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SCHIESSEN
SCHWEIZ
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SEPTEMBER | 03.2026
DAS OFFIZIELLE MAGAZIN DES SCHWEIZER SCHIESSSPORTVERBANDES
FÜNF KRONEN, FÜNF GESCHICHTEN Die Schützenköniginnen und Schützenkönige des ESF2026 Chur
6’000 STUNDEN FRONARBEIT
In Mogelsberg SG steht ein neues Zuhause für den Schiesssport
SAMMELFIEBER
Wenn alte Medaillen plötzlich 19’000 Franken wert sind
OLYMPIA-SILBER UND KROKODILE Michel Ansermets Neustart in ein zweites Leben
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EDITORIAL
LIEBE SCHÜTZINNEN UND SCHÜTZEN Das Eidgenössische Schützenfest Chur 2026 ist inzwischen Geschichte. Mit etwas Abstand zeigt sich erst richtig, welche Bedeutung dieses Ereignis hatte. Rund 35’000 Schützinnen und Schützen, über 100’000 Besucherinnen und Besucher sowie rund 5’000 freiwillige Helferinnen und Helfer machten das Eidgenössische zu einem einzigartigen generationenübergreifenden Ereignis, das Sport, Tradition und Geselligkeit vereint.
MIT ETWAS « ABSTAND ZEIGT
SICH ERST RICHTIG, WELCHE BEDEUTUNG DIESES EREIGNIS HATTE.
»
Das ESF Chur 2026 stand auch für Innovation: Erstmals wurde an einem Eidgenössischen ohne Warner geschossen. Statt Schiessbüchlein und Zurufen zum Warner wählten die Schützinnen und Schützen ihre Programme direkt am Monitor – eine Neuerung, die sehr positiv aufgenommen wurde. Insgesamt wurden auf den 20 Schiessanlagen rund 2,5 Millionen Schüsse abgegeben. Auch diese Ausgabe von «Schiessen Schweiz» steht noch einmal ganz im Zeichen des Eidgenössischen: Mit einer grossen Fotostrecke lassen wir die schönsten und emotionalsten Momente aufleben, ziehen Bilanz und lassen Sie an den grössten Momenten der fünf neuen Schützenköniginnen und Schützenkönige teilhaben. Mein herzlicher Dank gilt OK-Präsident Martin Candinas, Generalsekretär Carl Frischknecht und dem gesamten Organisationskomitee für ihren grossen Einsatz. Ein besonderer Dank geht an alle Helferinnen und Helfer, die mit über 150’000 geleisteten Arbeitsstunden diesen Grossanlass überhaupt erst möglich machten. Nicht zuletzt trug auch die herzliche Bündner Gastfreundschaft massgeblich zu seinem Gelingen bei. Wer in Chur und Graubünden dabei war, wird viele besondere Momente mit nach Hause genommen haben. Allen anderen wünsche ich viel Freude beim Entdecken der schönsten Momente des Eidgenössischen Schützenfests 2026.
Luca Filippini Präsident Schweizer Schiesssportverband SSV
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16 Am Tag der Jugend massen sich am ESF die besten Jungschützinnen und Schützen aus allen Kantonen. Foto: Dirk Frischknecht
INHALT < Titelbild: Die neuen Schützenköniginnen
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Editorial Aktuell
TITEL 10
ESF-Schützenköniginnen und -Schützenkönige: Adrian Schaub, Chiara Leone, Thomas Meier, Erika Breitenmoser und Georg Maurer über ihren Weg zur Krone.
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ESF-Impressionen: Die schönsten Momente des Eidgenössischen Schützenfests in Chur.
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35’000 Schützinnen und Schützen, 100’000 Besucher und 5’000 Helfende: Ein Rückblick auf einen Grossanlass, der einen ganzen Kanton geprägt hat.
und Schützenkönige Foto: Dirk Frischknecht
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Millionen-Bau: Die Sportschützen Neckertal bauten eine topmoderne Anlage für die Region.
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Neue Gewehre: Mit 22 neuen BleikerGewehren startet der Thuner Nachwuchs in eine neue Ära.
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Schützengold: Schweizer Schützenmedaillen sind begehrte Sammlerstücke und sorgen an Auktionen für erstaunliche Preise. September 2026
28 Die Goldmedaille des Schützenfests in Le Locle von 1892 wurde für 12’000 Franken versteigert. Foto: zVg
SPEZIAL 32
SIG SAUER-Chef Ron Cohen über Schweizer Präzision, neue Produktion und die Zukunft des Standorts Neuhausen.
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Was macht eigentlich Michel Ansermet? Der Olympia-Zweite von Sydney 2000 hat die Pistole gegen gefährliche Tiere eingetauscht.
DYNAMISCHE SCHÜTZEN 38
Dynamic Long Range: Ein Blick auf die junge Disziplin zwischen Präzision, Ballistik und Tempo.
AUSBILDUNG 41
Kursplan J+S
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Olympia-Held Michel Ansermet widmet sich exotischen Tieren. Foto: zVg
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RECHT DIREKT 47
In der Kolumne «Recht direkt» nehmen Gastautoren mögliche politische Entwicklungen rund um das Thema «Waffenrecht» kritisch unter die Lupe.
SCHÜTZENMUSEUM 48
Schätze im Depot: Ein Pokal, ein Olympiakranz und ein Gewehr erzählen ihre ganz eigene Geschichte.
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AKTUELL
EINE NEUE MESSE VEREINT, WAS ZUSAMMENGEHÖRT Vom 19. bis 21. März 2027 feiert die neue Messe «Schiessen Jagen Fischen» in der Messe Luzern ihre Premiere. Gleichzeitig findet die traditionsreiche Schweizer WaffenSammelbörse statt, die jedes Jahr über 11’000 Besucherinnen und Besucher aus der ganzen Schweiz und dem Ausland anzieht. Für die beiden Messleiter Marco Biland und Wolfgang Eberle ist die Lancierung der neuen Messe kein Zufall, sondern das Ergebnis einer Idee, die über Jahre gereift ist. «Wir waren schon lange der Überzeugung, dass diese Themen zusammengehören», erklärt Marco Biland. «In der Schweiz hat eine grosse, ganzheitliche Messe gefehlt, welche die Bereiche Schiessen, Jagen und Fischen vereint. Die Interessen überschneiden sich stark – sowohl bei den Besucherinnen und Besuchern als auch bei den Ausstellern. Deshalb profitieren letztlich alle von diesem Konzept.» Die Wahl des Standorts sei schnell festgestanden. «Luzern ist dafür prädestiniert», sagt Biland. «Die Schweizer
Waffen-Sammelbörse ist seit vielen Jahren äusserst erfolgreich und zieht jedes Jahr über 11’000 Besucher an. Die Messe Luzern bietet zudem eine hervorragende Infrastruktur. Mit der modernen Halle 2 und dem grosszügigen Freigelände können wir die neue Messe optimal mit der Waffen-Sammelbörse verbinden. Für die Besucher bedeutet das: zwei starke Messen, ein Eintritt und ein abwechslungsreiches Gesamterlebnis.» Die Kombination aus Tradition und Innovation verspricht, ein neues Kapitel
in der Schweizer Messelandschaft aufzuschlagen. Während die Schweizer Waffen-Sammelbörse ihre langjährige Erfolgsgeschichte fortschreibt, erweitert die neue Messe «Schiessen Jagen Fischen» das Angebot zu einem umfassenden Treffpunkt für Jäger, Sportschützen, Fischer, Sammler, OutdoorBegeisterte. Der Schweizer Schiesssportverband ist Patronatspartner der neuen Messe und wird ebenfalls mit einem eigenen Auftritt vor Ort sein. Vom 19. bis 21. März 2027 wird Luzern damit zum nationalen Treffpunkt für drei faszinierende Leidenschaften – vereint unter einem Dach und mit einem gemeinsamen Ziel: Menschen zusammenzubringen, die ihre Begeisterung für Schiessen, Jagen und Fischen teilen. www.schiessen-jagen-fischen.ch
Die Waffensammlerbörse Luzern 2026 verzeichnete rund 11'0000 Besucher.
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EINE BOX FÜRS LEBEN Am Tag der Jugend des Eidgenössischen Schützenfests 2026 Chur erhielten alle Teilnehmenden ein besonderes Erinnerungsgeschenk: Eine robuste RAKO-BOX, produziert von der Georg Utz AG in Bremgarten. Sie soll die Jugendlichen noch lange an diesen Wettkampftag erinnern.
S
chon bei der Waffenkontrolle wartete die Überraschung: SSV-Geschäftsführer Silvan Meier und sein Team überreichten den Jugendlichen die auffällig rote Box zusammen mit einem persönlichen Schreiben und diversen Snacks. Darin lassen sich Gehörschutz, Putzzeug und weiteres Schiesssportmaterial sauber verstauen. «Die Box finde ich mega cool», sagte die zwölfjährige Mara. Auch ihr Bruder Luan war begeistert: «Man kann so viel darin verstauen. Die werde ich sicher brauchen.» Dass es eine Rako-Box wurde, war kein Zufall. Der Schweizer Schiesssportverband wollte bewusst mehr als einen Pin oder Kugelschreiber verschenken. Im Vorfeld wurden die kantonalen Jungschützenleiter nach ihren Ideen gefragt. Zur Diskussion standen auch Bluetooth-Lautsprecher und Powerbanks. Den Ausschlag gab schliesslich der Gedanke an ein langlebiges, praktisches und exklusives Andenken. Produziert wurden die Boxen in Zusammenarbeit mit der Georg Utz AG. Das international tätige Familienunternehmen mit Hauptwww.swissshooting.ch
sitz im aargauischen Bremgarten entwickelt und fertigt Mehrwegbehälter aus Kunststoff für Transport, Lagerung und automatisierte Logistik. Nachhaltigkeit ist dabei Teil des Geschäftsmodells: Die Produkte sind auf viele Jahre und zahlreiche Umläufe ausgelegt. Sortenreine Kunststoffe erleichtern zudem die Wiederverwertung und den erneuten Einsatz als Rohstoff. Auch in der Produktion setzt Utz auf einen möglichst schonenden Umgang mit Ressourcen. Am Standort Bremgarten wird Solarstrom direkt auf den eigenen Dächern erzeugt; eine zusätzliche
Am Utz-Hauptsitz in Bremgarten AG wird auf dem Dach nachhaltiger Solarstrom produziert, welcher direkt die Produktion antreibt. Schweizer Produktion: Die über 1300 Boxen für den SSV wurden alle am Utz-Hauptsitz im aargauischen Bremgarten produziert.
Fotovoltaikanlage auf dem Dach der Tochterfirma Pooltec umfasst rund 2300 Quadratmeter. Die Gruppe will bis 2030 an allen Standorten ausschliesslich Strom aus erneuerbaren Quellen einsetzen und bis 2035 mehrheitlich Recyclingmaterialien verarbeiten. Die überaus positiven Rückmeldungen vom Tag der Jugend haben dazu geführt, dass beim SSV in der Zwischenzeit über eine weitere Auflage von Aufbewahrungsboxen für Jungschützen diskutiert wird. Gut möglich, dass in Zukunft noch viele weitere UtzBoxen in den Schiessständen anzutreffend sind.
