Ausgabe 2 | erscheint vierteljährlich | Juni 2026 Poste Italiane Spa, Versand im Postabonnement, D.L. 353/2003 (conv. in L. 27.02.2004 Nr. 46) Art. 1, Comma 1, NE Bozen • Sonderheft Nr. 1 zur Nr. 10 „Südtiroler Landwirt“ vom 29.05.2026 • Gebühr bezahlt – Taxe Percue
Heute säen Morgen ernten.
Im Alltag bleibt oft wenig Zeit, um an später zu denken – besonders in der Landwirtschaft. Doch gerade deshalb ist es wichtig, sich frühzeitig mit der eigenen Zukunft auseinanderzusetzen. Rentenvorsorge bedeutet, Verantwortung für sich selbst zu übernehmen, sich zu informieren und die Weichen rechtzeitig zu stellen. Wer heute an morgen denkt, schafft Sicherheit, Unabhängigkeit und Perspektiven für die kommenden Jahre.
Markus Greif Landesobmann-Stv.
DAS MAGAZIN DER SÜDTIROLER BAUERNJUGEND
ALTERSVORSORGE
Gut abgesichert in die Zukunft starten!
Seite 2-3
Heute, Morgen, übermorgen
PORTRÄT
Raiffeisen-Jungbergbauernpreisträger: Familie Tröger
Seite 4-5
27. LANDESWEINKOST Magdalener aus Gries ist Wein des Jahres
Seite 9
Infos
Alle Flyer und Faltblätter sind auf www.sbb.it/patronat abrufbar und liegen auch in den Bezirksbüros auf.
Altersvorsorge
Gut abgesichert in die Zukunft starten!
Warum soziale Absicherung so wichtig ist!
Der Südtiroler Bauernbund hat sich dieses Jahr das Thema „Soziale Absicherung“ auf die Fahnen geschrieben, im SBB-Patronat ist es seit jeher ein großes Thema. Wie kann ich heute bestmöglich für mein Morgen vorsorgen? Dies ist eine Frage, die sich jeder stellen sollte. Das Faltblatt „Gut abgesichert in die Zukunft: Soziale Absicherung leicht gemacht“, welches das SBB-Patronat gestaltet hat, zeigt übersichtlich worauf es in unterschiedlichen Lebenssituationen ankommt: beim Einstieg ins Studium, in eine abhängige Beschäftigung oder in die Selbständigkeit. Es vermittelt praktische Tipps, wie schon mit einfachen Maßnahmen eine solide Basis für die eigene soziale Absicherung geschaffen und spätere Rentenlücken vermieden werden können.
“Es ist wichtig, die Erwerbstätigen von morgen gezielt anzusprechen, sie zu informieren und zu schulen”, so das SBB-Patronat ENAPA.
Denn nur, wer sich informiert und richtig handelt, kann Nachteile bei der Rente in Zukunft vermeiden und der Altersarmut entgegensteuern. Hierfür gibt es neben der Pflichtversicherung (z.B. Bauernversicherung) oder dem lohnabhängigen Arbeitsverhältnis auch die Möglichkeit sich durch Einzahlung in einen Zusatzrentenfond ein Polster für die Zukunft aufzubauen. Wichtig ist es hierbei auch auf das beitragsbezogene Rentensystem hinzuweisen, welches all jene betrifft, die nach 1996 das erste Mal sozialversichert waren: Wer niedrige Beiträge einzahlt, erhält im Alter eine geringe Rente. Eine Aufstockung auf eine Mindestrente
ist nicht mehr vorgesehen, so wie es derzeit unter bestimmten Voraussetzungen möglich ist. Das bedeutet, dass sich in Zukunft auch monatliche Rentenbeträge von 300 Euro brutto trotz einer Einzahlung der Pflichtversicherungsbeträge von über 40 Jahren ergeben können.
Drei Tipps, um vorzeitig und clever vorzugehen:
» Einschreibung in einen Zusatzrentenfonds; spätestens bei Beginn der Arbeitstätigkeit
» Rentenabdeckung ist ein Muss: sobald ein Arbeitsverhältnis eingegangen wird, darauf achten, dass auch die entsprechende Meldung gemacht wird und die Sozialbeiträge eingezahlt werden. Auch Jugendliche, die auf dem Hof mithelfen, sollten frühzeitig gemeldet werden (auch nur über die Sommermonate).
