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Zürcher Bote Nr. 34 – 2026

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AZA CH -8600 Dübendorf P. P. / Journal Post CH AG

Freitag, 21. August 2026 | Nr. 34 | 68. Jahrgang

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Gängelung des Bürgers an allen Fronten von Reinhard Wegelin

Klimahype kostet weiter viel Geld von Paul von Euw

Fortschritt darf nicht zum Zwang werden von Sean Burgess

Demokratie lebt vom Widerspruch von Roman Mörgeli

Polit-Apéro 28. August SVP Zürich 11

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ABSTIMMUNG 27. SEPTEMBER 2026 – LEHRPERSONALGESETZ

163 000 Franken Lohn pro Jahr sind nicht genug? Alle paar Jahre fordert die Lehrergewerkschaft höhere Löhne. Mittlerweile verdient man im Kanton Zürich als Kindergärtnerin oder Primarlehrer ohne Berufserfahrung vom ersten Tag an 100 000 Franken im Jahr – im Laufe der Jahre dann automatisch immer mehr, bis zu 153 000 Franken. Bei Sekundarlehrern sind es sogar 163 000 Franken. Was hingegen sinkt statt steigt, ist die Bildungsqualität. Das endlose Gejammer der Lehrergewerkschaft hat sich ausgezahlt: Lehrer gehören inzwischen zu den bestbezahlten Berufsleuten. Schon die Einstiegslöhne liegen im Kanton Zürich 12 000 bis 20 000 Franken über denjenigen in unseren Nachbarkantonen. Der Maximallohn sogar 20 000 bis 30 000 Franken höher. Doch der Lehrergewerkschaft ist das immer noch nicht genug. Die linken und grünen Parteien, bei denen die Lehrer stark vertreten sind, nahmen die masslosen Forderungen auf und sorgten zusammen mit der MittePartei für eine Mehrheit, die die Lehrerlöhne ein weiteres Mal erhöhte. Nur die SVP, die EDU und die FDP stellten sich dagegen und ergriffen das Referendum. Nun darf das Stimmvolk am 27. September darüber befinden, ob jeder Lehrer nochmals einige Tausender pro Jahr mehr verdienen soll.

Steuererhöhungen zugunsten von Topverdienern? Weil die Gemeinden 80 Prozent der Lehrerlöhne bezahlen müssen und der

Tobias Infortuna Kantonsrat SVP Egg

Kanton nur 20 Prozent, schlossen sich auch 102 Gemeinden zusammen, um sich gemeinsam gegen die Änderung des Lehrpersonalgesetzes zu engagieren. Die jährlich wiederkehrenden Mehrkosten würden sich nämlich auf 83 Millionen Franken belaufen. Steuererhöhun-

«Was hingegen sinkt statt steigt, ist die Bildungsqualität.» gen wären vorprogrammiert. Besonders schlimm daran ist, dass dieses viele Geld unsere Volksschule nicht im Geringsten verbessern würde. Auch die Schüler hätten rein gar nichts davon. Nur die Lehrer würden profitieren. Noch mehr Geld also für eine stetig sinkende Bildungsqualität. Noch mehr Lohn für eine jetzt schon hochbezahlte Berufsgruppe.

Höhere Löhne beseitigen die Probleme nicht Die Probleme unserer Volksschule sind zahlreich. Die Bildung leidet unter den Reformen der letzten 20 Jahre, die gegen den Willen der SVP durchgesetzt wurden: Die Integration um jeden Preis, die Fremdsprachen auf Primarstufe, die Degradierung des Lehrers zum Lern­ coach und das Lernen nach Lust und

Laune, um nur einige der Probleme zu nennen, die den Schulbetrieb erschweren. Die Lehrer beklagen sich bezeichnenderweise auch nicht über ihren Lohn, sondern über die belastende Alltagssituation. Wenn schulisch starke Schüler mit Kindern in einem Zimmer sitzen, die verhaltensauffällig sind oder die nicht einmal Deutsch sprechen, dann ist das Chaos die logische Konsequenz. Das spüren die Lehrer an jedem Tag. Doch diese Probleme werden nicht beseitigt, indem man den Lohn erhöht. Man besänftigt damit die unzufriedenen Lehrer, aber das ist nicht nachhaltig.

Nicht nur der Lehrberuf wurde anstrengender Ja, der Lehrberuf wurde in den letzten zwanzig Jahren anspruchsvoller und stressiger, aber welcher Beruf wurde das nicht? Die fordernden Eltern sind die zeitraubenden Kunden in der Privatwirtschaft, und die unerzogenen Schüler sind die arbeitsscheuen Lehrlinge in den Gewerbebetrieben. Auch jeder Büroberuf wird mit E-Mails geflutet, und die Digitalisierung hat auch jeden anderen Beruf verändert. Doch die Lehrergewerkschaft hat es meisterhaft geschafft, die Lehrtätigkeit so darzustellen, als ob es sich um den einzig anstrengenden Beruf handle, der angeblich auch noch unterbezahlt sei. Die allermeisten Leute wären vor diesem

SVP, FDP und EDU sagen zusammen mit 102 Gemeinden klar NEIN zum Lehrpersonalgesetz.

Abstimmungskampf nicht im Traum auf die Idee gekommen, wie hoch die Lehrerlöhne wirklich sind.

Bild: zVg

derung des Lehrpersonalgesetzes würde aber alle Lehrer mit mehr Lohn beglücken – die hervorragenden Lehrer und die Nullnummern gleichermassen.

13 Wochen Ferien Jetzt ist die Lehrergewerkschaft mit Zurück zum Kernauftrag einem neuen Argument gekommen: Anstatt die Löhne zu erhöhen, sollten Der durchschnittliche Lehrer mache an- also gezielt die belastenden Probleme geblich acht Wochen unbezahlte Über- angegangen werden. Die SVP wüsste, zeit pro Jahr. Eine reine Behauptung, die wie das geht: Die meisten Reformen niemand beweisen kann. Der Lehrberuf der letzten 20 Jahre sollten rückgängig ist und soll auch kein Job mit Stempel- gemacht werden, die Schule sich wieder uhr sein. Es war schon immer so, dass es auf ihren Kernauftrag konzentrieren. Lehrer gab, die viel mehr leisteten als an- Der durchschnittliche Lehrer arbeitet dere, mit sicher vielen Wochen, die nur 84 Prozent seiner bezahlten Zeit mit und für die Schüler, die übrigen 16 Prozent werden mit vom Schulleiter angeordneten Projektgruppen oder sinn«Die Schule muss sich losen Weiterbildungstagen verschwenwieder auf Kernauftrag det. Und ja, auch das Ausräumen des Gekonzentrieren.» schirrspülers im Lehrerzimmer wird als Arbeitszeit angerechnet. Die 84 Prozent mehr als 50 Arbeitsstunden zählen. Die müssten unbedingt erhöht werden, der 13 Wochen Schulfe­rien entschädigen Lehrer soll dafür da sein, zu unterrichdafür aber mehr als genug. Die wenigs- ten. Solange die Probleme unserer Schuten Lehrer verwenden von dieser Zeit len mit immer mehr Geld zugedeckt mehr als zwei oder drei Wochen für die werden, wird sich nichts verbessern. Vorbereitung des nächsten Semesters. Darum muss die Änderung des LehrZudem gibt es auch die anderen Lehrer, personalgesetzes im September unbedie so gut wie nichts vorbereiten und dingt abgelehnt werden. Nur so wird nie Hausaufgaben korrigieren. Die Än- der Weg frei für gute Lösungen.

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zur Schweizer Neutralität


2  EIDGENÖSSISCHE POLITIK

Der Zürcher Bote | Nr. 34 | Freitag, 21. August 2026

MEDIENMIT TEILUNG DER SVP SCHWEIZ

Christoph Mörgeli

Abarbeiten an Blocher Christoph Blocher sei «der wohl bedeutendste Schweizer Politiker der letzten vierzig Jahre». Keiner

Bundesrat will keine obligatorische Volksabstimmung über die EU-Verträge Der Bundesrat lehnt die «Kompass-Initiative» ab. Volk und Kantone sollen bei zentralen Staatsverträgen nicht zwingend mitentscheiden können. Das Motiv ist klar: Der Bundesrat will den EU -Unterwerfungsvertrag um jeden Preis durchdrücken und dafür unsere demokratischen Rechte aushebeln.

Staatssystems mit seinem fein austarierten Zusammenspiel von Bund und Kantonen.

Der Bundesrat macht den Weg frei für den schleichenden EU-Beitritt der Schweiz. Mit der am 12. August verabschiedeten Botschaft lehnt er die sogenannte «Kompass-Initiative» ab. Einen Gegenvorschlag legt er nicht vor. Die Kompass-Initianten wollen, dass bei Verträgen, die unsere staatlichen

EU -Unterwerfungsvertrag zerstört Schweizer Erfolgsmodell

habe direkt oder indirekt so viel bewirkt. Und an niemandem sonst habe sich die Schweiz «so abgearbeitet». Soweit die Einleitung der

«Der Bundesrat will unsere demokratischen Rechte aushebeln.»

Tamedia-Hörsendung «Politbüro». Weil auch die Journalisten lieber abarbeiten als arbeiten, heisst ihr

Grundlagen und die Kompetenzen von Bund und Kantonen wesentlich verändern, Volk und Stände zwingend das

letzte Wort haben. Wichtige und folgenschwere Verträge müssen durch eine Volks- und Kantonsmehrheit breit abgestützt sein. Die EU-Bundesräte Cassis und Jans wollen genau das verhindern.

Bundesrat will Volk und Stände entmachten Mit der Ablehnung der «Kompass-Ini­ tiative» entmachtet der Bundesrat die Kantone und das Volk. Und das ausgerechnet bei einem Vertragspaket, das gemäss der gleichen Regierung von grösster Bedeutung sei. Der Widerspruch ist offensichtlich. Dass gerade beim EU-Unterwerfungsvertrag das Volk möglichst wenig zu sagen haben soll, ist entlarvend: Es geht den EU-Befürwortern um

die Ausschaltung der schweizerischen Demokratie. Die wahre Agenda hinter der heutigen Botschaft: Mit einem Nein zur «Kompass-Initiative» will der Bundesrat den Weg freimachen für den EU-Unterwerfungsvertrag. Besonders dreist ist die Begründung: Die Verträge würden keinen derart schwerwiegenden Eingriff in die staatliche Ordnung darstellen, dass ein obligatorisches Referendum gerechtfertigt wäre. Es braucht schon viel politische Unverfrorenheit, um zu diesem Schluss zu kommen! Denn die EU-Verträge stellen die Schweiz und ihre gewachsenen Institutionen auf den Kopf. Sie bedeuten einen fundamentalen Umbau unseres

Thema Christoph Blocher. Fast keine Journalisten verstehen etwas von Wirtschaft. Darum hört man in der Sendung «Politbüro» kein Wort über Blochers wirtschaftlichen Erfolg. Dabei stand seine unternehmerische Tätigkeit stets absolut im Mittelpunkt seines Wirkens; die Politik war letztlich blosses Nebenprodukt. Schon gar nicht will man einräumen, dass er die Zukunft der Schweiz ausserhalb der EU klarer gesehen hat als sämtliche gegen ihn vereinten Untergangspropheten. Die vier plaudernden Jour­ nalisten können sich nicht an die grossen europapolitischen Kämpfe des letzten Jahrtausends er­innern. Kein Wunder, denn die

Mit der Ablehnung der «Kompass-Initiative» entmachtet der Bundesrat die Kantone und das Volk.

