ABENDAUSGABE 6
Region Kinder radeln durch Churs Strassen Chur Morgen Sonntag, 26. Mai, wird
die Bündner Hauptstadt in einen riesigen Veloweg verwandelt. Zum ersten Mal organisiert Pro Velo Graubünden zusammen mit weiteren Organisationen den «Kidical Mass»-Veloumzug. Während der Veranstaltung werden bestimmte Strassen für den Verkehr gesperrt. Das solle besonders Kindern die Möglichkeit bieten, sicher und ohne grosse Gefahren Velo zu fahren, so die Verantwortlichen. Laut Mitteilung beginnt der Umzug mit einem gemeinsamen Veloschmücken auf der Quaderwiese. Anschliessend fahren die Teilnehmenden im gemütlichen Tempo etwa vier Kilometer durch die Stadt. Der Umzug endet wieder auf der Quaderwiese, wo zum Abschluss ein gemeinsames Picknick stattfindet. Der Umzug ist gemäss Mitteilung offiziell bewilligt und wird von der Polizei sowie von freiwilligen Helferinnen und Helfern begleitet. «Kidical Mass» ist eine weltweite Bewegung. Im letzten Jahr haben gemäss Mitteilung an über 900 Aktionen weltweit rund 230 000 Menschen teilgenommen. Das Ziel der Bewegung ist es, den Kindern im Rahmen der Anlässe sichere Strassen zu bieten und ein Zeichen für eine bessere, kinderfreundliche und altersgerechte Verkehrsinfrastruktur zu setzen. Zudem wolle man die Velonutzung bei Kindern und Jugendlichen fördern, heisst es abschliessend. Weitere Informationen zum Anlass sowie die detaillierte Route sind auf der Website von Pro Velo Graubünden verfügbar. (red)
Samstag, 25. Mai 2024
Im Endspurt für den ersten Bündner Bundstag der Moderne
Der Countdown läuft: In einer Woche geht in Ilanz der erste Grossanlass des Jubiläums «500 Jahre Freistaat der Drei Bünde» über die Bühne. Wie gut das Festkomitee unterwegs ist, erklären Ursina Jecklin und Rino Caduff. Jano Felice Pajarola
Ihre Telefone läuten im Dauertakt an diesem Donnerstag im Mai. Ursina Jecklin, Kuratorin des Museum Regiunal Surselva und Mitglied des Festkomitees für den Bundstag in Ilanz, steckt mitten in den Vorbereitungen für diesen grossen Event vom 1. und 2. Juni. In Jecklins Ausstellungshaus, der Casa Carniec im Städtli von Ilanz, richten Künstlerin Yvonne Gienal und Szenograf Remo Arpagaus gerade gemeinsam mit dem Museumsteam die neue Sonderschau ein, «13 x Ilanz/Glion – Cumin e cuminonza», fotografische Porträts von 150 Personen aus allen Fraktionen der Fusionsgemeinde gilt es zu platzieren. Der Gerüstbauer nimmt im Museumsgarten Mass für die Tribüne, auf der am Festwochenende das Publikum des Freilichttheaters «Mercenario» sitzen soll. Die Moderatorin des Anlasses bespricht sich mit dem Tontechniker, und die Theaterleute proben sowieso schon seit Tagen regelmässig für die Aufführungen unter freiem Himmel. Es läuft etwas in der ersten Stadt am Rhein – damit es dann gut läuft am entscheidenden Wochenende.
