbeitungsbetrieben.

Auch ich bin noch immer ein großer Konsument und Genießer der Gailtaler Almprodukte. Meiner Familie wünsche ich weiterhin viel Gesundheit und den Pächterfamilien Durchhaltekraft, für diese wichtige und verantwortungsvolle Tätigkeit zur Kulturerhaltung der Landschaft und Gesunderhaltung der Menschen.

Sebastian Huber langjähriger Geschäftsführer der Genussregion Gailtaler Almkäse

g.U.

16.6.1996: Unterzeichnung des Gailtaler Almprotokolls auf der Reisacher Joch Alm

Was bisher geschah...

Erkennen der Chance für die Almwirtschaft im Gailtal durch den EU Beitritt 1995 Vorbereitungen 5b-Projekt (EU-Förderprogr.) unter Führung von ÖR Hermann Lackner

Intensive Zusammenarbeit mit den zuständigen Stellen des Landes Kärnten

Beauftragung der Beratertätigkeit an die Firma Plantago von Heinz Blechl

Erarbeitung des Gailtaler Almprotokolles (Richtlinien Käseproduktion/Almbewirtschaftung)

Vorstellung der Initiative Gailtaler Almkäse der Öffentlichkeit

Übergabe der Geschäftsführertätigkeit von Sebastian Huber an Christof Wassertheurer

Vereinsgründung „Verein der Gemeinschaft der Gailtaler Almsennereien"

Unterzeichnung des Gailtaler Almprotokolls am 16. Juni auf der Reisacher Joch Alm

1. Almkäseprämierung am 26.10. in Dreschhütte Tressdorf mit ORF-Berichterstattung

Übergabe des Gütesiegels der Landwirtschaftskammer Kärnten

Erste Almkäseprämierung mit italienischen Partnern

Interreg Programm (grenzüberschreitende Zusammenarbeit) "Karnischer Almweg"

Ankündigung Marke Gailtaler Almkäse g.U. im europäischen Amtsblatt am 23. Jänner 25. April Übergabe der Markenberechtigung in Klagenfurt durch EU-Kommissar Franz Fischler

Laufende Almsanierungen im Rahmen des 5b Projektes

Organisation des Kärntner

Almwandertages Tröpolacher AlmRattendorfer Alm

1. Internationale Käseprämierung im Gemeindesaal Kirchbach

Neues Interreg Projekt "Almen ohne Grenzen"

Mitglied beim Regionalmanagement Karnische Region (Zusammenschluss für Interreg und Leader Förderprojekt)

Projekt über Erhebung der Almfutterflächen - wurde im nachhinein als nicht gültig anerkannt

Wiederaufnahme des Gailtaler Almkäse g.U. in den Status als „Urprodukt“

Überprüfung der Aufzeichnungspflicht der Almen durch Finanzprüfer

Versuch die Gailtaler Speck- und Käsestraße aufzubauen - leider gescheitert

Ernennung des Gailtaler Almkäses g.U. zur Genuss Region

Laufende Fortbildungen für Mitglieder

Umsetzung der Genuss Region Gailtaler Almkäse g.U.

Bereinigung von Problemen mit der Finanzpolizei über die richtige Anmeldung von MitarbeiterInnen

Ende vom typischen "Halterbua"

Umbenennung des Vereinsnamens in „Genuss Region Gailtaler Almkäse g.U.“

Obmannwechsel ÖR H. Lackner an K. Pernul

Neuerhebung und Berechnung der Almfutterflächen

Erste Senner Stammtische

Einweihung der bedruckten Seilbahnkabine des Millenium Express/Nassfeld

Geschichtlicher Hintergrund

ie Alm- und Weidewirtschaft ist das älteste und typischste Wirtschaftssystem im Alpenraum. Die Almwirtschaft kann bis weit ins Mittelalter nachgewiesen werden.

Die ersten schriftlichen Aufzeichnungen von der Milchverarbeitung auf Gailtaler Almen sind bereits in den Urkunden der Grafen von Görz aus dem 14. Jahrhundert zu finden.

Für die Viehzucht reichten die kargen, sauren Wiesen im Tal nicht aus. Durch diese ungünstigen natürlichen Bedingungen hat

Von Weltkriegen bis zur EU

Während des ersten Weltkrieges waren die Gailtaler Almen mitten im Kriegsgebiet, und wurden von den Kriegshandlungen teilweise zerstört. In den 30er Jahren begann der Wiederaufbau bzw. Neubau mit Unterstützung der Behörden. In dieser Zeit erlebte die Almwirtschaft einen Höhepunkt.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde der "Verein der Gailtaler Almen" gegründet. In Zeiten des Wirtschaftswachstums und der Industrialisierung sind die Almen wieder ins Abseits geraten, so wurde um 1970 nur mehr auf einigen Almen gekäst.

Mit der Einführung der Milchquote ist das Interesse an der Käseerzeugung auf den Almen wieder gestiegen und somit wurden

sich die Almwirtschaft im Gailtal zu einer wichtigen Wirtschaftsform entwickelt. So wird seit jeher das Milchvieh im Sommer auf die Almen getrieben und dort die Almmilch an Ort und Stelle veredelt.

Die Käseerzeugung auf den Almen war also weit verbreitet und diente vornehmlich zur Verbesserung der Haltbarkeit, Lagerfähigkeit und Transportfähigkeit der Milch.

Die Almen werden bis heute unter großen Arbeitseinsatz gepflegt, damit der Wert der alpinen Weiden dauerhaft erhalten bleibt.

die Gailtaler Almen wieder reaktiviert. Zu dieser Zeit war Hr. Sylvester Gruber, vlg. Bischof aus Würmlach, Obmann der Gailtaler Almsennereien. 1984 hat Hr. Hermann Lackner das Amt des Obmanns übernommen. Ihm stand Hr. Sebastian Huber als Geschäftsführer zur Seite.

Mit dem EU-Beitritt erkannten der Obmann und der Geschäftsführer eine große Chance. In vielen Arbeitssitzungen wurde der Verein der Gailtaler Almsennereien neu gegründet. Leider sind nicht alle damaligen Mitgliedsalmen dem neuen Verein beigetreten. So schlossen sich 13 Almen zum neuen Verein zusammen.

Ställe Kleinkordin Alm 1940

Der Verein „Genuss Region Gailtaler Almkäse g.U.“ ist seit Jahrzehnten eine starke Gemeinschaft, die ungeachtet der Entwicklungen in der Landwirtschaft an den Grundsätzen einer extensiven und ökologisch orientierten Bewirtschaftung der Gailtaler Almen festgehalten hat.

Im Jahr 1949 waren im Gailtal noch 39 Almsennereien aktiv. Um die Entwicklungen der Almwirtschaft zu steuern und die zum Teil damit verbundenen Schwierigkeiten in Zukunft besser lösen zu können, kam es im Jahr 1949 zur Gründung der "Gemeinschaft der Almkäsereien Kärntens" mit Sitz in Kötschach.

Im Laufe der Jahrzehnte wurde aufgrund der hervorragenden Einzelstellung des Gailtales im Hinblick auf die Produktion von Almkäse der Name der Vereinigung in "Gemeinschaft der Gailtaler Alpsennereien" berichtigt. Im April 1996 wurde diese Vereinigung in den "Verein der Gemeinschaft der Gailtaler Almsennereien" übergeführt.

Der Umdenkprozess in der Landwirtschaft mit einem Umschwung in Richtung extensiver, ökologisch orientierter und qualitätsbewusster Wirtschaftsformen sowie entsprechende Förderangebote der öffentlichen Hand haben der Almwirtschaft in den letzten Jahren wieder zu einem Aufschwung verholfen. Auch das Erkennen des touristischen Potentials der alpinen Kulturlandschaft und der zunehmende Trend zur Produktion natürlich erzeugter, bäuerlicher Lebensmittel förderten die Almsennereien im Gailtal.

Die Kernaufgaben des Vereines liegen in der Qualitätssicherung, Öffentlichkeitsarbeit (Werbung, Marketing) Weiterbildung und Mitgliederberatung. Hintergründe der Vereinsgründung

Bedingt durch den Strukturwandel in der Landwirtschaft und die Intensivierung der Grünlandwirtschaft in den Tallagen verlor die Almwirtschaft und damit die Almsennerei ab den sechziger Jahren zunehmend an Bedeutung. In dieser Zeit wurde noch auf rund zwanzig Almsennereien gekäst. In den siebziger Jahren reduzierte sich die Anzahl auf sieben aktive Almsennereien.

