str teachware Urs Saxer
Thomas Tobler
Heinz Rüfenacht
Ausgabe 2026/27

Grundlagen
Wirtschaft & Recht

Betriebswirtschaft
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str teachware Urs Saxer
Thomas Tobler
Heinz Rüfenacht
Ausgabe 2026/27

Grundlagen
Wirtschaft & Recht

Betriebswirtschaft
Ausgabe für Lehrperson
Lehrmittelreihe «Grundlagen Wirtschaft und Recht»
Betriebswirtschaft
Kapitel 1 «Unternehmens- und Geschäftsmodelle»
Ausgabe für Lehrperson
Zusatzmaterial
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Glossar
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1. Auflage 2026/2027
© copyright STR teachware GmbH, St. Gallen, www.strteachware.ch
Umschlag: schmizz communicate 360° GmbH, Schaffhausen
Druck: Copy + Print AG, Schaffhausen
Die moderne Wirtschaft lebt von einer grossen Vielfalt an Unternehmen, die unterschiedlichste Bedürfnisse abdecken und sich in Grösse, Rechtsform, Eigentumsverhältnissen und Ausrichtung unterscheiden. Diese Vielfalt ermöglicht eine dynamische Wirtschaftslandschaft, in der traditionelle Betriebe ebenso Platz finden wie innovative Start-ups.
Gleichzeitig müssen Unternehmen laufend auf Entwicklungen in ihrer Umwelt reagieren und Zielkonflikte zwischen verschiedenen Anspruchsgruppen bewältigen. Ein klar formuliertes Leitbild, eine stimmige Strategie und gut abgestimmte Prozesse bilden dabei die Basis für wirkungsvolles Handeln.
Wertschöpfung entsteht, wenn Unternehmen echten Nutzen für Kunden und Gesellschaft schaffen. Die Analyse und Weiterentwicklung von Geschäftsmodellen sowie der Einsatz geeigneter Frameworks sind entscheidend, um Innovationen hervorzubringen und langfristig erfolgreich im Wettbewerb zu bestehen.
Kompetenzen aus dem Rahmenlehrplan Gymnasiale Maturitätsschulen mit möglichem Lektionenbudget für Grundlagenfach und Schwerpunktfach Grundlagen Schwerpunkt
1a. Die Vielfalt der Unternehmen anhand von Merkmalen vergleichen.
(z.B. Wirtschaftssektor, Branche, Grösse, Eigentumsverhältnisse, Profitorientierung, Rechtsform)
1b. Anhand von Unternehmensmodellen Wechselwirkungen zwischen dem Unternehmen und der Unternehmensumwelt erläutern und unternehmerische Entscheidungen in Zielkonflikten beurteilen.
(z.B. Umweltsphären, Anspruchsgruppen)
1c. Mittels eines Geschäftsmodells Elemente und Erfolgsfaktoren der unternehmerischen Tätigkeit aufzeigen.
(z.B. Business Model Canvas, Business Model Navigator, Innovation)
1d. Prozesse der strategischen Unternehmensführung erläutern und auf Beispiele anwenden.
(z.B. Situationsanalyse, Strategieentwicklung und -umsetzung, Evaluation; Businessplan)
1 Bedürfnisse und Güter 22
2 Sektoren und Branchen 24
3 Unterschiede Unternehmen 24
6
9 Zwei Unternehmensmodelle im Vergleich
– Ideen systematisch entwickeln
10 Von der Geschäftsidee zum Geschäftsmodell 18
11 Geschäftsmodelle visualisieren und weiterentwickeln 19
Zusammenhänge erkennen, Zusammenleben gestalten
12 Unternehmerisch denken und handeln ................................................................ 21
4 Unternehmen und Umwelt 27
5 Umweltsphären 28
6 Anspruchsgruppen 31
7 Unternehmenskonzept 33
8 Prozesse – Wertschöpfung 34
9 Unternehmensmodelle .......... 35 10 Geschäftsideen 40 11 Geschäftsmodelle 40 12 Unternehmerisch
(Ausgabe für Lehrperson)
(Ausgabe für Lehrperson)
Aus der Vogelperspektive betrachtet, bietet der Wirtschaftsraum Schweiz ein faszinierendes Bild: Etwa 5,1 Mio. Beschäftigte arbeiten in mehr als 600 000 Unternehmen1). Viele dieser Wirtschaftsteilnehmer sind eng miteinander verflochten. Rohstoffe und Fertigprodukte werden durch Transportunternehmen auf der Schiene oder Strasse, in der Luft oder eventuell auf dem Schiffsweg vom Lieferanten zum Kunden geliefert. Innerhalb eines einzelnen Unternehmens arbeiten viele Angestellte in unterschiedlichen Abteilungen zusammen und ergänzen sich in ihren Arbeitsbereichen je nach Position, Ausbildung und Fertigkeiten. Die Güter- und Personenströme machen nicht an der Grenze Halt: Rohstoffe werden aus dem Ausland eingeführt, Fertigprodukte und Dienstleistungen in alle Welt verkauft, Touristen besuchen die Schweiz als Ferienland, und Schweizerinnen und Schweizer verbringen ihre Ferien häufig im Ausland.
Näher hingezoomt wird ersichtlich, dass zwischen den Wirtschaftsteilnehmern ein Wettbewerb stattfindet und dass keinesfalls vollkommene Harmonie besteht. Auf dem Mobilfunkmarkt bieten beispielsweise Swisscom, Sunrise und Salt fast identische Produkte an. Die Unternehmen versuchen sich deshalb durch ihre Werbung voneinander abzuheben, um für sich selbst so viele Kunden wie möglich zu gewinnen. Unternehmen, die nicht erfolgreich arbeiten, scheiden aus dem Wirtschaftsprozess aus. Die Angestellten ver lieren ihre Arbeitsplätze, Eigentümer und weitere Kapitalgeber ihr investiertes Kapital. Auf der Suche nach einer neuen Stelle konkurrenzieren sich auch Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gegenseitig: Für eine neu ausgeschriebene Stelle in einem Unternehmen bewerben sich vielleicht 50 bis 100 Personen gleichzeitig.
Die Wirtschaftsteilnehmer entscheiden sich in den meisten Fällen aufgrund des Preises für das eine oder andere Produkt. Ein Unternehmen bezieht seine Rohstoffe konsequent beim günstigsten Lieferanten. Ein anderes Mal ist vielleicht die Qualität eines Produktes oder einer Dienstleistung ausschlaggebend. Ein Arbeitgeber entscheidet sich aufgrund von Ausbildung, Erfahrung und Fachwissen, Leistungsbereitschaft, Team- und Kommunikationsfähigkeit für eine bestimmte Angestellte. Die vielen wirtschaftlichen Aktivitäten erfordern somit von allen Beteiligten eine Vielzahl von Entscheidungen.

1) «Unternehmen» wird auch als «Betrieb», «Geschäft» oder «Firma» bezeichnet, wobei «Firma» den rechtlichen Begriff für den Namen eines Unternehmens darstellt.
Unsere Bedürfnisse gelten als Ausgangspunkt des wirtschaftlichen Handelns. Unter einem Bedürfnis verstehen wir das Empfinden eines Mangels und den damit verbundenen Wunsch, diesen Mangel zu beheben. Wir haben Durst oder Hunger (d. h. einen Mangel an Flüssigkeit und Nahrung) und möchten deshalb etwas trinken oder essen (d. h. den Mangel beseitigen). Wenn jemand einen Mangel empfindet und über genügend Geldmittel verfügt, erwirbt er oder sie ein bestimmtes Produkt oder stellt das gewünschte Gut selbst her.
■ Gliederung der Bedürfnisse
Unterscheidung der Bedürfnisse nach
der Dringlichkeit dem Bedürfnisträger dem Gegenstand
Existenzbedürfnisse
Wahlbedürfnisse
Grundbedürfnisse
Luxusbedürfnisse
Ind ividualbedürfnisse
Kollektivbedürfnisse materielle Bedürfnisse immaterielle Bedürfnisse
Mit den Existenzbedürfnissen werden die absolut lebensnotwendigen Bedürfnisse nach Nahrung, Kleidung und Unterkunft befriedigt. Sie sind in den ärmsten Ländern dieser Welt auch heute noch von zentraler Bedeutung.
In den reichen, hoch entwickelten Volkswirtschaften sind die lebensnotwendigen Bedürfnisse weitgehend befriedigt. Hier haben die Menschen die Wahl, welche weiteren Bedürfnisse befriedigt werden sollen; entsprechend spricht man von Wahlbedürfnissen. Die Grundbedürfnisse umfassen dabei diejenigen Bedürfnisse, die sich aus dem allgemeinen sozialen und gesellschaftlichen Lebensstandard ergeben. Dies können beispielsweise Wohnungseinrichtungen, Haushaltgegenstände, kulturelle Freizeitbedürfnisse wie Kino, Konzerte oder Theateraufführungen sein.
Luxusbedürfnisse (z. B. ein Luxus- oder ein Zweitauto, teurer Schmuck oder eine Zweitwohnung) können sich nur Leute in gehobenen Einkommensklassen leisten. Die einzelnen Bedürfniskategorien sind nicht fix definiert. Die Zuordnung zu Grund- oder Luxusbedürfnissen ist fliessend und von den Wertvorstellungen der Gesellschaft einer bestimmten Epoche abhängig. Was für Ihre Grosseltern noch ein Luxusbedürfnis war, z. B. ein Geschirrspüler, gehört heute zur Standardausstattung einer gut ausgestatteten Mietwohnung und spiegelt damit ein Grundbedürfnis vieler Wohnungsmieter wider.
Eine weitere Unterscheidungsmöglichkeit ist jene zwischen Individual- und Kollektivbedürfnis. Der Entscheid für den Kauf eines Smartphones geht von einer individuellen Person aus – wir sprechen deshalb von einem Individualbedürfnis. Im Gegensatz dazu können Kollektivbedürfnisse nur von mehreren Menschen zusammen (im Kollektiv) befriedigt werden. Grossprojekte wie der Ausbau des öffentlichen Verkehrs, die Neue Eisenbahn-AlpenTransversale (NEAT), ein zweiter Autobahntunnel durch den Gotthard, aber auch die gesamte Landesverteidigung können praktisch nur durch den Staat realisiert werden.
Schliesslich können wir die Bedürfnisse danach unterscheiden, ob sie auf Gegenstände abzielen, die man anfassen kann ( materielle Bedürfnisse), oder ob sie im religiösen, emotionalen oder geistigen Bereich befriedigt werden ( immaterielle Bedürfnisse). Beispiele für immaterielle Bedürfnisse sind das Verlangen nach Macht, Ansehen, Geborgenheit oder Gerechtigkeit.
■ Bedürfnisse ohne Ende
Auch in wirtschaftlich hoch entwickelten Ländern, in denen man vermuten würde, es seien sämtliche Bedürfnisse aller Menschen erfüllt, tauchen immer wieder neue Bedürfnisse auf: Obwohl die Menschen in den hoch entwickelten Industriestaaten nicht (mehr) an Hunger leiden, gibt es immer wieder neue Nahrungsmittel, die einfacher oder schneller zubereitet
werden können. Auch das Grundbedürfnis nach Kleidung ist in diesen Gesellschaften für die meisten Menschen vollständig abgedeckt. Trotzdem bieten Kleidergeschäfte Saison für Saison mit viel Erfolg neue Kleidungsstücke an, die von der Kundschaft auch gekauft werden, während noch gute, funktionsfähige Kleider über Kleidersammlungen karitativer Organisationen entsorgt werden (ein weiterer Hinweis dafür, dass der Übergang von Existenz- zu Grund- und Luxusbedürfnissen stark zeit- und gesellschaftsabhängig ist).