» Versicherungslücken vermeiden: Ungedeckte Zeiten zwischen zwei Arbeitsverhältnissen sollten vermieden werden. Achtung bei Selbstkündigung stehen keine Arbeitslosengelder zu und die Zeiten danach sind, bis zum Beginn einer neuen Tätigkeit, ungedeckt. Was sind ungedeckte Zeiten? Das sind jene Zeiträume, die im Versicherungsauszug beim NISF/INPS nicht aufscheinen und nicht rentenwirksam sind.
Welche Unterstützung gibt es vom Land?
Jetzt ist der ideale Zeitpunkt sich beim SBB-Patronat zu informieren und so die notwendigen Voraussetzungen zu schaffen, um einen Beitrag im kommenden Jahr zu erhalten.
Beitrag für den Aufbau einer Zusatzrente der Bergbauern: Wer bestimmte Bedingungen (wie z.B. Viehbetrieb mit bestimmten Erschwernispunkten, Einkommen, …) erfüllt, erhält jährlich einen Beitrag vom Land in den Zusatzrentenfonds eingezahlt. Es muss jedoch jährlich selbst eine Einzahlung getätigt werden.
Beiträge für Absicherung der Erziehungs- und Pflegezeiten: Jene, die sich um die Pflege und Erziehung eines Angehörigen bzw. Kindes kümmern, können Unterstützungen vom Land erhalten. Die Broschüre „Soziale Leistungen für die Familie“ des SBB-Patronats bietet eine Übersicht über die Familienleistungen.
Insbesondere der frühe Aufbau einer Zusatzrente zahlt sich aus: neben der Steuerersparnis, reifen jährlich Zinsen an. Welche Auswirkungen dies haben könnte, zeigt die Grafik, in der das Datum der Einzahlungen und der daraus resultierende Wertzuwachs zur Auszahlung mit 65 Jahren ersichtlich ist (siehe Grafik).
Beiträge für Einschreibungen von Neugeborenen in einen Zusatzrentenfonds: Je nach Geburtsjahr (ab 2020) zahlt das Land auf Antrag max. 1.100 Euro in einem Zeitraum von 5 Jahren ein. Für die Einschreibung nach Geburt erhält das Kind ohne zusätzliche Einzahlung 300 Euro; für die Folgejahre muss mind. 100 Euro eingezahlt werden, damit das Kind 200 Euro erhält. Insofern ein Elternteil bereits in den geschlossenen Zusatzrentenfonds Laborfonds eingeschrieben ist bzw. als Arbeitnehmer oder Arbeitnehmerin die Voraussetzungen für eine Einschreibung besitzt, kann auch die zukünftige Einschreibung des Kindes beim SBB-Patronat ENAPA vorgenommen werden.
Was ist die Bauernversicherung überhaupt? Wer kann in die Pflichtversicherung eingetragen bzw. daraus gestrichen werden? Diese und andere Fragen werden im Faltblatt „Bauernversicherung: Schnellüberblick“ beantwortet. Jede Situation ist jedoch individuell zu betrachten, weshalb ein persönliches Beratungsgespräch im Bauernbund-Patronat ENAPA im jeweiligen Bezirksbüro in Anspruch genommen werden sollte.
» Simulierung des potenziellen Wertzuwachses (durchschnittlicher Zinssatz von 3%) bis zur Auszahlung mit 65 Jahren ohne Berücksichtigung der steuerlichen Abzüge.
Bauernversicherung
„Selbstversorgung ist uns sehr wichtig, weil wir überzeugt sind, dass das, was man selbst hat immer noch das Beste ist“,
Mit Mut und Wurzeln
Der Aigenhof der Familie Tröger am Schlanderser Nördersberg: Ein Viergenerationenhof, geprägt von Natur, Ruhe und bäuerlicher Tradition. Hier zeigt die Familie, was es bedeutet, einen Bergbauernhof mit Herz, Zusammenhalt und großem Einsatz zu bewirtschaften. Für ihr Engagement, ihren Mut zur Weiterentwicklung und die vorbildliche Führung des Betriebs wurde Alexandra Tröger mit dem 11.000 Euro dotierten Raiffeisen-Jungbergbauernpreis der Südtiroler Bauernjugend ausgezeichnet.