Im Jahre 1934 kostete...

1 kg Käse S 2,40

1 kg Butter S 3,80

1 kg geräucherter Almschotten S 1,00.

Im Vergleich dazu verdiente ein Lehrer zur damaligen Zeit S 120,00 mit einer Wohnmöglichkeit im Schulhaus.

"I bin die Letzte vorm Herrgott!"

Weti Buchacher, Interview Kleine Zeitung 16.9.1981

EGGER ALM

Agrargemeinschaft Egger Alm und Zinia geht hervor, dass am 9. November 1913 ein eigener Milchverpachtungsausschuss gegründet wurde. In den darauffolgenden Jahren wurde jährlich die Milch neu verpachtet. Die Pächter kamen aus dem näheren und weiteren Umfeld unserer Alm. Nicht selten wurde die Milch auch in das direkt benachbarte Italien verpachtet. Wurde kein passender Pächter gefunden, erfolgte die Käseproduktion durch die Mitglieder der Agrargemeinschaft Eggeralm und Zinia.

In den Jahren 1951 – 1953 wurde die Milch an einen gewissen Karl Wallner aus Jenig offeriert. Der damalige Preis belief sich auf 1,05 Schilling pro Liter. Der Pächter hatte 2 Hirten zu stellen und auch die erforderlichen sozialen Lasten des Personals zu tragen. Wie den Protokollen zu entnehmen ist, musste immer ein Bürge gestellt werden. In den Jahren 1953 –1956 übernahmen der Käsemeister Johann Pock und sein Sohn Albert aus Dellach die Käsertätigkeiten auf der Egger Alm. Die Konditionen waren ähnlich wie bei den Vorpächtern. Ab dem Jahre 1957 übernahm Herr Albert Pock die Milchabfuhr ins Tal. Als Entlohnung wurden 10 Groschen/Liter Milch vereinbart. Die Abfuhr erfolgte bis in die 70er Jahre.

In den 60er Jahren wurde die Käserei zum Gasthaus "Zur alten Käserei“ umgebaut. Die Investitionen dazu wurden durch Ablöse der Überlandsgrundstücke finanziert.

Ab dem Jahre 1980 verpachtete die Agrargemeinschaft Egger Alm und Zinia das Gasthaus „Zur alten Käserei“ an Herrn Anton Wilhelmer. Dieser begann auf unserer Alm in diversen Tamar und Ställen der Almhütten die Milch- und Käseproduktion wieder voranzutreiben. Im Laufe des 20jährigen Pachtverhältnisses errichtete Herr Wilhelmer einen Stall und führte mit großen Eigenleistungen den Um- und Ausbau durch. ➤

baut und mit einem Melkstand an den neuesten Standard herangeführt. Im Rahmen des Umbaus wurde ebenso eine knapp 100 m³ fassende Güllegrube errichtet. Im Jahr 2015 wurde mit der Verlegung der Käserei in das Stallgebäude eine Optimierung und Qualitätssicherung der Käseproduktion auf der Egger Alm erzielt. Die vielen Investitionen der Agrargemeinschaft Egger Alm/Zinia in den letzten Jahrzehnten

Nachbarschaft:AgrargemeinschaE Egger Alm/Zinia

Seehöhe:1.435 m

Almfläche:357 ha davon 131,5 ha Weidefläche inkl. ÖBF Weideservitut 20 ha Pachtweide auf italienischer Seite

Tiere:34 Milchkühe, 133 Galtvieh, 46 Pferde, 6 Schweine Almprodukte:Gailtaler Almkäse g.U., SchoXen, AlmbuXer, SchniXkäse, Weichkäse, Frischkäse, Joghurt

Besonderheiten: Das Almdorf besteht aus 47 HüXen und einer Heimkehrerkapelle. Das Almgebiet erstreckt sich über ein Hochtal mit einem Almsee. Einzigar\g ist die Buckelwiese mit einer üppigen Vegeta\on.

Dzt. bewirtschaIet von:Familie Buchacher-Wastl, 9631 RaXendorf 57,

email: elisabeth.buchacher@gmx.at

WATSCHIGER ALM

ie Watschigeralm ist eine reine Milchkuhalm ohne Jungvieh und war bis vor einigen Jahren auch noch mit Mutterschafen bestoßen. Die Käseproduktion wurde hier traditionell fortgeführt, somit ist sie eine der wenigen Gailtaler Almen, wo ununterbrochen Käse erzeugt wurde.

Durch ihre einzigartige Lage mitten im Skigebiet Naßfeld ist der Sommer- und Winterrourismus schon seit den 1960er Jahren ein beständiger Begleiter.

Erwähnenswert ist auch die botanische Besonderheit direkt an der Almhütte, die „Wulfenia“ oder auch „Kuhtritt“ genannt. Für ihre Weiterverbreitung sind auch die Milchkühe verantwortlich, die jährlich die Weiden und Pisten abgrasen. ➤

Wulfenia

Durch die Wiederkäuer wird die so aus ca. 130 ha große Weidefläche in durchschnittlich 45.000 kg Milch/Almsaison umgewandelt.

Die Almauftreiber schätzen den verminderten Arbeitsaufwand im Sommer auf den Heimbetrieben sowie die gute Quali-

Bis vor wenigen Jahrzehnten (ca. 1971) wurde der gesamte Almbetrieb mit Personal eigenständig im Namen der Agrargemeinschaft geführt. Heute arbeiten hier eigenverantwortliche Pächter, die neben der agrarischen Nutzung ihren Verdienst durch den Sommertourismus aufbessern.

Almprodukte:Gailtaler Almkäse g.U., SchoXen, AlmbuXer, Joghurt, SchniXkäse

Besonderheiten: Die Wulfenia (lat. wulfenia carinthiaca) blüht direkt an der AlmhüXe. Die Blume ist strengstens geschützt und wächst in dieser Art nur hier. Alljährlich kommen Botanikfreunde aus aller Welt, um diese einzigar\ge Pflanze zu bewundern und zu fotografieren. Den Namen erhielt die Wulfenia von ihrem Entdecker, Franz Freiherr von Wulfen (1728-1805), der vor über 200 Jahren diese „neue blaue Pflanze, die kein Botaniker je gesehen und beschrieben hat“, am Nassfeld fand.

Dzt. bewirtschaIet von:Frau Teresa Weidhofer, 9632 Kirchbach 18 weidhofer.teresa@outlook.com

TREßDORFER ALM

ie Treßdorfer Alm befindet sich in der Gemeinde Hermagor am südlichen Hauptkamm an der Grenze zu Italien. Treßdorf selbst liegt in der Gemeinde Kirchbach, das heißt unsere Alm ist ca. 20 km entfernt. Aufgrund des Grenzübergangs nach Italien ist sie über eine Bundesstraße gut erreichbar.

Wie die Treßdorfer Bauern zu dieser Alm gekommen sind?

Die Alm konnte am Anfang nur gepachtet werden. Der Pachtzins an das Geschlecht der Eichelburger wurde in 24 Laiben Käse und 300 Eiern aufgewogen. Im Jahre 1504 erfolgte dann der Kauf von Christof von Eichelburg. Dieser Kauf galt jedoch nur 6 Jahre auf Probe. Man wollte sich vergewissern, ob die Treßdorfer in der Lage waren, die Alm ordnungsgemäß zu bewirtschaften. Im Jahr 1510 war der Kaufvertrag schließlich gültig. Der Kaufpreis betrug 60 rheinische Gulden. Die Originalkaufurkunde ist bis heute erhalten und hängt im Büro der AG Treßdorf. Leider wurden nach dem 1.Weltkrieg, als Österreich zu den Verlierern zählte, 420 ha der Alm abgetrennt und fielen zu Italien. Im Jahre 1951/52 wurde das Almgasthaus mit Käserei errichtet. In den 60er Jahren wurde dann aber die Käserei beim Stallgebäude dazugebaut und das Almgasthaus

an die Naturfreunde verpachtet. Seit 1987 ist die Familie Dollinger Pächter des Gasthauses.