Der Rolls-Royce La Rose Noire Droptail gilt heute als teuerstes neues Strassenfahrzeug der Welt; sein Preis wird auf rund 30 Millionen US-Dollar geschätzt.
■ Die Bedürfnisse nach Maslow
Unabhängig von der eben vorgestellten Gliederung der Bedürfnisse nach ihrer Dringlichkeit hat der Soziologe Abraham Maslow eine «Bedürfnispyramide» mit fünf unterschiedlichen Bedürfniskategorien entwickelt. Gemäss seiner Theorie sollten die Bedürfnisse der jeweils unteren Stufe vollständig befriedigt sein, bevor die nächsthöheren Bedürfnisse für das menschliche Handeln überhaupt bestimmend werden.
5. Bedürfnis nach Selbstverwirklichung
4. Bedürfnis nach Wertschätzung
3. Soziale Bedürfnisse
2. Sicherheitsbedürfnisse
1. Grundbedürfnisse (physiologische Bedürfnisse)
Die fünf Bedürfniskategorien nach Maslow sind:
■ Grundbedürfnisse (= physiologische Bedürfnisse, z. B. Nahrung, Wärme, Schlaf, Selbsterhaltung, Sexualität oder Bewegung) haben eine körperliche Grundlage.
■ Unter den Sicherheitsbedürfnissen ist z. B. die Absicherung eines erreichten Einkommens oder des Arbeitsplatzes zu verstehen, aber auch das Absichern vor den Folgen von Unfall oder Krankheit durch eine entsprechende Versicherung.
■ Soziale Bedürfnisse umfassen Zugehörigkeitsbedürfnisse zu einer Gemeinschaft, zu einem Freundeskreis oder den Wunsch nach Geborgenheit in der Familie.
■ Das Bedürfnis nach Wertschätzung äussert sich im Wunsch nach Anerkennung durch soziale Beziehungen (Achtung, Lob, Ruhm oder soziales Ansehen durch die Stellung in der Gesellschaft).
■ Selbstverwirklichungsbedürfnisse beinhalten das Streben nach Freiheit und Unabhängigkeit, das Bedürfnis, sich weiterzuentwickeln.
(Ausgabe für Lehrperson)
Wieweit wir ein bestimmtes materielles Bedürfnis befriedigen können, hängt häufig davon ab, ob wir über ausreichende Geldmittel verfügen, um uns etwas kaufen zu können. Wenn Menschen mit ihren Bedürfnissen über genügend Kaufkraft verfügen, entsteht eine Nachfrage am Markt. Die Unternehmen versuchen, mit ihrem Angebot an Sachgütern oder Dienstleistungen dieser Nachfrage zu entsprechen.
Die Unternehmen stellen durch den Einsatz der Produktionsfaktoren Arbeit, Wissen, Kapital und Boden Güter her und bieten diese am Markt an. Unter dem Produktionsfaktor Arbeit verstehen wir die Erwerbsarbeit der Menschen. Neben der reinen Arbeit ist auch Wissen (Know-how) für die Herstellung von Sachgütern oder Dienstleistungen notwendig. Nur wenn man weiss, wie etwas erfolgreich produziert und vermarktet werden kann, ist man am Markt erfolgreich. Zum Produktionsfaktor Kapital zählen wir das in den Unternehmen vorhandene Sachkapital. Dazu gehören Gebäude, Maschinen, Werkzeuge oder Computer, die den Produktionsprozess überhaupt erst ermöglichen. Der Produktionsfaktor Boden (oder Natur) dient als Grundlage für Unternehmensstandorte, Verkehrswege oder Wohnraum. Er ist aber auch die Grundlage für die Landwirtschaft und den Tourismus und liefert die Rohstoffe für die Produktion von materiellen Gütern.
■ Wirtschaftliche Güter
Die von Unternehmen hergestellten Produkte bezeichnen wir als wirtschaftliche Güter. Nur wenn Güter knapp sind, sind die Wirtschaftsteilnehmer überhaupt bereit, dafür einen Preis zu bezahlen. Ist ein Gut nämlich in unbeschränktem Mass vorhanden, kann es nicht bewirtschaftet werden und hat deshalb keinen Preis. Man spricht dann von einem «freien Gut». Freie Güter sind in der Natur in einer derartigen Menge vorhanden, dass niemand bereit ist, dafür einen Preis zu bezahlen. Beispiele dafür sind Luft oder Wasser. Allerdings werden ursprünglich freie Güter infolge des Bevölkerungswachstums und der entsprechenden wirtschaftlichen Aktivitäten zunehmend knapp; sie bekommen damit den Charakter von wirtschaftlichen Gütern. Sobald frisches, sauberes Wasser knapp wird und nicht (mehr) frei verfügbar ist, werden die Wirtschaftsteilnehmer bereit sein, einen Preis dafür zu bezahlen – es wird sich ein Markt bilden, in welchem Unternehmen gegen Bezahlung Wasser anbieten. Das Gut Wasser ist damit zu einem wirtschaftlichen Gut geworden, das bewirtschaftet wird. Sachgüter (materielle Güter) können angefasst werden. Sie sind entweder in der Natur bereits vorhanden oder sie werden von Menschen hergestellt. Im Gegensatz dazu sind immaterielle Güter nicht gegenständlich; sie sind körperlich nicht vorhanden und können deshalb nicht angefasst werden. Beispiele für Dienstleistungen sind die Informationsvermittlung via Internet, der bargeldlose Zahlungsverkehr oder die juristische Beratung einer Anwältin. Solche Leistungen können nicht «gelagert» werden, es gibt kein Eigentum an ihnen, und sie sind unsichtbar. Sie sind aber wie viele Sachgüter das Ergebnis von Produktionsprozessen.
(Ausgabe für Lehrperson)
■ Gliederung der Güter nach verschiedenen Kriterien
nach Verfügbarkeit
Freie Güter sind in unbeschränktem Mass vorhanden und haben keinen Preis
Wirtschaftliche Güter werden von Unternehmen auf den Märkten angeboten
nach Gegenständlichkeit
Sachgüter (materielle Güter) können angefasst werden
Immaterielle Güter sind nicht physisch (körperlich) vorhanden
nach Verwendungszweck
Konsumgüter d ienen dem Konsum
Dienstleistungen Rechte
Investitionsgüter werden im Wirtschaftsprozess verwendet, um Güter herzustellen
nach Nutzungsdauer
Gebrauchsgüter dienen einer längerfristigen Nutzung, können wiederholt gebraucht werden
Verbrauchsgüter dienen der einmaligen Nutzung, werden mit ih rem Einsatz verbraucht
Die andere Kategorie von immateriellen Gütern sind Rechte. Damit umschreibt man z. B. die Nutzung eines Patentes (dem Recht zur alleinigen Nutzung und Verwertung einer Erfindung) oder einer Lizenz (einer Genehmigung, eine patentierte Erfindung nutzen zu dürfen). Auch die verschiedenen Nutzungen aus Verträgen wie z. B. Arbeitsleistung aus einem Arbeitsvertrag oder die Benutzung von Räumen aus einem Mietvertrag gehören zu den Rechten. Wenn Güter direkt dem Konsum der privaten Haushalte dienen, sprechen wir von Konsumgütern. Beispiele dafür sind Nahrungsmittel, allgemeine Gebrauchsgegenstände, Unterhaltungselektronik, Wohnungseinrichtungen oder Kleider. Investitionsgüter nennen wir Güter, die im Wirtschaftsprozess verwendet werden. Mithilfe von Werkzeugen, Maschinen und Rohstoffen werden letztlich Konsumgüter (oder wiederum Produktionsgüter) hergestellt. Ein Bleistift, der von einem Grafiker verwendet wird, ist beispielsweise ein Investitionsgut, weil damit an der Erbringung der Dienstleistung «Grafik» mitgewirkt wird; derselbe Bleistift einer Schülerin ist ein Konsumgut, weil damit kein anderes wirtschaftliches Gut hergestellt wird.
Um die rund 600 000 Unternehmen zu gliedern und zu charakterisieren, wird häufig ihre Zugehörigkeit zu einem der drei Wirtschaftssektoren bzw. zu einer bestimmten Branche oder einem Wirtschaftszweig verwendet.
Unter einer Branche verstehen wir die Zusammenfassung von Unternehmen, die gleichartige Produkte herstellen oder gleichartige Dienstleistungen erbringen.
Zum ersten oder primären Wirtschaftssektor zählen Unternehmen, die sich mit der Gewinnung von Naturerzeugnissen befassen. Es sind dies Betriebe aus den Wirtschaftszweigen Land-, Forstwirtschaft und Jagd sowie Fischerei und Fischzucht und Bergbau. Gesamtschweizerisch arbeiten heute nur noch gut 3 % aller Beschäftigten in diesem Sektor.
Der zweite oder sekundäre Wirtschaftssektor umfasst Unternehmen aus dem verarbeitenden Gewerbe und der Industrie, aus der Energie- und Wasserversorgung sowie dem Baugewerbe. In diesem Sektor sind gut ein Fünftel (21 %) aller Beschäftigten tätig. Die Branchenübersicht – die weitere Unterteilung eines Wirtschaftssektors – zeigt ein sehr vielfältiges Bild, sind doch im Wirtschaftszweig «Verarbeitendes Gewerbe, Industrie» sowohl kleinere gewerbliche Betriebe als auch grosse Industrieunternehmen vom Nahrungsmittelbereich über Holzverarbeitung, die chemische Industrie, den Metall- und Maschinenbau bis hin zum Fahrzeugbau vertreten.
Die Unternehmen des dritten oder tertiären Sektors stellen keine materiellen Güter her, sondern erbringen Dienstleistungen (= immaterielle Güter), die in vielen Fällen bei ihrer Herstellung bzw. ihrem Konsum verbraucht werden (= Verbrauchsgüter). Beschäftigungsmässig ist der tertiäre Sektor in unserem Land der wichtigste Bereich. Hier arbeiten drei Viertel (76 %) aller Beschäftigten. Der Dienstleistungssektor umfasst ebenfalls eine Vielzahl unterschiedlicher Branchen. So ist der Tätigkeitsbereich von Handelsbetrieben, beispielsweise eines Kleidergeschäftes, kaum mit demjenigen eines Treuhandbüros vergleichbar; Banken offerieren völlig andere Dienstleistungsprodukte als eine Bergbahn, und die vielfältigen Dienstleistungen einer Stadtverwaltung können nicht mit den Leistungen eines Kantonsspitals verglichen werden.
Rohstoffgewinnung
Erster (primärer) Sektor
Wirtschaftssektoren
Fabrikation/Verarbeitung
Zweiter (sekundärer) Sektor
Dienstleistungen
Dritter (tertiärer) Sektor
Die Sektoren werden weiter unterteilt in Wirtschaftszweige (= Branchen)
■ Land-, Forstwirtschaft, Jagd, Fischzucht
■ Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden, z. B. Gewinnung von Natursteinen (Granit, Marmor), Gewinnung von Sand und Kies (Kieswerke)
■ Verarbeitendes Gewerbe/ Herstellung von Waren
– Nahrungs- und Genussmittel, Getränke, Tabak
– Textilindustrie und Lederverarbeitung
– Holzwaren (ohne Möbel)
– Papierherstellung und Druckgewerbe
– Kokerei, Mineralölverarbeitung
– Chemische Industrie
– Gummi- und Kunststoffverarbeitung, Glas-, Beton-, keramische Industrie
– Metallindustrie
– Elektronische und optische Geräte
– Elektrische Ausrüstungen
– Maschinenbau
– Fahrzeugbau
– Herstellung von Möbeln
– Reparatur und Installation von Maschinen
■ Energieversorgung
■ Wasserversorgung, Abwasser- und Abfallentsorgung
■ Baugewerbe (Hoch- und Tiefbau, Ausbaugewerbe)
■ Handel und Reparatur von Motorfahrzeugen
■ Verkehr, z. B. Eisenbahn, Transport- und Speditionsunternehmen, Post- und Kurierdienste
■ Gastgewerbe, z. B. Hotels und Restaurants
■ Medien und IT-Dienstleistungen
■ Finanz- und Versicherungsdienstleistungen
■ Grundstücks- und Wohnungswesen
■ Freiberufliche Dienstleistungen, z. B. Rechts- und Unternehmensberatung, Architektur- und Ingenieurbüros, Werbung und Marktforschung
■ Sonstige Dienstleistungen, z. B. Personal- und Stellenvermittlung, Reisebüros, Sicherheitsdienste und Gebäudebetreuung
■ Öffentliche Verwaltung, Verteidigung, Sozialversicherung
■ Erziehung und Unterricht, d. h. Schulen aller Art und aller Stufen
■ Gesundheits- und Sozialwesen, z. B. Spitäler, Arztpraxen, Alters- und Pflegeheime
■ Kunst, Sport und Erholung, z. B. Bibliotheken und Museen, Fitnesszentren
■ Sonstige (persönliche) Dienstleistungen, z. B. Coiffeurund Kosmetiksalons
(Ausgabe für Lehrperson)
■ Verschiedene Unternehmensgrössen
In allen drei Wirtschaftssektoren gibt es Mikro-, Klein-, Mittel- und Grossunternehmen. So kommen die Frühstücksgipfeli auf dem Morgentisch vielleicht aus einer gewerblichen Kleinbäckerei, einem sogenannten Mikrounternehmen mit bis zu 9 Angestellten; sie könnten aber auch in einer Grossbäckerei mit über 1000 Angestellten gebacken worden sein.
■ Gliederung der Unternehmen nach ihrer Grösse (2023)
■ Anzahl Unternehmen
■ Anzahl Beschäftigte
Mikrounternehmen (1 bis 9 Besch.)
Kleine Unternehmen (10 bis 49 Besch.) Mittlere Unternehmen (50 bis 249 Besch.) Grosse Unternehmen (250 und mehr Besch.)
Quelle: BFS, Statistik der Unternehmensstruktur (STATENT), Neuer Datensatz 2023
In der Öffentlichkeit wird «die Wirtschaft» oft durch Schlagzeilen von Umstrukturierungen in Grossbetrieben dargestellt. In Wirklichkeit wird die Schweizer Wirtschaft allerdings durch die kleinen und mittleren Unternehmen (= KMU) mit weniger als 250 Beschäftigten* geprägt. KMU machen über 99 % aller Unternehmen aus, 2/3 aller Arbeitskräfte arbeiten in KMU, und nur 1/3 sind in Grossunternehmen beschäftigt. Innerhalb der KMU spielen Mikrounternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten eine bedeutende Rolle: Mit gut 1,1 Mio. Beschäftigten entfallen auf diese Kategorie mehr als 1/4 aller Arbeitsplätze. Vor allem im Bereich der persönlichen Dienstleistungen dominieren Kleinunternehmen, weil viele Dienstleistungen sehr kundenbezogen sind.
Grossunternehmen sind in der Lage, ihre Produkte und Dienstleistungen zu günstigeren Verkaufspreisen anzubieten, weil sie die Herstellungskosten auf eine grosse Verkaufsmenge verteilen können. Zudem sind häufig nur Grossunternehmen mit ihren speziellen Maschinen und ihrem grossen Know-how in der Lage, bestimmte Produkte überhaupt herzustellen. Grossunternehmen spielen deshalb eine zentrale Rolle im Aussenhandel. Ein Klein- oder Mittelunternehmen kann z. B. kein komplettes Gasturbinenkraftwerk zur Erzeugung von elektrischem Strom liefern, wie es der Grossbetrieb ABB (Asea Brown Boveri) in seinem Sortiment anbietet. KMU verfügen oft auch nicht über Vertriebskanäle im Ausland, und ihr internationaler Bekanntheitsgrad ist deshalb in der Regel gering.
Die «Handelszeitung» erstellt jährlich eine Auflistung der grössten Unternehmen der Schweiz aufgrund des erwirtschafteten Umsatzes. Der Verkaufsumsatz ist zwar das am häufigsten verwendete Vergleichskriterium für die Unternehmensgrösse. Daneben werden aber je nach Branche – neben der Anzahl der Beschäftigten – noch weitere Kriterien wie z. B. die mögliche Kapazität eines Transportunternehmens, die Produktionsmenge (der Output), die Anzahl der Filialen, das Vermögen (Bilanzsumme) bei Banken, die Prämienerträge bei Versicherungen oder das Honorarvolumen bei Treuhandunternehmen herangezogen.
■ Die grössten Unternehmen der Schweiz, nach Umsatz (2025)
1 Vitol Genf ca. 281 Energie-, Rohstoff-, Mineralölhandel
2 Glencore Baar ca. 203 Rohstoffhandel, Bergbau
3 Cargill International Genf ca. 126 Agrar-, Lebensmittel-, Rohstoffhandel
4 Gunvor Group Genf ca. 118 Energie- und Rohstoffhandel
5 Mercuria Energy Group Genf ca. 105 Energie- und Rohstoffhandel
6 Nestlé Vevey 89.5 Nahrungsmittel
7 Roche Holding Basel 61.5 Pharma, Diagnostik
8 Novartis Basel ca. 44.7 Pharma
9 Coop-Gruppe Basel 35.5 Handel, Produktion
10 Migros-Gruppe Zürich 32.5 Handel, Dienstleistungen, Industrie
11 ABB Zürich ca. 27.2 Elektrotechnik, Automation, Industrie
12 Kühne + Nagel International Schindellegi 24.5 Logistik und Spedition
Quelle: Eigene Zusammenstellung nach Unternehmensangaben 2025. * Unter einem «Beschäftigten» verstehen wir eine Vollzeitstelle; dies entspricht bei Belegung einer Stelle durch mehrere Teilzeitbeschäftigte einem Vollzeitpensum.
■ Verschiedene Eigentumsverhältnisse
Wem gehören eigentlich die vielen unterschiedlichen Unternehmen, die Landwirtschaftsbetriebe, Handels- und Produktionsbetriebe, Banken, Versicherungen, Reisebüros, Hotels oder die öffentlichen Verwaltungen? Jedes dieser Unternehmen hat eine bestimmte Trägerschaft. Im Falle von Einzelfirmen sind die Eigentumsverhältnisse klar: Die Unternehmerin ist gleichzeitig Eigentümerin. Es sind allerdings auch andere als rein private Eigentumsverhältnisse möglich.
Bei den Eigentumsverhältnissen gibt es drei Möglichkeiten:
Private Unternehmen
sind vollständig in Privateigentum
■ Novartis
■ Nestlé
■ UBS
■ Private Unternehmen
Gemischtwirtschaftliche Unternehmen
neben Privatpersonen ist auch der Staat Teilhaber am Unternehmen
■ Schweizerische Nationalbank
■ Flughafen Zürich AG
■ Swisscom
Staatliche (öffentliche) Unternehmen
sind vollständig im Eigentum des Staates
■ SBB
■ Die Post
■ SUVA
In einer freiheitlichen Wirtschaftsordnung wird durch die in der Verfassung festgelegte Eigentumsfreiheit garantiert, dass das Eigentum des Einzelnen geschützt wird. Durch ein weiteres Grundrecht, die Wirtschaftsfreiheit, wird festgelegt, dass jede Person ihren Beruf oder ihr Gewerbe frei wählen kann. Entsprechend diesen Grundsätzen befindet sich der Grossteil aller Unternehmen in den Händen von Privatpersonen.
■ Staatliche Unternehmen
Die Berücksichtigung und der Ausgleich der unterschiedlichen Interessen in der Gesellschaft, das «Wohl der Allgemeinheit», auch «öffentliches Interesse» oder « Service public» genannt, führen dazu, dass bestimmte Dienstleistungen von staatlichen (öffentlichen) Unternehmen angeboten werden. Staatsbetriebe begründen ihr Vorhandensein damit, dass bei privatwirtschaftlicher Geschäftstätigkeit die Interessen von einzelnen Gesellschaftsgruppen, wie z. B. erschwingliche Preise oder die gleichmässige Versorgung mit Gütern und Dienstleistungen, zu wenig berücksichtigt werden. Wenn die staatlichen Unternehmen andererseits das alleinige Recht zum Verkauf der Produkte besitzen, erhalten sie eine Monopolstellung und sind damit keinem direkten Konkurrenzdruck mehr ausgesetzt.
■ Die SBB: Ein privates Bahnunternehmen würde die Preise der Nachfrage entsprechend festsetzen. Die Fahrkarten für selten befahrene Strecken würden teurer, unrentable Strecken gar ganz geschlossen. Die Verkehrsverbindungen in entlegene Ortschaften wären bei privatwirtschaftlichen Verkehrsbetrieben nicht mehr im gleichen Ausmass gewährleistet.
■ Die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA) ist als staatliches Unternehmen eingerichtet worden, um Handwerks- und Gewerbebetriebe mit erhöhter Unfallgefahr zu tragbaren Prämien zu versichern.
■ Mit staatlichen Spitälern soll eine gleichmässige Gesundheitsversorgung der Bevölkerung erreicht werden.
■ Die Dienstleistungen der Post werden zu einheitlichen Preisen auch in entlegenen Gebieten angeboten: So wird ein Brief innerhalb von Zürich für den gleichen Preis befördert wie ein Brief von Zermatt im Wallis nach Brülisau bei Appenzell.
Der Staat kann aber auch noch anders Einfluss auf das Wirtschaftsgeschehen nehmen: einerseits durch Vorschriften, die eine einheitliche Regelung bewirken. Dieses Verfahren wird beispielsweise bei der Zulassung von Telefonapparaten angewandt. Um auch ohne Monopolstellung einen reibungslosen Telefonverkehr sicherzustellen, legt das BAKOM (Bundesamt für Kommunikation) fest, welche Erfordernisse private Telefonapparate zu erfüllen haben. Eine zweite Möglichkeit besteht in der Erteilung von Betriebsbewilligungen (Konzessionen) an private Unternehmen. So hat die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) als privatrechtliches Unternehmen die Konzession verbunden mit einem staatlichen Programmauftrag erhalten. Im Vergleich zu Privatsendern, die sich fast ausschliesslich über Werbeeinnahmen finanzieren müssen, machen bei der SRG die Werbeeinnahmen nur rund 30 % der Gesamteinnahmen aus. Die übrigen 70 % der Einnahmen stammen aus Empfangsgebühren der Konsumentinnen und Konsumenten. Dadurch muss sich die SRG bei der Programmgestaltung nicht nur an Einschaltquoten orientieren, und es können vertiefende Informationssendungen oder kulturelle Sendegefässe für kleinere Publikumsgruppen ins Programm aufgenommen werden.
■ Gemischtwirtschaftliche Unternehmen
Der Staat kann sich auch durch blosse finanzielle Beteiligung einen Einfluss auf die Geschäftstätigkeit eines Unternehmens sichern. Sind an Unternehmen sowohl der Staat als auch Privatpersonen beteiligt, so bezeichnen wir diese Form der Trägerschaft als gemischtwirtschaftlich. Auch hier wird eine staatliche Beteiligung durch den «Service public», das öffentliche Interesse, begründet. Ein aufsehenerregendes Beispiel dafür war das finanzielle Engagement des Bundes und vieler Kantone beim Aufbau einer Nachfolgegesellschaft für die gescheiterte Swissair, die heutige SWISS. Weitere Beispiele gemischtwirtschaftlicher Unternehmen sind die Schweizerische Nationalbank, die Flughafen Zürich AG und viele Elektrizitätswerke.
(Ausgabe für Lehrperson)
■ Verschiedene Rechtsformen
Mit der Rechtsform wird der rechtliche Rahmen eines Unternehmens definiert. Dies betrifft in erster Linie die Beziehungen des Unternehmens gegen aussen. So bestimmen z. B. die Haftungsvorschriften, wie ein Unternehmen für seine Schulden haftet. Dann wird aber bei Gesellschaftsunternehmen durch die Rechtsform auch die rechtliche Beziehung der Gesellschafterinnen und Gesellschafter untereinander bestimmt. Dabei geht es beispielsweise um Fragen, wieweit die einzelnen Teilhaber das Unternehmen gegenüber Dritten verpflichten dürfen oder wie allfällige Gewinne oder Verluste auf die Gesellschafterinnen und Gesellschafter aufzuteilen sind. Grundsätzlich unterscheiden wir zwischen Einzel- und Gesellschaftsunternehmen:
■ Übersicht über die wichtigsten Rechtsformen der marktwirtschaftlichen Unternehmen in der Schweiz sowie deren Anzahl (Stand 2023)
Einzelunternehmen
Gesellschaftsunternehmen
Handelsgesellschaften Genossenschaften
Personengesellschaften Mischformen Kapitalgesellschaften
Beispiel Beispiel Beispiel
Kollektivgesellschaft
Gesellschaft mit beschränkter Haftung Aktiengesellschaft
Quelle: BFS, Statistik der Unternehmensstruktur
An einem Einzelunternehmen, oft auch als Einzelfirma bezeichnet, ist eine einzelne Person «beteiligt»; diese ist alleinige Eigentümerin. Es gibt entsprechend keine Abgrenzungs- oder Vertretungsfragen zu regeln, das Gesetz sieht nicht einmal eine spezielle Rechtsform «Einzelunternehmen» vor; bei rechtlichen Problemen gelten die gleichen Bestimmungen wie für eine Privatperson. Das Kapital stammt von einer einzigen Person. Sie kann frei entscheiden, und ein allfälliger Gewinn kommt ausschliesslich ihr zugute. Bei einem Verlust haftet sie allerdings auch unbeschränkt, sogar mit ihrem Privatvermögen. Ein Einzelunternehmen eignet sich für kleinere Betriebe, die nicht allzu viel Kapital benötigen. Beispiele sind etwa Ladengeschäfte, Gewerbebetriebe oder kleinere Treuhandbüros.
(Ausgabe für Lehrperson)
Bei Gesellschaftsunternehmen sind von der ursprünglichen Idee her zwei oder mehr Personen an einem Unternehmen beteiligt. Die rechtlichen Grundlagen werden in einem Vertrag oder mit Statuten definiert. Deren Inhalt kann allerdings nicht völlig frei bestimmt werden, sondern die Gesellschafter müssen sich, je nach ihren Interessen und dem Zweck des Unternehmens, an eine der im Gesetz (dem Obligationenrecht, OR) vorgesehenen Rechtsformen halten. Seit 2008 kann bereits eine einzelne Person eine Aktiengesellschaft oder eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung gründen. Sogenannte Ein-Personen-AGs oder -GmbH sind somit Gesellschaftsunternehmen mit einem einzigen Gesellschafter.
Bei den Handelsgesellschaften steht als Hauptzweck die Erzielung von Einkommen für die Gesellschafter im Vordergrund, dagegen ist bei der Genossenschaft die gemeinsame Selbsthilfe der Zweck des Zusammenschlusses. Beispiele dafür sind landwirtschaftliche Genossenschaften oder Bau- und Wohngenossenschaften.
Bei einer Kollektivgesellschaft, dem typischen Beispiel einer Personengesellschaft, steht die Mitarbeit der einzelnen Gesellschafter im Geschäft im Vordergrund. Dagegen ist das Hauptmerkmal von Kapitalgesellschaften, z. B. Aktiengesellschaften, die Kapitalbeteiligung und -beschaffung.
Bei kleineren Unternehmen führt das Motiv der Risikoverteilung häufig zur Rechtsform der Kollektivgesellschaft. Mehrere Personen teilen sich die Geschäftsführung auf, d. h., sie arbeiten gemeinsam aktiv und in leitender Funktion im Geschäft. Für die Schulden haftet zunächst das Gesellschaftsvermögen; zusätzlich haften die Gesellschafterinnen und Gesellschafter unbeschränkt mit ihrem Privatvermögen. Im Gegenzug hat auch jeder Gesellschafter Anspruch auf einen Teil des Reingewinnes.
Grössere Unternehmen benötigen häufig viel Kapital; dazu eignet sich die Aktiengesellschaft (AG). Bei einer AG erhalten die Eigentümer für das zur Verfügung gestellte Kapital Wertpapiere in Form von Aktien (englisch «shares») und werden deshalb «Aktionäre» oder «Shareholder» genannt. Eine persönliche Mitarbeit im Unternehmen wird nicht verlangt. Für die Verbindlichkeiten des Unternehmens haftet allein das Geschäftsvermögen. Die Aktionäre können bei Verlusten im Gegensatz zu Einzelunternehmern oder Kollektivgesellschaftern maximal bis zu ihrer Kapitaleinlage belangt werden. Allfällige Gewinne werden ihnen anteilsmässig zu ihrem Kapitalanteil als Dividende vergütet. Die Rechtsform der Aktiengesellschaft wurde ursprünglich für Unternehmen mit grossem und langfristigem Kapitalbedarf gestaltet. Weil bei der Gründung einer AG mindestens CHF 100 000.– Aktienkapital erforderlich sind, davon mindestens CHF 50 000.– einbezahlt (liberiert), wird die AG heute auch für kleinere Unternehmen mit wenigen Aktionären verwendet, die damit ihre Haftung auf die Kapitaleinlage begrenzen können.
Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) bildet eine Kombination der personenbezogenen Kollektivgesellschaft und der kapitalbezogenen Aktiengesellschaft. Dadurch eignet sich die GmbH für Unternehmen, in denen die Gesellschafter die Geschäftsführung persönlich wahrnehmen möchten (analog der Kollektivgesellschaft), ohne aber mit ihrem gesamten Privatvermögen zu haften (analog der AG).
Die GmbH ist durch das geringere Mindestkapital (CHF 20 000.–) eine «günstige» Alternative zur AG. Sie eignet sich eher für kleinere, personenbezogene Unternehmen. Durch die Möglichkeit, auch als Einzelperson eine GmbH gründen zu können, hat sie als «Einzelunternehmen mit beschränkter Haftung» in den letzten Jahren zusätzlich an Attraktivität gewonnen.

