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Rundschau 04 / 2026

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Interview | Seite 3 Marcel Moser, Kapo Thurgau

Wir sprachen mit | Seite 7

Klärli Seemann

Jahresversammlung | Seite 9 TCS Sektion Thurgau

100-Jahre

TCS Sekion Thurgau 2027

Partnersponsor beim

Editorial

Editorial: Schulanfang«Luege | Brämse | Halte»

Liebe Leserinnen und Leser

Unglaublich wie die Zeit vergeht:

Am Montag, 10. August werden im Kanton Thurgau die jüngsten Verkehrsteilnehmer, viele von ihnen zum ersten Mal, wieder auf dem Weg zur Schule unterwegs sein. Für Kinder gilt beim Strassenqueren: Warte, luege, lose, laufe. Doch was gilt eigentlich für erwachsene Personen am Steuer oder am Lenker? Letztes Jahr startet der TCS im Juni die nationale Schulwegkampagne «Luege | Brämse | Halte» des Fonds für Verkehrssicherheit (FVS). Die Kampagne endet im Juni 2028, mit der Möglichkeit auf Verlängerung bis Juni 2030. In enger Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern wird diese Kampagne über einen Zeitraum von drei Jahren durchgeführt, um die Verkehrssicherheit für Kinder auf ihren Schulwegen nachhaltig zu erhöhen. Ziel der Kampagne ist es, nicht nur das Bewusstsein für die Gefahren im Strassenverkehr zu schärfen, sondern auch eine Verhaltensänderung bei allen Verkehrsteilnehmenden zu bewirken - insbesondere bei Autofahrenden. Der neue nationale Merkspruch fasst die wichtigsten Verhaltenstipps im Strassenverkehr kurz und bündig zusammen und hilft, Unfälle mit Kindern zu vermeiden. Eine Kampagne für sichere Schulwege des TCS im Auftrag des FVS.

«Luege»: Wer sich nicht ablenken lässt und auf die Strasse schaut, sieht Kinder frühzeitig. Gerade in Wohnquartieren und in der Nähe von Schulen ist die volle Aufmerksamkeit besonders wichtig.

«Brämse»: An unübersichtlichen Stellen oder auf wenig befahrenen Strassen werden Kinder vermehrt von Autos, Motoroder Fahrrädern überrascht, da sie diese oft zu spät wahrnehmen. Bereits eine kleine Temporeduktion hilft, rechtzeitig zu reagieren, wenn ein Kind unbedacht die Strasse betritt.

«Halte»: Kinder können Geschwindigkeiten noch nicht richtig einschätzen. Darum lernen sie, erst dann loszulaufen, wenn die Räder stillstehen. Die Kinder

sollen selbst entscheiden, wann sie loslaufen. Verzichten Sie darauf, es über die Strasse zu winken.

Die TCS Sektion Thurgau wünscht allen Schülerinnen und Schülern einen spannenden und erlebnisreichen, aber auch unfallfreien Schulweg, wo immer auch dieser durchführt. Neben allem, was man dabei erlebt, gilt es einfach immer sehr gut den Verkehr im Auge zu behalten. Ich wünsche Ihnen allen einen guten Schulbeginn und einen unfallfreien Schulweg und danke, dass Sie für die Kleinsten auf der Strasse anhalten!

Werner Lenzin

Redaktor TCS Rundschau Thurgau

Titelbild: Dienstchef Marcel Moser instruiert drei Kinder über das richtige Verhalten am Fussgängerstreifen. (Bild: Kapo Thurgau)

Dufourstrasse 76

8570 Weinfelden Tel.: 071 622 00 12 info@tcs-thurgau.ch www.tcs-thurgau.ch

«Sensibilisieren für die Gefahren im Strassenverkehr»

Der Dienst der Verkehrsschulung der Kantonspolizei Thurgau macht es sich zur Aufgabe, die heranwachsenden Kinder und Jugendlichen auf die Gefahren im Strassenverkehr aufmerksam zu machen. Dabei leben die acht Angehörigen der Verkehrsschulung unter der Leitung von Marcel Moser grossen Wert darauf, den jungen Verkehrsteilnehmern zu vermitteln, wie sie Gefahren erkennen und vermeiden können. Die Rundschau unterhielt sich zwei Monate vor Schulbeginn im Thurgau mit dem Dienstchef.

TCS-Rundschau: Marcel Moser, sie leiten als Dienstchef die Verkehrsschulung der Kapo Thurgau. Welches ist Ihre persönliche Motivation für diese Aufgabe?

Marcel Moser: Ich möchte zusammen mit dem Team Verkehrsschulung die Kinder und Jugendlichen, in Bezug auf Sicherheit und Sichtbarkeit im Strassenverkehr, vom Kindergarten bis zur Oberstufe bestmöglich begleiten.

Unsere präventive Arbeit ist einerseits eine Herzensangelegenheit und andererseits haben wir das Privileg, dass wir zusammen mit der grossen Unterstützung von Verkehrssicherheit Thurgau jeden Tag einen Beitrag zur Verkehrssicherheit

im Kanton Thurgau leisten können (siehe letzter Abschnitt im Beitrag in dieser Rundschau auf Seite 6).

TCS-Rundschau: In welchem Umfang und wie werden Angehörige der Kapo Thurgau auf ihre Aufgabe für die Verkehrsschulung vorbereitet?

Marcel Moser: Nach der Wahl zur Verkehrsinstruktorin bzw. zum Verkehrsinstruktor (VI) beginnt zuerst eine interne, sehr detaillierte und hochstehende Einarbeitung durch einen erfahrenen Verkehrsinstruktor auf der Stufe Kindergarten und Primarschule. Im Anschluss daran absolviert er/sie, innerhalb von

Das Team der Verkehrsschulung der Kantonspolizei Thurgau unter der Leitung Dienstchef Marcel Moser (hintere Reihe Vierter von links). (Bild: Kapo Thurgau)

zwei Jahren, den VI-Grundkurs beim Schweizerischen Polizei-Institut (SPI) und schliesst diesen mit einer themenbezogenen Diplomarbeit ab. In den darauffolgenden zwei bis drei Jahren eignet sich der Instruktor auf diesen Stufen eine solide Grunderfahrung an, bevor dann wieder unter Aufsicht die Einarbeitung auf der Sekundarstufe beginnt.

Das Ganze mündet dann im Certificates of Advanced Studies (CAS-Lehrgang) bei der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) und endet nach einer schriftlichen Arbeit sowie mit einer mündlichen und schriftlichen Prüfung mit dem Diplom «Fachlehrer für Verkehr». – In der Folge, da Weiterbildung kein Ende kennt, werden interne und externe, themenbezogene Kurse besucht.

TCS-Rundschau: Welches ist die grundsätzliche Aufgabe und das Ziel der Verkehrsschulung im Thurgau?

Marcel Moser: Den Kindern und Jugendlichen mit unserer stufengerechten Verkehrsschulung das richtige und sichere Verhalten im Strassenverkehr beibringen. – Mit zunehmendem Alter stärken wir auch den Verkehrssinn, d.h. das vorausschauende Fahren und das frühzeitige Erkennen von Gefahren. Unsere grösste Motivation und als oberstes Ziel haben wir uns gesetzt, dass sich durch unsere tägliche Arbeit im Kanton Thurgau weniger Verkehrsunfälle ereignen. (siehe Beitrag in dieser Rundschau Seite 6)

TCS-Rundschau: Wie viele Schülerinnen und Schüler werden von der Verkehrsschulung betreut und wie erfolgt die Organisation?

Marcel Moser: Zahlen 2025 / fortwährend steigend

– Wir besuchen kurz nach Beginn vom Schuljahr jährlich rund 370 Kindergärten bzw. im vergangenen Jahr rund 6‘500 Kindergartenkinder.

– In der Regel kontrollieren wir jährlich nach den Herbstferien, vor der sog. «dunklen Jahreszeit», bei rund 8‘000 Oberstufenschülerinnen und -schülern die Zweiräder auf die gesetzlichen Vorschriften (Licht, Bremsen, Rückstrahler und auch die Reifen).

– Gegen Ende Jahr besuchen wir jährlich, im 3-Jahres-Rhythmus, rund 2‘000 Sekundarschülerinnen und -schüler.

– Im Anschluss daran, d.h. von Januar

bis Ende Mai besuchen wir jährlich, im 2-Jahres-Rhythmus, rund 10‘000 Primarschülerinnen und -schüler von der 1. bis zur 6. Klasse.

– Im Monat Juni absolvieren dann zum Abschluss vom Schuljahr rund 1‘400 5. und 6. Klässler jährlich eine praktische Radfahrerprüfung auf den öffentlichen Strassen.

Summa Summarum besuchen wir von der Verkehrsschulung pro Schuljahr über 27‘000 Schülerinnen und -schüler.

TCS-Rundschau: Welche sind die Schwerpunktthemen in den verschiedenen Zyklen?

Marcel Moser: Im Kindergarten wird die gut schweizerische und längst bewährte Fussgängerregel «Warte, Luege, Lose, Laufe» unterrichtet und praktisch angewendet:

– Bei den 1./2. Klässlern werden die Fussgängerregeln wiederholt und dann stehen die Trottinett (Kiki)-Regeln wie auch die Sichtbarkeit (Leuchtwesten) im Vordergrund.