Wenn die ersten Sonnenstrahlen die Hänge oberhalb von Schlanders erreichen und der Tag langsam erwacht, ist am Hof der Familie Tröger längst Leben eingekehrt. Auf rund 1.000 Metern Meereshöhe beginnt der Alltag früh – geprägt von Arbeit, Verantwortung und dem Zusammenspiel mehrerer Generationen. Hier, am Hof „Aigen“, wird Landwirtschaft nicht nur betrieben, sondern gelebt. Seit November 2022 führt die 28-jährige Alexandra Tröger den Betrieb und hat ihm seither ihre eigene Handschrift verliehen. Gemeinsam mit ihrem 36-jährigen Mann Dietmar Fabi und insgesamt sieben am Hof lebenden Familienmitgliedern bewältigt sie den Alltag des Bergbauernhofes. Auch die beiden Kinder, der vierjährige Emil und sein zweijähriger Bruder Samuel, wachsen mitten in dieser Welt auf – umgeben von Tieren, Natur und der Selbstverständlichkeit, mit anzupacken.
Ein Hof, der verbindet
Der Hof ist mehr als nur Arbeitsplatz – er ist Lebensmittelpunkt für die ganze Familie. Vier Generationen leben hier unter einem Dach und gestalten gemeinsam den Alltag. „Als Familie schauen wir, dass wir alle zusammenhelfen“, erzählt Alexandra. Tatsächlich ist es genau dieses Zusammenspiel, das den Hof trägt: Alexandras Vater hilft bei den
anfallenden Arbeiten mit, während sich ihre Mutter und Großmutter liebevoll um die beiden Kinder Emil und Samuel kümmern.
Vom eigenen Boden
In diesem Jahr wurde die Familie Tröger/Fabi vom Aigenhof am Schlanderser Nördersberg mit dem Raiffeisen-Jungbergbauernpreis ausgezeichnet. Dermit 11.000 Euro dotierte Preis wurde bei der Mitgliederversammlung der Südtiroler Bauernjugend von Herbert Von Leon, Obmann des Raiffeisenverbands, überreicht.
Die ausgezeichnete Familie soll den Bäuerinnen und Bauern ein Vorbild sein und eine Möglichkeit aufzeigen, wie man Südtirols Bergbauernhöfe zukunftsorientiert und wirtschaftlich attraktiv bewirtschaften kann.
» Gemeinsames Erleben: Alexandra mit ihren Kindern beim Verkosten frischer Früchte aus dem Garten.
Seit der Hofübernahme im Jahr 2022 hat sich am Hof einiges verändert. 2024 wurde der Stall von Milchvieh auf Jungvieh umgestellt und zu einem modernen Laufstall umgebaut. Im Sommer verbringt das gesamte Vieh die Zeit auf der Alm, wodurch sich die Familie verstärkt auf die Ernte konzentrieren kann.
Selbstversorgung spielt am Hof eine wichtige Rolle. Im Garten werden Obst und Gemüse angebaut, zudem stammen Fleisch und Eier größtenteils aus eigener Produktion. Neben Schweinen, Legehennen, Masthühnern und Truthennen werden auch verschiedene Beeren sowie Original Vinschger Marillen angebaut und über Genossenschaften vermarktet.
Die Bewirtschaftung des Bergbauernhofes mit rund 90 Erschwernispunkten erfordert viel Einsatz. Um die Arbeit zu erleichtern, wurde gezielt in Maschinen investiert. Zum Betrieb gehören außerdem Waldflächen, die Nutz- und Brennholz liefern. Für die Zukunft sind weitere Projekte wie eine Photovoltaikanlage und bauliche Erweiterungen geplant. Im Winter stehen Holzarbeiten und die Vorbereitung auf die neue Saison im Mittelpunkt.