Auch Coop ist ein genossenschaftlich organisiertes Unternehmen mit gut 2,5 Millionen Mitgliedern.
Genossenschafterinnen und Genossenschafter wollen in erster Linie ihre gemeinsamen wirtschaftlichen Interessen wahrnehmen. Bei landwirtschaftlichen Genossenschaften ist dies beispielsweise der gemeinsame Ein- und Verkauf von Saatgut, Dünger und landwirtschaftlichen Produkten (wie Kartoffeln, Weizen oder Mais), bei Wohnbaugenossenschaften das Erstellen von Wohnungen. Ein allfälliger Gewinn wird in der Regel nicht ausbezahlt, sondern fällt in das Genossenschaftsvermögen. Grössere Unternehmen mit der Rechtsform einer Genossenschaft sind die Raiffeisenbanken oder die Fenaco, eine Selbsthilfeorganisation der Bauern, mit den vor allem in der Ostschweiz bekannten Volg-Läden. Auch das grösste Detailhandelsunternehmen der Schweiz, die Migros, hat die Rechtsform der Genossenschaft, wobei hier der ursprüngliche Selbsthilfegedanke für viele Kundinnen und Kunden nicht (mehr) im Vordergrund steht, muss man doch nicht Genossenschafterin oder Genossenschafter sein, um in einem Migros-Geschäft einzukaufen.
Profitorientierte Unternehmen Nicht profitorientierte Unternehmen (Non-Profit-Organisationen)
Die Mehrheit der Schweizer Unternehmen ist gewinnorientiert. Ihr Ziel ist es, durch den Verkauf von Produkten oder Dienstleistungen einen finanziellen Überschuss zu erwirtschaften. Dieser Gewinn dient der Weiterentwicklung des Unternehmens und der Entschädigung der Eigentümer.
■ Nestlé (Nahrungsmittelkonzern)
■ Roche und Novartis (Pharmaunternehmen)
■ Migros Bank, UBS (Finanzbranche)
■ Ricola oder Lindt & Sprüngli (Lebensmittel/Zuckerwaren)
■ Coop (Detailhandel; profitorientierte Geschäftsfelder, obwohl genossenschaftlich organisiert)
Nicht profitorientierte Organisationen verfolgen primär gesellschaftliche oder gemeinnützige Ziele. Sie arbeiten kostendeckend und verwenden allfällige Überschüsse für ihren Zweck, nicht für die Ausschüttung an Eigentümer.
■ Schweizerisches Rotes Kreuz (SRK)
■ Caritas Schweiz
■ Stiftung Pro Senectute
■ Gemeinnützige Wohnbaugenossenschaften
■ Schweizer Tierschutz STS
■ Auch viele Kultur- und Sportvereine gehören in diese Kategorie.
■ Müssen Unternehmen Gewinne machen?
Ja, profitorientierte Unternehmen müssen langfristig Gewinne erzielen, damit sie überleben können. Ein Unternehmen braucht Gewinn, um ...
■ ... in die Zukunft zu investieren. Neue Maschinen, bessere Computer und neue Produkte verursachen Kosten. Ohne Gewinn kann ein Unternehmen nicht wachsen oder sich verbessern.
■ Unterschiede in der Profitorientierung
Unternehmen unterscheiden sich nicht nur in ihrer Grösse, Rechtsform und Eigentumsstruktur, sondern auch in ihrer Ausrichtung auf Gewinn. Die Profitorientierung beeinflusst, welche Ziele ein Unternehmen verfolgt und wie es seine Leistungen am Markt anbietet. Die Profitorientierung bestimmt, ob ein Unternehmen vor allem wirtschaftliche Ziele verfolgt oder gesellschaftliche Aufgaben erfüllt. Während private Unternehmen in Konkurrenz stehen und rentabel arbeiten müssen, konzentrieren sich öffentliche Unternehmen und NonProfit-Organisationen auf Dienstleistungen für die Allgemeinheit.
■ ... Rücklagen zu bilden. Falls etwas schiefgeht (z. B. weniger Kunden, ein Schaden, eine Krise), braucht ein Unternehmen Geldreserven. Der Gewinn hilft, ein Sicherheitspolster aufzubauen und auch in Krisen Arbeitsplätze zu erhalten.
■ ... Eigentümerinnen und Eigentümer bzw. Aktionärinnen und Aktionäre zu entschädigen. Wer sein Geld in ein Unternehmen steckt, erwartet, dass es sich lohnt. Gewinne sind die Belohnung für dieses Risiko.
(Ausgabe für Lehrperson)
(Ausgabe für Lehrperson)
Ein «Modell» ist eine vereinfachte Darstellung der Wirklichkeit: Eine Modelleisenbahn oder das Modell eines geplanten Schulhausneubaus bilden die Wirklichkeit verkleinert und vereinfacht ab. Ein Modellflugzeug mag zwar wie ein echtes, verkleinertes Flugzeug aussehen, sein Aufbau, der Antrieb oder die Steuerung sind aber viel einfacher gestaltet als bei einem richtigen Flugzeug. Auch ein Stadtplan bildet das Häuser- und Strassengewirr einer Stadt vereinfacht ab. Und trotz dieser Vereinfachung hilft uns ein Plan, in einer unbekannten Stadt die Orientierung zu behalten und beispielsweise ein Hotel zu finden.
Eine Modelleisenbahn als Hobby ist für den Erbauer und Betreiber ein Vergnügen – eine Freizeitbeschäftigung, mit der eine bestimmte Bahnanlage stark verkleinert dargestellt und betrieben wird. Das Unternehmensmodell ist dagegen nicht etwa das Modell eines Fabrikgebäudes, sondern die grafische Darstellung der wichtigsten Zusammenhänge, die bei der Führung eines Unternehmens zu beachten sind. Mithilfe eines solchen Modells können wir besser verstehen, wie ein Unternehmen funktioniert. Es hilft den Verantwortlichen in der Geschäftsleitung, den Gesamtüberblick zu behalten, Wichtiges von Unwichtigem zu trennen und Wechselwirkungen besser zu erkennen.
Ein Unternehmen handelt nicht isoliert, sondern ist Teil eines grösseren Systems aus Anspruchsgruppen und Umweltsphären. Wer ein Unternehmen verstehen will, muss deshalb nicht nur einzelne Teile betrachten, sondern vor allem ihre Beziehungen und Wechselwirkungen erkennen. Viele Unternehmensmodelle bestehen aus drei Elementen: dem Unternehmen im Zentrum, den darum herum angeordneten Umweltbereichen (wir sprechen von «Umweltsphären» ) sowie den darin eingebetteten Anspruchsgruppen, auf Englisch Stakeholder.
■ Das Unternehmen im Zentrum kann beispielsweise ein Landwirtschaftsbetrieb, ein Produktionsbetrieb, ein Handelsbetrieb, eine Bank, ein Hotel oder auch eine Gemeindeverwaltung sein. «Betrieb» wird umgangssprachlich häufig mit «Unternehmen» gleichgesetzt, ist betriebswirtschaftlich aber nicht dasselbe. Mit einem Betrieb wird in der Betriebswirtschaftslehre eine einzelne Produktionsstätte bezeichnet. Häufig besteht ein Unternehmen aus verschiedenen Betrieben, man spricht ja bezeichnenderweise auch von Filialbetrieben. Der Begriff «Firma» bezeichnet den rechtlichen Namen eines Unternehmens.
■ Anspruchsgruppen/Stakeholder sind Einzelpersonen, Gruppen, Organisationen oder Unternehmen, die bestimmte Erwartungen an das Unternehmen stellen, z. B. Kundinnen und Kunden, Mitarbeitende, Lieferanten, Konkurrenten und Kapitalgeber. Auch der Staat stellt Ansprüche an ein Unternehmen. NGO steht für Non-Governmental Organizations; NGOs sind Nichtregierungsorganisationen, z. B. WWF,
Greenpeace oder das Rote Kreuz. Unter Institutionen verstehen wir gesellschaftliche Einrichtungen wie Verbände, Vereine, Parteien, Aktionsgruppen. Zu den Medien zählt man alle Kanäle und Organisationen, die Informationen öffentlich verbreiten, zum Beispiel Zeitungen, Zeitschriften, Radio, Fernsehen, Online-Portale, Nachrichtenplattformen sowie digitale Plattformen, auf denen Nutzerinnen und Nutzer Inhalte erstellen, teilen, kommentieren und weiterverbreiten, zum Beispiel Instagram, TikTok, YouTube, LinkedIn oder X (soziale Medien).
Soziale Umweltsphäre
Ökologische Umweltsphäre Technologische Umweltsphäre
Rechtliche Umweltsphäre
■ Umweltsphären – Ein Unternehmen sollte die allgemeinen Entwicklungen und Trends in seinem Umfeld laufend verfolgen. Erfolgreiche Unternehmen beobachten die für sie bedeutsamen Vorgänge aus den Bereichen Gesellschaft (Soziologie), Natur (Ökologie), Technik, Wirtschaft (Ökonomie) und der Rechtsordnung systematisch. Nur so kann die Unternehmensleitung rechtzeitig auf mögliche Veränderungen reagieren. Während das Unternehmen mit seinen Anspruchsgruppen, z. B. Kunden, Mitarbeiterinnen oder Lieferanten, in einem direkten Austausch steht, wirken die Neuerungen und Tendenzen in den Umweltsphären eher indirekt auf das Unternehmen ein und sollten deshalb gezielt beobachtet werden.
Ökonomische Umweltsphäre
Es ist zu beachten, dass auch ein Ereignis in einer aussenliegenden Sphäre direkt auf das Unternehmen einwirken kann. Zudem beeinflussen die Entwicklungen in den Umweltsphären sowohl andere Umweltsphären als auch Anspruchsgruppen und das Unternehmen.
Mithilfe der verschiedenen Umweltsphären können Unternehmen die für sie bedeutsamen Entwicklungen in ihrem Umfeld systematisch analysieren.
■ Die ökologische Umweltsphäre
Soziale Umweltsphäre
Ökologische Umweltsphäre Technologische Umweltsphäre
Oft werden Veränderungen in anderen Umweltsphären erst durch deutlich sichtbare Umweltschäden ausgelöst. Solche Ereignisse können dazu führen, dass Anspruchsgruppen ihr Verhalten oder ihre Erwartungen gegenüber Unternehmen anpassen. In Bereichen wie Gewässerschutz oder Luftreinhaltung legt der Staat deshalb verbindliche Rechtsvorschriften fest.
■ Die soziale Umweltsphäre
Unternehmen
Unternehmen
«Ökologie» bedeutet «Lehre vom Haushalt der Natur»; die Ökologie untersucht somit die Beziehungen und Abhängigkeiten der Lebewesen innerhalb ihrer ökologischen Umwelt. Jede wirtschaftliche Tätigkeit beeinflusst die Umwelt in irgendeiner Form. So sind Rohstoffe aus der Natur die Grundlage für viele wirtschaftliche Prozesse, und am Ende der Nutzungsdauer bleiben Abfälle übrig. Unternehmen und Haushalte verbrauchen Energie und geben Abwärme an die Umwelt zurück. Der gleiche Sachverhalt trifft für Luft und Abgase, Wasser und Abwässer zu. In den letzten hundert Jahren haben sich die Wirtschaftstätigkeit und damit auch unsere Versorgung mit Gütern und Dienstleistungen enorm entwickelt. Mit dem Wirtschaftswachstum hat in vielen Bereichen auch die Umweltbelastung zugenommen. Beispiele dafür sind der globale Temperaturanstieg und seine Folgen für das Klima, die Veränderungen der Ozonschicht über den Polen sowie die Verminderung der Artenvielfalt.
Rechtliche Umweltsphäre
Ökonomische Umweltsphäre
In der sozialen Umweltsphäre wird das Zusammenleben in der menschlichen Gemeinschaft betrachtet. In jeder Zeit entwickeln sich dabei neue, grundlegende Einstellungen und Überzeugungen (Werthaltungen und Normen), die sich auf das Verhalten der Menschen auswirken. Die Gesellschaft erwartet von den Mitmenschen bestimmte Verhaltensweisen. Da die Ziele und Interessen der einzelnen Menschen gewissen Zeitströmungen unterliegen, ändern sich diese Rollenerwartungen im Laufe der Zeit immer wieder.
Die Formen des Zusammenlebens der Menschen haben sich bei uns stark gewandelt. Grossfamilien mit 8 bis 15 Kindern wurden im Laufe der Zeit durch Kleinfamilien mit 1 bis 2 Kindern abgelöst. Neben traditionellen Wohn- und Lebensformen (Vater, Mutter und Kinder) gibt es Einelternfamilien, Single-Haushalte und Patchwork-Familien. Das Aufkommen von immer mehr Single-Haushalten hat z. B. starke Auswirkungen auf die Packungsgrössen im Lebensmittelhandel.
Unternehmen sind in eine natürliche Umwelt eingebettet und nutzen natürliche Grundlagen wie Rohstoffe, Energie, Luft und Wasser. Neben wirtschaftlichen Zielen gewinnen deshalb Fragen des Umweltmanagements und der Ressourcennutzung an Bedeutung, insbesondere im Hinblick auf die langfristige Entwicklung eines Unternehmens. Auch der Staat beeinflusst das Verhalten von Unternehmen und Haushalten, indem er mit umweltrechtlichen Vorgaben versucht, Umweltbelastungen zu begrenzen. Umweltschutz wird teilweise als Einschränkung persönlicher Freiheit wahrgenommen. Gleichzeitig stellt sich die Frage, wie Unternehmen und Haushalte ihre Verhaltensweisen so gestalten können, dass neben wirtschaftlichen Interessen auch die natürlichen Grundlagen berücksichtigt werden. Nachhaltige Entwicklung bedeutet, die Bedürfnisse der heute lebenden Generation zu erfüllen und zugleich Rohstoffe, Energie, Luft und Wasser für künftige Generationen zu erhalten.
Im Bildungswesen werden digitale Kompetenzen bereits früh gefördert. Dadurch gehören digitale Geräte und Anwendungen heute in vielen Haushalten, Schulen und Betrieben zum Alltag. Gleichzeitig verändert der technologische Wandel die Anforderungen in der Arbeitswelt: Berufliche Kenntnisse müssen laufend erweitert und aktualisiert werden. Weiterbildung gewinnt deshalb an Bedeutung, und Bildungsanbieter entwickeln entsprechende Angebote für unterschiedliche Zielgruppen.
In der politischen Diskussion hat sich einerseits ein Trend zur Polarisierung bemerkbar gemacht. Die grossen politischen Parteien befinden sich in einem permanenten Wahlkampf. Die Medien (Tageszeitungen, Sonntagszeitungen, Fernsehen) haben diesen Trend aufgenommen und teilweise gefördert. Auf der anderen Seite beklagen Politikerinnen und Politiker bei vielen Abstimmungen eine gewisse «Politikverdrossenheit» weiter Bevölkerungskreise.
Während in letzter Zeit Austritte aus den Landeskirchen zugenommen haben, verzeichnen einzelne neue religiöse Gemeinschaften Zulauf. Gleichzeitig werden Meditationskurse, esoterische Literatur, Selbsterfahrungsgruppen und ähnliche Produkte sowie Dienstleistungen vermehrt nachgefragt.
Je nach Denk- und Anschauungsweisen (Mentalität), Werthaltungen und Normen des Einzelnen werden sich Veränderungen, die ihren Ursprung in der sozialen Sphäre haben, schliesslich auf die ökonomische, rechtliche oder technologische Umweltsphäre unterschiedlich auswirken.
(Ausgabe für Lehrperson)
■ Die technologische Umweltsphäre
Innerhalb der technologischen Umweltsphäre wird die Entwicklung der verschiedenen Fertigungsmöglichkeiten und Arbeitstechniken untersucht, die zur Herstellung von Produkten und zur Erbringung von Dienstleistungen eingesetzt werden. Im Laufe der Zeit haben sich dabei immer neue Techniken entwickelt. Dieser technische Fortschritt hat sich in zwei Richtungen vollzogen.
Durch Verfahrensverbesserungen wird das gleiche Produkt kostengünstiger hergestellt. In der Automobilindustrie wurde die Handarbeit in der Serienfertigung heute weitgehend durch Roboter ersetzt. Im Versicherungswesen erfolgte die Berechnung von Leistungen früher mit Tabellen und Handbüchern; heute können im Beratungsgespräch mithilfe des Notebooks verschiedene Varianten direkt berechnet und verglichen werden. Dank moderner Technologien können beispielsweise Billette direkt auf dem Smartphone gekauft oder mit Funktionen wie EasyRide automatisch erfasst und abgerechnet werden, ohne dass sie am Schalter oder Automaten gelöst werden müssen.
Bei Produktverbesserungen gelingt es mithilfe von Erfindungen, eine bessere Qualität beim Produkt zu erreichen oder ein neuartiges Produkt herzustellen. Mit OLED-, 4K- oder 8KBildschirmen wird zum Beispiel eine deutlich höhere Bildqualität bei Fernseh- und Videoübertragungen erreicht als mit älteren Bildschirmtechnologien.
Wenn ein Unternehmen die technologischen Entwicklungen nicht beachtet, kann es sein, dass seine Produkte oder Dienstleistungen durch neuartige Produkte der Konkurrenten verdrängt werden. Das Unternehmen muss sich deshalb dauernd fragen: «Was macht die Konkurrenz, was wird an Universitäten und Hochschulen entwickelt?» Entsprechende Informationen können z. B. aus Zeitschriften oder durch Messebesuche beschafft werden. Da die Forschungs- und Entwicklungsarbeit viel Zeit benötigt, müssen Entscheidungen im Zusammenhang mit den technologischen Entwicklungen frühzeitig getroffen werden.
■ Die ökonomische Umweltsphäre
Alle Unternehmen sind von gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen abhängig, die sie selber praktisch nicht beeinflussen können. Wirtschaftliche Vorgänge und Zusammenhänge, die Branchen, Regionen, einzelne Länder oder die gesamte Weltwirtschaft betreffen, werden im Fachgebiet Volkswirtschaftslehre untersucht. Je nach Unternehmen interessiert sich die Geschäftsleitung für unterschiedliche volkswirtschaftliche Grössen wie z. B. die Entwicklung des Bruttoinlandproduktes (BIP), die Entwicklung des privaten Konsums, die Bautätigkeit oder die Teuerung. Für Unternehmen, die ihre Produkte importieren oder exportieren, sind die Wirtschaftsbeziehungen mit dem Ausland ( Aussenwirtschaft) wichtig, wie z. B. Änderungen bei Einfuhr- und Ausfuhrbestimmungen oder die Wechselkursentwicklung des Euro.
Die wirtschaftliche Gesamtlage bezeichnen wir als Konjunktur. In einer Hochkonjunktur befindet sich die gesamte wirtschaftliche Tätigkeit, gemessen am BIP, in einer Aufwärtsbe-
(Ausgabe für Lehrperson)
wegung. Dagegen gehen in einer Rezession die Produktion und die Umsätze zurück. Weil die Konjunkturentwicklung von vielen verschiedenen Faktoren abhängig ist, ist es für Unternehmen häufig schwierig, Prognosen zu stellen. Der zunehmend weltweite Handel und Wettbewerb um Kunden und Produktionsstandorte (infolge sinkender Transport- und Informationskosten) machen es gerade für KMU nicht einfacher, wirtschaftliche Tendenzen frühzeitig erkennen und einschätzen zu können. Viele Unternehmen müssen sich deshalb in wirtschaftlichen Fragestellungen auf Analysen und Stellungnahmen von Fachleuten (Konjunkturfachstellen von Hochschulen oder Banken) verlassen.
Wo immer Menschen zusammenleben, braucht es bestimmte Ordnungsregeln. Zwar halten wir Menschen uns auch ohne die vom Staat erlassenen Vorschriften an bestimmte Regeln. Anstandsregeln, Umgangsformen oder Wertvorstellungen von «Gut und Böse» akzeptieren wir auch ohne Gesetze. Durch die steigende Bevölkerungszahl und die zunehmende wirtschaftliche Tätigkeit mit einer immer komplexeren Arbeitsteilung wurden im Laufe der Zeit immer mehr durch den Staat erlassene Regeln für das Zusammenleben nötig: So hat sich die Seitenzahl der Amtlichen Sammlung der Schweizerischen Gesetze seit dem 2. Weltkrieg von 1500 Seiten auf über 3000 Seiten verdoppelt. Weil sich die Wertvorstellungen der Gesellschaft im Laufe der Zeit ändern, müssen auch die Rechtsvorschriften veränderbar sein und neuen Gegebenheiten angepasst werden, um Spannungen in der Gesellschaft zu vermeiden. Ein Unternehmen muss somit die für seine Tätigkeit relevanten Gesetzesvorschriften und auch deren Änderungen und Aktualisierungen kennen. Dies können Rechtsfragen im Zusammenhang mit E-Commerce (= elektronischer Handel, Handel via Internet) sein, es kann aber auch den Mutterschaftsurlaub oder das Kündigungsverfahren im Arbeitsrecht betreffen. Rechtsfragen werden in grösseren Unternehmen vornehmlich von den entsprechenden Fachpersonen, den Juristinnen und Juristen bzw. Anwältinnen und Anwälten bearbeitet.
Entwicklungen in einer Umweltsphäre können auch Auswirkungen auf andere Umweltsphären haben: Verfahrens- und Produktverbesserungen in der technologischen Umweltsphäre verdrängen häufig bestehende Produkte. Dadurch kann die Zahl der Arbeitslosen in gewissen Branchen oder Ländern ansteigen (ökonomische Umweltsphäre). Dank des technischen Fortschritts kann die Arbeitszeit verkürzt werden. Dies ist mit ein Grund für die vermehrte Nachfrage nach Freizeitangeboten (soziale Umweltsphäre); dadurch wird die Umwelt stärker belastet (ökologische Umweltsphäre). Oft sind gewisse Herstellungsverfahren mit Risiken verbunden. An den Betrieb von Kernkraftwerken werden deshalb strenge gesetzliche Auflagen gestellt (rechtliche Umweltsphäre). Nach der Katastrophe von Fukushima wurde in vielen Ländern der Ausstieg aus der Atomtechnologie gefordert bzw. neu diskutiert.
Zwischen dem Unternehmen und seinen Anspruchsgruppen (Englisch: Stakeholder) bestehen gegenseitige Erwartungen und Forderungen. Anspruchsgruppen können Einzelpersonen, Gruppen, Organisationen oder andere Unternehmen sein.
■ Unterschiedliche Interessen
Anspruchsgruppen verfolgen unterschiedliche Interessen: Gewerkschaften erwarten gute Arbeitsplätze, Kapitalgeber Gewinne und Umweltschutzorganisationen den Schutz der natürlichen Grundlagen wie Boden, Wasser und Luft.
Ein Unternehmen kann meist nicht alle Forderungen gleichzeitig erfüllen. Die Unternehmensleitung muss deshalb die verschiedenen Anliegen gewichten und einen möglichst guten Ausgleich finden. Vergleicht man die Ansprüche, Interessen und Ziele der Anspruchsgruppen, ergeben sich drei Möglichkeiten: Zielharmonie, Zielneutralität und Zielkonflikte.
■ Zielharmonie
Eine Zielharmonie liegt bei «gleichlaufenden» Zielen vor. Die Erreichung des Ziels einer Anspruchsgruppe begünstigt (oder verstärkt gar) die Erreichung des Ziels einer anderen Anspruchsgruppe.
■ Zielneutralität
Von einer Zielneutralität sprechen wir, wenn sich zwei Ziele gegenseitig überhaupt nicht beeinflussen, wenn sie vollständig voneinander unabhängig sind.
Der Anspruch der Aktionäre nach einem hohen Gewinn begünstigt auch die Erwartung des Turnvereins (Institutionen) auf einen Sponsoringbeitrag für das jährliche BeachVolleyball-Turnier. Nur bei guten Gewinnen wird das Unternehmen auch Sponsoringbeiträge auszahlen können.
Der Anspruch des Turnvereins auf einen alljährlichen Sponsoringbeitrag verhält sich neutral zum Anspruch der Kunden nach einem Produkt mit einem hohen Preis-Leistungs-Verhältnis.
Beide Ziele sind unabhängig voneinander, das Preis-Leistungs-Verhältnis der Produkte hat mit einem allfälligen Sponsoringbeitrag nichts direkt zu tun.
■ Zielkonflikte – der Normalfall
Für Unternehmen schwierig zu entscheiden sind die häufig vorkommenden Zielkonflikte. Davon sprechen wir, wenn die Erreichung eines Zieles die Verwirklichung eines anderen Zieles beeinträchtigt oder gar verunmöglicht.
Wenn die Aktionärinnen und Aktionäre einer Aktiengesellschaft einen hohen Gewinn erwarten, so verträgt sich dieser Anspruch nicht mit dem Anspruch der Mitarbeitenden nach besseren Sozialleistungen und zusätzlichen Ferientagen. Höhere Sozialleistungen und Ferientage verursachen höhere Kosten, was bei gleichbleibendem Ertrag den Gewinn schmälert.
(Ausgabe für Lehrperson)
Unter einem «Konzept» verstehen wir ganz allgemein die Darstellung eines Vorhabens. Ein Unternehmenskonzept ist eine Darstellungshilfe zur Erfassung und Beurteilung unternehmerischer Probleme und Entscheidungen. Mithilfe des Konzepts können Auswirkungen und Wechselwirkungen von Entscheidungen in den Bereichen Leistung, Finanzen und Soziales übersichtlich dargestellt werden.
Unternehmenskonzept
Absichten und Grundsätze
Ziele
Umsetzung
Massnahmen
Ressourcen, Prozesse
LeistungFinanzen Soziales
Leitbild
(Purpose, Vision, Mission, Werte)
Strategie
■ Der Leistungsbereich umfasst dabei Fragestellungen im Zusammenhang mit der Unternehmensleistung: Welche Bedürfnisse wollen wir bei den Kunden abdecken, und welche Produkte und Dienstleistungen stellen wir dazu her?
■ Der Bereich Finanzen enthält Fragen nach finanziellen Aspekten wie beispielsweise der Finanzstruktur oder der Gewinnerwartung.
■ Schliesslich werden im Bereich Soziales die Beziehungen des Unternehmens zu den Mitarbeitenden und zu Anliegen aus Gesellschaft und Umwelt definiert.
Die Absichten und Grundsätze verkörpern den obersten «Wegweiser» für die Unternehmenstätigkeit. Es sind dies die grundlegenden Wertvorstellungen, die im Unternehmen gelten sollen, z. B. das Verantwortungsbewusstsein gegenüber der Umwelt. Dazu gehören auch die grundlegenden Verhaltensregeln (Normen), die das Zusammenleben und -arbeiten im Unternehmen koordinieren, wie beispielsweise Ehrlichkeit und Offenheit.
Im Leitbild werden die wichtigsten Absichten und Grundsätze für die Öffentlichkeit und die Mitarbeitenden formuliert. Das Unternehmensleitbild kann wesentlich zur Unternehmensidentität (= Corporate Identity) beitragen, indem es die folgenden Fragen beantwortet:
■ «Wer sind wir?»
■ «Was ist Sinn und Ziel unserer Tätigkeit?»
■ «Wie verhalten wir uns gegenüber den Ansprüchen der Anspruchsgruppen?»
Ein gut formuliertes Leitbild beschreibt die grundlegende Ausrichtung eines Unternehmens.
In der heutigen Managementsprache wird es häufig mit den Begriffen Purpose, Vision, Mission und Werte konkretisiert: Der Purpose hält den übergeordneten Zweck fest, die Vision das angestrebte Zukunftsbild, die Mission den konkreten Auftrag und die Werte die Grundsätze des Handelns. Inhaltlich enthält ein Leitbild Aussagen zu allen drei Bereichen des Unternehmenskonzeptes: Leistung, Finanzen und Soziales; z. B. zum Nutzen für die Kundschaft, zur finanziellen Zielsetzung oder zum Umgang mit wichtigen Anspruchsgruppen.
Die Migros hat Ende 2025 die Vision 2035 verabschiedet. Ihr Leitgedanke lautet «Eine lebenswerte Schweiz für alle». Diese Vision baut auf drei Elementen auf: Migros als erste Wahl im Alltag, die starke Migros-Gemeinschaft sowie die Nutzung des wirtschaftlichen Erfolgs zum Wohl der Gesellschaft. Aussagen zum Bereich Soziales zeigen sich unter anderem im Engagement für Kultur und Bildung, in der Verantwortung gegenüber Mitarbeitenden und Genossenschafterinnen und Genossenschaftern sowie im sozialverträglichen und ressourcenschonenden Handeln.
Aus den allgemein formulierten Grundsätzen auf höchster Ebene müssen konkrete, messbare Ziele für die drei Bereiche Leistung, Finanzen und Soziales abgeleitet werden. Im Gegensatz zum Unternehmensleitbild sind diese Ziele der Öffentlichkeit nicht zugänglich. Ein Unternehmen möchte beispielsweise seine jährlichen Umsatzziele den Konkurrenten nicht bekannt geben.
Mit der Strategie definiert das Unternehmen schliesslich den Weg zur Erreichung seiner Ziele. Darin wird festgelegt, wie, d. h. mit welchen Massnahmen (Mittel und Verfahren), die im Leitbild festgelegten Absichten und Grundsätze im täglichen Geschehen umgesetzt werden sollen. Es muss z. B. bestimmt werden, welche konkreten Betriebsmittel (Maschinen, Werkzeuge, Fahrzeuge usw.) notwendig sind und wie das notwendige Kapital beschafft werden soll (Finanzierungsverfahren). Mit wie vielen Mitarbeitenden soll die Betriebsleistung erbracht werden, und welche Lohn-, Qualifikations- und Weiterbildungsgrundsätze gelten? Wie sollen die Produkte und Dienstleistungen verkauft, d. h. an die Kundinnen und Kunden gebracht werden?
■ Strategie regelmässig überprüfen und bei Bedarf anpassen
Weil sich die Verhältnisse im Laufe der Zeit ändern können, muss eine Strategie von Zeit zu Zeit überarbeitet werden. Als Grundlage dafür dient zunächst die Analyse des eigenen Unternehmens (Wo sind wir stark? Welches sind unsere Schwächen?) sowie eine Analyse der Umweltsphären des Unternehmens: Gibt es z.B. neue technologische Errungenschaften, sind neue Konkurrenten auf dem Markt, oder hat sich die Wirtschaftslage massiv verändert? Aufgrund solcher Vorarbeiten kann schliesslich eine veraltete Strategie den aktuellen Gegebenheiten angepasst werden.
Betrachten wir ein Unternehmen prozessorientiert, geht es um die Strukturierung der Abläufe und Vorgänge, die tagtäglich in einem Unternehmen stattfinden. Unter einem Prozess verstehen wir eine Reihe von Aufgaben, die in einer vorgegebenen Abfolge zu erledigen sind. Dabei lauten die zentralen Fragestellungen: «Wie lässt sich ein Prozess bestmöglich abwickeln?» und «Wie müssen die einzelnen Prozesse miteinander verbunden werden?» Durch solche Fragen sollen die verschiedenen Abläufe in einem Unternehmen optimiert und konsequent auf den Kundennutzen ausgerichtet werden.
Konkurrenten Kapitalgeber
Führungsprozesse
Lieferanten
Geschäftsprozesse
Supportprozesse
Mitarbeitende
■ Damit die Geschäftsprozesse möglichst reibungslos ablaufen können, braucht es bestimmte Grundlagen. Dafür verantwortlich sind die Supportprozesse (oder Unterstützungsprozesse). Diese umfassen die Bereitstellung der Infrastruktur und interne Dienstleistungen wie zum Beispiel die Einstellung von Personal oder die Abwicklung des Zahlungsverkehrs. Das Erstellen des Geschäftsberichtes am Jahresende, das Ausarbeiten von Rechtsgutachten bei Streitigkeiten oder auch sämtliche Arbeiten des Hausdienstes sind weitere Beispiele für Supportprozesse.
Nach dem Modell der Prozessorganisation unterscheiden wir drei Kategorien von Prozessen: Führungsprozesse, Geschäftsprozesse und Supportprozesse.
■ Führungsprozesse beinhalten Aufgaben, welche die Führung und Organisation des gesamten Unternehmens betreffen. Dafür ist das oberste Management verantwortlich (entsprechend werden solche Prozesse auch als Managementprozesse bezeichnet). Inhaltlich geht es z. B. um die periodische Anpassung der Unternehmensstrategie, um die Planung und Kontrolle von Zielen und Massnahmen. Auch die Mitarbeiterführung oder die Erstellung des Budgets, d. h. die Festlegung der finanziellen Richtwerte für die Unternehmenstätigkeit der nächsten Geschäftsperiode, sind Führungsprozesse. Ebenfalls auf dieser Ebene angesiedelt ist das Controlling, die laufende Überprüfung und Steuerung der Geschäftsprozesse (unter anderem mithilfe der Daten aus der Betriebsbuchhaltung). Auch die Umsetzung einer umfassenden, systematischen Qualitätssicherung (z. B. ISOZertifizierung oder EFQM-Modell) ist ein typischer Prozess dieser Kategorie.
■ Geschäftsprozesse betreffen direkt die Herstellung der Produkte bzw. die Bereitstellung von Dienstleistungen und deren Verkauf. In einem Produktionsbetrieb gehören die Beschaffung der Rohstoffe, die Produktion und der Absatz der Fertigprodukte dazu. Solche Prozesse werden manchmal auch als Kernprozesse bezeichnet. Sie sind immer direkt auf den Kundennutzen ausgerichtet. Im Mittelpunkt steht die praktische Geschäftstätigkeit wie z. B. die Durchführung von Werbeaktionen, die Bearbeitung von Offerten und die Abwicklung von Aufträgen. Bei Industrieunternehmen, z. B. in der Chemie, spielen zudem die angewandte Forschung und Entwicklung eine zentrale Rolle.
■ Ein Beispiel aus der Versicherungsbranche kann die verschiedenen Prozesskategorien veranschaulichen: Die Planung, Koordination und Qualitätskontrolle von Beratungsgesprächen bei der Kundschaft bilden einen Führungsprozess, der auf oberster Managementebene abläuft. Das eigentliche Beratungsgespräch führt der Versicherungsvertreter durch. Dazu gehören Gesprächsführungsmuster für verschiedene Versicherungen, die Abgabe der notwendigen Unterlagen an die Kundschaft und die Auswertung der Kundenbesuche; dies alles wird in einem Geschäftsprozess definiert. Die Bereitstellung des Notebooks (Hardware) mit den versicherungsspezifischen Programmen (Software) zur Registrierung und Dokumentation der Kundenkontakte und zur Erfassung des Versicherungsantrags ist ein typischer Supportprozess. Diese Computerunterstützung wird von der IT-Abteilung der Versicherungsgesellschaft geleistet («IT» steht für das englische «information technology», also Informations- und Datenverarbeitung).
In den Geschäftsprozessen wird die Hauptwertschöpfung (dies ist – vereinfacht – die Differenz zwischen Verkaufserlös und Gesamtkosten) des Unternehmens erarbeitet. Unterstützt werden die Geschäftsprozesse durch die Supportprozesse, und gesteuert werden Geschäfts- wie auch Supportprozesse durch die Führungsprozesse.
Führungsprozesse
Geschäftsprozesse
Supportprozesse