Zur Alm

Die Alm hat noch eine Größe von 481 ha. Davon werden 186 ha (großteils Schutzwald) forstwirtschaftlich genutzt. Der Wald wird nach Vorgaben des nunmehr dritten Waldwirtschaftsplans bewirtschaftet. Die almwirtschaftlich genützte Fläche beträgt 240 ha und die unproduktive Fläche 45 ha. Die 240 ha teilen sich wiederum in 170 ha Weidefläche laut AMA, davon 87 ha Pistenfläche und 70 ha Weidefläche in Italien, die wir angepachtet haben.

Weiters bestehen Weideservitute in den angrenzenden Flächen der Alm. Es gibt 29 Teilhaber und insgesamt 212 Anteile.

Die Alm ist unterteilt in eine Milchkuhalm (Treßdorfer Alm) und eine Jungviehalm (Rossalm). Im vergangenen Jahr wurden 20 Pferde, 205 Galtvieh, 70 Milchkühe und 13 Milchziegen aufgetrieben. Dies ergibt 246,65 GVE. Die Tiere kamen von 13 Teilhabern und 36 Fremdauftreibern. Der Auftrieb findet ca. zwischen 15. und 20. Juni statt. Der Abtrieb um den 20. September.

Zur Kuhalm

Die Kuhalm besteht aus Stall mit Rohrmelkanlage (sechs Melkeinheiten), Käserei, Schaukäserei, Reiferäume, Lager, Bauernladen und Gasthaus. In der Schaukäse-

rei haben die Besucher die Möglichkeit dem Käser über die Schulter zu schauen. In einem Vortrag erläutert der Käser die einzelnen Schritte der Käseproduktion. Im angeschlossenen Bauernladen können alle Produkte sowie auch andere Produkte aus der Region erworben werden.

Zur Rossalm

Auf der sogenannten Rossalm, wo sich die Pferde und das Galtvieh befinden, ist ebenfalls ein Halterehepaar aus Treßdorf tätig. Ihre Aufgabe ist es, das Vieh zu behirten, Zäune zu errichten, da die Alm in eine untere und obere Alm getrennt wird. Familie Buchacher macht diese Arbeit mit viel Einsatz und mit Liebe zu den Tieren. Als Unterkunft dient eine alte urige Hütte und ein kleiner Stall.

Seehöhe:1600 m

Almfläche:481 ha davon 170 ha Weide-, 87 ha Pistenfläche

Tiere:70 Milchkühe, 205 Galtvieh, 20 Pferde, 13 Melkziegen

Almprodukte:Gailtaler Almkäse g.U., SchoXen, AlmbuXer, Weichkäse, SchniXkäse, Joghurt

Besonderheiten: Schaukäserei (während der Almöffnungszeiten tgl. 10-16 Uhr)

Dzt. bewirtschaIet von:Familie Arno Oberluggauer, 9634 Grafendorf 138

email: info@tressdorferalm-kaeserei.at hXp://www.tressdorferalm-kaeserei.a

RUDNIG ALM

ördlich des Rosskofels und westlich des Trogkofels liegt ein Fleck nach Osten ausgerichtet, der als Rudnigalm bekannt ist. Allein der Wortteil Rudnig in der Bezeichnung Rudnigalm lädt zum Verweilen ein.

Die historischen Quellen bzgl. des Namens RUDNIG sind folgende:

- parva Rudnich (Klein-Rudnig - lat. Bezeichnung für die Tröpolacher Alm im Jahre 1288)

- Rudnyck (1437)

- Rudnigkh (1480)

Der Flurname Rudnig oder Rudnik enthält den altslawischen Wortstamm ruda für „rote Erde“ bzw. steht das slowenische rudny für „rot“ oder rúdas für „rotbraun“.

Die Zeit von einem dreiviertel Jahrtausend hat diese Bezeichnungen „abgeschliffen“: von Rudnich über Rudnyck, Rudnigkh, Rudnigk hin zu Rudnik bzw. Rudnig – in der heutigen Verwendung.

Die Rudnigalm liegt in den Karnischen Alpen

im Oberen Gailtal direkt unter dem 2280 m hohen Trogkofelmassiv. Der Trogkofel selbst besteht u.a. aus einer Schichte rosarotem bis rötlichem Kalk, welcher oft Nester einer roten, tonigen Masse enthält. Geologen bezeichnen diesen Kalk als Trogkofelkalk. Nicht nur im Rudnigbach und natürlich auch auf den freien Flächen der Rudnigalm und der Tröpolacher Alm, ja selbst im Doberbach und in der Oselitzen findet man mehr oder weniger große Gesteinsblöcke mit rötlichen Adern bzw. Flecken rötlichbrauner Einschlüsse.

Die erste urkundliche Nennung der Rudnigalm findet man im Urbar aus dem Jahre 1437 (Vorläufer der Grundbücher und Kataster) über die Kärntnerischen Besitzungen des Hochstiftes Bamberg (im Norden des heutigen Bayern gelegen).

Weitere Urbare belegen, dass die Rudnigalm bis ca. 1580 fest in den Händen der Khünburger Grafen gelegen ist – allerdings unter Einräumung des Wiederkaufrechtes des Stiftes Bamberg. Sie haben ihre Besitzun- ➤

gen in Kärnten immer nur verpachtet bzw. verpfändet.

Interessant ist die urkundlich verbriefte Tatsache, dass um ca. 1450 die Walchen vom Stift Bamberg die Rudnigalm (hier als Groß-Rudnig bezeichnet) gepachtet hatten. Auch auf anderen Karnischen Almen wird in den Anfängen der Almbewirtschaftung Welsch gesprochen und die Einheimischen erlernen deren fortschrittlichen Methoden der Milchverarbeitung sowie das Käsen.

Am 16. Mai 1884 wurden erstmals 19 Besitzer der Rudnigalm im Grundbuch aufgelistet. Die Besitzer kamen aus den Ortschaften Schimanberg, Kreuth ob Möschach, Guggenberg, Kreuth ob Rattendorf, Danz, Kleinbergl und Schlanitzen.

1906 sind ca. 50 ha Fläche südlich der Troghöhe (Rudnigsattel, Südflanke des Trogkofels) infolge von Grenzveränderungen durch den Friedensvertrag von Saint Germain unter italienische Staatshocheit gekommen.

In den 1930er Jahren wurden die Almgebäude samt Käserei am heutigen Standort errichtet.

Aufgetrieben wurden Rinder, Schafe, Ziegen, Schweine und Kühe mit ausreichender Milchleistung (mindestens 5 l).

1978 begann die Erschließung der Alm für den Wintersport. Heute ist die Rudnig Alm ein fixer Bestandteil der Skiregion Nassfeld mit modernen Aufstiegshilfen und einem Restaurant.

Für den historischen Inhalt verantwortlich: HR Mag. Hans Hohenwarter

NachbarschaI:AgargemeinschaE Rudnig Alm

Seehöhe:1.621 m

Almfläche:280 ha Gesamoläche davon 80 ha Weidefläche Tiere:35 Milchkühe, 60 Stk. Galtvieh, Schweine

Almprodukte:Gailtaler Almkäse g.U., SchoXen, AlmbuXer, Kräuterkäse

Besonderheiten: beliebter Ausgangspunkt für KleXertouren, Almfrühstück mit Sonnenaufgang, Murmel\ere in unmiXelbarer Nähe

Dzt. bewirtschaIet von:Herr Chris\an Jenul, 9631 Tröpolach 101 email: chris\anjenul@gmx.at

Käserei Bischof Alm

Seilbahn Großfrondrell Alm

Anno dazumal ...

Bischofalmfrau

Almkehraus RaPendorfer Alm 1979

Waschtag Achornach Alm

Milchtransport Straniger Alm

... im Wandel der Zeit

TRÖPOLACHER ALM

ie erste urkundliche Nennung der Tröpolacher Alm ist für Gailtaler Verhältnisse

Georg sowie deren Beleuchtung (ewiges Licht) zu sorgen.

1927 – Morgenblick von der Trogkofelschulter auf die Tröpolacher Alpe gegen Dobratsch

Genau diesen Passus wissen die Tröpolacher bei allen „Almstreitigkeiten“ in den kommenden 250 Jahren klug einzusetzen. So erneuert der habsburgische König Maximilian I auf eindringliches Bitten der Tröpolacher im Jahre 1499 alle Zusagen und Pflichten Ottos von Grünburg.

