Datum: 31.05.2023
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Hommage an eine junge Frau, die mit «Mut und Biss» ihren Weg ging Das Fausta-Capaul-Gedenkjahr «150 Jahre Tourismus in Breil/Brigels» ist lanciert. Im Mittelpunkt des ersten Anlasses: der neu gestaltete historische Garten an der alten Kantonsstrasse ins Dorf. 31.05.23, Jano Felice Pajarola Mit der inszenierten Ankunft eines Fuhrmanns und seiner Gäste im Pferdegespann auf der historischen Kantonsstrasse von Waltensburg her haben am Pfingstmontag die Feiern zum Jubiläum «150 Jahre Tourismus in Breil/Brigels» begonnen. Im Mittelpunkt steht dabei die Freilichtaufführung «Fausta piuniera», die wie alle Veranstaltungen des Festjahres an Fausta Capaul erinnern soll, jene damals 26-jährige Einheimische, die 1873 mit der Eröffnung eines Gasthauses die Initiative für eine touristische Entwicklung von Breil/Brigels ergriff. Auch am Montag wurde der neu gestaltete «Curtgin Crest la Crusch» eröffnet. Der sogenannte «Escherstein», ein Gedenkstein an diesem Aussichtspunkt an der alten Kantonsstrasse, erinnert an den Bau der Verbindung nach Waltensburg im Jahr 1870. Clau Schlosser: «So viel Weitsicht wünsche ich mir heute auch» Für Clau Schlosser, Gemeindepräsident von Breil/Brigels, ist der «Curtgin Crest la Crusch» ein Monument für Menschen, die einst vorausgedacht haben. Es sei damit auch zu Ehren von Fausta Capaul gebaut worden. «So viel Weitsicht wünsche ich mir heute auch manchmal», so Schlosser. Kritik habe es bei der Renovation des Aussichtspunktes gegeben, weil ein grosser, schattenspendender Baum habe weichen müssen. Dieser habe aber, erklärte Schlosser, das Mauerwerk gefährdet. «Wir haben uns nun entschieden, diesen Garten so zu gestalten – andere können es ja in Zukunft wieder anders machen.» Im Rahmen der Neugestaltung bekam der Garten eine neue Bepflanzung, eine Bank sowie einen kleinen Brunnen. Informationstafeln sollen noch folgen. Kevin Brunold, CEO von Surselva Tourismus, betonte in seinem Grusswort die Bedeutung der Kultur als eine von vier Säulen des touristischen Konzepts in der Destination, neben Wintersport, Wandern und Biken. «Von Theatervereinen bis zu Musikgesellschaften, hier sind wir stark», stellte Brunold fest. « Dieses Potenzial müssen wir nutzen.» Mit dem Sommertourismus habe es bei Fausta Capaul begonnen, aktuell arbeite man an der Umstellung zur Ganzjahresdestination. «Das ist eine Herausforderung, aber viele Menschen haben die Berge wiederentdeckt.» Jetzt gelte es, von Fausta Capaul zu lernen. Sie habe vor 150 Jahren eine Idee gehabt und den Mut und Biss, diese Idee 54 Jahre lang durchzuziehen und immer weiterzuentwickeln. 1870, nach dem Tod ihres Vaters, verbleibt Fausta Capaul als einziges Mitglied der Familie in Brigels und beschliesst, ihr grosses Haus in ein Gasthaus umzuwandeln. Am 24. Mai 1873 erscheint ein Zeitungsinserat mit Werbung für den «Luft- und Molken-Curort Brigels» und vor allem für das «mitten im Dorfe gelegene, geräumige Gasthaus». Das Inserat erreicht die Gäste, und damit wird ihre Pension zum Geburtsort des Tourismus im Dorf. Zu diesen Gästen gehören auch Prominenz und Adel, wie 1893 die damals 13-jährige niederländische Königin Wilhelmina von Oranien-Nassau mit Entourage, die von Flims nach Brigels kommt und deren Besuch selbst Capaul kurzzeitig in Verlegenheit gebracht haben soll. Aus Sorge, ihr Geschirrservice sei nicht angemessen für das gekrönte Haupt, habe sie sich kurzerhand in der Nachbarschaft ein anderes ausgeliehen, so die Anekdote. Start als «Amuse-Bouche» für einen Programm-Viergänger Am Anlass vom Montag konnte das Organisationskomitee um Präsident Otmar Seiler gegen 200 Gäste am Aussichtspunkt begrüssen. Dieser Start sei aber nur das «Amuse-Bouche» für ein Menü mit vier Gängen, so Seiler. Geplant sind eine Ausstellung mit Bildern von Charles Flach (1863–1933), der zu den Gästen von Fausta Capaul gehörte, ein Freilufttheater mitten im Dorf mit jeweils drei Durchführungen an den ersten beiden Augustwochenenden und eine Abschlussveranstaltung am 16. September. Die Szenen im Garten vor der Casa Fausta Capaul werden unter der Regie von David Flepp von der Uniun dramatica Breil gestaltet. Grundlage für die zweisprachige Inszenierung, die Brigels um die Jahrhundertwende, aber auch einen Blick ins Heute und Morgen
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