■ Wertschöpfungsketten machen sichtbar, wie in einem Unternehmen aus einzelnen Tätigkeiten Schritt für Schritt ein Produkt oder eine Dienstleistung entsteht. In jeder Stufe wird zusätzlicher Wert geschaffen. Bei einem Joghurt der Migros beginnt die Wertschöpfung z. B. mit der Beschaffung der Milch, führt über die Verarbeitung, Verpackung, Lagerung und den Transport bis zum Verkauf in der Filiale. Unterstützt werden diese Schritte durch Prozesse wie Qualitätskontrolle, Marketing, Personalplanung, Informatik und Rechnungswesen. Die Betrachtung als Wertschöpfungskette zeigt, welche Abläufe besonders wichtig für den Kundennutzen sind und wo Kosten entstehen. Dadurch können Unternehmen prüfen, ob einzelne Tätigkeiten schneller, günstiger, nachhaltiger oder kundenfreundlicher organisiert werden können.
(Ausgabe für Lehrperson)
(Ausgabe für Lehrperson)

Beispiel 1: St. Galler Management-Modell (Rüegg-Stürm & Grand, 2020)
Managementaufgaben, die ein Unternehmen bewältigen muss (Aufgabenperspektive)
■ Im Zentrum des St. Galler Management-Modells steht das Unternehmen mit seinen Tätigkeiten, Strukturen und Entwicklungsaufgaben. Das St. Galler Management-Modell unterscheidet dabei Prozesse, Ordnungsmomente und Entwicklungsmodi.
Prozesse beschreiben wiederkehrende Abläufe im Unternehmen. Ordnungsmomente geben diesen Abläufen Orientierung und Struktur. Entwicklungsmodi zeigen, wie ein Unternehmen verbessert oder erneuert wird. Zu den Prozessen gehören Managementprozesse, Geschäftsprozesse und Unterstützungsprozesse. Managementprozesse umfassen die Führung und Steuerung des Unternehmens, zum Beispiel Planung, Entscheidungsfindung und Kontrolle. Geschäftsprozesse betreffen die eigentliche Leistungserstellung für die Kundinnen und Kunden, zum Beispiel Entwicklung, Produktion, Verkauf oder Beratung; ein Geschäftsmodell beschreibt, wie ein Unternehmen für Kundinnen und Kunden Nutzen schafft und daraus Erträge erzielt. Unterstützungsprozesse schaffen die Voraussetzungen dafür,
dass Management- und Geschäftsprozesse funktionieren, zum Beispiel Personalwesen, Finanzen, Informatik oder Infrastruktur.
Zu den Ordnungsmomenten gehören unter anderem Strategie, Struktur, Kultur und Governance. Die Strategie zeigt, welche langfristigen Ziele ein Unternehmen verfolgt und wie es diese erreichen will. Die Struktur legt fest, wie Aufgaben, Verantwortlichkeiten und Entscheidungswege im Unternehmen geordnet sind. Die Kultur umfasst gemeinsame Werte, Denkweisen und Verhaltensmuster. Governance beschreibt die Grundsätze und Regeln, nach denen ein Unternehmen geführt, kontrolliert und gegenüber wichtigen Anspruchsgruppen verantwortet wird.
Die Entwicklungsmodi machen sichtbar, dass Unternehmen sich laufend weiterentwickeln müssen. Optimierung bedeutet, bestehende Abläufe, Strukturen oder Leistungen zu verbessern. Erneuerung geht weiter: Sie beschreibt grundlegende Veränderungen, wenn ein Unternehmen neue Wege einschlagen oder sich an stark veränderte Bedingungen anpassen muss.
■ Rund um das Unternehmen stehen verschiedene Anspruchsgruppen/Stakeholder. Dazu zählen zum Beispiel Kunden, Mitarbeitende, Kapitalgeber, Lieferanten, Konkurrenten, Staat und Medien. Diese Gruppen haben unterschiedliche Erwartungen an das Unternehmen und beeinflussen seine Entscheidungen.
Zwischen Unternehmen und Stakeholdern bestehen laufende Austauschbeziehungen. Anspruchsgruppen stellen dem Unternehmen zum Beispiel Arbeit, Kapital, Wissen, Leistungen oder gesellschaftliche Akzeptanz zur Verfügung. Umgekehrt erwarten sie etwa Lohn, Rendite, Produkte, Aufträge, Steuern, Verantwortung oder verlässliche Informationen. Interaktionsthemen prägen die Beziehungen zwischen Stakeholdern und Unternehmen. Es handelt sich um Anliegen und Interessen, Normen, Werte und Ressourcen, welche zwischen den Anspruchsgruppen ausgehandelt werden müssen. Sie machen sichtbar, worum es in der Beziehung zwischen Unternehmen und Anspruchsgruppen konkret geht und wo Zielkonflikte entstehen können.
■ Die Umweltsphären Gesellschaft, Natur, Technologie und Wirtschaft zeigen, in welchem Umfeld ein Unternehmen handelt. Veränderungen in der Umwelt beeinflussen die Handlungsmöglichkeiten und Entscheidungen eines Unternehmens. Gesellschaftliche Erwartungen, ökologische Entwicklungen, technologische Neuerungen oder wirtschaftliche Veränderungen können neue Chancen eröffnen, aber auch Risiken und Anpassungsdruck erzeugen. Unternehmen müssen Entwicklungen in ihren Umweltsphären deshalb beobachten, einordnen und darauf reagieren. So wird sichtbar, dass Unternehmensführung nicht nur nach innen gerichtet ist, sondern immer auch vom Umfeld und dessen Veränderungen geprägt wird.
Lieferanten
Konkurrenten
Ökologische Umweltsphäre
Soziale Umweltsphäre
Technologische Umweltsphäre
Ökonomische Umweltsphäre
Rechtliche Umweltsphäre
Unternehmenskonzept
Absichten und Grundsätze
Ziele
Umsetzung
Massnahmen, Ressourcen, Prozesse
LeistungFinanzen Soziales
Leitbild
(Purpose, Vision, Mission, Werte)
Kapitalgeber
Führungsprozesse
Geschäftsprozesse
Strategie
Kunden
Supportprozesse
Staat
Mitarbeitende
NGOs Institutionen Med ien
Beispiel 2: Unternehmenskonzept-Modell (STR teachware, 2026)
Unternehmensentscheide in den Bereichen Leistung, Finanzen und Soziales
■ Während das St. Galler Management-Modell das Unternehmen über die Begriffe Ordnungsmomente, Entwicklungsmodi und Prozesse erklärt, beschreibt das Unternehmenskonzept-Modell das Unternehmen über den Begriff Unternehmenskonzept. Dieses zeigt, welche Absichten und Grundsätze ein Unternehmen verfolgt, welche Ziele es sich setzt und wie es diese Ziele in der Umsetzung verwirklicht. Dabei lassen sich drei zentrale Bereiche unterscheiden: Leistung, Finanzen und Soziales. Leistung beschreibt, welche Produkte oder Dienstleistungen ein Unternehmen anbietet. Finanzen zeigen, wie ein Unternehmen Erträge erzielt, Kosten deckt und wirtschaftlich bestehen kann. Soziales macht sichtbar, wie ein Unternehmen Verantwortung gegenüber Mitarbeitenden, Gesellschaft und weiteren Anspruchsgruppen übernimmt.
Das Leitbild fasst die grundlegende Ausrichtung eines Unternehmens zusammen. In der heutigen Managementsprache wird es häufig mit den Begriffen Purpose, Vision, Mission und Werte beschrieben: Der Purpose erklärt den übergeordneten Zweck des Unternehmens, die Vision beschreibt ein angestrebtes Zukunftsbild, die Mission zeigt, welchen Auftrag das Unternehmen erfüllt, und die Werte hal-
ten fest, nach welchen Grundsätzen gehandelt werden soll. Die Strategie beschreibt anschliessend den Weg zu den langfristigen Zielen, und Prozesse zeigen die wiederkehrenden Abläufe, mit denen die Leistung erstellt und das Unternehmen geführt wird. Prozesse werden auch in diesem Modell in drei Gruppen unterteilt: Führungsprozesse (Managementprozesse), Geschäftsprozesse und Supportprozesse (Unterstützungsprozesse).
■ Die Anspruchsgruppen/Stakeholder stehen rund um das Unternehmen und haben unterschiedliche Erwartungen an dessen Tätigkeit. Zu ihnen gehören Kunden, die gute Produkte oder Dienstleistungen erwarten, Mitarbeitende, die Lohn, Sicherheit und sinnvolle Arbeitsbedingungen wünschen, sowie Kapitalgeber, die dem Unternehmen Geld zur Verfügung stellen und dafür eine angemessene Rendite erwarten. Lieferanten stellen Vorleistungen bereit und erwarten verlässliche Geschäftsbeziehungen. Konkurrenten beeinflussen das Unternehmen durch Wettbewerb um Kunden, Preise und Innovationen. Der Staat setzt rechtliche Rahmenbedingungen und erhebt Steuern. NGOs, Institutionen und Medien beobachten Unternehmen, vertreten öffentliche Anliegen und können die Wahrnehmung eines Unternehmens in der Gesellschaft beeinflussen.
■ Die Umwelt bildet den äusseren Rahmen des Einführungsmodells und zeigt, welche Entwicklungen von aussen auf ein Unternehmen einwirken. Die ökologische Umweltsphäre liegt ganz aussen, weil natürliche Lebensgrundlagen wie Klima, Rohstoffe, Energie und Umweltbelastungen alle wirtschaftlichen Tätigkeiten langfristig prägen. In diesem Modell liegt die rechtliche Umweltsphäre dem Unternehmen am nächsten, weil neue Gesetze, Vorschriften oder Gerichtsurteile die Tätigkeit eines Unternehmens besonders direkt beeinflussen können. Unternehmen müssen rechtliche Entwicklungen deshalb aufmerksam verfolgen und rechtzeitig darauf reagieren.
■ Weshalb gibt es unterschiedliche Unternehmensmodelle?
Es gibt verschiedene Unternehmensmodelle, weil sie je nach Zeitbudget, Fachbegriffen und Zielgruppe unterschiedlich gut passen. Für eine Einführung eignet sich ein übersichtliches Modell mit wenigen Begriffen, zum Beispiel das Unternehmenskonzept-Modell; für eine Vertiefung kann ein umfassenderes Modell sinnvoll sein, zum Beispiel das St. Galler Management-Modell.
(Ausgabe für Lehrperson)
(Ausgabe für Lehrperson)
■ Geschäftsidee
Am Anfang jeder Unternehmensgründung steht die Geschäftsidee. Sie beschreibt den grundlegenden Einfall, der ein bestimmtes Problem lösen oder einen besonderen Nutzen für Kundinnen und Kunden schaffen soll. Dabei handelt es sich meist um ein Produkt oder eine Dienstleistung; die Geschäftsidee beantwortet die Frage: «Was will ich anbieten?»
■ Mehrwert für Kundschaft und Gesellschaft
Unternehmerinnen und Unternehmer starten selten mit einem fertigen Geschäftskonzept. Stattdessen identifizieren und verfeinern sie zunächst eine erfolgsversprechende Idee. Im Zentrum steht üblicherweise ein klarer Kundennutzen, ein sogenanntes Wertversprechen. Kundinnen und Kunden haben bestimmte Bedürfnisse, die sie befriedigen wollen. Dabei sollen Annehmlichkeiten geschaffen und/oder Unannehmlichkeiten beseitigt werden. So bieten E-Bikes gegenüber klassischen Fahrrädern den Vorteil, dass man mit weniger körperlicher Anstrengung von A nach B gelangt und weniger verschwitzt ist.

Die Geschäftsidee hinter dem E-Bike besteht darin, eine umweltfreundliche, effiziente und komfortable Alternative zum herkömmlichen Fahrrad und zum Auto für den Stadt- und Freizeitverkehr anzubieten. Das E-Bike löst das Problem körperlicher Anstrengung bei längeren oder hügeligen Strecken und ermöglicht es auch weniger sportlichen Menschen, mobil und flexibel unterwegs zu sein. Der elektrische Antrieb schafft einen spürbaren Mehrwert im Alltag – sei es für den Weg zur Arbeit, den Einkauf oder Ausflüge in der Freizeit. Mit dem E-Bike wird ein Produkt angeboten, das ökologische Mobilität mit modernem Lebensstil verbindet.
■ Geschäftsmodell
Aufbauend auf der Geschäftsidee entsteht anschliessend das Geschäftsmodell. Es beschreibt, wie die Idee wirtschaftlich tragfähig umgesetzt wird. Dazu gehören Überlegungen zu Zielgruppen, zum Wertversprechen, zu Einnahmequellen, zur Kostenstruktur sowie zu den notwendigen Ressourcen und Prozessen. Das Geschäftsmodell bildet somit die strukturelle und wirtschaftliche Logik hinter der ursprünglichen Idee.
Das Geschäftsmodell beschreibt, wie diese Idee in ein wirtschaftlich funktionierendes Angebot überführt wird. Es richtet sich an Zielgruppen wie Pendlerinnen und Pendler, Seniorinnen und Senioren, Freizeitradlerinnen und -radler oder Touristinnen und Touristen. Das zentrale Wertversprechen lautet: «Schneller, entspannter und nachhaltiger ans Ziel.» Einnahmequellen sind neben dem Verkauf von E-Bikes auch Vermietung, Leasingmodelle, Reparaturservices, Zubehörverkauf oder App-basierte Dienstleistungen wie Streckenplanung und Akkuüberwachung. Die Kostenstruktur umfasst Entwicklung, Produktion, Logistik, Marketing und Kundenservice. Notwendige Ressourcen sind physische Komponenten wie Rahmen, Akku und Motor, qualifiziertes Personal, Vertriebskanäle sowie digitale Infrastruktur. So entsteht ein marktfähiges, nachhaltiges Mobilitätsangebot für eine umweltbewusste und komfortorientierte Gesellschaft.
Damit eine Geschäftsidee im Markt erfolgreich ist, muss ein Unternehmen seine Zielgruppe(n) sehr gut kennen. Es muss klar sein, an wen sich das Wertversprechen richtet. Die entsprechenden Kundenbeziehungen und Verkaufskanäle müssen aktiv gepflegt werden. Viele erfolgreiche Unternehmen schaffen jedoch nicht nur Mehrwert für die direkten Kunden, sondern sorgen auch für eine Wertverteilung in der Gesellschaft. So kann eine E-BikeHerstellerin dazu beitragen, dass weniger Menschen auf ein Auto angewiesen sind und weniger Stau entsteht. Zudem schafft das Unternehmen Arbeitsplätze und generiert Steuern für den Staat.
■ Wertschöpfung in Unternehmen
Um das gegenüber der Kundschaft geäusserte Wertversprechen einlösen zu können, muss das entsprechende Produkt oder die Dienstleistung zunächst geschaffen werden. Ein Unternehmen sollte daher wissen, wie es die Wertschöpfung ausgestaltet. Dies hängt von den verfügbaren Ressourcen ab. In unserer arbeitsteiligen Wirtschaft sind viele Unternehmen auf einzelne Aktivitäten spezialisiert. Sie sind daher auf vielfältige Partnerschaften angewiesen. So greifen E-Bike-Hersteller beispielsweise für Motoren, Akkus, Bremsen und viele weitere Komponenten auf ein ganzes Netzwerk von Lieferanten zurück.
Für die langfristige Überlebensfähigkeit des Unternehmens ist es zudem zentral, dass ein Teil des geschaffenen Werts in das Unternehmen zurückfliesst. Dies geschieht in Form von Erträgen, die in der langen Frist grösser sein sollten als die Kosten. Wenn eine gewisse Wertabschöpfung möglich ist, kann das Unternehmen Gewinne in neue Entwicklungen investieren. Nur wenn ein E-Bike-Unternehmen in der Lage ist, aus dem Verkauf von Produkten genügend Einnahmen zu generieren, um die Kosten zu decken, wird das Unternehmen im Markt bestehen können.
Ein Geschäftsmodell beschreibt die Erfolgsfaktoren eines Unternehmens. Es zeigt auf, wie ein Unternehmen seine Ziele erreicht, indem es Mehrwert schafft. Die optimale Konfiguration des Geschäftsmodells ist ein wichtiger Bestandteil jedes erfolgreichen Unternehmens. Ein Geschäftsmodell ist jedoch selten stabil, sondern muss aufgrund sich ändernder Marktbedingungen und Kundenbedürfnisse laufend angepasst werden. Jedes Geschäftsmodell kann anhand von vier Fragen umfassend beschrieben werden:
■ Was ist unser Wertversprechen?
■ Für wen werden Werte generiert?
■ Wie werden Werte geschaffen?
■ Wie viel des Werts wird abgeschöpft?
Meist werden Geschäftsmodelle mit strukturierten Darstellungen, sogenannten Frameworks, abgebildet. Sie machen die zentralen Elemente eines Unternehmens übersichtlich sichtbar.
■ Business Model Navigator
Bei einer innovativen Geschäftsidee werden mehrere der vier Fragen eines Geschäftsmodells «Was? Für wen? Wie? Wie viel?» auf eine neuartige Weise beantwortet. Dabei spricht man von Geschäftsmodell-Innovation. Es müssen nicht immer alle vier Fragen völlig neu beantwortet werden. Oft genügt es, wenn mehrere Bereiche neu kombiniert oder anders gelöst werden.
Der Business Model Navigator ist eine Methode der Universität St. Gallen zur systematischen Entwicklung von Geschäftsmodellen. Er geht davon aus, dass viele neue Geschäftsmodelle nicht vollständig neu erfunden werden, sondern durch die Rekombination bekannter Geschäftsideen und Geschäftsmuster entstehen. Dazu stellt der Business Model Navigator 55 verschiedene Muster bereit, zum Beispiel für Preisgestaltung, Vertrieb, Nutzung statt Besitz, Abonnemente oder Plattformmodelle. Diese Muster dienen als Vorlagen und können auf das eigene Geschäft übertragen werden.
So werden beispielsweise mit einem Flatrate-Abo für E-Bike-Sharing-Angebote ein neues Wertversprechen und eine neue Wertabschöpfung geschaffen: Die Kundschaft erhält komfortable Mobilität ohne eigenes E-Bike (Was?) und bezahlt dafür einen monatlichen Fixpreis (Wie viel?). Gleichzeitig muss das Unternehmen klären, für welche Zielgruppen das Angebot besonders attraktiv ist, zum Beispiel Pendlerinnen, Studierende oder Touristinnen (Für wen?). Ebenso muss es organisieren, wie die E-Bikes bereitgestellt, gewartet, aufgeladen, repariert und per App gebucht werden können (Wie?).
Was für Werte bieten wir unserer Kundschaft an? (Kundennutzen)
Für wen generieren wir unsere Werte? (Kundensegmente) Wertangebot
Erfolgsmechanik Wertschöpfung
Wie schaffen wir unsere Werte? (Wertschöpfungskette)
Wie viel des Werts bleibt uns? (Wertabschöpfung)
Business Model Navigator, angelehnt an Gassmann, Frankenberger und Csik (2017)
Der Business Model Navigator hilft, Geschäftsideen nicht nur spontan zu entwickeln, sondern systematisch zu prüfen: Welche bekannten Muster könnten passen? Welche Fragen des Geschäftsmodells verändern sich dadurch? Und wie kann die neue Idee so umgesetzt werden, dass sie für Kundschaft und Unternehmen einen Nutzen schafft?