Letztlich bestätigt 1528 Hans Mandorfer als Hauptmann der ehemaligen Grafschaft Ortenburg und des mächtigen neuen Grundherrn Gabriel von Salamanca wieder die ursprünglichen Zusagen.

Danach brechen für die Tröpolacher Alm ruhigere Zeiten an.

Bemerkenswert ist die Tatsache, dass die Tröpolacher Alm am längsten den Charakter eines Almdorfes im Oberen Gailtal beibehält.

Die Situation der Almen, vor allem in den Grenzregionen, die unter dem ersten Weltkrieg fürchterlich gelitten haben, ist bedenklich. Trotz politisch schwieriger Zeiten wird landesweit ein Wiederaufbauprogramm gestartet. So wird 1932 auch auf der Tröpolacher Alm der Bau einer Almhütte und eines gemeinschaftlichen Stalls in Angriff genommen – aber bis in die 1950er Jahre sind noch vereinzelt alte Almhütten anzutreffen.

Abgesehen von einer kurzzeitigen Unterbrechung in den 1970er Jahren produziert die Tröpolacher Alm herauf bis in unsere Tage einen vorzüglichen Käse nebst anderen Milchprodukten.

Für den historischen Inhalt (inkl. Bild 1927) verantwortlich: HR Mag. Hans Hohenwarter

Tiere:55 Milchkühe, 100 Galtvieh

Almprodukte:Gailtaler Almkäse g.U., SchoXen, AlmbuXer

Besonderheiten: atemberaubender Ausblick über das Gailtal

Dzt. bewirtschaIet von:Familie Albert Größbauer, 9640 Kötschach 92

RATTENDORFER ALM

ie Rattendorfer Alm, auch Schellekalm genannt, wurde erstmals 1403 urkundlich erwähnt. Noch 1875 wurden für Rattendorf 5 Gemeinschaftsalmen ausgewiesen, wovon damals zwei verpachtet waren.

Gealpt wurden damals: 40 Pferde, 8 Stiere, 590 Milchkühe, 577 Ziegen und 60 Schweine. Es gab 11 Halterhütten, 20 Stallungen, 6 Heustadl und 11 Käsereien. Verrichtet wurden die anfallenden Arbeiten von 5 Knechten, 4 Mägden und 16 Hirten, wie man aus der ersten systematischen Beschreibung über "Die Alpenwirtschaft in Kärnten" von der Kärntner Landwirtschaft erfährt.

Man sieht, dass damals schon die Almwirtschaft und das Käsen für die Talbauern auf den Gailtaler Almen von großer Bedeutung und vor allem eine Entlastung der Heimbetriebe war.

Auch heute befindet sich die Rattendorfer Alm im Gemeinschaftsbesitz der Nachbar-

schaft Rattendorf mit 64 Anteilshabern und 14 Auftreibern. Die Agrargemeinschaft Rattendorf ist eines von 13 Mitgliedern des Vereines Genussregion Gailtaler Almkäse g.U., welche von Anfang mit dabei war.

Der Almkataster weist eine Almfläche von 455 ha aus, wobei sich die Weidefläche von 1.400m Seehöhe bis 2.000m Seehöhe erstreckt. Die Weideflächen werden als Koppelwirtschaft betrieben. Bei der Almfutterfläche hat es in den letzten Jahren starke Flächenverluste gegeben.

Zurzeit werden 64 Melkkühe aufgetrieben, davon ca. 20 Stück Fremdvieh. In ca. 90 Almtagen werden 59.000 kg Milch gemolken und in erster Linie zum Gailtaler Almkäse verarbeitet. Das Melken erfolgt in einem modernen 2x4er Fischgrätenmelkstand. Dieser wurde im Jahr 2009 erbaut. Außerdem grasen noch 55 Kälber auf den Almwiesen.

Die Rattendorfer Alm wird von Juni bis September bewirtschaftet. Die Bewirtschafter verwöhnen Sie mit selbsterzeugten Gailtaler Spezialitäten wie Gailtaler Almkäse, Almbutter, geräuchertem Schotten und Hausmannskost in freundlicher Hüttenatmosphäre verwöhnt.

Sie ist ein idealer Ausgangspunkt für zahlreiche Wanderungen und Bergtouren. Die Hütte bietet ansprechende Übernachtungsmöglichkeiten in urigen Zimmern mit Bergblick oder im geräumigen Lager.

Für den historischen Inhalt verantwortlich: HR Mag. Hans Hohenwarter

:AgrargemeinschaE NachbarschaE RaXendorf

Seehöhe:1.535 m

Almfläche:455 ha davon rund 91 ha Weidefläche

Tiere:64 Milchkühe, 55 Kälber

Almprodukte:Gailtaler Almkäse g.U., SchoXen, AlmbuXer, Joghurt, SchniXkäse

Besonderheiten: Scoq Kapelle (Heldengedenkkirche), beliebter Hausberg ZoXachkopf, Soldatengedenkweg Ringmauer

Dzt. bewirtschaIet von:Herr Georg Ertl, 9640 Würmlach 59 email: bisoneuropa@gmail.com

KLEINKORDIN ALM

Almerinnerungen von Christof Wassertheurer (geb. 1929 ✝ 2005)

ie aus alten Berichten hervorgeht, konnten die hoch gelegenen Almen des Gailtals - außer jenen Gebieten die von der Grundherrschaft für die Jagd benötigt wurden - von jedermann zur Beweidung benutzt werden. Es kam zu Streitigkeiten um die besseren Weiden. Da teilte die Herrschaft (Fürst Porcia) den Bauern jeder Ortschaft ein bestimmtes Gebiet zu. Sie mussten dafür Abgaben leisten (Käse, Ziegen, Schafe). Die Weiderechte wurden meistens durch Heirat zwischen den Bauern weitergegeben. In der Franzosenzeit (1800- 1810) kam es zu den ersten Eigentümerübertragungen an die Bauern. Das volle Eigentum der Gailtaler Almen brachte die Revolution 1848.

Die Kleinkordin Alm wurde zunächst von Bauern aus Oberdöbernitzen (vlg. Lerch und vlg. Stieber), Wassertheurer vom Wassertheurerberg und vlg. Mar vom Goldberg ober St. Daniel bewirtschaftet. Um die Jahrhundertwende kaufte mein Großvater

das 1/8 Anteil von vlg. Lerch. Ab nun besaßen Wassertheurer und Mar die Alm je zur Hälfte. Die Bewirtschaftung erfolgte so: die Milch wurde getrennt in den Käsehütten der beiden Besitzer verarbeitet.

Die Kühe wurden gemeinsam gehütet. Für die Aufsicht der Ziegen und Schafe standen je ein Halterbub zur Verfügung. In jeder Sennhütte arbeiteten ein Käser, eine Hilfssennerin (kochen, putzen), ein Kuhhalter und ein Halterbub für das Kleinvieh. Die Hütte war sehr einfach gestaltet. Gekäst und gekocht wurde über offenem Feuer. Der Rauch entwich durch eine Dachlucke. Es gab auch noch keine Zufahrtswege zur Alm. Die erzeugten Waren und Gebrauchsartikel mussten mit Tragpferden oder einfach auf dem menschlichen Rücken transportiert werden. Für den Käsetransport ins Tal sorgten italienische Frauen, welche während des Tragens noch die bekannten Hausschuhe aus Samt genäht haben. Beim Stallbau 1912 arbeiteten Maurer aus Italien mit. ➤

Während des 1. Weltkrieges war die Bewirtschaftung der Alm von 1915-1917 nicht möglich. Die Almgebäude wurden vom Militär benutzt. Im Stall errichteten die Soldaten eine Kegelbahn, um die Wintertage leichter zu verbringen. Wegen der geschützten Lage sind die Gebäude nicht durch Granaten getroffen worden. 1918 wurde bereits wieder bewirtschaftet.

Nun konnten die von der Armee errichteten Wege auch mit Pferdefuhrwerken befahren werden.

