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50 Plus | Assistenzsysteme: Intelligente Helfer am Steuer​​

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Datum: 10.06.2022

50plus Zürich 6300 Zug 031 311 01 93 https://plus.ch/

Medienart: Print Medientyp: Spezial- und Hobbyzeitschriften Auflage: 69'663 Erscheinungsweise: 6x jährlich

Seite: 86 Fläche: 152'805 mm²

Auftrag: 651036 Themen-Nr.: 651.036

Referenz: 84672187 Ausschnitt Seite: 1/3

Intelligente Helfer am Steuer Mit neuen Technologien, wie das Antiblockiersystem ABS Ende der 1970er-Jahre, begannen die unterschiedlichsten elektronischen Helfer das Autofahren sicherer und damit entspannter werden zu lassen. Heute spricht man allgemein von Assistenzsystemen, mit denen dereinst Autos selbstständig fahren sollen. Was können aktuelle Helfer und was erwartet uns davon in naher Zukunft?

,

Fahrerassistenzsysteme überwachen inzwischen das ganze Autoumfeld. Dereinst soll mit diesen Infos das Auto autonom fahren, doch das bleibt vorerst ein Fernziel.

VON MARTIN SCHATZMANN

es noch vier. Auch die Zahl der Schwerverletzten reduzierte sich über diese Zeit um 80 Prozent.

Diese positive Entwicklung ist auf verschiedene Trotz immens gewachsenem Verkehr in den letzten Jah- Aspekte zurückzuführen. Zum einen sind es die steten ren hat sich das Unfallgeschehen sehr positiv entwickelt. Anpassungen im Strassenraum. Auch neue VerkehrsreEin Schlüsseljahr hierbei war 1971. Bis dahin nahmen geln, wie die Einführung von Tempolimits in den frühen Verkehr und Verkehrsunfälle stetig zu, danach wuchsen 70er-Jahren, tragen das ihre dazu bei. Und dann sind es nur noch Verkehr und Bevölkerung, die schweren Ver- die Fahrzeuge selbst, mit immer besserem Insassenschutz kehrsunfälle aber sanken kontinuierlich. Daten der bfu und neuen Systemen, welche die Beherrschung des Autos (Sinus-Bericht 2021) zeigen auf, dass 1971 im Schnitt pro im Notfall vereinfachen. Stichworte dazu: SicherheitsWoche 34 Personen tödlich verunfallten, im 2020 waren gurt, Airbag, Knautschzone, ABS-Bremse, ESP-Fahr-

ARGUS DATA INSIGHTS® Schweiz AG | Rüdigerstrasse 15, Postfach, 8027 Zürich T +41 44 388 82 00 | E mail@argusdatainsights.ch | www.argusdatainsights.ch


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dynamikkontrolle. Auf dem Weg hin zu «Null Verkehrstote» stopft die Industrie die Autos mittlerweile mit immer neuen Helfern voll. Gleichzeitig werden bestehende Systeme immer mehr verknüpft, um die Autos noch intelligenter werden zu lassen, denn sie sollen in der ferneren Zukunft einmal fahrerlos unterwegs sein. Hier ein paar Beispiele intelligenter Helfer.

die Technologie jedoch auf unk larer oder fehlender

Abstand halten Als Komfortelement für lange Strecken hat sich der Tempomat längst etabliert, wobei eine moderne Ausführung

Mercedes bietet in Deutschland seit Mitte Mai seinen »Drive Pilot» an. Bei dieser Neuentwicklung bleibt der

heute viel mehr kann, als nur das eingestellte Tempo beizubehalten. Dazu werden zusätzliche Sensoren benötigt, wie Kamera. Radar und I,idar, die aber meist in neueren Autos

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Bodenmarkierung (z. B. in Baustellers) an ihre Grenzen. Deshalb sollte man aktive Spurhalteassistenten als Unterstützung ansehen, sich aber nicht zu stark darauf verlassen und tunlichst von Dummheiten absehen, wie sie einzelne Tesla-Fahrer vorführten, indem sie während der Fahrt auf die Rücksitzbank gestiegen sind. Allerdings ändert sich gerade viel in diesem Bereich.

Fahrer zwar im Fahrersitz, er darf sich jedoch in bestimmten Situationen vom Verkehrsgeschehen abwenden und

andere Tätigkeiten vornehmen, wie Zeitung lesen oder Büroarbeiten verrichten (autonom Stufe 3).

wegen der Notbremssysteme serienmässig sind. Man spricht vom Abstandstemporuten, der die eingestellte Geschwindigkeit hält, aber auch den Abstand zum vorausfahrenden Wagen wahrt. Neue Systeme arbeiten bis zum Stillstand und fahren wieder los, wenn es vorne weitergeht.