– Bei den 3./4. Klässlern werden im Theorieunterricht die Themen: Veloausrüstung, Rechts- und Linksabbiegen, Markierungen, Rechtsvortritt und die Signale «Kein Vortritt» und «Stop» vermittelt. Anschliessend, im praktischen Teil auf dem Veloparcoursplatz bzw. im Schonraum, wird das Gelernte angewendet und umgesetzt.

– Bei den 5./6. Klässlern werden die Themen: Gefahrenlehre, Kreisel und Toter Winkel vermittelt. Zum Abschluss der Veloausbildung absolvieren alle Schülerinnen und -schüler via radfahrertest.ch die Theorieprüfung. Im Anschluss daran, d.h. im praktischen Teil, wird das Gelernte auf den öffentlichen Strassen angewendet und umgesetzt.

Auf der Sekundarstufe stehen Sichtbarkeit, Velohelm, Unfallursachen / Unfallfolgen, Ablenkung, korrektes Alarmieren, Zustand Lenker, Vortrittsregeln und die Verkehrsinnbildung im Vordergrund.

TCS-Rundschau: Was erhoffen Sie sich und die Angehörigen von ihrer täglichen Arbeit in den Thurgauer Schulen?

Marcel Moser: Sicheres und korrektes Verhalten der Schülerinnen und Schüler und somit weniger Verkehrsunfälle.

TCS-Rundschau: Was erwarten Sie von den übrigen Verkehrsteilnehmenden im Zusammenhang mit Kindern und Jugendlichen im Strassenverkehr?

Marcel Moser: Gegenseitige Rücksichtnahme im Strassenverkehr sowie das Verständnis für die Kindergartenkinder wie auch für die Schülerinnen und Schüler.

TCS-Rundschau: Welche Ratschläge geben Sie Eltern und Erziehungsverantwortlichen mit Blick auf den ersten Schultag vom 10. August?

Marcel Moser: Dem Kind frühzeitig zu Fuss den Kindergartenweg erklären und dabei ruhig und genau alle Verkehrssituationen üben, üben, üben. Bei allen Handlungen immer ein Vorbild sein. –Im Weiteren, d.h. während der ganzen Schulpflicht auf das Elterntaxi verzichten.

TCS-Rundschau: Ihre ganz persönlichen Wünsche an die Adresse aller Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer?

Marcel Moser: Mehr Geduld und Rücksichtnahme gegenüber allen Kindern und Jugendlichen im Strassenverkehr. Keine Aggressivität, angepasste Geschwindigkeiten und keine Ablenkungen durch Mobilgeräte am Steuer. Dafür der Strasse und allen Benutzern die Aufmerksamkeit schenken. Ebenso vor dem Fussgängerstreifen das Fahrzeug komplett bzw. bis zum Stillstand anhalten, keine Handzeichen geben und immer mit Spontanhandlungen der Kinder rechnen.

TCS-Rundschau: Welche Bereiche haben noch Verbesserungspotential für die Kinder und Jugendlichen im Strassenverkehr?

Marcel Moser: So wie ich diese Frage verstehe, müssen sich die Eltern und Erziehungsberechtigten ihrer Verantwortung bewusst sein und die Anliegen ihrer Kinder immer ernst nehmen. Kinder und Jugendliche haben auch nie ausgelernt und darum sollten die Eltern immer wieder stufengerecht mit ihnen üben und das Verhalten den Umständen anpassen und präzisieren. Gemeinsam zum Ziel für mehr Sicherheit im Strassenverkehr - die Eltern, die Lehrpersonen und wir von der Kantonspolizei Thurgau.

Erster Polizeibauchredner

-Als Marcel Moser im Jahr 2022 bei der Verkehrsschulung begann, hat der als erster Polizeibauchredner der Kantonspolizei Thurgau das bis dahin schon sensationelle Instruktionsangebot im Kindergarten um einen Programmpunkt erweitert. Dabei hat der die Thurgauer-Identifikationsfigur «Simi Sicherli» im Kindergarten zum Leben erweckt. Das kommt bei den Kleinsten sehr gut an, denn sie tauchen sofort ab in die Welt von ihrem geliebten Vorbild «Simi Sicherli». Ihn gibt es seit 1993 und er ist als «waschechter» Thurgauer nicht mehr wegzudenken.

Dienstchef Marcel Moser als Bauchredner mit dem Maskottchen «Simi Sicherli». (Bild: Kapo Thurgau)

WAB Kurse

Tiefststand bei Todesopfern und Verletzten im Strassenverkehr

Im Kanton Thurgau erreichte die Opferzahl bei Verkehrsunfällen 2025 den tiefsten Stand in den vergangenen 30 Jahren. (Bild: ZVG) Beginn der Aufzeichnungen. Im Mai verstarb ein Autofahrer in Roggwil bei einer Frontalkollision auf dem Autobahnzubringer. Im Oktober wurde in Münchwilen eine Frau, die mit einem Velo unterwegs war, bei einem Zusammenstoss mit einem Lastwagen tödlich verletzt.

Die Kantonspolizei Thurgau hat im vergangenen Jahr 1‘076 Verkehrsunfälle bearbeitet. Dies ist ein Rückgang gegenüber 2024, gleiches gilt für die Anzahl verletzter Personen. Zwei Personen verloren bei Verkehrsunfällen ihr Leben, so wenige wie noch nie zuvor.

Die 1‘076 Verkehrsunfälle entsprechen einem Rückgang von 3.1 Prozent gegenüber dem Vorjahr (1110). Die Zahl der verletzten und getöteten Personen ist auf 571 gesunken (2024: 630) – der tiefste Stand der vergangenen 30 Jahre. Während die Zahl der Schwerverletzten auf 121 anstieg (103), resultierte bei den Leichtverletzten ein Rückgang auf 448 (520).

2025 gab es auf Thurgauer Strassen zwei Todesopfer, so wenige wie noch nie seit

Während die Zahl der Unfälle mit Beteiligung von Personenwagen (895), Motorrädern (85), E-Bikes (53) und Fussgängerinnen und Fussgängern (41) zurückging, gab es bei Unfällen mit Velos (94) und E-Trottinetts (19) einen Anstieg zu verzeichnen. Im Vergleich zum Durchschnitt der vergangenen Jahre zeigten sich weder nach unten noch nach oben markante Veränderungen.

Rund ein Fünftel aller Verkehrsunfälle (203) waren auf Unaufmerksamkeit und

Ablenkung zurückzuführen. Bei 135 Unfällen war die Hauptursache Alkoholeinfluss, bei 74 Unfällen nicht angepasste Geschwindigkeit.

Ein Vergleich der Unfall- und Opferzahlen über einen längeren Zeitraum zeigt, dass die Kantonspolizei Thurgau einen wichtigen Beitrag zur Verkehrssicherheit leistet. Einerseits mit repressiven Massnahmen wie Geschwindigkeits- und anderen Verkehrskontrollen. Andererseits haben auch präventive Massnahmen wie der Verkehrsunterricht an Schulen oder die Kampagnen im Rahmen von «Verkehrssicherheit Thurgau» zusammen mit dem Strassenverkehrsamt, dem Tiefbauamt und dem Amt für Volksschule einen hohen Stellenwert. (Kapo Thurgau)

Wir sprachen mit…

Klärli Seemann

Die 92-jährige Klara Seemann-Hess wohnte zeitlebens in Märstetten und war jahrzehntelang aktiv in verschiedenen Dorfvereinen. Als eine der wenigen Frauen im Dorf lernte sie im Jahr 1953 Auto fahren und war während 70 Jahren unfallfrei unterwegs. Während vielen Jahren waren ihr inzwischen verstorbener Leo und sie Mitglieder der TCS Sektion Thurgau. Vor zwei Jahren hat sie ihren Fahrausweis freiwillig abgegeben. Geistig fit und voller Tatendrang blickt sie mit Freude auf ihr langes Leben. und auf die Zeit von damals und heute zurück.

In Gedanken versunken blättert die 92-Jährige in ihrem Fotoalbum und ihr

Blick fällt auf Erinnerungsbilder von einer Klassenzusammenkunft im Jahre 1993. Rund 60 Jahre zuvor, nämlich am 13. November 1933, ist sie im Winkel zur Welt gekommen. Und davon kann sie dank der Erzählung ihrer Mutter lebhaft erzählen: «Es war ein bitterkalter Tag und Eisblumen dekorierten die Fensterscheiben. Mein Vater half mit beim Dreschen mit der Dreschmaschine von Walter Kümmerli bei Familie Müller in der Hueb. Die Mutter war hochschwanger am Mistzetteln, als die Wehen einsetzten. Sie begab sich ins Haus, zog ihre Holzschuhe aus, legte sich ins Bett und schickte ihr dreijähriges Trudi zu Hebamme Klara Borchert, die damals an der Hubstrasse im Haus der heutigen Pilgerherberge wohnte. Schnell begaben sich die Beiden hinauf in den Winkel, wo sie die Mutter und unter der Decke das soeben zur Welt gekommene wimmernde

Klärli vorfanden. Schnell holte die Hebamme noch ihr daheim gelassenes Köfferli mit ihren Utensilien. Nach dem Abnabeln nahm die Hebamme die Plazenta nach Hause und füllte sie, wie damals üblich, mit Milch, um zu kontrollieren, dass diese vollständig war». Sieben Jahre später kam ihr Bruder Heinrich zur Welt. Der Vater weilte im Aktivdienst in einem Bunker oberhalb des Schlosses Castell als sogenannter Späher. Einmal soll das kleine Klärli ihren in den Urlaub heimkehrenden Vater mit den folgenden Worten empfangen haben: «Gang du wieder, du bisch ned min Vater.» Die Lebensmittel waren damals so knapp, dass die Frauen des Dorfes nach dem Abmähen der Weizenfelder die liegengebliebenen Ähren zusammenlasen und dreschen liessen, damit sie über Mehl verfügten zum Backen.