1926 verkaufte Benjamin Buchacher vlg. Mar seinen Anteil an Christof Schoba vlg. Musitz in Griminitzen. 1929 hat mein Vater Christof Wassertheurer mit der Hofübernahme auch die Alm in seinen Besitz übernommen. Sie wurde von ihm in derselben Weise wie bisher weitergeführt. Im Kriegsjahr 1942 war ich als 13jähriger das erste Mal auf der Alm tätig. In den folgenden Sommern habe ich alle Tätigkeiten vom Stallputzen, Ziegen-, Schaf- und Kuhhirten ausgeübt, immer unter der Obhut der Käserin Anna Schoba, welche 20 Sommer für uns tätg war. Besonders in Erinnerung bleibt mir der Sommer 1944. Als man auf der benachbarten italienischen Großkordin Alm die unschuldigen Almleute erschossen hatte, bekamen auch

Investitionen der letzten 20 Jahre

- Sanierung der kompletten Wasserversorgung

- Bau eines neuen Zufahrtweges

- Ausbau des Grenzübergangs nach Italien

- Stallneubau mit Melkstand

- Errichtung moderner Energieversorgung (Heizölaggregat mit Photovoltaikanlage)

- Almhüttengeneralsanierung

INFOBOX

wir es mit der Angst zu tun und schliefen im Wald unter einem Baum. Anschließend wurde die Almsaison vorzeitig beendet. Nach dem Krieg wurde die Alm von 1950 bis 1965 von Pächtern bewirtschaftet und später mit Jungvieh beweidet. 1961 habe ich die Alm von meinem Vater übernommen. Als 1973 durch den Wegbau die Alm auch für Kraftfahrzeuge erreichbar wurde, war es mit dem "Almfrieden" wohl vorbei, die Bewirtschaftung aber leichter geworden. Im Frühjahr 1975 wurde die alte Hütte von einer Lawine zerstört. Ich entschloss mich eine Neue zu erbauen. Die inzwischen erwachsenen Kinder halfen tüchtig mit und seit 1978 verbringe ich den Sommer mit unserem gesamten Vieh und dem Jungvieh des Mitbesitzers auf der Alm. Meine Frau hilft mir dabei sehr. Von der Milch der 10 Kühe erzeugen wir Käse und andere Produkte. Es freut uns sehr, wenn uns Gäste besuchen kommen. Die Alm ist mir sehr ans Herz gewachsen, aber die Zeit bleibt nicht stehen und das Alter beginnt sich bemerkbar zu machen. Ich bin dankbar dafür, dass ich hier arbeiten und leben durfte und wünsche mir, dass auch in Zukunft die Kleinkordin Alm so weitergeführt werden kann. Besonders schätze ich das gute Verhältnis zu unseren italienischen Freunden.

Stallungen im Jahre 1940

NachbarschaI:AgrargemeinschaE Kleinkordin Alm

Seehöhe:1.606 m

Almfläche:270 ha davon rd. 35 ha Weidefläche

Tiere:22 Milchkühe, 3 Pferde, 45 Galtvieh

Almprodukte:Gailtaler Almkäse g.U., SchoXen, AlmbuXer

Besonderheiten: liegt am Käserundwanderweg, Ausflugsziele für Hochwipfel und Schulterkofel

Dzt. bewirtschaIet von:Familie Wassertheurer, 9632 Wassertheurerberg 1

email: herbert.wassertheurer@gmx.at

ufgrund des unterschiedlichen Bewuchses kann die Alm sehr gut für die Almwirtschaft sowie auch für die forstliche Nutzung verwendet werden.

Den almwirtschaftlichen Tätigkeitsbereich bilden die Schwerpunkte Gastwirtschaft mit Sennereibetrieb und Galtvieh (Jungviehbehirtung). Das Jungvieh wird im lagemäßigen höheren Bereich der Alm vom Ochsner aus mit einem eigenen Hirten beaufsichtigt.

Für die forstwirtschaftliche Nutzung wurde im Jahre 2006 ein Waldwirtschaftsplan erstellt, woraufhin mehrere Nutzungen im Seilbahngelände erfolgten. Zahlreiche Waldflächen wurden durch den Bau neuer Forststraßen erschlossen. Hauptziel war in den vergangenen Jahren die Erschließung des Waldes auf italienischem Staatsgebiet.

Die Straniger Alm wird von Juni bis September bewirtschaftet. Auf der Alm werden Sie mit Hausmannskost und Gailtaler Almkäse, Ziegenkä-

STRANIGER

se, Almbutter, geräuchertem Schottn in freundlicher Hüttenatmosphäre verwöhnt.

Sie ist ein beliebter Zwischenstopp für Weitwanderer, die den Karnischen Höhenweg oder die Via Alpina begehen, ist aber auch ein idealer Ausgangspunkt für zahlreiche Wanderungen. Die Hütte bietet ansprechende Übernachtungsmöglichkeiten für 25 Personen und ist ein beliebtes Einkehrziel für durstige und hungrige Mountainbiker und Motorradfahrer.

Die Sennerei und Gastwirtschaft sowie das Almgebäude wurden in den vergangenen 20 Jahren intensiv erneuert, ausgebaut und modernisiert. In den vergangenen 12 Jahren wurde die Alm von Fam. Sagmeister bewirtschaftet. An dieser Stelle soll Ihnen nochmals ein großer Dank ausgesprochen werden.

- Neuerrichtung Dachstuhl – Kuhstall

- Fassung neuer Wasserquellen

- Umbau Gastraum, Fenstertausch

- Umbau der alten Küche zum Vorbereitungsund Lagerraum

- teilw. Sanierung Ochsnerstall

- Almhalterunterkunft

- Errichtung Melkstand mit Errichtung der Futterraufen

- Errichtung einer Güllegrube und Asphaltierung des Auslaufes (Tomba)

- Errichtung eines Wasserkleinkraftwerkes

- Zubau Almhütte mit Sanitärbereich, Käselager

- Errichtung Dachgeschoss mit Lärchenschindeleindeckung

- Ausbau des Dachgeschosses und Errichtung sämtlicher Übernachtungsmöglichkeiten

INFOBOX

Nachbarschaft:AgrargemeinschaE Straniger und Goderschacher Alm Seehöhe:1.505 m

Almfläche:360 ha, davon 35 ha italienisches Staatsgebiet

Tiere:55 Milchkühe, 80 Galtvieh, Schweine, Ziegen

Almprodukte:Gailtaler Almkäse g.U., SchoXen, AlmbuXer, Ziegenkäse

Besonderheiten: Grenzübergang nach Paularo/Italien

Dzt. bewirtschaIet von:Herr Klaus Kanzian, 9634 Grafendorf 81

email:frondell@gmx.net

WAIDEGGER ALM

ie lange die Waidegger Alm schon von den Bauern der Ortschaft Waidegg bewirtschaftet wird ist geschichtlich schwer nachzuverfolgen. Seit 1548 liegen Nachbarschaftsurkunden auf, welche sich auf die Bewirtschaftung der „Nölblinger Feld-alpe“ (so hieß die Waidegger Alm früher) durch die Waidegger Bauern, auf mehr als hundert Jahre davor berufen.

1548 wurde von Fürst Porcia das Durchtriebsrecht der Waidegger Almtiere durch die Ortschaft Stranig geregelt und 1680 bestätigt. Am 6. August 1835 wurde vom Vizedom der Grafschaft Ortenburg die „Nölblinger Feldalpe“ der Nachbarschaft Waidegg als erbliches Lehen zuerkannt, bevor sie 1848 in das Privateigentum der Nachbarschaft Waidegg überging.

Im ersten Weltkrieg wurden die vier Hütten (zwei Sennhütten und zwei Ställe)

zerstört. Der Wiederaufbau erfolgte 1930 durch die Agrarbezirksbehörde Villach.

An die Zeit des ersten Weltkrieges erinnert ein Denkmal des Inf.Reg. 28 aus Prag am Fuße des Findenigkofels. Auch im zweiten Weltkrieg wurde die Waidegger Alm kurz zum Schauplatz des Krieges. Im August 1944 haben italienische Partisanen das Almvieh gestohlen und nach Italien verbracht. Lediglich der damals mitgealpte Zuchtstier wurde zurückgelassen.

Durch die große Entfernung der Alm von den Heimbetrieben (ca. 22 km) ist die Bewirtschaftung stets erschwert. Ein besonderes Ereignis war daher der Almwegebau in den Jahren 1971/72. Zusätzlich liegt die Waidegger Almhüte auf einer Seehöhe von 1780 Meter.

Somit ist die Waidegger Alm die höchstgelegene Alm der Gemeinschaft der Gailtaler Almsennereien. Besonders ist auch die Vielzahl an Fossilienfunden und sogar der Fund eines altsteinzeitlichen Lagers.