Funktionierten frühe Abstandstempomaten eher unbefriedigend, bewerten wir die modernen Systeme als sehr hilfreich und als Sicherheitsgewinn. Man schliesst nicht mehr zu nah auf und das Auto merkt sofort, wenn sich der Verkehr verlangsamt. Autobauer und Versicherungen bestätigen, dass Fahrzeuge mit modernen Abstandstempomaten weniger in Unfälle verwickelt sind.

Automatisch Notbremsen Auch autonome Bremssysteme sind eher neu, aber heute bereits weitverbreitet. Sie erkennen Hindernisse wie stehender Verkehr. Das Auto bremst dann selbstständig ab, um eine Kollision zu verhindern. Hierfür nutzt das Auto die gleichen Sensoren wie für den Abstandstempomaten. Die Technik ist inzwischen so weit entwickelt, dass auch Fussgänger und Velofahrer erkannt werden. Selbst beim Manövrieren erkennen Autos eine Kollisionsgefahr, beispielsweise beim rückwärts Ausparkieren,

Spur halten Deutlich jünger als der Tempomai sind Systeme zum Hal-

ten der Spur. Sie erkennen die Fahrspur und warnen durch haptische, optische und akustische Signale vor »aus der Spur Fahren». Weiterentwickelte Systeme belassen es nicht bei der Warnung, sondern lenken selber und halten den Wagen somit aktiv in der Spur. Solches funktioniert vor allem beim langsamen Fahren auf überlasteten Stras-

sen zuverlässig. Bei höheren Geschwindigkeiten gerät

Die richtige Deutung des Umfelds hat sich beim Auto

stark verbessert.

Spurhalteunterstützung und Abstandstempor-net werden heute bereits kombiniert genutzt.

Die hinteren Sensoren erkennen herannahende Autos, bevor es der Fahrer von seinem Sitz aus sehen kann.

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wenn sich ein Fahrzeug auf der quer verlaufenden Strasse nähert. e nach Ausbaustandard wird der Fahrer akustisch gewarnt, oder das Auto bremst sogar automatisch. Einige Systeme bremsen auch dann, wenn man zu forsch auf eine

Mauer oder ein parkiertes Auto zu manövriert. Diese Notbremssysteme haben bereits viele Unfälle verhindert und sie werden ab diesem Sommer in Modellen mit neuer Typengenehmigung zum Serienumfang gehören. Parkieren lassen

Moderne Assistenzsysteme unterstützen auch das Parkieren. Sensoren erkennen eine passende Parklücke und das Auto manövriert sich selbstständig aufs Parkfeld. Doch während des Vorgangs muss der Fahrer Vorwärtsund Rückwärtsgang bedienen und die Bremse betätigen. Wir erleben das Ganze als ein eher kompliziertes Proze-

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weiter, denn man wird sein Auto nicht mehr selbst in einem Parking abstellen, vielmehr sucht sich das Auto ab

der Einfahrt sein Parkfeld selbstständig. In ersten Parkings laufen jetzt Versuche mit diesem autonomen ValetService, bis zu einer Realisierung dauert es aber wohl noch Jahre. Doch das wäre dann ein weiteres wichtiges Puzzleteil hin zum autonom fahrenden Auto.

EuroNCAP Vor 26 Jahren haben einige europäische Länder EuroNCAP gegründet, um Sicherheitsausrüstungen und

-Anforderungen zu standardisieren. Seither werden von EuroNCAP das Crashverhalten und die Funktion

von Assistenzsystemen in Realtests bewertet. Im ver-

dere. das kaum weniger aufwändig ist, als wenn der Fahrer selbst parkiert. Einzelne Hersteller bieten zusätzliche Parkierfunktionen, bei welchen der Fahrer aus dem Auto ausgestiegen

gangenen Jahr erzielte der Subaru Outback eine neue

ist. Mit einer Fernsteuerung (Zündschlüssel, Sm art-

Assistenzsysteme). In Bezug auf die Assistenzsysteme

phone) lenkt der Fahrer von aussen das Auto in die enge Garage oder ins enge Parkfeld. In Zukunft geht das noch

liegt der Outback zusammen mit dem Nissan Pashgai

Am Flughafen Stuttgart laufen Versuche mit dem autonomen ValetService, bei dem sich das Auto selbständig parkiert, ohne Fahrer im Auto.

Rekordbewertung, mit der höchsten je gemessenen Summe der vier Bewertungsfelder [Fussgängerschutz, Insassenschutz für Erwachsene und für Kinder und

mit je 95 von 100 möglichen Punkten auch weit vor den Produkten deutscher Premiummarken. www.euroncap.com

Der Subaru Subaru Outback war auch wegen seiner Assistenz-

systeme im Jahr 2021 das sicherste Auto bei EuroNCAP.

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