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AKTUELL
SIG SAUER UND GRÜNIG + ELMIGER LANCIEREN NEUEN COMPACT-SPORTDIOPTER TDIOPTER Mit dem Diopter COMPACT lancieren die beiden Firmen SIG SAUER und Grünig + Elmiger eine gemeinsame Neuentwicklung für Sportschützinnen und Sportschützen. Der kompakte, beidseitig bedienbare Sportdiopter basiert auf dem beliebten Hi-Diopter der Sportwaffenfabrik Hämmerli aus dem Jahr 1993. SIG SAUER und Grünig + Elmiger präsentieren eine gemeinsame Neuentwicklung: Den Diopter COMPACT. Dieser neue Sportdiopter knüpft an den bewährten Hi-Diopter der Firma
Hämmerli aus dem Jahr 1993 an und überträgt dessen Grundidee in eine moderne, kompakte Bauweise. Der Sportdiopter COMPACT ist beidseits rechts und links bedienbar und eignet sich laut Daniel Grünig, CEO von Grünig + Elmiger, für einen breiten Einsatzbereich: «Vom 10m-Luftgewehr bis zum 300m-Sturmgewehr kann dieser Diopter auf sämtlichen Distanzen eingesetzt werden.» Dank seiner robusten Konstruktion ist das Produkt schlagunempfindlich und laut Hersteller auch für die Belastung durch die Schweizer GP11-Patrone (7,5 × 55mm Swiss) ausgelegt.
Charakteristisch ist die schmale Silhouette des kompakt gebauten Sportdiopters. Möglich wird diese durch die beidseitig höher gelegten Verstellräder. Montiert werden kann der Diopter auf sämtlichen 11mm-Prismenschienen; fixiert wird er mit einem 2,5mm-Inbusschlüssel. Der Verstellweg pro Klick beträgt in Höhe und Seite 0,4mm auf 10m, 2mm auf 50m und 12mm auf 300m. Das Gewicht liegt bei lediglich 217 Gramm. Der neue Sportdiopter COMPACT ist ab sofort für 645 Franken im Markt erhältlich.
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AKTUELL
SSV FORDERT STÄRKUNG DER 300M-WETTBEWERBE Der Schweizer Schiesssportverband setzt sich für die Zukunft der 300m-Wettbewerbe auf internationaler Ebene ein. In einem Schreiben an die European Shooting Confederation (ESC) verweist der SSV auf die Europameisterschaften 2026 im kroatischen Osijek. Dort wurden im Mai die Frauenwettkämpfe über 300m lediglich als Grand Prix ausgetragen. Entsprechend wurden keine EM-Titel vergeben. So blieb etwa Marta Szabo trotz ihres Sieges die Chance verwehrt, sich erstmals zur Europameisterin zu krönen. Nicht zuletzt entfielen die mit einer EM verbundenen Preisgelder. Für den SSV zeigt dies, dass Handlungsbedarf besteht, um die Zukunft der 300m-Disziplinen langfristig zu sichern. Als eine der Herausforderungen wird die Terminplanung genannt. Diese erschwere es, olympische und nichtolympische Disziplinen innerhalb derselben EM zu kombinieren. Ein positives Signal für die 300m-Disziplinen gab es im Juni von der ISSF: Die 300m-WM in Kairo wird direkt im Anschluss an den Weltcup ausgetragen. Die Titelkämpfe finden vom 15. bis 20. Oktober statt. Marta Szabo wäre in Osijek das erste Mal Europameisterin geworden. Der Wettkampf zählte jedoch nur als Grand Prix.
DER SSV HAT EINEN EIGENEN DOKTOR Dino Tartaruga, Leiter Sportwissenschaft beim SSV, hat seine Dissertation an der Universität Bern erfolgreich abgeschlossen. Seine Forschungsergebnisse fliessen bereits in die Trainingsarbeit des SSV ein. Im Zentrum der wissenschaftlichen Arbeit von Dino Tartaruga stehen die Bewegungsabläufe beim olympischen Gewehrschiessen und deren Einfluss auf die Schussleistung. Die gewonnenen Erkenntnisse helfen dabei, individuelle Schiesstechniken genauer zu analysieren und das Training gezielt weiterzuentwickeln. Der Schweizer Schiesssportverband gratuliert Dino Tartaruga zu seinem Doktortitel und wünscht ihm weiterhin viel Erfolg und Ausdauer bei seinen Forschungsprojekten. www.swissshooting.ch
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weniger als 10 Rückmeldungen (keine Aussagekraft)
GROSSE KANTONALE UNTERSCHIEDE BEI WAFFENBEWILLIGUNGEN Eine schweizweite Umfrage von Protell zeigt deutliche Unterschiede bei der Bearbeitungszeit waffenrechtlicher Bewilligungen. Im Mittel warten Gesuchstellende zehn Tage – je nach Wohnkanton kann das Verfahren jedoch mehrere Wochen oder sogar Monate dauern. An einer Umfrage von Protell zu den Bearbeitungszeiten waffenrechtlicher Bewilligungen haben 471 Personen aus der ganzen Schweiz teilgenommen. Die typische Bearbeitungsdauer liegt demnach schweizweit bei zehn Tagen. Zwischen den einzelnen Kantonen bestehen jedoch erhebliche Unterschiede. Während einige kantonale Waffenbüros die eingereichten Gesuche regelmässig innerhalb weniger Tage bearbeiten, müssen Antragsteller in anderen Kantonen deutlich länger warten. Teilweise wurden Bearbeitungszeiten von mehreren Wochen oder sogar Monaten gemeldet. Auch die Schwankungen innerhalb einzelner Kantone fallen unterschiedlich stark aus. «Die Ergebnisse beruhen auf freiwilligen und anonymen Rückmeldungen. Die Umfrage stellt keine repräsentative Zufallsstichprobe dar, gibt aber einen Überblick über die Erfahrungen der teilnehmenden Personen», schreibt Protell in einer Mitteilung. In die kantonale Auswertung wurden nur Kantone aufgenommen, aus denen mindestens zehn Rückmeldungen vorlagen. Nach Ansicht von Protell zeigen die Resultate, dass eine zeitnahe Bearbeitung grundsätzlich möglich ist. Die Organisation teilt weiter mit, dass sie sich auf politischer Ebene für kürzere Bearbeitungszeiten einsetzen will. SCHIESSEN SCHWEIZ 9
TITEL EIDG. SCHÜTZENFEST 2026 CHUR
N E U E N E I D D N I S S A D N E N N I G I N Ö K N E Z T SCHÜ E G I N Ö K N E Z T Ü H C S UND DER TITEL, DER NOCH GEFEHLT HAT Die Mittagshitze lag über der Schiessanlage, als Adrian Schaub als erster Schütze an diesem Finaltag die Schützenkrone gewann. Der Weltmeister sicherte sich den Schützenkönigstitel mit der Pistole über 25m. «Ich habe natürlich eine riesige Freude», sagte Schaub unmittelbar nach seinem Sieg. Obwohl der Baselbieter mit dem WM-Titel mit der Standardpistole 25m bereits einen der grössten Erfolge seiner Karriere gefeiert hat, ordnet er den Titel besonders hoch ein: «Das Eidgenössische findet nur alle fünf Jahre statt. Schützenkönig zu werden, ist etwas ganz Spezielles. Jetzt habe ich das auch erreicht – das ist eine Riesenfreude.» Im Königsfinal setzte sich Schaub mit 30 Treffern gegen Christian Klauenbösch (AG; 27)
und Alex Huber (LU; 24) durch. Bereits im Ausstich hatte er seine starke Form unter Beweis gestellt und sich mit 289 Punkten als bester Schütze für den Final qualifiziert. Mit entsprechendem Selbstvertrauen ging Schaub den entscheidenden Wettkampf an. «Ich wusste, dass ich das Potenzial habe und schnell schiessen kann.» Auch einen kleinen Hänger in der Mitte des Finals steckte er weg und brachte den Wettkampf erfolgreich ins Ziel. «Die Arbeit der letzten Jahre hat sich ausbezahlt. Das zeigt mir, dass wir auf dem richtigen Weg sind.» Der Schützenkönigstitel reiht sich damit in eine Erfolgsgeschichte ein, die wohl noch lange nicht zu Ende geschrieben ist.
ADRIAN SCHAUB 10 SCHIESSEN SCHWEIZ
September 2026
TITEL
, fünf nf Disziplinen fü , en tz ü ch S Fünf HÜTZENENÖSSISCHEN SC DG EI m A : en n Kro Adrian sicherten sich FEST CHUR 2026 er, e, Thomas Mei n eo L ra ia h C , Schaub oser und Georg Erika Breitenm enehrten Schütz eg b en d r re au M und nf Siegerinnen königstitel. Fü chiedlinf ganz unters Sieger – und fü n. che Geschichte schknecht
mann Fotos: Dirk Fri
to h Peter Text: Christop
DIE SCHÜTZENKRONE UND EINE ERINGERKUH Als Olympiasiegerin hatte Chiara Leone bereits fast alles gewonnen. Nun gehört auch die Schützenkrone mit dem Kleinkalibergewehr zu ihrem Palmarès. «Ich freue mich riesig, dass es heute so gut aufgegangen ist», sagte Leone unmittelbar nach ihrem Sieg. Obwohl die Aargauerin bereits zu den erfolgreichsten Gewehrschützinnen der Welt gehört, misst sie dem Titel als Schützenkönigin einen besonderen Stellenwert bei: «Beim Schiessen ist das in der Schweiz das Höchste. Ein Schützenfest gibt es weltweit nur in der Schweiz – dieser Titel ist tatsächlich seltener als Olympische Spiele. Darauf werde ich in Zukunft sehr stolz sein.» Zu den ersten Gratulanten gehörte auch ein Polizist der Stadtpolizei Chur. Mit einem Augenzwinkern meinte er, er würde auch gerne einmal so «tüpfen» wie die neue Schützenkönigin. Der Final entwickelte sich zu einem hochstehenden Duell zwischen Leone und Nati-Kollege Christoph Dürr. «Ich habe gemerkt, dass der Puls gegen Schluss etwas hochging.» Entscheidend sei gewesen, im richtigen Moment abzudrücken. «Ich glaube, ich habe heute einfach alles richtig gewww.swissshooting.ch
CHIARA LEONE macht.» Auch das nötige Wettkampfglück habe eine Rolle gespielt.
DER ETWAS ANDERE SIEGERPREIS Als Schützenkönigin im Gewehr 50m durfte Chiara Leone einen besonderen Preis entgegennehmen: Eine Eringerkuh. Das OK des Eidgenössischen Schützenfests Luzern hatte den Lebendpreis eigens für die Schützenkönigin oder den Schützenkönig im 50m-Wettkampf gestiftet. «Es war lustig, darüber zu witzeln, wer diese Kuh gewinnt. Wenn man sie dann selbst gewinnt, ist das plötzlich eine ganz andere Herausforderung», sagte Leone lachend. «Jetzt hast du plötzlich eine Kuh und musst schauen, was du damit machst. Der Garten ist gerade etwas zu klein für so eine Kuh. Da muss ich mich wohl extern orientieren.»
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BEIM SCHIESSEN IST DAS IN DER SCHWEIZ DAS HÖCHSTE. Chiara Leone
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SCHIESSEN SCHWEIZ 11
TITEL EIDG. SCHÜTZENFEST 2026 CHUR
DER SCHÜTZENKÖNIG, DER ES SELBST KAUM GLAUBEN KONNTE Thomas Meier rang nach seinem Sieg zunächst um Worte. «Ich bin gerade ein bisschen überwältigt», sagte der sichtlich gerührte Schaffhauser, «Schützenkönig – absoluter Hammer.» Dass er diesen Titel gewonnen habe, könne er noch gar nicht richtig einordnen. Bereits die Finalqualifikation sei für ihn ein Erfolg gewesen. «Das Ziel war einfach, dass ich überhaupt mitmachen konnte.» Dass daraus gleich der Schützenkönigstitel wurde, könne er noch immer kaum glauben. Als Achter und Letzter hatte sich Meier gerade noch für den Königsfinal Gewehr 300m Ordonnanz D qualifiziert. Im entscheidenden Wettkampf entwickelte sich ein packender Zweikampf mit Qualifikationssieger Christoph Locher. Schuss für Schuss arbeitete sich der Schütze vom SV Rüdlingen nach vorne und setzte sich schliesslich mit lediglich einem Zehntelpunkt Vorsprung durch. Seine Gedanken galten unmittelbar nach dem Wettkampf zunächst dem Verein, den Kollegen und seiner Familie. «Ich bin froh, wenn ich nachher mal mit meiner Frau telefonieren kann.» Gefeiert werde sicher auch noch – viel Zeit blieb dafür allerdings nicht. Bereits am Dienstag reiste Meier gemeinsam mit seiner Familie in die Ferien nach Mallorca.