Die Almwirtschaft ist für die Bauern der Ortschaft Waidegg notwendig. Einerseits entlastet sie die Heimflächen und ermöglicht so einen höheren Viehstand, andererseits schafft sie über die Sommermonate eine Arbeitserleichterung, was heute von großer Bedeutung ist.

Im Jahr 1875 wurden noch 26 Pferde, 43 Kühe und 28 Galttiere, sowie 160 Ziegen darunter 93 gemolkene Ziegen gealpt. Die Alpung hat sich bis 1911 so gesteigert,

dass im Generalakt von 1911 die Alpung mit 150 Normalrinder beschränkt wurde. Ein Normalrind entspricht ca. einer heutigen GVE. Pro Nachbarschaftsanteil durften zwei Normalrinder gealpt werden. Für Stuten mit Fohlen, Ziegen und Schafe war ein Umrechnungsschlüssel vorgeben. Der Tiefpunkt der Almwirtschaft wurde wohl in den späten 1970iger Jahren erreicht, mit lediglich 35 Stück Galtvieh. Erst 1995 wurde wieder mit der jährlichen Käseherstellung begonnen. In den folgenden Jahren wurden die Sennerei an die modernen Standards angepasst, sodass zur Zeit zwischen 15 und 20 Milchkühe gemolken werden und die Milch auch verarbeitet wird.

NachbarschaI:AgrargemeinschaE Waidegg

Seehöhe:1.780 m

Almfläche:230 ha, davon 78 ha AMA Weidefläche

Tiere:15-20 Milchkühe, ca. 65 Stk. Galtvieh

Almprodukte:Gailtaler Almkäse g.U., SchoXen, AlmbuXer

Besonderheiten: Ausgangspunkt für Wanderungen zum Zollnersee, Findenigkofel mit Denkmal aus dem 1. Weltkrieg, Waidegger Höhe mit Fossilienbesich\gung Dzt. bewirtschaIet von:Familie Karl Drumbl, 9632 Oberdöbernitzen

ACHORNACH ALM

ie Achornach Alm (der Name kommt wahrscheinlich vom Ahornbestand) liegt am Fuße des Findenigkofels unterhalb des Karnischen Höhenweges. Sie wechselte einige Male ihre herrschaftlichen Besitzer - einer davon gab dem Hausberg Findenig seinen Namen.

In den 1930ern entschlossen sich sieben Bauernfamilien aus Kreuth ob Jenig, die Alm der Unterberger Herrschaft (Kirchbach) abzukaufen. Unter großem finanziellen Einsatz rodeten sie das Almgebiet und setzten die Alm wieder instand.

1952 riss eine Lawine den Stall weg. Dieser wurde dann nur mehr halbsogroß aufgebaut. Bis in die 50er Jahre wurde gekäst, danach allerdings - bis zur Wegerschließung im Jahr 1996 nur mehr in geringeren Mengen und mit längeren Unterbrechungen.

Die Alm ist seitdem durch einen Schotterweg gut erreichbar, und so reno- ➤

vierte die Nachbarschaft die Almhütte und baute die Käserei den modernen Erfordernissen entsprechend um. Die Bewirtschafter erzeugen nun jährlich circa 2600 kg Käse sowie kleinere Mengen an Butter, Räucherschotten und Weichkäse.

Von Mitte Juni bis Mitte September wird die Alm beweidet und bewirtschaftet. Um die Weidefläche zu vergrößern hat die Nachbarschaft die ehemalige Gundersheimer Och-

senalm, die auf ca. 1200 m Seehöhe im Ochsenbachgraben liegt, dazugepachtet.

Der Almabtrieb erfolgt traditionell mit einem gemeinsamen Fußmarsch von der Achornach Alm bis nach Kreuth ob Jenig. Auf einer Wegstrecke von ungefähr 30 km werden die Rinder nach Hause getrieben. Jedes Jahr sind daran nicht nur die Almbesitzer sondern auch Freunde und Bekannte beteiligt.

liebevoll zubereiteten Jause verwöhnt!

Dzt. bewirtschaIet von:Familie Barbara und Wolfgang Scheiber, 9631 Waidegg 34

email: barbara.scheiber@aon.at

GROßFRONDELL ALM

sprünglich an der Ochsenschlucht, das ist eine Alm auf der Sonnseite Richtung Drautal, beteiligt bzw. weideberechtigt.

Auf Grund von Rauschbrand war eine Weide nicht mehr möglich, so waren die Bauern gezwungen eine andere Möglichkeit zu suchen, das Vieh über den Sommer auf eine Alm zu bringen.

Im Jahre 1905 kauften daher die Vorfahren der großteils heute noch beteiligten Bauern, die Großfrondellalm und bildeten eine Agrargemeinschaft mit 150 Anteilen. Ein Anteil bedeutete das Recht für den Auftrieb einer Großvieheinheit.

An der Agrargemeinschaft waren 20 Mitglieder beteiligt. Die Anteile sind bis heute unverändert, einige Anteile haben im Laufe der Zeit den Eigentümer gewechselt. Der heutige Mitgliederstand beträgt 18.

Die Großfrondell Alm grenzt im Süden an die Plöcken (Familie Gressl), im Osten an die Ferialm (Familie Ploner) und die Katlinger Alm (Familie Hösl früher Einetter), im Norden an die Österreichischen Bundesforste, sowie die Agrargemeinschaft Würmlacher Alpe.

Erster Weltkrieg

Im Ersten Weltkrieg verlief die Front entlang der Köderhöhe. Noch heute sind verschiedene Einrichtungen wie Stellungen und Schützengräben zu sehen. Zu den Stellungen führen noch erhaltene Wege bzw. Steige, wie z.B. der sogenannte Kreuzsteig, er dient als Steig für Touristen und Jäger. Für die Versorgung der Truppe wurde auch ein Seilaufzug, der mittels Schwerkraft betrieben wurde, gebaut. Zwei Wagen die auf Schienen am Boden fuhren waren mit einem Seil über Umlenkrollen verbunden. Ein Wagen war immer

oben, einer unten. Der obere Wagen wurde mit Steinen oder Sand gefüllt, der untere mit Waren oder auch mit Personen. Auf die Gewichtsverteilung musste genau geachtet werden. Wenn aus dem Wagen oben die Güter entnommen wurden, musste der mit Sand gefüllte Wagen unten entleert werden, dies immer im Wechsel. Die Anhäufungen von Sand und Steinen sind noch heute zu sehen und werden als „Sandriegel“ bezeichnet. Auf diese Weise wurde die Truppe oben in den Schützengräben versorgt. Einige Bilder von dieser Zeit sind im Kriegsmuseum in Kötschach ausgestellt. Nach dem 1. Weltkrieg ereignete sich ein schwerer Unfall mit zwei Toten und einem Schwerverletzten. Drei junge Burschen aus Grafendorf brachten beim Hantieren mit einer scharfen Granate diese zur Explosion. Zwei davon verloren dabei ihr Leben, einer hatte zeitlebens eine schwere Behinderung an der Hand.

Die Alm

Die Weidebewirtschaftung und Käseproduktion erfolgte von Anfang an in Eigenregie. Von 1905 bis 1953 sind nur wenige Überlieferungen bekannt. In den 1930er Jahren wurde die Käsewirtschaft in der Bischofalm für 3 Almen durchgeführt. Die Milch wurde mit Seilbahnen von der Großfrondell und von der Brugger Alm (Katlinger Alm) in die Bischofalm transportiert. Überliefert wurde, dass bei Störungen im Seilbahnbetrieb die Milch sauer wurde und natürlich sich nicht mehr für die Käseproduktion geeignet hat.

1954 bis 1961 gab es durchgehend Käsereibetrieb. Zur damaligen Zeit waren ca. 70 bis 80 Stück Galtvieh und bis zu 38 Milchkühe auf der Alm. Außerdem wurden noch 102 Ziegen und 250 Stück Schafe gehalten.

Die Alm wird in drei „Stände eingeteilt“. Der erste Stand (1000-1100 m Seehöhe) sowie der zweite Stand (1200-1300 m Seehöhe) waren für die Galtviehhaltung bestimmt. Der erste Stand wurde Anfang der 1960er Jahre mit Nadelholz aufgeforstet. Im obersten Stand befindet sich die Haupthütte mit den beiden Ställen. Hier werden die Milchkühe gehalten und gekäst.