(Ausgabe für Lehrperson)
(Ausgabe für
■ Business Model Canvas
Das Business Model Canvas («Geschäftsmodell-Leinwand») ist ein visuelles Werkzeug zur strukturierten Darstellung und Entwicklung von Geschäftsmodellen. Es hilft, die zentralen Elemente eines Geschäftsmodells – wie Kundensegmente, Wertangebote, Kanäle, Einnahmequellen und Schlüsselressourcen – übersichtlich auf einer Seite zu erfassen und Zusammenhänge zu erkennen.
Durch die einfache Visualisierung fördert das Business Model Canvas ein gemeinsames Verständnis im Team, unterstützt die Ideenentwicklung und erleichtert die systematische Weiterentwicklung sowie Anpassung von Geschäftsmodellen.

Unternehmerisch denken heisst, wirtschaftliche Entscheidungen nicht isoliert zu betrachten. Unternehmen stehen immer in Beziehung zu Anspruchsgruppen: Kundinnen und Kunden erwarten überzeugende Leistungen, Mitarbeitende faire Arbeitsbedingungen, Kapitalgeber eine angemessene Rendite, der Staat regelkonformes Verhalten und die Gesellschaft einen verantwortungsvollen Umgang mit natürlichen Lebensgrundlagen. Solche Erwartungen lassen sich nicht immer gleichzeitig erfüllen. Zielkonflikte gehören deshalb zum unternehmerischen Alltag.
Entscheidungsprozess: Schritte zur begründeten Entscheidung. Der Entscheidungsprozess hilft, solche Situationen systematisch zu bearbeiten: Zuerst wird die Problemstellung geklärt. Danach werden Interessen, Aussagen und Grundlagen geprüft. Anschliessend werden Lösungsalternativen entwickelt und anhand geeigneter Kriterien beurteilt. Dazu gehören ökonomische, soziale, ökologische und individuelle Werte.
Wertekompass: Orientierung für begründete Entscheidungen. Der Wertekompass macht sichtbar, dass unternehmerische Entscheidungen nicht allein an Gewinn, Effizienz oder Wettbewerb ausgerichtet werden sollten. In Zielkonflikten bieten auch Werte wie Fairness, Vertrauen, Nachhaltigkeit, Verantwortung und Sicherheit eine wichtige Orientierung. Sie helfen, verschiedene Interessen abzuwägen und eine Entscheidung nachvollziehbar zu begründen.
Unternehmerisch handeln bedeutet, Chancen und Risiken sorgfältig abzuwägen und daraus begründete Entscheidungen abzuleiten. Geschäftsmodelle zeigen, wie Werte versprochen, geschaffen, verbreitet und abgeschöpft werden. Unternehmensmodelle helfen, Anspruchsgruppen, Umweltsphären, Strategien und Prozesse im Zusammenhang zu verstehen. Wer unternehmerisch denkt und handelt, entwickelt tragfähige Lösungen, übernimmt Verantwortung und ist bereit, aus Unsicherheit gestaltend zu handeln.
Interessen von Anspruchsgruppe A

6
Wertbasiert entscheiden

5
Konsequenzen für Betroffene abschätzen

2
Interessen von Anspruchsgruppe B
Spannungsfeld A Freiheit vs. staatliche Regeln
Spannungsfeld B
1
Interessen klären Aussagen prüfen 3
(Faktencheck: Belege Daten, Quellen, Kontext)


(Machtverhältnisse analysieren)
Betriebswirtschaftliche Problemstellung formulieren

Interessen von Anspruchsgruppe D

Lösungsalternativen entwickeln

(Optionen aus Sicht der Interessen)

4
Beurteilungskriterien festlegen

(Soziale, ökonomische, ökologische, individuelle Werte)

Gerechtigkeit

Solidarität

Vertrauen

Soziale Werte


Gewinn

Effizienz

Leistung

Fairness Toleranz Freiheit



Autonome Sicherheit
Individuelle Werte

Tiefe Preise vs. faire Löhne

Ökonomische Werte


Selbstverantwortung Würde Gesundheit


Generationengerechtigkeit



Interessen von Anspruchsgruppe C
Entscheidungsprozess: Fakten, Kriterien und Werte gemeinsam betrachten und die Konsequenzen für verschiedene Interessen berücksichtigen. Eigene Darstellung in Anlehnung an Euler & Kühner, Iconomix.
Innovation Wettbewerb


Artenvielfalt Nachhaltigkeit

Ökologische Werte

Klimaschutz Intakte Natur
Spannungsfeld D Wohlstand heute vs. Kosten morgen



Spannungsfeld C Wachstum vs. Ressourcen schonen
Wertekompass: Übersicht über individuelle, soziale, ökologische und ökonomische Werte, die Entscheidungen beeinflussen können. Eigene Darstellung in Anlehnung an Euler & Kühner, Iconomix.
(Ausgabe für Lehrperson)
Welche Aussagen sind richtig (R), welche falsch (F)? Setzen Sie das zutreffende Symbol in das Kästchen und korrigieren Sie die Fehler auf den leeren Linien.
a) Ausgangspunkt für wirtschaftliches Handeln ist die Werbung, welche die verfügbaren Waren und Dienstleistungen den Konsumenten bekannt macht.
. . . sind die Bedürfnisse der Menschen
b) Bedürfnisse können nach ihrer Dringlichkeit in Existenz- und Wahlbedürfnisse und nach dem Bedürfnisträger in materielle und immaterielle Bedürfnisse gegliedert werden.
. . . nach Bedürfnisträger in Individual- und Kollektivbedürfnisse . . . nach Gegenstand in materielle und immaterielle Bedürfnisse
c) Grund- und Luxusbedürfnisse sind Unterkategorien der Wahlbedürfnisse. Die Zuordnung einzelner Güter zu diesen beiden Gruppen ist auch von den Wertvorstellungen einer Gesellschaft abhängig.
Zu welchen Bedürfniskategorien gehören die folgenden Aussagen?
Es sind Mehrfachnennungen möglich.
d) Wenn in einer Gesellschaft nach den Grund- auch die Luxusbedürfnisse abgedeckt sind, stagniert die Wirtschaft auf hohem Niveau.
Bedürfnisse sind unbegrenzt (dies ist eine grundlegende Tatsache der Wirtschaft)
e) Das Selbstverwirklichungsbedürfnis steht gemäss der Theorie von Maslow an der Spitze der fünfstufigen Pyramide.
f) Die sozialen Bedürfnisse sind gemäss Maslow durch das Bedürfnis nach sozialem Ansehen bzw. der Stellung in der Gesellschaft definiert. F Soziale Bedürfnisse umfassen Zugehörigkeitsbedürfnisse zu einer Gemeinschaft.
a) Marc Bucher hätte gerne ein Streaming-Abo für Surround-Sound.
b) Beatrice Kummer sieht sich Filme lieber in einem «richtigen» Kino an. Sie freut sich auf das neue Multiplex-Kino in ihrer Stadt.
c) Politiker fordern eine «zweite Röhre» (Autobahntunnel) durch den Gotthard.
d) Carla Biasotto aus Affoltern am Albis verbringt fast jedes Wochenende in ihrer Zweitwohnung im Tessin.
e) In der Auffangstelle in Kreuzlingen werden Asylsuchende mit dem Nötigsten versorgt.
f) Rund 60 % aller Schülerinnen und Schüler des Bildungszentrums Bolgen verpflegen sich in der Mensa.
g) Oliver besucht die Grundschule (2. Primarklasse) in seiner Wohngemeinde.
h) Irène, seine Klassenkameradin, besucht in der Nachbargemeinde zusätzlich zwei Lektionen «English for Kids» bei einer Privatlehrerin.
i) Roberto trainiert pro Woche zweimal in einem Fitnesscenter.
j) Simone feiert mit ihrem Mann Leon den 5. Hochzeitstag in einem exklusiven Feinschmecker-Restaurant.
Welche Aussagen sind richtig (R), welche falsch (F)? Setzen Sie das zutreffende Symbol in das Kästchen und korrigieren Sie die Fehler auf den leeren Linien.
a) Unternehmen stellen durch den Einsatz der Produktionsfaktoren Güter her und bieten diese am Markt an.
Zu welcher Güterart gehören die folgenden Güter? Es sind Mehrfachnennungen möglich.
b) Das Angebot der Unternehmen trifft am Markt auf die Bedürfnisse der Menschen.
. . . auf die Nachfrage der Menschen.
c) Erst wenn die Bedürfnisse mit genügend Kaufkraft ausgestattet sind, entsteht am Markt ein Angebot.
. . . entsteht am Markt eine Nachfrage.
d) Unternehmen stellen Güter durch den Einsatz der Produktionsfaktoren Arbeit, Wissen, Kapital und Boden (Natur) her.
e) Sauberes Wasser war früher vielerorts frei verfügbar und deshalb ein wirtschaftliches Gut. Erst wenn es durch Verschmutzung knapp wird, verliert es seinen Preis.
frei verfügbare Güter = freie Güter, knappe Güter = wirtschaftliche Güter
f) «Konsumgüter» ist der Überbegriff für die Gesamtheit der von den Unternehmen hergestellten Güter.
«Wirtschaftliche» Güter ist . . .
g) Unter einer Lizenz verstehen wir das Recht zur alleinigen Nutzung oder Verwertung einer Erfindung.
. . . Patent (Lizenz = Genehmigung, ein Patent zu nutzen)
a) Finanzberatung einer Bank für eine Schreinerei
Sachgüter
Güter
Immaterielle
Dienstleistungen
Rechte
Konsumgüter Investitionsgüter Gebrauchsgüter Verbrauchsgüter
b) Schleifmaschine in einer Schreinerei X X X
c) Heizöl im Tank eines Einfamilienhauses X X X
d) Mietvertrag für das Auto einer Touristin X X X X
e) Mietauto auf dem Areal einer Autovermietung X (X) (X) X
f) Sitzgruppe im Wohnzimmer der Familie Gerber X X X
g) Werkstattgebäude einer Malerei X X X
h) Hotelübernachtung eines Aussendienstmitarbeiters X X X X
i) Der Arbeitsvertrag einer Angestellten bei einem Reisebüro X X X X
j) Mobilfunk-Lizenz für das Gebiet der Schweiz X X X (X) X
k) Nachtessen im Kreis von Freunden und Freundinnen X X X
und Recht
– Unternehmens- und Geschäftsmodelle (Ausgabe für Lehrperson)
Bestimmen Sie, welchem Wirtschaftssektor (1, 2 oder 3) die folgenden Unternehmen bzw. Tätigkeitsbereiche einzelner Unternehmen angehören.
a) Landwirtschaftsbetrieb 1
b) Modegeschäft 3
c) Kantonalbank 3
d) Bauunternehmen 2
e) Metallwalzwerk 2
f) Textilbetrieb 2
g) Kieswerk 1
h) Spital 3
i) Oberflächenbeschichtung 2
j) Spielwarengeschäft 3
Arni, Gartenbau und Planung
k) Bereich «Planung Gartenanlagen» 3
l) Bereich «Baumschulen» 1
Antiquitäten Hermann Zwicker
m) Bereich «An- und Verkauf» 3
n) Bereich «Renovation alter Möbel» 2
A. Läubli, Fischerei und Fischhandel
o) Bereich «Fischfang» 1
p) Bereich «Handel mit Nordseelachs» 3
q) Bereich «Fisch-Räucherei» 2
Welche Aussagen sind richtig (R), welche falsch (F)? Setzen Sie das zutreffende Symbol in das Kästchen und korrigieren Sie die Fehler auf den leeren Linien.
a) In der Schweiz sind über 99 % aller Unternehmen sogenannte KMU; sie beschäftigen rund zwei Drittel aller Arbeitskräfte.
b) Unter KMU verstehen wir Unternehmen mit bis zu 100 Beschäftigten.
. . . Unternehmen mit weniger als 250 Beschäftigten
c) Mikrounternehmen sind Unternehmen mit bis zu 9 Beschäftigten.
Ist die folgende Aussage richtig (R) oder falsch (F)? Setzen Sie den zutreffenden Buchstaben in das Kästchen und korrigieren Sie stichwortartig allfällige Fehler.
r) Eine Branche umfasst alle Unternehmen, die im gleichen Wirtschaftssektor tätig sind. F
umfasst Unternehmen mit gleichartigen Produkten / DL
d) Welche zusätzlichen Kriterien können neben der Anzahl Beschäftigter und dem Umsatz für Grössenvergleiche sinnvoll sein?
Ordnen Sie die passenden Kriterien zu. Honorarvolumen
Prämienerträge
Vermögen (Bilanzsumme) Anzahl Filialen Kapazität Output (Produktionsmenge)
d1) Detailhandel X
d2) Banken
d3) Versicherungen X
d4) Transportunternehmen X
d5) Energieerzeugung X X
d6) Treuhandunternehmen X
d7) Produktionsbetriebe X
Welche Aussagen sind richtig (R), welche falsch (F)? Setzen Sie das zutreffende Symbol in das Kästchen und korrigieren Sie die Fehler auf den leeren Linien.
a) Bei den Eigentumsverhältnissen unterscheidet man private, gemischtwirtschaftliche und staatliche Unternehmen
Für die Wahl einer passenden Rechtsform ist entscheidend, welche Ziele die Gründerinnen und Gründer verfolgen: Wer soll entscheiden? Wer soll mitarbeiten? Wie viel Kapital wird benötigt? Wie stark soll die persönliche Haftung begrenzt werden?
b) Erschwingliche Preise und eine regional gleichmässige Versorgung mit Gütern und Dienstleistungen sind Beispiele für das öffentliche Interesse an staatlichen Unternehmen.
c) Staatliche Unternehmen sind vollständig im Eigentum des Staates.
d) Bei gemischtwirtschaftlichen Unternehmen sind neben Privatpersonen auch der Staat oder staatliche Stellen am Unternehmen beteiligt.
Lesen Sie die folgenden Aussagen aus der Sicht der gründenden Person. Ordnen Sie jeder Aussage die Rechtsform zu, die am besten zu den genannten Vorstellungen passt.
a) Ich will allein entscheiden und den Gewinn allein behalten; das Risiko trage ich selbst.
b) Ich will die Geschäftsführung persönlich wahrnehmen, aber die Haftung auf das Geschäftsvermögen begrenzen.
c) Ich will ein Unternehmen gemeinsam mit zwei Studienkolleginnen führen, die ebenfalls aktiv mitarbeiten und eine persönliche Haftung akzeptieren.
d) Ich benötige für mein Unternehmen viel Kapital; die Kapitalgeber sollen nicht persönlich mitarbeiten.
e) Ich schliesse mich mit insgesamt 15 Personen zusammen, um eine nachbarschaftliche KITA zu organisieren, weil in unserer Siedlung keine KITA besteht.
e) Gemischtwirtschaftliche Unternehmen werden häufig mit dem Service public beziehungsweise mit dem öffentlichen Interesse begründet.
f) Der Staat kann private Unternehmen auch über Vorschriften oder Konzessionen beeinflussen.
f) Ich will ein Unternehmen mit beschränkter Haftung gründen; ich kann jedoch nur CHF 25 000.– als Eigenkapital einbringen.
g) Ich will mit mehreren Personen ein Unternehmen führen, persönliche Haftung soll ausgeschlossen sein. Das Eigenkapital von CHF 50 000.– können wir gemeinsam einbringen.
h) Ich will ein Unternehmen gründen, bei dem viele Personen mit kleinen Anteilen beteiligt sind und gemeinsam von günstigeren Leistungen profitieren.
g) Gemischtwirtschaftliche Unternehmen heissen so, weil sie ihre Produkte oder Dienstleistungen sowohl dem Staat als auch Privatpersonen verkaufen. F
Weil Staat und Private am Unternehmen beteiligt sind.
und Recht
– Unternehmens- und Geschäftsmodelle (Ausgabe für Lehrperson)
Welche Aussagen sind richtig (R), welche falsch (F)? Setzen Sie den entsprechenden Buchstaben in das Kästchen und korrigieren Sie falsche Aussagen auf den leeren Linien.
a) Profitorientierte Unternehmen wollen langfristig einen finanziellen Überschuss erwirtschaften.
b) Non-Profit-Organisationen dürfen keine Überschüsse erzielen.
können Überschüsse erzielen, aber keine Gewinne ausschütten
c) Gewinne dienen profitorientierten Unternehmen nur dazu, Eigentümerinnen und Eigentümer zu entschädigen.
auch für Investitionen und als Reserven für schlechte Zeiten
d) Öffentliche Unternehmen und Non-Profit-Organisationen konzentrieren sich stärker auf Leistungen für die Allgemeinheit als auf Gewinnausschüttungen.
e) Ein genossenschaftlich organisiertes Unternehmen ist automatisch eine NonProfit-Organisation.
Auch genossenschaftlich organisierte Unternehmen können profitorientierte Geschäftsfelder haben, z. B. Coop.
f) Ordnen Sie die folgenden Unternehmen und Organisationen wie folgt zu:
A = profitorientiertes Unternehmen
B = nicht profitorientierte Organisation
f1) Nestlé
f2) Schweizerisches Rotes Kreuz (SRK)
f3) Roche
f4) Caritas Schweiz
f5) Migros Bank
f6) Stiftung Pro Senectute
f7) Coop
f8) Gemeinnützige Wohnbaugenossenschaft
f9) Lindt & Sprüngli
f10) Schweizer Tierschutz STS
f11) Kultur- oder Sportverein
Welche Aussagen sind richtig (R), welche falsch (F)? Setzen Sie das zutreffende Symbol in das Kästchen und korrigieren Sie die Fehler auf den leeren Linien.
a) Ein Modell bildet die Wirklichkeit möglichst vollständig ab.
Welche Begriffe passen zu den folgenden Aussagen? Ordnen Sie zu.
1 Unternehmen
2 Anspruchsgruppen / Stakeholder
3 Umweltsphären
4 Direkte Wechselwirkung
5 Indirekter Einfluss
b) Modelle helfen dabei, Wichtiges von Unwichtigem zu trennen.
c) Ein Übersichtsplan zeigt alle Strassen eines Ortes genau so, wie sie in der Wirklichkeit verlaufen.
... zeigt nur jene Strassen, die für Orientierung wichtig sind.
d) Modelle vereinfachen die Wirklichkeit, damit man Zusammenhänge besser erkennen kann.
e) Ein Unternehmensmodell zeigt das Unternehmen genau so, wie es in der Realität aussieht.
vereinfacht wichtige Zusammenhänge im Unternehmen und in seiner Umwelt
f) Eine Landkarte ist ein Modell, weil sie ein Gebiet verkleinert und vereinfacht darstellt.
a) Einzelpersonen, Gruppen oder Organisationen, die Erwartungen an ein Unternehmen stellen.
b) Allgemeine Entwicklungen im Umfeld eines Unternehmens, z. B. in Gesellschaft, Natur, Technik, Wirtschaft oder Recht.
c) Ein Hotel beobachtet, dass Gäste vermehrt nachhaltige Angebote erwarten. Diese Entwicklung gehört zur sozialen und ökologischen Umgebung des Unternehmens.
d) Kundinnen und Kunden kaufen ein Produkt, Mitarbeitende leisten Arbeit, Lieferanten liefern Waren. Zwischen ihnen und dem Unternehmen besteht ein Austausch.
3
3
4
e) Neue gesetzliche Vorschriften zum Datenschutz wirken auf ein Unternehmen ein, auch wenn sie nicht von einzelnen Kundinnen oder Lieferanten ausgehen. 5
f) Ein Produktionsbetrieb, eine Bank, ein Hotel oder eine Gemeindeverwaltung können im Zentrum eines Unternehmensmodells stehen. 1
für Lehrperson)
und Recht
– Unternehmens- und Geschäftsmodelle (Ausgabe für Lehrperson)
Viele Entwicklungen im Umfeld eines Unternehmens können sich auf dessen Geschäftstätigkeit auswirken. Um den Überblick zu behalten, ordnen Unternehmen solche Beobachtungen den fünf Umweltsphären zu: ökologische, soziale, technologische, ökonomische und rechtliche Umweltsphäre. Ordnen Sie die fett gedruckte Beobachtung der zutreffenden Umweltsphäre zu. Bei einzelnen Entwicklungen sind auch zwei Zuordnungen denkbar.
a) Auf der Messe «Druck und Papier» wird eine neue Druckmaschine vorgestellt: Das neue Druckverfahren bringt qualitativ stark verbesserte Druckmöglichkeiten, was sich auch auf unseren Verkaufsertrag auswirken wird.
b) Ein neuer Gesamtarbeitsvertrag in der Branche senkt die Höchstarbeitszeiten der Arbeitskräfte. Wir werden deswegen entweder zusätzliche Arbeitskräfte anstellen oder leistungsfähigere Maschinen anschaffen.
c) Weil die Abfall- und Recyclingproblematik einen immer höheren Stellenwert einnimmt, plant der Verwaltungsrat die Aufnahme einer speziellen Recycling-Zeitschrift ins Verlagsprogramm.
d) Die traditionelle Familie wird zunehmend in Frage gestellt. Herkömmliche Familienzeitschriften haben deshalb geringere Absatzchancen.
e) Eine geplante Besteuerung der Energie wird unsere Stromkosten erhöhen.
f) Die kürzlich erfolgten Zinssenkungen haben die Kredite verbilligt, weshalb wir eine Betriebserweiterung unserer Druckerei in Erwägung ziehen.
g) Seit Zeitungen vermehrt auf Smartphones, Tablets und in News-Apps gelesen werden, verringern sich auch die Absatzzahlen der gedruckten Zeitungsausgaben, was für uns zu tieferen Umsätzen führen könnte.
h) Ein wichtiges Element der bilateralen Verträge der Schweiz mit der EU ist die volle Personenfreizügigkeit. Im Bereich der hochqualifizierten Stellen ist es seit Inkrafttreten dieser Verträge für die Unternehmen in der Schweiz einfacher, entsprechende Arbeitskräfte zu finden.
i) Seit immer mehr Unternehmen einen zunehmenden Teil ihres Budgets für Werbemassnahmen im Internet einsetzen, gehen die Inserateeinnahmen in unseren Zeitschriften kontinuierlich zurück.
j) Für den geplanten Neubau unseres Druck- und Medienzentrums lassen wir von einem Planungsbüro einen Umweltverträglichkeitsbericht erstellen, der die Auswirkungen auf Boden, Wasser und Luft sowie die Lärmsituation und die Abfallkonzeption aufzeigt.
k) Gemäss Baubewilligungsverfahren (Bau- und Umweltschutzgesetz) müssen wir zusammen mit dem Baugesuch für das geplante Druck- und Medienzentrum auch einen Umweltverträglichkeitsbericht einreichen.
l) Die im Verhältnis zum Ausland hohen Bodenpreise in der Schweiz können dazu führen, dass die Erstellung eines weiteren Produktionsgebäudes im Ausland billiger zu stehen kommt.
m) Meldungen über eine schleppende Wirtschaftsentwicklung haben dazu geführt, dass die Leute sparsamer sind als früher. Wir spüren einen Rückgang bei den Abonnements unserer teuren Luxuszeitschriften.
n) Weil Kundinnen und Kunden Abonnemente vermehrt online abschliessen, müssen wir unsere Website und den Bestellprozess einfacher gestalten.
o) Anzeichen für Klimaveränderungen haben in letzter Zeit stark zugenommen. Wissenschaftliche Beiträge müssen zur besseren Verständlichkeit mit aufwendigen Grafiken ergänzt werden, was die Produktionskosten der einzelnen Ausgaben erhöht.
p) Aufgrund der seit längerer Zeit günstigen Wechselkursverhältnisse haben die Reiseaktivitäten nach Übersee zugenommen. Wir haben dies an den gestiegenen Verkaufszahlen unseres Reisemagazins bemerkt.
q) Der Staat plant zur Sicherung seiner Einnahmen ein neues Steuergesetz, das höhere Steuern auf dem Verkauf von Zeitungen und Zeitschriften vorsieht und damit den Verkaufspreis erhöhen wird.
r) Die neue, voll digitalisierte Drucksetztechnik erlaubt es, bis kurz vor Redaktionsschluss noch Bilder in die neue Ausgabe aufzunehmen. Wir müssen die Entwicklung beobachten, um unseren gegenwärtigen Vorsprung gegenüber der Konkurrenz nicht zu verlieren.
und Recht
– Unternehmens- und Geschäftsmodelle (Ausgabe für Lehrperson)
Für ein Unternehmen ist es wichtig, Entwicklungen möglichst frühzeitig zu erkennen, damit es genügend Zeit hat, sich verschiedene Reaktionsund Gestaltungsmöglichkeiten zu überlegen. Vielfach liegt der Ursprung von Entwicklungen, die in einzelnen Umweltsphären beobachtet werden, in früheren Veränderungen der anderen Umweltsphären.
Ordnen Sie bei den möglichen Gründen für die folgenden Entwicklungen jeweils die fett gedruckte Aussage der entsprechenden Umweltsphäre zu.
a) An einer Mobilitätsmesse wird ein neues Fahrerassistenzsystem vorgestellt.
1. Das neue System wurde entwickelt, weil die Kundschaft zunehmend mehr Wert auf den Sicherheitsaspekt beim Autofahren legt.
2. Das neue System konnte entwickelt werden, weil in der Hochkonjunktur hohe Gewinne erzielt wurden und der Industrie damit Geld für die Forschung zur Verfügung stand. X
3. Das neue System wurde entwickelt, weil die im alten System verwendete Bremsflüssigkeit bei Servicearbeiten zu Problemen beim Rezyklieren führte. X
4. Das neue Bremssystem musste entwickelt werden, weil das alte Bremssystem Ursache einiger Unfälle war und in der Schweiz nicht mehr zugelassen wurde.
b) Der Staat prüft eine kilometerabhängige Abgabe für Fahrzeuge mit Verbrennermotor
1. Die neue Steuer kann realisiert werden, weil ein neuer Kilometerzähler entwickelt wurde, der durch die Fahrzeughalter nicht manipuliert werden kann. X
2. Die neue Steuer wird vorgeschlagen, um die in der Politik vorgebrachte Forderung des Verursacherprinzips («Wer die Luft mehr belastet, soll auch mehr bezahlen») zu erfüllen.
3. Die neue Steuer wird vorgeschlagen, weil der Bundesrat aufgrund einer Rezession mehr Einnahmen zur Finanzierung der allgemeinen Bundesaufgaben benötigt. X
4. Die neue Steuer wird vorgeschlagen, weil dadurch ein Beitrag zur Verminderung der steigenden Luftbelastung durch den Automobilverkehr erwartet wird. X
a) Wie heissen die fehlenden Anspruchsgruppen? Ordnen Sie den Buchstaben A bis F die richtigen Begriffe zu.
Konkurrenten
Kapitalgeber D NGOs/Institutionen/Medien
C Mitarbeitende F Lieferanten
b) Welche Anspruchsgruppen des Unternehmens sind mit den folgenden Umschreibungen angesprochen?
1. Organisationen, die Mindeststandards bei den Arbeitsbedingungen erwarten. NGOs / Institutionen
2. Diese Gruppe erwartet eine konstruktive Mitarbeit im Branchenzusammenschluss. Konkurrenten
3. … erwarten persönliche Förderung und individuelle Weiterbildungsmöglichkeiten. Mitarbeitende
4. Gruppe, die eine offene und ehrliche Informationspolitik erwartet. Medien
5. Wir erwarten von dieser Gruppe öffentliche Leistungen zu angemessenen Preisen. Staat
6. ... erwarten gute Verzinsung und sichere Rückzahlung des investierten Kapitals. (Fremd-)Kapitalgeber
Die verschiedenen Anspruchsgruppen stellen unterschiedliche Forderungen an das Unternehmen. Welche Anspruchsgruppe setzt sich vor allem für die unten stehenden Forderungen ein?
Ordnen Sie die aufgeführten Forderungen der zutreffenden Anspruchsgruppe zu. Mehrfachnennungen sind möglich; ordnen Sie jedoch höchstens zwei Anspruchsgruppen zu.
Forderung
a) Auszahlung eines Gewinnanteils am Ende des Geschäftsjahres X
b) … fristgerechte Bezahlung der offenen Rechnungen X
c) … faire Aussagen in der Werbung X
d) … faire Berichterstattung über den Geschäftsverlauf X (X) X (X)
e) … ein fortschrittliches Ferienreglement X
f) möglichst wenig Luftbelastung durch die Produktion X
g) … zeitgemässe Entlöhnung X
h) Produktionsbedingungen, die sozialen Mindeststandards entsprechen (X) X
i) Einhaltung der gesetzlichen Grenzwerte für Abwasser aus dem Produktionsprozess X X
j) … regelmässig eingehende Bestellungen X
k) … Zusatzleistungen und ein guter Service X
(Ausgabe für Lehrperson)
Welche Aussagen sind richtig (R), welche falsch (F)? Setzen Sie das zutreffende Symbol in das Kästchen und korrigieren Sie die Fehler auf den leeren Linien.
a) Wenn ein Unternehmen originell, informativ und ehrlich wirbt, ergeben sich keine Zielkonflikte.
Für Kunden und Konkurrenten zutreffend; mit anderen Anspruchsgruppen sind Zielkonflikte dennoch möglich.
b) Im Vergleich der Ansprüche von Institutionen mit denjenigen der Kunden können wir uns gut eine Zielneutralität vorstellen.
Entscheiden Sie, ob zwischen den beiden Ansprüchen Zielharmonie, Zielneutralität oder ein Zielkonflikt besteht. Begründen Sie Ihre Entscheidung in einem Satz.
Anspruch 1 Anspruch 2
a) Kundinnen und Kunden erwarten tiefe Preise.
Kapitalgeber erwarten einen hohen Gewinn.
Zielkonflikt:
Tiefere Preise können bei gleichen Kosten den Gewinn schmälern.
c) Wenn eine Eigentümerin bzw. ein Eigentümer gleichzeitig das Unternehmen leitet, wie dies in KMU-Betrieben der Fall ist, ergeben sich keine Zielkonflikte.
Zwischen Ansprüchen weiterer Anspruchsgruppen sind Zielkonflikte auch in einem KMU möglich.
d) In der Industrie ergeben sich häufig Zielkonflikte zwischen Wachstum und möglichst geringer Umweltbelastung.
e) Bei einem Zielkonflikt muss das Unternehmen einen Ausgleich zwischen den Ansprüchen der Anspruchsgruppen und den eigenen Zielen erarbeiten.
f) Wenn der Staat die Einhaltung von Umweltschutzgesetzen erwartet, was auch von Greenpeace gefordert wird, sprechen wir von «Zielneutralität».
… von Zielharmonie
g) Lieferanten wünschen hohe Verkaufspreise, Kunden tiefe Einkaufspreise. Deshalb besteht zwischen diesen Ansprüchen häufig Zielharmonie.
Ansprüche von Kunden und Lieferanten führen häufig zu Zielkonflikten (Lieferpreise versus Verkaufspreise ).
b) Staat und NGOs erwarten tiefere Emissionen. Das Unternehmen investiert in eine sauberere Produktion.
Zielharmonie:
Beide Ansprüche zielen in die gleiche Richtung.
c) Ein Sportverein wünscht einen Sponsoringbeitrag.
Kundinnen und Kunden erwarten eine hohe Produktqualität.
Zielneutralität: Die beiden Ansprüche können voneinander unabhängig sein.
d) Mitarbeitende wünschen mehr Ferientage.
Kapitalgeber erwarten möglichst tiefe Kosten.
Zielkonflikt:
Zusätzliche Ferientage können die Kosten erhöhen.
Übung 7.1
Das Leitbild eines Unternehmens kann Aussagen zu den drei Bereichen Leistung, Finanzen und Soziales enthalten. Die folgenden sechs Fragen helfen, Leitbilder, Visionen oder Unternehmensziele diesen Bereichen zuzuordnen.
Leistung
1) Welche Bedürfnisse befriedigen wir mit unseren Produkten und Dienstleistungen?
2) Welchen Anforderungen bezüglich Qualität und Preis entsprechen unsere Leistungen?
3) Welche sind unsere Ziele bezüglich der Rentabilität * des eingesetzten Kapitals?
4) Welches sind unsere Vorstellungen zu Gewinn und zur Gewinnverwendung?
5) Welche Grundsätze bestimmen unser Verhalten gegenüber den Anspruchsgruppen (Kapitalgeber, Kunden, Mitarbeitende, Lieferanten, Konkurrenten)?
a) Wir verbessern Produkte und Dienstleistungen laufend und setzen zudem ökologische und soziale Standards bei Arbeits- und Produktionsbedingungen.
b) Wir bieten den Eigentümern einen attraktiven Ertrag auf dem eingesetzten Kapital. (3), 4, 5
c) Unsere Marktleistung erzeugt Kundenbegeisterung wegen ihres grösseren Nutzens. Der Markterfolg basiert auf den Pfeilern Qualität, Markenprofilierung, Innovation, Ausbildung, Beratung und Service.
d) Nachhaltige Gewinne, ausreichende Liquidität und ein konsequentes, kostenbewusstes Handeln ermöglichen: Wachstum zu realisieren, den Wert der Unternehmensgruppe zu steigern, die Unabhängigkeit zu bewahren und Partnerschaften attraktiv zu erhalten.
*) Mit der Rentabilität (oder der Rendite) bezeichnen wir das Verhältnis zwischen erwirtschaftetem Gewinn und eingesetztem Kapital.
6) Welche Haltung nehmen wir gegenüber dem Staat ein, und wie sind wir gegenüber gesellschaftlichen Anliegen eingestellt (Anspruchsgruppen Staat und Institutionen, NGOs)?
Ordnen Sie die (teilweise vereinfachten) Aussagen aus Leitbildern, Visionen oder Zielsetzungen verschiedener Unternehmen den sechs Fragen zu. Setzen Sie die passende Nummer ein; Mehrfachnennungen sind möglich.
e) Wir tragen Sorge zur Umwelt und setzen die Ressourcen respektvoll und wirtschaftlich ein.
f) Mit den erzielten Gewinnen soll die Sicherheit der Mitarbeiter gewährleistet und das eingesetzte Kapital verzinst werden.
g) Unsere Kunden stehen im Zentrum […] Wir begegnen unseren Kunden freundlich und zuvorkommend. 5
h) Wir wollen unsere Kunden in finanziellen Fragen als verlässlicher Partner durch das Leben begleiten. 1
i) Wir streben eine angemessene Balance zwischen ökologischem Handeln, gesellschaftlicher Verantwortung und wirtschaftlichem Erfolg an. 6, 3
j) Wir sind der Gesellschaft verpflichtet, indem wir kulturelles, soziales und ökologisches Engagement unterstützen und mit einem Teil unseres Ertrags zum Gemeinwohl beitragen.
k) Wir sichern unseren Gästen ein Höchstmass an persönlichem Service und Annehmlichkeiten zu. Stets geniessen unsere Gäste ein herzliches, entspanntes und dennoch gepflegtes Ambiente.
l) Wir streben in den kommenden drei bis fünf Jahren eine Eigenkapitalrendite nach Steuern von 8 bis 12% an.
und Geschäftsmodelle (Ausgabe für Lehrperson)
Welche Aussagen sind richtig (R), welche falsch (F)? Setzen Sie das zutreffende Symbol in das Kästchen und korrigieren Sie die Fehler auf den leeren Linien.
a) Das Unternehmenskonzept dient hauptsächlich der Kommunikation nach aussen und richtet sich primär an die Öffentlichkeit.
… Darstellungshilfe zur Erfassung / Beurteilung unternehmerischer Entscheidungen. Kommunikation nach aussen mit Leitbild
b) Der Bereich Leistung im Unternehmenskonzept befasst sich mit den Bedürfnissen der Kundschaft und den dafür erbrachten Produkten und Dienstleistungen.
a) Wie definieren wir den Begriff «Prozess»?
Ein Prozess ist eine Reihe von Aufgaben, die in einer vorgegebenen Abfolge zu erledigen sind.
b) Ordnen Sie die folgenden Aussagen der zutreffenden Kategorie von Prozessen zu.
b1) Hier wird die Hauptwertschöpfung des Unternehmens erarbeitet. X
c) Absichten und Grundsätze beschreiben konkrete, messbare Ziele, die der Öffentlichkeit nicht zugänglich gemacht werden.
... beschreiben grundlegende Wertvorstellungen / Verhaltensregeln. Ziele werden daraus abgeleitet und bleiben meist intern
d) Purpose, Vision, Mission und Werte können ein Leitbild konkretisieren und die grundlegende Ausrichtung eines Unternehmens beschreiben.
e) Die Strategie legt fest, mit welchen Massnahmen die im Leitbild formulierten Absichten und Grundsätze im Alltag umgesetzt werden sollen.
f) Die Ziele im Unternehmenskonzept werden in der Regel nicht veröffentlicht, weil sie strategische Informationen enthalten können, die der Konkurrenz nicht bekannt werden sollen.
(Beispiele: Umsatz-, Gewinn-, Marktanteils- oder Renditeziele)
g) Im Bereich Soziales des Unternehmenskonzeptes werden nur die internen Beziehungen zu den Mitarbeitenden definiert.
... sowohl Anliegen von Mitarbeitenden als auch gesellschaftliche und ökologische Anliegen berücksichtigt.
b2) Diese Prozesse sind direkt auf den Kundennutzen ausgerichtet, sie werden manchmal als Kernprozesse bezeichnet. X
b3) In diesen Prozessen geht es um die Planung und Kontrolle von Zielen und Massnahmen. X
b4) Auch die Umsetzung der Qualitätssicherung (z. B. ISO-Zertifizierung) ist ein typischer Prozess dieser Kategorie. X
b5) Die Durchführung einer Werbeaktion gehört zu dieser Kategorie von Prozessen. X (x)
b6) Die Leistungen der IT-Abteilung zählen zu dieser Art von Prozessen. X
b7) Hier geht es um die Bereitstellung der Infrastruktur in einem Unternehmen. X
b8) Wenn eine Schalterangestellte einer Bank für eine Kundin Australische Dollar bereit macht, so ist dies ein … X
c) Bringen Sie die folgenden Schritte der Wertschöpfungskette eines Joghurts in eine sinnvolle Reihenfolge: Verkauf in der Filiale – Beschaffung der Milch – Lagerung und Transport – Verpackung – Verarbeitung der Milch zu Joghurt.
Beschaffung > Verarbeitung > Verpackung > Lagerung und Transport
> Verkauf
Die folgenden Auswahlaufgaben enthalten jeweils zwei miteinander verknüpfte Aussagen. Entscheiden Sie sich für die passende Antwortmöglichkeit und korrigieren Sie falsche Teilaussagen in wenigen Worten.
A + weil + B +/+ C + /–D –/+ E –/–
Beide Aussagen richtig, Verknüpfung trifft zu
Beide Aussagen richtig, Verknüpfung trifft nicht zu Erste Aussage richtig, zweite Aussage falsch Erste Aussage falsch, zweite Aussage richtig
Beide Aussagen falsch
Soz a e Umweltsphäre
Techno og sche Umwe tsphäre
Ökonom sche Umweltsphäre
Recht iche Umweltsphäre
Unternehmenskonzept
LeistungFinanzen Soziales
Absichten und Grundsätze
Ziele
Umsetzung
Leitbild Strategie (Purpose, Vision, Mission, Werte) Massnahmen,
Führungsprozesse
Geschäftsprozesse
Supportprozesse
a) Unternehmen, die bei ihren Entscheidungen die Interessen der Anspruchsgruppen analysieren, sind erfolgreicher, weil damit die Unternehmensstrategie widerspruchsfrei wird.
c) Die Gestaltung der Prozesse in einem Unternehmen ist für die gesamte Wertschöpfung bedeutend, weil durch die konsequente Ausrichtung der Arbeitsabläufe auf den Kundennutzen Kosten gespart werden können.
Mit der Unternehmensstrategie wird der Weg aufgezeigt, wie die definierten Ziele erreicht werden sollen; diese Strategie wird nicht «automatisch» widerspruchsfrei.
b) Im Leitbild eines Unternehmens werden grundlegende Absichten und Grundsätze veröffentlicht, weil die Unternehmensstrategie den Weg zu den langfristigen Zielen beschreibt.
d) Unternehmen, die bei ihren Entscheidungen die Interessen der Umweltsphären analysieren, sind erfolgreicher, weil mit der Analyse der Umweltsphären zukünftige Veränderungen besser erkannt und verarbeitet werden können.
(kein Zusammenhang)
Anspruchsgruppen haben Interessen (Ansprüche), nicht Umweltsphären.
(Der zweite Teil der Aussage stimmt.)
– Unternehmens- und Geschäftsmodelle (Ausgabe für Lehrperson)
a) Notieren Sie im St. Galler Management-Modell (Rüegg-Stürm & Grand, 2020) die entsprechenden Fachbegriffe bei den Elementen Stakeholder, Umweltsphären, Prozesse, Ordnungsmomente, Entwicklungsmodi und Interaktionsthemen.