Bild: SVP Schweiz

Die Kantone gehörten bei einer Annahme des EU-Unterwerfungsvertrags zu den grossen Verlierern. Kompetenzen würden nach Brüssel verlagert. EU Rechtserlasse gelten mehrheitlich direkt – ohne parlamentarische Behandlung, ohne Vernehmlassung, ohne Volksabstimmung. Damit wird das Schweizer Erfolgsmodell willentlich zerstört. Nur die SVP setzt sich kompromiss­ los für das Ständemehr und die demokratischen Rechte der Schweizer Bevölkerung ein.

Was die Kompass-Initiative konkret ändert Heute: Staatsverträge mit wichtigen rechtsetzenden Bestimmungen unterstehen grundsätzlich nur dem fakultativen Referendum. Eine Volksabstimmung findet somit erst statt, wenn innerhalb von 100 Tagen 50 000 Stimmberechtigte unterschreiben oder acht Kantone das Referendum verlangen. Für die Annahme genügt anschliessend das Volksmehr. Mit der Kompass-Initiative: Solche weitreichenden Staatsverträge müssten zwingend Volk und Ständen vorgelegt werden. Es bräuchte sowohl die Zustimmung der Mehrheit der Stimmberechtigten als auch der Mehrheit der Kantone. Das bedeutet: Je stärker ein Staatsvertrag in die schweizerische Gesetzgebung und staatliche Ordnung eingreift, desto breiter muss er demokratisch abgestützt sein. Gerade bei Verträgen, die dauerhaft Recht und Kompetenzen ins Ausland verlagern, dürfen die Kantone nicht übergangen werden.

damaligen Medienvertreter haben sich bei Blocher selten sehen lassen. Der Schweizer Journalisten­verband blamierte sich gar mit dem «Aufruf: Boykottiert Blocher!» Er habe die SVP zur grössten

VOM VEGAN-ZWANG ZUM WERBEVERBOT

Die Gängelung des Bürgers an allen Fronten Offenbar ist Essen keine Privatsache mehr. Ende September stimmen wir über den Vegan-Zwang der Ernährungsinitiative ab. Daneben will der Bund Werbung für ungesunde Lebensmittel massiv einschränken.

Schweizer Partei gemacht. Jetzt wolle er es mit der Neutralitätsinitiative noch einmal wissen. Die Abgrenzung gegen Europa sei bei Blocher ein «Grundgedanke in der ganzen politischen Karriere». – «Er hat seine politische Karriere

Reinhard Wegelin Alt Parteisekretär SVP Pfäffikon

einer Niederlage zu beenden».

Schokolade ist beliebt, auch bei Kindern. Das stört den Bund. Er will Werbung für zu süsse, zu salzige und zu fette Produkte massiv reduzieren. Was ungesund ist, sagt natürlich der Bund. Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) verhandelt derzeit mit der Lebensmittelbranche über eine «freiwillige Selbstregulierung».

Soviel Karriere war nie. Tamedia-

Verbannung von Werbung für Kinder

auf dieser Abgrenzung aufgebaut.» – «Er hat seine Karriere auf dem EWR-Nein richtig gestartet.» – Seltsam, dass er keine Mühe habe, «seine Karriere mit

Das BLV will mit diesen ziemlich extremen Massnahmen die Eltern entlasten. Ist das wirklich die Aufgabe dieser Behörde? Wäre Aufklärung und Information nicht besser? Zu viel Süsses und Fettiges kann ernsthafte Folgen haben: An Schweizer Schulen und Kindergärten ist eines von fünf Kindern zu dick. Aber Chips oder Schokolade sind erlaubte Produkte und nicht illegale Substanzen.

Verbot per Selbstverpflichtung Ein staatliches Lenken von Essgewohnheiten ist überall im Vormarsch. So will man in Deutschland eine Zuckersteuer und eine Abgabe auf Süssgetränke ein-

führen. Davor haben die hiesigen Lebensmittelfirmen und Detailhändler mit Recht Angst. Sie sind offenbar bereit, mit dem Bund über eine «freiwillige Selbstverpflichtung» zu reden. Das Ziel ist eine Reduktion der Werbung für zu süsse, salzige, fettige und energiereiche Lebensmittel und Getränke, die sich an Kinder unter 13 Jahren richtet. Die Bedingungen: Die Selbstregulierung muss über die gesamte Branche erfolgen und alle relevanten On- und Offline-Werbekanäle abdecken, über die Kinder unter 13 Jahren zahlreich und gezielt erreicht werden. Die Werbereduktion müsse nach dem BLV

wissenschaftlich fundiert anhand des Nährwertprofils der Weltgesundheitsorganisation (WHO/Europa) erfolgen. Das Ziel ist die Einführung der Massnahmen für 2027. Das Volk wird nichts dazu zu sagen haben.

Einschränkung der Konsumfreiheit Während der Bund bereits in die Konsumentengewohnheiten seiner Bürger eingreift, will nun die extreme Ernährungsinitiative in der Verfassung eine vegane Ernährung festschreiben. Der Vegan-Zwang wurde aber von allen Parteien abgelehnt. Er würde die Konsumfreiheit massiv einschränken und die Preise fürs Essen erhöhen. Der Bürger wird gegängelt. Ob mit Werbepolizei oder Vegan-Zang ist einerlei.

Werbung für ungesunde Produkte, die sich speziell an Kinder unter 13 Jahren Engagement ohne Karrieredenken richtet, soll praktisch verbannt wernicht vorstellen. Dabei gehört es den. Vor allem die Schulen sollen vor Werbung geschützt werden. Auch in gerade zu Blochers Erfolgsrezepten, einem Umkreis von hundert Metern um dass ihn eine Karriere, überhaupt die Schulen will man Werbung verbieten.

Journalisten können sich ein

die Rücksicht auf seine Person, zeitlebens am allerwenigsten interessiert hat. Er würde wohl weit eher das Dichterwort zitieren: «Was rühmst du deinen schnellen Ritt! Dein Pferd ging durch und nahm dich mit.» Journalisten würden besser ihr Wissen verheimlichen. Statt ihr Nicht­wissen offenbaren.

Keine Glacé-Reklame in Kinos Das BLV plant noch weitere Bevormundung. Im Fernsehen und im Radio soll künftig eine halbe Stunde vor und nach einer Kindersendung keine Werbung mehr für Süsses und Fettiges zu sehen sein. Im Kino soll «Junk-Food-Werbung» ebenfalls nicht mehr abgespielt werden dürfen, wenn ein Film für unter 13-Jährige freigegeben ist. Das heisst, es darf keine Glacé-Reklame gezeigt werden, auch wenn das Kind mit seinen Eltern im Kino sitzt.

30 Minuten vor und nach Kindersendungen soll keine Werbung mehr für Süsses und Fettiges zu sehen sein.

Bild: pixabay


KANTON ZÜRICH  3

Der Zürcher Bote | Nr. 34 | Freitag, 21. August 2026

B E R I C H T AU S D E M K A N T O N S R AT

KO M M E N TA R Z U R R AT SS I T Z U N G

Hitzetage, hitzige Debatten und ein Donnerwetter Die erste Sitzung des Kantonsrates nach den grossen Sommerferien startete mit dem FDP-Antrag, das Traktandum 3 abzusetzen. Das Traktandum 3, die Wahl von Birgit Tognella (SP, Wangen-Brüttisellen) ins Sekretariat des Kantonsrats, eher eine Formsache, sollte verschoben werden.

Lorenz Habicher Kantonsrat SVP Zürich

In Unkenntnis des Rates soll sich Kurioses zugetragen haben und niemand, ausser Inside Paradeplatz, die FDP und die Kandidatin selbst, wusste, was sich unter Tage zugetragen hatte … Mag es am Totalschaden des wertvollen fahrbaren Eigentums, im Besitz einer SPFrau, in der nassen Dunkelheit einer Tiefgarage gelegen haben, dass es zum mutmasslichen «Ausraster» gekommen ist? Ein kleiner Teil, 28 Mitglieder des Kantonsrates, wollte vertiefte Abklärungen anstellen, der Rest schritt zur Wahl. Dass personelle Vorgänge die FDP bei Wahlen beschäftigen, konnte man auch der NZZ entnehmen … offizieller Kandidat, wilde Kandidatin – beide unter FDP-Farben – kämpfen erbittert um eine Richterstelle im gleichen Bezirk … Vor den Ferien noch der wilde Ritt, im Alleingang gegen eine valable Spitalratskandidatur, und jetzt sowas. Kann es der Sommerhitze zugeschrieben werden oder was soll der Wähler von diesen FDP-Kapriolen halten?

giegesetzes wird von SVP-Kantonsrat Paul von Euw (Bauma) im Kommentar zu diesem Bericht beleuchtet, womit ich über diese 60 Millionen Franken keine weiteren Worte verlieren werde. Beim Objektkredit für die Ausführungsplanung und die Umsetzung der Sihl bei Sihlwald stellte SVP-Kantonsrat Urs Wegmann (Neftenbach) leider erfolglos den Minderheitsantrag. Sein pointiertes Votum wurde aber durch einen heftigen Knall (Blitz und Donner gleichzeitig) genau im richtigen Moment beendet. Vielleicht ein himm­ lisches Zeichen, dass die anderen Fraktionen falsch lagen? Zur Pause gab Regierungsrat Martin Neukom noch eine persönliche Erklärung (Einschätzung) zum Hitzesommer 2026 ab und wie auf Bestellung sekundierte Thomas Forrer von den Grünen seinem KlimaIdol mit einer Fraktionserklärung. Wissenswert, ex­treme Wetterereignisse gab es schon immer, aber solche Ausreisser

werden in einer wissenschaftlichen Statistik, falls sie überhaupt einfliessen, wieder um einiges relativiert. Zur Erinnerung: Die Erneuerungswahlen 2027 stehen an und es fehlt einigen Fraktionen an Glaubwürdigkeit und Ergebnissen für die politische Legislatur-Bilanz. Dies zeigte sich an den letzten Geschäften des Morgens. Kreislaufwirtschaft, Postulate fordern Berichte und diese werden dann im Rat abgeschrieben. So einfach kann es zusammengefasst werden und SVP-Kantonsrat Christoph Marty (Zürich) zeigte es klar auf; die Praxis auf dem Bau unterscheidet sich in mehr als vielen kleinen Facetten von der Theorie am Schreibtisch … Natürlich kann die Klima-Allianz von Klima-Streik zu Klima-Streit wandeln, aber ihre millionenschweren Forderungen und Vorstösse verpuffen ohne Einfluss auf Wetter oder politisches Klima, wenn keiner mit ihnen darüber streiten will.

Vier neue Mitglieder Ungleich würdevoller konnte danach der Eintritt von gleich vier neuen Mitgliedern in den Kantonsrat begangen werden. SVP-Kantonsrat René Isler (Winterthur) setzte dabei seine Fähigkeiten als Fotograf gekonnt in Szene und nahm kurzerhand, für den besten Blickwinkel, den Platz eines Regierungsrates ein! Die kommende Gesamterneuerungswahl 2027 liegt in der Luft und wird (ab jetzt) alle Sitzungen und Debatten beeinflussen … Nichts Neues, aber früher als in vergangenen Jahren!

