Ausgabe
Amtliche Mitteilung zugestellt durch österr. Post
04/2023
Pfarrblatt
Kötschach Gewaltig endet so das Jahr Mit goldnem Wein und Frucht der Gärten. Rund schweigen Wälder wunderbar Und sind des Einsamen Gefährten. Da sagt der Landmann: Es ist gut. Ihr Abendglocken lang und leise Gebt noch zum Ende frohen Mut. Ein Vogelzug grüßt auf der Reise… Wie könnte man einprägsamer den Zauber des ausklingenden Sommers darstellen als mit diesen Versen von Georg Trakl? Auch das Kirchenjahr neigt sich dem Ende zu und der verklärte Herbst muss Platz machen dem November mit dem Beinamen Nebelmond, da der Himmel oft grau ist und die Tage dunkler werden. In diesem „Allerseelenmonat“ werden wir wieder der Verstorbenen gedenken. Nun aber ist die Zeit des Erntedankes, den die Menschen im ganzen Land feiern. Feste, die daran erinnern sollen, dass es nicht in der Hand des Menschen allein liegt, ob die Natur uns Nahrung und reiche Gaben schenkt. Es sind Feste zur Ehre Gottes, die auch den Weg zu einem schöpfungsgerechten Lebensstil weisen sollen. Die moderne Gesellschaft ist mittlerweile geprägt von Schnelllebigkeit, chronischem Stress und den nur gewinnorientierten Machenschaften auch der Lebensmittelindustrie. All das verstellt den Blick auf die Rhythmen der Natur und auf Gott. Erntedank darf nicht zum folkloristischen „Event“ verkommen.
Mauthen
Er soll zum bewussten und aufmerksamen Wahrnehmen der Geschenke Gottes führen und Anlass sein, sich Ihm verstärkt und ganz individuell zu nähern. Wir sollen uns dessen besinnen, dass ein ganz wichtiges Element im Leben eines Christen die Anbetung (lat. adoratio) ist. Der Begriff Anbetung bezeichnet den Akt zu Gott zu beten. Darin
liegt der Kern der Religion selbst, das Herz der Beziehung eines jeden Gläubigen zu seinem Schöpfer, dem Ursprung und dem letzten Ziel seiner Existenz. Anbetung bedeutet das Loben und Preisen Gottes im Hinblick auf die unfassbare Größe seiner Existenz, seines Erlösungswerkes und der herrlichen Werke, die Er in der Schöpfung für uns bereitet hat. Jeder, der ein reifes und in allen Belangen gesegnetes Glaubensleben erlangen möchte, sollte der Anbetung Gottes einen wichtigen Platz in seinem Leben einräumen. Sie bedeutet ein Geben an Gott, Besinnung, Einkehr und Danksagung. Der Betende wird jedoch immer Segen daraus empfangen, denn im Mittelpunkt steht nicht er selbst, sondern Gott.
Die christliche Anbetung findet von innen nach außen statt und hat zwei wichtige Qualitäten: Wir müssen im GEIST und in der WAHRHEIT anbeten (Johannes 4, 23-24). Bei der Anbetung im GEIST geht es um unser innerstes Wesen. Ohne dass der Heilige Geist in uns wohnt, können wir nicht zu Gott sprechen, da wir ihn nicht zu erkennen vermögen. „So weiß auch niemand, was in Gott ist, als allein der Geist Gottes. (1. Korinther 2, 11 b). Erst der Heilige Geist in uns gibt der Anbetung Energie, macht sie wahrhaftig und erreicht damit Gott. Wir können aber nur im GEIST anbeten, wenn wir reine Herzen haben, offen und bereuend. Es gilt also zu reflektieren und schuldhaftes Handeln vor sich selbst und vor Gott einzugestehen. Erst Einkehr und Reue bringen uns als Suchende im Gebet Gott wieder näher. Die zweite Qualität wahrer Anbetung ist, dass sie in WAHRHEIT vollzogen wird. Um Gott wahrhaftig zu verehren, müssen wir verstehen, wer Er ist und was Er getan hat. Anbetung ist ein Ausdruck von Lob, welches aus tiefem Herzen kommt und an Gott gerichtet ist. Auch Jesus sagte zu seinem Vater: Dein Wort ist die Wahrheit“ (Johannes 17, 17 b). Mit diesen etwas philosophischen Gedanken und Anregungen zu erfüllendem, beschenkendem Danken und Beten wünsche ich euch allen einen schönen Herbst und Gottes reichen Segen. Euer Pfarrer