Lintrac Supercup
Am Sonntag, 12. Juli, findet in Gais der Landesentscheid des Lintrac Supercup tatt. Südtirols geschickteste Traktorfahrerinnen und Traktorfahrer stellen dabei ihr Können auf einem anspruchsvollen Parcours unter Beweis. Neben dem realen Parcours müssen die Teilnehmenden auch Runden im Farming Simulator absolvieren, deren Zeiten in die Gesamtwertung einfließen. Teilnahmeberechtigt sind Personen mit Führerschein der Kategorie B oder höher sowie abgeschlossener Traktorausbildung. Anmeldungen sind bis Mittwoch, 8. Juli 2026, im Landessekretariat der Südtiroler Bauernjugend möglich. Für Verpflegung und Unterhaltung sorgt die SBJ-Ortsgruppe Gais.
Scharfe Sensen im Wettbewerb!
Am Samstag, den 22. August, wird Völser Aicha zum Treffpunkt für alle Handmäherinnen und Handmäher: Die Südtiroler Bauernjugend und die Seniorenvereinigung im SBB laden zum Landesentscheid im Handmähen ein. Eingeladen sind alle Interessierten – vom Anfänger bis zum erfahrenen Handmäher. Das Handmähen ist längst mehr als nur eine traditionelle Form der Heuernte: Es verbindet Kraft, Ausdauer und Geschick mit gelebtem Brauchtum und bäuerlicher Kultur.
Weitere Informationen sowie die Anmeldemöglichkeiten werden in Kürze bekannt gegeben.
Der neue Steuerleitfaden
Wichtigste Änderungen
• Das frühere IVA-Minori-Heft wird nicht mehr verwendet
• Alle Einnahmen und Ausgaben werden nun über eine Excel-Tabelle erfasst
• Ortsgruppen sind von der elektronischen Fakturierung befreit
• Die MwSt. wird nicht mehr bezahlt
Alle wichtigen Informationen: www.sbj.it/de/service/steuern
Wichtigste Änderungen
Sommerzeit
Büro am Vormittag offen
Im Sommer gelten andere Öffnungszeiten:
Von Montag, 29. Juni, bis Freitag, 28. August, sind die Büros des Südtiroler Bauernbundes und somit auch das Landessekretariat der Südtiroler Bauernjugend am Vormittag von 8 bis 12 Uhr geöffnet.
Von Montag, 10. bis Freitag, 14. August, bleiben die Büros ganztägig geschlossen.
SBJ spendet 1.000 Euro an den Bäuerlichen Notstandsfonds
Die Südtiroler Bauernjugend hat 1.000 Euro aus dem Reinerlös des Bauernjugendballs an den Bäuerlichen Notstandsfonds gespendet.
„Der Bauernjugendball zählt zu den Höhepunkten im Veranstaltungskalender der SBJ. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher aus ganz Südtirol kamen zusammen, um einen festlichen Abend in Tracht zu erleben“, erzählt Landesobmann Raffael Peer. „Der Bauernjugendball bringt viele junge Menschen zusammen und zeigt, wie lebendig unsere Gemeinschaft ist. Umso wichtiger ist es uns, einen Teil dieses Erfolgs weiterzugeben und dort zu helfen, wo Unterstützung dringend gebraucht wird“, führt Landesleiterin Viktoria Kössler aus.
Der „Bäuerliche Notstandsfonds – Menschen helfen“ (BNF) unterstützt Familien und Einzelpersonen, die durch Krankheit, Unfall oder andere Schicksalsschläge unverschuldet in Not geraten. „Diese Spende ist ein starkes Zeichen von Solidarität und gelebtem Zusammenhalt innerhalb der bäuerlichen Gemeinschaft“, betont ein BNF-Obmann Sepp Dariz. „Gerade junge Menschen zeigen damit, dass Verantwortung füreinander keine Frage des Alters ist.“ Gerade in herausfordernden Zeiten ist es wichtig, füreinander da zu!
Spende an Haus der Geschützen Wohnungen
Die Südtiroler Bauernjugend hat am Mittwoch, 25. März im Rahmen ihrer Landesführungssitzung einen Scheck in Höhe von 1.000 Euro an das „Haus der geschützten Wohnungen“ übergeben.
