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Pfarrblatt Kötschach-Mauthen

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Ausgabe

Amtliche Mitteilung zugestellt durch österr. Post

03/2023

Pfarrblatt

Kötschach Liebe Pfarrangehörige! Erich Kästner sagt in einem seiner Romane lakonisch: „Die Zeit vergeht, sie versteht es nicht besser!“ Tatsächlich befinden wir uns bereits am Höhepunkt des Frühlings, der ersten Jahreszeit des Kalenderjahres. Und damit bin ich schon beim Thema dieses Beitrages, dem Kirchenjahr. Es bezeichnet eine festgelegte Abfolge von katholischen und evangelischen Feiertagen und Festzeiten und ermöglicht dem christlich orientierten Menschen eine gläubige Gestaltung der Zeit. Die Einteilung des Kirchenjahres weicht von der des Kalenderjahres ab. Es fehlen die Monate, und statt der Jahreszeiten gibt es so genannte „Kreise“, den Weihnachtsfestkreis, den Osterfestkreis und den Jahreskreis. Da letzterer durch den Osterfestkreis unterbrochen wird, gibt es vier Teile des Kirchenjahres. Das Kirchenjahr beginnt am 1. Adventsonntag mit dem Weihnachtsfestkreis. Der Advent markiert also den Beginn des liturgischen Kalenders. In der katholischen Kirche ist Weihnachten mehr als ein Tag, es ist eine Jahreszeit, die sich über das Fest der Geburt Jesu, das Fest der Erscheinung des Herrn (6. Jänner) bis zur Taufe des Herrn am 1. Sonntag nach der Erscheinung des Herrn (heuer war das der 8. Jänner) hinzieht. Am Montag danach beginnt nun der erste Teil des Jahreskreises, der bis zum Dienstag vor dem Aschermittwoch (Faschingsdienstag) reicht. (2023: 44 Tage) Es folgt der Osterfestkreis, der die 40 Tage der Fastenzeit (ohne Sonntage) und die

Mauthen

Osterzeit einschließt. Die Fastenzeit ist der Buße und Erneuerung gewidmet. Das Triduum umfasst die wichtigsten drei Tage im liturgischen Jahr. Der Gründonnerstag erinnert an das letzte Abendmahl, der Karfreitag an den Tod Jesu am Kreuz und am Karsamstag gedenkt die Kirche des Begräbnisses des Herrn.

Halleluja – Er ist auferstanden! Der Sieg Christi über den Tod wird zum Höhepunkt des Osterfestkreises feierlich begangen. Nach dem Fest Christi Himmelfahrt endet zu Pfingsten, dem Fest des Heiligen Geistes, 50 Tage nach Ostern dieser wichtige Festkreis. Dieser Heilige Geist, der auf die Jünger herabkam, schuf die Einheit der Gläubigen und hob die Kirche aus der Taufe. Gemeint sind zu Pfingsten weder Gott noch Jesus, sondern eine Kraft des Glaubens für Christen weltweit, die nicht an eine Figur gebunden ist. Am Pfingstmontag wird der Jahreskreis mit seinem zweiten Teil fortgesetzt. Dieser ist die längste Periode des Kirchenjahres (2023 188 Tage) und reicht bis zu dessen

Ende, also bis zum Samstag vor dem 1. Adventsonntag. Am letzten Sonntag im Jahreskreis feiern wir das Christkönigsfest. Die Leseordnung der Liturgie gibt der Zeit im Jahreskreis ihr „Gesicht“. In dieser Leseordnung wird das Wirken Jesu von der Taufe am Jordan weg bis zu den endzeitlichen Reden hin den Mitfeiernden vorgetragen. Seit dem 20. Jahrhundert werden in der katholischen Kirche immer mehr Sonntage im Jahreskreis als Themensonntage einem besonderen Anliegen gewidmet, wie zum Beispiel der Familiensonntag, der Weltmissionstag oder das Erntedankfest. Darüber hinaus gibt es auch international begangene Themensonntage, so der Weltfriedenstag oder der Barmherzigkeitssonntag. Die wöchentliche Feier des Sonntags als Tag der Auferstehung ist das Grundgerüst des Kirchenjahres. Die Wochen tragen zum Großteil Nummern. Sie beginnen mit dem Sonntag, der ja auch im Hochgebet als erster Tag der Woche angesprochen wird und enden mit dem Samstag, dem alttestamentarischen „Sabbat“. Es gibt aber auch Ausnahmen, wie etwa den Pfingstsonntag, der noch zur Osterzeit zählt. Damit, liebe Pfarrangehörige, bin ich wieder zum Osterfestkreis und dessen Ende, dem Pfingstfest, zurückgekehrt. Ich wünsche euch allen von Herzen ein schönes Pfingstfest, Mut und Zuversicht in schwierigen Tagen, Optimismus und Lebensfreude und Gottes reichen Segen. Euer Pfarrer


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