Die 60 Millionen Franken Fördergelder des Kantons Zürich für energetische Verbesserungen an Gebäuden, Heizungsersatz, aber auch für energetische Pilotprojekte und Planungen erscheinen neben den 228 Millionen Franken schon fast etwas mickrig. Aber Achtung! Der Schein trügt. Am vergangenen Montag bewilligte der Zürcher Kantonsrat einen weiteren Sack voller Geld im Wert von 60 Millionen Franken für den erwähnten Zweck und folgte damit dem Antrag des Regierungsrates. Im Zuge des stattlichen Zürcher Beitrages werden zusätzlich 228 Millionen Franken aus der Bundeskasse und aus den CO2Abgaben ausgelöst. Beide Kassen sind bekanntlich auch keine Geldquellen, sondern lediglich Geldreservoire. Reservoire, welche durch die Steuerzahler und Autofahrer sowie Hauseigentümer, das Gewerbe etc. Jahr für Jahr gefüllt werden müssen. Ich nehme es vorweg: Auch die SVP-Fraktion hat den Fördergeldern, wenn auch zähneknirschend, zugestimmt. Nach einer gründlichen Fraktionsdiskussion kam die SVP zum Schluss: Ja, wir brauchen eine finanzielle Entlastung von Wohneigen­ tümern und damit auch von Mietern. Sie fragen sich jetzt zu Recht, weshalb es überhaupt eine Entlastung braucht? Die Gründe liegen im Energie-Verbots-Wald, welcher auf der verfehlten Schweizer Energiepolitik und einem verfilzten «Züri-Finish» basiert.

Fischenthal feiert seinen vierten Kantonsrat Mit René Schweizer ist zum vierten Mal seit 1850 ein Vertreter aus Fischenthal in den Zürcher Kantonsrat eingezogen. Nach seiner ersten Ratssitzung wurde der Unternehmer und Gemeindepräsident von zahlreichen Wegbegleitern feierlich empfangen.

Die beiden neuen Kantonsräte für die SVP: Matthias Stutz, Marthalen, und René Schweizer, Fischenthal. Bild: René Isler, Kantonsrat

WORTE DES PARTEIPR ÄSIDENTEN

Neutralität zeigt sich, wenn es schwierig wird Mit der Neutralität verhält es sich ähnlich wie mit der Meinungsfreiheit: Ihr wahrer Wert zeigt sich dort, wo es nicht mehr einfach und bequem ist. Meinungsfreiheit braucht es nicht für Aussagen, denen ohnehin alle zustimmen. Und Neutralität braucht es nicht, solange Frieden herrscht und sich alle einig sind. Sie bewährt sich dann, wenn Konflikte eskalieren, wenn Krieg herrscht und von allen Seiten Druck ausgeübt wird, Partei zu ergreifen. Gerade in diesen schwierigen Momenten muss die Schweiz wissen, wofür sie steht: für die immerwährende und bewaffnete Neutralität. Unsere Neutralität bedeutet keineswegs Gleichgültigkeit gegenüber dem Leid anderer Menschen. Ganz im Gegenteil. Die Schweiz soll sich für den Frieden einsetzen. Sie soll ihre guten Dienste anbieten, Gesprächskanäle offenhalten und dort vermitteln, wo andere längst nicht mehr miteinander sprechen. Das kann sie aber nur glaubwürdig tun, wenn sie ihre Unabhängig-

Paul von Euw Kantonsrat Bauma

Verbote, Auflagen, Regulierungen, Umerziehung und Verwirklichung. Diese fünf Wörter liefern eine umfassende Antwort und den Grund für künstlich verteuerte Baukosten. Würden sich die Fördergelder ausschliesslich in den Baukosten niederschlagen, wäre das noch eins. Richtig abgehoben wird es aber bei der Förderung für energetisch nachhaltige Raumplanung, welche durch selbst proklamierte Nachhaltigkeits-Beratungsbüros erarbeitet werden. Umweltwissenschaftler verkaufen ihre Ideologie an die öffentliche Hand und werden mittels der Fördergelder bezahlt. Oder spezielle, teilweise eigenartige Ideen, welche in einem Leuchtturmprojekt enden sollten. Ob und wie sich diese sogenannten Pilotprojekte letztendlich rentabel vermarkten lassen, ist unwichtig. Wichtig ist dabei nur die Förderung und das gegenseitige Schulterklopfen für nichts. Und dagegen wird sich die SVP-Fraktion weiterhin wehren. Wir brauchen keine Umweltschutzbüros und keine Leuchtturmprojekte. Wir wollen keine energetische Bevormundung der Bevölkerung durch den Staat, solange unser CO2-Fussabdruck in einem winzigen Promillebereich des weltweiten Ausstosses liegt. Wir wehren uns weiterhin gegen die sehr gefährliche linksgrüne Energiepolitik und erwarten vom Zürcher Regierungsrat sowie den bürgerlichen Parteien wieder eine Zürcher Energiestrategie mit Vernunft. Eine Strategie nicht gegen die Bevölkerung, sondern für die Bevölkerung. Wenn wir diese wieder haben, brauchen wir keine Fördergelder mehr. Der Bevölkerung und dem Gewerbe bleibt mehr Geld im Sack, und am Weltklima ändert es definitiv auch nichts.

EIN HERZLICHER EMPFANG

Zum Tagesgeschäft Initiant Artur Terekhov konnte erfolgreich seine Einzelinitiative zur Einführung einer Sprungbeschwerde vorstellen. Zwei Mal zehn Minuten und etwas Redezeitüberschreitung … mit 79 unterstützenden Stimmen aus FDP, GLP und Teilen der SP, wird ein als «Querulanten»-Instrument verschrienes Anliegen vorerst einmal geprüft. Der Rahmenkredit 2026 – 2029 für Subventionen gestützt auf §16 des Ener-

Der Klimahype kostet weiter viel Geld

keit bewahrt und sich keinem internationalen Machtblock zuordnet. Wer vermitteln will, muss mit allen Seiten reden können. Eine glaubwürdige Neutralität ist deshalb kein Wegschauen bei den Problemen dieser Welt, sondern ein eigenständiger Beitrag zu deren Lösung. Neutralität hat aber noch eine zweite, elementare Aufgabe: Sie soll unser eigenes Land schützen. Generationen von Schweizern wussten, weshalb sich unser Land aus fremden Kriegen heraushält. Wir wollen keine Schweizer Soldaten auf fremden Schlachtfeldern. Wir wollen keine Schweizer Familien, die ihre Söhne und Töchter in Konflikten verlieren, die nicht unsere Kriege sind. Unsere Aufgabe ist es, die Freiheit, Sicherheit und Unabhängigkeit der Schweiz zu bewahren. Zu viele Politiker suchen die Zukunft der Schweiz auf dem internationalen Parkett und setzen auf immer engere Verflechtungen mit internationalen Gremien und Bündnissen. Dabei wird

gerne von Zusammenarbeit, Verantwortung und gemeinsamen Werten gesprochen. Doch in diesen Gremien geht es nicht allein um hehre Ziele. Dort treffen handfeste Interessen aufeinander, dort wird um Einfluss gerungen und dort wird Macht ausgeübt. Gerade deshalb darf die Schweiz ihren eigenen Kompass niemals aus der Hand geben. Jetzt kommt es auf den Einsatz in den kommenden Wochen an. Wenn wir alle noch mindestens 10 Personen von einem JA zur Neutralitätsinitia­tive überzeugen, können wir diesen wichtigen Abstimmungskampf für unser Land gewinnen! Kein Krieg. JA zur Schweizer Neutralität.

rs. Am Montag, 17. August, durfte die SVP Fischenthal einen besonderen politischen Erfolg feiern: René Schweizer kehrte von seiner ersten Sitzung als Zürcher Kantonsrat zurück. Parteifreunde, Arbeitskollegen und weitere Wegbegleiter bereiteten ihm aus diesem Anlass einen herzlichen Empfang. Der Weg in den Kantonsrat begann für Schweizer vor etwas mehr als acht Jahren. Damals entschied sich der Unternehmer erstmals für eine Kandidatur. Ausschlaggebend waren unter anderem seine persönlichen Erfahrungen mit immer neuen bürokratischen Hürden. Seine Motivation brachte er klar auf den Punkt: «Ich möchte dazu beitragen, dass möglichst viele Vertreterinnen und Vertreter der SVP in den Kantonsrat gewählt werden.» Schweizer startete auf dem neunten von insgesamt elf Listenplätzen. Mit grossem Engagement und einem überzeugenden Wahlkampf gelang es ihm, bis auf den sechsten Platz vorzurücken. Später übernahm er das Präsidium der SVP Bezirk Hinwil.

Nachgerückt für Kantonsrat Walter Honegger Bei den Kantonsratswahlen vor drei Jahren erreichte er den vierten Listenplatz –

direkt hinter den drei bisherigen Kantonsräten. Als Walter Hoegger aus Wald sein Amt altersbedingt niederlegte, konnte René Schweizer in den Kantonsrat nachrücken. Bereits im Frühling 2025 war Schweizer zum Gemeindepräsidenten von Fischenthal gewählt worden. Entsprechend stolz präsentiert die SVP Bezirk Hinwil nun ihre neue Liste für die Kantonsratswahlen 2027. Angeführt wird sie von zwei Gemeindepräsidenten, die beide auch dem Kantonsrat angehören. An der Feier nahmen neben Mitgliedern des Kantonsrates auch Arbeitskollegen sowie zahlreiche politische und persönliche Wegbegleiter teil. Unter den Gästen befand sich ebenfalls SVPKantonalpräsident Domenik Ledergerber. Verschiedene Anekdoten aus Schweizers bisherigem Werdegang sorgten für Heiterkeit und liessen viele gemeinsame Erinnerungen aufleben. Eine Eigenschaft prägte den politischen Weg von René Schweizer besonders: Für ihn stand stets die Sache im Mittelpunkt. Auch von Niederlagen liess er sich nicht entmutigen. Vielmehr fand er immer wieder die Motivation, weiterzumachen und seine politischen Ziele mit Ausdauer und Beharrlichkeit zu verfolgen.

von Domenik Ledergerber

V.l.n.r.: KR René Isler, KR Paul von Euw, KR René Schweizer, KR Domenik Ledergerber, KR Daniel Wäfler und Fredi Bertschinger, Präsident SVP Fischenthal. Bild: zVg


4  AKTUELL

Der Zürcher Bote | Nr. 34 | Freitag, 21. August 2026

DIGITALISIERUNG

Fortschritt darf nicht zum Zwang werden Billette, Rechnungen, Bankgeschäfte und Behördengänge werden zunehmend ins Internet verlagert. Das kann vieles erleichtern. Problematisch wird es, wenn die digitale Möglichkeit zur einzigen Möglichkeit wird. Eine moderne Gesellschaft muss den technischen Fortschritt nutzen, ohne die Menschen zur Digitalisierung zu zwingen.

Sean Burgess Kommunikation & Redaktor Der Zürcher Bote SVP Kanton Zürich

Ich bin 28 Jahre alt, besitze selbstverständlich ein Smartphone und erledige einen grossen Teil meines Alltags digital. Ich bezahle mit dem Mobiltelefon, kaufe Billette über eine App, buche Reisen im Internet und lasse mich von der digitalen Karte ans Ziel führen. Rechnungen auf Papier vermisse ich ebenso wenig wie das Anstehen am Bahnschalter. Die Digitalisierung hat vieles einfacher, schneller und bequemer gemacht. Gerade deshalb geht es mir nicht darum, den technischen Fortschritt

schlechtzureden. Dennoch stelle ich immer häufiger fest, dass aus einem praktischen Angebot beinahe unbemerkt ein Zwang geworden ist. Die digitale Lösung steht nicht mehr zusätzlich zur Verfügung, sondern ist der einzig vorgesehene Weg. Der Schalter verschwindet, die Telefonnummer führt durch endlose Auswahlmenüs und auf eine schriftliche Anfrage antwortet ein automatisiertes System.