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EIDG. SCHÜTZENFEST 2026 CHUR TITEL
GEORG MAURER EIN HEIMSIEG FÜR DIE EWIGKEIT «Es ist einfach einzigartig.» Georg Maurer rang nach seinem Sieg sichtlich bewegt nach Worten. «Ich weiss gar nicht, wie ich das beschreiben soll. Das ist das Grösste, was ich in meiner Schiesskarriere erreicht habe.» Der langjährige und erfolgreiche Matchschütze des Feldschützenvereins Felsberg zählt seit vielen Jahren zu den besten Bündner Schützen. Erst 2025 erzielte er beim Eidgenössischen Feldschiessen erstmals das Punktemaximum. Besonders berührte den Bündner die grosse Freude im Umfeld. «Wenn ich hier all die Schützenkollegen und -kolleginnen sehe – alle freuen sich mit mir. Das ist gewaltig.» Dass ausgerechnet ein Bündner den letzten Schützenkönigstitel des Ta-
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ges gewann, bedeute ihm sehr viel. «Besser geht es nicht.» Eine besondere Bedeutung hatte für Maurer auch der Austragungsort. Geschossen wurde mit Blick auf den Calanda, an dessen Hängen sein Vater seit Jahrzehnten eine Alp bewirtschaftet. «Mit sieben Jahren wollte ich dort oben gar nicht mehr nach Hause.» Dass er ausgerechnet hier Schützenkönig wurde, sei für ihn «einfach einzigartig». Maurer hatte sich bereits im Ausstich als Zweiter für den Final qualifiziert. Im entscheidenden Wettkampf übernahm der Bündner in der Schlussphase die Führung und gab sie bis zum letzten Schuss nicht mehr ab. Mit einer starken Serie setzte er sich von seinen Verfolgern ab und sicherte sich verdient die Schützenkrone mit dem Sportgewehr. Gefeiert wurde der Titel noch am Abend gemeinsam mit Familie, Freunden und den Schützenkollegen im Schützenstübli des Vereins. «Da machen wir sicher ein Fest.»
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Georg Maure
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die Der Kampf um ne ro nk tze Schü e zog zahlreich n Zuschauerinne r in ue ha sc Zu d un seinen Bann.
ERIKA BREITENMOSER
ZWISCHEN TRIUMPH UND ARBEITSALLTAG Erika Breitenmoser konnte ihr Glück kaum fassen. «Ich kann es noch gar nicht glauben, dass das Wirklichkeit ist», sagte die neue Schützenkönigin Gewehr 300m Ordonnanz E unmittelbar nach ihrem Sieg. Der Titel bedeutet der St. Galler Breitensportlerin enorm viel. «Für mich ist das ganz klar das Höchste, was man national gewinnen kann.» Bereits im Ausstich gehörte Breitenmoser zur Spitzengruppe und qualifizierte sich als Dritte für den Final. Im hochspannenden Final wechselte die Führung mehrfach. Erst mit den letzten beiden Schüssen drehte Breitenmoser den Wettkampf zu ihren Gunsten und sicherte sich die Schützenkrone mit 0.9 Punkten Vorsprung. «Ich musste einfach mein Ding machen, sauber arbeiten und schauen, was es gibt.» Ausgelassen gefeiert wurde der Titel allerdings nicht. Bereits am nächsten Tag stand für Breitenmoser wieder der Arbeitsalltag an. «Wir werden heute Abend einfach noch zusammensitzen und den Moment geniessen.» Lange ausruhen wird sich Breitenmoser ohnehin nicht. Die langjährige Schützin des MSV Wiesen übernimmt bereits die nächsten Aufgaben: Als OK-Präsidentin organisiert sie das Jubiläumsschiessen 2027 zum 150-Jahr-Jubiläums ihres Vereins.
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TITEL
Über 100’000 Besucherinnen und Besucher reisten an das Eidgenössische.
DAS WAR DASS ISCHE EIDGENÖSSISCHE Vom 5. Juni bis 5. Juli 2026 war der Kanton Graubünden der grösste Schiessplatz der Schweiz. Fotograf Dirk Frischknecht hat das Eidgenössische Schützenfest während einem Monat begleitet und die SCHÖNSTEN MOMENTE festgehalten. Fotos: Dirk Frischknecht 2.5 Millionen Schuss wurden am Eidgenössischen insgesamt abgegeben.
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Rund 5000 Helferinnen und Helfer standen am Eidgenössischen im Einsatz.
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September 2026
EIDG. SCHÜTZENFEST 2026 CHUR TITEL
Auch die Jüngsten nutzten die einmalige Atmosphäre für erste Vorbereitungen für das Eidgenössische im Jahr 2030.
Pfeil und Bogen statt Kleinkalibergewehr: Olympiasiegerin Chiara Leone während dem Behörden- und Medientag.
Der Akademikertag mit über 300 Teilnehmenden hat gezeigt, wie lebendig die Tradition des Schiesssports ist und wie sie Menschen aus unterschiedlichen Regionen und Fachrichtungen zusammenbringt.
26 Auf den 20 Schiessplätzen wurden über 150’000 Arbeitsstunden geleistet.
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TITEL EIDG. SCHÜTZENFEST 2026 CHUR
Am Tag der Jugend massen sich die besten Jungschützen aus allen Kantonen. T-Ident statt Schiessbüchlein: Die neue digitale Abwicklung hat sich bewährt und stiess auf breite Akzeptanz.
Die spektakuläre Flugshow der Kunstflugstaffel Patrouille Suisse begeisterte am offiziellen Festakt die Besucherinnen und Besucher auf dem Churer Rossboden.
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Drei traditionelle Gruppenschiessen im Aargau 64. Beguttenalpschiessen
Schützengesellschaft 5018 Erlinsbach (www.sg-erlinsbach.ch) Sa. 24. Oktober So. 25. Oktober Sa. 31. Oktober
8.30-12.00 und 13.30-16.30 Uhr 8.30-12.00 Uhr 8.30-12.00 und 13.30-16.30 Uhr
Kurze Pause – ein Schmetterling landet während dem Ständematch auf dem Kopf von Gewehrprofi Jan Lochbihler.
37. Häbnischiessen Schützengesellschaft 5703 Seon (www.sgseon.ch) Sa. 24. Oktober So. 25. Oktober Sa. 31. Oktober
8.30-12.00 und 13.30-16.30 Uhr 8.30-12.00 Uhr 8.30-12.00 und 13.30-16.30 Uhr
12. Sagemühleschiessen Schützenbund Zeihen (www.sb-zeihen.ch) 32.Häbnischiessen Sa. 24. Oktober So. 25. Oktober Sa. 31. Oktober
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September 2026
EIDG. SCHÜTZENFEST 2026 CHUR TITEL
Der Festumzug durch Chur war der krönende Abschluss des offiziellen Festakts.
35’000 Schützinnen und Schützen nahmen am Eidgenössischen in Chur teil. Geschossen wurde erstmals in allen Disziplinen auf den Distanzen von 10 bis 300 Meter.
Die Schweizer Rockband Megawatt heizten an der SchützenParty in der Churer Stadthalle ein.
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133 Schützinnen und Schützen nahmen am Auslandschweizer-Wettkampf teil.
SCHIESSEN SCHWEIZ 19
Rund 35’000 Schützen besuchten das Eidg. Schützenfest im Kanton Graubünden.
EIN SCHÜTZENFEST, DAS IN ERINNERUNG BLEIBT Vier Wochen Schiesssport, gelebte Kameradschaft und Tausende unvergessliche Begegnungen: DAS EIDGENÖSSISCHES SCHÜTZENFEST 2026 CHUR hat den Kanton Graubünden geprägt und wird den Beteiligten noch lange in bester Erinnerung bleiben. Text: René Weber Fotos: Dirk Frischknecht
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ängst ist auf dem Churer Rossboden wieder Alltag eingekehrt. Das Festzentrum des Eidgenössischen Schützenfestes 2026 ist verschwunden, die Festzelte und Wegweiser sind abgebaut. Nur die Erinnerungen sind geblieben. Erinnerungen an einen Monat, in dem Graubünden Gastgeber der grössten Schiesssportveranstaltung der Schweiz war. Rund 35’000 Schützinnen und Schützen, mehr als 100’000 Besucherinnen und Besucher sowie 5’000 freiwillige Helferinnen und Helfer sorgten in Chur und den Aussenschiessplätzen dafür, dass das Eidgenössische Schützenfest als aussergewöhnlicher Anlass in Erinnerung bleiben wird. «Das Eidgenössische Schützenfest 2026 hat gezeigt, was möglich ist, wenn Tausende Menschen gemeinsam auf ein Ziel hinarbeiten. Die Begeisterung, die Gastfreundschaft und die enorme Einsatzbe-
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reitschaft aller Beteiligten haben Graubünden während eines Monats von seiner besten Seite gezeigt», bilanziert OK-Präsident Martin Candinas.
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ALS BÜNDNER ERFÜLLT ES MICH MIT STOLZ, DASS WIR DER GANZEN SCHWEIZ ZEIGEN KONNTEN, WAS UNSER KANTON LEISTEN KANN. Martin Candinas OK-Präsident
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EIN FEST IM GANZEN KANTON Das Festzentrum auf dem Churer Rossboden und der Oberen Au bildete das Herzstück des Eidgenössischen Schützenfestes. Gleichzeitig wurde der Anlass bewusst in den ganzen Kanton getragen. Ob in der Surselva, im Engadin, im Prättigau, im Domleschg oder im Bündner Rheintal: Überall waren die Freude am Schiesssport, die Kameradschaft und die Gastfreundschaft spürbar. Damit wurde das Ziel erreicht, Graubünden nicht nur als Austragungsort, sondern als Gastgeberkanton erlebbar zu machen. Zahlreiche Vereine, Gemeinden und regionale Organisationskomitees trugen mit grossem Engagement dazu bei, dass sich die September 2026
EIDG. SCHÜTZENFEST 2026 CHUR TITEL
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ES WAR EIN FEST, DAS DEN SCHIESSSPORT UND VOR ALLEM DIE MENSCHEN ZUSAMMENGEBRACHT HAT.
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Carl Frischknecht Generalsekretär
Gäste in allen Regionen willkommen fühlten und das Fest weit über Chur hinaus seine Wirkung entfalten konnte. Was die Besucherinnen und Besucher erlebten, war jedoch nur ein Teil des Grossanlasses. Hinter den Kulissen arbeiteten während Wochen Tausende Menschen mit grossem Engagement. Bereits Jahre vor dem ersten Schuss begann die Planung. Während des Festes sorgten Hunderte Helferinnen und Helfer täglich dafür, dass Schiessbetrieb, Ranglisten, Gabentempel, Gastronomie, Verkehr, Sicherheit, Medienarbeit und Infrastruktur perfekt zusammenspielten. Generalsekretär Carl Frischknecht blickt mit grosser Zufriedenheit auf diese Leistung zurück: «Ein Anlass dieser Grössenordnung funktioniert nur, wenn alle Zahnräder ineinandergreifen. Unsere Helferinnen und Helfer, die regionalen Organisationskomitees, die Vereine sowie unsere Partner haben Ausserordentliches geleistet. Dieser Teamgeist war während des gesamten Schützenfestes jederzeit spürbar.» Trotz der beeindruckenden Dimensionen verlief der Anlass äusserst ruhig. Natürlich habe es täglich kleinere Herausforderungen gegeben, sagt Frischknecht. «Entscheidend war, dass wir jederzeit gemeinsam nach Lösungen gesucht haben. Die ausgezeichnete Vorbereitung und die hohe Motivation aller Beteiligten haben wesentlich zum Erfolg beigetragen.» Auch organisatorisch setzte das Eidgenössische Schützenfest neue Akzente. Erstmals wurden sämtliche Gewehr- und Pistolendisziplinen an einem www.swissshooting.ch
Carl Frischknecht und Martin Candinas im Schiessstand auf dem Churer Rossboden.