Klärli Seemann fuhr über 70 unfallfrei Auto. (Bild: Werner Lenzin)

8 – Wir sprachen mit

Zwei Ochsen und vier Kühe

«I ha s’gern, wenn me mir Klärli seit und lege grosse Wert uf min Ledigename Hess», sagt die rüstige Märstetterin. Und das hat einen ganz besonderen Grund. Hess, Heer und Kesselring sind die ältesten Märstetter Geschlechter. Zum Kleinbauernbetrieb im Winkel gehörten damals vier Kühe, zwei Ochsen zum Ziehen des Gespanns, zehn Aren Reben an der Ruberbaumstrasse und zehn Hektaren Wiesland, ein Grossteil davon nördlich der damaligen Düngerfabrik und im Oberäuli, südlich des heutigen Schulhauses Regelwiesen. «Die Trauben pressten wir im kleinen Torkel, zwischen den Familien Schoch und Grünig und das Heu pressten wir für den Verkauf», erinnert sich Klärli Seemann. Mit sieben Jahren begann ihre Schulzeit beim damaligen Lehrer Walter Keller. Er unterrichtete in der 1. bis 3. Klasse 30 Mädchen und Buben, die mit Steingriffeln ihre Buchstaben und Zahlen auf eine Schiefertafel schrieben. Deren Holzrahmen musste jeweils über das Wochenende mit Seife und Bürste gefegt werden und am Montagmorgen kontrollierte der Lehrer die Fingernägel und die geputzten Schuhe.

14-Stunden-Tag

Nach ihrer Schulzeit arbeitete die damals 15-Jährige als Pflegerin bei Wöchnerinnen, Arbeitsplätze, welche ihr

die damalige Hebamme Klara Borchert vermittelte. Dabei hat die Jugendliche einen grossen Einblick in zahlreiche Haushalte des Dorfes und der Umgebung erhalten. «Zu meinen Aufgaben gehörten das Waschen der Windeln von Hand, das Wickeln der Kleinen und diese den Müttern an die Brust reichen» berichtet die 92-Jährige. Dabei vergisst sie nicht, wie es jeweils in den Stuben drin dampfte, wenn man die nassen Windeln rund um den Kachelofen herum aufhängte. Dazu kamen für sie Arbeiten wie das Füttern der Kaninchen und Schweine, das Einkaufen von Lebensmitteln wie Mehl und Zucker. «Letzteren musste ich vor den Kindern verstecken, da sie diese Süssigkeit über alles liebten», so Klärli Seemann. Nicht selten dauerte ihr Arbeitstag von morgens 05.00 Uhr bis abends um 22.00 Uhr, dies bei einem Tageslohn von zehn Franken und Kost.

70 Jahre unfallfrei auf der Strasse Am 4. Mai 1957 läuteten für sie und ihren Verlobten Leo Seemann aus Amlikon in Bussang die Glocken zur Vermählung. Im Dümpfel hinter der damaligen Handlung der Familie Lindenmann fand das junge Ehepaar ihr erstes Zuhause. Dort kamen auch ihre zwei Kinder Iris (1957) und Jürg (1959) zur Welt. In diesem Jahr zog die Familie in das erworbene Haus an der Gillhofstrasse, wo Lotti (1962) das

Licht der Welt erblickte. Zwanzig Jahre später erfolgte der Umzug in das neue Heim im Steig 4, wo die fünfköpfige Familie glückliche Jahre verbrachte. «Mit 20 Jahren erlernte ich das Autofahren mit einem VW-Käfer, dies bei einem Preis von neun Franken pro Stunde», hebt sie hervor und ist stolz, «ich war 70 Jahre unfallfrei auf der Strasse unterwegs.» Für sie ist es zeitlebens wichtig, sich im Dorf für das Vereinsleben und für die Öffentlichkeit einzusetzen. So wirkte sie 40 Jahren im Samariterverein, leitete während 20 Jahren den damals 44 Mitglieder zählende Frauenchor, war zehn Jahre Mitglied der Feuerwehr Märstetten und bei verschiedenen anderen Veranstaltungen mit dabei.

Zusammenhalt im Dorf

Gerne erinnert sich die betagte Märstetterin an die grossartige Solidarität und den Zusammenhalt unter den Menschen des Dorfes während den Kriegsjahren und die grossartige Unterstützung. Vergleicht sie ihre Schulzeit mit derjenigen der Kinder von heute, so ist für sie klar: «Wir hatten es als Kinder einfacher als diejenigen von heute». Das heutige Weltgeschehen verfolgt sie besorgt und mit Interesse. Nie vergisst sie die Bombardierung von Friedrichshafen in den letzten Kriegsjahren. «Eine Nacht, in der man sogar in Märstetten an den Wangen den Luftdruck zu spüren bekam.»

Das Elternhaus von Klärli Seemann «In Winkel» bei Märstetten (Bild: Werner Lenzin)

Historische Mitgliederversammlung der TCS Sektion Thurgau

Erstmals in der 99-jährigen Geschichte der TCS Sektion Thurgau bot sich am Freitagabend im Kongresszentrum Thurgauerhof allen Mitgliedern die Möglichkeit, an der Mitgliederversammlung teilzunehmen. Dies im Zusammenhang mit der Neustrukturierung und der Auflösung der Regionalgruppen, wonach das bisherige System der Delegierten abgeschafft wurde.

96 stimmberechtigte Mitglieder der TCS Sektion Thurgau und 19 Gäste kann Präsident Stefan Mühlemann am zweitletzten Freitagabend im Mai im Festsaal des Hotels Thurgauerhof zur ersten historischen Mitgliederversammlung begrüssen. Regierungsrat Dominik Diezi bezeichnet den TCS für ihn und das

Departement Bau und Umwelt als wichtigen Partner und hebt hervor: «Er ist für alle Verkehrsteilnehmer unterwegs, dies im Sinne von den heute gefragten Gesamtkonzeptionen.» Aktuell nimmt er Stellung zur Verkehrssituation ThurtalBodensee und erinnert sich: «Vor vier Jahren wollte die damalige Bundesrätin Simonetta Sommaruga im Thurgau überhaupt keine neuen Strassen bauen.» Nach den Bemühungen der Ostschweizer Regierungskonferenz in Bern habe sie sich dann für die Durchführung einer sogenannten Korridorstudie entschlossen. In der Folge habe man im Rahmen einer zweijährigen Arbeit die Verkehrssituation im Raum zwischen Arbon und Frauenfeld detailliert untersucht. «Das Ergebnis ist die Gesamtverkehrskonzeption Thurtal-Bodensee. Der Bundesrat hat aktuell diese beiden Strassenbauvorhaben aufgenommen und wir setzen alles daran,

dass diese beiden Bauvorhaben in der nächsten Botschaft enthalten sind», stellt Diezi in Aussicht. Er zeigt sich optimistisch: «Wir waren noch nie so weit wie heute. Der Bund ist bereit, zwei Milliarden Franken in die BTS zu investieren.»

Er appellierte, dass es nun gelte, die Gesamtkonzeption Thurtal-Bodensee im Interesse aller Verkehrsteilnehmer zum Fliegen zu bringen. Im Zusammenhang mit den Ausschreibungen des Tiefbauamtes stelle Diezi in Aussicht, dass man nachhaltiger werden und das wirtschaftlich beste Angebot berücksichtigen wolle. Ferner stellt er fest, dass das nationale Veloweggesetz im Thurgau auf guten Wegen ist. «Der motorisierte Individualverkehr nimmt im Thurgau langsamer zu als die Einwohnerzahl», sagt Diezi und freut sich über einen Rückgang der registrierten Verkehrsunfälle von 3.1 Prozent.

Die neuen Ehrenmitglieder der TCS Sektion Thurgau (v.l.): Urs Reinhardt, Otto Bernhardsgrütter, Ruedi Garbauer, Angelo Niederer, Franz Grosser und Werner Lenzin (es fehlen Karin Bischof, Herbert Halter und Werner Stucki). (Bild: TCS TG)

Einstimmige Wahl des neuen Vorstandes

Im Anschluss an die Informationen über seine vielseitigen Aufgaben beim TCS Schweiz nimmt Sektionspräsident Stefan Mühlemann auch Stellung zur Entwicklung der Verkehrssicherheitszentrum Thurgau AG: «Wir sind bemüht vermehrt die Synergien zu nutzen und den TCS und das VSZ zu einer Einheit zusammenzuführen und freuen uns, dass der Finanzplan besser als geplant eingehalten werden konnte.»