b) Notieren Sie für die folgenden Vorgänge den passenden Fachbegriff. Ordnen Sie anschliessend jeden Vorgang dem passenden Element des St. Galler Management-Modells zu: Prozess, Ordnungsmoment, Entwicklungsmodus oder Interaktionsthema. Kreuzen Sie dazu die richtige Spalte an.
Nr. Vorgang Fachbegriff
1 Bei Swiss wird grosser Wert auf Pünktlichkeit, Sicherheit und freundlichen Service gelegt. Solche gemeinsamen Grundhaltungen gehören zur … Kultur
2 Eine Bäckerei kauft Mehl ein, backt Brote und verkauft sie am Morgen an die Kundschaft. Solche Tätigkeiten, mit denen direkt Leistungen für die Kundschaft entstehen, gehören zu den … Geschäftsprozesse
3 Ein Modegeschäft schliesst seine Filiale und verkauft neu hauptsächlich über einen Online-Shop. Das Unternehmen verändert sich grundlegend; dies ist eine …
4 Mitarbeitende fordern bessere Arbeitsbedingungen, während die Unternehmensleitung die Kosten tief halten möchte. Hier prallen unterschiedliche … aufeinander.
5 In einem Hotel ist genau festgelegt, wer für Empfang, Reinigung, Küche und Buchhaltung zuständig ist. Diese Aufteilung zeigt die … des Unternehmens.
6 Die IT-Abteilung sorgt dafür, dass die Kassen im Detailhandel funktionieren. Solche internen Hilfsleistungen gehören zu den …
7 Ein Unternehmen legt fest, dass Ehrlichkeit, Respekt und Offenheit im Umgang miteinander wichtig sind. Dabei geht es um …
8 Die Geschäftsleitung der Migros entscheidet, in den nächsten Jahren stärker auf regionale Produkte zu setzen. Diese langfristige Ausrichtung nennt man …
9 Ein Restaurant verkürzt die Wartezeit, indem Bestellungen neu direkt mit Tablets aufgenommen werden. Der Service für die Gäste wird dadurch verbessert; dies ist eine …
10 Die Geschäftsleitung von Coop plant neue Filialen, überprüft Umsatzziele und entscheidet über grössere Investitionen. Solche Führungsaufgaben gehören zu den …
11 Ein Lieferant stellt einem Produktionsbetrieb Rohstoffe zur Verfügung; das Unternehmen bezahlt dafür den vereinbarten Preis. Dabei werden … ausgetauscht.
12 Der Verwaltungsrat einer AG kontrolliert die Geschäftsleitung und legt wichtige Regeln der Unternehmensführung fest. Dies ist Teil der …
Anliegen und Interessen
Unterstützungsprozessen
und Werte
Strategie
Optimierung
Ressourcen
Entscheiden Sie bei den folgenden Vergleichsaspekten, welches Unternehmensmodell sich besser eignet. Je nach Abschnitt geht es darum, welches Modell aussagekräftiger, einfacher anzuwenden oder für eine bestimmte Zielgruppe geeigneter ist. Kreuzen Sie das passende Modell an und begründen Sie Ihre Wahl stichwortartig.

A Aussagekraft des Modells
A1 Welches Modell zeigt die Entwicklungen im Umfeld eines Unternehmens differenzierter?
UnternehmenskonzeptModell (STR teachware, 2026)
St. Galler ManagementModell (Rüegg-Stürm/Grand, 2020) Begründung
A2 Welches Modell zeigt genauer, worüber ein Unternehmen mit Kundinnen oder anderen Gruppen in Beziehung steht? x
Fünf Umweltsphären, rechtliche Umweltsphäre zusätzlich
Interaktionsthemen differenziert
A3 Welches Modell zeigt das Unternehmen im Inneren differenzierter? x Mehrere interne Elemente sichtbar
A4 Welches Modell zeigt besonders einfach, welche Ziele ein Unternehmen in verschiedenen Bereichen verfolgt?
Zielbereiche Leistung, Finanzen und Soziales
A5 Welches Modell zeigt genauer, wie ein Unternehmen geführt, gegliedert und nach gemeinsamen Grundhaltungen ausgerichtet wird? x Innere Orientierung genauer dargestellt
A6 Welches Modell zeigt besser, ob ein Unternehmen bestehende Abläufe nur verbessert oder sich grundlegend neu ausrichtet?
x Unterscheidet zwei Arten von Veränderung
B Aufwand für die Anwendung
B1
UnternehmenskonzeptModell (STR teachware, 2026)
St. Galler ManagementModell (Rüegg-Stürm/Grand, 2020) Begründung
Welches Modell ist einfacher zu verstehen, weil es mit weniger Begriffen arbeitet? x Übersichtlicher Aufbau
B2 Welches Modell verlangt mehr Vorwissen? x Mehr Fachbegriffe und Zusammenhänge
B3
Welches Modell lässt sich schneller auf ein einfaches Unternehmen anwenden? x Rasche Zuordnung möglich
B4 Welches Modell ist aufwendiger, wenn ein Unternehmen umfassend analysiert werden soll? x Detailliertere Analyse
C Zielgruppe und Einsatzbereich
C1
C2
C3
Welches Modell eignet sich besser für eine erste Einführung in Unternehmensmodelle? x Einfacher und übersichtlicher
Welches Modell eignet sich besser für eine vertiefte Analyse im Studium oder in einer anspruchsvollen Weiterbildung?
Welches Modell eignet sich besser für Geschäftsleitungen, die viele Zusammenhänge im Unternehmen und in der Umwelt gleichzeitig beachten müssen?
C4
Welches Modell eignet sich besser, wenn man rasch erkennen soll, wie aus allgemeinen Absichten konkrete Ziele und Massnahmen entstehen?
x Differenzierter und anspruchsvoller
x Gesamtzusammenhänge besser sichtbar
Absichten, Ziele und Massnahmen direkt verbunden
und Recht
und Geschäftsmodelle (Ausgabe für Lehrperson)
Alia hat folgende Geschäftsidee: Sie vermietet hochwertige Kinderkleider im Abo. Eltern wählen online die passende Grösse und erhalten monatlich ein Paket mit Kleidern. Zu klein gewordene Kleider werden zurückgeschickt, gereinigt und an andere Familien weitervermietet.
Ordnen Sie die Aussagen zur Geschäftsidee den vier Grundfragen eines Geschäftsmodells zu.
Der Business Model Navigator hilft Unternehmen, innovative Geschäftsmodelle zu entwickeln. Welche Aussagen zum Business Model Navigator sind richtig (R), welche falsch (F)?
Setzen Sie das zutreffende Symbol in das Kästchen und korrigieren Sie die Fehler auf den leeren Linien.
a) Die 55 Muster des Business Model Navigator können als Vorlagen dienen, um neue Geschäftsmodelle zu entwickeln.
A Was wird versprochen?
B Für wen werden Werte geschaffen?
C Wie werden Werte geschaffen?
D Wie viel des Werts wird abgeschöpft?
1) Eltern erhalten passende Kinderkleider, ohne diese ständig neu kaufen zu müssen. X
2) Das Angebot richtet sich an Familien mit kleinen Kindern. X
3) Die Kleider werden nach der Rückgabe gereinigt, kontrolliert und erneut verschickt. X
4) Alia erzielt Einnahmen durch monatliche Abo-Gebühren. X
5) Die Kundschaft spart Platz, reduziert Fehlkäufe und erhält regelmässig passende Kleider. X
6) Für den Betrieb braucht Alia eine Online-Plattform, ein Lager, Reinigungspartner und einen Versanddienst. X
7) Besonders angesprochen werden Eltern, die nachhaltig konsumieren möchten. X
8) Kosten entstehen für den Einkauf der Kleider, Reinigung, Lagerung, Versand und die Online-Plattform. X
9) Die Kleider können mehrfach genutzt werden, statt nach kurzer Zeit ungetragen im Schrank zu bleiben. X
10) Alia muss organisieren, dass zurückgesendete Kleider rasch wieder für andere Familien bereitstehen. X
b) Eine Geschäftsidee ist nur innovativ, wenn alle vier Fragen «Was? Für wen? Wie? Wie viel?» vollständig neu beantwortet werden.
Es reicht, wenn mehrere Fragen neuartig beantwortet werden.
c) Ein Café führt ein monatliches Kaffee-Abo ein: Die Kundschaft bezahlt einen fixen Betrag und kann täglich einen Kaffee beziehen. Damit wird vor allem die Frage «Wie viel?» neu beantwortet.
d) Wenn ein Online-Shop neu Gratisrücksendungen anbietet, betrifft dies nur die Zielgruppe und nicht die Art, wie Werte geschaffen werden.
Auch Abläufe, Kosten und Kundennutzen verändern sich.
e) Ein Restaurant übernimmt das Muster «Flatrate» und bietet für einen Fixpreis unbegrenzt Getränke an. Das ist ein Beispiel für die Nutzung eines Geschäftsmodell-Musters.
f) Mit dem Business Model Navigator können Unternehmen ihre Buchhaltung auch einfacher führen.
für systematische Entwicklung neuer Geschäftsmodelle.
Ein Getränkehersteller prüft, ob Einweg-Plastikflaschen durch eine nachhaltigere Verpackung ersetzt werden sollen.
In der Tabelle sind sechs Überlegungen aus diesem Entscheidungsprozess aufgeführt. Tragen Sie dazu in der Spalte rechts die Bezeichnung des entsprechenden Prozessschrittes ein.