Eidgenössischen Schützenfest durchgeführt. Moderne digitale Lösungen unterstützten die Anmeldung, die Resultaterfassung und die Kommunikation und sorgten für effiziente Abläufe.
WIRTSCHAFTSMOTOR EIDGENÖSSISCHES Neben dem sportlichen Erfolg profitierte auch Graubünden als Gastgeber. Hotels, Restaurants, Bergbahnen und zahlreiche Gewerbebetriebe durften während Wochen Gäste aus der ganzen Schweiz willkommen heissen. Gleichzeitig bot das Fest eine einmalige Gelegenheit, den Kanton als modernen Lebens-, Wirtschafts- und Tourismuskanton zu präsentieren. Viele Besucherinnen und Besucher nutzten ihren Aufenthalt zudem, um Graubünden über den Schiesssport hinaus kennenzulernen und die Vielfalt des Kantons zu entdecken. Für Martin Candinas bleibt deshalb vor al-
lem eines in Erinnerung: «Das Eidgenössische Schützenfest war weit mehr als ein Sportanlass. Es war ein Fest der Begegnung, der Freundschaft und des Zusammenhalts. Genau diese Erinnerungen werden bleiben.» Mit dem letzten Schuss ist das Eidgenössische Schützenfest 2026 Geschichte. Sein Vermächtnis aber bleibt bestehen. In den Erinnerungen der Teilnehmenden, in den Erfahrungen der Tausenden Freiwilligen und im Stolz eines ganzen Kantons, gemeinsam einen der grössten Sportanlässe der Schweiz erfolgreich organisiert zu haben. Es hat gezeigt, wie viel mit Zusammenhalt, ehrenamtlichem Engagement und einer gemeinsamen Vision möglich ist. Oder wie Martin Candinas zum Abschluss sagt: «Dieses Schützenfest hat Menschen verbunden. Darauf dürfen wir alle stolz sein.» SCHIESSEN SCHWEIZ 21
DIE ZUKUNFT IM VISIER Nach fünf Jahren Planung, tausenden Stunden Fronarbeit und grossem Engagement aus der Region, eröffneten die Sportschützen Neckertal ihre neue, MODERNE SCHIESSSPORTANLAGE im Aachboden in Mogelsberg. Die Anlage soll nicht nur dem Verein selbst neue Möglichkeiten eröffnen, sondern auch dem Schiesssport in der gesamten Region einen wichtigen Impuls geben. Text: Renate Geisseler Fotos: Christian Weidmann, Renate Geisseler
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MILLIONEN-BAU BREITENSPORT
Der Verein leistete über 6000 Stunden Fronarbeit.
Die Anlage vor dem Ersatzbau.
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in wahres Prachtstück haben die Sportschützen Neckertal aus dem Boden gestampft. Nach mehrjähriger Planungs- und Bauzeit ist im Aachboden in Mogelsberg eine moderne Anlage entstanden, die den Anforderungen des heutigen Sportschiessens gerecht wird und künftig auch Wettkämpfe auf regionaler, kantonaler und nationaler Ebene ermöglichen soll. Am Pfingstwochenende präsentierte der St. Galler Verein sein «Baby» voller Stolz der Öffentlichkeit. Bauchef Urs Schuler hatte diesem Tag lange entgegengefiebert. «Wir konnten ein solches Projekt mit vielen verschiedenen Kräften umsetzen. Unser Glück ist, dass wir viele handwerklich Begabte in unserem Verein haben. Es gab Malerarbeiten und zahlreiche andere Aufgaben, bei denen wir gemeinsam anpacken konnten. Das war schön.»
NEUES ZUHAUSE FÜR DEN SCHIESSSPORT» Der Neubau ersetzt das bisherige Schützenhaus und orientiert sich in seiner Grundstruktur am bestehenden Gebäude. Holzvertäfelungen schmücken die Wände und verleihen den Räumen den vertrauten Charme eines klassischen Schützenhauses. Gleichzeitig bietet die Anlage eine moderne Infrastruktur und zeitgemässe Trainingsbedingungen. So entsteht im Neckertal ein Ort, der sowohl ambitionierten Wettkampfschützinnen und -schützen als auch dem Nachwuchs optimale Möglichkeiten bietet. www.swissshooting.ch
Die Anlage deckt sämtliche olympischen Schiesssportdisziplinen mit Pistole und Gewehr ab und entspricht den Vorgaben des SSV. Damit erhält sie eine Bedeutung, die weit über die Region hinausreichen kann.
MODERNE INFRASTRUKTUR FÜR ALLE BEDÜRFNISSE Das neue Gebäude ist zweigeschossig konzipiert und vereint Outdoor- und Indoor-Schiesssport unter einem Dach. Es beherbergt alles, was das Schützenherz hüpfen lässt: Im Erdgeschoss befindet sich der Bereich für die Outdoor-Saison mit einer 50m- und einer 25m-Anlage. Die 50m-Anlage ist mit acht elektronischen Scheiben für das Pistolen- und Kleinkaliberschiessen ausgestattet. Die 25m-Anlage umfasst zwei Schiessbereiche mit je fünf Drehscheiben für Disziplinen wie Olympisches Schnellfeuer, Sportpistole und Standardpistole.
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ZUM GLÜCK GIBT ES SO VIELE HANDWERKLICH BEGABTE IN UNSEREM VEREIN. Urs Schuler Bau-Chef
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BREITENSPORT MILLIONEN-BAU
Hier können sämtliche olympischen Disziplinen geschossen werden. Bau-Chef Urs Schuler (rechts) präsentiert seinem Vater Jakob stolz die neue Anlage.
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Auf ein Detail ist Bauchef Urs Schuler besonders stolz, denn es ist Marke Eigenbau. «Hier war uns wichtig, sowohl den Gewehr- als auch den Pistolenschützen gerecht zu werden. Deshalb haben wir eine automatisch höhenverstellbare Ladebank entwickelt. Ein Pistolenschütze schiesst auf einer anderen Höhe als ein Gewehrschütze. Per Knopfdruck lässt sich die Ladebank anpassen und in eine Pritsche verwandeln.» Ergänzt wird das Geschoss durch Büro-, Archivund Technikräume sowie eine Garderobe.
TRAINING MIT DEM PROFI Das Obergeschoss ist für den ganzjährigen Betrieb ausgelegt und entsprechend isoliert sowie beheizt. In der 10m-Anlage mit zehn elektronischen Scheiben für Luftgewehr und Luftpistole trainiert GewehrProfi Jan Lochbihler gerade eine Juniorin und zwei Junioren. Der 34-Jährige ist von der neuen Anlage begeistert.
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ICH GEBE DER ANLAGE 10 VON 10 PUNKTEN. Jan Lochbihler Sportprofi
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Jan Lochbihler trainiert die Junioren in der brandneuen 10m-Anlage.
«In der Schweiz gibt es nur eine Handvoll Anlagen, in denen man alle olympischen Disziplinen mit Pistole und Gewehr schiessen kann. Das ist wirklich toll hier. Die Anlage bekommt von mir zehn von zehn Punkten», sagt Lochbihler schmunzelnd. Zusätzlich beherbergt das Obergeschoss ein Vereinslokal mit Küche und rund 50 Sitzplätzen, das künftig als Treffpunkt für das Vereinsleben und Veranstaltungen dienen soll. Hinzu kommen Lager-, Büro- und Garderobenräume sowie sanitäre Anlagen. Ein Personenlift sorgt dafür, dass die Anlage rollstuhlgängig ist und die Anforderungen der Norm für hindernisfreies Bauen erfüllt.
HERZENSPROJEKT DER GEMEINSCHAFT Der Bau der neuen Anlage ist auch ein eindrückliches Beispiel für gemeinschaftliches Engagement. Rund 6’000 Stunden Fronarbeit haben die Vereinsmitglieder dafür geleistet. Dazu kommen zahlreiche Unterstützerinnen und Unterstützer aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Die Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich auf rund 1,2 Millionen Franken. Neben Eigenmitteln des Vereins tragen Beiträge der Gemeinde Neckertal, IG Sport St. Gallen, von Stiftungen sowie Sponsoren und Darlehen zur Finanzierung bei. «Die grösste Hürde war, die finanziellen Mittel zusammenzubringen», erinnert sich Urs Schuler. «Deshalb ist es heute für uns ein grosser Tag, diese wunderbare Anlage nach dieser langen Zeit eröffnen zu dürfen.» www.swissshooting.ch
EIN TRADITIONSVEREIN Die Sportschützen Neckertal blicken auf eine lange Geschichte zurück. Der Verein wurde 1860 als Militärschützenverein Brunnadern gegründet und ist seit 2011 unter dem Namen Sportschützen Neckertal aktiv. Heute zählt der Verein rund 100 Mitglieder, darunter etwa 25 Nachwuchsschützinnen und Nachwuchsschützen. Besonders die konsequente Nachwuchsförderung hat den Verein in der Region bekannt gemacht. Über viele Jahre hinweg wurden junge Talente ausgebildet und begleitet. Gleichzeitig engagieren sich auch junge Vereinsmitglieder zunehmend in organisatorischen Funktionen und gestalten die Zukunft des Vereins aktiv mit.
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NEUE GEWEHRE FÜR KADETTEN THUN BREITENSPORT
KADETTEN THUN SCHIESSEN NEU MIT BLEIKER-GEWEHREN Die KADETTEN THUN betreiben Sportschiessen jetzt mit 22 Kleinkalibergewehren der Marke Bleiker Challenger II light. Sponsoren ermöglichten die Anschaffung. Text und Fotos: Andreas Tschopp
«D
ie Thuner Kadetten haben es verdient, mit modernem Sportgerät zu schiessen», betont JeanBernard Berger, der seit 15 Jahren als Hauptleiter das Kleinkaliberschiessen betreut im Kadettenkorps der Stadt Thun. Da übten Jugendliche bislang das sportliche Schiessen mit Gewehren, die vor 40 Jahren gebaut wurden. 2020 sei daher ein Prozess gestartet worden zur Neubeschaffung von Sportgewehren für die Kadetten, erklärt Berger. Nach der «differenzierten Evaluation verschiedener Angebote und Modelle» habe sich das KK-Sportgewehr Challenger II Light des Produzenten Bleiker Precision Engineering AG «als ideale Lösung für unser Sportschiessen erwie-
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sen», heisst es in einem Dokument über die Beschaffung. «Schweizer Präzision für unsere Kadetten» ist dieses betitelt und verrät auch, dass zwei Kadettinnen die Bleiker-Gewehre testen durften, bevor 22 davon gekauft wurden. Um die hohen Anschaffungskosten finanzieren zu können, begab sich die Leitung der Thuner Kadetten auf die Suche nach Sponsoren. Gefunden wurden diese bei Firmen, die von vormaligen Kadetten geführt werden, sowie Organisationen und etlichen Privatpersonen, die sich mit der schiesssportlichen Tätigkeit bei den Kadetten verbunden fühlen. So halfen etwa die Stadtschützen und Offiziersgesellschaft Thun sowie die Investorengruppe Sport Thun (IGST) mit, die
erforderliche sechsstellige Summe aufzubringen. Zum Dank wurden die Sponsoren zu einem Plauschwettkampf mit den neuen Sportgeräten in die Thuner Guntelsey eingeladen. «Das Kleinkaliber-Sportschiessen bei den Kadetten Thun wird auf eine neue sportliche Ebene gehoben», unterstrich Christoph Nydegger, der Präsident der Kadettenkommission, beim Anlass. Nach Angaben des Schiessleiters nehmen über 50 Kadetten regelmässig am freiwilligen Kleinkaliberschiessen teil. Deren 15 betreiben es als Sportfach intensiver und trainieren ab dem zweiten Jahr in der Stellung liegend frei. Aus diesem Kreis werden jene Schützen selektioniert, die für Thun im September an den Kadettentagen in Murten das «Schiessfähnli» und Diplome holen sollen. Auf 50m mit Kleinkalibergewehr geschossen wird ebenso am Ausschiesset Ende September in Thun. Am traditionellen Thuner Fest findet auch das Gesslerschiessen statt, wo Kadetten aus einem Stand mitten in der Stadt mit der Armbrust aufs Herz des Tyrannen schiessen. Diese Sparte betreut eine eigene Abteilung in der Organisation der Thuner Kadetten, die es seit 1839 gibt.