Einstimmig genehmigen die Delegierten den Jahresbericht des Präsidenten, die von Marion Wiesmann vorgelegte Jahresrechnung mit einem Verlust von 30 000 Franken, dies anstelle eines

budgetierten Gewinns von 19 800 Franken, welcher auf einen Minderertrag bei den Mitgliederbeiträgen, auf einen höheren Aufwand im Bereich Werbung und Marketing und beim Personalaufwand zurückzuführen ist.

Einstimmigkeit gibt es auch bei den Bestätigungs- und Erneuerungswahlen. Der Vorstand setzt sich nun wie folgt zusammen: Stefan Mühlemann, Präsident (bisher), Yves Osterwalder, Vizepräsident (bisher), Marion Wiesmann, Finanzverantwortliche (bisher), Silvan Gähwiler, Michael Krapf, Simon Krauter und Urs Thalmann (alle neu). Michael Schmid ist als Präsident des Campingclubs von Amtes wegen dabei.

Neun neue Ehrenmitglieder Viel Platz nimmt abschliessend das Traktandum Ehrungen ein. In Anerkennung ihrer grossen Verdienste um die TCS Sektion Thurgau, ernennen die Versammlungsteilnehmer einstimmig die bisherigen Präsidenten der im vergangenen Jahr aufgelösten Regionalgruppen zu neuen Ehrenmitgliedern: Karin Bischof, Otto Bernhardsgrütter, Franz Grosser, Herbert Halter, Angelo Niederer, Werner Stucki und Urs Reinardt. Ebenfalls zu neuen Ehrenmitgliedern wählt man einstimmig die beiden zurücktretenden Mitglieder der Geschäftsleitung: Ruedi Garbauer und Werner Lenzin.

Mitglieder der TCS Sektion Thurgau - heute Barbara Hottinger, seit

«Ciao Barbara – mach’s guet»

Barbara Hottinger arbeitete seit Mai 2014 auf der Kontaktstelle der TCS Sektion Thurgau. Zuerst an der Frauenfelderstrasse 6 und anschliessend an der Dufourstrasse 76 in den Gebäulichkeiten der Verkehrssicherheit Thurgau AG. Seit zwölf Jahren ist sie auch Mitglied der TCS Sektion Thurgau. Nach ihrer Elternzeit entschloss sie sich damals, wieder in den Beruf einzusteigen und dies auf der Kontaktstelle in Weinfelden. Nun verlässt sie diese und folgt einer neuen Herausforderung.

Von Werner Lenzin

Seit sich die langjährige Kontaktstellen-Mitarbeiterin erinnern kann, hat sie nicht nur neue Herausforderungen gesucht, sondern auch neue Wege. Während eines Dutzend Jahre hat sie am Tresen der TCS-Kontaktstelle die Mitglieder freundlich, aufgestellt, zuvorkommend und professionell empfangen und betreut. Ihre Art, auf die Menschen zuzugehen, sie mit Blick auf ihre Anliegen zu beraten und ihnen weiterzuhelfen, war weitherum nicht nur bekannt, sondern auch äusserst beliebt.

Zurück nach Weinfelden

Nach einer zweijährigen Tätigkeit im Anschluss an die Lehre zog es Barbara Hottinger hinaus in die Welt. In Swanage an der Südküste Englands verbrachte sie einen unvergesslichen Fremdsprachenaufenthalt. Zurück in der Schweiz zog sie der Schneesport hinauf in die Lenzerheide, wo sie während einer Saison in einer Skischule das Sekretariat betreute. «Zurück in Weinfelden fand ich bei der Firma Alphasem AG in Berg vorerst eine Temporärstelle am Empfang, welche mir erlaubte, parallel dazu eine Kaderausbildung zu absolvieren», sagt sie. Während sechs Jahren war sie in dieser Firma je zur Hälfte als Geschäftsleitungs-Assistentin und als Personalassistentin tätig. Auf der Suche nach einer neuen Aufgabe folgte sie einem Angebot der Firma Strellson AG in Kreuzlingen, wo sie als Assistentin den dortigen CEO unterstützte. Im Jahr 2012 freute sie sich zusammen mit ihrem Gatten René über die Geburt ihres Sohnes Louis.

Wir waren ein starkes Team

Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung meldete sich Barbara Hottinger aufgrund eines Stellenbeschriebs 2014 bei der TCS Sektion Thurgau. «Hier habe ich eine interessante, spannende und abwechslungsreiche Tätigkeit gefunden, die mich mit den unterschiedlichsten Menschen zusammenbrachte», blickt sie auf ihre vergangenen zwölf Berufsjahre zurück. Dabei erwähnt sie ihren Start an der Frauenfelderstrasse in der gut frequentierten Kontaktstelle und die erfolgreiche Einführung des Telepasses. Überaus lobend äussert sie sich auch über ihre beiden Mitarbeitenden Sonja Minikus und Karin Stähelin: «So eine menschlich und beruflich optimal Zusammenarbeit habe ich in dieser Form noch nie erlebt», stellt sie fest. Auf den Umzug vom Zentrum Weinfelden an die Peripherie der Stadt blickt sie heute noch mit gemischten Gefühlen zurück. «Wir durften viel

Laufkundschaft beraten und bedienen und ich befürchte, dass die damalige Vertrautheit für die Mitglieder verloren gehen könnte», meint sie. Doch auch dieser Umzug betrachtet sie als neuen Weg und neue Herausforderung, dies allerdings mit verschiedenen Fragezeichen. In guter Erinnerung bleibt ihr die vielseitige und breit gefächerte Tätigkeit. Als besonderen Challange für das Dreier-Team nennt sie die Jahre während der Pandemie, den Umzug an die Dufourstrasse und den Präsidentenwechsel. Auch die Auflösung der Regionalgruppen, mit denen die Kontaktstelle immer eine gute Zusammenarbeit pflegte, stellte an das Team der Kontaktstelle verschiedene Herausforderungen. Die Protokollführung bei der Geschäftsleitung und beim Kantonalvorstand erachtet sie nicht als ein Muss, sondern als Chance, mit den Menschen in diesen Gremien im Kontakt zu bleiben. Nun verlässt Barbara Hottinger, wie sie selbst sagt, die Kontaktstelle «mit einem weinenden und einem lachenden Auge». Sie wünscht der Kontaktstelle, dass dort auch in Zukunft zufriedene Mitglieder über die verschiedenen Dienstleistungen beraten werden. Und ihr besonderer abschliessender Wunsch: «Der TCS Sektion Thurgau alles Gute für die Zukunft und dem Team stets ein offenes Ohr für die Mitglieder.»

Barbara, wir lassen dich ungern gehen, verstehen aber deinen Wunsch nach einer neuen Herausforderung. Deshalb wünsche ich dir namens aller Mitglieder, des Vorstands und der Geschäftsleitung, für die persönliche und berufliche Zukunft das Allerbeste.

Barbara Hottinger arbeitet seit 2014 bei der TSC Sektion Thurgau. (Bild: Werner Lenzin)

Unsere TCS-Kurse

Anmeldung

TCS Sektion Thurgau, Dufourstrasse 76, 8570 Weinfelden T: 071 622 00 12, www.tcs-thurgau.ch, info@tcs-thurgau.ch

Kindernotfall... was tun?

Was tun bei einem Kinderunfall? In diesem Kurs wird die Erste Hilfe beim Kindernotfall theoretisch behandelt und die Anwendung praktisch geübt.

Programm: Unfallprävention, Kinderreanimation, Fieberkrampf, Vergiftung, Verbrennung, Atemnot, Fremdkörperaspiration usw.

CHF 50.–

für TCS Mitglieder

CHF 60.– für Nichtmitglieder

Dienstag 15.9.2026

18.30 - 21.30 Uhr

Nothelfer-Refresher-Kurs Nothilfe: Sind Sie bereit?

Auffrischung der wichtigsten Regeln zur Nothilfe, Handeln nach ACBD, Bewusstlosenlage, Herzmassage, Beatmung, Defibrillation

CHF 50.–

für TCS Mitglieder CHF 60.– für Nichtmitglieder Dienstag 8.9.2026

18.30 - 21.30 Uhr

Motorradkurs – Kurventraining

Mehr Sicherheit und Spass beim Kurvenfahren.

Kursziel: Blickführung, Geschwindigkeitsgestaltung und Linienwahl, Schräglagenfahrt, bewusstes Lenken mit Ausweichmanöver. Auswertung mit Video vor Ort.

CHF 150.–

für TCS Mitglieder

CHF 180.– für Nichtmitglieder

Freitag 10.7.2026

14.00 - 18.00 Uhr

Autofahren heute

Prüfung gestern

Theorie: Auffrischung der wichtigsten und neusten Verkehrsregeln im Theorielokal.

Praxis: Befahren einer Teststrecke in Begleitung eines Fahrlehrers. Schlussbesprechung/Auswertung im individuellen Gespräch.

Die Ergebnisse sind absolut vertraulich.