Die Spende ist das Ergebnis einer besonderen Aktion rund um den Internationalen Tag der Frau, an dem die SBJ ihre Mitgliederversammlung abhielt. Die Firma Loacker sponserte für jede anwesende Frau eine Loacker Rose und die Südtiroler Bauernjugend spendet den aufgerundeten Betrag, den diese bei Bezahlung gekostet hätten, nun an das „Haus der geschützten Wohnungen“.
Die Einrichtung verfügt über sieben kleine Wohnungen mit Platz für maximal 21 Personen, darunter etwa sieben Frauen und mehrere Kinder. Viele der Bewohnerinnen kommen nach Gewalterfahrungen – meist durch Partner, aber auch in anderen familiären Konflikten. Die Aufnahme erfolgt oft über Polizei, Krankenhaus oder soziale Dienste, in Notfällen auch sofort und anonym. Ein Team aus Psychologinnen (für Frauen und Kinder), Verwalterinnen und freiwilligen Helferinnen unterstützt die Bewohnerinnen im Alltag.
Im Zuge der Landesführungssitzung wurde die Präsidentin des Hauses der geschützten Wohnungen Trixy von Pretz eingeladen, um den Mitgliedern der Landesführung einen Einblick in die Arbeit der Frauenhäuser zu geben. Das Haus der geschützten Wohnungen in Bozen ist ein Frauenhaus im Stadtzentrum, das Frauen und Kindern in schwierigen Lebenssituationen Schutz und Unterstützung bietet. Das Frauenhaus gehört zu den ersten seiner Art in Italien und wurde 1986 gegründet; 1989 zog die erste Frau ein.
Ziel ist es, den Frauen zu helfen, wieder ein selbstständiges Leben aufzubauen. Dazu gehören psychologische Betreuung und Hilfe bei der Arbeitssuche. Besonders wichtig sind dabei eine stabile Wohnsituation und ein geregeltes Einkommen. Die Frauen sollen normalerweise nach etwa sechs Monaten ausziehen, was jedoch manchmal aufgrund von Wohnungsmangel und persönlicher Situation schwierig ist. Der Alltag im Haus ist klar strukturiert: Es gibt Regeln, Gemeinschaftstreffen und gemeinsame Aktivitäten wie das Feiern von Festen oder Geburtstagen. Dadurch wird versucht, ein Gefühl von Sicherheit und Familie zu vermitteln. Ein großes Problem stellt die Wohnungssituation in Bozen dar, da die Mieten sehr hoch sind. Viele Frauen bleiben daher länger als geplant im Haus. Trotzdem gelingt es einigen, ein eigenständiges Leben aufzubauen, Arbeit zu finden und langfristig unabhängig zu werden.
Im Anschluss an den Bericht von Trixy von Pretz erfolgte die offizielle Übergabe des Spendenschecks in Höhe von 1.000 Euro, die Landesführung hat sich entschieden den Betrag aufzurunden. Mit dieser Spende möchte die Südtiroler Bauernjugend nicht nur finanzielle Unterstützung leisten, sondern auch ein klares Zeichen setzen: für mehr respektvollen Umgang miteinander.
Von Hühnerstall bis Olivenöl:
Landesführung erweitert Horizont
Am Wochenende vom 18. bis 19. April traf sich die Landesführung der Südtiroler Bauernjugend (SBJ) zu ihrer zweiten gemeinsamen Klausur. Ein besonderer Fokus lag dabei auf dem Kennenlernen landwirtschaftlicher Betriebe außerhalb Südtirols, um den Horizont zu erweitern und neue Impulse für die eigene Arbeit zu gewinnen.
Der Auftakt der Klausur erfolgte am Nachmittag des 18. April in Bozen. Von dort aus machte sich die Gruppe auf den Weg nach Ala im Trentino, wo sie den Hühnermastbetrieb, der zum „Agriturismo Maso Rocca“ gehört, besichtigte. Jungbauer Thomas Cavagna, den die Landesführung über die befreundete Jungbauernorganisation ANGA Trento kennt, führte durch seinen Betrieb und gewährte spannende Einblicke in die Geflügelmast.