Entscheidungsprozess: Die Grafik zeigt, wie ein Unternehmen eine schwierige Entscheidung systematisch vorbereitet und begründet trifft.
Schritt Überlegung
1 Der Getränkehersteller prüft, ob Einweg-Plastikflaschen durch eine nachhaltigere Verpackung ersetzt werden sollen, ohne die Produkte deutlich zu verteuern.
2 Kundinnen und Kunden, Detailhandel, Kapitalgeber und Umweltorganisationen haben unterschiedliche Interessen; dazu werden Daten zu Kosten, CO₂Ausstoss, Rücklaufquoten und Reinigung geprüft.
3 Als mögliche Lösungen werden Mehrweg-Glasflaschen, leichtere Recycling-PET-Flaschen mit Rücknahmesystem oder die Beibehaltung der heutigen Verpackung mit Verbesserungen geprüft.
4 Die Geschäftsleitung legt Kriterien fest: ökologische Wirkung, Kosten, Kundennutzen, Lieferfähigkeit, Akzeptanz im Detailhandel und einfache Umsetzung.
5 Die Folgen werden abgeschätzt: Glas senkt Abfall, erhöht aber Transportkosten; ein Rücknahmesystem entlastet die Umwelt, verlangt jedoch von Kundinnen, Kunden und Filialen zusätzlichen Aufwand.
6 Das Unternehmen entscheidet sich für Recycling-PET mit Rücknahmesystem, weil Nachhaltigkeit, Effizienz, Kundennutzen und Verantwortung möglichst ausgewogen berücksichtigt werden.
Bezeichnung Prozessschritt
Problemstellung formulieren
Interessen klären, Aussagen prüfen
Lösungsalternativen entwickeln
Beurteilungskriterien festlegen
Konsequenzen für Betroffene abschätzen
Wertbasiert entscheiden
Unternehmen treffen Entscheidungen nicht nur nach wirtschaftlichen Kriterien. Oft spielen auch ökologische, soziale und individuelle Werte eine wichtige Rolle.

Gerechtigkeit

Solidarität

Vertrauen

Soziale Werte

Toleranz

Fairness


Gewinn

Effizienz

Leistung

Freiheit
Autonome Sicherheit



Individuelle Werte


Selbstverantwortung Würde Gesundheit


Generationengerechtigkeit


Ökonomische Werte

Innovation Wettbewerb


Artenvielfalt Nachhaltigkeit
Ökologische Werte


In der Tabelle finden Sie verschiedene wertbasierte Unternehmensentscheide. Ordnen Sie jeden Entscheid dem passenden Bereich des Wertekompasses zu. Setzen Sie dazu ein Kreuz in die richtige Spalte.
1) Ein Unternehmen senkt unnötige Lagerbestände und verbessert die Produktionsplanung. Effizienz X
2) Ein Unternehmen investiert in ein neues digitales Angebot, das den Kundennutzen erhöht. Innovation X
3) Ein Unternehmen achtet darauf, dass ein neues Projekt langfristig einen Beitrag zum Unternehmenserfolg leistet. Gewinn X
4) Ein Unternehmen stellt seine Fahrzeugflotte schrittweise auf Elektrofahrzeuge um. Klimaschutz X
5) Ein Unternehmen reduziert Verpackungsmaterial und verwendet wiederverwertbare Rohstoffe. Nachhaltigkeit X
6) Ein Unternehmen verzichtet auf den Bau eines neuen Lagers in einem ökologisch wertvollen Gebiet. Intakte Natur X
7) Ein Unternehmen bezahlt Lieferanten pünktlich und behandelt kleinere Partner verlässlich. Fairness

Klimaschutz Intakte Natur


Wertekompass: Die Grafik hilft zu erkennen, welcher Wertebereich bei einem Entscheid besonders im Vordergrund steht.
8) Ein Unternehmen unterstützt Mitarbeitende in einer schwierigen Lebenssituation mit flexiblen Lösungen. Solidarität
9) Ein Unternehmen informiert Kundinnen und Kunden offen über Lieferprobleme und Preisänderungen. Vertrauen
10) Ein Unternehmen ermöglicht Mitarbeitenden, ihre Arbeitszeit teilweise selbst einzuteilen. Autonomie
11) Ein Unternehmen verbessert den Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz über die gesetzlichen Vorgaben hinaus. Gesundheit
12) Ein Unternehmen bietet Weiterbildungen an, damit Mitarbeitende mehr Verantwortung übernehmen können. Selbstverantwortung
Lesen bzw. hören Sie den SRF-News-Beitrag «Mädchen geraten durch soziale Medien stärker unter Druck». Der Beitrag thematisiert, wie idealisierte Körperbilder auf Social Media Unsicherheiten verstärken können; besonders Mädchen stehen laut der zitierten ZHAW-/ Swisscom-Studie stärker unter Druck, bestimmten Schönheitsidealen zu entsprechen.

Beantworten Sie anschliessend die folgenden Fragen:
a) Welches Schönheitsideal wird im Beitrag beschrieben?
b) Welche Rolle spielen Social Media bei der Entstehung oder Verstärkung dieses Bedürfnisses?
Makelloses Aussehen, schöne Haut, weisse Zähne, schlank/trainiert, oft inszeniert, gefiltert, bearbeitet
Ideale ständig sichtbar, Algorithmen verstärken ähnliche Inhalte, häufiger Vergleich mit anderen, Gefühl: «Ich genüge nicht»
c) Welcher Bedürfniskategorie nach Maslow lässt sich das Bedürfnis nach Schönheit zuordnen?
d) Handelt es sich eher um ein Grund-, Wahl- oder Luxusbedürfnis?
Wertschätzung (Anerkennung, Aufmerksamkeit, Likes) auch soziale Bedürfnisse: dazugehören evtl. Selbstverwirklichung: eigener Stil
Meist Wahlbedürfnis, gepflegtes Aussehen verständlich, nicht lebensnotwendig bei teuren Produkten/Behandlungen: Luxusbedürfnis
e) Ist das Bedürfnis nach Schönheit aus Ihrer Sicht unnötig, verständlich oder problematisch?
f) Wer sollte darüber entscheiden dürfen, ob ein solches Bedürfnis unnötig ist?
Nicht grundsätzlich unnötig verständlich: sich wohlfühlen problematisch bei Druck und Vergleich kritisch bei unerreichbaren Idealen
Grundsätzlich: einzelne Person
Eltern/Schule: kritisch begleiten
Gesellschaft: Schönheitsideale hinterfragen Staat: Regeln zu Werbung, Jugendschutz, Transparenz
g) Welche Verantwortung haben Plattformen, Influencerinnen und Influencer sowie Unternehmen der Beauty-Branche?
h) Formulieren Sie eine begründete Antwort auf die Frage «Schönheit – ein unnötiges Bedürfnis?»
Plattformen: Algorithmen/Filter transparenter machen
Influencer:innen: Vorbildwirkung beachten
Unternehmen: Unsicherheiten nicht ausnutzen, Werbung klar kennzeichnen.
Schönheit ist nicht einfach unnötig, hängt mit Anerkennung und Selbstwert zusammen.
Problematisch wird der Druck durch unrealistische Ideale.
Kritischer Umgang mit Werbung, Influencern und Plattformen sinnvoll
für Lehrperson)
und Recht
– Unternehmens- und Geschäftsmodelle (Ausgabe für Lehrperson)
Unternehmen unterscheiden sich nach verschiedenen Merkmalen: Wirtschaftssektor, Branche, Grösse, Eigentumsverhältnisse, Rechtsform und Profitorientierung.
a) Suchen Sie Unternehmen und Organisationen aus Ihrer Region und ordnen Sie diese den verschiedenen Kategorien zu. Verwenden Sie dafür Webseiten der Unternehmen, Handelsregistereinträge, Gemeindeseiten, Branchenverzeichnisse oder eigene Ortskenntnisse.
b) Welche Unternehmensarten prägen Ihre Region besonders stark?
c) Welche Rechtsformen kommen besonders häufig vor?
d) Was sagt die Unternehmensstruktur über die wirtschaftliche Bedeutung Ihrer Region aus?
e) Formulieren Sie ein kurzes Porträt Ihrer Region in 6–8 Sätzen. Verwenden Sie dabei mindestens fünf der folgenden Fachbegriffe: Wirtschaftssektor, Branche, KMU, Grossunternehmen, Eigentumsverhältnisse, Rechtsform, AG, GmbH, Genossenschaft, profitorientiert, nicht profitorientiert, Service public.
Primärer Sektor / Branche
Sekundärer Sektor / Branche
Tertiärer Sektor / Branche
Mikrounternehmen
Kleinunternehmen
Mittleres Unternehmen
Grossunternehmen 8 Privates Unternehmen 9 Staatliches Unternehmen / öffentliche Organisation
Gemischtwirtschaftliches Unternehmen 11 Einzelunternehmen
GmbH
AG
Genossenschaft
Verein / Stiftung 16 Profitorientiertes Unternehmen
Nicht profitorientierte Organisation
Individuelle Antworten
Führen Sie in einem von Ihnen ausgewählten Unternehmen ein Interview durch. Notieren Sie zu den untenstehenden und allenfalls weiteren, eigenen Fragen stichwortartig die Antworten. Beachten Sie, dass Unternehmen evtl. nicht zu allen Fragen Auskunft geben können. Falls das ausgewählte Unternehmen ein Leitbild veröffentlicht hat, konsultieren Sie vorgängig dieses Dokument.
Ökologische Umweltsphäre
Soziale Umweltsphäre
Technologische Umweltsphäre
Ökonomische Umweltsphäre
Konkurrenten
Lieferanten
Rechtliche Umwe tsphäre
Unternehmenskonzept
LeistungFinanzen Soziales
Absichten und Grundsätze
Ziele
Umsetzung Leitbild Strategie (Purpose, Vision, Mission, Werte) Massnahmen, Ressourcen, Prozesse
Staat
1 Wer ist Eigentümer des Unternehmens?
Kapitalgeber
Führungsprozesse
Geschäftsprozesse
Supportprozesse
Mitarbeitende
Bereiten Sie sich mithilfe der Stichworte auf eine kurze Präsentation über Anspruchsgruppen, Umweltsphären und Zielkonflikte des befragten Unternehmens vor.
Individuelle Antworten
Kapitalgeber
2 Welche Rechtsform hat das Unternehmen?
Kunden
Unternehmen:
Sektor / Branche:
Kontaktperson:
Telefon/E-Mail für allfällige Rückfragen:
Hier können Sie folgende überfachliche Kompetenz trainieren:
Die Ausführung einer Aufgabe im Voraus planen. Merkpunkte, im Excel-Portfolio nachtragen
3 Wie hoch ist ungefähr das Eigenkapital?
für Lehrperson)
Link überfachliche Kompetenzen
Mitarbeitende
und Recht
4 Wie viele Mitarbeitende haben Sie angestellt?
– Unternehmens- und Geschäftsmodelle (Ausgabe für Lehrperson)
5 Wie hoch ist ungefähr die Lohnsumme, die Ihr Unternehmen bezahlt?
Kunden
Lieferanten
6 Was verkaufen Sie wem? Welches sind Ihre drei wichtigsten Kundengruppen?
7 Welchen Verkaufsumsatz müssen Sie ungefähr erzielen, um keinen Verlust zu erzielen?
8 Woher beziehen Sie die verschiedenen Produkte und Waren, die Sie zur Produktion bzw. zum Verkauf benötigen?
9 Wie sieht Ihre Konkurrenzsituation im Moment aus?
Konkurrenten
Staat
10 Mit welchen Amtsstellen haben Sie regelmässig Kontakt?
NGOs
Institutionen
Medien
11 Welche Arten von Steuern müssen Sie regelmässig bezahlen?
12 Bei welchen Verbänden sind Sie Mitglied?
13 Welche Vereine oder Institutionen unterstützen Sie, und welchen Geldbetrag wenden Sie ungefähr dafür auf?
Rechtliche Umweltsphäre
Ökonomische Umweltsphäre
14 Welche rechtlichen Vorschriften beeinflussen Ihre Unternehmenstätigkeit massgebend?
Individuelle Antworten
15 Haben Sie Schwierigkeiten, Arbeitskräfte zu finden? Wenn ja, weshalb?
16 Wie wirkt sich eine Veränderung der Zinssätze bei Ihnen aus?
17 Wirken sich die Bodenpreise auf Ihr Unternehmen aus?
Technologische Umweltsphäre
18 Wie stark sind Sie von der Konjunkturlage abhängig?
Ökologische Umweltsphäre
19 Welche Auswirkungen haben sinkende oder steigende Wechselkurse für Sie?
Soziale Umweltsphäre
20 Gab es in den letzten Jahren Erfindungen, neue Produkte oder neue Verfahrenstechniken, die in Ihrem Unternehmen eingeführt wurden?
21 Haben Sie im Hinblick auf den Umweltschutz Änderungen in der Geschäftstätigkeit vorgenommen?
22 Haben Sie bei den Mitarbeitenden, den Kunden, Lieferanten oder den Kapitalgebern Änderungen in ihren typischen Verhaltensweisen festgestellt? Wenn ja, welche?
Drei Fragen zum Schluss
Wirtschaft und Recht Betriebswirtschaft – Unternehmens- und Geschäftsmodelle (Ausgabe für Lehrperson)
23 Welche Gründe haben gerade zu diesem Standort des Unternehmens geführt?
Zusätzliche Fragen
24 Was macht Ihnen zurzeit am meisten Sorgen?
25 Was stimmt Sie optimistisch?
Am ersten Schultag des neuen Schuljahres finden alle Klassen in ihrem Fächli das folgende Schreiben:
An: alle Schülerinnen und Schüler unserer Schule
Von: Rektorat
Liebe Schülerinnen und Schüler
Bis vor zwei Jahren existierte an unserer Schule eine Schülerzeitung mit dem Namen «Impuls». Wie Sie wissen, konnte die Zeitung seither nicht mehr erscheinen, weil niemand bereit war, die redaktionelle Verantwortung zu übernehmen. Ich habe immer wieder versucht, einzelne Schülerinnen und Schüler zur Mitarbeit zu motivieren, bekam aber immer Absagen. Meistens wurde dies mit konzeptionellen Mängeln der alten Zeitung begründet. Die Leserinnen und Leser empfanden den «Impuls» offenbar zudem als zu teuer. Ich habe mir zum Ziel gesetzt, noch vor Weihnachten eine neue Schülerzeitung zu lancieren. Sie soll sich klar vom alten «Impuls» unterscheiden und somit einen eigentlichen Neustart darstellen. Für die erste Nummer hat sich die Präsidentin der Schülerorganisation bereit erklärt, die redaktionelle Leitung (ad interim) zu übernehmen. Um ihr die Arbeit möglichst zu erleichtern, gelange ich heute mit der Bitte an Sie, sich Gedanken über ein sinnvolles Konzept für die neue Schülerzeitung zu machen. Damit Ihrer Kreativität Flügel wachsen können, hat sich der Chefredaktor einer grossen Schweizer Zeitung bereit erklärt, mit den Autoren des besten Vorschlags einen «Blick» hinter die Kulissen seiner Redaktion zu werfen und während eines gemeinsamen Essens Fragen zu beantworten. Die Lehrkräfte des Fachbereichs «Wirtschaft und Recht» werden bei jeder Klasse eine Doppelstunde zur Einführung ins Thema verwenden und bei der Gruppenbildung (4 – 6 Personen) behilflich sein. Ich erwarte Ihre Konzeptvorschläge bis Ende nächster Woche in meinem Fach.
Freundliche Grüsse
Die Rektorin
a) Überlegen Sie sich, wie eine Nullnummer der neuen Schülerzeitung aussehen könnte. Gestalten Sie auf einem Flipchart die Titelseite und das Inhaltsverzeichnis.
Platz für Ihre Ideen
Individuelle Antworten
b) Ergänzen Sie Ihren Vorschlag mit einem Unternehmenskonzept zur Realisierung der neuen Schülerzeitung.
Bereich Leistungen
Absichten und Grundsätze
Die Schülerzeitung informiert und unterhält die Schülerinnen und Schüler der Schule. Sie greift Themen aus dem Schulalltag auf und macht unterschiedliche Meinungen sichtbar.
Finanzen
Die Zeitung soll finanziell tragbar sein. Sie muss keinen Gewinn erzielen, darf aber die Schule oder die Schülerorganisation langfristig nicht belasten.
Ziele
Die Zeitung erscheint viermal pro Jahr. Jede Ausgabe enthält Beiträge zu Schule, Kultur, Sport, Politik, Freizeit und Meinungen der Schülerschaft.
Umsetzung: Massnahmen
Eine feste Redaktion plant die Ausgaben, sammelt Beiträge und erstellt das Inhaltsverzeichnis. Freie Mitarbeitende können einzelne Artikel, Interviews, Fotos oder Illustrationen beisteuern.
Umsetzung: Ressourcen
Umsetzung: Prozesse
Die Redaktion nutzt schulische Informatikmittel, Layoutprogramme, Kameras oder Smartphones sowie Vorlagen für die Gestaltung. Für die gedruckte Ausgabe wird eine externe Druckerei beigezogen.
Die Redaktion legt Redaktionsschluss, Themenplanung, Korrekturlesen, Layout, Druckfreigabe und Verteilung fest. Die Zeitung wird gedruckt und zusätzlich digital zugänglich gemacht.
Für die erste Ausgabe stehen genügend Mittel für Druck, Gestaltung und administrative Arbeiten zur Verfügung. Ab der zweiten Ausgabe sollen die laufenden Kosten möglichst durch Inserate / Beiträge gedeckt werden.
Die Schülerorganisation gewährt ein Startdarlehen oder Startkapital. Weitere Einnahmen entstehen durch Inserate, Sponsoring im schulischen Rahmen oder freiwillige Beiträge.
Für die erste Ausgabe werden rund 7000 Franken Startkapital für Druckkosten, Gestaltung und administrativen Aufwand bereitgestellt. Die Buchhaltung wird mit einfachen Hilfsmitteln geführt.
Einnahmen und Ausgaben werden laufend erfasst. Vor jeder Ausgabe wird geprüft, ob die Finanzierung gesichert ist. Die Rechnung wird regelmässig kontrolliert und der Schülerorganisation offengelegt.
Soziales
Die Schülerzeitung fördert Mitwirkung, Kreativität und Eigenverantwortung. Sie berichtet fair, respektvoll und kritisch.
In der Redaktion arbeiten Schülerinnen und Schüler aus verschiedenen Klassenstufen mit. Beiträge werden nur veröffentlicht, wenn sie namentlich gekennzeichnet und sachlich vertretbar sind.
Ein Ehrenkodex regelt Sprache, Quellen, Umgang mit Kritik und Persönlichkeitsrechte. Die Redaktion achtet auf eine faire Vertretung verschiedener Meinungen und Klassenstufen.
Die Redaktion erhält einen eigenen Arbeits- oder Sitzungsraum. Eine Lehrperson oder das Rektorat begleitet das Projekt beratend, ohne die redaktionelle Eigenständigkeit unnötig einzuschränken.
Redaktionssitzungen finden regelmässig statt. Beiträge werden vor der Veröffentlichung nach sachlichen, sprachlichen und rechtlichen Kriterien geprüft. Konflikte werden zuerst innerhalb der Redaktion und bei Bedarf mit einer Begleitperson geklärt.
c) Analysieren Sie die Leserbriefe zur ersten Ausgabe der neuen Schülerzeitung. Ordnen Sie die Rückmeldungen den Bereichen Leistungen, Finanzen und Soziales zu, halten Sie die wichtigsten Kritikpunkte fest und notieren Sie, wie die Redaktion auf die Leserbriefe reagieren soll.
Leserbrief
1) Echt geil, was Ihr in dieser kurzen Zeit aus dem Boden gestampft habt. «Eugen» ist wirklich unterhaltsam, nur leider noch viel zu brav. Wie wär’s mit einigen erfundenen Geschichten aus dem Schulalltag; das merkt doch eh keine Sau! Marco, 2ma
2) Ehrlich gesagt fand ich schon die alte Schülerzeitung öde. Aber was Ihr bietet, ist das Geld nun wirklich nicht wert. Ich empfehle Euch dringend, auf weitere Nummern zu verzichten und stattdessen ein gutes Buch zu lesen. Dann merkt ihr, wie sinnvoll Druckerschwärze auch noch genutzt werden kann.
Susanne, 4nc
3) Unser Sohn brachte letzte Woche die erste Nummer von «Eugen» mit nach Hause. Als überzeugte Christen waren wir wirklich entsetzt über die teilweise blasphemischen Inhalte einzelner Artikel. Das Ganze wurde durch die Bagatellisierung von Drogenkonsum und vorehelichem Geschlechtsverkehr noch verschärft. Wie sollen sich junge Menschen heute eigentlich noch zu seelisch gereiften Erwachsenen entwickeln, wenn sie sogar in der Schule solch negativen Einflüssen ausgesetzt sind? Wir bitten Sie, bei allfälligen weiteren Ausgaben von «Eugen» auf eine Gratisabgabe an alle Schüler zu verzichten.
Hans und Maria Breitenmoser
Anspruchsgruppe
Kunden Leistungen / Soziales
Kunden Leistungen / Finanzen
Die Zeitung wird als unterhaltsam wahrgenommen, enthält aber offenbar erfundene Geschichten aus dem Schulalltag.
Die Zeitung wird als wenig lesenswert und als Verschwendung von Geld kritisiert.
/ Auswirkungen
Die Zeitung soll unterhaltsam bleiben, aber klar zwischen Fakten, Meinung, Satire und erfundenen Beiträgen unterscheiden.
Die Redaktion muss die Qualität der Beiträge verbessern und zeigen, dass die eingesetzten Mittel sinnvoll verwendet werden.
Institution (Kirche)
Soziales / Leistungen
Eltern kritisieren blasphemische Inhalte sowie die Darstellung von Drogenkonsum und Geschlechtsverkehr.
Die Redaktion muss prüfen, welche Inhalte für eine Schulzeitung angemessen sind und wie kontroverse Themen verantwortungsvoll behandelt werden.
Leserbrief
4) Als altgedienter Lehrer unserer Schule unterstütze ich selbstverständlich jede Aktivität, die zu einem besseren Schulklima beiträgt. Was «Eugen» angeht, bezweifle ich allerdings, ob dieses Ziel erreicht wird. Immerhin ist es nicht besonders originell, sich über das hohe Alter gewisser Lehrer oder deren schütteren Haarwuchs lustig zu machen. Auch der Abdruck humoriger oder peinlicher Lehrersprüche ist nicht dazu angetan, das Klima zwischen Schülern und Lehrern zu verbessern. Zumal dann nicht, wenn, wie in meinem Fall geschehen, Sätze aus dem Zusammenhang herausgerissen wiedergegeben werden. Der in «Eugen» zitierte Satz stammt aus meiner rund einstündigen Einführung in ein Werk der klassischen Literatur und hat nichts mit meiner persönlichen Haltung gegenüber Frauen zu tun. Da solche Zitate durchaus auch in der weiteren Öffentlichkeit rufschädigend wirken können, werde ich im Wiederholungsfalle von der Schulleitung ein Verkaufsverbot für die neue Schülerzeitung verlangen.
Prof. Hans-Jakob Sturzenegger
5) Als Sie uns vor einigen Wochen anfragten, ob wir den Neustart Ihrer Zeitung mit einem finanziellen Beitrag unterstützen würden, sagten wir gerne zu, weil wir einerseits Ihr Engagement belohnen wollten und weil andererseits die Kanti zu unseren treuesten Kunden gehört. Wir platzierten ein ganzseitiges Inserat und zahlten dafür einen überdurchschnittlich hohen Preis. Nun mussten wir zu unserer Bestürzung feststellen, dass wir damit ein Presseerzeugnis unterstützt haben, das unseren Qualitätsvorstellungen weder in inhaltlicher noch in formaler Hinsicht entspricht. Damit könnten wir zur Not noch leben. Was allerdings nicht toleriert werden kann, ist die Tatsache, dass das von uns vertriebene Produkt auf der dem Inserat direkt gegenüberliegenden Seite durch ein Mitglied der Redaktion lächerlich gemacht wird. Der völlig unsachliche Artikel über angebliche Mängel unseres Computersystems hat unseres Erachtens in einer Schülerzeitung nichts zu suchen. Wir werden deshalb in Zukunft darauf verzichten, Ihre Zeitung mit Werbegeldern zu unterstützen.
Hans
Meier, Geschäftsführer Meier Computer AG
Unternehmens- und Geschäftsmodelle (Ausgabe für Lehrperson)
Anspruchsgruppe
Bereich Wichtigster Kritikpunkt Reaktion / Auswirkungen
Staat Soziales / Leistungen
Persönliche Angriffe, aus dem Zusammenhang gerissene Zitate und mögliche Rufschädigung belasten das Verhältnis zwischen Lehrpersonen und Schülerschaft. Es braucht klare Regeln für faire Berichterstattung, Persönlichkeitsrechte und den Umgang mit Zitaten.
Kapitalgeber Finanzen / Leistungen / Soziales
Ein Inserent fühlt sich durch unsachliche Kritik direkt neben seinem Inserat geschädigt und will die Unterstützung einstellen.
Die Zeitung muss Inserate klar von redaktionellen Beiträgen trennen und sachliche Produktkritik sicherstellen.
Schauen Sie den Filmausschnitt «Swiss – jede Sekunde zählt» an.