CHF 220.–

für TCS Mitglieder

CHF 240.– für Nichtmitglieder

Mittwoch, 24.6.2026 Montag, 26.10.2026

Jeweils 09.00 - 15.45 Uhr

Autofahren heute

bringt ein Plus an Sicherheit für langjährige Autofahrer

Theorie: Auffrischung der wichtigsten und neusten Verkehrsregeln im Theorielokal.

Praxis: Befahren einer Teststrecke in Begleitung eines Fahrlehrers. Schlussbesprechung/Auswertung im individuellen Gespräch.

Die Ergebnisse sind absolut vertraulich.

CHF 120.–

für TCS Mitglieder

CHF 140.– für Nichtmitglieder

Der Termin für die Fahrt wird in der Theorie festgelegt.

Mittwoch, 19.8.2026

Donnerstag, 10.9.2026

Dienstag, 20.10.2026

Jeweils 09.00 - 12.00 Uhr

Für die Kindergärtler ersetzt die Lumi-Weste den Triki

Der Märstetter Schulleiter Michael Frischknecht zusammen mit den beiden Kindergärtlern Erina (links) mit dem alten Triki und Eric mit der neuen Lumi-Sicherheitsweste. (Bild: Werner Lenzin)

Nach den Sommerferien sind schweizweit 100‘000 Kinder, darunter auch jene aus dem Kanton Thurgau, mit der neuen Sicherheitsweste Lumi unterwegs in den Kindergarten. Die Weste im neuen, zweifarbigen Design bietet Rundum-Sichtbarkeit bieten. Somit ersetzt der TCS nach 50 Jahren den Leuchtbändel Triki. Die neue Sicherheitsweste bietet nicht nur eine 360-Grad-Sichtbarkeit, sondern lässt sich auch auf drei Arten anziehen.

Von Werner Lenzin

Mit dem Beginn des Schuljahres wird sich das Strassenbild verändern, denn die Kindergärtler tragen schweizweit eine

neue Sicherheitsweste. Damit ersetzt der TCS die 1975 eingeführten dreieckigen Leuchtbändel namens Triki. Aufgrund strengerer Normen und veränderter Verkehrsbedingungen galt es nach einer neuen Lösung zu suchen, dies auch hinsichtlich einer notwendigen 360-Grad-Sichtbarkeit.

Die neue Weste bietet im Vergleich zur 2013 eingeführten ersten Weste eine erhöhte Sichtbarkeit für die Vier- bis Sechsjährigen. An der neuen Weste sind überall reflektierende Elemente angebracht. Der längere Rückenbereich gewährleiste zudem eine gute Sichtbarkeit, selbst wenn das Kind seine Schultasche am Rücken trägt. Der TCS entwickelte die neue Weste in Zusammenarbeit mit zehn Kindergartenklassen. Das Design soll zum täglichen Tragen moti-

vieren. So gibt es etwa einen aufgenähten Klett-Patch auf der Brust, der es ermöglicht, personalisierte Patches zu befestigen. Die Weste besteht aus einem leichten, modernen und widerstandsfähigen synthetischen Material, das sich zu jeder Jahreszeit tragen lässt. Sie lässt sich auf drei verschiedene Arten anziehen:

– Die grossen seitlichen Öffnungen ermöglichen es, sie wie einen Überwurf einfach über den Kopf zu ziehen.

– Kinder, die bereits geübter sind, können den Reissverschluss vorne verwenden und sie wie eine Jacke anziehen.

– Seitliche Druckknöpfe ermöglichen den Lehrpersonen, die Weste - ähnlich wie den früheren Leuchtbändel - direkt auf die Schultern zu legen und anschliessend zu schliessen.

Ab dem Schuljahr 2026/27 sollen alle Kinder, die in den Kindergarten eintreten, eine Lumi-Weste erhalten. Sie wird von den Polizeikorps oder über die Schulen verteilt. Im ersten Jahr der Einführung werden schweizweit über 100 000 Westen abgegeben, danach soll jedes Jahr eine ähnliche Anzahl in der ganzen Schweiz verteilt werden. Das Projekt wird vom Fonds für Verkehrssicherheit unterstützt.

Tipps für den Schulweg

– Mit heller Kleidung und der Kindergartenweste Lumi ist jedes Kind sichtbarer unterwegs.

– Bei Fragen und Problemen gibt der Dienst der Verkehrsschulung jederzeit gerne Auskunft.

– Nur wer rechtzeitig losläuft, kann den Schulweg in vollen Zügen geniessen.

– Es ist besonders wichtig, den richtigen Schulweg zu wählen, denn der kürzeste Weg ist nicht unbedingt der sicherste.

– Falls Eltern ihr Kind aus bestimmten Gründen ihr Kind mit dem Auto zur Schule fahren müssen, das Kind nicht direkt vor dem Schulhaus aussteigen lassen.

– Erwachsene sollten stets ein gutes Vorbild sein, auch im Strassenverkehr.

– Beim Überqueren der Strasse gilt es auf folgende Punkte zu achten:

1. Am Rand des Trottoirs stehen bleiben

2. In beide Richtungen schauen

3. Aufmerksam hinhören

4. Die Strasse erst dann im Schritttempo überqueren, wenn sich kein Fahrzeug nähert oder es komplett stillsteht

Vom Triki-Leuchtbändel zur Lumi-Weste

1975: Einführung des Triki-Leuchtbändels durch den TCS für Kinder ab 4 Jahren

2013: Einführung einer Sicherheitsweste für Kinder ab 6 Jahren

2021: Überarbeitung des Designs des Triki-Leuchtbändels mit neuen Motiven

2025: Anpassung des Triki-Leuchtbändels an die neuen geltenden Normen

2026: Entwicklung eines neuen Konzeptes in Form einer Weste für Kinder ab 4 Jahren - Einführung der Lumi-Weste (le)

Samstag, 15. August 2026

Mit dem TCS Thurgau zu den Bregenzer Festspielen, zum Spiel auf dem See

La traviata

von Giuseppe Verdi

- Busfahrt ab Frauenfeld, Weinfelden und Amriswil - inkl. Nachtessen im Gastropark

zum Mitglieder-Pauschalpreis von CHF 159.–

die Platzzahl ist beschränkt auf 40 Personen

Anmeldungen werden gerne ab 22.6.2026 via TCS Sekretariat entgegengenommen:

TCS Sektion Thurgau, Dufourstrasse 76, 8570 Weinfelden

T: 071 622 00 12, info@tcs-thurgau.ch

Nicolas Party, Portrait with Lotus Flowers, 2024; Foto: Adam Reich/ Gestaltung: studiocollect.de

Kinder bei der Entwicklung ihrer Mobilität zur Selbständigkeit bringen

Die «Mobeez»-Verantwortlichen stellen das Verkehrserziehungsprogramm vor. (Bild: ZVG)

Das Verkehrserziehungsprogramm «Mobeeez», das der TCS mit der Kantonspolizei Freiburg und der Pädagogischen Hochschule Freiburg entwickelt und vor anderthalb Jaren auf den Markt gebracht hat, bietet der Polizei, Lehrpersonen und Eltern verschiedene Tools. Diese reichen von sachlichen Infos über digitale Lernspiele bis hin zu bestellbarem Material für Velo-Gymkhana.

Der TCS engagiert sich seit über 100 Jahren in der Verkehrserziehung, um jungen Menschen bereits früh die Regeln der Verkehrssicherheit beizubringen. Das

Ziel ist es, die Zahl der Verkehrsunfälle mit Kindern und Jugendlichen zu senken und ein verantwortungsbewusstes Verhalten zu fördern. «Mobeeez» wird vom Fonds für Verkehrssicherheit unterstützt. Der TCS weist hin auf die Unfallzahlen vergangener Jahre: «Bei zwei Dritteln der Unfälle mit dem Fahrrad bzw. bei mehr als jedem zweiten Unfall mit dem Trottinett oder ähnlichen Fahrzeugen war das Kind selbst für den Zusammenstoss mit anderen Verkehrsteilnehmenden oder den eigenen Sturz verantwortlich. Vor drei Jahren gab es laut Statistik des Bundesamts für Strassenwesen ASTRA 2’155 Unfälle (alle Fahrzeugarten), in die Kinder und Jugendliche zwischen 8 und 14 Jahren involviert gewesen waren. «910 Unfälle erfolgten mit Personenschäden

und sechs Kinder starben. Gemäss ASTRA betrafen 440 Unfälle Kinder der gleichen Altersgruppe, die mit Fahrrädern, Trottinetts oder ähnlichen Fahrzeugen unterwegs waren. Bei diesen Unfällen kamen zwei Kinder ums Leben und 331 erlitten Verletzungen.»

Ein Lernparcours für die Jüngsten Aus diesem Grund hat der TCS mit der Pädagogischen Hochschule Freiburg und der Kantonspolizei Freiburg vor anderthalb Jahren ein neues Programm zur Verkehrssicherheitserziehung entwickelt. Und zwar unter dem Titel «Mobeeez». Das neue Programm ergänzt die bereits bestehende Verkehrserziehung für Kinder von 3 bis 16 Jahren und solle die Bemühungen zur Prävention von Verkehrsun-

fällen bei Kindern und Jugendlichen weiter verbessern. Es bietet spielerische und anschauliche Tools, die auf den Auftrag und die Bedürfnisse der verschiedenen Akteure zugeschnitten sind. Das neue Lernprogramm beinhaltet zwei wichtige Materialien. Für die Schulkinder gibt es eine «Mobeeez»-Mappe mit einem Comic und zwei Theoriebroschüren, die im Rahmen des Verkehrserziehungsunterrichts von der Polizei verteilt werden.