Für alles eine weitere App Besonders deutlich wird das bei ganz alltäglichen Dingen. Man steht vor einer Parkuhr und stellt fest, dass die Bezahlung am einfachsten – oder teilweise nur noch – über eine bestimmte App möglich ist. Dafür muss man sie zuerst herunterladen, ein Benutzerkonto eröffnen, die persönlichen Daten erfassen und ein Zahlungsmittel hinterlegen.

Für einen Vorgang, der eigentlich wenige Sekunden dauern sollte, gibt man einem weiteren Anbieter Zugriff auf seine Daten. Ähnlich geht es mir in Restaurants, in denen die Speisekarte nur noch über einen QR-Code verfügbar ist. Natürlich kann ich diesen problemlos scannen. Besonders angenehm finde ich es trotzdem nicht, zuerst das Mobiltelefon hervorholen und mich durch eine für den kleinen Bildschirm optimierte Karte klicken zu müssen. Ausgerechnet während eines gemeinsamen Essens, bei dem man das Smartphone auch einmal beiseitelegen möchte, wird man dazu aufgefordert, es wieder zur Hand zu nehmen. Dann gibt es jene Situationen, in denen die Technik gerade nicht so funktioniert, wie sie sollte. Die Internetverbindung schlecht oder eine App verlangt genau in diesem Moment ein neues Passwort. Plötzlich wird aus der angeblichen Vereinfachung eine zusätzliche Hürde. Auch wer digital versiert ist, kennt den Moment, in dem man nicht an der eigentlichen Aufgabe, sondern an einem Login, einer Bestätigungsnachricht oder einer technischen Störung scheitert.

Es betrifft nicht nur ältere Menschen

Digitale Angebote sind ein Gewinn, solange analoge Alternativen erhalten bleiben. Bild: Pexels/Andrew Neel

Oft wird so getan, als sei dies allein ein Problem älterer Menschen, die mit der technischen Entwicklung nicht Schritt halten könnten. Das greift zu kurz. Wenn bereits jemand in meinem Alter gelegentlich von der Vielzahl an Apps, Benutzerkonten und Passwörtern genervt ist, kann man sich vorstellen, wie hoch die Hürden für Menschen sind, die weniger Erfahrung damit besitzen. Aber auch jüngere Menschen können oder wollen nicht sämtliche Lebensbereiche über ein Mobiltelefon abwickeln. Manche möchten ihre persönlichen

ZÜRCHER SVP-K ANTONSR ÄTIN FORDERT AUFKL ÄRUNG

Datensperre unter Druck – Maklernetzwerke umgehen staatliche Schutzmechanismen Immer mehr Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer im Kanton Zürich berichten, dass sie trotz aktiv hinterlegter Datensperre regelmässig Maklerzuschriften erhalten – teilweise im Wochenrhythmus. Für viele Betroffene ist dies nicht nur störend, sondern ein Hinweis darauf, dass ein zentrales Datenschutzinstrument seine Wirkung verliert. Am Montag hat die SVP-Kantonsrätin Jacqueline Hofer eine entsprechende Anfrage an den Regierungsrat eingereicht. Die Entwicklung berührt grundlegende Fragen: Wie zuverlässig sind staatliche Schutzmechanismen? Und wie transparent sind die Datenflüsse in einem Immobilienmarkt, der zu den dynamischsten der Schweiz gehört?

Verdeckte Datenströme im Immobiliensektor Hinweise aus der Praxis zeigen, dass gewisse Immobilienunternehmen offenbar über alternative Datenquellen verfügen. Private Adresshändler, digitale Plattformen oder interne Branchenpools ermöglichen es, Eigentümeradressen systematisch zu erfassen, zu kategorisieren und für wiederkehrende Akquisitionskampagnen zu nutzen. Damit entsteht ein Schattenökosystem, das sich staatlicher Kontrolle weitgehend entzieht. Die Datensperre, eigentlich ein Instrument zum Schutz der Privatsphäre, verliert unter diesen Bedingungen ihre Schutzwirkung.

Ein gesetzlicher Widerspruch, der auch Zürich betrifft Besonders brisant ist ein struktureller Widerspruch, der die Situation zusätzlich verschärft. Die GEOINFO Applications AG, Betreiberin des Geoportals mehrerer Ostschweizer Kantone, be-

stätigt: Eigentümerdaten gelten gemäss Grundbuchverordnung Art. 27 als öffentlich; Gemeinden entscheiden autonom, ob sie diese Daten veröffentlichen. In Appenzell Ausserrhoden sind Eigentümerdaten in allen Gemeinden sichtbar, im Kanton St. Gallen in vielen – in anderen hingegen nicht. Auch für Zürcher Gemeinden gilt: Eine Datensperre schützt nur dort, wo sie technisch korrekt hinterlegt und konsequent respektiert wird. Selbst eine bewilligte Sperre muss manuell in der Fachapplikation des Grundbuchamts eingetragen werden, erst dann wird sie im Datenexport berücksichtigt. Damit entsteht ein klarer Widerspruch: Die Datensperre soll Eigentümer schützen, doch das Gesetz verpflichtet Gemeinden gleichzeitig zur Veröffentlichung dieser Daten, sofern sie diese nicht freiwillig als vertraulich einstufen. Für Zürcher Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer ist das kaum nachvollziehbar – für Maklernetzwerke hingegen ein Einfallstor.

Zürcher Perspektive: Freiheit schützen, Regeln durchsetzen Der Kanton Zürich steht traditionell für eine bürgerliche Balance zwischen Freiheit und Verantwortung. Dazu gehören der Schutz der Privatsphäre als Teil der individuellen Freiheit sowie verlässliche staatliche Rahmenbedin-

gungen, die Missbrauch verhindern, ohne den Markt unnötig zu regulieren. Gerade deshalb ist es zentral, dass die Datensperre nicht nur existiert, sondern auch wirksam ist. Wenn private Netzwerke staatliche Schutzmechanismen umgehen und gleichzeitig gesetzliche Vorgaben die Veröffentlichung von Eigentümerdaten begünstigen, entsteht ein Ungleichgewicht: Bürgerinnen und Bürger halten sich an die Regeln, während gewisse Marktakteure sich faktisch entziehen.

Die Datensperre muss wieder halten, was sie verspricht Die Datensperre ist ein wichtiges Instrument des Datenschutzes – aber nur dann, wenn sie konsequent umgesetzt und wirksam kontrolliert wird. Aus Zürcher Sicht braucht es keine neuen Regulierungsberge, sondern eine klare Durchsetzung bestehender Regeln, transparente Datenflüsse und spürbare Sanktionen bei Missbrauch. Nur so kann gewährleistet werden, dass Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer nicht länger Ziel einer systematischen «Überschüttung» mit Maklerzuschriften werden – und dass staatliche Schutzmechanismen wieder das Vertrauen verdienen, das sie beanspruchen. Jacqueline Hofer, Kantonsrätin SVP, Dübendorf

Daten nicht für jede alltägliche Handlung preisgeben. Andere besitzen bewusst kein ständig mit dem Internet verbundenes Gerät. Die freie Entscheidung gegen eine bestimmte Anwendung ist keine Rückständigkeit. Niemand sollte erklären müssen, weshalb er bar bezahlen, ein Formular auf Papier einreichen oder mit einem Menschen statt mit einem Chatprogramm sprechen möchte. Wahlfreiheit bedeutet nicht nur, neue Möglichkeiten nutzen zu dürfen. Sie bedeutet ebenso, auf sie verzichten zu können. Dabei geht es nicht darum, jeden Schalter und jedes Papierformular für alle Zeiten zu erhalten. Es ist verständlich, wenn Unternehmen und Verwaltungen ihre Abläufe vereinfachen und Kosten senken wollen. Effizienz darf jedoch nicht bloss dadurch entstehen, dass der Aufwand auf die Kundinnen und Kunden oder die Bevölkerung übertragen wird. Wer ohne App länger warten, mehr bezahlen oder kompliziertere Verfahren durchlaufen muss, besitzt keine echte Wahl mehr.

waltung soll den Menschen dienen und nicht umgekehrt. Wo der digitale Weg freiwillig gewählt wird, ist er ein Gewinn. Wo er zur Voraussetzung für die Wahrnehmung von Rechten oder den Bezug grundlegender Leistungen wird, ist eine Grenze erreicht. Analoge Zugänge sind zudem nicht nur eine soziale Frage, sondern auch eine der Sicherheit. Digitale Systeme können ausfallen, gehackt oder durch Strom- und Netzstörungen lahmgelegt werden. Je stärker eine Gesellschaft von wenigen technischen Systemen abhängig ist, desto verletzlicher wird sie. Papier, Bargeld und persönliche Anlaufstellen mögen weniger modern erscheinen. Im Ernstfall können gerade sie dafür sorgen, dass wesentliche Abläufe weiterhin funktionieren.

Freiheit braucht eine Wahlmöglichkeit Die Politik sollte deshalb einen einfachen Grundsatz beachten: Bei grund­ legenden öffentlichen Leistungen muss ein zumutbarer analoger Zugang bestehen bleiben. Dieser darf nicht absichtlich unattraktiv gemacht oder mit unverhältnismässigen Gebühren belegt werden. Behörden und staatsnahe Unternehmen sollten ausserdem eine erreichbare persönliche Anlaufstelle anbieten. Nicht zwingend in jedem Dorf und zu jeder Tageszeit – aber so, dass niemand faktisch ausgeschlossen wird. Die Digitalisierung kann den Alltag erleichtern, Freiräume schaffen und unnötige Bürokratie beseitigen. Sie kann aber auch neue Abhängigkeiten schaffen. Deshalb braucht es weder Technikfeindlichkeit noch blinde Fortschrittsbegeisterung, sondern ein vernünftiges Mass. Wie frei eine Gesellschaft ist, zeigt sich auch daran, ob sie unterschiedliche Lebensweisen zulässt. Wer sämtliche Wege in die digitale Welt verlegt, schliesst früher oder später Menschen aus. Eine freiheitliche Schweiz braucht deshalb beides: technischen Fortschritt und analoge Wege, die für alle offenbleiben.

Öffentliche Leistungen müssen zugänglich bleiben Eine besondere Verantwortung tragen der Staat und staatsnahe Betriebe. Wer Steuern bezahlt, auf den öffentlichen Verkehr angewiesen ist oder eine gesetzliche Pflicht erfüllen muss, kann nicht einfach zu einem anderen Anbieter wechseln. Staatliche Leistungen müssen deshalb für alle zugänglich bleiben. Ein Behördengang darf nicht daran scheitern, dass jemand kein digitales Benutzerkonto besitzt. Ein öffentliches Verkehrsmittel muss auch ohne Smartphone benutzbar sein. Und wichtige Informationen dürfen nicht nur über soziale Medien oder eine App verbreitet werden. Gerade der Staat darf seine Bürger nicht zur Anschaffung bestimmter Geräte oder zur Nutzung privater Plattformen zwingen. Das gilt umso mehr, wenn sensible persönliche Daten betroffen sind. Die Digitalisierung der Ver-

Einladung zum

Polit-Lunch SVP des Bezirks Andelfingen - Wir machen Politik fürs Weinland.

Nationalrätin Barbara Steinemann EU-Rahmenvertrag und Neutralitätsinitiative:

Bleibt die Schweiz die Schweiz?