Schiessleiter Jean-Bernard Berger (rechts) präsentiert das neue Bleiker-Gewehr zusammen mit Korpsleiterin Sandra Walther und Christoph Nydegger, Präsident Kadettenkommission.
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BREITENSPORT MÜNZEN-VERSTEIGERUNG
19’000 FRANKEN
Sie war eines der herausragenden agenden Stücke der Sammlung von Rod K. Moore: Die Goldmedaille lle des Solothurner Solothu Kantonalschützenfests ts von 1890 wurde auf rund 7’500 Franken ank anken geschätzt und schliesslich ch für 19’000 Franken versteigert.
SCHÜTZENFEST MIT KATALOG STATT KARABINER Bei Sincona in Zürich wird gelegentlich auch Schweizer Schützengeschichte versteigert: Münzen, Medaillen, Gold, Patriotismus, Pulverdampf, Sammlerfieber und die Frage, warum ein Stück Metall von 1890 plötzlich 19’000 FRANKEN WERT ist. Text: Michael Schenk Fotos: zVg
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MÜNZEN-VERSTEIGERUNG BREITENSPORT
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itten hinein in die Versteigerung bei Sincona in Zürich, einem der international bedeutendsten Auktionshäuser für Münzen und Medaillen: Keine lauten Gesten, kein nervöses Händefuchteln, keine hektische Börsenatmosphäre. Stattdessen totale Ruhe. Konzentration. Fast etwas Standhaftes. Eine Medaille nach der anderen wird aufgerufen, kurz beschrieben, taxiert, angeboten. Es geht fix, fast wie ein leises Serienfeuer aus Losnummern, Geboten und Hammerschlägen. Wer zu lange sinniert, verpasst das Los. Wer mitbietet, muss hellwach sein. Es ist ein bisschen wie Schiessen ohne Knall: Zielen, entscheiden, bieten. Nur dass hier keine Munition verbraucht wird, sondern Moneten. Losnummer 2360 ist an der Reihe. Solothurn, Goldmedaille 1890, Kantonalschützenfest. 75,41 Gramm. Unikat. Kleiner Randfehler. Vorzüglich bis FDC. FDC bedeutet «Fleur de Coin» – wörtlich etwa «Blume des Prägestempels». In der Numismatik bezeichnet das einen höchsten oder nahezu höchsten Erhaltungsgrad. Geschätzt auf rund 7500 Franken. Am Ende geht das Stück für 19’000 Franken weg. Warum schiesst eine Medaille derart über die Schätzung hinaus? Weil sie fast alles vereint, was Sammler elektrisiert: Gold, Solothurn, 1890, Einmaligkeit, Patina, Geschichte, Seltenheit, hervorragende Erhaltung, starke Symbolik und die Aura eines Objekts, das längst mehr geworden ist als die Summe seiner Gramm. Der Materialwert mag mehrere tausend Franken betragen. Aber der eigentliche Preis entsteht anderswo: Im Kopf, im Herzen, in der Sammlungslücke. Dort, wo ein Sammler plötzlich denkt: Genau dieses Stück fehlt. Genau dieses Stück muss es sein.
sei etwas völlig anderes: Private Prägung, Erinnerungsstück, Repräsentationsobjekt. Und dann sagt Hardmeier diesen wunderbaren Satz, der hängen bleibt: Medaillen seien oft «artistisch sehr viel detaillierter und lässiger als Münzen». Lässiger – ein Wort, das in der noblen Welt der Numismatik auffällt. Münzen mussten funktionieren. Medaillen durften glänzen. Münzen mussten durch Hände gehen. Medaillen durften in Händen bleiben. Münzen bezahlten Brot, Bier und Bahnbillette. Medaillen bezahlten nichts – und erzählten gerade deshalb manchmal mehr.
Just bezogen auf das helvetische Schützenwesen ist diese Unterscheidung besonders reizvoll. Denn Schiessen war in der Schweiz nie nur Sport. Es war und ist Bürgerpflicht, Wehrübung, Volksfest, Vereinsleben, Präzisionskultur, Heimatgefühl – und seit Wilhelm Tell auch jener Gründungsmythos, in dem ein gezielter Schuss nicht nur einen Apfel traf, sondern symbolisch ein Land befreite. Schiessen ist hier also immer auch ein Stück patriotische Erzählung. Wer trifft, bekommt Applaus. Wer sehr gut trifft, bekam und bekommt Metall. Und wer über Generationen hinweg verstand, was dieses Metall eigentlich erzählt, begann irgendwann zu sammeln.
655 LOSE AUS DEN USA Die Stücke, die in Zürich unlängst versteigert wurden, gehörten Rod K. Moore. Einem Amerikaner, über 90 Jahre alt, aufgewachsen auf einer Farm in wac Michigan. Als Kind zog er Mi mit einem .22-Einzellader und seinen Jagdhunden über die Felder. Der Vater war im
MEDAILLEN SIND LÄSSIGER Michael Hardmeier kennt diese Mechanismen bestens. Hardmeier ist Jurist, Numismatiker, Auktionator und Mitglied der Geschäftsleitung von Sincona – ein Experte, der historische Münzen und Medaillen nicht nur bewertet, sondern als Kultur-, Markt- und Sammlergeschichte verständlich macht. Und das leidenschaftlich. Eine Münze, sagt er, sei staatlich geprägt, offizielles Zahlungsmittel, mit Nominalwert, Vorgaben und Umlauffähigkeit. Eine Medaille dagegen www.swissshooting.ch
12’000 000 FRANKEN
Auch die Goldmedaille des Schützenfests in Le Locle von 1892 gehörte zu den Spitzenstücken der Sammlung von Rod K. Moore. Aus einer Schätzung von 6’500 Franken wurden am Ende 12’000 Franken.
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WER KAUFT SOWAS?
Los für Los kamen bei der Auktion historische Schweizer Schützenmedaillen unter den Hammer.
Schützenverein und hatte eine Schublade voller Medaillen. Irgendwann entdeckt Moore Schweizer Schützentaler – und wird hineingezogen in eine Welt, die ihn nie mehr loslässt. Später diente er im Marine Corps, arbeitete als Geologe für Chevron, lebte in Australien und sammelte weiter. Über Jahrzehnte trug er mehr als 2000 Schützenmedaillen, über 1000 Pokale und Becher sowie unzählige Jetons, Plakate und Memorabilia zusammen. Das meiste aus der Schweiz. Nicht als Investor im klassischen Sinn. Sondern als jemand, den diese Welt emotional gepackt hat. Wie viele andere auch. Hardmeier beschreibt Moore nicht einfach als Sammler, sondern als Menschen, den die Sorgfalt, die Gestaltung und der Zusammenhalt dieser Schützenfeste berührt hätten. Ein Objekt löst plötzlich etwas aus. Eine Erinnerung. Ein Bild. Eine Sehnsucht. Und irgendwann kauft man nicht mehr nur ein Stück, sondern einen Zusammenhang. Der Katalog 104 mit dem ersten Teil der Sammlung Rod K. Moore umfasste 655 Lose – und zeigte eindrücklich, wie lebendig der Markt für Schweizer Schützenmedaillen ist: Zu den Spitzenstücken gehörten die erwähnte Solothurner Goldmedaille von 1890, die für 19’000 Franken zugeschlagen wurde, sowie die Le-Locle-Goldmedaille von 1892, die von 6500 auf 12’000 Franken stieg. Der «Schützen-Volltreffer» war jedoch eine Zürcher Silbermedaille des Eidgenössischen Schützenfests 1907: Sie schoss von 750 auf 8000 Franken – auf mehr als das Zehnfache der Schätzung. Total kamen rund 420’000 Franken zusammen. www.swissshooting.ch
Hardmeier sagt, es sei oft schöner, wenn ein Sammler seine Sammlung noch zu Lebzeiten verkaufen könne. Viele würden sammeln bis zum Tod und die Nachkommen mit Hunderten Objekten zurücklassen – ohne Marktkenntnis, Kontakte oder Orientierung. Verkauft der Sammler selbst, kann er miterleben, wie seine Stücke neue Besitzer finden, die sie wieder schätzen. Rod K. Moore sass während der Versteigerung in den USA vor dem Computer und verfolgte die Auktion live. Bei vielen Losen erinnerte er sich an Geschichten – an jene Momente, in denen er selbst ein Stück entdeckt, gefunden, ersteigert hatte. So wurde die Auktion für Moore nicht nur zur nüchternen Verwertung eines Bestandes, sondern zur Rückschau auf ein Sammlerleben.
An der Stelle stellt sich die Frage: Wer sammelt eigentlich so etwas? Ganz sicher nicht nur Schweizer, die mit dem Schützenwesen verbunden sind. Gerade diese Objekte, erzählt Hardmeier, sprechen auch Menschen in Asien stark an. Japan sei ein wichtiger Markt, China ebenfalls. «Dort scheint die Schweiz als Bildwelt eine enorme Faszination auszulösen», sagt der Experte: Tradition, Brauchtum, Detailkultur, Präzision. Ein romantisierter Blick auf ein Land, das in solchen Medaillen plötzlich wie eine geprägte Postkarte aus Ordnung und Handwerk erscheint. In Amerika wiederum ist der Zugang oft anders. Dort geht es mehr ums Schiessen selbst: Um die Waffen, Wettkampf, Gewehre, Kanonen, Insignien. Für den einen ist es Schweizer Brauchtum, für den anderen Schiesssportgeschichte, für den dritten Kunsthandwerk, für den vierten schlicht ein schönes, seltenes Objekt. Zum Schluss hat der Verkäufer, Rod K. Moore, das Wort: «Ich habe einige der erfüllendsten Jahre meines Lebens diesem Hobby, der Numismatik, gewidmet. Der einzige Nachteil, auf den ich gestossen bin, ist mein Alter; ich würde gerne weitermachen, aber ich bin nun 93 Jahre alt und das Unvermeidliche steht kurz bevor. Wenn ich durch den Verkauf der Sammlung andere ermutigen oder ihnen einen Anstoss für einen ähnlichen Weg geben kann, den ich eingeschlagen habe, würde mich das sehr freuen.»
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Ron Cohen, globaler CEO von SIG SAUER, mit Chris Kast von «Schiessen Schweiz» und Pasquale Caputi, CEO von SIG SAUER in der Schweiz.