Der Comic zeigt die Geschichte der «Mobeeez»-Freunde, die sich in neun Abenteuern auf eine Entdeckungsreise durch ihre Welt begeben. Im täglichen Strassenverkehr treffen sie dabei auf bestimmte Situationen. Der Comic dient als spielerische Einführung in die Problematik, die in den beiden Theoriebroschüren behandelt wird. Für Lehrkräfte ist eine fächerübergreifende Sequenz über die Themen Mobilität und Verkehrssicherheit in verschiedenen Fächern wie Französisch, Geschichte oder Kunstunterricht vorgesehen. Diese Module ermöglichen es, Schülerinnen und Schüler in das «Mobeeez»-Programm einzubinden, um den Besuch der Polizeibeamten in der Klasse zu kontextualisieren und das Thema weiter zu verfolgen. Die beiden

Exklusiv für TCS-Mitglieder

CHF 49.–

Tools werden durch zusätzliche Mittel und praktische Aktivitäten und Tipps, insbesondere für Eltern, ergänzt.

Spielerisch Verkehrsregeln kennenlernen

Mit diesen vielfältigen Werkzeugen hilft Mobeeez den Kindern, die Herausforderungen der Mobilität zu bewältigen und im Strassenverkehr selbstständiger zu werden. In den Theorieteilen sind Spiele, Tipps und Regeln zu finden. Sie behandeln die wichtigsten Themen der Unfallprävention, die für Kinder zwischen 8 und 12 Jahren relevant sind. Und zwar richtige Veloausstattung, Helm oder Sichtbarkeit. Aber genauso geht es um die Kenntnis von Verkehrszeichen und Vorfahrtsregeln, richtiges Verhalten und Spurwechsel im Strassenverkehr.

Ausserdem ist auch das frühzeitige Erkennen von Gefahren Thema. Der Unterricht wird durch praktische Übungen in Form von Simulationen von Verkehrssituationen ergänzt. Damit soll die Fähigkeit entwickelt werden, andere Verkehrsteilnehmende zu beobachten, ihr Verhalten vorauszusehen und in Notsituationen zu reagieren.

Joris Felder, assoziierter Professor und pädagogischer Leiter der Ausbildungsför-

maximal 2 Karten pro Mitglied/Haushalt

Die Plätze sind beschränkt!

TCS-Apéro

Ab 19.30 h findet beim Schloss Hagenwil ein Apéro für die TCS-Mitglieder statt.

Gespielt wird bei jeder Witterung. Die Zuschauertribüne ist gedeckt.

Anmeldungen werden gerne ab 22.6.26 via TCS Sekretariat entgegengenommen:

TCS Sektion Thurgau

Dufourstrasse 76

8570 Weinfelden

T: 071 622 00 12

info@tcs-thurgau.ch

derung und Studienberater an der Pädagogischen Hochschule Freiburg, schliesst sich dem an. «Die Erziehung zu Mobilität und Verkehrssicherheit ist ein grundlegender Aspekt für die Entwicklung und das Wohl unserer Schülerinnen und Schüler. Beim Projekt «Mobeeez» konnten wir Hand in Hand mit dem TCS, der Polizei sowie den Lehrkräften zusammenarbeiten, um mit Einbezug von Schülerinnen und Schülern spannende Aktivitäten für die Klasse zu konzipieren.»

Auch bei der Kantonspolizei Freiburg freut man sich über die verbesserte Zusammenarbeit: «Die Kantonspolizei ist stolz darauf, das neue Verkehrserziehungsprogramm Mobeeez zu unterstützen, das Kindern und Jugendlichen ein spielerisches, innovatives und optimal auf die neuen Herausforderungen der Mobilität zugeschnittenes Lernen ermöglicht.»

Eine Komödie von Jean-Baptiste Molière Regie und Bearbeitung: Florian Rexer

26. August 2026

Jubiläumsjahr für sechs TCS Sektionen

Die TCS Sektion Thurgau jubiliert 2027

Sechs TCS Sektionen feiern dieses Jahr ihr hundertjähriges Bestehen – die TCS Sektion Thurgau 2027. (Bilder: TCS)

Die TCS Sektionen Bern, Freiburg, Graubünden, Luzern NW/OW, Solothurn und Wallis sind vor hundert Jahren gegründet worden. Die sechs Jubiläums-Sektionen feiern ihren runden Geburtstag auf unterschiedliche Weise, aber mit einer Gemeinsamkeit: Im Zentrum stehen die regionale Verbundenheit sowie die Nähe zu den Mitgliedern. Dies wird auch für die TCS Sektion Thurgau zutreffen, die im kommenden Jahr ihr 100-jähriges Jubiläum feiern wird.

Der TCS steht seit 130 Jahren an der Seite seiner 1,6 Mio. Mitgliedern. Genauso wichtig wie die langjährige Erfahrung ist

die Verankerung des TCS in der ganzen Schweiz. 23 Sektionen schaffen die lokale und regionale Verbindung zu den Mitgliedern und zur Bevölkerung, indem sie eine Fülle an Dienstleistungen und Aktivitäten anbieten und sich in Mobilitätsthemen politisch engagieren. In diesem Jahr feiern die Sektionen Bern, Freiburg, Graubünden, Luzern NW/OW, Solothurn und Wallis ihr 100 Jahr-Jubiläum.

Jubiläumsbus in Luzern 1926, 30 Jahre nach der Gründung des TCS, keimte in verschiedenen Regionen der Schweiz der Wunsch nach einer lokalen Vertretung des TCS. In Luzern waren bei der Gründungsversammlung 21 Personen zugegen. Heute zählt die

Sektion Luzern NW/OW über 70‘000 Mitglieder. Das Wachstum gelang, weil sich die Sektion stets den wandelnden Bedürfnissen und der verändernden Mobilität angepasst hat. Um das Jubiläumsjahr in der Zentralschweiz sichtbar zu machen, verkehrt unter anderem während zwei Jahren unter ein Gelenkbus der Auto AG Rothenburg in den Farben des TCS auf den Strassen im Kanton Luzern.

Kurzfilm-Wettbewerb für Jugendliche im Wallis

Auch im Wallis lässt die Sektion ihre Mitglieder an verschiedenen Veranstaltungen an den Feierlichkeiten teilhaben. Die Sektion Wallis wird seit über 20

Jahren von Fabienne Bernard geführt. Als sie 2005 zur Präsidentin gewählt wurde, war sie die erste Frau an der Spitze der Sektion Wallis. Ausserdem war sie die erste Vizepräsidentin des Zentralclubs und hat dieses Amt bis heute inne. Anlässlich des Jubiläumsjahres hat die Sektion Wallis einen Film-Wettbewerb lanciert. Junge Walliserinnen und Walliser sind aufgerufen, einen Kurzfilm zum Thema «Mobilität von morgen» zu drehen. Die besten Kurzfilme werden im Oktober an der traditionsreichen «Foire du Valais» prämiert.

Bern startete 1926 mit 96 Gründungsmitgliedern

Anlässlich des Jubiläums ist auch die Sektion Bern in Feierlaune. Sie zelebriert ihren 100. Geburtstag im Mai mit einem feierlichen Gala-Abend und einem abwechslungsreichen Programm. Wortwörtlich sichtbar ist die Sektion im Herbst, wenn rund um den «Tag des Lichts» verschiedene Veranstaltungen geplant sind. Seinen Abschluss findet das Jubiläum im Frühjahr 2027 mit mehreren Events in den Mobilitätszentren. Blickt man 100 Jahre zurück, ist die Sektion Bern stark gewachsen. An der Gründung am 8. Mai 1926 haben 96 Anwesende den Anschluss erklärt, heute zählt die Sektion über 146‘000 Mitglieder.

Freiburger Festlaune

Als die Sektion Freiburg gegründet wurde, waren auf den Freiburger Strassen erst 1025 Autos unterwegs. Wobei der

Begriff Strassen noch weit gefasst war. Noch 1935 waren im Bezirk Glâne erst sieben Kilometer Strasse asphaltiert. Ein stetig wachsendes Angebot an Dienstleistungen und mehr Fahrzeuge trugen allerdings rasch zum Wachstum der Sektion bei. Neben den klassischen TCS-Engagements wie Strassenhilfe und Verkehrserziehung hatte die Geselligkeit stets einen hohen Stellenwert bei der Sektion – der jährliche Ball fand während über 80 Jahren statt. An diese Tradition knüpft die Sektion Freiburg an und feiert ihr Jubiläum im Mai mit einem rauschenden Fest.