Die Mitglieder haben einen sehr starken Bezug zur „Alm“, besonders für Bauern mit Vieh hat der Weidebetrieb große Bedeutung.

Seilaufzug aus dem 1. Weltkrieg

NachbarschaI:AgrargemeinschaE Großfrondell Alpe

Seehöhe:1.530 m

Almfläche:340 ha Gesamoläche, davon ca. 68 ha Weidefläche Tiere:12 Milchkühe, 60 Galtvieh

Almprodukte:Gailtaler Almkäse g.U., SchoXen, AlmbuXer, Topfen

Besonderheiten: Die Großfrondellalm ist eine sehr gute Gamsjagd, es gibt auch einen sehr guten Bestand an Birkwild, Rehwild, Murmel\ere und Rotwild.

Dzt. bewirtschaIet von:Herrn Michael Rupp, email: mrupp@rootcause.at

Herrn Peter Sostraric, email: hauby@gmx.at

BISCHOF ALM

m Jahre 1910 wurde am Zollner in der Nähe der Gurnighöhe eine Sommergarnison der Kaiser-Königlichen Gebirgsschützen eröffnet. Dieser Garnisonsstützpunkt bestand aus 7 Gebäuden und beherbergte 140 Mann. Unser Urgroßvater Thomas Warmuth bewarb sich um den Kantinenausschank. Die damalige Besitzererin der Gurnigalpe willigte der Errichtung einer Kantine nur unter der Auflage ein, dass die Alm auch mitbewirtschaftet wird.

So haben unsere Vorfahren im Sommer 1910 mit der Almbewirtschaftung und der Käseproduktion begonnen. Im Zuge der Kriegshandlungen musste der Almbetrieb in den Jahren 1916 – 1918 eingestellt werden. Obwohl durch die kriegerischen Handlungen die Almgebäude schwer beschädigt waren, wurde der Käsereibetrieb im Jahre 1919 auf der Unteren Bischofalm wieder aufgenommen.

1921 wurde die Gurnigalpe von unserem Urgroßvater schließlich käuflich erworben (185 ha) und im Jahre 1923 konnte bei den Behörden eine Umbenennung in Bischofalm erwirkt werden.

In den Jahren 1930 – 1934 baute man im Zuge eines staatlichen Wiederaufbaupro-

grammes die Almgebäude auf. Auf der Unteren Bischofalm entstand ein Käsereizentrum, in welchem die Milch von den 3 Almen Obere Bischofalm, Frondell Alm und Brugger Alm verkäst wurde. Die Milch kam mit 3 Seilbahnen angeliefert.

Hierfür unterzeichneten die drei Almbesitzer im Jahre 1934 einen Gesellschaftsvertrag. Im Sommer 1934 wurden so 39.068 Liter Milch verarbeitet. Nach der Almsaison 1938 wurde der Gemeinschaftsbetrieb wegen Unstimmigkeiten eingestellt und auf der Bischofalm und der Frondellalm eigenständig weitergekäst.

1946 konnte unser Großvater Josef Warmuth das Almgebiet Skarnitzalm (206 ha), welches bereits seit über 2 Jahrzehnten im Pachtwege bewirtschaftet wurde, von der Agrargemeinschaft Nussdorf Gemeinde Paularo (Italien) erwerben.

Seit dieser Zeit ist die Bischofalm in ihrer Größe unverändert und grenzt im Süden an Italien. Im Westen bilden die Köder-, Brugger- und Frondellalm sowie im Osten die Zollneralm und im Norden die Österreichischen Bundesforste unsere Nachbarn.

In den 50iger Jahren errichtete die Familie auf der Oberen Bischofalm eine eigene Käserei und brauchte die Milch nicht mehr mit der Seilbahn zur Unteren Bischofalm liefern.

1979 wurde die neue LKW Straße auf die Untere Bischofalm und 1990-91 der Almaufschließungsweg auf die Obere Bischofalm gebaut.

In den Jahren 1995-2000 erfolgte die Sanierung der Käserei auf der Unteren- und Oberen Bischofalm, Errichtung von Sanitärräumen sowie der Neubau der 2 Quellfassungen und der Wasserversorgungsleitungen.

Von 2001 bis 2010 sanierten wir die Milchlageräume und Käselagerräume sowie die Dacheindeckungen der Almgebäude.

Im Jahre 1982 konnte in Verbindung mit der Zollneralm der Kärntner Almwandertag abgehalten werden.

2010 war die Bischofalm zu ihrem 100jährigen Jubiläum Ausrichter des offiziellen Käseanschnitts der Gemeinschaft der Gailtaler Almsennereien.

Privatalm: Josef und Barbara Warmuth

Seehöhe:1200 m

Almfläche:391 ha davon rund 90 ha Weidefläche

Tiere:30 Milchkühe, 85 Galtvieh, 10 Pferde, 10 Ziegen, 10 Schweine

Almprodukte:Gailtaler Almkäse g.U., SchoXen, AlmbuXer Almpersonal:4 Personen

Besonderheiten: Die Bischofalm ist die einzige Privatalm unter den Gailtaler Almsennereien. Trotz des enormen Arbeitsaufwandes für unsere Familie sind wir bestrebt, die 100 jährige Käsetradi\on aufrechtzuerhalten und an die nächste Genera\on weiterzugeben.

Kontakt: Familie Warmuth, 9640 Würmlach 24 email: bischof@gailtal.at

REISACHER

JOCH ALM

ie Nachbarschaft Reisach Forst wurde im Jahre 1504 erstmals erwähnt. Gekäst wurde bis zum Jahr 1964 in der angrenzenden etwas niedriger gelegenen Sausengalm (1290 m Seehöhe). 1955 alpten dort ca. 100 Milchkühe, ein Stier und mehrere Schweine zur Molkeverwertung. Die Kühe blieben über Nacht im Stall und wurden morgens um halb drei gemolken. Dann trieben zwei Halter sie auf die Weide, der dritte musste ausmisten.

Die Nachbarschaft hielt auch einen Muli auf der Alm, der viel eingesetzt wurde. Einmal in der Woche hatte der Muli einen Leiterwa-

Sauseng Alm 1956

gen mit Almbutter und Schotten ins Tal zu bringen und ihn beladen mit Lebensmittel wieder hinaufzuziehen. In den letzten vierzehn Tagen ist man zweimal die Woche nach Reisach gefahren, um die Käselaibe ins Tal zu befördern. Auf der Alm musste der Muli Mist ausfahren und Brennholz zur Hütte führen.

Solange in der Sauseng Milchkühe gehalten wurden, alpten das Galtvieh und die Pferde auf der Jochalm, wo auch ein alter Viehunterstand war. 1951 baute die Nachbarschaft dort eine Hütte - eine alte im Fratnwald wurde dafür aufgelassen. Es gibt dort aller➤

dings keine Quelle, deshalb mussten die Hirten das Wasser in einem Holzfassl auf dem Rücken zur Hütte tragen. In den Jahren 1982/83 baute die Nachbarschaft dann einen kleinen Wasserwidder in die Quelle, die ca. 250 m unter der Hütte liegt, ein, der das Wasser von nun an hinaufpumpt.

Mit dem Neubau der Jochalm Hütte 1992 begann man wieder mit der Milchverarbeitung - anfangs nur mit sechs Kühen.

Seit dem Stallneubau 1999 erleichtert ein 6er-Melkstand mit Rohrmelkanlage die Melkarbeit. Zudem wurde ein größeres Aggregat mit Batterien zum Stromspeichern und eine kleine Photovoltaikanlage am Dach angeschafft.

In der neuen Käserei fand auch der alte Kupferkessel aus der Sausengalm, der davor schon im Gailtaler Heimatmuseum in Möderndorf ausgestellt war, wieder seine ursprüngliche Verwendung.

Die 55 Anteilhaber treiben aktuell folgenden Viehbestand auf: 36 Milchkühe weiden auf der Jochalm, 130 Stück Galtvieh und 10 Pferde mit Fohlen wechseln je nach Futterangebot zwischen Sauseng- und Jochalm und ca. 100 Schafe grasen im Reißkofelgebiet.