PRÄZISION «ISTSCHWEIZER TEIL UNSERER DNA» Der Amerikaner RON COHEN, globaler CEO von SIG SAUER, besuchte erstmals ein Eidgenössisches Schützenfest. Im Interview spricht er über die Schweizer Wurzeln des Unternehmens, die P320, den Ausbau des Standorts Neuhausen und eine mögliche Munitionsproduktion in der Schweiz. Interview und Foto: Chris Kast und Philipp Ammann
Ron Cohen, willkommen in Chur. Ist dies Ihr erstes Eidgenössisches Schützenfest? Ja, definitiv. Für mich ist es eine neue Erfahrung, und ich freue mich, hier zu sein. Gibt es in den USA einen vergleichbaren Schiessanlass? Es gibt grosse Veranstaltungen und viele regionale Anlässe. Aufgrund der Grösse der USA existiert jedoch kein wirklich landesweiter Anlass, der mit einem Eid-
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genössischen Schützenfest vergleichbar wäre. Was ist der Hauptgrund für Ihren Besuch? SIG Schweiz ist der Ursprung unseres Unternehmens. Hier liegen unsere Geschichte und unser Erbe. Alles begann in der Schweiz. Darauf und auf das Team der SIG SAUER AG hier unter der Leitung von Pasquale Caputi bin ich sehr stolz. Welche Bedeutung hat das Schweizer Erbe heute für SIG SAUER? Menschen auf der ganzen Welt verbinden die Schweiz mit Präzision und Qualität. Diese Werte sind fest in unserer DNA verankert.
In den USA geht es nicht nur um den Sportschiesssport. Der Schutz des eigenen Zuhauses spielt insbesondere bei Handfeuerwaffen eine grosse Rolle. Das Schiessen ist zudem häufig weniger formell und weniger stark in feste Programme eingebunden. Gibt es dennoch Gemeinsamkeiten? In beiden Ländern betrachten viele Menschen den Umgang mit Waffen als ein Recht und das Schiessen als Sport, bei dem man sein Können unter Beweis stellen muss. Dazu gehören Training, Disziplin und eine gut gepflegte Waffe.
Warum sind Präzision und Qualität bei Waffen so entscheidend? Bei einem Mobiltelefon akzeptieren wir, dass es gelegentlich nicht funktioniert und neu gestartet werden muss. Bei einer Waffe darf das nicht passieren. Zuverlässigkeit, Langlebigkeit und Sicherheit müssen jederzeit gewährleistet sein.
Welche Bedeutung hat der zivile Sportschiesssport für SIG SAUER? Der zivile Markt, die Polizei und das Militär sind miteinander verbunden. Ein Soldat oder Polizist ist ausser Dienst ebenfalls Zivilist und möglicherweise Sportschütze. Auf dem zivilen Markt entstehen Innovationen häufig sehr schnell. Polizei und Militär beobachten diese Entwicklungen und übernehmen später einige der entsprechenden Ideen.
Was unterscheidet den amerikanischen vom Schweizer Markt?
SIG SAUER hat kürzlich von der Schweizer Armee einen Auftrag für die P320 September 2026
INTERVIEW RON COHEN SPECIAL
erhalten. In den Medien wurde Kritik an der Pistole laut. Wie reagieren Sie darauf? Negative Aussagen verbreiten sich heute sehr schnell. Sobald es etwas Negatives zu berichten gibt, klingt es interessanter. Das ist die neue Welt, in der wir leben. Für mich sind jedoch die Fakten entscheidend. Was sind die Fakten? Das US-Militär war die erste grosse Streitkraft, die die P320 einführte; die Auslieferung begann 2017. Bevor wir den Auftrag erhielten, durchlief die Pistole mehrere Tests des US-Militärs. Dabei setzten wir uns gegen unsere Mitbewerber durch. Das US-Militär hat mehrfach erklärt, sie sei das beste Produkt ihrer Kategorie. Mitunter wird die Waffe sogar als «Scharfschützenpistole» bezeichnet. Sie gilt als eine der zuverlässigsten Waffen des amerikanischen Militärs. Wie wurden diese Waffen getestet? Zu den Anforderungen gehört eine vollständige Reihe von Sicherheits-, Umwelt-, Zuverlässigkeits-, Präzisions- und Haltbarkeitstests – alles auf höchstem Prüfniveau. Darüber hinaus wird jedes Produktionslos akribisch getestet. Wir haben die ursprünglichen Anforderungen an die Produktvalidierung nicht nur erfüllt oder übertroffen, sondern bestehen auch weiterhin regelmässig sämtliche Kriterien der Produktionsabnahme. Welche Rolle spielt der Preis bei Ausschreibungen? Wenn ausschliesslich der tiefste Preis zählt, gewinnen wir in der Regel nicht. Sind technische Kriterien wie Sicherheit, Präzision und Lebensdauer entscheidend, sind wir sehr erfolgreich. Wird sich die P320 auch in der Schweiz bewähren? Davon bin ich überzeugt. Sie hat sich bereits in mehreren Ländern bewährt. Die Kritiker werden abwarten müssen, was die Realität zeigt. Welche Pläne haben Sie für den Standort Neuhausen? Länder wollen ihre Lieferketten zunehmend im eigenen Land absichern. Deshalb möchten wir unsere Aktivitäten in der Schweiz ausbauen. www.swissshooting.ch
Was bedeutet das konkret für die Produktion? Die P320 für die Schweizer Armee wird vollständig in der Schweiz hergestellt. Darüber hinaus wollen wir eine Schweizer Zulieferbasis aufbauen, damit möglichst viel Wertschöpfung im Land bleibt. Könnte Neuhausen auch andere Märkte beliefern? Der Standort soll die Schweizer Armee über Jahrzehnte versorgen. Gleichzeitig könnte er als Basis für die Belieferung weiterer Länder in der Region dienen.
in den USA verändert. Ich würde es begrüssen, wenn SIG dazu beitragen könnte, diesen Wandel auch hier voranzutreiben. Gibt es neben den Visieren weitere Bereiche? Wir betrachten Munition, Waffe und Optik als Gesamtsystem. Bei Gewehren kommen zudem Schalldämpfer hinzu. Dieses Ökosystem wollen wir weiterentwickeln.
Welche Entwicklungen möchten Sie den Schweizer Sportschützinnen und Sportschützen künftig näherbringen? Rotpunktvisiere sind ein wichtiges Thema. In den USA werden sie bei Pistolen immer häufiger eingesetzt. Heute sind sie zuverlässiger, klarer und widerstandsfähiger als früher.
Könnte SIG SAUER künftig auch in der Schweiz Munition produzieren? Grundsätzlich sagen wir niemals nie. Besonders interessant wäre die neue Generation von Hochdruckmunition. Derzeit sind wir weltweit das einzige Unternehmen, das Hochdruckmunition für ein Militärprogramm in diesen Mengen produziert. Wir fertigen in dieser Kategorie beinahe jeden Monat mehrere zehn Millionen Patronen.
Welche Vorteile bieten solche Visiere? Sie können sowohl jüngeren als auch älteren Schützinnen und Schützen helfen, ihre Treffsicherheit zu verbessern. Gleichzeitig ermöglichen sie ein grösseres Wahrnehmungsfeld, weil man nicht ausschliesslich auf die Waffe fokussiert ist. Diese Technologie hat das Schiessen
Wovon hängt eine solche Produktion ab? In erster Linie ist dies eine Entscheidung der Schweizer Armee. Zunächst muss klar sein, welche Technologien und Kaliber sie künftig einsetzen will. Danach können wir die Situation ernsthaft prüfen.
VON SIG ZU SIG SAUER Die Wurzeln des heutigen Weltkonzerns liegen in der 1853 gegründeten Schweizerischen Waggonfabrik, die sich ab 1864 als Schweizerische Industrie-Gesellschaft – SIG in Neuhausen am Rheinfall mit Präzisionswaffen wie der legendären Pistole P210 weltweit einen Namen machte. In den 1970er-Jahren fusionierte der Waffenbereich von SIG mit dem traditionsreichen deutschen Hersteller J. P. Sauer & Sohn. Diese deutsch-schweizerische Partnerschaft gründete 1985 in den USA die Tochtergesellschaft SIGARMS, um den amerikanischen Markt direkt zu bedienen. Im Jahr 2000 verkaufte der Schweizer Mutterkonzern seine Waffensparte vollständig an deutsche Investoren; das Werk in Neuhausen wurde ausgegliedert und firmiert heute als eigenständige Schweizer SIG SAUER AG. Derweil entwickelte sich die US-Niederlassung als SIG SAUER Inc. mit Sitz in New Hampshire zum Hauptsitz der Marke. Heute feiert das US-Unternehmen grosse Erfolge, etwa mit der Ausrüstung des US-Militärs mit dem Pistolensystem M17, dessen Plattform auch von der Schweizer Armee eingesetzt werden soll.
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SPEZIAL WAS MACHT EIGENTLICH MICHEL ANSERMET?
DER OLYMPIA-HELD VON 2000 STREICHELT HEUTE KROKODI KROKODILE
In Sydney holte Pistolenschütze MICHEL ANSERMET vor 26 Jahren Silber. Nach seinem Rücktritt war er Leistungssportchef beim Schweizer Schiesssportverband – längst aber widmet er sich allerlei gefährlichen Tieren. Als Direktor leitet er in Lausanne das grösste Süsswasser-Aquarium-Vivarium Europas. Und lag deswegen einst gar im künstlichen Koma. Text: Philipp Rindlisbacher Foto: Keystone-SDA, zVg
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WAS MACHT EIGENTLICH MICHEL ANSERMET? SPEZIAL
Michel Ansermet, füttert «Kouma», einen Leguan (Iguana iguana).
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ie ruhige Hand hat Michel Ansermet schon immer ausgezeichnet. Sei es am Schiessstand, wenn es an den wichtigsten Wettkämpfen darum ging, mit der Pistole präziser als alle anderen zu hantieren. Aber auch im Umgang mit gefährlichen Tieren wie Schlangen und Krokodilen, denen er sich seit Jahren widmet. «Coolness hilft in allen Lebenslagen», sagt der 61-Jährige schmunzelnd. Er weiss, wovon er spricht. Ansermet ist nicht nur einer der besten Schweizer Schützen der Geschichte, mit mehreren Weltcup-Podestplätzen und vor allem der Olympia-Silbermedaille 2000 in Sydney als Karrierehöhepunkte. Er ist auch eine Koryphäe, wenn es um Amphibien, Reptilien und ähnliche Tiere geht. Als Direktor von Aquatis in Lausanne leitet er das grösste Süsswasser-Aquarium-Vivarium in Europa. Es beherbergt weit über 10’000 Tiere und Pflanzenarten.
DER BISS VON EINEM ZWEI METER LANGEN KROKODIL Ansermet ist einer, der anpackt. Er ist dabei, wenn Fütterungen anstehen und bei Tieren medizinische Untersuchungen erforderlich sind. Und er wird gerufen, falls irgendwo eine Giftschlange einwww.swissshooting.ch
gefangen werden muss. «Ich bin ein schlechtes Vorbild», sagt der mittlerweile im Waadtland lebende Ex-Schütze. «Wenn ich meine Krokodile streichle, muss ich meinen Leuten jeweils sagen: Macht das bitte nie!» Ein paar Tricks hat er auf Lager: Er trägt beim Gang ins Gehege der Komodowaranen etwa immer das gleiche Rasierwasser auf, weil diese ein ausgezeichnetes Riechorgan besitzen. Gefährlich werden kann es trotzdem: Sein Patientendossier zeigt, dass er viermal gebissen worden ist, einst gar von einem zwei Meter langen Krokodil. Am schlimmsten jedoch war ein Zwischenfall vor zwei Jahren, als ihn eine Grüne Mamba biss. Danach musste es schnell gehen: Ansermet wurde ins Spital gebracht; weil die Lieferung des Antiserums Zeit brauchte, wurde er ins künstliche Koma versetzt und mit dem Beatmungsgerät verbunden. Nach rund 26 Stunden erwachte er wieder. «Das Gift griff nur die Nerven, aber nicht die Organe an», sagt Ansermet, der keine Folgeschäden davontrug.