1000 Gäste pro Tag erwartet
Region Maloja fördert Bike-Tourismus Blindtext Die Region Maloja hat einen
bedeutenden Schritt zur Förderung des Mountainbike-Tourismus gemacht, wie der Kanton Graubünden mitteilt. Im letzten Herbst wurde der regionale Richtplan «Mountainbike» genehmigt, der eine strategische Ausrichtung für bestehende und geplante Infrastrukturen festlegt. Dieser Plan, der sich an übergeordneten Konzepten wie dem Raumkonzept Graubünden und dem kantonalen Richtplan orientiert, zielt auf eine nachhaltige Entwicklung ab. Im Fokus steht das Intensiverholungsgebiet Corviglia, während andere Gebiete wie Diavolezza und Zuoz unverändert bleiben. Ein Lenkungskonzept für Corvatsch ist gemäss Bündner Regierung in Planung. (red)
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«Wir sind sehr gut im Plan», meint Rino Caduff von der Anna Catrina AG; er ist neben Jecklin die zweite treibende Kraft im Festkomitee, das im Auftrag der Gemeinde Ilanz/Glion den ersten Bündner Bundstag der Moderne vorbereitet. «In den nächsten Tagen sind vor allem noch viele Kleinigkeiten zu regeln.» Unter anderem müssen die Einsatzpläne für die rund 20 Voluntaris erstellt werden, die freiwilligen Helferinnen und Helfer des Anlasses. Bereits organisiert ist der grosse Festumzug vom Samstagvormittag; neben rund 200 geladenen Gästen werden auch 21 Schulklassen aus der Gemeinde und praktisch gleich viele Fähnriche sowie die Stadtmusik mitmarschieren. Insgesamt rechne er – auch wenn eine Prognose sehr schwierig sei – mit rund 1000 Personen pro Tag, so Caduff. «Aber entscheidend wird das Wetter sein», meint er. Sollte es regnen,
Unterwegs durchs Obertor: Der Chor mischedau Sumvitg hat für das Jubiläum «500 Jahre Freistaat der Drei Bünde» den Hit «Graubünda» neu vertont und das Video dazu unter anderem in der Ilanzer Altstadt gedreht. Pressebild
werde das schon eine Herausforderung sein, denn verschieben könne man das Fest unmöglich. «Aber wir haben dann einen Plan B parat» – damit beispielsweise die Ansprachen im Trockenen stattfinden können.
Leihgaben für die Wanderschau Bereits vor Ort in Funktion ist derweil die kantonale Wanderausstellung «Bündner Schätze auf Reisen», die ebenfalls zum Jubiläum «500 Jahre Freistaat der Drei Bünde» entstanden ist: Sie steht seit dieser Woche auf der Plazza Cumin in Ilanz, und am Samstag, 25. Mai, von 10 bis 16 Uhr geht der Ilanzer «Schatzsammeltag» über die Bühne. Einwohnerinnen und Einwohner der Gemeinde sind dazu eingeladen, eigene Objekte vorbeizubringen, die für sie einen besonderen Bezug zu Graubünden haben. Die Wanderausstellung sammelt auf ihrer gesamten Tournee während des Jubiläumsjahres solche Leihgaben, und sie können
dann ebenfalls einen Platz in den Setzkästen der «Bündner Schätze» finden. «Das können Dinge wie ein Turnschuh sein, eine Sonnenbrille oder auch ein Etui», meint Jecklin. Sie selbst wisse jedenfalls schon, was sie mitbringen werde: die jüngste CD der Ilanzer Band No Future.
Ein dreisprachiges «Graubünda» Mit einem ganz besonderen musikalischen Beitrag beteiligt sich übrigens bereits der Chor mischedau Sumvitg an den Feierlichkeiten: Unter der Ägide von Surselva Tourismus haben die 40 romanischen Sängerinnen und Sänger der Formation unter der Leitung von Rest Giusep Tuor eine neue Interpretation des bekannten Hits «Graubünda» aufgenommen, dreisprachig unter dem Titel «Ti eis miu cantun dil cor» respektive «Sei il paradiso per noi». Die neue Version mischt Beats von Produzent Manfred Zazzi mit klassischem Chorgesang – passend letztlich auch zum
Motto des Bundstags in Ilanz: «Brücken schlagen».