a) Was wird optimiert? Beschreiben Sie, welche Art von Prozessen im Film im Zentrum steht.
Optimiert werden Geschäftsprozesse beim Kabinenpersonal; im Zentrum stehen Abläufe an Bord wie Vorbereitung, Service, Teamarbeit und Bordverkauf.
b) Wie wird optimiert? Erklären Sie, wie die Tätigkeiten des Kabinenpersonals analysiert und verbessert werden.
Tätigkeiten werden beobachtet und Arbeitsschritte analysiert; mit Kaizen werden unnötige Wege, Wartezeiten und Doppelspurigkeiten schrittweise reduziert.
c) Wofür wird optimiert?
Optimiert wird, solange der Grenznutzen grösser ist als der zusätzliche Aufwand; das Unternehmen nutzt Arbeitszeit besser, die Mitarbeitenden gewinnen klarere und ruhigere Abläufe.
d) Im Video wird im Zusammenhang mit Prozessoptimierung die Frage gestellt, ob beim Kabinenpersonal die «Zitrone ausgepresst» sei. Erläutern Sie, was mit diesem Bild der ausgepressten Zitrone gemeint ist.
Die ausgepresste Zitrone steht für einen stark optimierten Prozess; aus dem Prozess wurde bereits viel herausgeholt; weitere Verbesserungen werden schwieriger; der zusätzliche Nutzen wird immer kleiner.
e) Wo liegt das Optimum beim Zitronen-Auspressen?
Das Optimum liegt dort, wo der zusätzliche Nutzen einer weiteren Optimierung noch grösser ist als der zusätzliche Aufwand; wird zu stark optimiert, können Stress, Fehler oder Qualitätsverluste entstehen; sinnvoll ist ein Ausgleich zwischen
Effizienz, Qualität und Belastung.
f) Nehmen Sie Stellung: Gibt es bei Prozessoptimierungen Grenzen? Berücksichtigen Sie die Sicht des Unternehmens und der Mitarbeitenden.
Prozessoptimierungen haben Grenzen; für das Unternehmen sind sie sinnvoll, solange Zeit, Kosten, Qualität oder Umsatz verbessert werden; für Mitarbeitende werden sie problematisch, wenn Stress, Überlastung oder Demotivation entstehen;
Ziel sind effiziente Abläufe ohne zu hohe Arbeitsbelastung.
Wirtschaft und Recht
Betriebswirtschaft – Unternehmens- und Geschäftsmodelle (Ausgabe für Lehrperson)
Vergleichen Sie die folgenden drei Unternehmensmodelle und beantworten Sie die untenstehenden Fragen.
■ Modell A: Unternehmenskonzept-Modell (STR teachware, 2026)
Ökologische Umweltsphäre
Soziale Umweltsphäre
Technologische Umweltsphäre
Ökonomische Umweltsphäre
Konkurrenten
Rechtliche Umweltsphäre
Unternehmenskonzept
LeistungFinanzen Soziales
Absichten und Grundsätze
Lieferanten
Ziele
Umsetzung Leitbild Strategie (Purpose, Vision, Mission, Werte) Massnahmen, Ressourcen, Prozesse
Staat
Kapitalgeber
Führungsprozesse
Geschäftsprozesse
Supportprozesse
Mitarbeitende
NGOs Institutionen Med ien
Kunden
■ Modell B: St. Galler Management-Modell (3. Generation) (Rüegg-Stürm & Grand, 2020)


a) Notieren Sie Gemeinsamkeiten und Unterschiede der drei Modelle.
Gemeinsamkeiten:
- Ähnliche Elemente: Prozesse
- A und B haben Umwelt und Anspruchsgruppen differenziert; (Hinweis C: blauer Ring = Umwelt /oranger Ring = Anspruchsgruppen)
Unterschiede:
- Umweltsphären: Modell A zusätzlich rechtliche Umweltsphäre
- ähnliche Elemente haben unterschiedliche Begriffe, z. B.
A: Führungsprozesse heisst bei B: Managementprozesse
b) Bestimmen Sie das geeignetste der drei Modelle und begründen Sie Ihre Wahl anhand von Kriterien.
Kriterien: Einsatzzweck, Zielgruppe, verfügbare Zeit
A: geeignet für Einführung, einfach und prozessorientiert, weniger Fachbegriffe
B: geeignet für BWL-Studium, differenzierter und mehr Fachbegriffe
C: geeignet für Managementpraxis, Sinnhorizonte und Entscheidungsaspekte
Deshalb gibt es kein allgemein bestes Modell, sondern
je nach Ziel ein geeigneteres Modell
(Ausgabe für Lehrperson)
und Recht
– Unternehmens- und Geschäftsmodelle (Ausgabe für Lehrperson)
In ihren empirischen Forschungsarbeiten haben Gassmann/Fran


c) Jetzt sind Sie an der Reihe:
1) Wählen Sie ein Unternehmen, für welches Sie eine Geschäftsmodellinnovation vorschlagen werden.
2) Analysieren Sie nun das bestehende bzw. naheliegende Geschäftsmodell anhand der vier Fragen (Was? Für wen? Wie? Wie viel?)
3) Entwickeln Sie nun eine innovative Variante. Ziel ist es, nicht nur logisch naheliegende Verbesserungen vorzuschlagen, sondern bewusst neue, überraschende oder unkonventionelle Lösungsansätze zu entwerfen. Wählen Sie dazu eine der 55 Musterkarten auf der Website BMI Lab / Business Model Navigator und wenden Sie dieses Muster auf Ihr Unternehmen an.
Wie viel Prozent der Innovationen sind ganz neuartig? Wie viel Prozent der Innovationen
b) Eines der 55 bedeutenden Geschäftsmodelle heisst Razor-and-Blade. Das «Muster» besteht darin, dass ein Basisprodukt günstig oder sogar gratis angeboten wird. Das Komplementärprodukt, das zum Basisprodukt benötigt wird, ist hingegen teuer und erbringt den Hauptumsatz des Unternehmens. Welche Unternehmen haben dieses Muster für ihre Produkte angepasst?
Gillette (Rasierapparat + Klingen), HP, Brother (Drucker + Toner)
Apple (iPod + iTunes), Nespresso (Kaffeemaschinen + Kapseln)

4) Visualisieren und begründen Sie Ihr neues Geschäftsmodell und präsentieren Sie, welchen Mehrwert Ihre kreative Rekombination des ausgewählten Musters für die Kundinnen und Kunden sowie für das Unternehmen schafft und welche Chancen und Risiken damit verbunden sind.
■ Ausgewähltes Unternehmen
Individuelle Antworten
■ Beschreibung des ausgewählten Musters
Individuelle Antworten, z.B.
Cross Selling (Zwei Fliegen mit einer Klappe)
Add-on (Separate Verrechnung von Extras)
■ Mehrwert
Individuelle Antworten
■ Chancen
Individuelle Antworten
■ Risiken
Individuelle Antworten
Hier können Sie folgende überfachliche Kompetenz trainieren:
23 Kreativität
Für offene Aufgaben ungewöhnliche, sich nicht rein logischanalytisch-schlussfolgernd ergebende Lösungen vorschlagen.
Merkpunkte, im Excel-Portfolio nachtragen
Link überfachliche Kompetenzen
Hier können Sie folgende überfachliche Kompetenz trainieren:
34 Auftrittskompetenz
Vor Publikum auftreten und vortragen können.
Merkpunkte, im Excel-Portfolio nachtragen
Link überfachliche Kompetenzen
Wirtschaft und Recht
– Unternehmens- und Geschäftsmodelle (Ausgabe für Lehrperson)
Aufgabe H Unternehmen für wen? – Vom Shareholder-Value zum Stakeholder-Verständnis
Sehen Sie sich den Film «Was ist echte unternehmerische Nachhaltigkeit?» an. Achten Sie besonders darauf, wie sich der Zweck von Unternehmen vom reinen Shareholder-Value hin zu einem umfassenderen Stakeholder-Verständnis verändert.
Fassen Sie die vier Stufen in der unten stehenden Tabelle stichwortartig zusammen.

Stufen




Kurzbeschreibung / Ziel der unternehmerischen Tätigkeit Beispiele von Unternehmen
· Ausschliesslich wirtschaftliche Orientierung; Werte wie Umsatz, Gewinn, Marktanteile, Shareholder-Value
· Umweltschutz ist Aufgabe des Staates
· Wirtschaftliche Ziele stehen nach wie vor im Vordergrund
· Umweltschutz ist Mittel zum Zweck (Kosten sparen)
· Verfeinertes Shareholder-Value-Modell
· Dreidimensionale Wertschöpfung («Triple-Bottom-Line»)
· Unternehmen setzt sich ökonomische, ökologische und soziale Ziele. Nachhaltigkeitsstrategien und -pläne
· Was sind die ökologischen und gesellschaftlichen Probleme?
· Welchen Beitrag können Unternehmen zur Lösung leisten?
· Nachhaltige Unternehmen berücksichtigen alle Stakeholder
b) Welche gesellschaftlichen Probleme bzw. Herausforderungen sehen Sie im Bereich der ökologischen Umweltsphäre? Welche Lösungen könnten konkrete Unternehmen dazu anbieten?
Individuelle Antworten
· General Electric (Jack Welch)
· Walmart (US-Warenhauskette)
· Unilever (Lebensmittelkonzern)
· SV-Group (Gemeinschaftsgastronomie)
· IKEA (Flüchtlingshaus)
c) Welche gesellschaftlichen Probleme bzw. Herausforderungen sehen Sie im Bereich der sozialen Umweltsphäre? Welche Lösungen könnten konkrete Unternehmen dazu anbieten?
Individuelle Antworten
Die Bergbach Getränke AG produziert Mineralwasser, Fruchtschorlen und Eistee in der Schweiz. Das Unternehmen ist in der Region gut verankert, beschäftigt 85 Mitarbeitende und arbeitet eng mit regionalen Lieferanten, Detailhändlern und Gastronomiebetrieben zusammen. Viele Kundinnen und Kunden schätzen Bergbach als traditionsreiches Unternehmen, das für Qualität, Regionalität und umweltbewusstes Handeln steht. Bisher verwendet die Bergbach Getränke AG vor allem Glasflaschen und Mehrweggebinde.
In den letzten Jahren sind jedoch die Kosten für Energie, Transport und Verpackungsmaterial deutlich gestiegen. Zudem wünschen sich einzelne Detailhändler leichtere Gebinde, weil diese einfacher zu lagern und zu transportieren sind. Auch ein Teil der Kundschaft fragt vermehrt nach handlichen Flaschen für unterwegs, etwa für Schule, Arbeit, Sport oder Reisen. Die Geschäftsleitung prüft deshalb, einen Teil des Sortiments neu in leichten PET-Flaschen anzubieten.
Durch PET-Flaschen könnten Transportkosten gesenkt, neue Kundengruppen erreicht und die Preise stabil gehalten werden. Gleichzeitig würden mehr Kunststoffverpackungen anfallen. Umweltorganisationen kritisieren diesen Schritt, weil sie eine Schwächung des Mehrwegsystems und eine Zunahme von Verpackungsabfällen befürchten. Der Detailhandel hingegen begrüsst tiefere Preise, geringeres Gewicht und eine einfachere Logistik.
Die Entscheidung ist für die Bergbach Getränke AG deshalb anspruchsvoll: Eine PET-Linie könnte wirtschaftliche Vorteile bringen und die Wettbewerbsfähigkeit stärken. Gleichzeitig könnte sie dem glaubwürdigen, regionalen und umweltbewussten Image des Unternehmens schaden. Die Geschäftsleitung muss entscheiden, ob ein Teil des Sortiments künftig in leichten PET-Flaschen angeboten werden soll.
a) Antrag an die Geschäftsleitung
Formulieren Sie einen gut strukturierten und ausführlich begründeten Antrag an die Geschäftsleitung. Ihr Antrag soll zeigen, wie Sie den Zielkonflikt zwischen Kosten, Kundennutzen, Umweltverantwortung und Vertrauen beurteilen.
Bereiten Sie sich anschliessend auf eine Kurzpräsentation von 3 Minuten vor. Notieren Sie dazu die Gliederung und die wichtigsten Stichworte für Ihre Präsentation.
Punkt Titel / Struktur Stichworte
1 Ausgangslage, Problem Entscheid über PET-Linie; Zielkonflikt zwischen Kosten, Kundennutzen, Umweltverantwortung und Vertrauen
2 Wichtigste Interessen
3 Geprüfte Alternativen
Kundschaft: günstige und praktische Produkte; Detailhandel: einfache Logistik; Mitarbeitende: sichere Arbeitsplätze; Eigentümer: Rentabilität; Umweltorganisationen: weniger Kunststoff; Region: glaubwürdiges Unternehmen
Keine PET-Linie; vollständige Umstellung; begrenzte Einführung; Recycling-PET; Ausbau Mehrwegsystem
4 Zentrale Kriterien
5 Erwartete Folgen
Kosten, Transportaufwand, Verkaufspreis, Absatzchancen, CO2-Bilanz, Kunststoffverbrauch, Recyclingquote, Image, Vertrauen
Positiv: tiefere Transportkosten, neue Kundengruppen, bessere Marktchancen; negativ: mehr Kunststoff, Kritik von Umweltorganisationen, mögliches Imageproblem
6 Antrag an die Geschäftsleitung
Begrenzte Einführung ausgewählter Produkte in Recycling-PET während eines Jahres; Glas und Mehrweg bleiben bestehen
7 Begründung des Entscheids
Ausgewogener Kompromiss: wirtschaftliche Vorteile nutzen, ökologische Folgen begrenzen, Transparenz schaffen, Vertrauen sichern
b) Beurteilung von Anträgen / Entscheidungen
In der unten stehenden Tabelle finden Sie vier Anträge an die Geschäftsleitung. Bewerten Sie jede Schülerantwort mit 1 bis 4 Punkten und bestimmen Sie die überzeugendste Antwort.
Antwort
A Ich würde die PET-Flaschen einführen, weil das Unternehmen dadurch Kosten spart und wettbewerbsfähig bleibt. Wenn andere Anbieter günstiger sind, verliert Bergbach sonst Kundinnen und Kunden.
B Ich würde die PET-Flaschen nicht einführen, weil Kunststoff schlecht für die Umwelt ist. Ein Unternehmen sollte Verantwortung übernehmen und nicht nur auf den Gewinn schauen.
Punkte Begründung
2 Punkte Die Antwort erkennt ein wichtiges wirtschaftliches Kriterium: Kosten, Wettbewerbsfähigkeit und Kundschaft. Der Entscheid bleibt aber einseitig. Ökologische Folgen, Interessen anderer Anspruchsgruppen und mögliche Alternativen werden nicht geprüft.
2 Punkte
C Ich würde zuerst genauer prüfen, welche Folgen die Umstellung hat. Wichtig wären Daten zu Transportkosten, CO₂-Bilanz, Recyclingquote, Kundenbedürfnissen und Reaktionen des Detailhandels. Danach könnte man verschiedene Alternativen vergleichen, zum Beispiel PET nur für einzelne Produkte, Recycling-PET oder ein verbessertes Mehrwegsystem.
3 Punkte
Die Antwort berücksichtigt Verantwortung und ökologische Werte. Sie bleibt jedoch ebenfalls einseitig, weil wirtschaftliche Folgen, Kundenerwartungen, Detailhandel und mögliche Zwischenlösungen nicht einbezogen werden.
Die Antwort orientiert sich deutlich am Entscheidungsprozess. Sie klärt zuerst Fakten, Interessen und Grundlagen und nennt mehrere Alternativen. Ein eigener begründeter Entscheid fehlt jedoch noch. Deshalb ist die Antwort noch nicht vollständig.
D Ich würde eine begrenzte Einführung mit Recycling-PET beschliessen. Gleichzeitig müsste Bergbach die Glas- und Mehrweggebinde beibehalten, die Umweltwirkung transparent ausweisen und nach einem Jahr prüfen, ob die Ziele erreicht wurden. So werden Kosten, Kundennutzen, Nachhaltigkeit und Vertrauen berücksichtigt.
c) Bewertungskriterien
Formulieren Sie in drei bis fünf Sätzen, wie eine Entscheidung gut begründet werden müsste.
Überzeugend ist eine Entscheidung dann, wenn sie die Schritte im Entscheidungsprozess berücksichtigt:
4 Punkte
Die Antwort verbindet einen klaren Entscheid mit einer differenzierten Begründung. Sie berücksichtigt Kosten, Kundennutzen, Nachhaltigkeit und Vertrauen. Zudem schlägt sie eine realistische Zwischenlösung vor und überprüft die Folgen nach einer Testphase. Der Zielkonflikt wird nachvollziehbar bearbeitet.
(1) Problemstellung formulieren (2) Interessen klären, Aussagen prüfen
(3) Lösungsalternativen entwickeln (4) Beurteilungskriterien festlegen
(5) Konsequenzen für Betroffene abschätzen
(6) wertbasiert entscheiden
Bildnachweis
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Umschlag Innenseite: Adobe Stock / MR
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Seite 43: Keystone / Christof Schuerpf
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Seit 1993 entwickeln wir gemeinsam Unterrichtsmaterialien für Wirtschaft und Recht auf der Sekundarstufe II. Ausgangspunkt unserer Überlegungen sind immer die konkrete Umsetzung im Unterricht, die Denk- und Lernprozesse der Schülerinnen und Schüler.
Unser Anspruch: Lehrpersonen sollen mit unseren Unterlagen professioneller, gelassener und mit Freude unterrichten können. Schülerinnen und Schülern wollen wir das Rüstzeug und ein vertieftes Verständnis von wirtschaftlichen und rechtlichen Zusammenhängen mitgeben, damit sie im privaten und beruflichen Umfeld bewusst handeln, entscheiden und mitgestalten können.
■ Dr. Urs Saxer war bis 2025 Wirtschaftslehrer an der Kantonsschule Schaffhausen und Brückendozent am Institut für Wirtschaftspädagogik (IWP) der Universität St. Gallen. urs.saxer@strteachware.ch
■ Thomas Tobler, mag. oec., ist Wirtschaftslehrer und Rektor an der Kantonsschule Stadelhofen, Zürich. thomas.tobler@strteachware.ch
■ Heinz Rüfenacht, lic. oec., war bis 2014 Wirtschaftslehrer am Bildungszentrum Wirtschaft, Weinfelden. heinz.ruefenacht@strteachware.ch
Über Rückmeldungen und Anregungen freuen wir uns sehr. Gerne nehmen wir Ihr Feedback auf info@strteachware.ch entgegen.
Wir wünschen Ihnen einen interessanten und anregenden Unterricht mit Ihren Lernenden.
Sommer 2026
Urs Saxer, Thomas Tobler, Heinz Rüfenacht
Lektorat: Judith Henzmann, Versus Verlag
STR Teachware GmbH | Rötelistrasse 16 | CH-9000 St. Gallen | strteachware.ch



Betriebswirtschaft Recht Volkswirtschaft
1 Unternehmens- und Geschäftsmodelle
2 Unternehmensethik
3 Finanzwirtschaftliche Zusammenhänge
4 Ökonomische Modelle und Konzepte
5 Wirtschaftliche Entwicklungen, planetare und soziale Belastungsgrenzen
6 Einkommen und Ungleichheit
7 Geld und Finanzstabilität
8 Globalisierung und Welthandel
9 Tradition und Evolution
10 Macht und Verantwortung
11 Schuld und Sanktion
12 Berechtigung und Verpflichtung
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