WANN:

Mittwoch, 2. September 2026 11.30 – 14.00 Uhr WO:

PROGRAMM: 11.30 Uhr 12.00 Uhr

Apéro Mittagessen auf Kosten der Teilnehmer

13.00 Uhr 13.30 Uhr 14.00 Uhr

Referat Diskussion Ende

Restaurant Ochsen Underdorf 15 8460 Marthalen Besten Dank für Ihre Anmeldung bis Montag, 31. August 2026 (bitte Menu-Wahl angeben: Fleisch oder Vegetarisch) Anmeldung: ycaspar@sunrise.ch oder Tel: 079 521 71 34 (Fr. Caspar) oder per QR-Code

Online-Anmeldung:

Sie lieben die Schweiz? Treten Sie noch heute der SVP bei und setzen Sie sich für unser Land ein.


AKTUELL  5

Der Zürcher Bote | Nr. 34 | Freitag, 21. August 2026

SVP STADT ZÜRICH KREIS 10 ZURÜCK IN DIE ZUKUNFT?

Das Grillfest der SVP-Kreispartei Zürich 10 war wieder ein voller Erfolg

Blochers Klartext

Unter besten Bedingungen am strahlend schönen und heissen Abend des 14. August konnte beim Armbrustschützenhaus auf dem Hönggerberg wieder das traditionelle Grillfest der Kreispartei stattfinden. Gemeinderätin Jane Bailey begrüsste die Gäste und führte durch den Abend, Kantonsrat Christoph Marty informierte über die wichtigsten Geschäfte des Kantons und Nationalrätin Barbara Steinemann aus dem benachbarten Regensdorf sprach vor den ca. 70 Gästen, darunter die Kantonsratspräsidentin Romaine Roggenmoser und weitere Mandatsträger aus Kanton und Gemeinde. Anschliessend wurde reich bewirtet mit Grilladen und kalten Getränken, zum Dessert mit Kaffee und Süssem. Einziger Wermutstropfen war, dass das Schwein, welches anlässlich des Grillfests jeweils über dem offenen Feuer am Spiess gebraten wird, wegen des Feuerverbots infolge der Trockenheit dieses Sommers diesmal ausfallen musste und stattdesssen Steaks, Poulet und Würste serviert wurden. Christoph Marty, Kantonsrat

Einst hatte die Schweiz eine Armee, die ihre gesamten Bestände im Ernstfall innert 24 bis 48 Stunden mobilisieren, ausrüsten und zur Landesverteidigung bereitstellen konnte. Eine Armee von gegen 700 000 Wehrmännern – nota bene!

Christoph Blocher Alt Bundesrat SVP Herrliberg

V.l.n.r.: GR Jane Bailey, KRP Romaine Rogenmoser, KR Christoph Marty, NR Barbara Steinemann, GR Derek Richter, GR Roman Mörgeli und GR Stephan Iten. Bild: zVg

Weltweit wurde dieses Erfolgsrezept bewundert. Voraussetzung war, dass jede Einheit ihr Material, ihre Waffen und Fahrzeuge kriegsbereit in einem Zeughaus und im Armeemotorfahrzeugpark (AMP) eingelagert hatte und im Ernstfall sofort dort abholen konnte. Nach dem Zusammenbruch des Ostblocks 1989 glaubten die Politiker, es gebe nie mehr Krieg. Im Abrüstungswahn beschloss man auf Druck der USA mit der NATO eine «Partnerschaft für den Frieden». Es galt, sich der NATO anzupassen. Das Volk wurde bei dieser Änderung der Armeedoktrin schon gar nicht gefragt. Weil die NATO nicht das schweizerische «Holprinzip», sondern das «Bring-

prinzip» kennt, hat die Schweiz ihre bisherige sehr erfolgreiche Mobilisierung preisgegeben. Von nun an wurden – vereinfacht gesagt – die Taschenlampen aus Genf, die Maschinengewehre aus Chur und die Panzer aus Wil geliefert. Das würde wochenlang dauern, bis alle bereit sind. Nun soll dieses falsche Konzept aufgegeben werden und «wieder zurück ins alte» gelten. Wie früher gilt eine dezentrale Lagerung. Also zurück in die Zukunft. Nur kostet die Rückkehrarbeit viele Milliarden. Ganz ähnlich bei den Festungen und Bunkern: Sie wurden seit den 1990erJahren aufgegeben, abgewrackt, verkauft. Jetzt sollen gemäss neuem Konzept etliche davon wieder aktiviert werden. Natürlich gibt es in Politik und Armee niemand zu: Das bisherige, aber sehr bewährte ist oft besser als das moderne, zeitgemässe Konstrukt. Von früheren Falschbeurteilungen und Führungsfehlern wird nicht gesprochen.

LESERBRIEF

Die vergiftete Sozialindustrie In der Schweiz kennen wir einen fantastisch ausgebauten Sozialstaat mit dem Ziel, dass Menschen, die in Not kommen, auch die Unterstützung bekommen, die sie verdienen – so wie es eben in einem modernen, zivilisierten Staat sein soll. Doch Obacht, habe ich gerade Sozialstaat gesagt? Entschuldigen Sie meine verfehlte Wortwahl, man muss wohl eher von einer Sozialindustrie sprechen oder, ganz korrekt, von einer vergifteten Sozialindustrie, die in erster Linie nur noch zum Selbstzweck da ist. Das hört sich jetzt reisserisch oder populistisch an und mancher Leser liest jetzt schon nicht mehr weiter. Aber bleiben Sie dran, denn gerne zeige ich auf, warum es so ist. Zuerst müssen wir einmal etwas Wichtiges verstehen: Der Sozialstaat lebt von den Beiträgen der Arbeitnehmer und Arbeitgeber, die täglich rausgehen, hart arbeiten, nach vielen Abzügen teilweise nicht mehr wirklich viel Geld haben, die auch ihre Familie vor lauter Arbeit vernachlässigen müssen. Wir reden von Menschen, die sich eventuell nicht einmal Ferien leisten können. Dies alles geschieht unter anderem wegen einer Industrie, die schamlos das Volk abzockt und ihre Klienten missbraucht und die sich teilweise auch missbrauchen lassen. Das in einer Situation, in der es unseren Sozialwerken eher schlecht als gut geht. Die IV hat zum Beispiel Schulden von über 10 Milliarden Franken – Tendenz

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steigend. Wie dies gelöst wird, wird in Bern gerade diskutiert. Gut möglich, dass wieder der Mann und die Frau, die morgens den Wecker stellen, bestraft werden. Es ist ungeheuerlich und trotz dieser bekannten Situation geht es weiter wie bis anhin in der eher linksgrünen Suppe. Aber auch die zuständigen Behörden schauen im Prinzip weg. Es gibt für das nur eine Lösung: Es muss endlich aufgeräumt werden. Jeder einzelne Stein muss umgedreht werden und die Missstände müssen behoben werden, radikal, ohne falsche Rücksichtnahme. Es geht darum, sichere Sozialwerke zurückzulassen, die ihre Kernfunktionen noch erfüllen können für die Menschen, die sie brauchen. Aber was nicht mehr geht, ist, eine menschenfeindliche linksgrüne Sozialindustrie am Leben zu erhalten, die von jenen lebt, die tagtäglich hart ihr Brot verdienen müssen. Es gibt zum Beispiel eine Institution in Winterthur, die Quellenhof Stiftung, bei der man die Zeichen der Zeit nicht erkannt hat und genau die erwähnten Missstände zu finden sind. Eigentlich ist es offensichtlich, wer dies zu verantworten hat, aber man lässt es durch und auch da schaut niemand genau hin, weder die IV noch die Stadt noch irgendwer. Es sind Zustände, die eigentlich die Schliessung dieses Betriebs erfordern, weil es in höchstem Masse unverantwortlich ist.

Leider ist zu befürchten, dass nichts geschieht, weil nicht jene politischen Kräfte an die Macht kommen, die wirklich eine Veränderung wollen. Es freut aber, dass in Wülflingen genau jene Kräfte massiv gestärkt wurden bei der letzten Wahl – nur hilft das wenig, wenn der Rest der Stadt noch schläft. Genau aus diesem Grund sollte sich auch jede Gemeinde, die sich einem Städtebund angeschlossen hat, gut überlegen, ob es für sie die richtige Lösung ist oder sie sich doch nicht lieber löst oder einem anderen Städtebund anschliesst. Das ist zwar nicht das Allerheilmittel – aber ein starkes Zeichen. Politiker, die wirklich Verantwortung tragen wollen und dies nicht nur behaupten, müssen jetzt ihre Bürger vor einer linksgrünen Elite schützen, die realitätsfremd nur noch an das Geld respektive den Lohn der Bürger will – jetzt oder nie. Es gibt nur die eine Frage, wer überleben soll: Die vergiftete Sozialindus­trie oder der Bürger, der sich sein Brot hart verdienen muss. Für wen entscheidet sich die Politik und für wen entscheidet sich der Bürger, der die Wahl hat? Vergessen Sie nicht, im Kanton Zürich sind im April 2027 die grossen Wahlen und im Oktober 2027 Wahlen auf eidgenössischer Ebene – wählen Sie eine Zukunft, in der der Bürger noch Geld hat. Michael Schulze, Winterthur

Öffentlicher Informationsanlass

CH/EU-Vertragspaket – Bedeutung für die Schweiz? Martin

Markus

Nina

Rolf

Nationalrat / Regierungsratskandidat

Verleger / Chefredaktor Nebelspalter

Nationalrätin

Verwaltungsratspräsident Swiss Life

Hübscher

Somm

Fehr Düsel

Dienstag, 1. Sept. 2026

19.30 Uhr (Türöffnung um 19 Uhr) Singsaal Wiltiswacht, 8700 Küsnacht

Dörig

Ein Apéro wird offeriert.

svp-kuesnacht.ch

Jetzt anmelden! Zum Alträte-Treffen am Mittwoch, 30. September 2026 Ab 9.45 Uhr bis ca. 15.00 Uhr

WIN4 Ballsport-Arena Winterthur Die Anmeldung erfolgt durch Einzahlung von mind. Fr. 80.- (alles inkl.) auf das SVP-Konto IBAN CH91 0900 0000 8006 5920 6 mit dem Vermerk „Ehemalige“ Fragen an: Theres Weber-Gachnang, Telefon: 079 433 14 78, t.f.weber@bluewin.ch


6  PARLAMENTSGEMEINDEN

Der Zürcher Bote | Nr. 34 | Freitag, 21. August 2026

Fadegrad

AU S D E M Z Ü R C H E R G E M E I N D E R AT

Demokratie lebt vom Widerspruch, nicht vom grünen Gleichschritt von Samuel Balsiger