„Es ist wichtig, sich Zeit zu nehmen um gemeinsam zu besprechen, was jedem Einzelnen wichtig ist.“
Viktoria Kössler
Auf rund 2.000 Quadratmetern Stallfläche hält Cavagna insgesamt etwa 18.000 Masthühner. Aufgrund von Krankheitsrisiken werden die Tiere ausschließlich im Innenbereich gehalten. Nach der Aufzucht werden die Hühner in Vicenza geschlachtet und anschließend in Supermärkten verkauft. Besonders betonte Cavagna die hohe
Qualität der Produktion: Die Tiere werden antibiotikafrei gehalten, und die gesamte Organisation erfolgt über eine zentrale Vermarktungsstruktur, an der mehrere Betriebe aus der Umgebung beteiligt sind – darunter auch ein Kusin des Jungbauern.
Im Anschluss an die Betriebsbesichtigung führte der Weg der Landesführung zur „Agraria Riva del Garda“, wo eine Olivenölverkostung auf dem Programm stand. Die Region rund um den Gardasee gilt als nördlichstes Olivenanbaugebiet Europas. Bei der Verkostung erhielten die Teilnehmenden Einblicke in die Produktion hochwertiger Extravergine-Olivenöle, die für ihre Qualität und ihren besonderen
Geschmack bekannt sind. Die „Agraria Riva“ verarbeitet in ihrer Ölpresse dabei die Oliven von rund 1.200 lokalen Olivenbauern und presst jede Lieferung einzeln kalt, um höchste Qualitätsstandards zu gewährleisten.
Der Abend klang schließlich in Brenzone bei einem gemeinsamen Fischessen aus.
Magdalener aus Gries ist Wein des Jahres
Am Donnerstag, den 14. Mai, lud die Südtiroler Bauernjugend bereits zum 27. Mal zur Landesweinkost in den Felsenkeller der Laimburg.
Zahlreiche Eigenbauweinproduzenten aus ganz Südtirol sowie viele Weininteressierte verkosteten insgesamt 43 Spitzenweine in sieben Kategorien.
Die Fachjury bestehend aus fünf Experten Die Bewertung der Weine in Farbe, Geruch und Geschmack übernahm die Fachjury, bestehend aus Anna Ebner (Kellerei St. Pauls), Peter Baumgartner (Obmann Kellerei Eisacktal), Johannes Flarer (Vinothek
Weinkommissar), Johann Rottensteiner (Brunnenhof), und Michael Dezini (Präsident der Weinfachgruppe der SBJ).
Magdalener bester Wein des Jahres Zum Höhepunkt des Abends wurde schließlich der „Wein des Jahres“ gekürt. Diese besondere Auszeichnung ging heuer an Alois Unterkofler aus Gries. Mit seinem Magdalener überzeugte er sowohl das Publikum als auch die Fachjury und sicherte sich damit den Titel des besten Weines des Jahres. Den gelungenen Abend ließen die Teilnehmer anschließend bei einem Glas Wein und einer Marende im Weißweinkeller gemütlich ausklingen.
Auch in den einzelnen Kategorien wurden herausragende Leistungen prämiert.
In der Kategorie Sekt setzte sich Jonas Schmid aus Salurn mit seinem Chardonnay durch. Platz zwei ging an Philipp Gummerer aus Brixen mit seinem Blatterle-Sekt, gefolgt von Angelika Dosser aus Schenna
mit ihrem Pet Nat Solaris.
Bei den neutralen Weißweinen gewann Johannes Kainzwaldner aus Villanders mit seinem Silvaner. Peter Geier aus Tramin belegte mit seinem Weißburgunder den zweiten Platz, Thomas Janser aus Latsch erreichte ebenfalls mit einem Weißburgunder Rang drei.
In der Kategorie der aromatischen Weißweine überzeugte Christof Viehweider aus Gries mit seinem Goldmuskateller. Stefan Matzoll aus Marling erreichte mit seinem Kerner Platz zwei, während Peter Geier aus Tramin mit seinem Gewürztraminer den dritten Platz belegte.
Die Kategorie der Vernatschweine entschied Alois Unterkofler aus Gries mit seinem Magdalener für sich. Sein Wein wurde am Ende des Tages auch als „Wein des Jahres“ ausgezeichnet. Zweiter wurde Simon Eisenstecken aus Eppan mit seinem Vernatsch, gefolgt von Johannes Ka-
inzwaldner aus Villanders, ebenfalls mit einem Vernatsch.