Reißkofel, 2371 m

Nachbarschaft:NachbarschaE Reisach Forst

Seehöhe:1554 m

Almfläche:580 ha

Tiere:36 Milchkühe, 130 Galtvieh, 10 Pferde

Almprodukte:Gailtaler Almkäse g.U., SchoXen, AlmbuXer

Besonderheiten: sonnsei\g direkt unterm Reißkofel in den Gailtaler Alpen gelegen

Dzt. bewirtschaIet von:Frau Helga Gassmayer, 9634 Gundersheim 11

email: helga.gassmayer@gmail.com

1. Aus Almmilch wird Almkäse

Morgens und abends treiben die Almleute die Milchkühe von der Almweide zum Stall und melken sie dort.

Vor dem Melkvorgang prüft der Käser die Gesundheit jedes einzelnen Tieres, auch die Milchqualität wird regelmäßig kontrolliert, denn guter Almkäse braucht Milch höchster Güte.

2. Über Nacht in der Kühlwanne

Die frisch gemolkene Abendmilch wird abgekühlt und im Milchreiferaum in Milchwannen gefüllt.

Über Nacht setzt die natürliche Milchreifung ein. Dabei werden biologische Prozesse in Gang gesetzt, sodass der Käse auf traditionelle, natürliche Weise gelingen kann.

3. Feuer unterm Kessel

Am nächsten Morgen wird die sich gebildete Rahmschichte für die Herstellung der Almbutter abgeschöpft. Die natürlich gereifte Milch kommt in den Käsekessel und wird mit der frisch gemolkenen Morgenmilch vermischt.

Anschließend wird sie langsam auf etwa 32 Grad Celsius erwärmt und eine genau abgestimmte Menge an reinem Naturlab eingerührt.

Die Milch im Käsekessel beginnt langsam zu gerinnen.

4. Mit Harfen & Tüchern

Die geronnene Milch wird mit einer Käseharfe in linsengroße Stücke zerkleinert. Dieser sogenannte Käsebruch wird gerührt und erhitzt, bis die richtige Festigkeit erreicht ist.

Dann wird er mit dem Käsetuch vorsichtig aus dem Kessel herausgehoben und in eine Käseform gefüllt. In einer Presse wird der Käsebruch langsam verfestigt.

5. "Lei losn": Die Reifung

Der frisch geformte Käse wird für zwei Tage in ein Salzbad gelegt, dort bildet sich seine Naturrinde.

Anschließend beginnt im Käselager unter täglicher Beobachtung und intensiver Pflege ein wochenlanger Prozeß, in dem der junge Käse langsam zum feinwürzigen und geschmeidigen Gailtaler Almkäse heranreift.

Die Hände tun es nicht allein, Dabei muss stets der Kopf auch sein: Und immer: Reinlich, reinlich sein!

Katechismus der MilchwirtschaI, 1925

Eine weitere Spezialität unserer Almen:

"ALMSCHOTTEN"

1. Erhitzung der Molke

Nach der Almkäseproduktion verbleibt die Molke (umgangssprachl. Kaswasser) im Kupferkessel. Sie ist reich an Proteinen (Eiweiß) und Mineralstoffen. Die Molke wird unter gelegentlichem Umrühren, um ein Anbrennen zu verhindern, weiter erhitzt.

2. Kurz vorm Aufkochen

Unterdessen bereitet man eine Säurelösung aus Essig oder Zitronensäure und Salz vor. Diese wird knapp vorm Aufkochen der Molke hinzugegeben, dabei flockt das Eiweiß aus und sammelt sich an der Oberfläche.

3. Schotten herausheben

Nun wird die Masse in "Schottensacklan" abgefüllt, darin lässt man ihn ein paar Stunden abtropfen. Der abgekühlte Schotten wird vorsichtig abgebunden und zwischen „zwa Kasbretter“ gepresst – was ihm die typische Herzform gibt.

4. Eine vielseitige Delikatesse

Anschließend kann man den Gailtaler Schotten natur sprich „grün“, gesalzen oder geräuchert genießen - oder als "Schöpfschotten" frisch vom Kaskessel süß oder salzig.

Vergleich mit den als geizig geltenden Schotten aus Großbritanien, so steht es in den alten Käsebüchern.

Variante 2: Der Begriff Schotten ist verwandt mit der gleichbedeutenden friulanischen Bezeichnung „scuete“.

Wozu verwendet man Scho2e? Sie wird mitunter auch gegessen und ist ein sehr gutes Fu2er für Hühner und Kälber. In neuerer Zeit wird das bei der MilchzuckerfabrikaDon gewonnene Eiweiß zur menschlichen Ernährung verwendet. (...) Bei Berührung mit Eisen nimmt das Milcheiweiß einen schlechten Geschmack an. Das gepresste Milcheiweiß wird auch als Brotaufstrich verwendet. (...) Das getrocknete Molkeneiweiß wird zu Nährmi2eln verarbeitet.

Katechismus der MilchwirtschaI, 1925

Käse in der Küche

Gailtaler Almkäsesuppe

Die fein gehackte Zwiebel in der heißen Butter glasig anlaufen lassen, Mehl zufügen, anschwitzen lassen; mit Weißwein löschen; klare Suppe zugeben und etwas köcheln lassen; geriebenen Gailtaler Almkäse g.U. in der heißen Suppe schmelzen lassen, pürieren; mit Salz, weißen Pfeffer, Muskatnuss und etwas Sahne abschmecken;

Mit Schwarzbrotwürfeln oder einem mit Speck umwickelten Grissini servieren.

Gailtaler Almkäsetaler

Zutaten: 100g Mehl, 100g Butter, 100g würzigen Gailtaler Almkäse g.U. fein gerieben etwas kaltes Wasser, eine Prise Salz

Die Zutaten rasch zu einem Teig verarbeiten; wer die Cracker etwas pikanter will, kann Chillipulver dazu geben; kühl rasten lassen; Anschließend den Teig ausrollen, nach Belieben ausstechen oder Stangerl radeln; mit Milch bestreichen; wer will gibt etwas Kümmel oder grobes Salz drauf; bei 180°C ca. 10 min backen.

Almschottenkuchen mit Schwarzbeeren

Mürbteig: 300g Mehl, 120g Zucker, 150g Almbutter, 1 Ei und 1 Eigelb Salz, Vanillezucker, Backpulver

Die Zutaten rasch zu einem Mürbteig verarbeiten; ausrollen und eine Tortenform damit auslegen; Rand etwas hochziehen; mit einer Gabel einstechen und kühl stellen;

Fülle: 500g frischen grünen Schotten, 1 Ei und 1 Eiweiß, 150g Zucker, Zitronenschale, Vanillezucker, 5 EL Schlag, Schwarzbeeren

Den Schotten in einer Rührschüssel mit dem Mixer cremig rühren; dann die Eier, den Vanillezucker und den Zucker zugeben; mit der geriebenen Zitronenschale und dem Schlag abschmecken; Schwarzbeeren (wahlweise auch Rosinen oder Ribisel) untermengen; Die Masse auf den Mürbteig geben und bei 180°C ca. 40 Min backen;

Legende: 1 Egger Alm, 2 Watschiger Alm, 3 Treßdorfer Alm, 4 Rudnig Alm, 5 Tröpolacher Alm, 6 Rattendorfer Alm, 7 Kleinkordin Alm, 8 Straniger Alm, 9 Waidegger Alm, 10 Achornach Alm, 11 Bischof Alm, 12 Großfrondell Alm, 13 Jauken Alm, 14 Reisacher Joch Alm, 15 Casera Zermula, 16 Cason di Lanza, 17 Casera Pramosio, 18 Casera Lodin/ Ramaz Bassa, 19 Meledis Bassa, 20 Casera Valbertat alta

Impressum

Das KasblaXl erscheint als FestschriE zum 20 Jahr Jubiläum des Vereins Genussregion Gailtaler Almkäse g.U. Medieninhaber: Genussregion Gailtaler Almkäse g.U., 9634 Gundersheim, Goderschach 4 Vertretungsbefugte Organe: Obmann Klaus Pernul, GeschäEsführer Christof Wassertheurer Kontakt: Telefon 0664/5213505 oder 0664/1622579, Internet: hPp://gailtaler-almkaese.at

Bilder: Archiv Genussregion Gailtaler Almkäse g.U. und Mitglieder der Genussregion Gailtaler Almkäse g.U. Layout: Mag. Christof Buchacher, Elisabeth Buchacher, Dorothea Sagmeister, Luise Neuwirth

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