Asylchaos endlich stoppen Seit der Jahrtausendwende haben fast 660 000 Ausländer (inklusive Status S) in der Schweiz Asyl be­ antragt. Dieser gigantischen Mi­ grationsflut muss man sich erst einmal bewusst werden. In den ­allermeisten Fällen sind es Perso­ nen, die aus kulturfremden Län­ dern kommen und auch keinen Bildungsstand haben, um in einem hochentwickelten Land wie der Schweiz sich assimilieren zu kön­ nen. Wir holen die Dritte Welt zu uns – mit allen damit verbunde­ nen Missständen und horrenden Sozialkosten. In den letzten Jahren lag die Anerkennungsquote bei rund 25 Prozent und die Schutzquote bei rund 55 Prozent – ein Staats­ versagen, da tatsächlich die Quote bei nahezu null liegen müsste. Der Rest taucht wohl unter. Es gibt Schätzungen, die sprechen von 250 000 illegal anwesenden Mi­granten. Diese sogenannten Sans-Papiers und die allermeisten ­Asylanten dürften aber gar nicht in der Schweiz sein. Wohl fast jeder reiste über zig sichere Dritt­ staaten ein und die Schweiz dürf­ te somit materiell gar nicht auf die Gesuche eingehen – macht es aber dennoch. Es ist ein gigantisches Asylchaos, welches totgeschwiegen und mit Milliarden von Steuerfranken verwaltet wird. Migrationsströme seien nicht kontrollierbar und man müsse diese wie eine gott­ gegebene Naturgewalt über sich ergehen lassen. Stimmt das? Dänemark straft diese Aussagen Lüge. Während die Schweiz im Durchschnitt rund 2200 Asyl­ anträge pro Monat hat, sind es in Dänemark noch rund 140. Dänemark geht Richtung Migra­ tionsstopp – und das unter sozial­ demokratischer Regierung. Das Erfolgsrezept: Dänemark schreckt Migranten aus dem Orient und Afrika von vornherein ab: Die Sozial­hilfe für Migranten ist hal­ biert, Flüchtlinge dürfen ihre Familien nicht nachholen, Asyl­ bewerber haben nur geringste Chancen auf Anerkennung und die Unterbringungskosten müssen Flüchtlinge selbst bezahlen. Däne­ mark kommuniziert diese Inhalte äusserst aktiv und schaltet sogar Inserate in den lokalen Medien der Asylherkunftsländer. Däne­ mark setzt den Volkswillen um und stoppt das Asylchaos. Unsere Bundes­verwaltung und der verantwort­liche SP -Bundesrat Beat Jans machen genau das Gegenteil. Auch sie könnten das Asylchaos stoppen, wollen es aber bewusst nicht. Wir haben also eine hoch­ bezahlte Bundesverwaltung und einen Bundesrat, die bewusst und aktiv gegen die Interessen der eigenen Bevölkerung agieren.

Die erste Sitzung des Zürcher Gemeinderats nach der Sommerpause begann mit zwei bemerkenswerten Fraktionserklärungen. Grüne und GLP nahmen den Hitze- und Dürresommer zum Anlass, um einmal mehr weitreichende klimapolitische Forderungen zu stellen. Besonders irritierend war dabei aber nicht nur der bekannte Ruf nach noch mehr staatlichen Massnahmen, sondern der Umgang mit politischem Widerspruch.

Roman Mörgeli Gemeinderat SVP Zürich

Die Grünen machten deutlich, wie sie sich die politische Debatte offenbar vorstellen. Alle seien aufgefordert, sich ihren Bemühungen «anzuschliessen, statt zu versuchen, sie zu verhindern und zu verzögern». Als Negativbeispiele wurden ausdrücklich FDP und SVP genannt, unter anderem wegen ihres Widerstands gegen das Energiegesetz.

Diese Haltung ist aus Sicht der SVP befremdlich. Opposition ist keine Störung des demokratischen Betriebs. Referenden, politische Vorstösse und rechtsstaatliche Verfahren sind keine lästigen Hindernisse, sondern elementare Bestandteile unseres Staatswesens. Gerade die direkte Demokratie lebt davon, dass politische Entscheide hinterfragt und nötigenfalls dem Volk vorgelegt werden. Auch die GLP schlug in ihrer Frak­ tionserklärung ähnliche Töne an. Sie beklagte «Grabenkämpfe» und einen angeblichen «Kulturkampf» von rechts und forderte gleichzeitig, im Rat über die Parteigrenzen hinweg «am selben

Strick» zu ziehen. Nur scheint bereits festzustehen, in welche Richtung dieser Strick gezogen werden soll. Der Forderungskatalog hat es nämlich in sich: mehr Förderung der Elektromobilität und Ladeinfrastruktur, zusätzliche Förderung von Start-ups und Organisationen im Umweltbereich, weiterer Ausbau von Solaranlagen, mehr Stadtbegrünung und Hitzemassnahmen so­ wie Klimaanlagen in Schulen und Altersheimen. Sogar Technologien, die CO2 direkt aus der Luft binden sollen, werden als weiteres Betätigungsfeld der Stadt ins Spiel gebracht. Aus Sicht der SVP nimmt diese Argumentation teilweise geradezu wahnsin-

Demokratie lebt vom Widerspruch, auch wenn das Grünen, Linken oder auch anderen Parteien nicht gefällt. Bild: Adobe Stock

nige Züge an. Aus einem heissen Sommer wird ein politischer Blankocheck für immer neue Programme, Förderinstrumente und staatliche Eingriffe abgeleitet. Gleichzeitig geraten jene unter Beschuss, die es wagen, nach Kosten, Wirkung und Verhältnismässigkeit zu fragen. Die SVP bestreitet nicht, dass Hitzeperioden Herausforderungen mit sich bringen. Der Schutz besonders gefährdeter Menschen und sinnvolle Anpassungen der Infrastruktur können notwendig sein. Doch daraus folgt keineswegs, dass jede unter dem Schlagwort «Klima» erhobene Forderung sinnvoll oder finanzierbar ist. Haltlos wird die Debatte dort, wo aus Klimapolitik po­ litische Alternativlosigkeit konstruiert wird. Die Zürcherinnen und Zürcher wählen unterschiedliche Parteien gerade deshalb, weil sie unterschiedliche Vorstellungen von der Zukunft unserer Stadt haben. Die Aufgabe der SVP besteht nicht darin, sich grünen Forderungen «anzuschliessen». Unsere Aufgabe ist es, staatliche Eingriffe kritisch zu prüfen, die Interessen der Steuerzahler zu vertreten und Fehlentwicklungen zu bekämpfen. Die SVP wird deshalb weiterhin widersprechen, wenn immer neue Ausgaben und Regulierungen mit vermeintlicher Dringlichkeit gerechtfertigt werden. Und sie wird weiterhin sämtliche demokratischen und rechtsstaatlichen Mittel nutzen, die ihr dafür zur Verfügung stehen. Denn Demokratie bedeutet nicht grüner Gleichschritt. Demokratie lebt vom Widerspruch, auch wenn dieser den Grünen nicht gefällt.

AU S D E M U S T E N E R G E M E I N D E R AT

Wer die PUK verhindert, übernimmt politische Mitverantwortung Die Vorgänge rund um die Stadtpolizei Uster werfen immer neue Fragen auf – inzwischen auch zur Rolle und Informationspolitik des Stadtrats. Am 31. August entscheidet der Gemeinderat, ob diese unabhängig untersucht werden sollen.

Daniel Schnyder Gemeinderat und Sektionspräsident SVP Uster

Die Vorwürfe wiegen schwer: Finanzkompetenzen wurden umgangen und Rechnungen aufgeteilt. Der Stadtrat wusste bereits im März 2026 von Verstössen gegen Finanzkompetenzen. Sicherheitsvorsteherin Beatrice Caviezel (GLP) hatte in einem Fall selbst aufgeteilte Rechnungen visiert. Noch vor den Gemeindewahlen vom 12. April war auch der Gesamtstadtrat über ihre Beteiligung informiert – öffentlich bekannt wurden diese Informationen erst Monate später. Hinzu kommen offene Fragen zu Beschaffungen, Busseneinnahmen, internen Kontrollen und zur Führungsverantwortung bei der Stadtpolizei. Es geht deshalb längst nicht mehr nur um interne Abläufe bei der Stadtpolizei, sondern um das Vertrauen in den Stadtrat und die Glaubwürdigkeit des Parlaments. Der Gemeinderat steht vor einem Grundsatzentscheid: Nimmt er seine gesetzliche Kontrollpflicht wahr – oder überlässt er die Aufklärung weiterhin jenen, deren eigenes Handeln und Informationsverhalten Teil der offenen Fragen ist? Für die SVP/EDU -Fraktion ist klar: Eine interne Selbstuntersuchung genügt nicht. Wer bereits die seriöse Vorbereitung einer unabhängigen PUK verhindert, übernimmt politische Mitverantwortung dafür, dass zentrale Fragen ungeklärt bleiben. Es geht darum, ob der politische Wille vorhanden ist, diese unabhängig zu klären. Ein interner Ausschuss kann Sofortmassnahmen einleiten. Er kann aber

nicht glaubwürdig beurteilen, ob der Stadtrat selbst richtig geführt, kontrolliert und informiert hat. Kontrollierte und Kontrollierende dürfen nicht dasselbe Gremium sein. Von linksgrüner Seite ist zu hören, eine PUK komme zu früh. Dieses Argument überzeugt nicht. Am 31. August wird noch keine PUK eingesetzt und kein Blankocheck ausgestellt. Der Gemeinderat beauftragt zunächst die Geschäftsleitung, einen konkreten Antrag mit Untersuchungsauftrag, Zusammensetzung und Kredit vorzulegen. Wer bereits diesen ersten Schritt ablehnt, verhindert eine seriöse Vorbereitung der unabhängigen Untersuchung. Abwarten ist keine neutrale Haltung. Es belässt die Deutungshoheit bei der Exekutive und entzieht dem Parlament die eigene Verantwortung.

Der Gemeinderat hat die Oberaufsicht über Behörden und Verwaltung. Wir wurden auch gewählt, um hinzuschauen, wenn Regeln umgangen, Kontrollen ausgehebelt und wesentliche Informationen verspätet offengelegt werden. Gerade hier zeigt sich der Unterschied zwischen parlamentarischer Verantwortung und parteipolitischem Schutzdenken. Die Loyalität eines Gemeinderats gilt nicht «seinem» Stadtrat, sondern der Bevölkerung, den Steuerzahlern und dem Rechtsstaat. Die SVP steht für einen sorgfältigen Umgang mit Steuergeldern und klare Verantwortlichkeiten. Wer von Bürgern die Einhaltung von Regeln verlangt, muss sich selbst erst recht daran halten. Wer Transparenz verspricht, darf sich einer unabhängigen Kontrolle nicht entziehen.

Die Vorgänge rund um die Stadtpolizei Uster werfen immer neue Fragen auf.

Eine PUK muss ergebnisoffen arbeiten. Sie kann Verantwortliche belasten, aber ebenso Personen entlasten. Entscheidend ist, dass nicht die betroffene Exekutive selbst bestimmt, welche Akten beigezogen, welche Fragen gestellt und welche Schlussfolgerungen gezogen werden. Ein Nein am 31. August wäre deshalb kein Zeichen von Besonnenheit. Es wäre ein bewusster Entscheid für interne Selbstkontrolle statt unabhängiger parlamentarischer Aufklärung. Wer gegen eine PUK stimmt, muss der Bevölkerung erklären, weshalb in einem Fall dieser Tragweite das Parlament gar nicht erst genauer hinschauen will. Kommen später weitere Tatsachen ans Licht, kann niemand behaupten, die Warnsignale seien nicht erkennbar gewesen. Für die SVP/EDU-Fraktion gilt: Zuerst lückenlos und unabhängig aufklären. Danach klare Konsequenzen ziehen – ohne Rücksicht auf Partei, Amt oder Funktion.

