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Die Geschichte von Kötschach-Mauthen

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Geschichte des Gemeindegebietes von Kötschach-Mauthen Verfasst und zusammengestellt von FRANZ STEFANER

Etrusker und Veneter Ein Volk unbekannt er Herkunft und Sprache, das 800 v. Chr. wahrscheinlich aus Lydien in Kleinasien nach Italien einwanderte, die Etrusker waren es, die durch das vom Wasser der Gail beherrschte und von wildem Gestrüpp bewachsene Tal, in dem noch Bären und Wölfe hausten, die ersten Wege bahnten. Die vom berühmten Forscher Theodor Mommsan (+ 1903) aus Berlin 1857 auf Steinen in den Würmlacher Wiesen (Misoiaalpe) entdeckten Felsinschriften gehören einem etruskisc-venetischen Alphabet an. Sie sind die ersten Schriftzeichen auf österreichischem Boden und nach dem Etruskologen Dr. Karl Pauli, Dresden, in das 3. Jahrhundert v. Ch. zu setzen. Der eigentlich Entdecken Gurinas HR. Dr. Adolf Bernhard Meyer (+ 1911), Direktor des Naturhistorischen Museums in Dresden, ließ diese Inschriften, 11 an der Zahl, 1885 ausscheiden und in Gips fassen. Sie befinden sich nun in der Sammlung des Landesmuseums Klagenfurt .Eine zweite Felsinschrift wurde 1883 anlässlich eines Bergsturzes vom Polinik in der Gegend gegenüber dem Alpengasthof Ederwirt verschüttet. Lange vor der Erbauung Roms hatten die Etrusker in Oberitalien 12 große und mächtige Städte errichtet. Ihre Herrschaft reichte bis in die Alpenwelt, sie zogen über den Plöckenpass nach „Silani“ (das heutige Gailtal, Silanen =Gailtaler). Da fand sie reiche Beute an sehr wertvollen Metallen. Ihr Weg ging längs der Abhänge des Cellon (Frischenkofel) und des großen Collinkofels gegen den Valentingraben. Von dort führten sie ihn über den Angerbach, rechts über das Mittelgebirge, den Hinterrautwald, die Misoriaalpe, dann ins Tal nach Mahlbach, Weidenburg, über die Gail hinauf in das erzreiche Gurina und von dort durch die Ochsenschlucht ins Drautal nach Lienz. Drei große Schmelzöfen wurden im Gailtal betrieben. Sie erzeugten besonders gutes wissen, das bis nach Asien verschifft wurde. Als die früheren Bewohner des oberen Gailtales nennt die Geschichte die Veneter, einen Zweigaus Illyrer sie aus Norditalien, aus ihren Kernsiedlungsgebiet um Ateste (Este) und Patavium (Padua) kamen – der Name Venedig erinnert noch an sie. Im 4. Jahrhundert v. Ch. gründeten diese ca. 7 km östlich Kötschach, und zwar nordöstlich von Dellach/Gail die Höhenstufen-Siedlung Gurina und betrieben dort sowie auf der Jauken Bergbau. Auf der Gurina verarbeiteten die Bronzewerkstätten das dort gewonnene Erz zu Gebrauch- und Kunstgegenstände. Funde auf der Gurina (Jadeitbeil) und eine Urnenfelderkultur weisen auf die Steinzeit zurück. Auch Tongefäße aus der Hallstattzeit und venetische Inschrift auf Bronzeblechen aus dem 5. Jh. v. Ch. wurden dort gefunden. Die ausgedehnte Siedlung Gurina hat ein Jahrtausend lang bestanden. Anfang des 18. Jahrhundert erwählt die Geschichte nochmals Gurina, als mehrer kleine Porcaische Bergbaue des oberen Gailtales das nötige Eisen zur Erzeugung von Kriegsmunitionen lieferten. Die Verarbeitung erfolgte im Eisenwerk des Fürsten Hannibal Alfons Emanuel von Porcia, damals Kärntner Landeshauptmann, in Dellach/Gail. Die Kriegsmunition wurde dem Feldherrn Prinz Eugen von Savoyen im


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