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500 Jahre Pfarre Mauthen

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500 JAHRE PFARRE MAUTHEN Festschrift zur Jubiläumsmesse am 19. Oktober 2025

1478 und 1485: Verwüstung und Neuweihe Der Türkeneinfall 1478 hinterließ im Gailtal schwere Schäden und traf auch Mauthen. 1485 erfolgte die Neuweihe der Kirche – bezeugt durch Bischof Pietro von Caorle, der im Auftrag des Patriarchats von Aquileia in diesen Jahren mehrfach durch das Tal visitierte und nach Zerstörungen Weihen erneuerte. Diese Spanne – Einfall, Wiederaufbau, Neuweihe – markiert die Widerstandskraft der Gemeinde und das frühe Netz kirchlicher Verbundenheit über die Alpen hinweg.

Fünf Jahrhunderte Pfarre Mauthen sind ein Bogen aus Stein und Zeit. 1525 wird Mauthen als eigene Pfarre genannt; seither tragen Menschen in unserem Dorf ihren Glauben durch wechselvolle Zeiten. Die Pfarrkirche zum Hlg. Markus steht seit Jahrhunderten als verlässliches Zeichen über dem Ort. In ihr und um sie herum verdichten sich die Spuren der Geschichte: vom Türkeneinfall 1478 über barocke Er-

Bilder an der Wand: Fresken als Glaubenszeugnis

neuerungen (1742-1752), vom Aufblühen der Wallfahrt Maria Schnee

An der Südseite der Pfarrkirche bewahren Fresken vom Beginn des

(1710–1712) bis zu den Prüfungen von Naturgewalten und Kriegen im

16. Jahrhunderts eine eindringliche Bildbotschaft: der Feiertagschris-

19. und 20. Jahrhundert. Heute blickt die Pfarrgemeinde mit Dankbar-

tus, der Marientod, Anna selbdritt, der Erzengel Michael (datiert 1514),

keit zurück und mit Zuversicht nach vorn.

östlich des Südportals Christophorus – teils noch gotisch, teils bereits von der italienischen Renaissance berührt. 1932 wurden die Malereien freigelegt. Dass solche Bilder draußen, am Kirchhof, angebracht wurden, zeugt von Barrierefreiheit des Glaubens: gesehen und verstanden von allen, nicht nur im Inneren der Kirche. Erwähnenswert auch der Feiertagschristus, ein Mahnbild zur Sonntagsruhe, wovon es in Kärnten nur 7 Darstellungen gibt.

Umbrüche und Erneuerung Reformation und Gegenreformation Wie überall im Habsburgerreich erreichten auch das Gailtal die Debatten der Reformation. In Predigt, Seelsorge und Rechtsprechung des Alltags standen Pfarrer oft zwischen den Fronten. Die Gegenreformation stärkte die katholische Identität, prägte Frömmigkeit und Baukunst und förderte Missionen, Bruderschaften und Festkultur.

Kirche und Pfarre werden sichtbar Frühzeit und erste Nennungen Die Kirche von Mauthen wird 1466 erstmals urkundlich erwähnt. Ihr Bau geht jedoch deutlich weiter zurück: Als Chorturmkirche des 13. Jahrhunderts war sie ursprünglich geostet; der Ostturm zeigt bis heute romanische Schallöffnungen und gotische Fenster. Die Umorientierung des Kirchenraums nach Westen dürfte in der Spätgotik erfolgt sein. Als Pfarre ist Mauthen seit 1525 belegt – ein Schritt, der seelsorgliche Nähe und organisatorische Selbstständigkeit bedeutete.

PFARRE MAUTHEN Provisor Dr. Sergius Duru

Barocke Umgestaltung (1742-1752) Ab 1742 erhielt die Markuskirche einen barocken Chorzubau im Westen; das nördliche Seitenschiff und die Sakristei mit Oratorium stammen ebenfalls aus dieser Epoche. Ein Beleg für 1752 ist die Inschrift mit eingebautem Chronogramm auf dem Triumphbogen. Innen finden sich Netzrippengewölbe, eine Kanzel um 1720 mit Engeln, die die Zehn Gebote tragen, sowie gotische und barocke Figuren und ein spätgotischer Taufstein. Auf den Grabplatten begegnen uns Mauthner Namen wie Benedikt Fromiller und Barbara Freiin von Staudach.

PFARRGEMEINDERAT MAUTHEN Obmann Andreas Druml


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