Bild: Adobe Stock


AKTUELL  7

Der Zürcher Bote | Nr. 34 | Freitag, 21. August 2026

VERKEHRSSITUATION IM WEINL AND

SVP SEUZ ACH-OHRINGEN

Seit 30 Jahren rollt der Verkehr der A4 auf neuen Trassees Zu Besuch im Bundeshaus Am 15. August jährte sich zum 30. Mal die Einweihung der A4 im Norden mit dem Kohlfirsttunnel und der Stadttangente und im Süden mit der neuen Linienführung der A4 ab Henggart direkt auf die A1. RoMü. Es ist nun bereits der Zeitraum von mehr als einer Generation vergangen, seit der Transitverkehr im Norden des Weinlandes und in der Stadt Schaffhausen durch den Kohlfirst- und Fäserstaubtunnel und im Süden ab Henggart ebenfalls zweispurig bis zur A1 geführt wird. Mit einem Schlag wurden am 15. August 1996 viele Verkehrsprobleme im Süden wie auch Norden des Weinlandes gelöst. Täglich war die Fahrt Richtung Winterthur im Süden und nach Schaffhausen für die Strassenbenutzer eine Tortur. Dazumal, bei etwas mehr als 20 000 Fahrzeugen pro Tag, staute sich der Verkehr fast jeden Tag im Norden noch vor Feuerthalen beim «Chüeletal». Im Süden in Richtung Winterthur, wo das alte Trassee ab Henggart durch den Wald Richtung Hettlingen führte und das Dorf völlig teilte, erwies sich die Lichtsignalanlage bei der grossen Kreuzung in Unterohringen als zentrales Nadelöhr. Danach ging es fast immer mit Stau bis auf die A1-Auffahrt respektive Stadteinfahrt. Wo aber einst die A4 durch Hettlingen vielfach nur im Schritttempo rollte, wird jetzt gewohnt. Das alte Trassee zwischen Henggart und Hettlingen ist auf einen Veloweg zurückgebaut worden und es wurden auch Naturschutzflächen geschaffen. Auf der neuen, dazumal auch von der Weinländer Bevölkerung bewusst gewollten nur zweispurigen Nationalstrasse rollte nun der Verkehr direkt auf die A1 respektive von ihr auf die A4. In einem ersten Schritt führte diese neue Linienführung der A4 mit dem zugleich teilweise parallel erfolgten Bau der südlichen Umfahrungsstrasse zu einer ersten Entlastung Henggarts vom Durchgangs- und Schleichverkehr. Die langen Staus vor dem Bahnübergang waren weg. Doch erst im Oktober 2000 kam die grosse Erlösung von Kleinandelfingen, Andelfingen, Humlikon und Henggart. Mit dem Ausbau des zweispurigen Abschnittes zwischen Kleinandelfingen und Henggart zu einer Nationalstrasse wurde parallel die neue Regionalstrasse und zugleich eine neue Zufahrt Richtung Flaachtal realisiert. Diese wiederum führte zur vollständigen Entlastung vom Durchgangsverkehr in den erwähnten Dörfern, wobei insbesondere Henggart profitieren konnte.

Bei Henggart erkennt man noch am linken Bildrand das alte Trassee der A4 , welches jetzt als Radweg genutzt wird. Bild: RoMü

von 19 359 verzeichnet wurde. Die monatlichen Schwankungen sind aber sehr gross. 2025 sind im Januar mit 13 194 Fahrzeugen der tiefste Wert und im August mit 27 367 der höchste Wert verzeichnet worden. Gleichzeitig werden im ebenfalls nur zweispurigen Fäsen­ staubtunnel in Schaffhausen und im ebenfalls mit maximal 80 km/h signalisierten Nationalstrassenabschnitt deutlich mehr Fahrzeuge durchgeschleust, ohne dass es zu ähnlich grossen Stausituationen kommt. Im gleichen Zeitraum waren es im Fäserstaubtunnel in Schaffhausen 29 800 Fahrzeuge, wobei höchste Tageswerte von knapp 40 000 Fahrzeugen verzeichnet wurden. Hingegen zählte man am San Bernardino mit einem Mittelwert von 8330 in den beiden letzten Juliwochen 14 152 respektive 16 897 Fahrzeuge, welche teilweise den Tunnel als Alternativroute auf der A13 durch den Kanton Graubünden nutzten.

Leistungsgrenzen sind erreicht Es erweist sich nach 30 Jahren immer deutlicher, dass die Leistungsgrenzen der verschiedenen Nationalstrassenabschnitte langsam, aber sicher und absehbar wieder erreicht sind. Waren es 1996 noch 22 000 Fahrzeuge pro Tag im Kohlfirsttunnel und 25 167 auf der Weinlandbrücke, so sind diese Werte im vergangenen Jahr auf die bereits erwähnten Zahlen angestiegen. Im Norden

kommt es entsprechend der ständig steigenden Verkehrszahlen fast täglich und vor allem an Werktagen jeweils am späteren Nachmittag und Abend vor dem Südportal des Kohlfirsttunnels, wo die Begrenzung auf eine Spur erfolgt, zu kleineren Staus. Dasselbe gilt auch im südlichen Bereich beim Anschluss an die A1, wo es im Abendverkehr bei der Auffahrt auf die zweispurige A4 Richtung Schaffhausen ebenfalls regelmässig zu längeren Staubildungen kommt. Hingegen entwickelt sich der Stau jeweils am Morgen ab der noch zweispurigen Weinlandbrücke Richtung Winterthur vielfach immer erst im zweispurigen Bereich an der Einfahrt Henggart oder Adlikon. Nachdem man 1962 die erste eigentliche Transitachse zwischen Winterthur und Schaffhausen mit der zweispurigen damaligen N4 realisierte, kam diese bereits 30 Jahre später an ihre Grenzen und der erste Ausbau war im südlichen und nördlichen Weinland unerlässlich. Im Herbst 2000 wurde zudem der Abschnitt zwischen Kleinandelfingen und Henggart als Nationalstrasse eingeweiht. So dauerte es dann nochmals zehn Jahre, bis im Herbst 2010 mit der Miniautobahn zwischen Kleinandelfingen und Flurlingen der erste Abschnitt vierspurig wurde. Ab 2029 wird die A4 mit dem jetzt laufenden Ausbau ab dem Kohlfirsttunnel durchgehend vierspurig sein.

Verkehrszähldaten zeigen Entlastungen Dass der Verkehr ohne diesen A4-Ausbau heute kaum noch zu bewältigen wäre, zeigten die Zahlen der Messstellen auf der A4. An der Zählstelle auf der A4 nach der Einfahrt Henggart Richtung Winterthur werden bei einem Mittelwert von 36 015, im Juni 2025 gar 37 293 Fahrzeuge pro Tag gezählt. Im Norden waren es beim Kohlfirsttunnel 2025 täglich 32 611 Fahrzeuge. 2016 zählte man im Kohlfirsttunnel noch 30 637 und bei Henggart 35 662 Fahrzeuge. Parallel zu diesem Nationalstrassenabschnitt verzeichnete die Zählstation auf der Kantonsstrasse in Flurlingen 6206 Fahrzeuge, während es auf der Umfahrung Henggart 6462 Fahrzeuge waren. Das grösste Verkehrsauf kommen verzeichnet man aber an der Verkehrsachse von Feuerthalen Richtung Schlatt, wo 9861 Fahrzeuge gezählt worden sind. Auf den Zufahrten zum Regionalstrassennetz zwischen Kleinandelfingen und Henggart wurden auf der Achse ins Flaachtal 3365 und vor dem Restaurant Kreuzstrasse in Humlikon 8796 Fahrzeuge gezählt.

Grösseres Verkehrsaufkommen als am Gotthard Während der Sommerferien wiederholen sich vor dem ebenfalls nur zweispurigen Gotthardtunnel die Rekordschlagzeilen mit Staus von bis zu 15 km und stundenlangen Wartezeiten laufend, wobei seit Anfang Jahr ein Mittelwert

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Am Freitag, 14. August um 7 Uhr am Bahnhof Seuzach starteten wir unsere Exkursion. Bei noch angenehmen Temperaturen im Bahnhof Bern angekommen und noch einem kurzen Fussmarsch standen wir nun also auf der Südseite des Bundeshauses. Schön in Reih und Glied durch die Sicherheitskontrolle wie am Flughafen, einfach ohne Boardingkarte. Wie gestaltet sich wohl diese Kontrolle, wenn Session ist? Im Empfangsbereich trafen wir auf unseren Begleiter, Nationalrat Mauro Tuena, welcher uns nun durch die Gänge und Räumlichkeiten führen sollte. Schon in der Kuppelhalle wurde uns klar, welche klar durchdachte Architektur hinter dem Gebäude steckt. Die drei schwörenden Eidgenossen, umrahmt von den vier Landsknechten, welche die Landesteile und die offiziellen Landessprachen repräsentieren, unter der imposanten Glaskuppel mit den Kantonswappen und den farbenprächtigen Bogenfenstern. Ein Moment der Ehrfurcht und Demut erfüllte uns. Weiter durch die Gänge, Vorräume und das alte Bundesratszimmer zur Wandelhalle. Diese war einigen Besuchern schon bekannt, ist sie doch immer wieder in Fernsehinterviews zu sehen. Eindrücklich, mit welcher schlichten Schönheit und Eleganz all diese Räume die Betrachter fesseln. Im Nationalratssaal durften wir dann auf den Plätzen der Parlamentarier Platz nehmen. Mauro Tuena erklärte uns die Regeln und Gepflogenheiten, welche im Ratsbetrieb herrschen. Auch einige Anekdoten aus seiner bisherigen Amtszeit überraschten uns und brachten uns zum Schmunzeln. Auf der weiteren Tour, vorbei an anwesenden Parlamentariern und Weibeln, standen wir nun plötzlich im Ständeratssaal. Der kleinere der beiden Ratssäle besticht durch die imposante

Holzdecke mit dem 1,5 Tonnen schweren, schmiedeeisernen Leuchter. Er wie auch das prunkvolle Wandgemälde einer fiktiven Landsgemeinde-Szenerie liessen uns grosse Augen machen. Noch eine Etage höher, vorbei an Kommissionszimmern, gelangten wir auf die obere Empore mit atemberaubender Sicht auf die Kuppelhalle. Dort oben stehen Vitrinen mit Gastgeschenken anderer Landesvertreter aus der ganzen Welt. Schmuckvolle Porzellanstatuen, glänzende Perlenketten, kunstvolle Gold- und Edelmetallrelikte, man wähnte sich in einem Kunstmuseum. Zum Schluss dann nochmals in den Nationalratssaal für die obligatorische Fotosession. Nach dieser kurzweiligen und sehr interessanten Führung hatten wir uns den Apéro wirklich verdient. So verabschiedeten wir uns von unserem Gastgeber Nationalrat Mauro Tuena und zogen Richtung Innenstadt. Ein herzliches «Bonjour» einer unseren Weg kreuzenden, amtierenden Bundesrätin war nicht geplant und sorgte nochmals für einen Überraschungseffekt. Auch beim anschliessenden Mittagessen, welches die Partei offerierte, wurde weiter über das Erlebte geplaudert. Ein kurzer Abstecher in die Altstadt mit ihren schönen Bogengängen und den prachtvollen Brunnen, und schon machten wir uns auf den Heimweg mit vielen Impressionen und Eindrücken. Urs Christener, Sektionspräsident SVP Seuzach-Ohringen, Seuzach

Nationalrat Mauro Tuena mit den Besuchern der SVP Seuzach-Ohringen.

Bild: zVg


8  VERANSTALTUNGEN S V P D I G I TA L Teleblocher Dr. Christoph Blocher im wöchentlichen Gespräch mit Dr. Matthias Ackeret.

In den Sümpfen von Bern Wöchentlicher Videobeitrag von NR Thomas Matter zu den Machenschaften in Bern.