ER DURCHQUERTE DIE SAHARA Aufgewachsen ist Michel Ansermet als Sohn eines Waadtländer Zollbeamten und einer Tessinerin. Er absolvierte so
etwas wie eine Tour de Suisse: Zur Welt kam er im Wallis, den Kindergarten besuchte er in Genf, er lebte aber auch im Tessin und später 13 Jahre lang in Alpnach. Seine sportlichen Heldentaten
AQUATIS LAUSANNE Das Aquatis Aquarium-Vivarium Lausanne ist das grösste Süsswasser-Schauaquarium-Vivarium Europas. Es wurde am 21. Oktober 2017 eröffnet und beherbergt auf 3‘500 Quadratmetern rund 10‘000 Fische, 100 Reptilien und Amphibien sowie 300 Pflanzenarten. Das Aquatis ist das ganze Jahr täglich von 10:00 bis 18:00 Uhr geöffnet. Wenn Sie Ihre Tickets im Voraus kaufen, profitieren von Ermässigungen von bis zu 20%. www.aquatis.ch
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WAS MACHT EIGENTLICH MICHEL ANSERMET? SPEZIAL
Am 21. September 2000 gewann Ansermet Olympia-Silber in Sydney mit der Schnellfeuerpistole über 25m.
Leguan statt Pistole: Michel Ansermet ist Direktor von Aquatis in Lausanne.
vollbrachte er für die Pistolenschützen Sarnen. Im Tessin habe es von Skorpionen und Spinnen gewimmelt, erzählt Ansermet, der mit fünf sein erstes Schlangenbuch geschenkt bekam und mit neun eine Aspisviper mit nach Hause nahm – eine Giftschlange, die mittlerweile unter Schutz steht. «Meine Mutter war total schockiert», sagt der mehrfache Schweizermeister, «aber mein Vater half mir, ein Terrarium aufzubauen». Eine universitäre oder zoologische Ausbildung hat Ansermet zwar nicht, er absolvierte eine Lehre zum Elektromonteur. Sein Wissen aber ist immens und international anerkannt, durch jahrelange Feldarbeit mit giftigen und hochgefährlichen Tieren hat er es sich aufgebaut. Schon während seiner sportlichen Laufbahn leitete er Expeditionen in den Dschungel und in die Wüste, er durchquerte unter anderem die Sahara. Unfassbare 183 Länder dieser Welt hat Ansermet bereist, in Somalia und Sierra Leone war er in Kriegsgebieten und wurde von Einheimischen mit Waffen bedroht. In diesem Frühling weilte er drei Wochen in Marokko, wo das westafrikanische Krokodil rund 60 Jahre nach dem Aussterben wieder ins Land gebracht wurde. Im Aquatis wurde es gezüchtet, «das Königreich wünschte es so», sagt Ansermet. www.swissshooting.ch
IN SYDNEY FÜHLTE ER SICH WIE IM PARADIES Seine Leidenschaft machte sich Ansermet auch bei Olympia in Sydney zu Nutze: In der Nähe der Wettkampfstätte befand sich eine riesige Teichanlage, wo in freier Wildbahn Schlangen lebten. «Es war das Paradies für mich – damit fand ich Ablenkung vom grossen Trubel. Und weil es Giftschlangen waren, blieb meine Anspannung selbst in diesen Pausen hoch.» Wegweisend für den Medaillengewinn seien zudem seine Erfahrungen von den Spielen vier Jahre zuvor in Atlanta gewe-
«
ES WAR DAS PARADIES FÜR MICH – DAMIT FAND ICH ABLENKUNG VOM GROSSEN TRUBEL.
»
Michel Ansermet
sen, als er nach dem ersten Tag auf Rang 6 lag, sich danach aber vor den Journalisten versteckte. «Am zweiten Tag büsste ich dafür, der Rummel hat mich überfordert.» Er wurde Zwölfter und zog seine Lehren daraus, «in Sydney habe ich die Medienarbeit nicht mehr als zusätzliche Belastung empfunden». Mit der Schnellfeuerpistole blieb er nur 1,5 Zähler hinter dem Russen Sergei Alifirenko zurück und holte in Australien eine von neun helvetischen Plaketten. Im Vorfeld hatte er den Podestplatz untypisch für einen Schweizer öffentlich versprochen, «die Leute schauten mich deswegen komisch an». Den Schuss im Final, der ihm nur acht Punkte einbrachte und Gold kostete, kann er heute noch spüren. «Aber ich hatte nie das Gefühl, dass ich den Sieg verpasste. Vielmehr habe ich Silber gewonnen.» Nach den Spielen trat er zurück, während neun Saisons war er in der Folge Chef Leistungssport beim Schweizer Schiesssportverband. 15 Jahre feuerte er danach keine Patrone ab, bis in diesem Frühling, als ihn ein ehemaliger Trainer mit an einen Stand nahm. In einer AchtSekunden-Serie erreichte Ansermet 48 von 50 Punkten, und er sagt: «Es ging wunderbar, ich hatte Glück – deshalb hörte ich mit diesem super Gefühl sofort wieder auf.» SCHIESSEN SCHWEIZ 37
DYNAMISCHE SCHÜTZEN DYNAMIC LONG RANGE
PRÄZISION AUF WEITE DISTANZ DYNAMIC LONG RANGE (DLR) ist eine Schiesssportdisziplin, die Präzision auf grosse Distanzen mit Zeitdruck verbindet. Ihren Ursprung hat sie im praktischen Schiessen. Entscheidend ist das Zusammenspiel von Geschwindigkeit und Präzision: Schnell zu schiessen bringt nichts, wenn die Treffer ausbleiben. Text: Matteo Marcionetti Fotos: Precision Rifle Series Switzerland, PRS España
G
eschossen wird mit einem Gewehr, das mit einem Zielfernrohr mit Absehen ausgestattet ist und – je nach Schiessstand – mit einem Schalldämpfer. Die meist kleinen Stahlziele befinden sich in Distanzen zwischen 200 und 1’200 Metern. Innerhalb einer vorgegebenen Zeit müssen sie von künstlichen oder natürlichen Barrikaden aus getroffen werden. Je nach Anzahl Treffer werden Punkte vergeben. Entsprechend vielfältig sind die Schiesspositionen: liegend, an einer Barrikade abgestützt oder kniend. Die Distanzen können bekannt (KD) oder unbekannt (UKD) sein. Das verlangt von den Teilnehmenden ein solides Verständnis der Ballistik ihrer Waffe
DYNAMIC LONG RANGE DYNAMISCHE SCHÜTZEN
sowie der atmosphärischen Einflüsse – andernfalls sinkt die Trefferquote rasch.
DIE PRECISION RIFLE SERIES ALS INTERNATIONALES WETTKAMPFFORMAT Die Precision Rifle Series (PRS) entstand in den USA und hat sich inzwischen weltweit etabliert. Sie fördert das Mittel- und Langdistanzschiessen und organisiert Einzel- sowie Teamwettkämpfe. Dabei werden die Fähigkeiten der Schützinnen und Schützen unter realistischen Bedingungen geprüft: Präzision, der Umgang mit Umwelteinflüssen und die Fähigkeit, wechselnde Aufgaben rasch zu lösen. Jeder Course of Fire (COF) beziehungsweise Schiess-
parcours ist je nach Kategorie unterschiedlich aufgebaut und stellt die vielfältigen Anforderungen des Präzisionsschiessens mit der Langwaffe in den Mittelpunkt. Auch in Europa organisiert PRS Europe eine Pro Series sowie die nationalen Meisterschaften ihrer Mitgliedsländer. Die dort erzielten Resultate fliessen in die Rangliste der Pro Series Europe ein. Das Finale findet alle zwei Jahre statt. 2025 wurde es in Italien ausgetragen, der Austragungsort für 2027 steht noch nicht fest. Wer möglichst viele Ranglistenpunkte sammeln möchte, nimmt deshalb an mehreren Wettkämpfen teil. Parallel dazu wurde die IPRF (International Precision Rifle Federation) gegründet. Diese Föde-
Wechselnde Schiesspositionen, unterschiedliche Distanzen und Zeitdruck verlangen den Schützen höchste Konzentration ab.
ration organisiert alle zwei Jahre die Weltmeisterschaften der Disziplin. In geraden Jahren finden die Centerfire-Weltmeisterschaften (Waffen mit Zentralzündung) statt, in ungeraden Jahren die Rimfire-Weltmeisterschaften (Waffen mit Randzündung). Die erste Centerfire-Weltmeisterschaft wurde in Frankreich ausgetragen. Die Schweiz war dort mit einer Delegation von fünf Schützen vertreten: Daniele Papa, Damian Caminada, Danilo Soldati und Tomas Steiger. Die Titelkämpfe endeten mit einer klaren Dominanz der USA – wie bereits bei der Rimfire-Weltmeisterschaft 2023 in Italien und der Weltmeisterschaft 2024 in Colorado. Ob diese Dominanz anhält, wird sich 2026 an der Centerfire-Weltmeisterschaft in Texas zeigen. Allerdings rücken auch andere Nationen zunehmend in die Weltspitze vor: So gewann 2025 ein Australier die Rimfire-Weltmeisterschaft.
ENTWICKLUNG IN DER SCHWEIZ Im Jahr 2025 wurde PRS Schweiz (IPRFSuisse) gegründet, um diesen Sport in der Schweiz zu fördern. Momentan können bei uns nur Wettkämpfe mit Kleinkalibergewehren (.22 LR) organisiert werden. Die Austragungen 2024 und 2025 fanden in Walenstadt statt, an denen Teilnehmende aus der ganzen Schweiz sowie aus Deutschland und Italien teilnahmen. Das Komitee setzt sich dafür ein, künftig auch einen CenterfireWettkampf durchführen zu können. Die Einschränkung hinsichtlich der Verwendung von Metallplatten für Wettkämpfe erschwert jedoch die Organisation eines solchen Anlasses. Auch wenn die Möglichkeiten für PRS-Wettkämpfe in der Schweiz derzeit noch begrenzt sind, bietet die Teilnahme an einem PRS-Wettkampf – auch im Ausland – eine wertvolle Erfahrung. Das Ergebnis spielt kaum eine Rolle; entscheidend ist, Erfahrungen zu sammeln und sich mit den Besten zu messen. Nur so kann man sich weiterentwickeln. SCHIESSEN SCHWEIZ 39
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Deutsch
28.11.2026
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Prüfung Trainer/in Foundation (ehemals B)
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05.12.2026
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Modul Fortbildung Leiter/in
SSV 208366
Deutsch
12.12.2026
Winterthur
Modul Fortbildung Leiter/in
SSV 213449
Deutsch
16.01.2027
Liestal
Ernährung und Anti-Doping
SSV 213089
Deutsch Französisch
16.01.2027
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Athletik
SSV 213091
Deutsch Französisch
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Kommunikation Foundation
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Deutsch Französisch
23.01.2027
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Coaching Foundation
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Technik 1 Pistole 25m Präzision/Standard
SSV 213097
Deutsch Französisch
30.-31.01.2027
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Modul Fortbildung Leiter/in
SSV 213418
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30.01.2027
Payerne
Psyche Talent
SSV 21099
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05.02.2027
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Kommunikation Talent
SSV 213199
Deutsch Französisch
06.02.2027
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SSV 213101
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DIENSTWAFFE MUSS IM PRIVATBESITZ BLEIBEN Der Nationalrat hat einen Vorstoss zum EINZUG PRIVATER DIENSTWAFFEN ehemaliger Armeeangehöriger knapp abgelehnt. Der Entscheid bekräftigt das Vertrauen in das Schweizer Milizsystem und stellt den Grundsatz der Eigenverantwortung über einen pauschalen Generalverdacht. Text: Andreas Widmer
Z
u Beginn der Rekrutenschule erhält jeder Schweizer Soldat seine persönliche Dienstwaffe. Während der gesamten Dienstzeit wird er intensiv im sicheren Umgang mit ihr ausgebildet und trägt dafür Verantwortung. Nach der Entlassung kann ihm die Waffe – nach erfolgreicher Prüfung und mit Waffenerwerbsschein – zu Eigentum überlassen werden.