Bei den mittelschweren Rotweinen gewann Simon Morandini aus Salurn mit seinem Blauburgunder. Markus Clementi aus Tscherms belegte mit seinem Lagrein Rosé den zweiten Platz, Stephan Winkler aus Leifers erreichte mit seinem Blauburgunder Rang drei.
In der Kategorie der schweren Rotweine setzte sich Christoph Walcher aus Gries mit seinem Merlot durch. Arnold Terzer aus Kurtatsch erreichte mit seinem Cabernet Platz zwei, Sergio Wegher aus Kurtinig belegte mit seinem Cabernet Rang drei. Bei den Süßweinen gewann Peter Geier aus Tramin mit seinem Spätlese Sauvignon. Johannes Kainzwaldner aus Villanders erreichte mit seinem Silvaner Riesling den zweiten Platz, während Franz Josef Obexer aus Brixen mit seinem Portwein Zweigelt den dritten Platz belegte.
» Der „Wein des Jahres 2026“ bekam ein kleines Holzfass als Pokal
» Die Landesführung lies den Abend in Brenzone ausklingen
» Gutes Ölivenöl wurde verkostet
Treffen der Bezirksausschüsse
Am vergangenen Freitag, 29. Mai trafen sich die Bezirke der Südtiroler Bauernjugend in Graun bei Kurtatsch zum jährlichen Bezirksausschusstreffen. Neben dem besseren Kennenlernen darf beim Treffen der Bezirksausschüsse auch der Spaß nicht zu kurz kommen. Die SBJ-Bezirke Unterland und Bozen waren in diesem Jahr für die Organisation des Abends verantwortlich. Beim Essen ließen die Bezirksausschüsse den gemeinsamen Abend ausklingen.
Mit spannenden Spielen durch den Abend Um bei den verschiedenen Aufgaben und Spielen zu punkten, war heuer bei den rund 40 Funktionären vor allem Schnelligkeit und Geschick gefragt.
Für die Teams war es nicht ganz einfach, sich durch die Spiele zu kämpfen, denn nur mit vereinten Kräften war ein Sieg möglich. Bei einem Rundparcours mit Skiern für vier Personen war vor allem Teamwork gefragt. Das Wissen der Teilnehmer:innen wurde beim Zuordnen der verschiedener Milchsorten sowie beim Erraten bekannter Sprichwörter abgeprüft. Um Geschick und um Schnelligkeit ging es beim „Eierlauf“ sowie beim Stapeln der Becher, ohne dass der Turm umkippt.
Viel Konzentration wurde beim Puzzeln abverlangt. Die Organisatoren aus den SBJ-Bezirken Bozen und Unterland ließen bei den spannenden Spielen die Teilnehmer:innen an ihre Grenzen gehen und das eine oder andere Missgeschick war vorprogrammiert.
Glückliche Gewinner
Obwohl vor allem Unterhaltung und ein besseres Kennenlernen unter den Bezirken im Vordergrund standen, versuchte natürlich jede Gruppe, den Sieg zu holen. Auf die Sieger wartete je eine Flasche Wein. Diese gewann, das Team mit Michael Kaserer, Michael Mitterer (beide Bezirk Vinschgau), Michael Egger (Bezirk Meran) und Florian Mayr (Bezirk Pustertal). Die beiden organisierenden Bezirke übergaben der Siegermann-
schaft den Preis und bedankten sich bei den Helfern für die Organisation dieses gelungenen Zusammentreffens und bei den zahlreichen erschienen Bezirksausschussmitgliedern fürs dabei sein.
„Solche Treffen stärken den Zusammenhalt und fördern den Austausch zwischen den Bezirken“
Renten-Check-Up und alle wichtigen Informationen zur Absicherung im Alter bietet die Fachtagung der bäuerlichen Organisationen in nur einem Vormittag.