Der Zürcher Bote | Nr. 34 | Freitag, 21. August 2026

Stadt Winterthur / Wülflingen Jeden Samstag, 11.00 – 12.30 Uhr, Taverne zum Hirschen, Lindenplatz 2, Winterthur. Stadt Zürich / Kreis 6 Jeden ersten Dienstag im Monat, 19.00 Uhr, Wild West Steakhouse Texas, Winterthurerstrasse 175, Zürich. Stadt Zürich / Kreis 12 Jeden ersten Dienstag im Monat, ab 19.00 Uhr, Schwamedingerhuus, Schwamendingerplatz 2, Zürich.

Weltwoche daily Täglicher News-Flash am Morgen von Alt NR Roger Köppel.

SVP-VER ANSTALTUNGEN SVP des Kantons Zürich Instagram-Seite der SVP des Kantons Zürich. Wir freuen uns über jeden neuen Follower, jeden Like und jeden neuen Kommentar!

Wortwächsel Der Podcast für Meinungsmacher von NR Benjamin Fischer.

Jobs Möglichkeiten, für die SVP zu arbeiten.

Bezirk Affoltern / Bonstetten Dienstag, 1. September 2026, 19.30 Uhr, Abstimmungspodium, Gemeindesaal, Am Rainli 4, Bonstetten, mit Alt Bundesrat Christoph Blocher und Kantonsrätin Ursula Junker. Bezirk Andelfingen Mittwoch, 2. September 2026, 11.30 Uhr, Polit-Lunch, Restaurant Ochsen, Unterdorf 15, Marthalen, mit Nationalrätin Barbara Steinemann. Mittagessen auf Kosten der Teilnehmer. Anmeldung bis 31. August 2026 (mit Wahl Fleisch oder vegetarisch) an ycaspar@sunrise.ch. Bezirk Bülach / Wil Sonntag, 30. August 2026, 10.00 Uhr, Frühschoppen, Weingut, Sonnenberg 1, Wil.

SVP-STÄMME

Bezirk Horgen / Thalwil Jeden ersten Montag im Monat, ab 19.00 Uhr, Restaurant Höfli, Farbsteig 17, Thalwil.

Bezirk Bülach / Bachenbülach Jeden zweiten Mittwoch im Monat, ab 19.00 Uhr, Lokalität gemäss www.svp-ba- Bezirk Meilen / Stäfa Jeden zweiten Dienstag im Monat, 19.00 – chenbuelach.ch. 22.00 Uhr, mit Nachtessen, Lokalität gemäss www.svp-staefa.ch. Bezirk Bülach / Embrach Jeden letzten Sonntag im Monat, ab 10.30 Uhr, Bezirk Pfäffikon / Pfäffikon Wöschhüsli, Oberdorfstrasse 15, Embrach. Jeden ersten Samstag im Monat, 11.00 – Bezirk Dietikon / Birmensdorf 12.00 Uhr, Restaurant Hecht, Usterstrasse 8, und Urdorf Pfäffikon. Jeden ersten Samstag im Monat, ab 10.00 Uhr, Alterszentrum am Bach, Bistro, Bezirk Uster / Uster Bachstrasse 1, Birmensdorf. Jeden zweiten Dienstag im Monat, 14.30 – 17.00 Uhr, Restaurant Stella del Centro, Bezirk Hinwil / Dürnten Uschter 77, Zürichstrasse 1, Uster. Jeden ersten Donnerstag im Monat, ab 19.00 Uhr, Arcade Restaurant und Bar, Bu- Jeden letzten Donnerstag im Monat, ab 18.30 Uhr, Lokalität gemäss https://event. bikonerstrasse 43A, Dürnten. evagic.com/svp-uster. Bezirk Horgen / Adliswil Jeden letzten Donnerstag im Monat, ab Stadt Winterthur 19.30 Uhr, Restaurant Pot Belly’s, Soodring Jeden ersten Donnerstag im Monat, 18.30 Uhr, 21, Adliswil. Restaurant Rössli, Rössligasse 7, Winterthur.

Bezirk Dielsdorf / Dänikon-Hüttikon Donnerstag, 27. August 2026, 19.30 Uhr, Veranstaltung gegen den EU-Unterwerfungsvertrag, Strohdachhaus, Oetwilerstrasse 12, Hüttikon, mit Nationalrat Marcel Dettling, Präsident SVP Schweiz, Kantonsrätin Beatrice Derrer und Gemeinderat Fabian Schenkel. Bezirk Dietikon / Birmensdorf Freitag, 11. September 2026, 18.30 Uhr, Polit-Grill, Waldhütte Ettenberg, Howielstrasse 27, Birmensdorf, mit Nationalrätin Nina Fehr Düsel. Anmeldung an yannik. haelg@svp-birmensdorf.ch. Bezirk Meilen / Küsnacht Dienstag, 1. September 2026, 19.30 Uhr, Veranstaltung gegen den EU -Unterwerfungsvertrag, Singsaal Wiltiswacht, Seestrasse 143b, Küsnacht, mit Nationalrätin Nina Fehr Düsel und Regierungsratskandidat Martin Hübscher. Anschliessend Apéro. Bezirk Meilen / Meilen Freitag, 4. September 2026, 14.00 – 20.30 Uhr, SVP-Stand am Meilemer Herbstmärt, Kirchgasse, Meilen. Bezirk Meilen / Oetwil am See Sonntag, 23. August 2026, 09.30 Uhr, Puure­ zmorge, Bosshard’s Biohof, Riet 4, Oetwil am See, mit Nationalrat Martin Haab. Bezirk Meilen / Zumikon Samstag, 22. August 2026, 11.00 Uhr, Grillplausch, Feuerstelle Strubenwis, oberhalb Golfplatz, Weid 9, Zumikon, mit Nationalrat Benjamin Fischer. Anmeldung an gerard. olivary@bluewin.ch. Bezirk Pfäffikon / Russikon Freitag, 18. September 2026, 18.30 Uhr, Herbstparty, Schützenhaus, Schützenhof 5, Russikon, mit Nationalrätin Barbara Steine­mann. Weitere Informationen und Anmeldung unter www.svp-russikon.ch. Stadt Winterthur / Seen Freitag, 4. September 2026, bis Sonntag, 6. September 2026, SVP-Stand an der Seemer Dorfet, Ecke Seenerstrasse/Werdstrasse, Winterthur-Seen. Stadt Zürich / Kreis 10 Samstag, 29. August 2026, 09.30 – 11.30 Uhr, Standaktion, Kappenbühlweg, Zürich-Höngg. Samstag, 5. September 2026, 09.30 – 11.30 Uhr, Standaktion, Röschibachplatz, Zürich-Wipkingen. Samstag, 12. September 2026, 09.30 – 11.30 Uhr, Standaktion, Kappenbühlweg, Zürich-Höngg. Samstag, 19. September 2026, 09.30 – 11.30 Uhr, Standaktion, Röschibachplatz, Zürich-Wipkingen.

IMPRESSUM ISSN 1660-6701 ISSN 2296-3480 Offizielles Organ des Zürcher Bauernverbandes.

Offizielles Organ der Schweizerischen Volkspartei des Kantons Zürich.

Jahresabonnement Print + Online: Fr. 73.– + 2,6 % MWSt (Ausland auf Anfrage). Jahres­­ abonnement Online: Fr. 65.– inkl. 2,6 % MWSt. Redaktion: ZBV, Lager­strasse 14, 8600 Dübendorf, bauernverband@zbv.ch, Ferdi Hodel (FH), Telefon 044 217 77 33. Insertionspreise: www.zbv.ch/zuercher-bauer. Abonne­ments­dienst: Zürcher Bauernverband, Lager­ strasse 14, 8600 Dübendorf, Telefon 044 217 77 33, abo@zuercher-bauer.ch.

Abonnementspreis: Für die Schweiz jährlich für Parteimitglieder Fr. 55.–, für Nichtmitglieder Fr. 75.–. Redak­tion: SVP, Lager­strasse 14, 8600 Dübendorf, zb@ svp-zuerich.ch, Sean ­Burgess, Telefon 044 217 77 68. Insertionspreise: www.svp-­zue​rich.ch/zurcherbote. Abon­ne­mentsdienst: SVP des Kantons Zürich, Lager­strasse 14, 8600 Dübendorf, Telefon 044 217 77 66, ­sekretariat@svp-­zuerich.ch.

Interne Autoren: SB – Sean Burgess; RW – Reinhard Wegelin; ROMÜ – Roland Müller. Erscheint jeden Freitag. Inseratenannahme: SVP des Kantons Zürich, Lagerstrasse 14, 8600 Dübendorf, Telefon 044 217 77 63, inserate@svp-zuerich.ch. I­nseratenschluss: Mittwoch, 12.00 Uhr. ­Veranstaltungsmeldungen: veranstaltungen@svp-zuerich.ch Layout: Mattenbach Zürich AG, Binzstrasse 9, 8045 Zürich. Druck: Mittelland Zeitungsdruck AG (AZ Print), Neumattstrasse 1, 5001 Aarau.

Stadt Zürich / Kreis 11 WEITERE VER ANSTALTUNGEN Freitag, 28. August 2026, 18.00 Uhr, SVPPolit-Apéro, Restaurant Bürgli, Seebacher- Donnerstag, 3. September 2026, 19.30 Uhr, strasse 65, Zürich, mit Regierungsratskan- Veranstaltung zur Neutralitätsinitiative, Thurgauerhof, Felsenstrasse 6, Weinfelden TG, didat Martin Hübscher. mit Alt Bundesrat Christoph Blocher. AnSonntag, 20. September 2026, 10.00 Uhr, schliessend Apéro. Puurezmorge, Bauernhof Schumacher, Katzenseestrasse 8, Zürich-Affoltern, mit Freitag, 18. September 2026, 19.30 Uhr, Regierungsrätin Natalie Rickli und Regie- Veranstaltung gegen den EU-Unterwerfungsvertrag, Lorzensaal, Dorfplatz 3, Cham ZG, rungsratskandidat Martin Hübscher. mit den Nationalräten Magdalena MartulloStadt Zürich / Kreis 12 Blocher, Martin Haab und Thomas Aeschi, Freitag, 4. September 2026, bis Sonntag, Fraktionspräsident. Anschliessend Apéro. 6. September 2026, SVP-Stand an der Schwamendinger Chilbi, Stettbachweg, Samstag, 26. September 2026, bis Sonntag, 27. September 2026, SVP-Schiessen 2026, Zürich-Schwamendingen. Vorschiessen am Samstag, 12. September Junge SVP Kanton Zürich 2026, Schützenhaus, Schützehusstrass 7, Freitag, 28. August 2026, 19.00 Uhr, Grill- Marthalen. Weitere Informationen und abend, Schützenhaus, Schützenhausweg 2, Anmeldung unter www.svp-schiessen.ch. Gossau ZH, mit Kantonsrat Daniel Wäfler. Kosten: 10 Franken. Anmeldung an omi@ Mittwoch, 30. September 2026, 09.45 Uhr, Alträte-Treffen, WIN4 Ballsport-Arena, jsvp-zh.ch. Grüzefeldstrasse 32, Winterthur. Besuch Freitag, 25. September 2026, 17.00 Uhr, und Führung. Weitere Informationen unter Oktoberfest, Treffpunkt vor der Landihalle, t.f.weber@bluewin.ch. Quellenstrasse 6, Uster. Kosten: 68 Franken. Anmeldung an wanner@jsvp-zh.ch.


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