TCS-Präsenz im ganzen Kanton Solothurn

Das Jubiläumsjahr 2026 steht für die Sektion Solothurn ganz im Zeichen einer starken regionalen Präsenz sowie der vielfältigen Dienstleistungen des TCS und seiner Standorte im Kanton Solothurn. Ergänzend werden auch moderne Mobilitätslösungen thematisiert. Ziel ist es, im ganzen Kanton sichtbar zu sein und alle Anspruchsgruppen anzusprechen. Über das ganze Jahr verteilt finden zahlreiche Anlässe statt. Dazu gehören unter anderem die Teilnahme an regionalen Messen wie der Mega-Thal in Balsthal, der SlowUp Solothurn-Buechibärg, der Pfingstmarkt in Breitenbach sowie die HESO in Solothurn und der Zibelimäret in Oensingen.

Ein besonderes Highlight ist der Jubiläumsbrunch im Enter Museum in Derendingen. Gleichzeitig besteht im

benachbarten TCS Fahrzentrum die Möglichkeit, dass Mitglieder zu attraktiven Konditionen ein Fahrtraining absolvieren können. Weitere Programmpunkte sind die TCS Bike Challenge in Olten, das Campingplatzfest in Solothurn sowie der Mobilitätstag in Grenchen.

Bündner Gründung nach dem Ende des Autoverbots

Als die Sektion Graubünden am 5. Juni 1926 in Chur gegründet wurde, war es erst ein knappes Jahr her, seit das Autoverbot im Kanton Graubünden aufgehoben wurde. Unter diesen speziellen Vorzeichen war die Gründung einer TCS Sektion besonders bedeutsam. Innerhalb von fünf Jahren hatte sich der Auto-Bestand in Graubünden verzehnfacht und der TCS stand den vielen neuen Automobilisten zur Seite. Im Jubiläumsjahr ist die TCS Sektion Graubünden mit einem VW ID. Buzz in den vielen Regionen und Tälern des Kantons unterwegs und bringt die Aktivitäten des TCS an Dorffesten, Märkten und Sportanlässen zu den Menschen.

Die zahlreichen und vielfältigen Jubiläumsaktivitäten verdeutlichen das Engagement der TCS Sektionen. Dieser Einsatz zugunsten einer selbstbestimmten Mobilität und dem Wohl der Mitglieder erstreckt sich natürlich weiter über das Jubiläumsjahr hinaus. Die Sektionen sind die erste Anlaufstelle für die Mitglieder und bilden somit das Rückgrat des TCS. (TCS)

Vernetzung Velo Thurgau hat eine Schwachstellen-Erfassung lanciert

Der junge Verband «Vernetzung Velo Thurgau», dem auch die TCS Sektion Thurgau angehört, trifft sich zur zweiten Mitgliederversammlung, Pro Velo Thurgau und ICH Velo Frauenfeld sind Neumitglieder.

«Wir Velofahrer freuen uns über die vielen schönen Velowege im Kanton Thurgau und trotzdem dürfte es noch mehr vorwärts gehen», begrüsst Präsident Christian Stricker die Vertreter der verschiedenen Verbände und Institutionen im Restaurant Plättli Zoo in Frauenfeld. Das verflossene Jahr bezeichnet er als das Jahr, in dem das ASTRA wie gelähmt die Autobahnabstimmung zu verdauen versuche. «Auf dem N23-Korridor sind nach wie vor keine Anstrengungen sichtbar zur Optimierung der Velo-Infrastruktur», bemängelt der Präsident. Er stellt fest, dass Vernetzung Velo Thurgau an der Seite des Kantonalen Tiefbauamts leide. «Mittlerweile zählt die Vernetzung Velo Thurgau ein Dutzend Mitglieder, dazu gekommen sind Pro Velo Thurgau und die IG Velo Frauenfeld», freut sich der Präsident. Später kamen noch die Pro Velo-Regionalgruppe Wil und Fuss & Velo Kreuzlingen dazu. Für Stricker zwei Verbände, welche die Distanz zu nationalen Themen, aber auch zu Wil West stark verkürzen. Der Präsident ist überzeugt: «Zwei lokale Gruppen, die sich in Städten einbringen und immer wieder inspirieren mit zukunftsträchtigen Projekten.»

Supporter-Gruppen sorgen für Durchbruch

Einstimmig genehmigen die Mitglieder den von Präsident Christian Stricker vorgelegten Jahresberichte 2025 und die von Kassier Andreas Schmidt präsentierte Jahresrechnung 2025, welcher dank der Schaffung von zehn Supporter-Gruppen 5 000 Franken zufliessen und die erfreulich abschliesst. Ohne Gegenstimme passiert der Antrag des Vorstandes, den Mitgliederbeitrag bei 100 Franken zu belassen. Präsident Christian Stricker, die

Die wiedergewählten Vorstandsmitglieder (v.l.): Mathias

Präsident Christian Stricker und Joe

tritt zurück und für ihn wird eine Nachfolge gesucht.

zwei Vorstandsmitglieder Mathias Rickenbach und Joe Brägger werden einstimmig gewählt. Das zurücktretende Vorstandsmitglied Martin Segmüller wird mit lobenden Worten und Dank verabschiedet. Vorläufig vakant bleibt somit ein Sitz im Vorstand. Dem Engagement von Vorstandsmitglied Mathias Rickenbach ist es zu verdanken, dass Ende vergangenen Jahres die Idee einer Schwachstellen-Erfassung lanciert werden konnte. So ist es

nun möglich, auf «ThurgGIS edit» InsiderDaten dem Kanton zur Verfügung zu stellen. «In beeindruckender Art und Weise hat Kevin Hilfiker das Mountainbike-Konzept 2025 weiterentwickelt, worüber wir uns von Vernetzung Velo Thurgau sehr freuen», sagt der Präsident weiter. Besonders hebt er die Mountainbike-Fahrenden hervor, die im Verlaufe der Vernehmlassung ihre Kompromissbereitschaft sichtbar machten.

Präsident Christian Stricker verabschiedet das zurücktretende Vorstandsmitglied Martin Segmüller.

Rickenbach,
Brägger. Martin Segmüller (Dritter von links)
(Bilder: Werner Lenzin)

TCS: Sicherer Einstieg ins Motorradfahren für Jugendliche

Fehlende Erfahrung, zu hohe Geschwindigkeit und die Überschätzung der eigenen Fähigkeiten – die Zahl schwer verletzter Jugendlicher auf Motorrädern ist in der Schweiz drastisch gestiegen. Ein innovatives Projekt des TCS mit Unterstützung des Fonds für Verkehrssicherheit begleitet nun Jugendliche auf dem Weg zu sicherem Lenken. Ziel ist es, die Zahl der Unfälle zu reduzieren.

Junge Motorradlenkende sind im Strassenverkehr besonders gefährdet und erleiden überdurchschnittlich oft schwere Verletzungen. Mangelnde Fahrpraxis ist eine zentrale Unfallursache: Gefahren werden zu spät erkannt oder gar nicht erst wahrgenommen und die eigenen Fähigkeiten überschätzt.

In der Schweiz können Jugendliche nach bestandener Theorieprüfung ab vollendetem 16. Lebensjahr mit dem Lernfahrausweis mit einem 125ccm-Motorrad direkt auf die Strasse. Den Grundkurs kann später im Laufe von vier Monaten absolviert werden. Auch wer 15-jährig Theorie und Praxis für 50ccm (45 km/h) absolviert hat, kann mit vollendeten 16. Lebensjahr ohne weitere Fortbildung direkt auf ein 125ccm-Motorrad umsteigen. Mit dem neuen Konzept «Ready to Ride» in Zusammenarbeit mit dem Fonds für Verkehrssicherheit bietet TCS Training in seinen Fahrtrainingszentren Jugendlichen die Möglichkeit, schon vor der

ersten unbegleiteten Fahrt Fahrpraxis zu erlangen. Ziel ist es, Unfälle zu reduzieren und den Einstieg in die Mobilität auf zwei Rädern sicherer zu gestalten.

Praxis in sicherer Umgebung

Mit Einverständniserklärung der Eltern können Jugendliche ab 15 Jahre den Kurs «Ready to Ride» besuchen. Die Teilnehmenden benötigen für den Kurs weder Vorkenntnisse noch einen Führer- oder Lernfahrausweise. Sie lernen praxisnah Fahrtechnik, Sicherheit sowie Eigenverantwortung und entwickeln eine reflektierte Haltung zum Motorradfahren. Der Kurs besteht aus drei Modulen und findet ausschliesslich in den Fahrtrainingszentren des TCS statt. «In diesem sicheren Rahmen können die Teilnehmenden ihre ersten praktischen Erfahrungen machen und schon früh spüren, was es zum Beispiel für ein sicheres Kurvenfahren braucht», erläutert Adrian Suter, Leiter Bildung und Entwicklung bei TCS Training. Der Preis von 180 Franken ist aufgrund der Subventionierung des Fonds für Verkehrssicherheit möglich. Nicht nur die Motorräder (125 ccm) und Roller (45 km/h) werden zur Verfügung gestellt, sondern auch die komplette Schutzausrüstung wie Helm, Stiefel, Jacke, Hose und Handschuhe.