Die soziale Absicherung in der Landwirtschaft zählt zu den Schwerpunktthemen, denen sich der Südtiroler Bauernbund im Jahr 2026 verstärkt widmet. Um über die Möglichkeiten der Altersvorsorge und Absicherung in schwierigen Lebenssituationen zu informieren, organisiert die Südtiroler Bauernjugend gemeinsam mit den bäuerlichen Organisationen und der Abteilung Sozialberatung/Patronat ENAPA eine Fachtagung zum Thema Pensionsvorsorge. Die Veranstaltung richtet sich an alle Mitglieder und wird von der Seniorenvereinigung im SBB, der Südtiroler Bäuerinnenorganisation, dem Bauernbund sowie der Bauernjugend getragen. Im Mittelpunkt stehen Fragen rund um die staatliche Rente, die Zusatzvorsorge und die finanzielle Absicherung im Alter.
Während der zweistündigen Tagung erläutern die Fachleute des Patronats ENAPA verständlich, wie das beitragsbezogene Rentensystem funktioniert und welche Faktoren die spätere Rentenhöhe beeinflussen. Darüber hinaus werden verschiedene Möglichkeiten vorgestellt, wie Landwirtinnen und Landwirte ihre soziale Absicherung stärken können. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei der freiwilligen Zusatzrente
und den derzeit verfügbaren Fördermöglichkeiten für Zusatzrentenfonds. Anhand konkreter Praxisbeispiele wird aufgezeigt, weshalb es sinnvoll ist, sich bereits in jungen Jahren mit dem Thema Vorsorge auseinanderzusetzen. Die Referenten zeigen, welche Auswirkungen frühzeitige Entscheidungen auf die finanzielle Situation im Alter haben können und wie auch kleinere regelmäßige Einzahlungen langfristig zu einer besseren Absicherung beitragen.
Im Anschluss an die Tagung sind die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu einem Umtrunk eingeladen. Dabei bietet das Patronat ENAPA einen persönlichen
Renten-Check-up an. In individuellen Beratungsgesprächen können Interessierte erfahren, mit welcher Rentenhöhe sie nach aktuellem Stand rechnen können, wann ein Renteneintritt möglich ist und ob zusätzliche Vorsorgemaßnahmen empfehlenswert sind.
Die Fachtagung findet am Samstag, 14. November, um 9 Uhr in der Kellerei Kaltern statt. Die Teilnahme ist kostenlos. Mit dieser Initiative möchte die Südtiroler Bauernjugend das Bewusstsein für die Bedeutung einer frühzeitigen Vorsorge stärken und den Bäuerinnen und Bauern konkrete Hilfestellungen für ihre persönliche Absicherung bieten.
» Die diesjährige Siegergruppe freute sich über eine Flasche Wein.
Milchsorten mussten erraten werden.
...bei der Landesweinkost der Südtiroler Bauernjugend im Felsenkeller der Laimburg.
Und nicht zuletzt…
» „Junglandwirte stärken“
Bei der Südtiroler Sparkasse
Die Landesführung der Südtiroler Bauernjugend war am 29. April zu Gast bei der Südtiroler Sparkasse in Bozen.
Im Rahmen dieses Austauschs wurde das Agribusiness-Angebot der Bank vorgestellt, das speziell auf die Bedürfnisse von Landwirten und insbesondere von Junglandwirten ausgerichtet ist.
Im Mittelpunkt der Präsentation standen innovative Finanzierungsmodelle und maßgeschneiderte Lösungen, die jungen Bäuerinnen und Bauern den Einstieg, die Weiterentwicklung sowie die Übernahme landwirtschaftlicher Betriebe erleichtern sollen.
Besonders hervorgehoben wurden kurzfristige Finanzierungsmöglichkeiten wie der Agrarwechsel oder sogenannte „Bullet“-Kredite, die eine flexible Sicherung der Liquidität während des landwirtschaftlichen Jahres ermöglichen. Ebenso wurden langfristige Investitionsmodelle präsentiert, die etwa den Ankauf von Maschinen, die Modernisierung von Betrieben oder innovative Projekte unterstützen. „Die Finanzierung ist vor allem gleich nach der Hofübernahme von großer Bedeutung, denn in dieser Phase fallen hohe Kosten an, während die Erträge oft erst später einsetzen“, erklärt SBJ-Landesobmann Raffael Peer. „Deshalb sind solche Instrumente sehr wichtig, um jungen Menschen in der Landwirtschaft konkrete Perspektiven und Unterstützungsmöglichkeiten zu bieten.“
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