GENERALVERDACHT STATT VERTRAUEN Ein parlamentarischer Vorstoss wollte diese langjährige Praxis beenden. Die Übernahme der persönlichen Dienstwaffe sollte künftig ausgeschlossen werden. Dahinter steht die Annahme, ehe-
malige Armeeangehörige stellten nach dem Dienstende ein erhöhtes Risiko dar. Eine solche Sichtweise stellt jedoch alle Milizangehörigen unter Generalverdacht, obwohl sie ihre Zuverlässigkeit während Jahren unter Beweis gestellt haben.
PRÄVENTIVE WIRKUNG? Das Parlament hat diesen Vorstoss knapp verworfen. Ausschlaggebend war auch die Erkenntnis, dass sich die erhoffte präventive Wirkung statistisch kaum belegen lässt. Der Anteil der Tötungsdelikte mit Armeewaffen ist sehr gering. Wirksame Gewaltprävention muss sich deshalb an den tatsächlichen Risikofaktoren orientieren und nicht an symbolischen Massnahmen.
EIGENVERANTWORTUNG IST GEFRAGT
INFO In der Kolumne «Recht direkt» schreiben Gastautoren rund um die aktuellen sicherheitspolitischen Entwicklungen, welche in Zukunft einen direkten Einfluss auf die innere Sicherheit und das Schiesswesen in der Schweiz haben könnten. «Recht direkt» wird unterstützt von piusicur, einem unabhängigen, gesamtschweizerisch agierenden Verein mit sicherheitspolitischer Zielsetzung. www.swis Weitere Infos: www.piusicur.ch
Das Schweizer Milizsystem basiert auf Vertrauen, Eigenverantwortung und dem Leitbild des mündigen Bürgers. Wer ehemaligen Armeeangehörigen ohne sachlichen Grund das Eigentum an ihrer Dienstwaffe verwehren will, schwächt dieses Vertrauen und stellt ein bewährtes System infrage. Gerade in sicherheitspolitisch anspruchsvollen Zeiten sollte die Schweiz ihre Miliztradition stärken, statt sie aus ideologischen Gründen auszuhöhlen.
BIO Andreas Widmer ist Präsident der Arbeitsgemeinschaft für eine wirksame und friedenssichernde Milizarmee. Er engagiert sich seit vielen Jahren für sicherheitspolitische Themen und die Stärkung des Schweizer Milizsystems.
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Kaiser-WilhelmPokal
ie Vitrinen der früheren Dauerausstellung des Schweizer Schützenmuseums in Bern waren dicht gefüllt. Zahlreiche Pokale, Auszeichnungen, Waffen und Erinnerungsstücke zeugten von der reichen Geschichte des Schweizer Schiesswesens. Die Fülle hatte jedoch auch einen Nachteil: Die einzelnen Objekte kamen kaum zur Geltung. Mit der Neugestaltung des Museums im letzten Jahr wurde deshalb bewusst reduziert. Die neue Ausstellung folgt klar definierten Themen und präsentiert weniger Exponate, dafür mit mehr Raum und Kontext. Viele interessante Stücke fanden darin keinen Platz und wurden ins Depot überführt. Vergessen sind sie deswegen nicht. Drei Beispiele zeigen, welche Geschichten dort weiterhin bewahrt werden.
EIN KAISERLICHES GESCHENK
SCHÄTZE, HÄ DIE INS DEPOT MUSSTEN
Der prachtvolle Kaiser-Wilhelm-Pokal ist eine Ehrengabe des deutschen Kaisers Wilhelm II. an das Eidgenössische Schützenfest von 1910 in Bern. Der 2,5 Kilogramm schwere Henkelpokal ist vollständig silbervergoldet. Eine kaiserliche Krone schmückt den Deckel, vier Löwenköpfe tragen Wappenschilder der Schweiz und Deutschlands sowie Darstellungen einer Armbrust und einer Schützenscheibe. Gewonnen wurde der Pokal von Wachtmeister Karl Spirig aus Walenstadt. Noch im selben Jahr erwarb ihn der Schweizerische Schützenverein mit
Die neue Dauerausstellung des Schweizer Schützenmuseums setzt auf eine klare Auswahl statt auf möglichst viele Exponate. Deshalb mussten auch Objekte weichen, die aussergewöhnliche Geschichten erzählen. Drei von ihnen stehen exemplarisch für die VERBORGENEN SCHÄTZE im Museumsdepot. Text: Cedric Zbinden Fotos: Schweizer Schützenmuseum
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September 2026
VERBORGENE SCHÄTZE SCHWEIZER SCHÜTZENMUSEUM
Unterstützung des Bundes für 500 Franken zugunsten der damaligen Schützenstube, aus der später das Schweizer Schützenmuseum hervorging. In der alten Ausstellung stand der Pokal mit weiteren Ehrengaben in einer Wandvitrine im ersten Obergeschoss. Heute befindet sich an dieser Stelle der Museumsshop. Für die neue Dauerausstellung wurde das Objekt nicht berücksichtigt, weil es sich keinem der neuen Themen überzeugend zuordnen liess. Zudem hätte der Pokal mit einer anderen, noch eindrucksvolleren Ehrengabe konkurriert: Einem Pokal mit Darstellungen der Schlachten von Murten und Sempach, den der niederländische König Wilhelm III. für das Eidgenössische Schützenfest 1876 in Lausanne anfertigen liess. Dieses Objekt ist heute prominent ausgestellt und fügt sich inhaltlich in das Thema Bundesstaat ein.
DER SIEGESKRANZ EINES OLYMPIASIEGERS Ein weiteres Stück im Depot ist der silbervergoldete Kopfkranz von Emil Kellenberger. Er entstand um 1900 für die zweiten Olympischen Spiele in Paris. Auf der einen Seite ist er mit Eichenlaub und
Schnittmodell Sturmgewehr 57 an der Wand neben anderen Gewehren.
Eichenlaub- und Lorbeerkranz von Emil Kellenberger.
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Eicheln, auf der anderen mit Lorbeerblättern geschmückt. Beide Pflanzen stehen für herausragende Leistungen: Eichenlaub symbolisiert besondere Verdienste, Lorbeer Ehre und Sieg. Kellenberger erhielt den Kranz 1900 in Paris, wo er im Dreistellungskampf die Goldmedaille gewann und Weltmeister wurde. Nach seinem Tod gelangte das Stück 1945 zusammen mit weiteren Objekten aus seinem Nachlass in die Sammlung des Schützenmuseums. In der früheren Ausstellung war der Kranz in einer Hochvitrine zu sehen, die ganz dem erfolgreichen Schützen gewidmet war. Beim Umbau wurde diese Vitrine entfernt und durch die heutige Waffenwand ersetzt. Das neue Konzept sieht nur noch wenige Bereiche vor, die einzelne Schützenpersönlichkeiten ausführlich porträtieren. Deshalb wird Emil Kellenbergers Kranz heute im Depot aufbewahrt. Einzig Konrad Stähli ist weiterhin mit einem grösseren Vitrinenbereich vertreten.
EIN GEWEHR ZUM BEGREIFEN Auch das Schnittmodell eines Sturmgewehrs 57 hat es nicht in die neue Dauer-
TAG DER OFFENEN TÜR FÜR SCHÜTZENVEREINE Besuchen Sie als Verein oder Einzelperson am Freitag, 30. Oktober zwischen 10-17 Uhr das renovierte Schweizer Schützenmuseum in Bern. Es erwarten Sie Kurzführungen durch die neue Dauerausstellung und ein Willkommensgetränk. Wir freuen uns auf Ihren Besuch! Schweizer Schützenmuseum Bernastrasse 5 3005 Bern www.schuetzenmuseum.ch
ausstellung geschafft. Das speziell für Ausbildungszwecke angefertigte Modell erlaubt durch gezielte Einschnitte einen Blick ins Innere der Waffe. Mithilfe einer Ladestange lässt sich nachvollziehen, wie der Selbstlademechanismus funktioniert. Das Schnittmodell kam 1993 als Leihgabe von Karl Kälin für eine Sonderausstellung ins Museum. Im März 1994 schenkte er es dem Schweizer Schützenmuseum. Später hing es im Treppenhaus neben einem intakten Sturmgewehr 57. Für die neue Waffenwand wurde bewusst auf das Schnittmodell verzichtet. Gerade seine anschauliche Konstruktion lädt dazu ein, die Mechanik selbst auszuprobieren. Neben Waffen, die nicht berührt werden dürfen, hätte dies zu Missverständnissen geführt. Hinzu kam der begrenzte Platz an der neuen Waffenwand. Das intakte Sturmgewehr 57 ist dort jedoch weiterhin zu sehen. Die drei Objekte zeigen, dass ein Platz im Depot nicht bedeutet, bedeutungslos geworden zu sein. Sie bleiben Teil der Sammlung und bewahren Geschichten über internationale Beziehungen, sportliche Erfolge und die Vermittlung von Waffentechnik. Die neue Dauerausstellung präsentiert zwar weniger Objekte als früher, doch hinter den Kulissen wartet weiterhin ein reicher Fundus darauf, immer wieder neu entdeckt zu werden. SCHIESSEN SCHWEIZ 49
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24. OKTOBER JU + VE Final Gewehr 50/300m und Pistole 25/50m Thun, Guntelsey, BE 25. OKTOBER Final Schweizer Sektionsmeisterschaft Gewehr 300m Thun, Guntelsey, BE
NOVEMBER
3. OKTOBER Absenden Eidg. Schützenfest 2026 Chur, GR
4. NOVEMBER Historisches Rütlischiessen Gewehr 300m Rütli, UR
9. UND 10. OKTOBER Final Glarner Sommercup Gewehr 10m Näfels, GL
15. NOVEMBER Historisches Morgartenschiessen Pistole 50m Sattel, SZ
10. OKTOBER Tiro Storico del San Gottardo Gewehr 300m und Pistole 25m Airolo, TI 10. OKTOBER Schweizer Jugendfinal Gewehr 50m Buochs, NW 10. OKTOBER Schweizer Jugendfinal Pistole 25m Stans, NW 10. OKTOBER Tir Historique de l‘Escalade Gewehr 300m und Pistole 25/50m St-Georges, Pt-Lancy, GE 11. OKTOBER Final Shooting Masters Gewehr 50m und Pistole 25m Emmen, LU
15. NOVEMBER Historisches Morgartenschiessen Gewehr 300m Morgarten, ZG 29. NOVEMBER Scoring Final Gewehr 300m Brünig Indoor, OW Alle Angaben ohne Gewähr.
VORSCHAU HEFT NR. 4/2026 Die nächste Ausgabe erscheint am: 11.12.2026 Redaktions- und Inserateschluss: 28.10.2026
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Schiessen Schweiz Schweizerisches Schützenmagazin Sportsch¸ tze Schweizer Schützenjournal Offi zielles Magazin des Schweizer Schiesssportverbandes Herausgeber Schweizer Schiesssportverband, Lidostrasse 6, 6006 Luzern Aufl age 44’117 (WEMF beglaubigt) Erscheinungsweise quartalsweise
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