Beunruhigende Unfallzahlen

Gemäss Bericht des Bundesamt für Strassen ASTRA hat sich die durchschnitt-

liche Anzahl der mit einem Klein-Motorrad schwerverunfallten 15- bis 17-Jährigen mehr als verdoppelt (+111 Prozent): von durchschnittlich 66 Schwerverunfallten pro Jahr (2014-2020) auf 139 Schwerverunfallte pro Jahr (2021-2023). Im Jahr 2024 verletzten sich in der Schweiz 153 Jugendliche im Alter von 15 bis 17 Jahren auf Motorrädern schwer und drei kamen ums Leben. Insgesamt sind zwei Drittel der schweren Personenschäden im Strassenverkehr in dieser Altersgruppe auf Motorradunfälle zurückzuführen.

Die 16- bis 17-jährigen (Klein-)Motorradlenkerinnen und -lenker verursachten die schweren Unfälle hauptsächlich aufgrund nicht angepasster Geschwindigkeit (ca. 31 Prozent), Unaufmerksamkeit und Ablenkung (ca. 30 Prozent) sowie Fehlverhalten bei der Fahrbewegung (ca. 9 Prozent).

Der Weg zum Führerausweis Kategorie A1

Die wichtigsten Schritte gemäss asa, der Vereinigung der Strassenverkehrsämter:

1. Einreichung des Gesuchs für die Kategorie A1 beim Strassenverkehrsamt

2. Absolvierung der Theorieprüfung (frühestens 1 Monat vor dem 16. Geburtstag möglich)

3. Mit vollendetem 16. Lebensjahr wird der Lernfahrausweis ausgestellt; damit kann man direkt selbständig mit dem Motorrad unterwegs sein.

4. Der Lernfahrausweis ist vorerst 4 Monate gültig, innerhalb dieser Frist muss die praktische Grundschulung (drei Kurse à 4 Stunden) absolviert werden. Mit der Bestätigung des Grundkurses verlängert sich der Lernfahrausweis um 12 Monate.

5. Innerhalb dieser 12 Monate muss die praktische Führerprüfung absolviert werden, um den Führerausweis A1 zu erhalten. ansonsten verliert der Ausweis seine Gültigkeit. Der Lernfahrausweis kann nicht verlängert werden, es muss ein neues Gesuch gestellt werden. (TCS)

Mit dem Kurs «Ready to Ride» bietet der TCS Jugendlichen praxisnahes Lernen im Motorradfahren. (Bild: TCS)

Sicherheitsgefühl bei Auslandreisen so tief wie nie

Viele Menschen fühlen sich verunsichert beim Reisen. (Bild: ZVG)

Die angespannte Weltlage verunsichert die Menschen beim Reisen. Das zeigen die Ergebnisse des zehnten Reisebarometers des TCS. Der grundsätzlichen Reiselust tut dies jedoch keinen Abbruch. Allerdings führen Reisen vermehrt in europäische Länder statt nach Übersee.

Geopolitische Krisen und Konflikte wirken sich auch auf das Reiseverhalten der Schweizerinnen und Schweizer aus. Dieser Befund zeigen die Ergebnisse des zehnten Reisebarometers, den der TCS durch das Forschungsinstitut gfs.bern erstellen liess. An der repräsentativen Umfrage, die zwischen Februar und März 2026, durchgeführt wurde, beteiligten sich 1004 Erwachsene aus der Schweizer Bevölkerung sowie 810 TCS-Mitglieder. Im Vergleich zum Vorjahr beurteilen die Befragten Reisen ins Ausland als deutlich unsicherer. 33 Prozent gaben an, dass sie Auslandreisen als eher unsicher einstufen, im Reisebarometer 2025 betrug dieser Wert noch 19 Prozent. Nur gerade im Pandemiejahr 2021 war die Unsicherheit bei Auslandreisen noch höher. Das Sicherheitsbedürfnis macht sich auch unterwegs bemerkbar. 89 Prozent gaben an, dass Sicherheit und Versorgung die

wichtigsten Aspekte sind beim Reisen. Ähnlich stark nachgefragt werden OnlineReiseinformationen und Sicherheitshinweise sowie gute und kurze Kommunikationswege in die Schweiz, um medizinische Beratung zu erhalten.

Europa-Reisen gewinnen an Beliebtheit Nichtsdestotrotz ist die konkrete Reisefreudigkeit der Schweizerinnen und Schweizer immer noch hoch. Der Anteil jener, die gar nie reisen, sank von 19 Prozent im Jahr 2026 auf 9 Prozent in der aktuellen Umfrage. 40 Prozent reisen weniger als früher. 38 Prozent reisen gleich viel wie früher und 11 Prozent häufiger als früher. Damit zeigt sich eine Stabilisierung der Reiselust, die in den ersten Jahren nach der Corona-Pandemie von einem Nachholeffekt geprägt war. Darauf deutet auch der Rückblick hin. 84 Prozent der Befragten gaben, an dass sie im Jahr 2025 eine Auslandreise mit mindestens drei Übernachtungen getätigt haben. Das sind zwar etwas weniger als im Vorjahr, aber auf dem ähnlichen Niveau wie vor zwei Jahren. Gereist wird also nach wie vor gerne, aber politische Instabilität und Kriege beeinflussen das Reisverhalten stark. Zwei Drittel der Umfrage-Teilnehmenden nannten diesen Faktor als entscheidend

für ihre Reisepläne. Dadurch gewinnt Europa als bevorzugter Reise-Kontinent an Bedeutung. Insbesondere europäische Länder ausserhalb der Nachbarländer sowie Spanien und Portugal haben an Beliebtheit gewonnen. Nordamerika als Reiseziel hat dagegen an Attraktivität eingebüsst.

Das eigene Auto verliert auf Reisen an Bedeutung

Bei der Wahl des bevorzugten ReiseVerkehrsmittels hat sich ein mehrjähriger Trend weiter akzentuiert: Das eigene Auto ist noch für 51 Prozent das bevorzugte Fortbewegungsmittel für Reisen. Beim Reisebarometer 2023 war es noch für 67 Prozent erste Wahl. Mittlerweile liegen Auto, Flugzeug (51 Prozent) und Zug (50 Prozent) praktisch gleichauf. Andere Verkehrsmittel wie Bus, Mietauto, Nachtzug, Camper und Kreuzfahrtschiff sind deutlich weniger gefragt.

Wenn TCS-Mitglieder reisen, unterscheidet sich dies häufig nicht markant vom Rest der Bevölkerung – mit einer Ausnahme. Städtereisen sind bei TCSMitgliedern weniger beliebt, dafür setzen sie stärker auf Erlebnis- oder Abenteuerreisen sowie Campingferien. (TCS)

Zwei Thurgauer Genussgutscheine im Wert von je Fr. 100.– zu gewinnen!

Beantworten Sie die Frage und schon kann Ihnen mit ein wenig Glück ein Thurgauer Genussgutschein im Wert von Fr. 100.- gehören. Teilnahmeberechtigt ist jedermann. Es erfolgt keine Korrespondenz. Die Gewinner(innen) werden unter den richtigen Lösungen ausgelost. Einsendeschluss: 10.7.2026

Das Fahren mit Licht am Tag ist in der Schweiz Pflicht:

a) ... nicht für Zweiräder

b) ... nur für Personen- und Lastwagen

c) ... für alle Motorfahrzeuge

Vorstand TCS Thurgau

Verkehrswettbewerb 4/2026

Ihre Antwort:

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Strasse:

PLZ, Ort:

Ausgefüllten Talon ausschneiden und einsenden an: TCS Sektion Thurgau, Wettbewerb, Dufourstrasse 76, 8570 Weinfelden Machen Sie via Email mit wettbewerb@tcs-thurgau.ch

Gewinner Verkehrswettbewerb 3/2026: Lotti Zürcher, Weinfelden Heidi Gerber, St. Margarethen

Auflösung des Wettbewerbs

3/2026: Antwort A

Auf Plätzen mit Sicherheitsgurten muss für Kinder unter zwölf Jahren, die kleiner als 150 cm sind, eine geeignete Kinderrückhaltevorrichtung (z.B. Kindersitz) verwendet werden.

Impressum – Herausgeber: Die TCS Rundschau ist die Zeitschrift der TCS-Sektion Thurgau. Erscheinungsweise: 6 Mal pro Jahr. Auflage: 28'000 Exemplare. Redaktion: Werner Lenzin, Höhenweg 18, Postfach 142, 8560 Märstetten, Tel. 071 657 16 05, Email: wlenzin@bluewin.ch. Design, Layout: richtblick AG, St. Gallerstrasse 4, 8500 Frauenfeld, Tel. 052 730 07 27, Email: info@richtblick.ch. Druck, Vertrieb: Thurgauer Tagblatt AG, Druck und Digitale Medien, Schützenstrasse 15, 8570 Weinfelden, Tel. 071 626 58 58, druck@ttw-ag.ch, www.ttw-ag.ch. Inserate: richtblick AG, St. Gallerstrasse 4, 8500 Frauenfeld, Tel. 052 730 07 27, Email: info@richtblick.ch. Adressänderungen: TCS-Sektion Thurgau, Sekretariat, Dufourstrasse 76, 8570 Weinfelden, Tel. 071 622 00 12, Email: info@tcs-thurgau.ch

Werner Lenzin Redaktor Rundschau

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