Zurück in Freistaat-Zeiten Die Aufbauarbeit geht für Jecklin und Caduff kommende Woche weiter, am Mittwoch wird die Festbühne auf dem Margrethenplatz im Städtli installiert, und ab Freitag Abend werden die Stände für das mittelalterliche Markttreiben vom Wochenende eingerichtet. Altes Handwerk, Söldnerspiele, Tanzgruppen, Gaukler und Musikgruppen werden für zwei Tage die Zeiten der Bundsgründung und des Freistaats wieder aufleben lassen. Wer sich dann auf den Weg nach Ilanz machen will: Für die Anreise werden die öffentlichen Verkehrsmittel empfohlen – es gibt dafür sogar das Angebot «Einfach für retour», bei dem nur die Hinfahrt bezahlt werden muss. Und wer sich das Programm des Bundstags genau anschauen will: Es findet sich unter 500.gr.ch.
Grüsch muss Loch in der Gemeindekasse stopfen Um eine finanzielle Schieflage abzuwenden, will Grüsch die Liegenschaftssteuer erhöhen. Béla Zier
Bereits die im Amtsblatt publizierte Traktandenliste für die kommende Grüscher Gemeindeversammlung liess nichts Positives erahnen. Aufgeführt ist darin nebst anderem die Vorberatung einer Teilrevision des kommunalen Steuergesetzes. Diesen Freitag wurde die Botschaft veröffentlicht. Die Gemeinde steckt in finanziellen Schwierigkeiten. In ihrer Jahresrechnung 2023 resultiert ein dickes Minus. Budgetiert war ein Ertragsüberschuss von 322 000 Franken, ausgewiesen wird nun ein Verlust von 766 000 Franken (Vorjahr rund 540 000 Minus). Zurückzuführen ist das letztjährige Ergebnis hauptsächlich auf Mindereinnahmen von 1,99 Millionen Fran-
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ken bei den Gewinn- und Kapitalsteuern juristischer Personen, also Firmen. Mit reingespielt hat zudem ein markanter Anstieg der Gesundheitskosten gegenüber dem Vorjahr um fast 360 000 Franken. Um der negativen Finanzentwicklung entgegenzutreten, will die Gemeinde mehr Steuereinnahmen generieren. Dies mittels einer Erhöhung der Liegenschaftssteuer. Dazu ist eine Teilrevision des Grüscher Steuergesetzes nötig.
Drei Faktoren spielen mit In der Vorlage zur Steuergesetz-Teilrevision ist festgehalten, dass sich die finanzielle Situation der Gemeinde Grüsch in den letzten Jahren markant verändert habe. Zurückzuführen sei dies vor allem auf die Steuereinnah-
men der juristischen Personen, aber auch auf die stark zunehmenden Gesundheitskosten. Zudem steige der Finanzaufwand für Fremdkapital merklich an. «Unseres Erachtens macht nicht jeder Sachverhalt für sich betrachtet, sondern die Kumulation der Entwicklungen eine Erhöhung der Einnahmen notwendig, um mittelfristig ausgeglichene Ergebnisse zu erzielen», wird die Curia AG dazu in der Steuervorlage zitiert. Die Churer Wirtschaftsberatungsfirma hat im Auftrag der Gemeinde Grüsch deren Finanzhaushalt analysiert. Wie in der Botschaft festgehalten ist, betrage der zusätzliche Finanzbedarf infolge ausbleibender Steuereinnahmen juristischer Personen, steigenden Aufwands im Gesundheitswesen
und höherer Fremdkapitalkosten jährlich circa 650 000 Franken. Zur Deckung brauche es entweder eine Erhöhung des Gemeindesteuerfusses von aktuell 90 Prozent auf 105 Prozent oder eine Anpassung der Liegenschaftssteuer von derzeit 0,5 auf künftig 1,5 Promille. Da man sich bei der Liegenschaftssteuer im Vergleich zu anderen Gemeinden auf einem sehr tiefen Niveau befinde, soll diese angehoben werden. Nach der Gemeindeversammlung soll diesen August an der Urne darüber entschieden werden. Bei einem Nein will der Gemeindevorstand «voraussichtlich» eine Erhöhung des Steuerfusses auf 105 Prozent beantragen. Im Steuergesetz selbst soll der Satz der Liegenschaftssteuer auf maximal zwei Promille festgelegt werden.